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1891

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Ereignisse

  • 1891: Viele Juden zogen es vor, in nichtreligiösen und nichtnationalistischen Gruppen mitzuarbeiten, z. B. dem linksliberalen „Verein für Sozialpolitik“. Sie hofften, durch Anpassung und Verbergen ihres Judeseins bis hin zur Selbstaufgabe von Nichtjuden akzeptiert zu werden. Sie hatten die rechtliche Gleichstellung nur um den Preis ihres „Nationalbewusstseins" erhalten und bejahten dies in der Hoffnung, dass der Liberalismus den Antisemitismus allmählich überwinden würde. So gründeten liberale und zum Christentum konvertierte Juden (unter Mitwirkung des Staatsrechtlers Rudolf von Gneist) erst 1891 den Verein zur Abwehr des Antisemitismus (existierte bis 1933).
  • 1891: „The Maccabaeans“, 1891 in London gegründeter Club berufstätiger Juden „zur Förderung des geselligen Verkehrs und der Zusammenarbeit seiner Mitglieder mit dem Zweck, für die Interessen der Judenheit zu wirken“; erster Präsident war der Maler Solomon Joseph Solomon (1860-1927)
  • 1891: angebliche Ritualmorde in Xanten (s.u.) und auf Korfu
  • 1891: In Odessa/Ukraine stirbt Leon Pinsker.
  • 1891: Jüdische Kolonisierungsvereinigung - 1891 gegründete Organisation, um jüdische Emigration aus Ländern zu unterstützen, in denen Juden verfolgt wurden oder in denen eine schlechte wirtschaftliche Situation herrschte, Jewish Colonization Association, J.C.A., auch Ica, Auswanderer- und Fürsorgegesellschaft, gegründet 1891 von Baron M. von Hirsch in Form einer Aktiengesellschaft nach englischem Recht; Verwaltungsrat gebildet aus Vertretern der Aktionäre, jüdische Organisationen in Deutschland, England, Belgien und Frankreich; Hauptsitz London, Verwaltung in Paris, 29 Rue de la Bienfaisance; Ica hatte Ackerbaukolonien in Argentinien, USA, Kanada, Brasilien, Russland, Bessarabien, Polen geschaffen; sie verwaltete 1900-1924 die von Baron E. Rothschild gegründeten palästinischen Kolonien
  • 1891: Die türkische Regierung gestattet russischen Juden die Niederlassung nur noch nach vorher erteilter Genehmigung, bietet ihnen aber für "Gegenleistungen" grössere Gebiete im türkischen Asien
  • 1891: Lachisch ausgegraben, altjüdische Stadt westlich von Hebron
  • 1891: Bernhard Zondek in Wronke geboren. Gynäkologe, 1926-1933 a. o. Prof. in Berlin, Leiter des Hadassa-Rothschild-Krankenhauses Jerusalem, wichtige Arbeiten über den Zusammenhang der Absonderung der Hypophyse mit den Eierstöcken, arbeitete zusammen mit Aschheim die Diagnostik der Schwangerschaft aus dem Urin aus
  • 1891: Arthur Korn geboren, jüdischer Architekt, in Berlin tätig
  • 1891: E. A. Dupont in Zeitz geboren, Regisseur (Variété, Atlantic)
  • 1891: C. Z. Klötzel geboren, Reiseschriftsteller
  • 1891: Erik Ernst Schwabach geboren, Schriftsteller (Prosa, Dramen)
  • 1891: Georg Fröschel geboren, Schriftsteller (Unterhaltungsromane)
  • 1891: Moritz Löwi geboren, jüdischer Pädagoge
  • 1891: Carl Landau geboren, Volkswirtschaftler (beschäftigte sich mit der Planwirtschaft)
  • 1891: Fritz Nathan geboren, jüdischer Architekt, tätig in Frankfurt/Main
  • 1891: Edvard Moritz geboren, Komponist
  • 1891: Frederic Jacobi geboren, jüdischer Komponist in Amerika
  • 15.1.1891–27.12.1938: Ossip Mandelstam (Osip Emiljewitsch Mandelschtam), geb. in Warschau als Sohn eines jüdischen Lederhändlers, gest. bei Wladiwostok in der Haft; russisch-jüdischer Lyriker und Literaturtheoretiker; neben Anna Achmatowa und Nikolai Gumiljow der entschiedenste Vertreter des Akmeismus, einer russischen literarischen Strömung gegen das Mystische im Symbolismus (Zeitschrift „Apollon“, 1909-1917); schrieb der Traditon verbundene klangvolle Lyrik; die Zeit nach der Oktoberrevolution ist für Mandelstam eine ruhelose Zeit; rastlos und im „inneren Exil“ lebt er mit seiner Frau Nadeschda abwechselnd in Moskau, Petersburg und Tiflis, stets ohne wirkliche materielle Basis; dennoch sind die 20er Jahre für ihn angefüllt mit Arbeit; Gedichtsammlungen wie „Tristia“ (1922), „Das zweite Buch“ (Вторая книга, 1923), „Gedichte“ (Стихотворения, 1928) zeigen seine dichterische Vielseitigkeit; Essaysammlungen wie „Über Poesie“ (1928) zeigen sein Talent als hervorragender Literaturtheoretiker und -kritiker; sein Prosastück „Rauschen der Zeit“ (Шум времени, 1925) spiegelt sein Gefühl der Fremdheit im sowjetischen System; dennoch dürfen – im Gegensatz zur Achmatowa und anderen Dichtern – in den 20er Jahren seine Bücher noch erscheinen, angeblich auf Fürsprache Nikolai Bucharins, des Vorsitzenden der Komintern und Chefredakteurs der Iswestija; in den Dreissiger Jahren beginnt die Zeit der Säuberungen unter Stalin und der offenen Repressionen gegen den Dichter; einzig seine Übersetzungen französischer, deutscher und englischer Prosa halten ihn materiell und geistig am Leben; dank Bucharins Protektion darf er 1930 nach Armenien reisen, von wo er eine Fülle an Inspirationen und Ideen mitbringt, woraus im Herbst 1933 „Die Reise nach Armenien“ entsteht, das 1934 in der Zeitschrift „Swesda“ erscheint; diese Texte und ein Gedicht mit dem Anfang „Wir Lebenden spüren den Boden nicht mehr … “ vom Herbst 1934, das sich überdeutlich auf Stalin und seinen Terror bezieht, führen im Mai darauf zu Mandelstams erster Verhaftung; im Gedicht heisst es: „Wir Lebenden spüren den Boden nicht mehr, Wir reden, dass uns auf zehn Schritt keiner hört, Doch wo wir noch Sprechen vernehmen, - Betrifft’s den Gebirgler im Kreml. Seine Finger sind dick und, wie Würmer, so fett, Und Zentnergewichte wiegts Wort, das er fällt, Sein Schnauzbart lacht Fühler von Schaben, Der Stiefelschaft glänzt so erhaben. Schmalnackige Führerbrut geht bei ihm um, Mit dienstbaren Halbmenschen spielt er herum, Die pfeifen, miaun oder jammern. Er allein schlägt den Takt mit dem Hammer. Befehle zertrampeln mit Hufeisenschlag: In den Leib, in die Stirn, in die Augen, - ins Grab, Wie Himbeeren schmeckt ihm das Töten – Und breit schwillt die Brust des Osseten“; einem harten Urteil entgeht Mandelstam nach einem Selbstmordversuch; er wird zunächst nur nach Tscherdyn, später Woronesch verbannt, wo er drei Jahre verbringt; um diese erste Verhaftung ranken sich Legenden, dass Stalin persönlich bei Mandelstams Freund und Kollegen Pasternak angerufen habe, um über Mandelstams Schicksal zu sprechen; in Woronesch arbeitet Mandelstam für Zeitungen und Zeitschriften; seine letzten Gedichte „Die Woronescher Hefte“ entstehen hier; als er am 2. Mai 1938 erneut verhaftet wird, wird er zu fünf Jahren Lager wegen konterrevolutionärer Aktivitäten verurteilt und in ein Arbeitslager in der Nähe von Wladiwostok gebracht; am 27. Dezember 1938 stirbt er in der Krankenbaracke eines Übergangslagers und wird in einem Massengrab beerdigt; seine Frau Nadeschda Mandelstam und Freunde des Dichters bewahrten viele seiner Gedichte (teils durch Auswendiglernen der nicht niedergeschriebenen Texte) und ermöglichten damit ihre Veröffentlichung in den 60er Jahren
  • 21.1.1891: Mischa Elman in Talnoje (Ukraine) geboren, berühmter Violinvirtuose von brillanter Technik
  • 22.1.1891: Moïse Kisling in Krakau geboren, Maler, seit 1910 in Paris, anfangs Kubist, später eindringlicher Realist, besonders als Bildnismaler bedeutend; er starb 1953 in Sanary-sur-Mer, Südfrankreich; - C. Einstein, Moise Kisling, 1922
  • 25.1.1891–19.6.1963: Erich Mosse, geb. in Berlin, gest. in New York, Autor und Arzt, Neffe des Verlegers Rudolf Mosse, entkam über Paris 1934 nach New York, schrieb unter Pseudonym "Peter Flamm" expressionistische Dramen "Zugvögel", "Tod und die Maske", 1920, die Komödie "Himmel auf Erden", 1921, die Novelle "Du", 1929, psychoanalytische Arbeiten (u. a. "The Conquest of Loneliness", 1957)
  • 27.1.1891–31.8.1967: Ilja Ehrenburg (Ilja Grigorjewitsch Ehrenburg), geb. in Kiew, gest. in Nowo-Jerusalem bei Moskau, sowjetrussisch-jüdischer Schriftsteller und Journalist; zeitweise Hassprediger und Kriegspropagandist für die Rote Armee, den Hitler zum „Hausjuden Stalins“ erklärt hatte [ - dabei war Ehrenburg für Stalin nur ein „nützlicher Idiot“, den er mal gebrauchen konnte, mal ignorierte, mal überlegte, liquidieren zu lassen – und von vorne … ein häufig zitiertes Beispiel für Ehrenburgs Einpeitscherei ist der Aufruf „Töte!“ (убей!) in der „Krasnaja Swesda“ vom 24. Juli 1942: „… Wir wissen alles. Wir erinnern uns an alles. Wir haben verstanden: Die Deutschen sind keine Menschen. Von nun an ist das Wort „Deutscher“ für uns wie ein entsetzlicher Fluch. Von jetzt an lässt das Wort „Deutscher“ das Gewehr von allein losgehen. Wir werden nichts sagen. Wir werden uns nicht empören. Wir werden töten. Wenn du nicht pro Tag wenigstens einen Deutschen getötet hast, war es ein verlorener Tag. … Wenn du den Deutschen nicht tötest, tötet er dich. Er nimmt deine Nächsten und quält sie in seinem verfluchten Deutschland. … Wenn du den Deutschen leben lässt, hängt er den russischen Mann auf und schändet die russische Frau. Wenn du einen Deutschen getötet hast, töte einen zweiten – nichts stimmt uns froher als deutsche Leichen. Zähle nicht die Tage. Zähle nicht die Werste. Zähle nur eins: die von dir getöteten Deutschen. Töte den Deutschen! bittet dich die alte Mutter. Töte den Deutschen! fleht dich das Kind an. Töte den Deutschen! schreit die Heimaterde. Ziel nicht vorbei. Schiess nicht daneben. Töte!“ - der Text stammt aus der Zeit, als die Wehrmacht den ganzen Süden der Sowjetunion erobert hatte und auf Stalingrad zumarschierte; in dieser Periode verfasste Ehrenburg seine aggressivsten Artikel; Ehrenburg hat mit seinen unverhohlenen Ausrottungsaufrufen, die keinen Unterschied machten zwischen legitimem und illegitimem militärischen Vorgehen, zwischen Soldaten und Zivilisten, sicherlich zur Entmenschlichung des Gegners und zur Enthemmung der Roten Armee beigetragen (wenn auch das, was Ehrenburg schrieb, so gut wie nichts war „im Gegensatz zu dem, was die russischen Soldaten mit ihren eigenen Ohren hören, mit ihren eigenen Augen sehen und mit ihrer eigenen Nase riechen konnten. Denn wo auch immer die Deutschen gewesen waren, hing der Geruch verwesender Leichen in der Luft“ [Alexander Werth, 1965]; hingegen ist ein Flugblatt, das zur Vergewaltigung deutscher Frauen [tatsächlich wurden weit über 1 Million deutscher Frauen damals von sowjetischen Soldaten vergewaltigt] aufrief – und Sätze enthielt wie die folgenden: „Brecht mit Gewalt den Rassenhochmut der deutschen Frauen! Nehmt sie als rechtmässige Beute!“ – aller Wahrscheinlichkeit nach nicht authentisch, sondern eine Fälschung des deutschen Propagandaministeriums]; Ehrenburg gehört zu den produktivsten und profiliertesten Autoren der Sowjetunion und veröffentlichte rund hundert Bücher und tausende von Artikeln: Kriegsreportagen, propagandistische, satirische, kritische Zeitromane und Erzählungen: „Die ungewöhnlichen Abenteuer des Julio Jurenito“, 1922; „Leben und Untergang Nikolaj Kurbows“, 1923; „Die Liebe der Jeanne Ney“, 1926; „Tauwetter“ (Оттепель), 1954-1956 (daher der Name „Tauwetter-Periode“ für die Phase der Liberalisierung nach Stalins Tod und der Rehabilitation von Opfern der stalinistischen Verfolgungen); weitere Werke (nur eine kleine Auswahl): „Unwahrscheinliche Geschichten“, 1922;„Das bewegte Leben des Lasik Roitschwantz“, 1928; „Moskau glaubt nicht an Tränen“, 1933; „Der Fall von Paris“, 1942; „Die neunte Woge“, 1952; „Menschen Jahre Leben“ (6 Bände, über 1 000 Seiten); „Das Schwarzbuch. Der Genozid an den sowjetischen Juden“ (für seinen Einsatz als Chronist der Shoah vgl. unter dem August 1941); Ehrenburg wurde in eine bürgerliche, nichtreligiöse Familie geboren, lernte die religiösen Bräuche aber bei einem Grossvater mütterlicherseits kennen; Ilja Ehrenburg schloss sich nie einer Religionsgemeinschaft an und lernte auch nie Jiddisch, er verstand sich zeitlebens als Russe und später als Sowjetbürger und schrieb auf Russisch, auch in seinen Exiljahren; doch legte er grossen Wert auf seine Herkunft und verleugnete nie sein Jüdischsein; noch in einer Radioansprache zu seinem 70. Geburtstag erklärte er: „Ich bin ein russischer Schriftsteller. Und solange auf der Welt auch nur ein einziger Antisemit existiert, werde ich auf die Frage nach der Nationalität stolz antworten: „Jude“; im Pariser Exil (seit 1908) liebäugelte er mit dem Katholizismus, schrieb auch selbst katholische Gedichte, etwa auf die „Jungfrau Maria“ oder Papst Innozenz XI., doch schloss er sich dieser Religion nie an; zeitlebens hatte Ehrenburg während seiner langen Ehe (mit Ljuba Michailowna) ganz offene Liebesgeschichten mit anderen Frauen; mit Ossip Mandelstam verband ihn eine enge Freundschaft
  • 7.2.1891–14.11.1982: Joachim Stutschewsky (Joachim-Yehoyachin Stutschewsky, im Hebräischen sein Name nicht parallel zu Jehojakim; russisch Иоахим Стучевский), geb. in Romni (Romny)/Poltawa, Ukraine, gest. in Tel Aviv, österreichisch-israelischer Cellist, Komponist, Musikforscher ukrainisch-jüdischer Herkunft; sein Vater, Kalman-Leib Stutschewsky, war Klarinettist; seine Frau war die schweizerische Cellistin Rewekka (Regina) "Wecki" Schein (1908-1999); er war bedeutender Vorkämpfer und Propagandist neuer jüdischer Musik; er wurde in eine bekannte Klezmer-Familie in der Ukraine geboren und erhielt mit fünf Jahren Violinunterricht; mit elf wechselte er zum Cello; schon ein Jahr später wurde er Mitglied des Symphonieorchesters in Nikolaew; 1909 ging Stutschewsky nach Leipzig, um bei Julius Klengel zu studieren; nach dem Abschluss seiner Studien 1912 entfaltete er eine intensive Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker; mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges übersiedelte er in die Schweiz, wo er ab 1918 die ersten Konzerte jüdischer Kunstmusik organisierte; 1924 zog er nach Wien und wurde dort zusammen mit Rudolf Kolisch Mitbegründer des berühmten Wiener Streichquartetts, das sich u.a. mit Uraufführungen von Werken der Neuen Wiener Schule um Arnold Schönberg einen internationalen Namen machte; in Wien setzte Stutschewsky auch seine Tätigkeit auf dem Gebiet jüdischer Musik als Komponist, Interpret, Publizist und Organisator fort; er war der spiritus rector des 1928 gegründeten Vereins zur Förderung jüdischer Musik und avancierte in den 1930er Jahren zum wichtigsten Theoretiker und Vermittler der Neuen Jüdischen Schule; er organisierte u.a. Konzerte mit solcher Musik in vielen europäischen Ländern und koordinierte ein umfangreiches Netzwerk jüdischer Musikorganisationen; 1938 floh er kurz vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in die Schweiz und wanderte im selben Jahr nach Palästina aus, wo er zunächst weitere Konzerte neuer jüdischer Musik und Vorträge im ganzen Land durchführte; seit den 1950er Jahren widmete er sich fast ausschliesslich dem Komponieren; in seinem Schaffen verschmolz er das traditionelle jüdische Idiom mit einer bisweilen avancierten Musiksprache
  • 13.2.1891–14.5.1978: Alexander Kipnis, geb. in Schytomyr (russisches Reich, heute Ukraine), gest. in Westport, Connecticut, USA, war ein russischer, ab 1931 US-amerikanischer Opernsänger (Bass) jüdischer Herkunft; er studierte in Warschau und Berlin und debütierte 1915 in Hamburg; 1916-1918 sang er in Wiesbaden, 1919-1930 an der Deutschen Oper Berlin (1927-1933 auch regelmässig in Bayreuth: Gourmenanz, Pogner, Wotan; wirkte auch in Hamburg, Wien und Salzburg), 1932-1935 an der Berliner Staatsoper, 1940 bis 1952 an der Metropolitan Opera in New York (wo er auch am College of Music unterrichtete); seit 1924 gab er bereits weltweit an den grössten Opern und bei den bedeutendsten Festivals Gastspiele, sowohl in seriösen (Sarastro, Boris Godunow, König Marke, Golaud) als auch in Buffo-Partien (Leporello); nach seinem Rücktritt als Sänger lehrte er in New York Gesang; Kipnis galt auch als hervorragender Lied-Interpret, insbesondere des Liedgutes der Spätromantik (Johannes Brahms, Hugo Wolf); Alexander Kipnis war ohne Zweifel der Superstar unter den Bässen seiner Zeit; seine mächtige, doch fein nuancierende Stimme und seine Begabung für Fremdsprachen erlaubten ihm die Pflege eines riesigen Repertoires
  • 17.2.1891–15.10.1965: Abraham Fraenkel (Adolf Abraham Halevi Fraenkel, auch Abraham Adolf Fraenkel, Adolf Fraenkel etc.), geb. in München, gest. in Jerusalem, deutsch-israelischer Mathematiker; er war das erste von fünf Kindern des jüdischen Wollhändlers Sigmund Fraenkel und seiner Frau Charlotte aus München; ab dem Alter von fünf Jahren lernte er Hebräisch bei einer Privatlehrerin und besuchte zunächst eine Münchner Volksschule, danach das humanistische Luitpold-Gymnasium, wo er im Juli 1909 das Abitur in allen Fächern mit „sehr gut“ bestand; wie die meisten Studenten seiner Zeit studierte er an mehreren Universitäten und verbrachte einige Semester an den Universitäten in München, Marburg sowie in Berlin und für sein letztes Studienjahr in Breslau; 1914 promovierte Fraenkel – wieder zurück in Marburg – summa cum laude mit seiner Dissertation Über die Teiler der Null und die Zerlegung von Ringen; obwohl er von 1914–1918 Kriegsdienst leistete, konnte er sich 1916 habilitieren und während eines Heimaturlaubs von der französischen Front am 12. Juli 1916 in Marburg seine Antrittsvorlesung halten; 1919 heiratete er Wilhelmina Malka A. Prins, mit der er – wegen der herrschenden Wohnungsnot im Nachkriegsdeutschland – einige Jahre zur Untermiete bei Professor Hensel wohnte; 1928 verliess Fraenkel Marburg, um für ein Jahr an der Universität Kiel zu unterrichten; als überzeugter Zionist verliess er 1929 Deutschland und folgte, vier Jahre nach deren Gründung, einem Ruf an die Hebräische Universität von Jerusalem; dort verbrachte er auch den Rest seiner beruflichen Karriere, wurde zum ersten Dekan der mathematischen Fakultät und später zum Rektor der Universität ernannt; seinen Namen hatte er in Abraham Halevi Fraenkel geändert; auch nach seiner Emeritierung 1959 beteiligte er sich intensiv am Aufbau des Bildungssystems in Israel; Fraenkels erste Arbeit widmete sich Kurt Hensels p-adischen Zahlen und der Theorie der Ringe; weltbekannt jedoch wurde Fraenkel für seine Arbeiten zur Mengenlehre; die Einleitung in die Mengenlehre, sein erstes bedeutendes Werk zu dem Thema, das er später selbst ins Englische und Hebräische übertrug, schrieb er 1917/18, und es erschien 1919; er knüpfte an die Arbeit von Ernst Zermelo an und optimierte die Zermelo-Mengenlehre von 1907, vor allem indem er 1921 das Ersetzungsaxiom ergänzte, das fester Bestandteil der heute massgeblichen Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre wurde; im Jahr 1956 erhielt Abraham Fraenkel den Israel Preis für exakte Wissenschaften; -- Werke (Auswahl): Einleitung in die Mengenlehre, Berlin 1919; Zu den Grundlagen der Cantor-Zermeloschen Mengenlehre, 1921; Zehn Vorlesungen über die Grundlegung der Mengenlehre, Leipzig 1927; Abstract set theory, Amsterdam 1953; Lebenskreise. Aus den Erinnerungen eines jüdischen Mathematikers, Stuttgart 1967
  • 27.2.1891–10.7.1971: Samuel Bronfman (Sam Bronfman), geb. in Soroca, Moldawien; gest. in Montreal, kanadischer Unternehmer (Gründer von ‘’’Seagram’’’, des weltweit grössten Spirituosenherstellers) und von 1939 bis 1962 Präsident des Canadian Jewish Congress; 1924 gründete er die Distillers Corporation Ltd. in Montreal und profitierte in den 1920er Jahren von der Prohibition in den USA, die seinem Unternehmen in Kanada, wo die gesetzliche Beschränkung eben nicht galt, zu starkem Wachstum verhalf; zu seinen Geschäftspartnern zählten u. a. auch Al Capone in Chicago und Arnold Rothstein in New York, die den Stoff illegal unter das Volk brachten; 1928 hatte Bronfman die kleine Brennerei Joseph E. Seagram & Sons mitsamt den Namensrechten den Seagrams-Erben abgekauft; das Unternehmen florierte und brachte der Familie Bronfman ein Vermögen ein, das praktisch unabhängig von der jeweiligen Wirtschaftslage immer weiter wuchs; 1933 wurde die Prohibition aufgehoben und der zum Teil minderwertige Fusel durch Whiskey höchster Qualität ersetzt; bis zu seinem Tod im Jahre 1971 führte Samuel Bronfman das Unternehmen, welches daraufhin von seinem Sohn Edgar Bronfman sen. übernommen wurde und auch in andere Branchen (Unterhaltung und Medien) diversifizierte; 1967 wurde ihm die höchste kanadische Auszeichnung für Zivilpersonen verliehen (Companions of the Order of Canada); Samuel Bronfman war eins von acht Kindern von Mindel und Ekiel Bronfman, die von Bessarabien nach Kanada ausgewandert waren; am 21. Juni 1922 heiratete er Saidye Rosner (1897-1995); aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Aileen Mindel "Minda" Bronfman de Gunzburg (1925-1986), Phyllis Lambert (geb. 1927), Edgar Miles Bronfman (1929–2013) und Charles Rosner Bronfman (geb. 1931)
  • 12.3.1891–22.2.1976: Michael Polanyi (Mihály Polányi), geb. in Budapest, gest. in Manchester, jüdisch-ungarisch-britischer Chemiker und Philosoph, Bruder von Karl Polanyi, fünftes Kind aus liberal-jüdischer Familie; nach Abschluss des Medizinstudiums in Budapest studierte er Chemie an der TH Karlsruhe; nach seiner Promotion in Physikalischer Chemie in Budapest (1917) und Lehrtätigkeit kehrt er nach Karlsruhe zurück, wo er seine Frau Magda Kémeny, ebenfalls Chemikerin, kennenlernt; aus der 1921 geschlossenen Ehe gehen die beiden Söhne George (1922-1975, Ökonom) und John (geb. 1929, Chemiker in Toronto, Nobelpreis für Chemie 1986) hervor; er ging dann an die Universität Berlin (1923, seit 1926 Professor), dann erfolgt 1933 ein Ruf an die Universität Manchester, wo er den Lehrstuhl für physikalische Chemie bis 1948 innehat; seine wissenschaftsphilosophische Position legt er erstmals 1946 in „Science, Faith and Society“ dar; er erhält in Manchester einen eigens für ihn eingerichteten Lehrstuhl für Sozialwissenschaften und entwickelt in jahrelanger Arbeit sein philosophisches Hauptwerk „Personal Knowledge: Towards a Post-Critical Philosophy“ (1958); nach seiner Emeritierung 1959 geht er an das Merton College der Oxford University, später dann in die USA, wo er mehrere Vortragsreihen hält; - Werke (Auswahl): Atomreaktionen, 1932; The Contempt of Freedom, 1940; Full Employment and Free Trade, 1945; The Logic of Liberty, 1951; The Study of Man, 1959; The Tacit Dimension, 1966; Knowing and Being, 1969; Meaning, 1975
  • 29.3.1891–27.2.1950: Yvan Goll (auch Iwan oder Ivan Goll, eigentlich Isaac Lang), geb. in Saint-Dié-des-Vosges, gest. bei Paris, deutsch-französischer Dichter und Ehemann der deutsch-französischen Schriftstellerin und Journalistin Claire Goll; Yvan Goll kam 1891 in Sankt Didel zur Welt, einer bis 1871 französischen Stadt in den Vogesen, die damals Teil des Deutschen Reiches war; die Einwohner fühlten sich jedoch zumeist Frankreich zugehörig; er studierte an der Universität Strassburg zunächst Rechtswissenschaften und promovierte 1912 zum Doktor der Philosophie; als Pazifist vor dem Wehrdienst fliehend, emigrierte er zu Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 in die Schweiz, wo er in Zürich, Lausanne und Ascona lebte; nach Kriegsende zog es Goll in die französische Hauptstadt Paris; hier heiratete er die Journalistin Clara Aischmann, geschiedene Studer; bei Freunden in Berlin lernte Ivan Goll die neun Jahre jüngere Lyrikerin Paula Ludwig kennen, mit der er eine leidenschaftliche Liebes- und Arbeitsbeziehung begann; mit seiner Frau floh Goll 1939 am Anfang des Zweiten Weltkriegs ins New Yorker Exil; nach der Niederlage des Nationalsozialismus kehrten sie 1947 nach Frankreich zurück; dort starb er in Neuilly-sur-Seine, einem Vorort von Paris, im Alter von 58 Jahren; Goll bewegte sich sein Leben lang zwischen mehreren Identitäten; seine Zugehörigkeit erläuterte er selbst mit den Worten: Durch Schicksal Jude, durch Zufall in Frankreich geboren, durch ein Stempelpapier als Deutscher bezeichnet; als Lyriker ging Yvan Goll vom deutschen Expressionismus aus; zudem war er aber auch ab 1919 einer der Wortführerdes französischen Surrealismus; 1920 erschien in der Anthologie Menschheitsdämmerung die Vers- und die Prosafassung seiner Dichtung Panamakanal; 1924 kam das von ihm 1919 verfasste satirische Drama Methusalem oder Der ewige Bürger in Berlin zur Uraufführung; darin nahm Goll viele Elemente des absurden Theaters vorweg; eines seiner Hauptwerke ist der Gedichtzyklus Johann Ohneland (Originaltitel Jean sans terre), der postum 1957 veröffentlicht wurde; hierin sind auch autobiografische Elemente zu sehen, denn Goll thematisiert die Ortslosigkeit des modernen Menschen; trotz seiner Bedeutung für Expressionismus und Surrealismus und seines dreisprachigen Schreibens in englischer, französischer und deutscher Sprache blieben Golls Werke in Deutschland recht unbekannt; -- Werke: Lothringische Volkslieder, 1912; Der Panama-Kanal, 1914 (u. d. Pseudonym Iwan Lazang); Requiem. Für die Gefallenen von Europa, 1917; Methusalem oder Der ewige Bürger, 1922; Melusine. Schauspiel, 1922; Poèmes d'Amour, 1925 (mit Claire Aischmann); Poèmes de Jalousie, 1926 (mit Claire Aischmann); Poèmes de la Vie et de la Mort, 1927 (mit Claire Aischmann); Die Eurokokke, 1927 (französisch: Lucifer Vieillissant); Le Microbe de l'Or, 1927; Der Mitropäer, 1928; Agnus Dei, 1929; Sodome et Berlin, 1930; Fruit from Saturn, 1946; Dichtungen (Aus dem Nachlass), 1960; Ausgewählte Gedichte, 1962; Gedichte. Eine Auswahl, 1968; Die Lyrik (hrsg. Barbara Glauert-Hesse), 1996
  • 30.3.1891–1.4.1946: Leo Reuss, geb. in Dolyna, Galizien, Österreich-Ungarn, als Leo Moritz Reis; gest. in Manila, Philippinen, österreichischer Schauspieler und Regisseur; nach seiner Auswanderung nach Hollywood anglisierte er seinen Namen zu Lionel Royce; während der Nazi-Zeit gab er sich zeitweise als Tiroler Bauer aus und erhielt Schauspielrollen, Rollenangebote und positive Kritiken, die ihm als Jude vor und nach seiner Zeit als "Tiroler Naturtalent" verwehrt blieben; 1937 wanderte er in die USA aus und spielte in einer grossen Zahl von Filmen mit
  • 9.4.1891–1977: Eugen Szenkar (auch: Eugen Szenker), geb. in Budapest, gest. in Düsseldorf, Dirigent, kam über Budapest, Prag, Salzburg, Altenburg, Frankfurt/M., Berlin nach Köln (1924); 1934 emigrierte er nach Moskau, wo er Prof. wurde, dann über Rio de Janeiro nach New York; 1950 kehrte er als Generalmusikdirektor nach Deutschland zurück, erst in Mannheim, 1952-1960 in Düsseldorf
  • 10.4.1891: Hans José Rehfisch geboren in Berlin, Dramatiker, begann als Expressionist ("Der Chauffeur Martin"), schrieb später Lustspiele und Tendenzstücke; erfolgreich seine Dramatisierung des Falles Dreyfus (1929, mit Wilhelm Herzog [Nichtjude])
  • 1.5.1891–1970: Else Rosenfeld (geb. Behrend; Pseudonym: Rahel Behrend), geb. in Berlin, gest. in Birmingham, Sozialarbeiterin und Schriftstellerin, Dr. phil. 1919; Lehrerin; erhielt einen Preis der Universität Jena; 1928-1933 Fürsorgerin im Frauengefängnis Berlin; lebte während des Krieges jahrelang versteckt, flüchtete 1944 in die Schweiz, später nach England; publizierte in der Schweiz 1945 "Verfemt und verfolgt. Erlebnisse einer Jüdin in Nazi-Deutschland 1933-1944" (spätere Auflagen auch unter dem Titel "Ich stand nicht allein"); 1945 Vortrags- und Lehrtätigkeit in deutschen Gefängnissen in England; 1952 Rückkehr nach Deutschland; Fürsorge in bayerischen Gefängnissen, Gefangenen- und Entlassungslagern; verfasste weiter "Lebenszeichen aus Piaski. Briefe Deportierter aus dem Distrikt Lublin 1940-1943 (1967)
  • 11.5.1891–6.2.1967: Henry Morgenthau (Henry jr.), geb. in New York, gest. in Poughkeepsie bei New York, Sohn von Henry Morgenthau senior (geb. 1856), US-amerikanischer Politiker; Herausgeber des "American Agriculturist", Freund von F. D. Roosevelt; seit 1933 Staatssekretär, 1934-1945 Finanzminister; von ihm stammt der Entwurf zum Morgenthau-Plan (während des 2. Weltkriegs entwickelter Plan zur endgültigen Sicherung vor möglichen Aggressionen Deutschlands: Es sollte territorial stark reduziert, bis zur praktischen Zerstückelung föderalisiert und durch radikale Demontage seiner Industrie, Zerstörung der Bergwerke u. Ä. in einen Agrarstaat (!) verwandelt werden; ausserdem war eine dauernde Entmilitarisierung beabsichtigt; der von Roosevelt zunächst gebilligte Plan wurde Ende 1944 unter dem Einfluss der Staatssekretäre Hull und Stimson fallengelassen)
  • 15.5.1891–23.1.1971: Fritz Feigl, geb. in Wien, gest. in Rio de Janeiro, Mikrochemiker, Offizier, war 1926-1938 Prof. in Wien, emigrierte 1940 nach Brasilien, wurde 1953 Prof. in Rio de Janeiro und war im Landwirtschaftsministerium (ebenfalls Rio) tätig; er war eine anerkannte Autorität auf dem Gebiet der analytischen Chemie und wurde mehrfach ausgezeichnet; er war auch Mitglied des World Jewish Congress und seit 1951 Präsident der CERCIB; Hauptwerke: Spot test analysis (Tüpfelanalyse), 2 Bde., 1934 (6. Aufl. 1960, in mehrere Sprachen übersetzt); Chemistry of specific, selective, and sensitive reactions, 1949
  • 16.5.1891-8.1.1948: Richard Tauber (eigentl. Richard Denemy), geb. in Linz a. D., Oberösterreich, gest. in London, österreichischer Tenor und auch Schauspieler, von der Presse und der Werbung wurde ihm der Name „König des Belcanto“ verliehen; er hiess auch „der Mann mit dem Monokel“ (Monokel und Zylinder, elegant gekleidet, umgeben von schönen Frauen, so kannte man ihn); der berühmte Opernsänger Richard Tauber gehörte zu den grössten Tenoren seiner Zeit, dessen legendärer Ruf sich bis heute erhalten hat; dabei widmete sich Richard Tauber nicht nur der ernsten Musik, sondern setzte seine Stimme auch für Operetten und Schlager ein, was von einschlägigen Kritikern negativ goutiert wurde - zu Unrecht; seine grössten Erfolge waren "Dein ist mein ganzes Herz" (aus der Lehár-Operette „Land des Lächelns“, womit Tauber über Nacht zum Weltstar wurde) und "Gern hab' ich die Frau’n geküsst"; geboren wurde Richard Tauber als unehelicher Sohn einer katholischen Sängerin (Elisabeth Denemy, verwitwete Seifferth) und eines jüdischen (allerdings bereits katholisch konvertierten) Schauspielers (Anton Richard Tauber, er war 14 Jahre jünger als Taubers Mutter, deshalb wurde wohl nichts aus einer Hochzeit) in einem Linzer Hotel (Eintrag im Taufregister „Richard Denemy“, erst 1913 mit der Adoption durch den Vater geändert, Tauber hiess nun „Denemy-Tauber“, nannte sich aber nur Tauber; nach dem Willen des Vaters sollte er katholischer Priester werden); bedingt durch den Beruf der Mutter, wuchs Tauber in Linz bei Pflegeeltern auf und besuchte dort auch die Volksschule; mit zwölf Jahren zog Tauber 1903 zu seinem Vater nach Wiesbaden und besuchte dort für die nächsten fünf Jahre das Gymnasium; Richard Tauber schwärmte für die Musik und wollte Sänger werden; aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen seines Vaters zu dem Wiener Bariton Leopold Demuth erhielt er die Gelegenheit, diesem vorzusingen; die Beurteilung des Sängers war niederschmetternd: "Um Gottes Willen, halte Deinen Sohn davon ab, Sänger zu werden. Was er besitzt, ist ein Zwirnsfaden, keine Stimme", schrieb Demuth damals an Taubers Vater; Richard Tauber liess sich davon aber nicht entmutigen; nach einer Musik- (Klavier, Komposition, Dirigieren), Opern- und Operettenausbildung errang er erste Aufmerksamkeit mit Liedern von Schubert und Mozart; danach folgte eine einzigartige Karriere (1913-1918 „königlicher Hofopernsänger“ in Dresden), die ihren Höhepunkt in den 20er und 30er Jahren fand; in den 20er Jahren schaffte er zunächst den Durchbruch in Opern (genialer Mozart-Interpret), später folgten grosse Erfolge mit Operetten, wobei seine Auftritte für seinen Hauskomponisten Franz Lehár, der ihm Stücke auf den Leib schrieb, besonders populär waren; 1926 heiratete Tauber die Hamburger Soubrette Carlotta Vanconti, die er seit zwei Jahren kannte; nach zweijähriger Ehe trennten sich die Eheleute und wurden 1928 geschieden; diese Scheidung sorgte für Schlagzeilen als bekannt wurde, dass Vanconti mit 1 Mio. Mark abgefunden worden war; die Tagespresse nannte Vanconti „äusserlich eine Soubrette und innerlich ein Krokodil“; kaum war der deutsche Tonfilm etabliert, wurde Richard Tauber und vor allem seine Stimme effektvoll in diesem Medium eingesetzt; seine erste filmische Arbeit entstand als Sänger für "Ich küsse Ihre Hand, Madame" (1929), ab 1930 folgten schliesslich auch Rollen, die Richard Tauber als Darsteller zeigten (mit der von ihm gegründeten „Richard-Tauber-Tonfilm-Gesellschaft“ ging er 1931 in Konkurs); zu seinen wenigen Filmen in Deutschland gehören "Ich glaub' nie mehr an eine Frau" (1930), "Die grosse Attraktion" (1930), "Das lockende Ziel" (1930), "Das Land des Lächelns" (1930) und "Melodie der Liebe" (1932); 1933 wurde Richard Tauber in Berlin vor dem Hotel Kempinski von einem SA-Trupp mit den Worten „Judenlümmel, raus aus Deutschland“ angegriffen und niedergeschlagen; eigentlich wollte Tauber sofort emigrieren, blieb dann aber doch, um an seiner Operette „Der singende Traum“ zu arbeiten; das aus diesem Stück stammende Lied „Du bist die Welt für mich“ widmete er seinem Tenorkollegen und Freund Joseph Schmidt; Richard Tauber emigrierte dann später nach England, wo er seine Laufbahn nahtlos fortsetzen konnte und auch in weiteren Filmen wie "Blossom Time/April Romance" (1934), "Heart's Desire" (1935) und "A Clown Must Laugh/Pagliacci - Der Bajazzo" (1936) auftrat; zur Zeit seiner Emigration lebte er mit der Sängerin Mary Losseff zusammen (die Beziehung bestand schon, als er noch mit Carlotta Vanconti verheiratet war und endete tragisch durch die Alkoholkrankheit der Geliebten); nach dem Krieg blieb Richard Tauber in England, wo er mit der englischen Schauspielerin und Sängerin Diana Napier lebte (er hatte sie 1936 geheiratet, die Ehe war aber auch nicht von Dauer, später lebte er mit Esther Moncrieff zusammen); 1940 wurde er britischer Staatsbürger; zu seinen letzten filmischen Arbeiten gehören "Waltz Time" (1945) und "Lisbon Story" (1946); Richard Tauber war ein Liebling der Frauen, dem seine Schlager, Opern und Operetten Ruhm und Reichtum einbrachten; er genoss sein Leben und gab sein Vermögen mit leichter Hand wieder aus; als er nach seinem Auftritt in der Oper "Don Giovanni" im Alter von 56 Jahren an Lungenkrebs starb (er ist beerdigt auf dem Brompton Cemetery in London), hinterliess er trotz horrender Einnahmen einen grossen Schuldenberg (750 000 Mark Steuerschulden); während der Trauerfeier in der Royal Albert Hall wurde für seine Beerdigung unter den 7 000 Anwesenden gesammelt; Tauber soll zu allem und jedem „Schnappula“ gesagt haben, wenn er Spass hatte; er las angeblich nur Bücher von Karl May, ass am liebsten Gulasch und war ein leidenschaftlicher Hobbyfilmer; weitere Filme mit Richard Tauber: Land Without Music/Forbidden Music (1936), The Big Broadcast of 1936 (1936)
  • 22.5.1891–11.10.1958: Johannes R. Becher (Johannes Robert Becher), geb. in München, gest. in Ost-Berlin, deutscher expressionistischer Dichter und Politiker, Minister für Kultur sowie erster Präsident des Kulturbundes der DDR; bekannt ist er auch als Verfasser des Textes der Nationalhymne der DDR ("Auferstanden aus Ruinen")
  • 27.5.1891–24.9.1966: Nathan Michael Gelber, geb. in Lemberg, Galizien; gest. in Jerusalem, Historiker des Frühzionismus und des polnischen Judentums und zionistischer Funktionär; er wurde von seinen Eltern streng religiös erzogen und engagierte sich von Jugend an stark in der zionistischen Bewegung; er war Mitbegründer der zionistisch-akademischen Jugendorganisation in Galizien und der Hatechiya in Wien; nach dem Studium der Philosophie an den Universitäten Wien und Berlin promovierte er 1916 in Wien; während des Ersten Weltkriegs war er Offizier der österreichisch-ungarischen Armee; von 1918 bis 1921 war er Generalsekretär der ostgalizischen Delegation des Waad Leumi in Wien, von 1921 bis 1930 Generalsekretär der zionistischen Organisation in Österreich; 1927, 1929 und 1933 war er Generalsekretär der zionistischen Weltkongresse, von 1931 bis 1940 Vertreter des Keren Hajessod für Mitteleuropa in Wien und in Jerusalem; 1934 emigrierte er nach Palästina; als Direktor leitete er von 1940 bis 1954 die Keren Hajessod-Zentrale in Jerusalem; nachdem er bei einem Angriff auf die Geschäftsstelle der Jewish Agency in Jerusalem verwundet worden war, ging er 1954 in den Ruhestand; Nathan Michael Gelber arbeitete an der Encyclopaedia Judaica und am Jüdischen Lexikon mit; zwischen 1921 und 1931 übernahm er die Schriftleitung der Wiener Morgenzeitung und der Wochenschrift Die Stimme; zudem war er Mitarbeiter vieler renommierter Zeitschriften wie z. B. der Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums und der Zeitschrift für Statistik und Demographie; Werke (Auswahl): Die Juden und die polnische Nationalbewegung in den Jahren 1860-1864. Dissertation an der Universität Wien 1916; Aktenstücke zur Judenfrage am Wiener Kongress, 1920; Die Juden und der polnische Aufstand 1863 (1923); Aus zwei Jahrhunderten: Beiträge zur neueren Geschichte der Juden, Wien u..a.: Löwit, 1924; Zur Vorgeschichte des Zionismus – Judenstaatsprojekte in den Jahren 1695-1845, Wien 1927; Geschichte des Zionismus in Galizien 1875-1918 (1958, hebräisch)
  • 31.5.1891–15.12.1974: Erich Sternberg (Erich Walter Sternberg, Erich-Walter Sternberg), in Deutschland geborener israelischer Komponist, Spätromantiker, geb. in Berlin, gest. in Tel Aviv, studierte Jura in Kiel, dann Musik in Berlin, ging 1931 nach Palästina, lehrte am Konservatorium in Tel Aviv, gründete 1936 mit Bronisław Huberman das spätere Israel Philharmonic Orchestra; Hauptwerke: Kinderoper Dr. Doolittle, 1932; Joseph und seine Brüder, 1938; Die zwölf Stämme Israels, 1942; Höre Israel, 1948; Kontrapunktische Studien, 1955; Leichte Suite (für Streichorchester), 1957
  • 7.6.1891–4.9.1973: Willy Haas, geb. in Prag, gest. in Hamburg, deutsch-jüdischer Publizist, Literaturkritiker und Drehbuchautor; er studierte Rechtswissenschaften und war bereits in jungen Jahren mit Franz Werfel und Paul Kornfeld befreundet, hatte persönlichen Umgang mit Kafka und Brod; mit 20 Jahren gründete er die "Herder-Blätter", in der viele Veröffentlichungen seiner literarischen Freunde erschienen und für die er selbst Essays verfasste; nach dem Ersten Weltkrieg ging er nach Berlin, wo er neben der redaktionellen Tätigkeit als Drehbuchautor (G. W. Pabsts bekannter Hinterlands-Film "Die freudlose Gasse" - er arbeitete von 1922-1940 an zwanzig Filmen, darunter als Autor von Zelniks "Webern", Picks "Napoleon" und dem Vandevelde-Film "Wege zur guten Ehe"; unter den älteren Filmen "Jerusalem" nach Selma Lagerlöf und "Der brennende Acker") und Filmkritiker (vor allem für den "Filmkurier", ab 1921) arbeitete; gemeinsam mit Ernst Rowohlt gründete er 1925 die Wochenzeitung "Die literarische Welt" (erschien bis 1933); als 1933 seine Berliner Wohnung mehrfach durchsucht wurde, emigrierte er nach Prag, wo er als Zeitungsredakteur, u. a. für die "Prager Presse", arbeitete; nach der deutschen Besetzung Prags 1939 ging er zunächst nach Italien und von dort nach Indien, wo er als Drehbuchautor arbeitete (englischsprachige Drehbücher) sowie als Zensor für die britisch-indische Armee; nach Kriegsende kehrte er (1947) nach Deutschland zurück und lebte in Hamburg; hier war er u. a. für "Die Welt" und "Die Welt am Sonntag" sowie für andere Zeitschriften, Zeitungen und den Rundfunk aktiv; 1965 erhielt er das Bundesverdienstkreuz; 1998 setzte "Die Welt" mit der Samstagsbeilage "Die literarische Welt" die Tradition des bedeutenden literarischen Wochenblatts der Weimarer Republik fort; zu seinem Gedächtnis verleiht "Die Welt" seit 1999 den "WELT-Literaturpreis"; Werkauswahl: Das Spiel mit dem Feuer, 1923; Gestalten der Zeit, 1930; Die literarische Welt. Erinnerungen, 1957; Bert Brecht, 1958; Fragmente eines Lebens, 1960; Gestalten, 1962; Nobelpreisträger der Literatur, 1962; Hugo von Hofmannsthal, 1964
  • 10.6.1891–12.2.1949: Battling Levinsky (geb. in Philadelphia, Pennsylvania, als Barney Lebrowitz), US-amerikanisch-jüdischer Boxer, Weltmeister im Halbschwergewicht 1916-1923; er begann seine Boxerkarriere unter dem Namen Barney Williams, wurde aber wenig beachtet, bis er den Manager (neu: "Dumb" Dan Morgan) und dieser Levinskys Namen änderte in "Battling", und der Name war fortan Programm, Levinsky kämpfte nun ohne Unterlass (am Ende seiner Boxerlaufbahn waren es 400 Kämpfe), sogar gegen Schwergewichtler; Levinsky, den man nur unter seinem nickname kannte, liebte es einfach zu kämpfen
  • 10.6.1891: Herzls Sohn Hans geboren (vgl. 19.9.2006)
  • 19.6.1891–26.4.1968: John Heartfield, eigentlich Helmut Herzfeld, geb. in Berlin-Schmargendorf, gest. in Ost-Berlin, Grafiker, Erfinder der politischen Fotomontage; 1918 Beitritt zur KPD; gründete nach Besuch der Kunstgewerbeschule München mit seinem Bruder W. Herzfelde und G. Grosz 1919 die Dada-Gruppe Berlin, illustrierte ihre Zeitschriften und die kommunistische Arbeiter-Illustrierte mit Anti-Kriegs-Fotomontagen (Spitzname "Monteurdada") und bissigen Karikaturen, war 1921-1923 Bühnenbildner für M. Reinhardt und Piscators Proletarisches Theater, emigrierte 1933 nach Prag, 1934 ausgebürgert, ging 1938 nach England, kehrte 1950 in die DDR zurück, wo er mehrfach ausgezeichnet wurde; Lit.: Wieland Herzfelde: John Heartfield - Leben und Werk. Dargestellt von seinem Bruder, Dresden 1962; Michael Töteberg: Heartfield, Reinbek bei Hamburg 1978
  • 20.6.1891–22.12.1982: Robert Weltsch, geb. in Prag, gest. in Jerusalem, bedeutender europäischer Zionist (seit 1921 wollte er, beeinflusst von Buber, auch die arabischen Ansprüche im Zionismus berücksichtigt wissen und vertrat das Konzept eines binationalens Staates); Cousin von Felix Weltsch; Redakteur; Dr. iur. (1914, Universität Prag), österreichischer Offizier, war 1918-1919 Mitarbeiter der Wiener Morgenzeitung und aktiv im Hapoel Hazair, 1919-1938 Chefredakteur der zionistischen Jüdischen Rundschau in Berlin; zum Boykott gegen die deutschen Juden am 1.4.1933 schrieb er den Leitartikel "Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!"; 1927-1930 Mitredakteur des Jüdischen Lexikons, 1938 Auswanderung nach Palästina (1939/1940 Redakteur der Jüdischen Welt-Rundschau), 1946 nach London, wo er (1956-1978) Herausgeber der Jahrbücher des Leo-Baeck-Instituts (auch Vorstandsmitglied) und (seit 1947) Korrespondent von Ha-aretz war; seine letzten Lebensjahre (ab 1978) verbrachte er in Israel; Hauptwerke: Zionistische Politik, Mährisch-Ostrau 1927 (gemeinsam mit Hans Kohn); Ja-Sagen zum Judentum, 1933; Martin Buber 1930-1960, 1961; Deutsches Judentum. Aufstieg und Krise (14 Monographien), 1963
  • 17.7.1891–5.11.1933: Hermann Heller, Jurist (Staats- und Verwaltungsrecht), geb. in Teschen/Schlesien, gest. in Madrid (an einem Herzleiden, das er sich im 1. Weltkrieg zugezogen hatte), er wurde 1928 Prof. für öffentliches Recht in Berlin, 1932 in Frankfurt am Main; er betrachtete den Staat vor allem als Herrschaftsgefüge, als organisierte Entscheidungs- und Wirkungseinheit von Machthabern und Machtunterworfenen; Hauptwerke: Hegel und der nationale Machtstaatsgedanke, 1921; Sozialismus und Nation, 1925; Die Souveränität, 1927; Europa und der Faschismus, 1929; Rechtsstaat oder Diktatur? 1930; Staatslehre, 1934; 3 Bände Gesammelte Schriften, 1971; von ihm stammt der Begriff "sozialer Rechtsstaat" (1930); Elisabeth Langgässer gebar 1929 die aus einer kurzen Liaison mit Hermann Heller stammende Tocher Cordelia
  • 21.7.1891: die israelische Flagge, deren Grundidee (blau auf weiss, wie ein Tallit) David Wolffsohn geliefert hatte, wird zum ersten Mal am 21. Juli 1891 bei der Einweihung der Zion-Halle in Boston in der Öffentlichkeit gezeigt;am 14. Mai 1948 wurde sie dann erstmals in Palästina gehisst und am 12. September 1948 offiziell als Flagge des jüdischen Staates bestätigt
  • 29.6.1891: Adolf Buschoff wird des Ritualmords an dem fünfjährigen Johann Hegmann beschuldigt; sein Freispruch erfolgte am 14.7.1892
  • 22.8.1891: Jacques Lipchitz geboren in Druskeniki (Polen), Bildhauer, seit 1909 in Paris, extremer Kubist
  • 26.8.1891–5.12.1958: Ferdinand Bruckner (eigentlich: Theodor Tagger), geb. in Sofia, Bulgarien, gest. in Berlin; österreichisch-deutscher Schriftsteller und Theaterleiter; Sohn eines österreichischen Geschäftsmannes und einer französischen Übersetzerin; er verbrachte seine Jugend nach der Trennung der Eltern in Wien, Paris und Berlin, wo er ein Musik-Studium begann; allerdings war er so beeindruckt vom expressionistischen literarischen Umfeld in Berlin, dass er sich 1916 von der Musik abwandte und der Lyrik widmete; in den folgenden Jahren veröffentlichte er einige Gedichtbände, und 1917 brachte er die Zeitschrift "Marsyas" mit Texten von Autoren wie Alfred Döblin oder Hermann Hesse heraus; im Jahr 1922 gründete Bruckner das Berliner Renaissance-Theater, dessen Leitung er 1927 an Gustav Hartung abgab; in den Jahren 1926 und 1930 erschienen die Stücke Krankheit der Jugend und Elisabeth von England unter dem Pseudonym Ferdinand Bruckner; nach dem Erfolg dieser Werke lüftete er das Geheimnis um den Namen, doch seinen bürgerlichen Namen änderte er erst 1946; 1933 musste er nach Paris emigrieren und schrieb das antifaschistische Werk Die Rassen; 1936 zog er in die USA, hatte dort aber wenig Erfolg; erst zwanzig Jahre nach seiner Flucht aus Deutschland kehrte Bruckner 1953 nach Berlin zurück, wo er als dramaturgischer Berater am Schillertheater arbeitete und schliesslich am 5. Dezember 1958 starb; Werke (Auswahl): Der Herr in den Nebeln, 1917; Krankheit der Jugend, 1926; Die Verbrecher, 1928; Elisabeth von England, 1930; Timon und das Gold, 1932; Die Rassen, 1933; Simon Bolivar, 1945; Fährten, 1948; Früchte des Nichts, 1949/51; Pyrrhus und Andromache, 1951; - 1949 hatte er Arthur Millers "Death of a Salesman" übersetzt; - - 1957 erhielt er den Literaturpreis der Stadt Wien
  • 4.9.1891: In der Hamburger Zeitschrift "Menorah" erscheint Max Isidor Bodenheimers Aufsatz "Zionisten aller Länder vereinigt Euch!"
  • 12.9.1891–11.12.1968: Arthur Hays Sulzberger, geb. in New York, von 1935 bis 1957 Verleger der New York Times; sein Schwiegervater, Adolph Ochs, war der frühere Times Verleger; sein Sohn, Arthur Ochs Sulzberger, wurde sein Nachfolger (ab 1963); zwischen 1961 und 1963 leitete sein Schwiegersohn Orvil E. Dryfoos,der 1963 an einem Herzinfarkt starb, den Verlag
  • 26.9.1891–9.4.1953: Hans Reichenbach, geb. in Hamburg, gest. in Los Angeles/Cal., Philosoph und Physiker, seit 1920 an der TH Stuttgart, 1926-1933 Prof. an der Universität Berlin, 1933-1938 an der Universität Istanbul und 1938-1953 an der University of California; vertrat den logischen Empirismus und war Herausgeber von dessen Zeitschrift "Erkenntnis", später des "Journal of Unified Science"; Hauptwerke: Philosophie der Raum-Zeit-Lehre, 1924 (englisch 1957); Wahrscheinlichkeitslehre, 1935; Experience and Prediction, 1938; Quantum Mechanics, 1944; The Rise of Scientific Philosophy, 1951
  • 12.10.1891–9.8.1942: Edith Stein. – „In meinen Träumen sah ich immer eine glänzende Zukunft vor mir. Ich träumte von Glück und von Ruhm, denn ich war überzeugt, dass ich zu etwas Grossem bestimmt sei und in die engen, bürgerlichen Verhältnisse, in denen ich geboren war, gar nicht hineingehörte“ (aus Edith Steins Autobiographie "Aus dem Leben einer jüdischen Familie", die sie 1933 zu schreiben begann); - Edith Stein, geboren in Breslau (als jüngstes von elf Kindern, die Familie war jüdisch-orthodox); ermordet wahrscheinlich am 9. 8. 1942 im KZ Auschwitz-Birkenau; deutsch-jüdische Philosophin und katholische Ordensfrau; von der Orthodoxie abgewandt, wurde sie zunächst atheistisch, studierte in Breslau, Göttingen und Freiburg im Breisgau Philosophie, Psychologie und Geschichte; sie promovierte bei Husserl in Freiburg, dessen wissenschaftliche Assistentin sie bis 1918 war (Nachfolger als Assistent wurde Heidegger, nachdem Edith Stein gekündigt hatte); obwohl Edith Stein mit Auszeichnung promovierte, wurde sie als Frau zur Habilitation nicht zugelassen; 1919 legte sie ohne Erfolg an der Universität Göttingen die Habilitationsschrift „Psychische Kausalität“ vor, in Breslau und Freiburg bewarb sie sich ebenso erfolglos mit der Arbeit „Potenz und Akt. Studien zu einer Philosophie des Seins“; einen Wendepunkt in ihrem Leben markierte die Lektüre der Autobiographie der Theresa von Avila (die übrigens väterlicherseits auch von sephardischen Juden abstammt); Edith Stein konvertierte daraufhin 1922 zum katholischen Glauben (Taufe am 1.1.1922 in Bad Bergzabern), siedelte in die Pfalz über und wurde Lehrerin an einer Mädchenschule der Dominikanerinnen in Speyer; war ab 14.10.1933 Karmeliterin (von ihr selbst gewählter und angenommener Ordensname: Schwester Teresia Benedicta a Cruce) [zwei Jahre später liess sich ihre Schwester Rosa, geb. 1883, ebenfalls taufen]; bereits 1933 erhielt Edith Stein als geborene Jüdin Lehrverbot, ab 1938 war sie im Karmel Echt in Holland, der sie und ihre Schwester Rosa, die ihr 1940 folgte, aus unbekannten Gründen jedoch formell nicht aufnahm; im selben Jahr 1938 bat sie vergeblich Papst Pius XI., mit einer Enzyklika gegen die Judenverfolgungen einzuschreiten (sie erhielt nicht einmal eine Antwort aus dem Vatikan); nach dem deutschen Überfall auf die Niederlande wurden Edith und ihre Schwester am 2. August 1942 von der Gestapo verhaftet (die Priorin ihres eigenen Klosters hatte den Nazis verraten, dass sie jüdischer Abstammung sind) und in das Sammellager Westerbork gebracht und von dort am 7. August in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und am 9. August vergast; es war Edith und Rosa Stein nicht mehr möglich gewesen, aus Echt in den Schweizer Karmel Le Pâquier zu fliehen; die Nonnen in Echt hatten wohl die grosse Gefahr nicht erkannt, so dass zur Beschaffung der nötigen Dokumente und der Unterkünfte zu viel Zeit verstrich; die sattsam bekannte Einwanderungspolitik der Schweiz zu dieser Zeit tat ein Übriges; es wird aber auch berichtet, dass Edith Stein eine privilegierte Rettung für sich selbst ablehnte; am 1.5.1987 wurde Edith Stein von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen, am 11. Oktober 1998 von ihm auf dem Petersplatz in Rom heilig gesprochen (Wortlaut der Heiligsprechung: „Zu Ehren der allerheiligsten Dreifaltigkeit, zum Ruhm des katholischen Glaubens und zur Förderung des christlichen Lebens entscheiden wir nach reiflicher Überlegung und Anrufung der göttlichen Hilfe, dem Rat vieler unserer Brüder folgend, kraft der Autorität unseres Herrn Jesus Christus, der heiligen Apostel Petrus und Paulus und in der Vollmacht des uns übertragenen Amtes, dass die Selige Teresia Benedicta a Cruce, Edith Stein, eine Heilige ist. Wir nehmen sie in das Verzeichnis der Heiligen auf und bestimmen, dass sie in der gesamten Kirche als Heilige verehrt wird. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes”); Edith Stein ist die „erste katholische Märtyrerin jüdischer Herkunft“ (über diese Bezeichnung liesse sich auch trefflich streiten: Was hat sie genau bezeugt?), die kanonisiert wurde; dieser dezidiert katholische Anspruch auf Person und Werk wird aber auch kritisch gesehen von linken und feministischen Stimmen, die hier eine Vereinnahmung einer Persönlichkeit erkennen, die einen weiten gedanklichen Horizont hatte, der sich keinesfalls im katholischen Dogma erschöpfe; sie hat auch ihre Zugehörigkeit zum jüdischen Volk nie verleugnet, obgleich ihre Angehörigen ihr die starke Bindung an die Kirche vor allem nach 1933 als Verrat vorwarfen; die plastische Darstellung der Heiligen im Petersdom in Rom hat ebenfalls Kritik ausgelöst, da an der Statue Kreuz und Thorarolle symbolisch vermengt werden, was vor dem Hintergrund eines angespannten jüdisch-katholischen Dialogs teilweise als realitätsfern bewertet wird; in ihrem Werk bemühte sich Edith Stein um eine Synthese der Begriffswelt des Thomas und der Methoden der modernen Phänomenologie; „Zum Problem der Einfühlung“ (Auszüge aus der Dissertation), 1917; „Eine Untersuchung über den Staat“, 1925; „Endliches und ewiges Sein“, 1937, erschienen postum 1950; Edith Stein hat eine Vielzahl von Ehrungen erfahren, insbesondere sind eine grosse Zahl von allgemeinbildenden Schulen nach ihr benannt, aber auch Kliniken und andere öffentliche Einrichtungen; - „Eine scientia crucis kann man nur gewinnen, wenn man das Kreuz gründlich zu spüren bekommt. Davon war ich vom ersten Augenblick an überzeugt und habe von ganzem Herzen gesagt: 'Ave crux, spes unica!"' (Edith Stein 1941 in einem Brief, aufbewahrt im Edith-Stein-Archiv, Köln); - ein schönes Zitat von Edith Stein, das man sich auch unbedingt merken sollte, ist folgendes: "Der Nächste ist nicht der, den ich mag. Er ist ein jeder, der mir nahe kommt."
  • 15.10.1891–16.10.1983: Carl Landauer, geb. in München, gest. in Oakland, Kalifornien, Volkswirt, Sozialdemokrat (Parteimitglied seit 1912; setzte sich 1919 gegen die Münchner Räterepublik ein), einer der ersten Theoretiker einer "sozialistischen Marktwirtschaft"; Promotion in Heidelberg, lehrte in Kiel, München und Berlin (a. o. Prof.) 1915-1933, flüchtete in die USA, war dort Prof. in Berkeley, Cal.; Hauptwerk: Das Wesen der Wirtschaft, 1928; Theory of national economic planning, 1944; European socialism, 1960; war auch Herausgeber des "Deutschen Volkswirts", der damals massgebenden deutschen Wirtschaftszeitschrift; 1974 erhielt er den Kulturpreis des Deutschen Gewerkschaftsbundes
  • 9.11.1891–10.7.1973: Karl Loewenstein (auch Karl Löwenstein), geb. in München, gest. in Heidelberg, Jurist und Politologe, zunächst Rechtsanwalt in München, lehrte als Privatdozent 1931-1933 internationales Recht an der Universität München, seit 1934 im Exil in den USA an der Yale University in New Haven als Prof. bis 1936, dann am Amherst College, seit 1957 Prof. in München; Werke (Auswahl): Volk und Parlament nach der Staatstheorie der französischen Nationalversammlung von 1789 (1922); Erscheinungsformen der Verfassungsänderung, 1931; Verfassungsrecht und -praxis der USA, 1959; Verfassungslehre, 1959; Beiträge zur Staatssoziologie, 1961; Der britische Parlamentarismus, 1964
  • 11.11.1891–20.5.1975: Erwin Straus (Erwin Walter Maximilian Straus), geb. in Frankfurt/M., gest. in Lexington/Ky., deutsch-US-amerikanischer Neurologe und Psychiater, Psychologe und Philosoph, Cassirer-Schüler, beschäftigte sich mit philosophisch-psychiatrischen Fragen (Zeit- und Raum-Erlebnis; Wahrnehmung; Individualitätsproblem); förderte die Elektro-Diagnostik bei Nervenerkrankungen; lieferte auch Beiträge zur Behandlung des Morphinismus; im ersten Weltkrieg Regimentsarzt, ab 1927 Dozent und Prof. in Berlin, 1928-1935 Mitherausgeber der Zeitschrift "Der Nervenarzt"; flüchtete 1938 in die USA, hatte ab 1944 einen Forschungsauftrag in Baltimore/Maryland, war später Prof. im Bundesstaat Kentucky und nahm auch wieder Gastprofessuren in Frankfurt/M. und Würzburg wahr; Hauptwerke: Geschehnis und Erlebnis, 1930; Vom Sinn der Sinne, 1935; Gesammelte Schriften Psychologie der menschlichen Welt, 1966
  • 18.11.1891–3.10.1987: Maria Ivogün (eigentlich Maria Kemper). Die am 18.11.1891 in Budapest geborene Sopranistin (Koloratursopran) Maria Ivogün hat ihren Namen erst 1915 angenommen; er leitet sich vom Mädchennamen ihrer Mutter, Ida von Günther, ab. Mit 16 Jahren begann sie ihre Stimmausbildung, mit Anfang 20 wurde sie an die Münchner Hofoper geholt. Später wechselte sie nach Berlin, es folgten Gastspiele in England und den USA. 1932 brach sie ihre Opernkarriere ab. 1948-1950 lehrte sie an der Wiener Musikakademie, 1950-1958 an der Musikhochschule in Berlin. Zu ihren Schülern gehörte u. a. Elisabeth Schwarzkopf. Maria Ivogün starb am 3.10.1987 im schweizerischen Beatenberg.
  • 4.12.1891–19.7.1959: Licco Amar (Liko Amar), ungaro-türkisch-jüdischer Violinist, geb. in Budapest, gest. in Freiburg im Breisgau, ab 1912 in Berlin, 1915 Konzertmeister der Philharmoniker, 1920 am Nationaltheater Mannheim, gründete 1921 das Amar-Quartett mit Hindemith als Bratschist, war Pionier der neuen Kammermusik bei den Donaueschinger Musiktagen, 1933 Emigration, 1935 Prof. in Ankara, folgte 1957 einem Ruf an die Musikhochschule Freiburg
  • 8.12.1891–2.10.1950: Leopold Schwarzschild, geb. in Frankfurt/Main, gest. in Santa Margherita / Italien (Selbsttötung?), deutsch-jüdischer Publizist; er war Sohn einer alten Frankfurter orthodoxen Gelehrten- und Kaufmannsfamilie und studierte Geschichte und Volkswirtschaft; er publizierte zusammen mit dem Wiener Stefan Grossmann die Zeitschrift „Das Tage-Buch“, die kritisch die Machtverhältnisse der Weimarer Republik beleuchtete; während des dritten Reiches musste Schwarzschild aus Berlin 1933 nach Paris flüchten, wo er die Exil-Zeitschrift „Das neue Tage-Buch“ publizierte; im „Lutetia-Kreis“ (1935-1936) wirkte er mit am Versuch, eine „Volksfront“ gegen die Hitlerdiktatur zu schaffen; im Juli 1937 gründete er aus Protest gegen die stalintreue Linie der Volksfront gemeinsam mit anderen (u. a. Bernhard von Brentano, Alfred Döblin, Konrad Heiden) den „Bund Freie Presse und Literatur“, der sich explizit gegen jede totalitäre Bevomundung von Schriftstellern richtete; 1940 emigrierte er nach New York und arbeitete als Schriftsteller und Journalist; „Das Ende der Illusionen“, 1934; „Primer of the coming world“, 1944; „Von Krieg zu Krieg“, 1947; „The red Prussian. The life and legend of Karl Marx“, 1947
  • 8.12.1891–18.12.1966: Albert Salomon, geb. in Berlin, gest. in New York, Soziologe, lehrte 1928-1931 an der Hochschule für Politik in Berlin und am Berufspädagogischen Institut in Köln; ebenfalls 1928-1931 Redakteur von "Die Gesellschaft" in Berlin; er ging in die USA und wurde Prof. an der New School for Social Research in New York; Hauptwerke: The Tyranny of Progress, 1955; In Praise of Enlightenment, 1963
  • 10.12.1891–12.5.1970: Nelly Sachs (eigentlich Leonie Sachs), jüdische Lyrikerin, geb. Berlin, gest. Stockholm; wurde 1940 durch Selma Lagerlöf nach Schweden gerettet, kurz bevor sie als Jüdin deportiert werden sollte; stellte das jüdische Schicksal in religiöse, ins Kosmische ausgeweitete Bezüge; -- Werke: „In den Wohnungen des Todes“, 1947; „Sternverdunkelung“, 1949; Mysterienspiel „Eli“, 1951; „Und niemand weiss weiter“, 1957; „Flucht und Verwandlung“, 1959; „Fahrt ins Staublose“, 1961; „Späte Gedichte“, 1965; „Teile dich Nacht“ (postum) 1971 – Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 1965, Literaturnobelpreis (zusammen mit S. J. Agnon) 1966
  • 15.12.1891–27.12.1977: Lotte Schöne (Lotte Schoene, eigentlich Charlotte Bodenstein, verheiratete Flandrak), geb. in Wien, gest. in Bobigny (Paris), Opernsängerin; sie absolvierte ihr Musikstudium bei Johannes und Luise Ress und wurde auch von Marie Brassement unterrichtet; im Jahre 1912 debütiert sie an der Wiener Volksoper als Brautjungfer in Webers "Freischütz" und bleibt im dortigen Ensemble bis zum Jahre 1925 tätig; ab 1917 tritt sie ausserdem noch an der Wiener Staatsoper auf; grosse Triumphe feiert sie während der Jahre zwischen 1922 und 1934 als Mozartsängerin bei den Salzburger Festspielen; besonders ihre Interpretation der Zerlina in Mozarts "Don Giovanni" wird frenetisch umjubelt und gilt heute als legendär; 1927 holt sie der berühmte Dirigent Bruno Walter nach Berlin, wo sie bis zum Jahre 1933 an der Berliner Volksoper beschäftigt bleibt; 1933 Berufsverbot; in diesem Jahr emigriert sie nach Paris, versteckte sich während des Krieges in den französischen Alpen, nimmt die französische Staatsbürgerschaft an und gilt nunmehr, wie Alan Pâris vermerkt, als französische Sopranistin österreichischer Herkunft; obwohl sie nicht nach Wien zurückkehrt, macht sie sich um die Gründung der Galerie Saint Etienne, einer österreichischen Kunstgalerie, die in Paris aus Privatinitiative hervorgeht, verdient; beteiligt an diesem Projekt sind unter anderem auch Adrienne Gessner, Nora Gregor und Oscar Karlweis; nach der Eröffnung dieser Galerie am 15. Februar 1932 werden hier österreichische Bilder ausgestellt und Musik- und Vortragsveranstaltungen abgehalten; bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges wirkt Lotte Schöne an der Pariser Oper und an der Opéra-Comique erfolgreich als Mozartsängerin; ihre Karriere wird während der Kriegsjahre unterbrochen und sie kann erst ab 1945 wieder öffentlich auftreten; in Konzerten trägt sie vor allem Schubertlieder vor; 1948 kehrt sie für ein Gastspiel nach Berlin zurück, wo sie aber auf Dauer nicht mehr bleiben möchte; sie arbeitet ab 1953 als Musiklehrerin in Paris und stirbt hochbetagt im Alter von sechsundachtzig Jahren im Pariser Vorort Bobigny; die Höhepunkte des musikalischen Lebens von Lotte Schöne liegen zweifellos in der Vorkriegszeit; an ihre Triumphe bei den Salzburger Festspielen während der Jahre 1922-1928 sowie 1935 und 1937 kann sie nach dem Krieg nicht mehr wirklich anknüpfen; unvergessen sind vor allem ihre Mozartrollen: Cherubino, Susanna, Zerlina, Despina, Pamina und Papagena
  • 24.12.1891–28.12.1989: Solomon Birnbaum (auch: Salomo, Salomon, Solomon A. [Ascher] Birnbaum, Salomo A. Birnbaum, selten: Solomon Ascher), geb. in Wien, gest. in Toronto, hebräischer, vor allem aber jiddischer Sprachwissenschaftler, Übersetzer aus dem Jiddischen; er war der älteste Sohn von Nathan Birnbaum und Rosa Korngut; er besuchte das Gymnasium in Wien und später zwei Klassen in Czernowitz, wo er das Abitur ablegte; 1910 bis 1912 studierte er Architektur in Wien; während des 1. Weltkriegs (verwundet) diente er in der Österreichisch-ungarischen Armee; ab 1918 studierte er Orientalistik an den Universitäten Wien, Zürich, Berlin und Würzburg, wo er promovierte; von 1922 bis 1933 hatte er den ersten Lehrauftrag für Jiddisch in Westeuropa an der Universität Hamburg inne; nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten floh Birnbaum mit seiner Frau Irene Gruenwald – die Zeit seines Lebens Birnbaums Mitarbeiterin und Herausgeberin seiner Werke blieb – und seinen Kindern nach Grossbritannien; von 1936 bis 1957 war Birnbaum Dozent für Paläographie und Epigraphie des Hebräischen an der School of Oriental and African Studies der University of London; ab 1938 bis 1958 lehrte er zudem an der School of Slavonic and East European Studies der Universität Jiddisch ("East European Jewish Studies"); während des 2. Weltkriegs war Birnbaum zu Übersetzungstätigkeiten für die britischen Behörden freigestellt; 1970 wanderte er nach Toronto (Kanada) aus; Werke (Auswahl): Praktische Grammatik der jüdischen Sprache für den Selbstunterricht. Mit Lesestücken und einem Wörterbuch, 1918; später: Grammatik der Jiddischen Sprache (1966, 1979, 1984, 1988); Leben und Worte des Balschemm, 1920; Das hebräische und aramäische Element in der jiddischen Sprache (Dissertation, 1921); Yiddish Phrase Book, hg. v. The Linguaphone Institute for The Jewish Relief Abroad, London 1945; Die jiddische Sprache, 1974; Yiddish – A Survey and a Grammar, Toronto 1979
  • 1891–1892: Präsident der IKG Wien: Wilhelm Ritter von Gutmann
  • 1891–1895: Herzl Korrespondent der Wiener „Neuen Freien Presse“ in Paris
  • 1891–1904: Chaim Hezekiah Medini, Grossrabbiner Hebrons 1891-1904
  • 1891–1937: Max Mohr, geb. in Würzburg, gest. in Schanghai, erfolgreicher Autor der Weimarer Republik, Dr. med., verfasste u. a. Naturschilderungen, die Schauspiele "Dadakratie", 1920, "Der Arbeiter Esau", 1923, "Caxa", 1927, "Welt der Enkel", 1930, und die Romane "Venus in den Fischen", 1928; "Die Heldin", 1929; "Die Freundschaft von Ladiz", 1931, und "Frau ohne Reue", 1933
  • 1891–ca. 15.3.1938: Genrich Jagoda (Genrich Grigorjewitsch Jagoda), geb. 1891 in Rybinsk; 1938 hingerichtet; er war der Chef der sowjetischen Geheimpolizei NKWD von 1934 bis 1936, die unter seiner Leitung aus der Zusammenlegung der Geheimpolizei OGPU (Glawnoje Polititscheskoje Uprawlenije "Politische Hauptverwaltung", GPU, bzw. Objedinjonnoje Gossudarstwennoje Polititscheskoje Uprawlenije "Vereinigte staatliche politische Verwaltung") mit dem bisherigen Volkskommissariat des Inneren NKWD (Narodnyi Kommissariat Wnutrennich Djel) gebildet wurde; nach Solschenizyn ("Archipel GULAG", 1978) ein "millionenfacher Mörder"; - Jagoda war der Sohn eines jüdischen Druckers aus dem russisch besetzten Teil Polens, der erst kurz zuvor in das Kernland des Russischen Reiches gezogen war und der auch gefälschte Dokumente für russische Revolutionäre herstellte; Jagoda begann vor der Oktoberrevolution in Nischni Nowgorod eine Lehre als Apotheker und wurde dort Mitglied einer anarchistischen Gruppe; als er für diese Sprengstoff besorgen wollte, wurde er 1912 verhaftet und für zwei Jahre nach Sibirien verbannt, jedoch bereits 1913 amnestiert; danach ging er nach Petersburg und arbeitete dort als Versicherungsangestellter in den Putilow-Werken; 1915 wurde er in die russische Armee eingezogen und nahm als Soldat am Ersten Weltkrieg teil, wobei er sich eine Verwundung zuzog; 1917 kehrte er nach der Februarrevolution nach Petersburg zurück, trat den Bolschewiki bei (später wurde sein Beitrittsdatum auf 1907 zurückdatiert) und beteiligte sich an der Oktoberrevolution; der einflussreiche Revolutionär Jakow Michailowitsch Swerdlow wurde zu seinem Förderer und empfahl ihn für die Arbeit in der Tscheka und der Obersten Militärinspektion, wo er erste Kontakte zu Lenin und Stalin schloss; Jagoda wurde unter Dserschinski Mitglied dieser Geheimpolizei, stieg schnell in der Hierarchie auf und war 1923 bereits nach Wjatscheslaw Menschinski zweiter stellvertretender Vorsitzender der mittlerweile in OGPU umbenannten Organisation; nach Dserschinskis Tod im Juli 1926 wurde er stellvertretender OGPU-Vorsitzender; als Menschinski Ende der 1920er Jahre schwer erkrankte, war Jagoda de facto Leiter der OGPU; Jagoda, der sich für Literatur interessierte, half Stalin, den Schriftsteller Maxim Gorki aus dem italienischen Exil zurückzuholen; dies wiederum ermöglichte ihm und der OGPU, die verbliebenen Schriftsteller in der Sowjetunion besser zu kontrollieren, welche nun ganz auf Linie mit der Parteiführung waren; Jagoda war für den Aufbau des sowjetischen Straflagersystems GULAG mitverantwortlich, das vor allem zu Beginn der 30er Jahre für grosse Bauvorhaben herangezogen wurde; von 1930 bis 1932 war er für den Bau des Weissmeer-Ostsee-Kanals verantwortlich und von 1933 bis 1934 für den Bau des Moskau-Wolga-Kanals; hierbei starben aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen mehrere Tausend Häftlinge; für seine "Leistungen" beim Bau des Weissmeer-Ostsee-Kanals erhielt er den Leninorden; er gehörte zusammen mit Gorki zu den Koautoren eines Buches über den Kanalbau, in dem die Arbeiten erheblich geschönt dargestellt wurden; er war auch an der Zwangskollektivierung und der als "Entkulakisierung" bezeichneten Vernichtung der wohlhabenderen Landbevölkerung ab 1929 beteiligt und sass nach dem 22. Oktober 1932 in einer „Kommission zur Beschleunigung des Steuereinzugs“; 1931 verlor er einen Machtkampf gegen andere OGPU-Vorsitzende und wurde zum zweiten Stellvertreter Menschinskis degradiert; im Juli 1934 wurde Jagoda zwei Monate nach dem Tod Menschinskis zum Chef der OGPU, die er bald darauf dem NKWD angliederte; nach der Ermordung Sergej Kirows, eines engen Vertrauten Stalins, im Dezember 1934 war er in der Anfangsphase der stalinistischen Säuberungen für die Untersuchung des Mordfalls Kirow und die Verhaftung und Anklage von Lew Kamenew und Grigori Sinowjew als Exponenten der „Verschwörung der linken Opposition“ verantwortlich; möglicherweise könnte Jagoda selbst in den Mord an Kirow im Auftrag Stalins verwickelt gewesen sein, dies ist in der aktuellen historischen Forschung jedoch umstritten; Jagoda war für die Durchführung des ersten der Moskauer Schauprozesse verantwortlich, der vom 19. bis 24. August 1936 dauerte und der mit der Hinrichtung Kamenews und Sinowjews endete; die Durchführung des Prozesses war jedoch so stümperhaft und die in der Öffentlichkeit verbreiteten Beschuldigungen so leicht als getürkt erkennbar, dass dies das Missfallen Stalins an Jagoda erregte; nach der Ermordung Kirows nahm der Druck auf Jagoda zu, Verschwörungen innerhalb von Partei und Gesellschaft aufzudecken; dieser teilte offenbar nicht vollständig die wahnwitzigen Vermutungen, dass grosse Teile der Partei von Oppositionellen und Antikommunisten durchsetzt seien; Jagoda wurde am 6. September 1936 durch Nikolai Jeschow ersetzt, der ihm schon während des Prozesses als Assistent zur Seite gestellt worden war und während dieser Zeit belastendes Material gegen ihn gesammelt hatte; im März 1937 wurde Jagoda verhaftet, anschliessend auch solche NKWD-Mitarbeiter, die ihm nahegestanden hatten; nachdem er monatelang unter Anleitung seines Nachfolgers Jeschow brutal gefoltert worden war, gehörte er zu den Hauptangeklagten des dritten Moskauer Schauprozesses vom 2. bis 13. März 1938, bei dem er im Schlusswort vergeblich um Gnade bat; er unterschied sich von seinen Mitangeklagten dahingehend, dass er von diesen abgesondert gefangengehalten wurde; zusätzlich beschuldigte man ihn, seinen Vorgänger Menschinski sowie Gorki vergiftet zu haben; auch die Vollstreckung des gegen ihn verhängten Todesurteils (in Moskau?) erfolgte getrennt von den anderen Angeklagten, weshalb weder der 15. März sicher als sein Todesdatum gelten kann noch etwas über den Verbleib des Leichnams bekannt ist; eine grosse Statue Jagodas, die man an der Einfahrt des Weissmeerkanals errichtet hatte, wurde nach seiner Hinrichtung gesprengt; - wie erst spät bekannt wurde, hatte Jagoda, um Auslandseinsätze des NKWD zu finanzieren, die massenhafte Fälschung von US-Dollar-Scheinen initiiert
  • 1891–1942: Richard Joachim, geb. Berlin, erschossen in Berlin; wie sein Vater Jurist, trat als Student der SPD bei, war bis 1933 Dozent an der Gewerkschaftsschule in Bernau, wirkte im Reichsarbeitsministerium an der Gestaltung des Arbeitsrechts, zuletzt als Ministerialrat, war dann Senats-Präsident beim Reichsversicherungsamt; in der NS-Zeit entlassen, arbeitete er für die Reichsvertretung der deutschen Juden; 1942 wurde er als Geisel für Juden, die zur Deportation bestimmt, aber nicht erschienen waren, erschossen
  • 1891–13.7.1952: Elieser Kaplan (Eliezer Kaplan), geb. in Minsk; gest. in Tel Aviv, zionistischer Arbeiterführer, israelischer Politiker (Mapai, Mitglied der 1. und 2. Knesset), der erste Finanzminister des Staates Israel; er erhielt seine Ausbildung im Cheder, im russischen Gymnasium in Lowicz und an der Technischen Hochschule in Moskau; 1917 beendete er sein Studium mit einem Abschluss als Bauingenieur; 1920 ging er nach Erez Israel; er gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der Histadrut und war 1929-1933 Sekretär des Exekutivkomitees; von 1933 bis 1948 war er Direktionsmitglied der Jewish Agency mit Zuständigkeit für die Verteilung von Geldern; ebenso war er Stadtrat von Tel Aviv in den Jahren 1925-1933; Kaplan war einer von vier Vertretern des Jüdischen Nationalrates, die gegen die Unabhängigkeitserklärung am 14. Mai 1948 stimmten, sie dann aber doch mit unterzeichnete; nach Errichtung des Staates Israel wurde Kaplan zum ersten Finanzminister ernannt; am 30. Juli 1948 konnte er die Schaffung einer eigenen israelischen Währung bekanntgeben: Ein israelisches Pfund entsprach etwa vier US-Dollar; während seiner Amtszeit gelang es ihm, erste Darlehen aus dem Ausland zu erhalten, die den israelischen Markt vor dem Zusammenbruch bewahrten; 1952 plante er die „Neue Wirtschaftspolitik“ und begann mit ihrer Durchsetzung; wenige Wochen vor seinem Tod legte er sein Amt nieder und wurde zum ersten stellvertretenden Ministerpräsidenten Israels ernannt; 1949-1950 hatte er auch als Minister für Handel und Industrie amtiert; nach ihm wurden das Kaplan-Hospital in Rechowot, der Stadtteil Qirjat Elieser in Netanja, das Kaplan-Viertel in Kfar Saba und zahlreiche Strassen in israelischen Städten benannt
  • 1891–1954: Meir Aschkenazi (Shanghai)
  • 1891–1957: Lazar Segal (Lasar Segall), geb. in Wilna, gest. in São Paulo, Brasilien, Maler, exzellenter expressionistischer Künstler
  • 1891–1971: William Foxwell Albright. Er war ein ungewöhnlich vielseitiger Gelehrter: Archäologe, Bibelkundler, Sprachwissenschaftler und Historiker. Er sah seine Lebensaufgabe darin, die Bibel und ihre Geschichte in den Kontext ihrer kulturellen Umwelt, der des antiken Orients, zu stellen. Dies war auch das Thema seines Hauptwerks „From Stone Age to Christianity“, das sich mit der Entwicklung des Monotheismus befasste. Als junger Mann hatte er die Bibel noch als Stück Literatur ohne Bezug zur Wirklichkeit betrachtet, aber seine Einstellung veränderte sich nach und nach, bis er schliesslich zum wichtigsten Verfechter der These von der Historizität der heiligen Bücher wurde. Seine bedeutendste Arbeit als Feldarchäologe war die in Bet-Mirsim im Süden Palästinas, wo er in den dreissiger Jahren Ausgrabungen durchführte. Die archäologische Chronologie – grob unterteilt in Stein-, Bronze- und Eisenzeit –, die er aus der Arbeit dort gewonnen hatte, verallgemeinerte er für das ganze Land. In seinem Buch „The Archaeology of Palestine“ gab er seiner Überzeugung Ausdruck, dass die Archäologie und die Bibel letztlich miteinander vereinbar seien. Er war für eine ganze Generation von Gelehrten die dominierende Autorität in seinem Fach.
  • 1891–1972: Paul Grüninger, schweizerischer (nichtjüdischer) Polizeikommandant, 1891 St. Gallen - 1972 St. Gallen; stellte nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich (März 1938) gefälschte Ausweise aus, ermöglichte damit Hunderten von jüdischen Flüchtlingen die Einreise in die Schweiz und bewahrte sie damit vor dem sicheren Tod; er wurde deswegen 1939 suspendiert und 1941 verurteilt, die Pension wurde ihm gestrichen, er starb in Armut; erst 1995 postum rehabilitiert
  • 1891–1973 (5655-5733): Rabbi Joseph Eliahu Henkin / Yosef Eliyahu Henkin, hervorstechender orthodoxer Rabbiner in den Vereinigten Staaten, geboren in Weissrussland, studierte an der Slutzker Yeshiva unter R. Isser Zalman Meltzer. Nachdem er in einigen russischen Städten als Rabbiner tätig war, emigrierte er in die Vereinigten Staaten 1922. Im Jahr 1925 wurde er Direktor von Ezras Torah und blieb für Ezras Torah bis zu seinem Lebensende tätig. Ezras Torah veröffentlichte einen jährlichen Kalender (Luach) mit allen Synagogen, religiösen Vorgaben, Hinweisen für jeden Tag einschliesslich Erklärungen und Unterweisungen. Alle traditionellen nicht-chasidischen Synagogen in Nordamerika folgten den Vorgaben Henkins und seiner Schule. 1936 erklärte Rav Henkin den 1905 unter Rav Yehoshua Seigel gebildeten New Yorker Eruv für bedenklich bzw. ungültig. Rav Henkin war dann an vielen Eruv-Diskussionen (Manhattan-Eruv) entscheidend beteiligt. Rav Henkin war antizionistisch eingestellt und widersprach den Auffassungen des Satmarer Rebben.
  • 1891–1982: Else Schubert-Christaller (geborene Christaller), geboren in Berneck, gest. in Jugenheim an der Bergstrasse, evangelische deutsche Autorin, die sich in ihren Werken mit der jüdischen Religion befasste; sie wurde als erstes Kind von Helene Christaller, einer in der Folge bekannt gewordenen Schriftstellerin, und von Erdmann Gottreich Christaller, evangelischer Pfarrer und ebenfalls Schriftsteller, in Berneck im Schwarzwald geboren; sie begann schon in jungen Jahren zu schreiben und interessierte sich als evangelische Christin auch sehr früh für die jüdische Religion; sie lernte Hebräisch und machte die Bekanntschaft verschiedener, religiös lebender Juden; verheiratet war sie mit dem Maschinenbauingenieur Martin Schubert, mit dem sie drei Kinder hatte; die Familie lebte in Essen; dort war sie u. a. mit dem langjährigen Essener Rabbiner Salomon Samuel Culm und seiner Frau Anna befreundet; mit den beiden studierte sie regelmässig die religiösen Schriften des Judentums und veröffentlichte später einfühlsame und verständnisreiche Bücher zum Thema der jüdischen Liturgie und zur aggadischen Tradition; ihren evangelischen Glauben praktizierte sie in späteren Lebensjahren nicht mehr, trat aber auch nie zum Judentum über; -- Werke: Der Gottesdienst der Synagoge. Sein Aufbau und sein Sinn. Mit ausgewählten Gebeten, Giessen 1927; In deinen Toren Jerusalem. Jüdische Legenden, nacherzählt von Else Schubert-Christaller, Heilbronn 1929
  • 1891–25.10.1987: Marta Feuchtwanger, geb. in München (als Marta Löffler, geboren in eine jüdische Kaufmannsdynastie), sie war eine deutsch-amerikanische Sportlehrerin; Ehefrau des Schriftstellers Lion Feuchtwanger und Kritikerin seiner Werke, dann Kustodin der Lion-Feuchtwanger-Gedächtnisbibliothek in Pacific Palisades (Los Angeles)

Bücher

  • A. Berliner, Censur und Confiscation hebräischer Bücher im Kirchenstaate, Frankfurt / M. 1891
  • Alsberg, Rassenmischung im Judentum, Hamburg 1891
  • A. Epstein, Eldad ha-Dani, seine Berichte über die 10 Stämme und deren Ritus, mit Einleitungen und Anmerkungen, Pressburg/Wien 1891
  • A. Epstein, Moses had-Darschan aus Narbonne, Fragmente seiner literarischen Erzeugnisse ... mit Einleitung und Anmerkungen, Wien 1891
  • M. Lambert, Commentaire sur le Séfer Yesira ou le livre de la Création par le Gaon Saadya de Fayyoum, Paris 1891
  • Blankenhorn, Grundzüge der Geologie und physikalischen Geographie von Nordsyrien, Berlin 1891
  • Hart, Fauna und Flora of Sinai, 1891
  • William Zeitlin, Bibliotheca Hebraica Post-Mendelssohniana. Bibliographisches Handbuch der neuhebräischen Literatur, 2 Bände, 1891-1895

Zeitungen und Zeitschriften

  • 1891: Centralanzeiger für jüdische Literatur, in Frankfurt a. M. in deutscher Sprache von N. Brüll herausgegeben (vgl. 1874 und 1890)
  • 1891–1893: Jüdisches Volksblatt, in Budapest erschienen (jiddisch)
  • Seit 1891: Die Menorah, in Hamburg wöchentlich in deutscher Sprache erscheinende Literaturzeitschrift
  • Seit 1891: Der Orden Bne Briss, in Berlin monatlich in deutscher Sprache herausgegeben
  • Seit 1891: Palyazat, in Budapest wöchentlich in ungarischer Sprache erscheinende orthodoxe Zeitschrift
  • Seit 1891: The Reform Advocate, in Chicago/Ill. wöchentlich herausgegebenes (parteiloses) Blatt
  • 1891–1897: Kenesset chachme Jisra'el, in Odessa/Ukraine in zwangloser Folge in hebräischer Sprache erscheinende orthodoxe Zeitschrift
  • 1891–1906: In Berlin erscheint die religiös-liberale Allgemeine Israelitische Wochenschrift, in deutscher Sprache verlegt von Siegfried Cronbach

1891 in Wikipedia


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