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Paul Celan

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Paul Celan im Alter von 18 Jahren (Passfoto, 1938)
Celans Geburtshaus in Czernowitz. Mit seiner Familie lebte er hier 13 Jahre auf engstem Raum im Untergeschoß am rückwärtigen Garten (heute ein asphaltierter Hof)

Paul Celan [paʊl ˈtselan] (geb. 23. November 1920 in Czernowitz, damals Rumänien, heute Ukraine; gest. vermutlich 20. April 1970 in Paris; eigentlich Paul Antschel, später rumänisiert Ancel, woraus das Anagramm Celan entstand) war ein deutschsprachiger Lyriker.

Leben

Paul Celan wurde in Czernowitz, der Hauptstadt der Bukowina in Nordrumänien in einer deutschsprachigen jüdischen Familie geboren. Er war der einzige Sohn von Leo Antschel-Teitler (* 1890 in Schipenitz bei Czernowitz) und dessen Ehefrau Friederike (Spitzname: „Fritzi“), geb. Schrager (* 1895 in Sadagora); erste Wohnung in der Wassilkogasse in Czernowitz. [1]

Celan besuchte zunächst die deutsche, dann die hebräische Grundschule, fünf Jahre das rumänische Staatsgymnasium und bis zum Abitur am 3. Juni 1938 das ukrainische Staatsgymnasium. Im selben Jahr begann er ein Medizinstudium in Tours, kehrte jedoch ein Jahr später nach Rumänien zurück, um dort Romanistik zu studieren. 1940 wurde die nördliche Bukowina und somit auch Celans Heimatstadt Czernowitz von der Sowjetunion besetzt. Celan konnte sein Studium zunächst fortsetzen. Als jedoch 1941 rumänische und deutsche Truppen Czernowitz besetzten, wurden die Juden in ein Ghetto gezwungen. Celans Eltern wurden 1942 deportiert. In einem Lager in Transnistrien starb sein Vater an Typhus, seine Mutter wurde erschossen. Die Deportation und der Tod seiner Eltern hinterließen tiefe Spuren in Paul Celan. Er litt für den Rest seines Lebens unter dem Gefühl, seine Eltern im Stich gelassen zu haben. In seinen Gedichten sind zahlreiche Verweise auf dieses Trauma zu finden.

Von 1942 bis 1943 wurde Celan in verschiedenen rumänischen Arbeitslagern festgehalten und musste Zwangsarbeit im südmoldauischen Straßenbau leisten. Nach der Befreiung (Czernowitz wurde im August 1944 von der Roten Armee eingenommen) kehrte Celan im Dezember 1944 nach Czernowitz zurück und nahm sein Studium wieder auf. 1945 übersiedelte Celan nach Bukarest, Rumänien und studierte dort weiter. Später arbeitete er dort als Übersetzer und Lektor. 1947 floh er über Ungarn nach Wien und siedelte 1948 nach Paris über. Noch im selben Jahr erschien in Wien mit Der Sand aus den Urnen sein erster Gedichtband, der zunächst keine Beachtung fand.

Im Mai 1948 begegnete Celan Ingeborg Bachmann. Dass Ingeborg Bachmann und Paul Celan Ende der vierziger Jahre und Anfang der fünfziger Jahre ein Liebesverhältnis verband, das im Oktober 1957 bis Mai 1958 wieder aufgenommen wurde, wird durch Celans Tagebücher und den postum veröffentlichten Briefwechsel zwischen Bachmann und Celan bestätigt. Das vollständig erhaltene Textcorpus der Briefe ist im Deutschen Literaturarchiv (Celan) und in der Österreichischen Nationalbibliothek (Bachmann) archiviert. Der Briefwechsel erschien im August 2008 unter dem Titel Herzzeit im Suhrkamp Verlag. Paul Celans Gedicht Corona und viele weitere aus dem Gedichtband Mohn und Gedächtnis waren an Ingeborg Bachmann gerichtet[2].

In Paris lernte Celan im November 1951 die Künstlerin Gisèle Lestrange kennen, die er ein Jahr später heiratete und die zeitweise künstlerisch mit ihm zusammenarbeitete (z. B. 1965 Radierungen zum Gedichtzyklus Atemkristall). 1952 erschien bei der Deutschen Verlags-Anstalt in Stuttgart sein Gedichtband Mohn und Gedächtnis mit dem vielbeachteten Gedicht Todesfuge, das den Mord an den europäischen Juden durch die Nationalsozialisten thematisiert. 1955 erhielt Celan die Staatsbürgerschaft der Republik Frankreich. 1955 wurde sein Sohn Eric (Anagramm zu „écris!“, frz. für „schreib!“) geboren, nachdem seine Frau Gisèle zwei Jahre zuvor ein Kind verloren hatte.

Das Grab Paul Celans auf dem Friedhof Thiais bei Paris

1960 verstärkten sich die schweren unbegründeten Plagiatsvorwürfe von Claire Goll, der Witwe des jüdischen Dichters Yvan Goll, dem Celan freundschaftlich verbunden gewesen war und für den er Gedichte übersetzt hatte. Diese Plagiatsanschuldigungen (auch bekannt als „Goll-Affäre“) verfolgten Celan bis an sein Lebensende.

Celan wurde mehrmals in psychiatrische Kliniken eingewiesen, z. B. vom 28. November 1965 bis 11. Juni 1966, weil er in einem Wahnzustand seine Ehefrau mit einem Messer töten wollte. Im November 1967 entschieden er und seine Frau, getrennt voneinander zu wohnen. Sie blieben aber weiterhin in Verbindung.

Im Oktober 1969, wenige Monate vor seinem Tod, unternahm Celan seine erste und einzige Reise nach Jerusalem. Er traf unter anderem Gershom Scholem und begegnete im Rahmen von Lesungen alten Freunden aus der Bukowina und israelischen Dichtern wie Jehuda Amichai und David Rokeah. Im Zentrum stand das Wiedersehen mit seiner aus Czernowitz stammenden Jugendfreundin Ilana Shmueli. Getragen von zahlreichen biblischen Anspielungen verbinden sich in den entstandenen Gedichten in der Tradition jüdischer Jerusalemdichtungen das Werben um Jerusalem mit dem erotischen Preisen seiner Geliebten. Zeugnisse dieser Begegnungen sind ihr Briefwechsel, die Erinnerungen Ilana Shmuelis unter dem Titel Sag, dass Jerusalem ist [3] und die Gedichte Celans, die nach seinem Tod in dem Nachlassband Zeitgehöft Aufnahme fanden. Sie gelten als Zeugnisse von “Celans schwieriger Auseinandersetzung mit seinem Judentum” [4].

Die Umstände und das Datum von Celans Tod sind nicht geklärt. Vermutlich beging er am 20. April 1970 Suizid, indem er sich am Pont Mirabeau in die Seine stürzte. Celans Leichnam wurde am 1. Mai 1970 bei Courbevoie, zehn Kilometer flussabwärts von Paris, aus der Seine geborgen. Er wurde am 12. Mai 1970 auf dem Friedhof Thiais/Val-de-Marne beigesetzt. An diesem Tag starb Nelly Sachs, mit der er freundschaftlich verbunden war.

Zu Ehren des nachdichtenden Übersetzers stiftete der Deutsche Literaturfonds 1988 den Paul-Celan-Preis für ebenfalls herausragende Übersetzerleistungen. Paul Celan erlangte durch sein Gedicht Todesfuge Weltruhm und gilt als einer der bedeutendsten Lyriker des 20. Jahrhunderts.

Celan und die Gruppe 47

Einer der ersten öffentlichen Auftritte des damals noch weitgehend unbekannten Paul Celan fand im Mai 1952 auf der Tagung der Gruppe 47 in Niendorf statt. Die Lesung kam auf Vermittlung der Wiener Freunde Ingeborg Bachmann, Milo Dor und Reinhard Federmann zustande, wurde allerdings zu einem Misserfolg. Bereits die briefliche Bitte Milo Dors an Hans Werner Richter, Celan „unbedingt“ einzuladen, ließ im Vorfeld (1951) die ablehnende Haltung des Gründers der Gruppe und überzeugten Realisten Richter erkennen: „Ich weiss, was Du von seinen Gedichten hältst, aber ich glaube, dass es nur wenige Lyriker gibt, die seine Musikalität und seine Formkraft besitzen“.[5]

Walter Jens erinnerte sich 1976 im Gespräch mit Heinz Ludwig Arnold an Celans Lesung: „Als Celan zum ersten Mal auftrat, da sagte man: ‚Das kann doch kaum jemand hören!‘, er las sehr pathetisch. Wir haben darüber gelacht, ‚Der liest ja wie Goebbels!‘, sagte einer. […] Die Todesfuge war ja ein Reinfall in der Gruppe! Das war eine völlig andere Welt, da kamen die Neorealisten nicht mit.“[6] Hans Weigel fügte hinzu, „daß nachher einige Kollegen höhnisch vor sich her skandierten: ‚Schwarze Milch der Frühe …‘“ und Hans Werner Richter kritisiert hätte, Celan habe „in einem Singsang vorgelesen wie in einer Synagoge“.[7] Celan selbst kommentierte in einem Brief an seine Frau Gisèle: „Jene also, die die Poesie nicht mögen – sie waren in der Mehrzahl – lehnten sich auf.“[8]

Rückblickend gab Toni Richter in ihrer Dokumentation eine Einschätzung der Vorgänge: „Das traurigste Ereignis war die Lesung von Paul Celan, ein Mißverständnis, das an der Art seines Vortrages lag. Ich denke, keiner der Heimkehrer aus dem Kriege in der Gruppe kannte den Namen und das Schicksal von Paul Celan, noch hatten sie von der Tradition der jüdisch-rumänischen Gedicht-Rezitation im rhythmisch hohen Ton gehört. Da war auch die Stilfrage ‚Littérature pure‘ oder ‚engagée‘ müßig. Celan fragte in den Raum, ob denn Rimbaud hier unbekannt sei, auch dieser löste Verse in musikalische Schwingungen auf“.[9] Immerhin wurde bei der Lesung der Cheflektor der Deutschen Verlags-Anstalt auf Celan aufmerksam, die im Dezember Mohn und Gedächtnis publizierte.[10]. Ernst Schnabel veranstaltete nach der Tagung eine Lesung im NWDR. Trotz späterer Einladungen nahm Celan an keinem Treffen der Gruppe 47 mehr teil.

Auszeichnungen

Zitate

  • Man redet umsonst von Gerechtigkeit, solange das größte der Schlachtschiffe nicht an der Stirn eines Ertrunkenen zerschellt ist. (Gegenlicht, Gesammelte Werke, Bd. 3, Suhrkamp, Frankfurt a. M. 1986, S. 163)
  • ... Erreichbar, nah und unverloren blieb inmitten der Verluste dies eine: die Sprache. (GW, Bd. 3, Bremer Ansprache, S. 185.)
  • Sie, die Sprache, blieb unverloren, ja, trotz allem. Aber sie mußte nun hindurchgehen durch ihre eigenen Antwortlosigkeiten, hindurchgehen durch furchtbares Verstummen, hindurchgehen durch die tausend Finsternisse todbringender Rede. Sie ging hindurch und gab keine Worte her für das, was geschah; aber sie ging durch dieses Geschehen. Ging hindurch und durfte wieder zutage treten, «angereichert» von all dem. (GW, Bd. 3, Bremer Literaturpreisrede, S. 185f.)
  • In dieser Sprache habe ich, in jenen Jahren und in den Jahren nachher, Gedichte zu schreiben versucht... (GW. Bd. 3, S. 185/186).
  • Meine Damen und Herren, ich finde etwas, das mich auch ein wenig darüber hinwegtröstet, in Ihrer Gegenwart diesen unmöglichen Weg, diesen Weg des Unmöglichen gegangen zu sein. Ich finde das Verbindende und wie das Gedicht zur Begegnung Führende. Ich finde etwas – wie die Sprache – Immaterielles, aber Irdisches, Terrestrisches, etwas Kreisförmiges, über beide Pole in sich selbst Zurückkehrendes und dabei – heitererweise – sogar die Tropen Durch-kreuzendes –: ich finde... einen Meridian. (Büchnerpreis-Rede, Darmstadt, 22. Oktober 1960, GW 3, S. 202)
  • Der Tod ist ein Meister aus Deutschland, sein Auge ist blau (Todesfuge)

Werke (Auswahl)

  • Der Sand aus den Urnen, Wien 1948 (enthält den deutschsprachigen Erstdruck der Todesfuge), im Herbst 1948 auf Celans Wunsch wegen zahlreicher Druckfehler und der unpassenden Illustrationen von Edgar Jené makuliert
  • Mohn und Gedächtnis, Stuttgart 1952; 2000 mit einem Nachwort von Joachim Seng, ISBN 3-421-05223-9
  • Von Schwelle zu Schwelle, 1955
  • Sprachgitter, 1959
  • Der Meridian, 1961 (Rede anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1960)
  • Die Niemandsrose, 1963
  • Atemwende, 1967
  • Fadensonnen, 1968
  • Lichtzwang, 1970
  • Schneepart (Nachlass), 1971
  • Zeitgehöft (Nachlass), 1976
  • Eingedunkelt und Gedichte aus dem Umkreis von Eingedunkelt. Hrsg. von Bertrand Badiou und Jean-Claude Rambach (Nachlass), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-51840374-5
  • Werke in sieben Bänden, 2000
  • Die Gedichte – Kommentierte Gesamtausgabe in einem Band, hrsg. und kommentiert von Barbara Wiedemann, Frankfurt am Main (Suhrkamp) 2003, ISBN 3-518-41390-2; TB-Ausg.: 2005, ISBN 3-518-45665-2
  • „Mikrolithen sinds, Steinchen“. Paul Celan, Die Prosa aus dem Nachlaß. Kritische Ausgabe, hrsg. und kommentiert von Barbara Wiedemann und Bertrand Batiou, Frankfurt/ Main 2005. ISBN 3-518-41706-1

Übersetzungen

Alphabetische Liste der von Celan übertragenen Autoren:
-

Briefe & Briefwechsel

  • Paul Celan – Nelly Sachs Briefwechsel, Hg. Barbara Wiedemann, Frankfurt 1993
  • Paul Celan – Franz Wurm Briefwechsel, Hg. Barbara Wiedemann in Verbindung mit Franz Wurm, Frankfurt 1995
  • Paul Celan an Gisela Dischner. Briefe aus den Jahren 1965 bis 1970, Hg. Jens Runkehl und Torsten Siever, Privatverlag, Hannover 1996
  • Paul Celan – Erich Einhorn: „Einhorn: du weißt um die Steine...“, Briefwechsel, Berlin 1999
  • Paul Celan – Gisèle Celan-Lestrange. Briefwechsel, mit einer Auswahl von Briefen Paul Celans an seinen Sohn Eric. Aus dem Französischen von Eugen Helmlé, hrsg. und kommentiert von Bertrand Badiou in Verbindung mit Eric Celan, Anmerkungen übersetzt und für die deutsche Ausgabe eingerichtet von Barbara Wiedemann. Erster Band: Die Briefe. Zweiter Band: Kommentar, Frankfurt/Main 2001 (Rezension)
  • Paul Celan – Hanne und Hermann Lenz Briefwechsel, hrsg. von Barbara Wiedemann in Verbindung mit Hanne Lenz, Frankfurt/Main 2001
  • Paul Celan: „Du mußt versuchen, auch den Schweigenden zu hören.“ Briefe an Diet Kloos-Barendregt, Handschrift – Edition – Kommentar, Hg. Paul Sars unter Mitwirkung von Laurent Sprooten, Frankfurt 2002
  • Paul Celan - Rudolf Hirsch Briefwechsel, Hg. Joachim Seng, Frankfurt 2004. ISBN 3-518-41644-8
  • Paul Celan - Ilana Shmueli Briefwechsel, Hg. Ilana Shmueli und Thomas Sparr, Frankfurt 2004. ISBN 3-518-41596-4
  • Paul Celan – Peter Szondi Briefwechsel. Mit Briefen von Gisèle Celan-Lestrange an Peter Szondi und Auszügen aus dem Briefwechsel zwischen Peter Szondi und Jean und Mayotte Bollack, hrsg. von Christoph König. Frankfurt/Main 2005, ISBN 3-518-41714-2
  • Ingeborg Bachmann & Paul Celan: Herzzeit. Briefwechsel. Hg. Bertrand Badiou, Hans Höller, Andrea Stoll, Barbara Wiedemann. Suhrkamp, Frankfurt 2008, ISBN 978-3518420331
  • Paul Celan, Klaus Demus, Nani Demus: Briefwechsel. Zusätzlich: Auswahl aus dem Briefwechsel zwischen Gisèle Celan-Lestrange und Klaus & Nani Demus. Hg. Joachim Seng. Mit Bildteil. Frankfurt, Suhrkamp 2009. ISBN 978-3-518-42122-2[11]
  • Brigitta Eisenreich: Celans Kreidestern. Ein Bericht. Mit Briefen und anderen unveröffentlichten Dokumenten. Unter Mitwirkung von Bertrand Badiou. Suhrkamp, Berlin 2010, ISBN 978-3-518-42147-5
  • Paul Celan – Gustav Chomed: "Ich brauche Deine Briefe." Der Briefwechsel. Hgg. Barbara Wiedemann und Jürgen Köchel. Suhrkamp, Berlin 2010, ISBN 978-3-518-42086-7
  • Amy-Diana Colin & Edith Silbermann Hgg.: Paul Celan - Edith Silbermann. Zeugnisse einer Freundschaft. Gedichte, Briefwechsel, Erinnerungen. Mit CD-ROM. Wilhelm Fink, München 2010. ISBN 978-3-7705-4842-2[12]

Literatur

  • Peter Horst Neumann: Zur Lyrik Paul Celans. Eine Einführung. V&R, Göttingen 1968; 2. Auflage 1990, ISBN 3-525-33567-9
  • dsb.: Wort-Konkordanz zur Lyrik Paul Celans bis 1967. W. Fink, München 1969
  • Peter Szondi: Celan-Studien. Hg. Jean Bollack mit Henriette Beese, Wolfgang Fietkau, Hans-Hagen Hildebrandt, Gert Mattenklott, Senta Metz, Helen Stierlin. Suhrkamp, Frankfurt 1972
  • Dietlind Meinecke (Hrsg.): Über Paul Celan. Suhrkamp, Frankfurt 1973
  • Marlies Janz: Vom Engagement absoluter Poesie. Zur Lyrik und Ästhetik Paul Celans. Athenäum, Königstein 1976
  • Paul Celan Schwerpunktheft von Text und Kritik. Heft 53/54, München 1977
  • Israel Chalfen: Paul Celan. Eine Biographie seiner Jugend. Insel, Frankfurt 1979
  • Winfried Menninghaus: Paul Celan. Magie der Form. Suhrkamp, Frankfurt 1980
  • Karsten Hvidfelt Nielsen & Harald Pors: Index zur Lyrik Paul Celans. Fink, München 1981
  • Gerhart Baumann: Erinnerungen an Paul Celan. Suhrkamp, Frankfurt 1986
  • Hans-Georg Gadamer: Wer bin Ich und wer bist Du? Ein Kommentar zu Paul Celans Gedichtfolge 'Atemkristall', Suhrkamp, Frankfurt 1986
  • Otto Pöggeler: Spur des Worts. Zur Lyrik Paul Celans. Alber, Freiburg 1986, ISBN 3-495-47607-5
  • Werner Hamacher & Winfried Menninghaus Hgg.: Paul Celan. Suhrkamp, Frankfurt 1988 (Reihe: Materialien)
  • Harald Pors: Rückläufiges Wortregister zur Lyrik Paul Celans. W. Fink, München 1989
  • Edith Silbermann: Begegnung mit Paul Celan. Erinnerung und Interpretation. 2. Auflage. Rimbaud, Aachen 1995, ISBN 3-89086-884-3
  • John Felstiner: Paul Celan. Eine Biographie Beck, München 1997, ISBN 3-406-42285-3
  • Stéphane Mosès: P. Celans Inskription der Vernichtung in: Der Exodus aus Nazideutschland und die Folgen. Jüdische Wissenschaftler im Exil. Hg. Marianne Hassler, Attempto, Tübingen 1997, ISBN 3-89308-265-4
  • Oliver Wieters: Der Traum vom Schweigen. Paul Celans frühe Arbeit (1948) über den surrealistischen Maler Edgar Jené. Tübingen 1997 [1]
  • Bernhard Böschenstein & Sigrid Weigel (Hgg.): Ingeborg Bachmann und Paul Celan. Poetische Korrespondenzen. Vierzehn Beiträge Suhrkamp, Frankfurt 1997; wieder 2000
  • Thomas Schestag: Mantisrelikte. Blanchot, Fabre, Celan Urs Engeler, Basel 1998, ISBN 3-905591-06-5 (über Celan Lichtzwang, in Auswahl)
  • Wolfgang Emmerich: Paul Celan Rowohlt, Reinbek 1999, ISBN 3-499-50397-2
  • Jean Firges: "Den Acheron durchquert ich." Einführung in die Lyrik Paul Celans. Vier Motivkreise: Die Reise, der Tod, der Traum, die Melancholie. 2. Auflage. Stauffenburg, Tübingen 1999, ISBN 3-86057-067-6 (siehe dsb., 2001 sowie seinen Namensartikel, mit dem Forschungsschwerpunkt Celan)
  • Jean Bollack: Paul Celan. Poetik der Fremdheit. Übers. Werner Wögerbauer. Zsolnay, Wien 2000, ISBN 3-552-04976-2
  • Andrei Corbea-Hoișie: Paul Celan. Biographie und Interpretation Bukarest & Konstanz 2000, ISBN 3-89649-578-X
  • Barbara Wiedemann: Paul Celan. Die Goll-Affäre. Dokumente zu einer "Infamie". Suhrkamp, Frankfurt 2000, ISBN 3-518-41178-0
  • Albrecht Schöne:Dichtung als verborgene Theologie : Versuch einer Exegese von Paul Celans: "Einem, der vor der Tür stand". Göttinger Sudelblätter, Wallstein Verlag, Göttingen 2000, ISBN 3-89244-431-5
  • Jean Firges: Paul Celan: Die beiden Türen der Welt. Gedichtinterpretationen. Sonnenberg, Annweiler 2001, ISBN 978-3-933264-06-0 (siehe dsb., 1999 & 2010)
  • Roland Reuß: Im Zeithof. Celan-Provokationen. Stroemfeld/Roter Stern, Frankfurt 2001, ISBN 3-87877-777-9
  • Marie-Hélène Quéval u.a. Hgg.: Paul Celan "Die Niemandsrose". Lectures d'une Œuvre. Éd. du Temps, Paris 2002 ISBN 2842742052 (in frz. Sprache)
  • Jacques Derrida: Schibboleth. Für Paul Celan Übers. Wolfgang Sebastian Baur. Passagen, Wien 2002
  • Anja Lemke: Konstellation ohne Sterne. Zur poetischen und geschichtlichen Zäsur bei Martin Heidegger und Paul Celan. Wilhelm Fink, München 2002 ISBN 3-7705-3755-6
  • Hans-Michael Speier Hg.: Gedichte von Paul Celan. Interpretationen Reclam, Stuttgart 2002
  • Martin A. Hainz: Masken der Mehrdeutigkeit. Celan-Lektüren mit Adorno, Szondi und Derrida. (Reihe: Untersuchungen zur österreichischen Literatur des 20. Jahrhunderts 15) Braumüller, 2. Auflage. Wien 2003
  • Theo Buck: Celan schreibt an Jünger Rimbaud, Aachen 2005, ISBN 3-89086-634-4 (Reihe: Celan-Studien, 7)
  • Jürgen Lehmann Hg.: Kommentar zu Paul Celans 'Sprachgitter'. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2005, ISBN 3-8253-5136-X. (Rezension)
  • Robert Kleindienst: Beim Tode! Lebendig! Paul Celan im Kontext von Roland Barthes' Autorkonzept. Eine poetologische Konfrontation. Königshausen & Neumann, Würzburg 2006, ISBN 3-8260-3329-9
  • Sandro Zanetti: „zeitoffen“. Zur Chronographie Paul Celans. Wilhelm Fink, München 2006, ISBN 3-7705-4300-9
  • "Wer auf dem Kopf geht, hat den Himmel als Abgrund unter sich." Résonances, Paul Celan, Poesie, Rütjer, Malerei. Eine Ausstellung des Heinrich-Heine-Instituts und des Institut Français, 2001; ISBN 3-9807575-3-6
  • Myron Hurna: Modernität in der Lyrik Paul Celans. Der poetologische Status seiner Gedichte. Sonnenberg, Annweiler 2006, ISBN 3-933264-40-5
  • Karl-Josef Kuschel: „Tübingen, Jänner“: Paul Celan, Walter Jens und die Schwierigkeiten einer jüdisch-deutschen Begegnung in: Sönke Lorenz, Volker Schäfer Hgg.: Tubingensia: Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte. Festschrift für Wilfried Setzler, Jan Thorbecke, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7995-5510-4, S. 621–642
  • Markus May, Peter Goßens & Jürgen Lehmann Hgg.: Celan-Handbuch. Leben, Werk, Wirkung. J. B. Metzler, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-476-02063-5
  • Martin A. Hainz: Paul Celan: Fadensonnen, -schein und -kreuz. Dr. Kovac, Hamburg 2009, ISBN 978-3-8300-4605-9
  • Gernot Wolfram: Paul Celan. Der Dichter des Anderen, Hentrich & Hentrich, Berlin 2009, ISBN 978-3-941450-07-3
  • Jean Firges: Büchner, Lenz, Celan: Der Gang durchs Gebirg. Gespräch im Gebirg. Exemplarische Reihe Literatur und Philosophie, 29. Sonnenberg, Annweiler 2010 ISBN 9783933264589
  • Arnau Pons: Vor Morgen. Bachmann und Celan. Die Minne im Angesicht der Morde. Kultur & Genspenster. Heft Nr. 10, 2010.
  • Werner Wögerbauer: Das Gesicht des Gerechten. Paul Celan besucht Friedrich Dürrenmatt. Kultur & Genspenster. Heft Nr. 10, 2010, ISBN 978-3-938801-73-4
  • Myron Hurna: Einführung in die Lyrik und Poetik Paul Celans. 2011, ISBN 978-3-89896-462-3

Film

Paul Celans Flucht aus Rumänien thematisiert der Spielfilm Im Süden meiner Seele von Frieder Schuller, BRD/Rumänien 1988.

Celan übersetzte den Off-Kommentar des Films Nacht und Nebel (Nuit et Brouillard, Frankreich 1955) von Alain Resnais. Diese Dokumentation deutscher Vernichtungslager ist eine der frühsten und wichtigsten ihres Genres.

Aussprache des Namens

Brigitta Eisenreich lernte Celan 1952 in Paris kennen, war mit ihm befreundet und publizierte darüber 2010 ein Buch.[13] Auf die Frage, wie man seinen Namen richtig ausspreche, gab sie 2010 an, Celan selbst habe seinen Nachnamen, wie im Deutschen üblich, auf der ersten Silbe betont. Die Betonung sei irgendwann auf die zweite Silbe verrutscht. Sie empfehle, die von Celan selbst verwendete Betonung wieder heimisch zu machen.[14]

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Paul Celan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Quelle: Israel Chalfen: Paul Celan. Eine Biographie seiner Jugend. Frankfurt a. M. 1979, Insel-Verlag
  2. Quelle: Christine Koschel in "Ingeborg Bachmann - Paul Celan Poetische Korrespondenzen, Frankfurt a. Main 1997, Suhrkamp Verlag
  3. Ilana Shmueli, Sag, dass Jerusalem ist. Über Paul Celan: Oktober 1969 – April 1970, Edition Isele, Eggingen 2000
  4. Shmueli, nach: Celan-Handbuch, a.a.O., S. 243
  5. Zitiert nach Celan-Handbuch, S. 19.
  6. Heinz Ludwig Arnold: Die Gruppe 47. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-499-50667-X, S. 76.
  7. Felstiner: Paul Celan. Eine Biographie, S. 98.
  8. Arnold: Die Gruppe 47, S. 77.
  9. Toni Richter: Die Gruppe 47 in Bildern und Texten, Kiepenheuer &Witsch, Köln 1997, ISBN 3-462-02630-5, S. 49.
  10. Paul Celan: Todesfuge. Mit einem Kommentar von Theo Buck. 2. Auflage. Rimbaud, Aachen 2002. ISBN 3-89086-795-2, S. 85.
  11. in "Zwischenwelt. Literatur, Widerstand, Exil", Zs. der Theodor Kramer Gesellschaft 26. Jg. H. 3/4, Graz Dez. 2009 ISSN 1606-4321 gibt es 2 recht unterschiedliche Rezensionen dieser Edition. Der Kulturhistoriker Hermann Schreiber meint in "Ungleiche Freunde" S. 75f., dass Celan seit den Claire Gollschen Manipulationen (die sog. Goll-Affäre) den Wert jeder Beziehung zu ihm nur noch an der Einstellung zu dieser Polemik maß. In dem Augenblick, da er nur noch Feinde um sich sah, brachen schwere psychische Störungen bei ihm aus. C. Goll hatte sogar den Tod seiner beiden Eltern zum Anlass einer Aggression gegen Celan genommen. Beide, Paul wie Klaus, wußten nicht, welch unheilbare Wunde im Herzen der Claire Goll die Ursache für ihren abgrundtiefen Hass war...: Goll hatte ihren Yvan, als er 1950 in Paris starb, längst verloren! Die Jahre 1931 - 1940 in seinem Leben hatten einer anderen Frau gehört und ebenso seine herrlichsten Dichtungen, les "Chansons Malaises". Als C. Goll die Liebe ihres Mannes zu dieser Paula Ludwig entdeckte, beschloss sie, den Nachlass ihres Mannes gründlich zu verfälschen, da sie nicht wagte, ihn zu vernichten. Der Weg dazu war der Auftrag an Celan zur Übersetzung der Lieder. Schreiber führt die Einzelheiten um diese Übersetzung an, aus der Goll, die allein das Insiderwissen um die Lieder hatte, dann die Plagiatsvorwürfe ableiten sollte. In der Folge wurden viele männliche Freunde Celans verunsichert, auch K. Demus; nur Ingeborg Bachmann agierte resolut gegen Goll. Im Übrigen meint Schreiber, dass ein Großteil der Briefe hätte gekürzt oder zusammengefasst werden sollen. In der zweiten Rezension (S. 76f.) mit dem Titel "Atemlos" beurteilt Richard Wall die Rolle von K. Demus deutlich gnädiger. Wall betont die enge Verbindung zwischen den beiden Männern und sieht die Ursache für die mehrjährige Pause bei Celans Briefen an Demus sowie ihre ganze Entfremdung eher bei Celan: das Mißtrauen ist ... übermächtig geworden und vergiftet auch die(se) Beziehung. Demus' Rat an Celan, sich psychiatrisch behandeln zu lassen, findet er im Gegensatz zu Schreiber richtig.
  12. Mit Erkennungspfiff, in: FAZ vom 25. Mai 2011, Seite 28
  13. Brigitta Eisenreich: Celans Kreidestern. Ein Bericht, Suhrkamp, Berlin 2010
  14. Clementine Skorpil: Widerspruch zu Adorno. Nach langem Schweigen erzählt die einstige Freundin Paul Celans, Brigitte Eisenreich, über ihre Zeit mit dem Schriftsteller, in: Tageszeitung Der Standard, Wien, 24. Dezember 2010, Beilage Album, S. A 11


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