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1890

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Ereignisse

  • 6. Februar 1890: das folgenreiche Duell der Studenten Carl Vering und Eduard Salomon
  • 12.7.1890-18.1.1941: Anton Kuh, geb. in Wien, gest. in New York an einem Herzinfarkt, österreichisch-jüdischer Journalist, Essayist, Erzähler, Kaffeehausliterat und genialer Stegreifredner; unter seinem eigenen Namen und unter dem Pseudonym Yorick veröffentlichte Anton Kuh u. a. Satiren und zahlreiche kurze Prosastücke, in denen er sich im Sinne von Pazifismus und Demokratie kritisch, witzig und hellsichtig mit seiner Zeit auseinandersetzte; Kuh würdigte früh die überragende Bedeutung Franz Kafkas und sprach sich bereits in den 1920er Jahren prophetisch warnend gegen den aufkommenden rechten Zeitgeist aus; bekannt war Kuh zu Lebzeiten vor allem als Vortragskünstler; Tucholsky nannte ihn einen „Sprechsteller“, was angesichts eines doch recht umfangreichen publizierten Œuvres nicht ganz zutreffend erscheint; eine von Kuhs bekanntesten Stegreifreden, Der Affe Zarathustras, eine am 25. Oktober 1925 im Wiener Konzerthaus gehaltene Polemik gegen Karl Kraus, bei der es zu tumultuösen Szenen kam und die Polizei vorbeischauen musste, ist nur durch stenografische Mitschriften überliefert; in ihr attackierte Kuh nicht nur die schauspielerhafte Eitelkeit des Schriftstellers und Rezitators Kraus sowie dessen Publikumsverachtung, sondern vor allem das elitär apolitische „Krausianertum“ seiner Anhängergemeinde. („Sie spazieren im Labyrinth seiner dunkel gewundenen Drehs wie Alumnen unter Klosterkreuzgängen. Wie kühl es da ist, wie weit weg von Moskau und Berlin“; zwei Wochen vor dem „Anschluss“ und damit dem Einmarsch deutscher Truppen in Österreich fragte Kuh in seiner letzten Wiener Stegreifrede: „Sind die Juden intelligent?“ und appellierte: „Wenn ja, rettet Euch. Es ist höchste Zeit!“ Kuh lebte zunächst in Prag und Wien, zog dann 1928 nach Berlin, weil er lieber „in Berlin unter Wienern, statt in Wien unter Kremsern“ leben wollte; von den Nazis als „Kulturbolschewik“ geschmäht, musste er Deutschland 1933 verlassen; nach dem deutschen Einmarsch in Österreich emigrierte er 1938 in die USA; seine Werke wurden in den 1960er Jahren neu entdeckt; Werke: Juden und Deutsche, Berlin 1921; Von Goethe abwärts. Essays in Aussprüchen, Leipzig, Wien Zürich 1922; Börne der Zeitgenosse. Eine Auswahl eingeleitet und herausgegeben von Anton Kuh, Leipzig u. Wien 1922; Der Affe Zarathustras, 1925; Der unsterbliche Österreicher, München 1931; Werkausgaben: Luftlinien. Feuilletons, Essays und Publizistik, hg. von Ruth Greuner, Wien 1981; Zeitgeist im Literatur-Cafe. Feuilletons, Essays und Publizistik, neue Sammlung, hg. von Ulrike Lehner, Wien 1985; Juden und Deutsche Hg. und mit einer Einleitung von Andreas B. Kilcher, Wien 2003; noch ein bekanntes Zitat von ihm: "Wie sich der kleine Moritz die Weltgeschichte vorstellt - genau so ist sie."; viele weitere Zitate des Wortgewaltigen könnte man bringen, z. B.: "Das Unglück der Deutschen ist, dass sie glauben, das Wort Erotik käme von erröten"
  • 27.8.1890-18.11.1976: Man Ray (eigentlich Emmanuel Rudnitzky), geb. Philadelphia, Pennsylvania, gest. Paris; US-amerikanischer Fotograf, Maler und Filmschaffender; war ein mittelmässiger surrealistischer Maler, aber genialer Fotograf; er schuf "Readymades", deren berühmtestes das "Geschenk" (ein Bügeleisen mit 14 Nägeln) ist; als Fotograf einer der Erfinder der Fotografik (Rayogramm); mit seinen "Rayographien" (Fotomontagen und Fotogrammen) entwickelte er neue künstlerische Ausdrucksmittel; 1927 drehte er die Filme "Seestern" und "Die Geheimnisse von Château de Dé"; berühmte Fotografie „Kiki, le violon d´Ingres“ (1924), sie setzt durch die aufretuschierten Schalllöcher den nackten Rücken der sitzenden Frau mit einem Musikinstrument gleich; Modell war Man Rays Lebensgefährtin Kiki de Montparnasse
  • 1890-1969: Jecheskel Sarne

Bücher

Zeitungen und Zeitschriften

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