Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Gad Granach

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gad Granach

Gad Granach (geb. 29. März 1915 in Rheinsberg, Mark Brandenburg als Gerhard Granach; gest. 6. Januar 2011 in Jerusalem, Israel) war ein deutsch-jüdischer Emigrant.

Leben

Granach wurde als Sohn von Alexander Granach und Martha Guttmann geboren. Er emigrierte 1936 nach Haifa, Palästina, und lebte in Jerusalem. Er publizierte seine Autobiographie unter dem Titel Heimat los! Aus dem Leben eines Jüdischen Emigranten.

Veröffentlichungen

  • Gad Granach: Heimat los! Aus dem Leben eines jüdischen Emigranten. Ölbaum-Verlag, Augsburg 1997, ISBN 392721731X; Taschenbuchausgabe: Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 2000, ISBN 3596146496; Random House/Bertelsmann, München 2008, ISBN 978-3-442-73630-0
  • Gad Granach: Where Is Home? Stories from the Life of a German-Jewish Émigré. Atara Press, Los Angeles 2009, ISBN 978-0-9822251-1-0
Gad Granach

Zitate

"Ich fuhr nach Berlin, packte meine Koffer und verabschiedete mich von meiner Mutter am Lehrter Bahnhof. Wir beide wussten, es könnte ein Abschied fürs Leben sein, denn wir hatten ja keine Ahnung, wie sie nachkommen könnte. Aber sie war sehr tapfer. Sie war glücklich, dass wenigstens ich aus Deutschland heraus kam. Es fuhr ein ganzer Zug voll mit jungen Leuten, die, wie ich, Arbeiterzertifikate besassen. Deren Familien standen am Bahnsteig, es waren bestimmt tausend Menschen, die dort Abschied nahmen und weinten. Und mittendrin die Bahnpolizei mit ihren Hunden und mit ihren reizenden Kommentaren: 'Warum fahrt ihr denn nicht gleich alle? Haut doch ab, fahrt doch!' Das waren die letzten Deutschen, die wir sahen. Ein übles Pack. Sie machten uns den Abschied sehr leicht. Es war höchste Zeit, dass die Juden etwas für sich selbst taten und endlich aufhörten, sich länger ungebeten in die Angelegenheiten anderer Leute zu mischen. Überall haben sie sich einmischen müssen - wozu? Bei der russischen Revolution waren die Juden an vorderster Stelle. Hat es ihnen irgendetwas gebracht? War das nötig, dass Rosa Luxemburg erschossen wurde? Für wen? Für die deutschen Arbeiter etwa? Als ob die deutschen Arbeiter eine Revolution wollten! Die deutschen Arbeiter wollten ihren Kaiser wiederhaben, aber Rosa Luxemburg hat sich erschiessen lassen. Und Walther Rathenau! Wofür wurde er denn erschossen? Mich persönlich ärgert das, ich werde richtig böse darüber. Die Juden haben nie etwas für sich selbst gemacht, und all diese Köpfe, hätten sie sich für ihr eigenes Volk eingesetzt, was hätten sie nicht alles bewirken können. Vielleicht würde es heute in Israel anders aussehen."

Gad Granach über seine Emigration nach Palästina 1936 (aus der Autobiografie Heimat los)

"Es war kein leichtes, aber ein aufregendes und freies Leben. Vielleicht klingt es zynisch, aber manchmal habe ich mir gedacht, dass ich das alles Hitler zu verdanken habe. Wir haben ihn deswegen auch immer den 'Herführer' genannt, weil er uns hierher geführt hat. Sehnsucht nach Deutschland hatte ich nicht, höchstens ab und zu danach, im Sommer ein paar Wolken zu sehen. Der ewig strahlend blaue Himmel geht einem nämlich genauso auf die Nerven wie das ewige Grau in Deutschland. Oder wieder einmal einen richtigen, tiefen, dunklen Wald zu sehen, nicht solche Wälder wie bei uns, voller verstaubter Bäume. Die Deutschen sehnen sich dafür nach Sonne. Man sehnt sich immer nach dem, was man nicht hat."

Gad Granach

Weblinks

Andere Wikis


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Gad Granach aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.