Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Griechenland

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Griechenland (Begriffsklärung) aufgeführt.
Ελληνική Δημοκρατία

Ellinikí Dimokratía
Hellenische Republik

Flagge Griechenlands
Flagge Wappen
Wahlspruch: „Freiheit oder Tod“

(Elefthería i thánatos Ελευθερία ή Θάνατος)

Amtssprache Griechisch
Hauptstadt Athen
Staatsform Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt Staatspräsident Karolos Papoulias
Regierungschef Premierminister Loukas Papadimos
Fläche 131.957[1] km²
Einwohnerzahl 10.787.690[2]
Bevölkerungsdichte 81,75 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt 215,09 Mrd. € (2011)[3]
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 20.400 € (2010)[4]
Staatsverschuldung 367,98 Mrd. €[5] (31. Dezember 2011)
Human Development Index 0,855 (22.)[6]
Währung 1 Euro = 100 Cent
Unabhängigkeit Beginn des Aufstandes gegen das Osmanische Reich 1821, Bestätigung der Souveränität durch das Londoner Protokoll am 3. Februar 1830
Nationalhymne Ymnos is tin Eleftherian
Nationalfeiertag 25. März (1821, Beginn der Griechischen Revolution)
28. Oktober (1940, Ochi-Tag)
Zeitzone UTC+2 OEZ
UTC+3 OESZ (März–Oktober)
Kfz-Kennzeichen GR
Internet-TLD .gr
Telefonvorwahl +30

Griechenland (griechisch Elláda, Ελλάδα [ɛˈlaða]; formell Ellás, Ελλάς ‚Hellas‘; amtliche Vollform Ellinikí Dimokratía, Ελληνική Δημοκρατία Hellenische Republik[7]) liegt in Südosteuropa und ist ein Mittelmeeranrainerstaat. Das griechische Staatsgebiet grenzt an Albanien, Mazedonien, Bulgarien und die Türkei.

Griechenland ist Mitglied der Europäischen Union und bildet mit insgesamt 17 EU-Mitgliedstaaten eine Währungsunion, die Eurozone. Es ist Mitglied der Vereinten Nationen, der OECD, der NATO, der OSZE und des Europarates. Der Human Development Index zählt Griechenland zu den sehr hoch entwickelten Staaten.

Geographie

Griechenland liegt am östlichen Mittelmeer im Südosten Europas und setzt sich geographisch aus dem griechischen Festland am südlichen Ende des Balkans, der Halbinsel Peloponnes, die jedoch durch den Bau des Kanals von Korinth (eingeweiht 1893) vom Festland getrennt wurde, sowie zahlreichen Inseln zusammen, die hauptsächlich in der Ägäis, im Ionischen aber auch im Libyschen Meer liegen. Die politische Grenze nach Norden bilden die Staaten Albanien (282 km), Mazedonien (228 km) und Bulgarien (494 km) sowie im Osten die Türkei (206 km).[8] Eine natürliche Grenze bildet das Ionische Meer im Westen des Landes mit der italienischen Halbinsel und Sizilien sowie das Libysche Meer im äußersten Süden mit dem afrikanischen Kontinent. Die Insel Gavdos im Libyschen Meer ist der südlichste Punkt des Landes und gilt zudem geographisch als südlichster Punkt Europas.

Datei:GreeceRegionsGerman.png
Regionale Gliederung Griechenlands

Das Land hat eine Gesamtfläche von 131.957 km²: 106.915 km² entfallen auf das Festland, 25.042 km² (knapp 19 %) verteilen sich auf 3.054 Inseln, von denen 87 bewohnt sind.[9] Auf Grund des Inselreichtums erzielt Griechenland eine bemerkenswerte Küstenlänge von 13.676 km,[10] wovon etwa 4.000 km auf das griechische Festland entfallen. Die zum Teil recht großen Distanzen innerhalb des Landes stellen im Verhältnis zu seiner relativ kleinen Gesamtfläche ein weiteres geographisches Merkmal dar. So beträgt die Luftlinie zwischen der Insel Othoni bei Korfu und der Insel Kastelorizo im äußersten Südosten Griechenlands 983 km. Die kleinste geographische Ausdehnung – mit unter 550 km Luftlinie – besitzt das Land in ostwestlicher Richtung.

Griechenland hat trotz seines stark maritimen Charakters einen Gebirgsanteil von 77,9 % und wird daher als Gebirgsland eingestuft. Zentrale Gebirge und Gebirgszüge des Landes sind das Pindos-Gebirge, der Olymp-Ossa-Pilion-Gebirgszug sowie das Rhodope-Gebirge auf dem griechischen Festland, das Taygetos-Gebirge auf der Halbinsel von Peloponnes und darüber hinaus das Ida- bzw. Psiloritis-Gebirge auf der Insel Kreta. Höchste Erhebung des Landes ist der Mytikas (2917 m) im Gebirgsstock des Olymp. Größere wirtschaftlich verwertbare Ebenen sind nur spärlich vorhanden und befinden sich hauptsächlich in den Regionen Thessalien, Makedonien und Thrakien.

Siehe auch: Liste griechischer Inseln, Liste der Berge oder Erhebungen in Griechenland

Klima

Griechenland hat überwiegend ein mediterranes Klima mit feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. An der Küste ist es im Winter sehr mild und es regnet häufig; Schnee fällt nur selten. Die Sommer sind relativ heiß und es gibt nur gelegentlich Sommergewitter. Im Landesinneren ist es vor allem im Winter deutlich kühler und es gibt häufig Nachtfrost, manchmal auch starke Schneefälle. Im Sommer ist es ähnlich wie an der Küste heiß und trocken. Die jährlichen Niederschläge schwanken zwischen 400 und 1000 mm. Da Griechenland sehr gebirgig ist, ist Wintersport durchaus möglich, es existieren 19 Wintersportgebiete unterschiedlicher Größe.[11]

Bevölkerung

Neben der orthodoxen, griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren einige religiöse und sprachliche Minderheiten sowie Zuwanderergruppen. Da Griechenland solche Bevölkerungsgruppen aktuell statistisch nicht erfasst, beruhen alle Angaben zur Anzahl ihrer Mitglieder auf Schätzungen und können je nach politischem Standpunkt stark variieren.

Sprachen

97,4 % der griechischen Bevölkerung sprechen die neugriechische Sprache. Bis zum Bevölkerungsaustausch mit den Nachbarstaaten Türkei und Bulgarien in den Jahren 1920 bis 1925 als Folge der Verträge von Neuilly (1919) und Lausanne (1923) war Griechenland aber faktisch ein Vielvölkerstaat. Der 1925 noch etwa 15 % betragende Anteil nicht-griechischer Muttersprachler nahm in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ab; besonders während der Besetzung durch das nationalsozialistische Deutschland (1941–45) und des griechischen Bürgerkriegs (1946–1949) wurden Angehörige von Minderheiten verfolgt oder vertrieben, ihre Quote fiel allmählich unter fünf Prozent. Da der griechische Staat alle Staatsbürger als Griechen betrachtet, werden keine Informationen zu sprachlichen Minderheiten erhoben, stammen die folgenden Zahlen aus Angaben des griechischen Staates gegenüber den europäischen Institutionen oder deren eigenen Schätzungen. Schätzungen verschiedener Minderheitsorganisationen sind oft weit höher; wie aktiv die jeweilige Sprache noch gesprochen wird, ist nur unzureichend erforscht.[12]

Volksgruppe Angehörige Quote abweichende Schätzungen Sprache(n)
Griechen 10.508.690 97,4 % Neugriechisch
Türken 59.000 0,5 % Türkisch
Mazedonier 40.000 0,4 % 120.000–150.000 Mazedonisch, Ägäis-Mazedonisch
Aromunen 40.000 0,4 % 80.000–120.000 Aromunisch
Pomaken 39.000 0,4 % Bulgarisch
Armenier 30.000 0,3 % Armenisch
Çamen und Arvaniten 23.000 0,2 % Albanisch, Arvanitika
Roma 22.000 0,2 % 120.000–300.000 Romani
Meglenorumänen 10.000 0,1 % Meglenorumänisch
Sarakatsanen 10.000 0,1 % Neugriechisch: Sarakatsanisch
Juden 6.000 Ladino (auch Griechisch)
Summe der Minderheiten 279.000 2,6 %
Datei:Greece linguistic minorities.svg
Sprachliche Minderheiten in Griechenland
Datei:Balkan Sprachenkarte.jpg
Völker- und Sprachenkarte vor den Balkankriegen

Die Dialekte des Türkischen auf dem Balkan (Rumelien) teilen sich in das Westrumelische, das in Makedonien und den heutigen Nachfolgestaaten Jugoslawiens gesprochen wurde, und das Ostrumelische Ostthrakiens. Die Mundart der meisten Türken im heute griechischen Westthrakien nimmt offenbar eine Sonderstellung zwischen beiden ein.[13]

Die letzte staatliche Zahl zur Verbreitung des Mazedonischen veröffentlichte Griechenland nach der Volkszählung 1951, die 41.017 „slawophone Griechen“ auswies. Aufgrund der starken Repressionen gegen das Mazedonische in der Öffentlichkeit gilt diese Zahl jedoch als viel zu niedrig. Sprachlich besteht ein Dialektkontinuum zwischen den mazedonischen und bulgarischen Mundarten. Für die Sprache der Minderheit werden Begriffe wie Slawomakedonisch, Slawisch, Entopia (‚lokale Mundart‘) und vor dem Namensstreit Mazedonien auch Makedonitisch gebraucht. Im Gebiet Griechenlands werden (vorwiegend in Westmakedonien, namentlich in der Präfektur Florina) mazedonische Mundarten gesprochen.[14] Die Mundarten in Griechenland gehören überwiegend der zentralen und der südöstlichen Dialektgruppe an, aus den Dialekten letzterer bildete sich im 19. Jahrhundert eine als Ägäis-Mazedonisch bezeichnete Schriftsprache aus, die mit dem griechischen Alphabet geschrieben wurde.[15]

Aromunisch, gesprochen von der Gruppe der Aromunen (im Griechischen meist als Wlachen bezeichnet), hauptsächlich im Gebiet der Verwaltungsregion Thessalien in Zentralgriechenland. Ihre Anzahl wurde auf bis zu ca. 100.000 aktive und 300.000 passive Sprecher geschätzt. Die Zahl der Sprecher nimmt aber ständig ab, vor allem unter Kindern.

Die Sprache der Pomaken wird in Griechenland vor allem in den Präfekturen Xanthi, Rodopi und Evros gesprochen. Die Pomaken sprechen die jeweiligen bulgarischen Dialekte des Gebiets, in dem sie wohnen; die Westthrakiens werden als thrakische Gruppe der östlichen Rhodopen-Dialekte eingeordnet. Im Gegensatz zu den rund 250.000 Pomaken in Bulgarien ist die Bindung der Pomaken in Griechenland an die bulgarische Schriftsprache verhältnismäßig gering, ein eigenes Schrifttum hat sich nicht ausgebildet.[16]

Das Westarmenische drang zur Zeit des Osmanischen Reiches von Anatolien aus nach Griechenland, die einstige Präsenz der Armenier in Griechenland ist heute noch in zahlreichen Ortsnamen (z. B. Armeni Αρμένι) gegenwärtig. Größere armenische Gemeinden gibt es in Athen und Thessaloniki. Die Armenier erhielten 1968 die griechische Staatsbürgerschaft.[17]

Albanisch, hauptsächlich gesprochen im Gebiet des Verwaltungsbezirks Epirus in Nordwestgriechenland sowie von vereinzelten Bevölkerungsgruppen im Rest des Landes. Man unterscheidet zwischen den Standardalbanisch sprechenden Çamen, die vorwiegend in Epirus siedelten und 1945 als „Kollaborateure“ mit den Besatzungsmächten fast vollständig nach Albanien vertrieben wurden und den über ganz Mittel- und Südgriechenland verstreuten, griechisch-orthodoxen Arvaniten. Das Arvanitische hat gewisse archaische Züge des Albanischen bewahrt und ist im Wortschatz vom Neugriechischen so stark beeinflusst, dass es für Sprecher des Standard-Albanischen von Albanien nicht mehr verständlich ist. Während der Pflege vlachischer und arvanitischer Traditionen und Folklore weiterhin hohe Aufmerksamkeit geschenkt wird, nimmt die Anzahl der aktiven Sprecher der entsprechenden Dialekte generationsbedingt ständig ab.[18]

Die in Griechenland ansässigen Roma sprechen einen auf dem gesamten Balkan verbreiteten Dialekt des Romani.[19] Neben den muslimischen Roma sind in ganz Griechenland auch zahlreiche christliche Roma ansässig (bezeichnet als Athinganoi oder Tsinganoi), die zu Teilen von der Mehrheitsbevölkerung assimiliert sind, zu Teilen jedoch auch unter Bedingungen extremer sozialer Abgrenzung leben, die in der Regel mit dem Grad ihrer Erkennbarkeit als Roma einhergeht.

Meglenorumänisch, gesprochen von der Gruppe der Meglenorumänen (im Griechischen meist als Wlachoi (Wlachen) bezeichnet), hauptsächlich im Grenzgebiet zur Republik Mazedonien, im Meglen-Tal. Es sind wenige Tausend Sprecher. Die Zahl der meglenorumänisch sprechenden Bevölkerung nimmt rasch ab.

Ladino, die Sprache der Juden auf der Iberischen Halbinsel, gelangte mit Flüchtlingen ab dem 15. Jahrhundert ins Osmanische Reich und wurde in vielen Städten des heutigen Griechenland gesprochen. Es ist heute nur noch in geringen Resten in Griechenland vorhanden.[20]

Russisch, gesprochen von Rückkehrern aus dem Gebiet der ehemaligen UdSSR, deren Hintergrund in mancher Hinsicht mit dem der in Deutschland als Russlanddeutsche bezeichneten Bevölkerungsgruppe vergleichbar ist.

Datei:Gyftokampos.jpg
Eine Nachbildung der traditionellen Behausungen der Karakatschanen (Sarakatsiani); Gyftokambos, Präfektur Ioannina, Epirus.

Zuwanderung

Seit den 1990er-Jahren hat sich Griechenland von einem Auswanderungs- zu einem Einwanderungsland entwickelt. Die Zuwanderer kommen aus Ländern mit griechischer Diaspora (wie z. B. den ehemaligen GUS-Staaten), aus südosteuropäischen Nationen (vor allem den Nachbarländern) sowie aus Nordafrika und Asien.

Die größten in Griechenland ansässigen Zuwanderergruppen sind laut Daten der Volkszählung von 2001 (nicht erfasst werden griechische und eingebürgerte Zuwanderer):[21]

Daneben leben rund 300.000 illegale Einwanderer im Land, darunter Menschen aus Afghanistan, Irak und dem Maghreb; im Dezember 2010 wurde bekannt, dass Griechenland an jenen Teil der Grenze zur Türkei, der nicht durch den Fluss oder das Meer begrenzt wird, eine Art Grenzzaun errichten will, um weitere illegale Grenzübertritte zu begrenzen.[23]

Religionen

Ähnlich wie in Irland und Polen spielte die religiöse Zugehörigkeit eine erhebliche Rolle als Identifikationsmerkmal bei der Bildung der griechischen Nation. Nachdrückliches Bekenntnis zu religiösen Riten ist daher weit verbreitet unter der orthodoxen Bevölkerung. Griechenland ist religiös recht einheitlich. Das Orthodoxe Christentum ist Staatsreligion; rund 97 Prozent der Bevölkerung sind orthodox. Griechenland ist so der einzige Staat der Welt, der diese Konfession des Christentums zur Staatsreligion erklärt hat. Lediglich 0,2 % der Griechen betrachten sich als Atheisten und 1,7 % betrachten sich als konfessionslos.[24]

Die meisten Griechen gehören zu der Autokephalen orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen. Gläubige auf Kreta, dem Dodekanes, den meisten Klöstern der autonomen Mönchenrepublik Athos am Ostzipfel der Halbinsel von Chalkidiki gehören zum dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel mit Sitz in Istanbul. Die so genannten „Neuen Länder“ (nach 1913 erworbene Gebiete in Nordgriechenland und in der Ägäis) unterstehen gemäß Patriarchatsakt von 1928 der Verwaltung der Kirche von Griechenland, in geistlicher Hinsicht aber unterstehen sie Konstantinopel.

Weiteren christlichen Konfessionen gehören die ca. 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus an, des Weiteren etwa 50.000 Zeugen Jehovas und ca. 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen.

1982 wurde die obligatorische kirchliche Trauung im Familienrecht aufgehoben und die standesamtliche Ehe als gleichwertig anerkannt. Ende der 1990er-Jahre wurde der Religionseintrag in den Personalausweisen abgeschafft. Im August 2008 wurde die Verpflichtung zum orthodoxen Religionsunterricht aufgehoben. Jeder Schüler, der nicht am Religionsunterricht teilnehmen will, kann während dieser Zeit nun Nachhilfe in Fächern seiner Wahl erhalten. Die griechisch-orthodoxe Kirche bezeichnet diese Regelung als „falsch und verfassungswidrig“ und hätte allenfalls die Aufhebung der Religionsunterrichtspflicht für Schüler aus anderen Staaten gutzuheißen.[25]

Die muslimische Bevölkerung Griechenlands setzt sich zum einen aus Türken, Pomaken und Roma als Staatsbürgern Griechenlands zusammen sowie zum größeren Teil aus Einwanderern, beispielsweise aus Albanien und Pakistan. Nach dem Bevölkerungstausch von 1923 war die Zahl der Muslime auf unter 100.000 gefallen.[26] Heute wird die Zahl der vor allem in Thrakien lebenden autochthonen Muslime in Griechenland auf 140.000 bis 150.000 geschätzt[27] Für die Zahl der muslimischen Immigranten gibt es keine verlässlichen Angaben; es fehlen insoweit nicht nur offizielle Angaben, problematisch ist auch, inwieweit die überwiegend religionslosen Albaner dem Islam zugerechnet werden können. Inoffizielle Schätzungen geben die Zahl der muslimischen Immigranten mit 500.000 bis 700.000 an.[28]

Das Judentum kann in Griechenland auf eine Kontinuität bis auf das 3. Jahrhundert v. Chr. zurückblicken. Die vermutlich älteste Ruine eines Synagogengebäudes wurde auf Delos ausgegraben und auf 150 bis 200 v. Chr datiert.[29] Die älteste Synagoge in Betrieb ist die Kahal Shalom Synagoge von 1577 auf Rhodos. 1920 gab es 24 jüdische Gemeinden, allein Thessaloniki hatte 40 Synagogen. Von den 77.000 Juden, die 1940 in Griechenland lebten, wohnten 55.000 in Thessaloniki[30] (Sephardim), daher haben trotz spektakulärer Rettungsaktionen wie der des Erzbischofs Damaskinos oder der der Bürger von Zakynthos nur 14 % den Holocaust überlebt. Heute leben rund 5000 Juden in Griechenland. Viele griechische Juden heiraten Christen; dies trägt zur Schrumpfung des Judentums bei.[31]

Geschichte

Von der Antike bis zur Griechischen Revolution

Das antike Griechenland, welches über das Gebiet des heutigen Staates nach Kleinasien reichte, wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund zivilisatorischer Leistungen auf Gebieten der Philosophie, Naturwissenschaften, Geschichtsschreibung und Literatur. 146 v. Chr. wurde das Gebiet des heutigen Griechenland römische Provinz, nach der Reichsteilung 395 war es Bestandteil des byzantinischen Reiches.

Datei:Flag of PalaeologusEmperor.svg
Flagge des Byzantinischen Reiches unter der Kaiserdynastie der Palaiologen (1259–1453)

Nach der Eroberung Konstantinopels durch Kreuzfahrer im Vierten Kreuzzug (1204) war die Macht des byzantinischen Staates gebrochen, das Gebiet zerfiel in Nachfolgestaaten der Kreuzfahrer (so das Königreich Thessaloniki, das Fürstentum Achaia und einige weitere) sowie in mehrere byzantinisch geprägte Staaten, darunter das Despotat Epirus. Einige Gebiete wurden Kolonien der Republik Venedig, später auch Genuas und des Johanniterordens.

Mit der Rückeroberung Konstantinopels durch Michael VIII. 1261 gründete die Dynastie der Palaiologen das Byzantinische Reich erneut, konnte aber nur einen Teil Griechenlands erobern und verlor einige Gebiete an das Serbische Reich, das unter Stefan Uroš IV. Dušan um 1350 seine größte Ausdehnung erreichte.

Begünstigt durch die Schwäche des Byzantinischen Reiches konnten Truppen des Osmanischen Reichs zwischen 1359 und 1451 den größten Teil Griechenlands erobern. In den folgenden Jahrhunderten dehnten die Osmanen ihren Staat auf das gesamte griechische Gebiet mit Ausnahme der Ionischen Inseln aus. 1821 kam es zur so genannten Griechischen Revolution, deren intellektueller Wegbereiter eine Gruppe um Rigas Velestinlis und die Filiki Eteria waren. In der Schlacht von Navarino gelang es einer europäischen Seestreitmacht 1827, über die osmanische Flotte die Oberhand zu gewinnen. Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurden Zentralgriechenland, der Peloponnes und die Kykladen zum selbständigen Staat Griechenland erklärt. Erste Hauptstadt des modernen Griechenland wurde Nafplio. Ioannis Kapodistrias war bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt.

Von der Unabhängigkeit bis zum Zweiten Weltkrieg

Um zu verhindern, dass sich vom befreiten Griechenland aus der Funke des Republikanismus in Europa verbreitet, v.a. aber auch als Zahlungskondition für einen Kredit von 472,000 britischen Pfund sowie einen 60-Millionen-Drachmen-Kredit durch England, Frankreich und Russland an das seit 1826[32] völlig überschuldete Land, etablierten die europäischen Großmächte in Griechenland von außen eine Monarchie.[33] Im Jahr 1832 wurde der bayerische Prinz Otto, Sohn König Ludwigs I. von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Dieser Staat umfasste allerdings nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Ottos Herrschaft wurde 1862 durch einen unblutigen Aufstand beendet. Ihm folgte Georg I., der am 30. März 1863 zum König von Griechenland gewählt wurde. Die Ionischen Inseln wurden 1864, Thessalien 1881, und Kreta 1908 erworben. Die meisten Inseln sowie der Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912–1913 an Griechenland, als das geschwächte Osmanische Reich sich dort nicht mehr gegen die mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte. 1913 wurde Konstantin I. König.

Im Ersten Weltkrieg blieb Griechenland zunächst neutral. Es trat nach der von den Alliierten erzwungenen Abdankung von König Konstantin I. 1917 in den Krieg gegen die Mittelmächte und deren Verbündete, insbesondere Bulgarien und das Osmanische Reich, ein. Nach dem Krieg versuchte man mit Billigung der Siegermächte die Niederlage des Osmanischen Reiches zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnenen Westthrakien auch Ostthrakien und das mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet um Smyrna (das heutige İzmir) unter griechische Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (der „Großen Idee“), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck „Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere“ (gemeint sind die Ägäis, das eigentliche Mittelmeer, Marmarameer, Schwarzes Meer, Ionisches Meer) als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg aber mit einer deutlichen griechischen Niederlage („Kleinasiatische Katastrophe“). Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug mit etwa 25 % wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Bevölkerung Athens vervielfachte sich in kürzester Zeit.

Datei:Greek gains.jpg
Territoriale Expansion Griechenlands 1832–1947

Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung, der 28. Oktober 1940, der so genannte „Nein-Tag“, wird heute als Nationalfeiertag begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Όχι, also Nein, an Italien gesendet haben soll.) Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die zahlenmäßig überlegenen italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der Wehrmacht im April–Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. So wurde durch die erzwungene Ausfuhr fast der gesamten griechischen Produktion noch eine positive Handelsbilanz zum Deutschen Reich in Höhe von 71 Mio. Reichsmark festgestellt, die dann mit extremen Besatzungskosten (auf Wunsch von Hitler in „Aufbaukosten“ umbenannt) verrechnet wurden. Griechenland hatte von allen besetzten Ländern pro Kopf die höchsten Besatzungskosten zu zahlen. Um von der Bevölkerung mehr Sachwerte abzuziehen, wurde der Banknotenumlauf gesteigert. Der wirtschaftliche Zusammenbruch war abzusehen und wurde in Kauf genommen. Besonders die fehlenden Lebensmittel führten zu einer Hungerkatastrophe und einer Säuglingssterblichkeit von 80 %. Von 300 im Oktober 1944 in Athen untersuchten Kindern waren 290 an Tuberkulose erkrankt.[34] Nach „Erbeutung“ nahezu sämtlicher Produktionsmittel wie Maschinen, Fahrzeuge etc. wurden mehrheitlich Rohstoffe und landwirtschaftliche Erzeugnisse nach Deutschland gebracht. Das Deutsche Reich hatte sich vertraglich die wirtschaftliche Ausbeutung aller Besatzungszonen gesichert.

Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als „Vergeltung“ für Partisanenüberfälle die jeweils gesamte Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder „Sondereinheiten“ ermordet (nachdem zuvor sämtliche Sachwerte „sichergestellt“ worden waren). Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Für Juden wurde 1942 von den Besatzungsmächten die Zwangsarbeit eingeführt, ab Anfang 1943 wurden sie ghettoisiert, enteignet und vorwiegend nach Auschwitz und Treblinka deportiert, wo sie sofort ermordet wurden. Etwa 80.000 Menschen fielen der „Endlösung“ zum Opfer. Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Ebenfalls gab es die rivalisierenden republikanischen, später royalistischen Partisanen der EDES, die im Kampf gegen die ELAS ab Ende 1943 mit der Wehrmacht kollaborierte (erhielten von dort Waffen und Geräte), in der Schlacht um Athen aber durch Großbritannien unterstützt wurden. Ende 1944 löste sich die EDES nach schweren Verlusten informell auf. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.

Insgesamt wurden etwa 70.000 bis 80.000 Griechen im Partisanenkrieg oder bei Vergeltungsaktionen von deutschen, italienischen und bulgarischen Truppen getötet.[35]

Nachkriegszeit: Bürgerkrieg und Westintegration

Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland nach dem in den Bergen geführten Kampf zwischen EDES und ELAS und der Schlacht um Athen fast direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über. Die griechische Rechte brach den Vertrag von Varkiza zur Entwaffnung der Partisanen. In einigen Teilen Griechenlands entwickelte sich unter Duldung der republikanisch-gemäßigten Kräfte ein sogenannter weißer Terror der griechischen Rechten, welcher die überwiegend (aber nicht ausschließlich) kommunistischen Mitglieder der EAM und ELAS zum Ziel hatte. Die kommunistischen Partisanen, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten, gingen erneut in die Guerilla. Hauptsächlicher Unterstützer war dabei Jugoslawien, in geringerem Umfang Albanien – die Sowjetunion beschränkte sich im Wesentlichen darauf, durch ihr Veto eine UN-Intervention zu blockieren. Die royalistische Gegenwehr wurde vor allem von den Regierungen in Großbritannien und den USA unterstützt. Im von Regierungsseite mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung (unter anderem unter Einsatz von Napalm), geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände, die vom Guerillakrieg zum offenen Frontenkrieg übergegangen waren, nach längeren Kämpfen zum Rückzug nach Nordwesten gedrängt. Zuvor brachten sie aus den umkämpften Gebieten zahlreiche Kinder heraus, wovon die DDR etwa 1300 aufnahm.[36] Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien 1949 besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht.

Grund für die spärliche Unterstützung durch die realsozialistischen „Bruderstaaten“ war ein entsprechendes Abkommen, das Stalin mit Churchill in Moskau Anfang Oktober 1944 geschlossen hatte über die Aufteilung der russisch-britischen Interessensphären auf dem Balkan, wo die Amerikaner militärisch nicht, wohl aber die Briten, vor allem in Griechenland, bereits vertreten waren. Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von „90 % West zu 10 % Ost“ für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als „sowjetischer Verrat“ empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei.

Im Sinne eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die 1960er-Jahre viele Bürgerrechte und Freiheiten eingeschränkt. 1952 nahm die NATO Griechenland als Mitglied des Militärbündnisses auf und verankerte es so strategisch im Westen. Mit Hilfe des Marshallplans und der hohen Einnahmen von ausländischen Touristen kam es ab den 1950ern zu einer langsamen Erholung der Wirtschaft des Landes.

Nach den vor allem gegen die griechische Minderheit in Istanbul, Izmir und in Ankara gerichteten türkischen Pogromen 1955 flohen rund 100.000[37] in der Türkei lebende Griechen nach Griechenland und in weitere Länder. Während 1945 fast 125.000 orthodoxe Griechen als Minderheit in Istanbul lebten,[38] sank ihre Zahl als Folge des Pogroms von 1955 dramatisch. 1999 lebten noch 2.500 Griechen in der Türkei.[39]

Am 21. April 1967 ergriff in Reaktion auf den erwarteten Wahlsieg der sozialistischen Eniea Dimokratiki Aristera (griechisch Ενιαία Δημοκρατική Αριστερά ΕΔΑ, Vereinigung der Demokratischen Linken EDA) , in der sich auch zahlreiche Mitglieder der illegalen KKE wiederfanden, eine Gruppe rechtsextremer Offiziere unter Georgios Papadopoulos durch den sog. Obristenputsch die Macht und errichtete eine Militärdiktatur. Unter der Militärdiktatur spaltete sich von der KKE ein eurokommunistischer Flügel unter dem Namen „KKE-Inland“ ab, was suggerieren sollte, dass die Rumpf-KKE, somit „KKE-Ausland“, von Moskau gesteuert sei. Heute gibt es in dieser Form nur noch die KKE, die sich weiterhin als marxistisch-leninistische Partei versteht, während in der Nachfolge des Eurokommunismus der SY.RIZ.A als Bündnis linker Kleinparteien im Parlament vertreten ist. Nach Massenverhaftungen wurden zahlreiche vor allem linksgerichtete Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben, darunter der Komponist Mikis Theodorakis. Eine entscheidende Schwächung erfuhr die Junta am 17. November 1973 durch den Aufstand der Studenten im Athener Polytechnikum, der unter Einsatz von Panzern brutal niedergeschlagen wurde und das Regime innerlich und äußerlich diskreditierte. Das Scheitern der von der Junta angestrebten Vereinigung mit der Republik Zypern und der dortige Einmarsch türkischer Truppen führte 1974 endgültig zum Zusammenbruch der Militärdiktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis. Die Staatsform der Republik wurde in einer Volksabstimmung klar der Wiedereinführung der Monarchie vorgezogen.

Griechenland seit dem Beitritt zur EWG

Bereits seit 1961 bestand ein Assoziierungsabkommen mit der EWG, aufgrund der zwischenzeitlichen Junta begannen die eigentlichen Beitrittsverhandlungen erst am 27. Juli 1976, so dass Griechenland zum 1. Januar 1981 als 10. Mitglied in die EWG aufgenommen wurde.[40] Das Land profitierte von Wirtschafts- und Strukturhilfen, musste im Gegenzug auch hohe Importzölle fallen lassen, die bisher heimische Produzenten vor ausländischem Wettbewerb schützten.

Der Zerfall Jugoslawiens hatte auch ökonomische Folgen für Griechenland, zumal bis dahin die Transit-Strecke durch den Balkan ("Autoput") für Waren- und Personenverkehr die Nabelschnur des Landes zum restlichen Europa darstellte. Folglich stellte sich Griechenland gegen eine frühzeitige Anerkennung der nach Unabhängigkeit strebenden Republiken, konnte sich mit seiner Haltung jedoch nicht durchsetzen. Weiterhin fürchtete man einen Flächenbrand politischer und militärischer Auseinandersetzungen, die auch Folgen für Griechenland, etwa Flüchtlingsströme, hätten. Weiterhin zeichnete sich ein Namensstreit mit der angrenzenden jugoslawischen Teilrepublik ab, die Anspruch auf den Namen Mazedonien erhob. Das Nachkriegsjugoslawien hatte 1945 die mehrheitlich von slawischen Mazedoniern bewohnten Gebiete Südserbiens zur Volksrepublik Mazedonien (später: Sozialistische Republik Mazedonien) deklariert. Die Unabhängigkeit dieses Bundesstaates unter dem Namen Mazedonien wurde von Griechenland als Provokation aufgefasst, da es territoriale Ansprüche auf die gleichnamige griechische Provinz befürchtete. Griechenland verhängte ein Handelsembargo gegen das Land, das später aufgehoben wurde; bis heute ist keine einvernehmliche Lösung gefunden. Griechenland ist heute der mit Abstand wichtigste Investor in der Republik Mazedonien.

Der kurzen Amtsperiode der Nea Dimokratia unter Konstantinos Mitsotakis folgte erneut eine Regierung der Pasok unter Andreas Papandreou, die auch wegen dessen angeschlagenem Gesundheitszustand in Stillstand gekommen war. Der Jurist Kostas Simitis übernahm den Parteivorsitz und das Amt des Ministerpräsidenten und leitet eine Abkehr von der traditionell sozialistischen Politik seines Vorgängers ein. Die Außenpolitik war nun nicht mehr von einer Sonderrolle Griechenlands geprägt, sondern von einer starken europäischen Ausprägung. Innenpolitisch wurden zahlreiche Reformen durchgeführt:

  • der Kapodistrias-Plan ordnete das Gemeindewesen neu und stärkte die Bedeutung der Regionen,
  • staatlich geführte Großunternehmen wurden privatisiert.

Ein Teil der Reformen wie eine Neuordnung des Gesundheits- und Rentensystems scheiterten am Widerstand von Interessengruppen, deren Missstände verursachten weiterhin hohe Kosten. Die Politik der europäischen Orientierung wurde im Wesentlichen auch von der Regierung der Nea Dimokratia unter Kostas Karamanlis weitergeführt.

Recht

Die Rechtsprechung in Griechenland erfolgt durch unabhängige Gerichte und setzt sich dabei aus drei verschiedenen Arten von Gerichtshöfen zusammen, die jeweils für die zivilrechtliche, die strafrechtliche sowie die verwaltungsrechtliche Rechtsprechung zuständig sind. Es handelt sich dabei um das System der sogenannten getrennten Gerichtsbarkeiten. Zusätzlich existieren besondere Instanzen der Finanzkontrolle und der Verfassungsgerichtsbarkeit.

Datei:GreeceCourtsConstitutionGerman.PNG
Die gerichtliche Organisation

Die Zivilgerichte werden in Friedensgerichte, Landgerichte sowie Oberlandesgerichte eingeteilt und sind für alle privaten Streitigkeiten und die ihnen gesetzlich zugewiesenen Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit zuständig. Die Strafgerichte folgen demselben institutionellen Aufbau und beinhalten darüber hinaus auch besondere Strafgerichte wie zum Beispiel die Jugend- oder Schwurgerichte. Gegen das Urteil der Zivil- und Strafgerichtshöfe kann bei einem Appellationsgericht Berufung und schließlich beim Areopag (griech. Άρειος Πάγος/Ários Págos) Revision eingelegt werden. Der Areopag ist der oberste Gerichtshof und die höchste Instanz für zivil- und strafrechtliche Fragen. Die oberste Instanz in der Verwaltungsgerichtsbarkeit ist der Staatsrat (griech. Συμβούλιο της Επικρατείας/Symvoúlio tis Epikratías). Ihm unterliegen z. B. die einzelnen Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte, welche für die Verhandlung von Verwaltungsstreitigkeiten zuständig sind.

Für Verfassungsfragen stellt das sogenannte Oberste Tribunal (griech. Ανώτατο Ειδικό Δικαστήριο/Anótato Idikó Dikastírio) die letzte Entscheidungsinstanz dar. Das Oberste Tribunal ist für die Überprüfung der Verfassungskonformität von Gesetzen zuständig, die durch das Parlament verabschiedet werden und arbeitet gleichzeitig auch als Prüfungsgericht von Volksabstimmungen und Wahlen. Dem Rechnungshof (griech. Ελεγκτικό Συvέδριo/Elengtikó Synédrio) unterliegt die Finanzkontrolle und ist als oberster Gerichtshof für die Klärung strittiger Finanzangelegenheiten verantwortlich.

Menschenrechte

Amnesty International und der griechische Ombudsmann für Menschenrechte weißen regelmäßig auf Defizite beim Menschenrechtsschutz hin. Vor allem die Behandlung von Migranten und Roma-Familien ist ungenügend. Über eine Verletzung von Minderheitenrechten beklagt sich regelmäßig die in Westthrazien lebende muslimische Minderheit. Aus griechischer Sicht darf sie nicht „türkische Minderheit“ genannt werden, da der Friedensvertrag von Lausanne, der 1923 den griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch regelte, die Minderheiten religiös definierte. Die kleine Zahl slawischsprachiger Bürger wird nicht als Minderheit anerkannt.

Asylpolitik und Flüchtlingssituation

In der Flüchtlings- und Asylpolitik wird Griechenland immer wieder von NGO kritisiert. Vor allem der große Zustrom von Flüchtlingen aus afrikanischen Ländern macht dem Land zu schaffen. 2011 kamen 55.000 Flüchtlinge über die griechisch-türkische Grenze in die EU. Einen Asylantrag können die Migranten in Griechenland nicht stellen. Denn in Griechenland gibt es keine funktionierende Asylbehörde. Nach Berichten der Tagesschau im März 2012 sind elf Leute an Personal für die gesamte Flüchtlingsregistrierung zuständig.[41]

Neben den registrierten Flüchtlingen dürfte nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes (Stand 2012) die Dunkelziffer beträchtlich sein. 2010 wurde ein Nationaler Aktionsplan für die Asylreform und das Migrationsmanagement beschlossen, der neben dem Aufbau von Behörden zur Erstaufnahme und Asylverfahrensdurchführung auch den Auf- und Ausbau von Auffangeinrichtungen für Migranten vorsieht. Daneben erhofft sich die griechische Regierung, vom dem baldigen Beitritt Bulgariens und Rumäniens zum Schengenraum Entlastung für die eigenen Außengrenzen.

Die griechische Regierung forderte immer wieder die Unterstützung durch die EU bei der Sicherung seiner Außengrenzen, etwa durch die Stärkung von FRONTEX und die Aushandlung von Rücknahmeabkommen zwischen der EU und den Herkunfts- und Transitstaaten. Die Konzentration tausender illegaler Einwanderer in griechischen Städten führte in der Vergangenheit öfter zu sozialen Spannungen.

Politik

Datei:Athens Parliament 4-2004.JPG
Das griechische Parlament

Die aktuelle Verfassung Griechenlands trat am 11. Juni 1975 in Kraft, wurde jedoch 1986 und nochmals 2001 grundlegend reformiert. Sie definiert Griechenland als parlamentarische Republik nach sozialen und rechtsstaatlichen Prinzipien.

Staatspräsident

Der griechische Staatspräsident (griech. Πρόεδρος της Δημοκρατίας/Próedros tis Dimokratías) ist das Staatsoberhaupt des Landes und bildet zusammen mit der Regierung die Exekutive. Er wird alle fünf Jahre mit einer Zweidrittelmehrheit durch das Parlament gewählt und hat im politischen Alltag vor allem eine repräsentative Funktion inne. Zu seinen Aufgaben gehört die Vereidigung des Premierministers und der von diesem vorgeschlagenen Minister. Der griechische Staatspräsident besitzt zusätzlich auch ein generelles Vetorecht im Parlament, dieses kann jedoch mit der absoluten Mehrheit der Abgeordneten überstimmt werden. Unter besonderen Umständen gestattet die Verfassung ihm, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen. Voraussetzung dafür ist, dass das Parlament zwei Regierungen in Folge das Misstrauen ausspricht. Darüber hinaus ist es dem Staatspräsidenten möglich, die Regierung aufzulösen, sofern diese einen Antrag darauf stellt oder das Parlament ein erfolgreiches Misstrauensvotum durchgeführt hat. Der insgesamt relativ eingeschränkte Handlungsspielraum des Staatsoberhauptes wird auch daran deutlich, dass alle seine hoheitlichen Handlungen durch den zuständigen Minister gegengezeichnet werden müssen. Erweiterte Befugnisse erhält der Staatspräsident lediglich im Notstandsfall. Er kann dann auf Vorschlag der Regierung gesetzgeberisch tätig werden. Der griechische Staatspräsident ist ebenfalls Oberbefehlshaber der griechischen Streitkräfte, die Verfassung untersagt es ihm jedoch, den Verteidigungsfall auszurufen sowie Bündnisse und Verträge zu schließen.

Der amtierende Staatspräsident Griechenlands ist seit Januar 2005 Karolos Papoulias.

Parlament

Das griechische Parlament (griech. Βουλή των Ελλήνων/Voulí ton Ellínon) besteht aus einer Kammer mit 300 Sitzen und wird alle vier Jahre in geheimer, allgemeiner, freier, gleicher und unmittelbarer Wahl nach dem so genannten verstärkten Verhältniswahlrecht besetzt. Eine Besonderheit des griechischen Wahlsystems ist, dass die Partei mit dem größten Stimmenanteil 50 zusätzliche Mandate im Parlament erhält. Dabei werden 288 Abgeordnete in den 56 Wahlkreisen des Landes sowie 12 Abgeordnete über landesweite Parteilisten gewählt. Das Parlament besitzt neben der Gesetzgebung das Recht, der Regierung oder einzelnen Mitgliedern das Vertrauen über ein Misstrauensvotum mit absoluter Mehrheit zu entziehen und den Staatspräsidenten oder Regierungsmitglieder mit einer Zweidrittelmehrheit anzuklagen. Das Initiativrecht der einzelnen Parlamentarier ist beschränkt, da die Regierung legislative Kompetenzen des Parlaments über Rechtsverordnungen der Regierung oder untergeordneten Organen übertragen kann. Zu den besonderen Charakteristiken des griechischen Parlaments und seiner Konstituierung zählt, dass die quantitative Stärke einer Partei im griechischen Parlament darüber entscheidet, wer vom Staatspräsidenten zum Regierungschef ernannt werden muss. In der Rangfolge der Mandatszahl wird vom Präsidenten jeweils der Parteivorsitzende mit der Regierungsbildung beauftragt; gelingt dies nicht, erhält die nächstkleinere Partei die Gelegenheit. In Bezug auf die Opposition besteht – wie innerhalb der Europäischen Union sonst nur in Deutschland und Portugal – das Recht, Untersuchungsausschüsse einzusetzen (Minderheitenquorum).

  Parlamentswahl in Griechenland, Mai 2012
  Partei   % Stimmen   Sitze  
  Nea Dimokratia
1px 1px  18,85 %
1.191.495   108 
  SY.RIZ.A.
1px 1px  16,78 %
1.060.718   52  
  PA.SO.K.
1px 1px  13,18 %
833.065   41  
  ANEL
1px 1px  10,60 %
670.294   33  
  K.K.E.
1px 1px  8,48 %
535.851   26  
  Chrysi Avgi
1px 1px  6,97 %
440.712   21  
  Demokratische Linke
1px 1px  6,11 %
385.935   19  

Siehe auch: Politische Parteien in Griechenland, Liste der politischen Parteien bei der Parlamentswahl 2012

Am 6. Mai 2012 gelang keiner der Parteien das Erringen einer klaren Mehrheit, selbst eine Koalition der stärksten und bislang regierenden Parteien Nea Demokratia und Pasok führte zu nur 149 von 300 Sitzen.[42][43]

Regierung

Die Regierung Griechenlands wird als Ministerrat (griech. Υπουργικό Συμβούλιο/Ypourgikó Symvoúlio) bezeichnet und besteht aus dem Premierminister (Πρωθυπουργός/Prothypourgós) und den Ministern (Υπουργοί/Ypourgí). Nach einer Parlamentswahl beginnt die Regierungsbildung, wobei traditionell der Parteichef der größten Fraktion den Premierminister stellt. Dieser entscheidet über die Zusammensetzung seines Kabinetts und der Staatssekretäre und hat nach der Ernennung durch den Staatspräsidenten und erfolgreich verlaufener Vertrauensfrage im Parlament die Richtlinienkompetenz innerhalb der Regierung. Die Rechte des Premierministers wurden in der Verfassungsreform 1986 deutlich ausgeweitet, mit dem Ergebnis, dass die „vollziehende Funktion“ klar beim Regierungschef liegt, der trotz der Kollegialität des Ministerrates auch verfassungsrechtlich der Mittelpunkt der politischen Macht in Griechenland ist. Demgegenüber können die Minister zwar selbstständig ihr Ressort verwalten, müssen aber politische Interventionen des Premierministers akzeptieren, da die Richtlinienkompetenz und das Vorschlagsrecht zur Ernennung und Entlassung der Minister beim Regierungschef liegen. Die Regierung kann nur auf eigenen Antrag hin oder nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum des Parlaments entlassen werden.

Aus den wegen der Wirtschaftskrise vorgezogenen[44] Parlamentswahlen in Griechenland 2009 ging die Pasok als Sieger hervor. Daraufhin wurde ihr Spitzenkandidat Giorgos Papandreou am 6. Oktober 2009 als Premierminister vereidigt. Am 9. November 2011 erklärte er offiziell seinen Rücktritt.[45] Am 11. November 2011 wurde Loukas Papadimos vereidigt. Das Kabinett Papadimos ist seit dem 10. November 2011 im Amt.

 Griechische Premierminister 1990 bis 2011
 Konstantinos Mitsotakis  Andreas Papandreou  Konstantinos Simitis  Kostas Karamanlis  Giorgos Andrea Papandreou  Loukas Papadimos
 11. April 1990 – 13. Oktober 1993  13. Oktober 1993 – 22. Januar 1996  22. Januar 1996 – 10. März 2004  10. März 2004 – 6. Oktober 2009  6. Oktober 2009 – 10. November 2011   10. November 2011 – heute

Siehe auch: Liste der griechischen Premierminister

Innenpolitik

Zentrale Themen der griechischen Innenpolitik sind die Konsolidierung des Staatshaushaltes, die Bekämpfung der hohen Arbeitslosigkeit, die Deregulierung sowie die Privatisierung des öffentlichen Sektors, die Förderung der griechischen Wirtschaft, die notwendige Umstrukturierung des überschuldeten staatlichen Rentenversicherungssystems, die Reformierung des Gesundheits- und Bildungssystems sowie die Bekämpfung der illegalen Einwanderung. Nach dem Tod eines Jugendlichen, der von der Kugel eines Polizisten getroffen worden war, kam es 2008 zu landesweiten Ausschreitungen.

Nach dem Regierungswechsel 2009 kam es zu Protesten gegen den Sparhaushalt, mit der die neue Regierung das Staatsdefizit senken möchte, was aufgrund der von allen bisherigen Regierungen gleichermaßen hochgeschraubten Staatsausgaben und der verbreiteten Korruption als schwierige Aufgabe gilt.[46]

Religions- und Minderheitenpolitik

Die orthodoxe Kirche übt wesentlichen Einfluss auf das griechische Bildungswesen aus, wobei die besondere Stellung der griechisch-orthodoxen Konfession als „vorherrschender Religion“ in der griechischen Verfassung festgelegt ist. Obwohl ihr in der Verfassung nicht ausdrücklich der Status einer Staatskirche zuerkannt wird, wird Griechenland aufgrund der engen institutionellen Verflechtung von Staat und Orthodoxer Kirche im konstitutionellen Recht, ebenso wie z. B. Großbritannien und Dänemark, der Kategorie von Staaten mit einer Staatskirche zugeordnet. So untersteht die orthodoxe Kirche auch teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt bzw. neu gewählte Regierungen vom orthodoxen Erzbischof vereidigt werden.

1982 wurde das Familienrecht dahingehend geändert, dass standesamtliche Trauungen möglich wurden. Bis dahin fanden Ehebündnisse, welche nicht nach dem griechisch-orthodoxen, jüdischen, muslimischen oder römisch-katholischen Ritus geschlossen wurden, keine staatliche Anerkennung. So galten Kinder aus Ehen von Protestanten oder Zeugen Jehovas vor dem Gesetz als unehelich.[47]

Die muslimischen Türken, Pomaken und Roma Westthrakiens werden auf der Grundlage des Lausanner Friedensvertrags von 1923 zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige Sonderrechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Abkommen), Koranschulen, Autonomie in Angelegenheiten des Familienrechts gemäß der Scharia etc. In den letzten Jahrzehnten fand zunehmend eine Assimilation der ca. 30.000 den als Pomakisch bekannten Rhodope-Dialekt des Bulgarischen sprechenden muslimischen Pomaken an die Gruppe der Türken statt. Diese grenzen sich scharf von der sehr heterogenen Gruppe der romani- und türkischsprachigen muslimischen Roma ab.

Die muslimische Minderheit bildete Anfang der 90er-Jahre Parteiformationen. Diese waren zeitweise durch zwei Abgeordnete (die Türken Sadık Ahmet und İbrahim Şerif) im Parlament vertreten, was jedoch nach der Erhöhung der Ein-Prozent- auf eine Drei-Prozent-Hürde nicht mehr gelang. Aktuell stammt ein Abgeordneter der konservativen Volkspartei Nea Dimokratia aus der muslimischen Minderheit (der Türke İlhan Ahmet). Konfliktpunkte mit dem griechischen Staat bestehen in der aktuell untersagten Benennung von Vereinen unter Verwendung des Adjektivs „türkisch“ und dem Anliegen, die führenden islamischen Rechtsgelehrten (Muftis), die zurzeit als Beamte vom Staat ernannt werden, durch Wahlen zu bestimmen.

Vor 1990 lebten bis auf die erwähnten Minderheiten nur wenige Ausländer in Griechenland. Aufgrund einer wenig restriktiven Politik gegen Einwanderer ist Griechenland prozentual zum EU Land mit den meisten Ausländern geworden. Der griechische Staat ist um eine Assimilation der Neuangekommenen bemüht, der Erwerb der Staatsbürgerschaft für Einwanderer wurde mehrmals vereinfacht. Gegenwärtig ist ein Aufenthalt von 5 Jahren in Griechenland notwendig. Seit 2010 wird die Staatsbürgerschaft bei Geburt in Griechenland oder den Besuch der ersten drei Grundschuljahre oder 6 Schuljahren in Griechenland automatisch erteilt, eine Beantragung ist nicht notwendig.[48]

Außenpolitik

Griechenland ist 1952 der NATO beigetreten und ist seit 1981 Mitglied in der Europäischen Union. Darüber hinaus bestehen Mitgliedschaften bei zahlreichen internationalen Organisationen und Foren wie zum Beispiel den Vereinten Nationen, der OECD, der Weltbank, dem Europarat, dem Internationalen Währungsfonds, der UNESCO oder auf regionaler Ebene der BSEC und der SEECP.

Auf technologischem sowie wissenschaftlichem Gebiet unterstützt oder beteiligt sich Griechenland an verschiedenen internationalen Projekten wie z. B. dem Large Hadron Collider (CERN) oder der Bibliotheca Alexandrina und ist unter anderem Mitglied bei der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA). Von 2005 bis 2007 war das Land als nichtständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat vertreten. Friedenspolitisch engagiert sich das Land bei mehreren internationalen Auslandsmissionen und Entwicklungsprojekten unter anderem in Afghanistan (ISAF), im Sudan (UNMIS), in Georgien (UNOMIG), in Bosnien-Herzegowina (EUFOR), im Kosovo (KFOR) oder in Albanien (NHQT).

Amtierender Außenminister ist seit September 2010 Dimitris Droutsas.

Siehe auch: Liste der Außenminister Griechenlands

Griechenland in der Europäischen Union

Der Weg Griechenlands in das europäische Gefüge begann am 8. Juni 1959 mit dem Antrag des Landes auf Assoziierung mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und den darauffolgenden Assoziierungsverhandlungen. Die Unterzeichnung des Vertrages zur Assoziierung des Landes erfolgte am 9. Juli 1961 und führte am 1. November 1962 zur Assoziierung Griechenlands mit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Nach den politischen Wirren zur Zeit der Militärdiktatur und der damit verbundenen Aussetzung des Assoziationsabkommens in den Jahren von 1967 bis 1974 reichte Griechenland am 12. Juni 1975 den offiziellen Antrag zur Aufnahme des Landes in die Europäische Gemeinschaft ein. Nach Beginn der Beitrittsverhandlungen am 27. Juli 1976 und der Unterzeichnung der Beitrittsakte am 28. Mai 1979 trat Griechenland am 1. Januar 1981 als zehnter Staat der Europäischen Gemeinschaft bei, was zugleich auch den Beginn der Süderweiterung der Gemeinschaft darstellte. Am 6. November 1992 trat Griechenland dem Schengener Abkommen bei.

Das Land hat mit dem Beitritt in die Europäische Gemeinschaft z. B. eine allgemeine Stabilisierung der nationalen Wirtschaft erfahren, die Europabegeisterung in der Bevölkerung hielt sich jedoch zunächst in Grenzen. Der Grund hierfür lag vor allem an der Tatsache, dass sich positive Auswirkungen der Mitgliedschaft schleppend sowie für breite Teile der Bevölkerung eher unsichtbar einstellten. So befürchtete man den Verlust politischer Autonomien und eine Wettbewerbsnachteil lokaler Unternehmen zugunsten ausländischer Konzerne. Diese Befürchtungen spiegelten sich unter anderem auch in der europakritischen Haltung der Regierung unter Andreas Papandreou wider, dessen Politik oft im Gegensatz zur Politik anderer europäischer Staaten stand. Ein weiterer Grund für die anfängliche Europaskepsis ergab sich aus dem Umstand, dass der Beitritt des Landes in die Europäische Gemeinschaft nicht die erhoffte Überwindung der geopolitischen Kluft zwischen West- und Osteuropa brachte. Griechenland blieb aufgrund der Trennung Europas (Kalter Krieg) zunächst trotz seiner Mitgliedschaft von den westlichen Nationen geografisch abgetrennt.

Heute ist eine starke Integrationsfreudigkeit der griechischen Bevölkerung zu verzeichnen. Griechenland setzt sich innerhalb der Europäischen Union für ein offenes Europa ein, das dem engeren Europabild anderer Mitgliedsländer gegenübersteht. Die geopolitische Lage ist zudem für alle größeren politischen Parteien mit Ausnahme der kommunistischen Partei KKE eine Motivation, die europäische Integration weiter voranzutreiben und begründet das Interesse, den Balkan an Europa anzubinden sowie die Befürwortung eines EU-Beitritts der Türkei. Ein integriertes und starkes Europa wird dabei als Grundlage für die regionale Bindung angesehen. Weitere Schwerpunkte der griechischen Politik in der Europäischen Union sind beispielsweise eine gemeinsame Immigrations- und Asylpolitik oder eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, die ein stärkeres Gegengewicht zur NATO bzw. den USA einnehmen soll.

Griechenland hatte im ersten Halbjahr des Jahres 2003 die EU-Ratspräsidentschaft unter dem sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Konstantinos Simitis inne. Sie stand im Zeichen der Osterweiterung der Europäischen Union, der Ausarbeitung eines Verfassungsvertrages durch den Reformkonvent sowie des Irak-Krieges und seiner Auswirkungen auf die Europäische Union. Als historischer Höhepunkt gilt dabei die Unterzeichnung der Beitrittsverträge mit den zehn neuen EU-Mitgliedsstaaten am 16. April 2003 in Athen als der Geburtsstätte der Demokratie, was als symbolische Weichenstellung für die Zukunft Europas betrachtet wurde.

Internationale Beziehungen

Griechenland verfolgte in den Jahren ab 1996 unter Premierminister Konstantinos Simitis und Außenminister Giorgos Papandreou verstärkt eine Politik der europäischen Integration. Im Zentrum standen dabei eine stärkere Abstimmung der griechischen Europapolitik zur Politik der Europäischen Union, der Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit mit den Staaten Südosteuropas und die Annäherung an die Türkei. Dies führte zu einer Vielzahl bi- und multilateraler Projekte zwischen Griechenland und den Staaten des Balkans sowie zu einer Reihe vertrauensbildender Abkommen mit der Türkei. Im Jahr 2002 ratifizierte das griechische Parlament ein Hilfsprogramm in Höhe von 550 Mil. Euro für Südosteuropa, mit dem Ziel, die Stabilität und den wirtschaftlichen Wiederaufbau in der Region zu unterstützen.

Die Beziehungen des Landes zu Deutschland finden seit dem 19. Jahrhundert auf staatlicher Ebene statt. Allgemeine Beziehungen bestehen seit der Aufklärung (mit dem Philhellenismus) und den Auslandsgriechen (z. B. Gründung der griechischen Gemeinde Leipzig um 1700).

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges besteht eine Kontinuität auf verschiedenen Ebenen. 1953 unterzeichnete Griechenland das Londoner Schuldenabkommen, verzichtete damit auf die Begleichung von Vorkriegsschulden durch Deutschland und trug damit zur Wiederherstellung der Kreditfähigkeit Deutschlands bei.[49] Griechenland war nach 1945 das erste Land, das einen deutschen Bundespräsidenten einlud, während sich die Weltgemeinschaft zurückhielt. Die Einladung wurde von Ernst August von Hannover im Auftrag des griechischen Königs Paul überreicht und Theodor Heuss machte seinen ersten Staatsbesuch nach Griechenland. Tausende Athener gingen zum Bahnhof, wo das Begrüßungszeremoniell stattfand. Bei seiner Rückkehr in Deutschland bezeichnete Heuss die Reise als Rückwanderung in die eigene geistige Heimat.[50] Der Außenminister Heinrich von Brentano nahm die euphorische Stimmung zum Anlass, bilaterale Abkommen im Bereich Kultur und Erziehung abzuschließen. Ausländische Botschafter blieben dem offiziellen Empfang demonstrativ fern.

Die politischen Kontakte bewegen sich bis heute auf einem hohen Niveau. Die Treffen der Regierungschefs sowie der einzelnen Fachminister und Außenminister beider Länder zeigen eine breite Übereinstimmung, insbesondere auch für europapolitische Themen. Das letzte Treffen auf höchster Regierungsebene fand am 23. Februar 2011 zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou in Berlin statt.[51]

Die Beziehungen Griechenlands zu den Ländern Südosteuropas können heute weitgehend als ausgeglichen betrachtet werden. Die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen „Erzfeind“ Türkei in den letzten Jahren gelten hierbei als ein richtungsweisender Schritt. Unter Ausklammerung einiger politischer Fragen hat eine wirtschaftliche und kulturelle Annäherung der beiden Staaten stattgefunden. Von öffentlicher Seite wurde beispielsweise die Bahnverbindung Thessaloniki–Istanbul aufgewertet und Grenzformalitäten vereinfacht. Griechenland gilt mittlerweile als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts der Türkei. Aktuelle kritische Fragen sind die häufigen Tiefflüge türkischer Kampfjets über griechische Inseln der Ägäis,[52] sowie das Flüchtlingsproblem, da viele illegale Einwanderer über die Türkei eingeschleust werden.

Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, wird heute von einer engen Zusammenarbeit geprägt. Die Beziehungen zu Albanien wurden in der Vergangenheit und seit dem Fall des Eisernen Vorhangs immer wieder durch eine starke und unkontrollierte Migrationsbewegung albanischer Wirtschaftsflüchtlinge belastet. Die Kontakte zu Bulgarien, Rumänien sowie Serbien – das als historischer Verbündeter gilt – sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung neuer Grenzübergänge vereinbart und es wurden verschiedene Infrastrukturprojekte in Angriff genommen. Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Republik Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv, das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Bezeichnung Republik Mazedonien durch die USA im November 2004. Unabhängig von diesem Problem haben sich in den vergangenen Jahren die nachbarschaftlichen Beziehungen sowie die wirtschaftliche Kooperation beider Staaten in einem besonderen Maße entwickelt.

Die transatlantischen Beziehungen zwischen Griechenland und den USA sind zwar traditionell gut, es herrschen jedoch in Teilen der Bevölkerung historisch bedingte Vorbehalte gegenüber der amerikanischen Außenpolitik. Die ablehnende Haltung gegenüber dem völkerrechtlich umstrittenen Einsatz in Serbien im Rahmen der NATO 1999 sowie die Ablehnung einer Teilnahme an dem von den Vereinigten Staaten angeführten Militäreinsatz im Irak im Jahr 2003 belasteten in den letzten Jahren das Verhältnis beider Staaten. Das letzte Treffen führender Politiker beider Staaten fand am 26. April 2006 zwischen der US-Außenministerin Condoleezza Rice, der griechischen Außenministerin Dora Bakogianni und dem Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis in Athen statt.

Griechenland pflegt aufgrund seiner geographischen Lage im Allgemeinen relativ gute Kontakte zu mehreren Staaten des Nahen Ostens und unternahm in der Vergangenheit verschiedene Versuche, in den einzelnen Krisenregionen zu vermitteln. In den letzten Jahren wurden diese Beziehungen zur Stärkung der von den USA geführten Antiterrorkoalition eingebracht. Auch zu den Palästinensern hat Griechenland traditionell gute Kontakte. Während des zweiten Libanonkrieges zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah im Jahr 2006 gehörte Griechenland zu den Staaten, die sich für einen sofortigen Waffenstillstand einsetzten. Zu Israel hatte Griechenland lange Zeit keine besonderen politischen Beziehungen, dies änderte sich nach dem Regierungswechsel Ende 2009. Seitdem wurde auch mit Unterstützung der Opposition die Beziehungen zu Israel intensiviert.

Siehe auch: Europäische Sicherheitsstrategie

Verteidigungspolitik und Militär

Griechenland ist Mitglied der NATO und unterhält eine Wehrpflichtarmee, die sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftstreitkräfte und Marine untergliedert.

In Griechenland gilt eine allgemeine Wehrpflicht für Männer zwischen 18 und 45 Jahren, die Wehrdienstdauer für Wehrpflichtige beträgt zurzeit (2008) zwölf Monate. Verwitwete Väter bzw. ältere Brüder mit der Sorgepflicht für einen oder mehrere Minderjährige sind von der Wehrpflicht befreit. Für Auslandsgriechen, die auch im Ausland geboren sind, beträgt die Wehrdienstdauer nur drei Monate. Andere Auslandsgriechen, Einwanderer mit griechischem Pass und Geschwister einer Familie mit sechs oder mehr Kindern haben das Recht auf eine auf sechs Monate reduzierte Wehrdienstdauer. Für den ältesten Bruder dreier Geschwister, für die zwei ältesten Brüder vierer Geschwister, und für Väter beträgt sie neun Monate. Für Frauen gilt keine Wehrpflicht, sie können jedoch ohne Einschränkungen dem Militär beitreten.

Siehe auch: Griechische Streitkräfte

Politische Gliederung

Datei:Greece 2011 subdivisions de.svg
Die Verwaltungsgliederung Griechenlands

Hauptartikel: Politische Gliederung Griechenlands

Mit dem Kallikratis-Gesetz von 2010 wurden öffentliche Zuständigkeiten dezentralisiert und die Gliederung stark vereinfacht. 13 Regionen (Sg. periferia περιφέρεια) bilden ab 2011 die regionale Ebene. Sie werden durch ein eigenes Parlament und durch einen Regionspräsidenten repräsentiert. Die Regionen untergliedern sich weiter in insgesamt 325 Gemeinden (Sg. δήμος dimos), die die kommunale Ebene bilden, in ländlichen Gebieten jedoch eher deutschen Landkreisen vergleichbar sind. Damit ist die praktisch unverändert seit der Gründung des modernen Griechenland geltende Gliederung in zuletzt 54 Präfekturen (Sg. nomos νομός) aufgehoben; die Regionen, die bislang direkt durch den Staat regiert wurden, erhalten deutlich mehr eigene Kompetenzen. Die Zahl der bis 1997 knapp 6.000 Gemeinden, die 1997 durch das Kapodistrias-Programm auf 1.033 (2010: 1.034) reduziert wurde, hat sich erneut auf 325 verringert.

Die Mönchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki wird weitgehend autonom verwaltet und gehört auch nicht zum Steuergebiet der EU.

Siehe auch: Liste der Regionen Griechenlands, Liste der Gemeinden Griechenlands, Regionalwahlen in Griechenland 2010

Wirtschaft

Griechenland ist Teil des Europäischen Binnenmarkts. Zusammen mit 17 EU- Mitgliedstaaten (blau) bildet es eine Währungsunion, die Eurozone.

Die Wirtschaft Griechenlands ist eine marktorientierte Wirtschaft mit einer beschränkten staatlichen Intervention. Der Wandel Griechenlands von einem eher landwirtschaftlich orientierten Land zu einer modernen, dienstleistungsorientierten Wirtschaftsnation begann in den 1970er-Jahren mit einer Reihe grundlegender Reformen und der darauffolgenden Aufnahme Griechenlands in die Europäische Gemeinschaft im Jahr 1981. In den Folgejahren profitierte die griechische Wirtschaft zunehmend von der wirtschaftlichen Anbindung des Landes an das Wirtschaftsgeschehen der europäischen Industrienationen und den für die damals neu aufgenommenen Mittelmeerstaaten eingerichteten Kohäsionsfonds der Europäischen Gemeinschaft. Seit dem Jahr 2000 führten der Beitritt Griechenlands zur Eurozone,[53] extensive Infrastrukturmaßnahmen sowie verschiedene Großereignisse wie zum Beispiel die Olympischen Spiele im Jahr 2004 zu einer Stimulierung der griechischen Wirtschaft und einem wirtschaftlichen Aufschwung. Dies ging jedoch mit hohen Importüberschüssen einher, so dass sich eine Verschuldung gegenüber dem Ausland ansammelte[53], die jedoch (öffentliche Verschuldung) erst im Oktober 2009 von der neuen Regierung unter Giorgos Papandreou veröffentlicht wurde.[54]

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf des Landes belief sich im Jahre 2005 auf 16.130 Euro[55] bzw. 22.800 US-$. Im Vergleich mit dem BIP der Europäischen Union und ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Griechenland 2008 nach vorläufiger Schätzung von Eurostat (2010) einen Index von 94.3 (EU-27 Durchschnitt: 100, EU-15: 110.7).[56]

Seit der internationalen Finanzkrise und der griechischen Finanzkrise sind unter anderem BIP und Löhne gesunken, die Arbeitslosenzahlen deutlich gestiegen. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 2011 17,6%[57] (im zweiten Quartal 2010 noch bei 12,1%).[58] Besonders stark angestiegen ist die Arbeitslosigkeit unter den jungen Menschen (bis 24 Jahre; von 25% im Mai 2008 auf 40,1 % im Mai 2011).[59] Der wegbrechende Binnenmarkt (weniger Privatkonsum und Staatsinvestitionen) und gesunkene Produktionskosten führten zugleich zu einer stärkeren Exportorientierung: Die Exporte stiegen von 1040,3 Mio. € im Januar 2010 auf 1399,0 Mio. € im Januar und 1835 Mio. € im August 2011, jedoch liegen die Importe weiterhin deutlich über den Exporten.[60]

Aufgrund der natürlichen Gegebenheiten wird Griechenland ein hohes Potential für die Nutzung sowohl von Solar- als auch von Windenergie bescheinigt. Zwar ist der Anteil der Erneuerbaren Energien in der Energieversorgung Griechenlands derzeit noch gering, jedoch wächst ihr Anteil unter anderem aufgrund der staatlichen Förderung stetig. Bis 2020 will Griechenland 20 % der Primärenergie mit erneuerbaren Energien decken.[61]

Agrarsektor

Datei:Cloudy olive oil1.jpg
Frischgepresstes Olivenöl

Der Primärsektor in Griechenland verlor in der Vergangenheit immer stärker an Bedeutung. Der Anteil der Aktivitäten des primären Sektors an der Wirtschaftsleistung des Landes belief sich im Jahr 2004 auf 6,4 %. Angebaut werden vorzugsweise für den Export bestimmte Produkte wie Wein (→ Weinbau in Griechenland), Tabak und Oliven. Die wichtigsten Anbaugebiete für Weizen sind die Regionen Thessalien, West-Thrakien, Böotien und Makedonien. Die Nutztierhaltung in Griechenland beschäftigt sich überwiegend mit der Züchtung von Schafen und Ziegen. Die zwischenzeitlich neu gesteckten Ziele, die Viehzucht zu erweitern, führten zu einem verstärkten Anbau von Gerste, Mais und anderen Futterpflanzen. Für den Anbau von Obst und Gemüse ist der Boden Griechenlands geeignet; so gedeihen Grapefruit, Soja, Avocado und auch Spargel. Infolge der topographischen Verhältnisse wurde lange Zeit auf den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen verzichtet. Dies änderte sich mit der Intensivierung der Landwirtschaft. Dagegen steht immer noch die sehr kleine durchschnittliche Anbaufläche pro Betrieb. Aufgrund des maritimen Charakters des Landes wird dem Fischfang und der Fischzucht in Griechenland eine besondere Rolle zugewiesen. Der Beitrag des Agrarsektors am Export Griechenlands liegt bei 22 %.[62] Seit der Wirtschaftskrise ist die Zahl der Landwirte innerhalb von 2 Jahren um 40.000 gestiegen, die meisten Neubauern betreiben Bio-Landwirtschaft oder spezialisieren sich, beispielsweise auf die Schneckenzucht oder die Gewinnung von Trüffeln.[63]

Industriesektor

Der Sekundärsektor des Landes befand sich seit Mitte der 1990er-Jahre in stetigem Wachstum. Sein Anteil an der Wirtschaftsleistung Griechenlands betrug im Jahr 2004 22,2 %. Der Industriesektor in Griechenland wird durch eine hohe Anzahl von kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägt. Wichtigste Wirtschaftszweige sind die verarbeitende Industrie und die Bauindustrie. Produziert werden traditionell Nahrungsmittel, Textilprodukte, Metallprodukte, Erdöl- und Kohleprodukte, Chemikalien, Glas und Zement, Maschinen und darüber hinaus in neuerer Zeit auch zunehmend Technologie- und Telekommunikationsprodukte. Der Industriesektor trägt zu 59 %[62] zum Exportvolumen des Landes bei. Abnehmerländer griechischer Industrieprodukte sind unter anderem Deutschland, Italien, Großbritannien oder die Türkei. Griechenland ist heute der größte Investor im südöstlichen Europa.

Dienstleistungssektor

Datei:Aegean Navigator.jpg
Traditionell ist die Handelsschifffahrt von Bedeutung

Der Tertiärsektor ist der größte und wichtigste Wirtschaftssektor in Griechenland. Er erwirtschaftete im Jahr 2004 71,4 % der griechischen Wirtschaftsleistung. An zentraler Stelle stehen hierbei die Tourismusbranche, der Handel, der Schiffsverkehr sowie die Finanzdienstleistungen. Während der Handel, die Tourismusindustrie sowie die Schifffahrtsunternehmen schon immer eine besondere Position in der griechischen Wirtschaft eingenommen haben, entwickelten sich die Finanzdienstleistungen erst mit der Liberalisierung des Bankenwesens in Griechenland und spielen heute eine wichtige Rolle bei Investitionen sowohl in Griechenland als auch im südöstlichen Europa. Die griechische Schifffahrt hat international einen sehr hohen Stellenwert und bedient mit 3.618 griechisch kontrollierten Schiffen (über 1000 GRT) 18,6 %[62] des weltweiten Schiffsverkehrs. Der Tourismus trägt noch mit 10 %[62] zur Wirtschaftsleistung des Landes bei, dessen Bedeutung nimmt jedoch im Gegensatz zur Schifffahrt ab, die auch bei Konsumkrisen stabilere Wachstumsraten aufweist. Des Weiteren verfügen griechische Reedereien über eine der größten Eignerflotten, die zumeist jedoch auf Billigflaggen ausgeflaggt sind.

Wirtschaftsdaten

Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
in % gegenüber dem Vorjahr
Jahr 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Veränderung
in % gg. Vj.
3,4 4,5 4,2 3,4 5,9 4,4 2,3 4,5 4,3 1,3 −2,3 -4,2* -3,0*
Quelle: Eurostat[3] (Stand Herbst 2010) * = geschätzt
Entwicklung des BIP (nominal)
absolut (in Mrd. Euro) je Einwohner (in Tsd. Euro)
Jahr 2005 2006 2007 2008 2009 Jahr 2005 2006 2007 2008 2009
BIP in Mrd. Euro 189 204 219 228 230 BIP je Einw.
(in Tsd. Euro)
17,5 18,8 20,2 21,0 20,7
Quelle: Eurostat[3] (Stand Herbst 2010)
Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldos
in % gegenüber dem Vorjahr in % des BIP
(„minus“ = Defizit im Staatshaushalt)
Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
Inflationsrate 3,4 3,0 3,5 3,3 3,0 4,2 1,3 Haushalts-
saldo
−5,6 −7,5 −5,2 −5,7 −6,4 −9,4 -15,4
Quelle: Eurostat[3] (Stand Herbst 2010)

Staatshaushalt

2010 verbuchte Griechenland rund 90 Mrd. Euro an Staatseinnahmen. Dem gegenüber standen Staatsausgaben in Höhe von ca. 114 Mrd. Euro. Das Staatsdefizit belief sich auf über 24 Mrd. Euro beziehungsweise 10,5 % des BIP. Der Schuldenstand des Staates beläuft sich per Ende 2010 auf 142,8 % des BIP[64]. Die Europäische Kommission geht in ihrer Prognose vom Herbst 2010 von einem Ansteigen der Verschuldung auf 150,2 % im Jahr 2011 aus.[3]

Infolge der internationalen Finanzkrise, die im Jahr 2007 ihren Ausgang genommen hat, stieg die Verschuldung des griechischen öffentlichen Haushalts massiv an. Die damalige griechische Regierung gab umfangreiche Garantien für die Banken und unterstützte die Geldhäuser mit neuem Eigenkapital. Diese Rettungspakete machten die Bank-Risiken zu Staatsrisiken, dies führte nach einer EZB-Studie bei den Staatsanleihen zu höheren Risikoprämien.[65]

Ein allgemeines Problem in Griechenland ist eine verzweigte Klientelpolitik und Korruption, welche die Ausgaben des Staates beeinflussen, die dadurch oftmals von Ineffizienz betroffen waren bzw. noch immer sind. Des Weiteren besteht in Griechenland auch eine große Schattenwirtschaft, Steuerhinterziehung ist im Bereich der Konzerne, mittleren Unternehmen und Freiberufler sehr verbreitet. Es gibt nur eine geringe Kontrolle der Unternehmen durch Finanzbedienstete.[66] 2007 lagen die effektiven Steuern auf Einkommen aus Gewinnen und Vermögen in Griechenland bei 15,9 %. In Deutschland lag der Satz bei 24,4 %, den Höchstwert in der EU gibt es im Vereinigten Königreich mit 42,7 %.[67] Außerdem sind die Militärausgaben mit ca. 4 % des BIP deutlich höher als die anderer europäischer Staaten.[68]

Griechenland ist, gemessen an der Gesamtverschuldung im Verhältnis zum BIP, das am höchsten verschuldete Mitgliedsland der Europäischen Union.

Jahr 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
Staatsverschuldung 101,7 % 97,4 % 98,6 % 100,0 % 106,1 % 107,4 % 113,0 % 129,3 % 145,0 % 165,3 %
Haushaltssaldo -4,8 % -5,6 % -7,5 % -5,2 % -5,7 % -6,5 % -9,8 % -15,8 % -10,3 % -9,1 %
Quelle: Eurostat[69] (Stand 7. Mai 2012)

Schulden-, Wirtschafts- und Finanzkrise

Entwicklung bis Mitte 2010

Datei:StaatssaldoPIGS.PNG
Finanzierungssaldo des Staates in % des Bruttoinlandsprodukts. Nach Ameco-Daten.

Nach der Regierungsübernahme hat die neue Regierung von Ministerpräsident Giorgos Andrea Papandreou Ende November 2009 das Ausmaß der bisher in Griechenland verschleierten Haushaltedefizite und Staatsschuldenstände öffentlich gemacht. Das jährliche Staatsdefizit würde in 2009 nun 12,7 % des Bruttoinlandsproduktes (BIP) statt der gemäß EU-Konvergenzkriterien erlaubten 3% betragen[70] und der Staatsschuldenstand für 2010 würde 121 % des BIP statt der nach den EU-Konvergenzkriterien maximal erlaubten 60 % betragen.

Nach dieser Offenlegung geriet Griechenland in eine Staatsschuldenkrise und bat im April 2010 die EU sowie den IMF um finanzielle Unterstützung, um eine Staatsinsolvenz von Griechenland abzuwenden.

Bei einer Betrachtung aller Privatvermögen war Griechenland per Saldo in 2008 mit rund 76 % des Bruttoinlandsprodukts geringer verschuldet. Durch die übermässige Kapitalflucht griechischer Bürger ins Ausland sowie erheblichen in Griechenland üblichen Steuerhinterziehungen war der griechische Staat jedoch trotzdem in einer finanziell angespannten Lage und musste das Ausland im Rahmen der Staatsschuldenkrise um finanzielle Unterstützung bitten. [71]

Der Vorsitzende des EU-Finanzministerrates Anders Borg schätzte bereits zum Jahreswechsel 2009/2010 die Finanzlage in Griechenland als dramatisch ein.[46][72][73] Am 3. Februar 2010 beschloss die EU-Kommission, den griechischen Haushalt unter EU-Kontrolle zu stellen. Die Regierung in Athen erhielt die Auflage, alle zwei bis drei Monate in Brüssel über ihre Einsparungserfolge Bericht zu erstatten. Bis 2012 muss das Land die Neuverschuldung unter die Marke von 3 % des Bruttoinlandprodukts drücken; das entspricht einer Senkung um 75 %.[74] Jean-Paul Fitoussi, Ökonom und Wirtschaftsberater des französischen Staatspräsidenten, verwies hingegen darauf, dass Griechenland nur 3 % der Eurozone ausmache und sich nicht in einem katastrophalen Zustand befinde.[75] Auch zweifelte er die Beurteilungen der Ratingagenturen an, die in der Vergangenheit falsch gelegen und dadurch die Wirtschaftskrise ausgelöst hätten.[76]

Nach einem Bericht der New York Times vom Februar 2010[77] haben US-Banken wie Goldman Sachs und JP Morgan Griechenland in den letzten zehn Jahren dabei geholfen, das Ausmaß seiner Staatsverschuldung zu verschleiern. So seien neu aufgenommene Kredite als Währungsgeschäfte verbucht worden. Im Gegenzug seien künftig zu erwartende Einnahmen, zum Beispiel aus Flughafengebühren und Lotteriegewinnen, abgetreten worden.[78] Es stellte sich im Nachhinein heraus, dass der Beitritt Griechenlands zur Eurozone 2001 auf der Basis geschönter Angaben der Regierung, insbesondere unter Verschleierung des hohen Staatsdefizits erfolgt war.[79]

Das Problem verschärfte sich im April 2010 wegen eines erheblichen Kursanstieges im Handel von Credit Default Swaps (durch einen Massenaufkauf von mehreren Großbanken),[80] die als Versicherung gegen den Ausfall von griechischen Staatsanleihen dienen.[81]

Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertete die Bonität Griechenlands mit BB+/B, Moody’s mit A3 und Fitch Ratings mit BBB- (Stand 27. April 2010).[82] Am 14. Juni 2010 senkte auch Moody's das Rating für griechische Staatsanleihen auf Ba1 und somit auf Ramschniveau.[83] Der Zinsabstand zwischen deutschen und griechischen zehnjährigen Staatsanleihen betrug am 24. Juni 2010 ca. 7,8 Prozentpunkte.[84]

Nachdem die Zinsen für 10-jährige Staatsanleihen im April 2010 auf über 8,5 % angestiegen waren, musste die griechische Regierung am 23. April 2010 vor dem Druck der Finanzmärkte kapitulieren und um ausländische Finanzhilfen mit dem Ziel ersuchen, eine Insolvenz abzuwenden.[85] In der Nacht zum 10. Mai 2010 einigten sich die EU und der IWF auf Kredite in Höhe von 110 Mrd. Euro zur Stützung der besonders betroffenen europäischen PIIGS-Staaten, zu denen auch Griechenland gezählt wird. Die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen wird unter Fachleuten kontrovers diskutiert.[86] EZB und andere EU-Staaten kauften außerdem griechische Staatsschulden von Banken und Fonds im Umfang von rund 100 Milliarden Euro (bis Juli 2011) auf.[87]

Maßnahmen und weitere Entwicklung

Am 3. März 2010 wurde eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 21 % und eine Kürzung der Beamtengehälter beschlossen. Dadurch sollen jährlich 4,8 Milliarden Euro eingespart werden.[88] Am 2. Mai 2010 beschloss die griechische Regierung ein mit IWF und EU ausgehandeltes Maßnahmenpaket. Bis 2013 sollen unter anderem durch Abbau von Verwaltungen und Gehaltssenkungen etwa 30 Milliarden Euro gekürzt werden:[89]

Insgesamt wurden mit der griechischen Austeritätspolitik die Staatsausgaben zunächst um zehn Prozent zurückgefahren und das staatliche Haushaltsdefizit nahm bis August 2010 zunächst ab. Im Gegenzug nahmen jedoch die Haushaltsdefizite bzw. Insolvenzen im privaten Bereich wie auch die Anzahl der Arbeitslosen zu. Die Investitionen, das BIP und somit auch die darauf beruhenden Steuereinnahmen sind zurückgegangen.[90] Die Renditen und Risikoaufschläge auf griechische Staatsanleihen stiegen auf dem Finanzmarkt wieder an,[91] erreichten (je nach Anlage) Ende 2010/Anfang 2011 wieder das Niveau der Krise im Mai und stiegen seitdem weiter an (siehe Grafik). Da unter anderem einerseits durch die hohe Arbeitslosigkeit die Staatseinnahmen gesunken sind, zugleich der Staat erhöhte Ausgaben zur Arbeitslosenabsicherung tätigen muss,[92] steigt die Staatsverschuldung noch deutlicher an.

Am 7. März 2011 stufte die Ratingagentur Moody’s die Bonität Griechenlands weiter um drei Noten von "Ba1" auf "B1" zurück. Begründet wurde dieser Schritt, der auf heftigen Protest der griechischen Regierung stieß, hauptsächlich mit der Ungewissheit, ob die griechische Regierung ihr sehr ambitioniertes Sparprogramm tatsächlich umsetzen könne.[93] Am 30. März 2011 senkte auch Standard & Poor's erneut die Bonitätsnote von BB+ auf BB-.[94] Am 20. Mai 2011 folgte die Senkung des Fitch-Ratings von BB+ auf B+[95]

Das griechische Parlament stimmte auf Forderung von EU und IWF dem dritten Kürzungspaket der Regierung am 29. Juni 2011 zu. Bis 2015 will die griechische Regierung damit weiter rund 78 Milliarden Euro einsparen (rund 28 Milliarden Euro durch Leistungskürzungen und Steuererhöhungen, 50 Milliarden durch Privatisierungen und Verkauf staatlicher Immobilien).[96]

Verkehr

Personenschifffahrt

Datei:Highspeed 5.jpg
Beladung einer Katamaran-Schnellfähre

Neben der traditionell großen Bedeutung der Handelsschifffahrt für die Wirtschaft Griechenlands, kommt aufgrund der langen Küstenlinie und dem Inselreichtum auch der Personenschifffahrt eine besondere Bedeutung zu.

Aufgrund seiner Nähe zu Athen ist der wichtigste Hafen für Inlandsverbindungen nach wie vor Piräus, jedoch nimmt die Bedeutung des Hafens Rafina zu, der auch über Ausbaumöglichkeiten verfügt. Fährschiffe verkehren zu allen größeren Inseln und von dort zu benachbarten kleineren. Für die Fernverbindungen nach Italien sind die Häfen Igoumenitsa (für den Westen und Norden des Landes) sowie Patras auf dem Peloponnes (für den Süden des Landes) von Bedeutung.

Straßenverkehr

Datei:Un-greece.png
Karte mit eingezeichneter Infrastruktur
Datei:BrugPatras.JPG
Die Rio-Andirrio-Brücke, Teil der zukünftigen A5

Nationalstraßen sind in blau ausgeschildert und in der Schriftart Transport, Autobahnen sind grün ausgeschildert und vornehmlich in der Schriftart DIN 1451. Der Autobahnbau in Griechenland wird über Mautgebühren finanziert, einige wurden privat finanziert und werden erst nach einigen Jahrzehnten in Staatseigentum übergehen.

Während seit den 1960er-Jahren vor allem die Nationalstraßen ausgebaut (und teilweise neu geführt) wurden, entschloss man sich ab den späten 1980er-Jahren aufgrund der fortschreitenden Motorisierung die griechischen Autobahnen auszubauen (bis dahin waren nur einige Nationalstraßen als Autobahn ausgebaut ohne separat ausgeschildert zu werden). Die Magistrale Korinth-Athen-Thessaloniki wurde sechsspurig ausgebaut und bei Athen mit der Spange Attiki Odos umfahren. 2010 wurde die Egnatia Odos (A2) fertig gestellt. Gegenwärtig entstehen die Lückenschließung der Autobahn Patras-Korinth (Olympia Odos) als PPP-Projekt sowie die Ionia Odos (A5) im Westen des Landes.

Die regionalen KTEL-Genossenschaften betreiben ein Netz aus Fernverbindungen mit Überlandbussen, ebenso den Nahverkehr in kleinen Städten und auf dem Land.

Eisenbahnverkehr

Datei:20070606-Piraeus-Desiro GTW.jpg
Proastiakos-Triebwagen in Piräus

Das Eisenbahnnetz der Griechischen Eisenbahngesellschaft OSE hat aufgrund der Topografie (Gebirge und viele Inseln) eine weitaus geringere Bedeutung als beispielsweise in Mitteleuropa. Es besteht aus einem regelspurigen Hauptnetz, einem meterspurigen Netz auf dem Peloponnes, der Zahnradbahn von Diakopto–Kalavrita mit einer Spurweite von 750 mm und der 600-mm-Nebenstrecke Volos-Milies, wo auf zwei Abschnitten Museumsbetrieb stattfindet.

Es ist in großen Abschnitten eingleisig und in den vergangenen Jahrzehnten stark vernachlässigt worden. In den 90er-Jahren wurde mit Modernisierungsarbeiten begonnen, wodurch u.a. die Hauptachse AthenThessaloniki erheblich verbessert, die Strecke von Domokos über Thessaloniki bis zur mazedonischen Grenze elektrifiziert und 2004 die Athener S-Bahn (Proastiakos) eröffnet wurde. Dies führte zu einem beträchtlichen Anstieg der Beförderungszahlen. Auf der Strecke Athen–Thessaloniki sind die Fahrzeuge der Bahn mittlerweile das schnellste Landverkehrsmittel. Ein großes Projekt ist derzeit der Bau eines neuen Hauptbahnhofs für Athen im Norden der Stadt.

Das schmalspurige Netz auf dem Peloponnes befindet sich auf dem technischen Stand einer Museumsbahn und wird etappenweise durch ein regelspuriges mit neuer Trassenführung ersetzt. Der Anschluss von Athen bis Kiato ist fertiggestellt, der Bau der Verlängerung nach Rododafni soll Ende 2016 abgeschlossen werden.

Internationale Direktverbindungen bestanden bis zum Zeitpunkt ihrer allgemeinen Einstellung im Februar 2011 zwischen Thessaloniki und folgenden Städten: Belgrad, Budapest, Bukarest, Istanbul, Ljubljana, Skopje, Sofia, Svilengrad und Zagreb. Das nordwestliche Landesinnere ist nicht vom Eisenbahnnetz erschlossen.

Aktuell sind folgende Inlandstrecken in Betrieb:

Fernverkehr:

Nahverkehr:

  • Proastiakos (S-Bahn Athen: Piräus-Ano Liosia, Flughafen-Kiato; S-Bahn Thessaloniki: Thessaloniki-Larisa)
  • Vorortbahn Patras: Agios Vasileios-Patras-Agios Andreas
  • Metro Athen (Piräus-Kifisia, Agios Antonios-Agios Dimitrios, Egaleo-Flughafen)
  • Straßenbahn Athen (Syntagma-Stadio Irinis & Filias, Syntagma-Kolymvitirio, Stadio Irinis & Filias-Kolymvitirio)

Museumsbetrieb:

  • Anavros-Agria
  • Ano Lechonia-Milies, siehe Pilionbahn

Gesundheitswesen und Katastrophenschutz

Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:

Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden. Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung sowie von Landärzten wahrgenommen.

Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird. Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.

Neben der staatlich organisierten Feuerwehr gibt es die Vereinigung der Volontäre (ESEPA) vergleichbar mit der Freiwilligen Feuerwehr in Deutschland. Die geringe Bevölkerungsdichte und die vielen Inseln wirken sich fatal bei Waldbränden im Sommer aus, die oft mit grob fahrlässigem Abflämmen der abgeernteten Felder begünstigt durch die heißen Wüstenwinde aus der Sahel-Zone ausgelöst werden. Die griechischen Luftstreitkräfte verfügen über die größte Flotte von Feuerlöschflugzeugen in der Europäischen Union.

Kultur und Gesellschaft

Sprache

Datei:Athens Streit-Street.JPG
Die griechische Sprache hat ein eigenes Alphabet, welches dem lateinischen und dem kyrillischen Alphabet als Vorbild diente.

Die neugriechische Sprache ist mit Abstand die wichtigste gesprochene Sprache in Griechenland und wird in der Version der Dimotiki gesprochen und gelehrt. Von Bedeutung ist ferner das Altgriechische, welches Pflichtfach an Schulen ist, und (in einer jüngeren Form, der Koine) noch im Gottesdienst der griechisch-orthodoxen Kirche benutzt wird. Regional werden von Minderheiten Türkisch oder slawische Dialekte gesprochen. Englisch und Französisch sind die beliebtesten Fremdsprachen, seit 2004 ist Griechenland auch Mitglied der Francophonie. Seit den 1990er-Jahren ist Griechenland ein beliebtes Emigrationsziel und somit sind auch Sprecher weiterer Sprachen zahlreich vorhanden, wie Albanisch, Bulgarisch oder Russisch.

Literatur

Hauptartikel: Griechische Literatur

Musik

Film

Zwischen 1955 und 1970 hatte Griechenland die höchste Filmproduktion weltweit gemessen an der Einwohnerzahl, diese lag im Durchschnitt bei über 100 im Jahr. Die wichtigste Filmgesellschaft war Finos Film, deren Komödien und Tragödien dokumentieren auf heitere Weise ein Leben in Armut und erinnern an den italienischen Film jener Zeit. Bis heute haben diese Filme ein großes Ansehen und werden im Fernsehen meist im Vorabendprogramm gezeigt.

Die ersten zwei Filme, die internationales Aufsehen erregten, waren Stella (1955), unter der Regie von Michael Cacoyannis und The Ogre of Athens (1956), unter der Regie von Nikos Koundouros. Ab den 1960er-Jahren entstanden zunehmend Produktionen des Neue Griechischen Films, einer experimentellen Richtung.

Der 1964 gedrehte Film Alexis Sorbas spielte eine wichtige Rolle in der Rezeption des Landes in den 1960er-Jahren, eine politische Bedeutung spielte der griechisch-französische Film Z von Constantin Costa-Gavras (1969), der die Junta kritisierte. Ebenfalls französisch inspiriert ist das Werk des Regisseurs Theodoros Angelopoulos. Die Thematik der griechischen Diaspora thematisierten in einigen Filmen der Regisseur George Pan Cosmatos, der Schauspieler Telly Savalas, aber vor allem die Regisseurin Nia Vardalos (My Big Fat Greek Wedding).

Das Internationale Filmfestival Thessaloniki findet seit 1960 statt und ist das bedeutendste des Landes.

Küche

Kunst

Als Griechische Kunst wird vornehmlich die Bildhauerei der Antike verstanden, mitunter auch die Vasenmalerei. Kunstwerke wie der frühklassische Wagenlenker von Delphi, die Nike von Samothrake, nochmehr aber die hellenistischen Venus von Milo, Laokoon-Gruppe und die Gruppe von Aphrodite, Pan und Eros haben archetypischen Symbolcharakter erlangt. Die antike Kunst wurde durch die Byzantinische abgelöst, aus der sakralen Kunst der Kretischen Schule stammte der Maler El Greco (1541–1614). Das 19. Jahrhundert ist durch akademische Kunst geprägt und steht in Wechselwirkung zur Münchner Schule. Berühmte griechische Bildhauer des 20. Jahrhunderts sind u. a. Jannis Kounellis, Joannis Avramidis und Christos Kapralos. Auf der Insel Andros haben zahlreiche griechische Künstler ihre Ateliers, besonders der Sommer auf der ist durch zahlreiche Ausstellungen gekennzeichnet. Kunstmäzene sind häufig Reeder, wie früher Stavros Niarchos oder heute George Economou. Der Kunstsammler Dakis Joannou und seine Stiftung DESTE gelten als wichtigste Förderer des Werks von Jeff Koons, George Costakis hatte unter schwierigen Umständen eine große Sammlung des russischen Konstruktivismus angelegt.

Architektur

Hauptartikel: Griechische Architektur

In Griechenland finden sich viele Zeugnisse klassischer Architektur. Gebäude wie der Parthenon oder das Theater von Epidauros geben einen guten Eindruck von der Qualität antiken Bauens. Diese wurden zum Vorbild des Klassizismus im 19. Jahrhundert, der in Griechenland von großer Bedeutung war. Architekten wie Theophil Hansen oder Ernst Ziller prägten die Städte mit großen öffentlichen Bauten, allem voran die Architektur Athens. Ausnahme ist der Bau der Athener Augenklinik von Theophil Hansen, der einer byzantinischen Formensprache folgt und damit den Auftakt für deren teilweise Wiederbelebung bildete. Vor allem Thessaloniki, der Athos und andere Klöster, die Peloponnes (Mystras), aber auch Athen und Umgebung (z. B. Kloster Dafni, Kapnikarea-Kirche in Athen) liefern zahlreiche herausragende Beispiele der mittelalterlichen griechischen Bautradition.

Die griechische Moderne gilt als eine der frühesten in Europa. Als Patroklos Karantinos, Schüler Auguste Perrets, den CIAM Kongress 1933 in Athen organisierte, konnte Griechenland über eine bedeutende Anzahl an Zeugnissen der funktionalistischen Moderne aufweisen. Die hier verabschiedete Charta von Athen wurde zum Fanal der Moderne. In den späten 1930er-Jahren gibt es auch restaurative Tendenzen (z. B. Bau der Bank von Griechenland und das Krinprinzenpalais), die jedoch keine Vorbildfunktion entwickeln.

Während Walter Gropius Bau der amerikanischen Botschaft und Eero Saarinens Westterminal des alten Athener Flughafens subtil auf Proportionen der Antike zurückgreifen, so stehen die Hotelbauten wie das Hilton in Athen von Spyros Staikos, 1963 und das Porto Carras auf der Halbinsel Chalkidiki von Walter Gropius (posthum, 1973 fertiggestellt) eindeutig unter dem Einfluss des International Style. Eine Ausnahme sind die zahlreichen touristische Bauten des staatlichen Bauprogramms Xenia der 1960er-Jahre unter der Federführung des griechischen Architekten Aris Konstantinidis. Diese modernen Bauten sind in der Landschaft eingebettet und kombinieren das industrialisierte Bauen mit lokalem Baumaterialien und -traditionen. Sie gelten als frühes Beispiel des kritischen Regionalismus.

Einen städtebaulichen Impuls in Athen und Attika brachten die olympischen Spiele 2004, allem voran die Sportstätten und Brücken des Architekten Santiago Calatrava.

Die Architektur der Kykladen ist durch kubische Formen geprägt, deren blau-weiße, verschachtelte Wohnhäuser und Kirchen zum Markenzeichen Griechenlands wurden. Regional von Bedeutung sind ferner fränkisch oder osmanisch geprägte Altstädte. Die Ionischen Inseln sind venezianisch geprägt, auf Kreta stellt das Kamara-Haus eine traditionelle Bauform dar. Bedeutende gotische Bauten finden sich nur auf dem Dodekanes, allem voran die Altstadt von Rhodos.

Sport

Unter dem Kontext der Olympischen Spiele der Antike hat die Olympische Bewegung von Anfang an in Griechenland viele Anhänger gefunden, so dass Athen 1896 erster Austragungsort wurde, zehn Jahre später folgten die Olympischen Zwischenspiele als Jubiläumsveranstaltung. Seit 1936 wird die Olympische Flamme in Olympia entzündet und in einen Fackellauf zum Austragungsort gebracht. 2004 wurden zum dritten Mal Olympische Sommerspiele in Athen ausgetragen.

Neben dem Marathonlauf der im 19. Jahrhundert gemäß dem Lauf des Boten Pheidippides zurückgeht, und viele Marathonläufe initiierte, gibt es auch den weitaus weniger bekannten Spartathlon, der auch auf einen antiken Lauf von Pheidippides zurückgeht. Dieser findet seit 1983 regelmäßig statt und wird auf den 245,3 Kilometern von Athen nach Sparta abgehalten.[97]

Beliebte Publikumssportarten in Griechenland sind Basketball und Fußball. Zweiterer hat seine Rolle durch den Gewinn der EM 2004 gestärkt. Eine weitere beliebte Sportart ist Wasserball. In der Freizeit spielt man vermehrt Kartenspiele, darunter Xeri. <div style="clear:left" />

Feiertage

Datum Deutsche Bezeichnung Griechischer Name Anmerkung
1. Januar Neujahrstag Πρωτοχρονιά Protochroniá
6. Januar Drei Könige Θεοφάνεια Theofánia („Erscheinung des Herrn“),
Φώτα oder των Φώτων Fóta, ton Fóton („Lichterfest“)
Beweglicher Feiertag (Fastnachtsdatum) Rosenmontag Καθαρά Δευτέρα Kathara Deftera („Reiner Montag“) Entspricht dem katholischen Aschermittwoch; Beginn der Fastenzeit
25. März Nationalfeiertag Ευαγγελισμού Evangelismoú („Mariä Verkündigung“) Unabhängigkeitstag (1821)
Beweglicher Feiertag
(Freitag vor dem orthodoxen Ostersonntag)
Karfreitag Μεγάλη Παρασκευή Megáli Paraskeví
(„Großer Freitag“)
Beweglicher Feiertag
(Orthodoxes Osterdatum)
Ostersonntag Πάσχα Pás-cha Höchster kirchlicher Feiertag im Jahreskreis
Beweglicher Feiertag
(Montag nach dem orthodoxen Ostersonntag)
Ostermontag Δευτέρα του Πάσχα Deftéra tou Pás-cha
1. Mai Tag der Arbeit Πρωτομαγιά Protomagiá („Erster Mai“)
15. August Mariä Himmelfahrt Κοίμηση της Θεοτόκου Kímisi tis Theotókou („Entschlafung der Gottesmutter“)
28. Oktober Nationalfeiertag Επέτειος του Όχι Epétios tou Ochi
Ochi-Tag („Jahrestag des Nein“)
Nationalfeiertag (1940); siehe όχι-Tag
25. Dezember 1. Weihnachtstag Χριστούγεννα Christoúgenna („Christi Geburt“)
26. Dezember 2. Weihnachtstag Σύναξις Θεοτόκου Synaxis Theotokou
(„Versammlung zu Ehren der Gottesmutter“)

Adel

Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden „griechischen Staatsbürgern (…) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt“. Jedoch werden Adelstitel im Zusammenhang mit historischen Personen und Personen aus dem Ausland weiterhin genannt.

Massenmedien

2007 hatten 33 Prozent der griechischen Haushalte Zugang zum Internet.[98] Bereits 2004 erzielten Zeitschriften brutto erstmals höhere Werbeeinnahmen als Fernsehsender – inzwischen sind es rund 42 Prozent aller Werbeetats (978 Millionen Euro), deutlich mehr als TV und Zeitungen. Die hoch verschuldete Verlagsbranche wird von ausländischen Investoren konsolidiert.

Bildung und Wissenschaft

Bildungswesen

Das griechische Bildungssystem untergliedert sich grob wie vergleichbare Bildungssysteme in europäischen und nordamerikanischen Staaten in Vorschul-, Schul-, Berufs- und Hochschulbildung.

Vorschulbildung

In Griechenland stehen für die Vorschulbildung (Alter bis 6 Jahre) Kindergärten und Horte zur Verfügung: Im Jahr 1991 besuchten 135.014 Kinder 5.529 Horte und 8.377 Kindergärten.[99] 2001 besuchten 143.401 Kinder 5.715 Horte und 11.461 Kindergärten.[99] Ein Besuch dieser Einrichtungen ist freiwillig.

Schulbildung

Artikel 16 Absatz 3 der griechischen Verfassung von 1975 legt eine neunjährige Schulpflicht, beginnend mit dem fünften Lebensjahr, fest.[100] Die Schulausbildung muss kostenlos sein.[100] Während der griechischen Militärdiktatur von 1967 bis 1974 hielt die Junta-Regierung eine sechsjährige Schulpflicht für ausreichend.[101]

Das gegenwärtige griechische Schulsystem unterscheidet drei Formen von Schulen: das Dimotiko Scholio (Klassen 1–6), das Gymnasio (Klassen 7–9) und das Lykio (Klassen 10–12).[102] Im Gegensatz zum deutschen Schulsystem existieren keine parallelen Schulformen, alle Kinder besuchen die gleiche Schulform.[101] Das Dimotiko Scholio – kurz Dimotiko – umfasst die Klassen 1 bis 6 für die sechs- bis zwölfjährigen Kinder. Das Dimotiko entspricht im Vergleich zum deutschen Schulsystem der Primarstufe plus der ersten beiden Jahre der Sekundarstufe I.[101] Dem Dimotiko folgt für alle Schüler das Gymnasio,[101] eine dreijährige Schulform (Klassen 7–9), die für alle Kinder entsprechend der neunjährigen Schulpflicht obligatorisch ist.[101] Das griechische Bildungssystem fasst Dimotiko und Gymnasio als Grundausbildung zusammen. 1991 gab es 7.526 Schulen der Grundausbildung (Dimotiko und Gymnasio) mit 784.707 Schülern und 42.991 Lehrern.[99] 2001 gab es 5.753 Schulen mit 639.865 Schülern und 58.376 Lehrern.[99]

Nach Abschluss des Gymnasio mit der neunten Klasse kann die Schullaufbahn freiwillig fortgesetzt werden: die nachfolgende Schule ist das Lykio, welches über drei Jahre läuft (Klassen 10–12).[101] Das Lykio entspricht der Sekundarstufe II bzw. der gymnasialen Oberstufe des deutschen Schulsystems. Die zeitweilig seit den 1980er-Jahren vorhandenen technischen Ausrichtungen des Lykio sind 1998 wieder abgeschafft worden: das Lykio ist seitdem wieder eine einheitliche Schulform.[99] In der dritten Klasse des Lykio wählen die Schüler einen von fünf Wahlpflichtbereichen aus, der mehrere Fächer beinhaltet.[103] Die Wahlpflichtfachkombinationen führen dabei jeweils zu unterschiedlichen Hochschulausbildungen: der erste zu einer Technischen Hochschule und/oder Universität, der zweite zu einer Medizinischen Hochschule bzw. Fakultät, der dritte zu einer philosophischen oder juristischen Hochschulbildung, der vierte zur sozialwissenschaftlichen Hochschulausbildung und der fünfte führt zu einer technischen Hochschule (entsprechend deutscher Fachhochschule).[103] 1991 besuchten 870.235 Schüler 3.604 Schulen des Typs Lykio, 2001 besuchten 693.323 Schüler 3.968 Schulen des Typs Lykio.[99]

Hochschulbildung

Griechenland verfügt über Universitäten (Panepistimio) und Technische Hochschulen (TEI, am ehesten mit einer deutschen Fachhochschule vergleichbar). Die Hochschulen sind dabei ausnahmslos in staatlicher Hand unter Verwaltung des Bildungsministeriums in Athen. Private Universitäten sind nach Artikel 16 Absatz 8 der griechischen Verfassung von 1975 verboten.[100] Die Ausbildung an einer griechischen Hochschule ist kostenfrei; Bedürftige haben Anspruch auf staatliche Unterstützung.[100]

Der Zugang zur Hochschulbildung ist ausschließlich über eine griechenlandweit abgehaltene zentrale Eingangsprüfung möglich.[104] Voraussetzung für die Teilnahme an dieser Prüfung ist der erfolgreiche Abschluss der Sekundarstufe II des griechischen Primärbildungssystems, des Lykios (Lyzeum).[105] Diese jährlich im späten Frühjahr und Anfang des Sommers stattfindende zentrale Zulassungsprüfung ist jedes Jahr dominierendes Thema in der griechischen Öffentlichkeit, einschließlich Politik und Massenmedien.[104] Die Veröffentlichung von Listen der Zugelassenen pro Studiengang und Ort in überregionalen Tageszeitungen ist die Regel, Sondersendungen im Radio und Fernsehen ebenfalls. In weiten Teilen der griechischen Gesellschaft gilt die Zukunft des Kindes als ungesichert wenn nicht sogar ruiniert, wenn die Eingangsprüfung zur Hochschulbildung nicht bestanden wird.[106] Lediglich 18 % der Prüflinge bestehen die Universitätseingangsprüfung, bezieht man die Prüflinge ein, die einen Platz für einen dreijährigen Studiengang an einer technischen Hochschule (TEI) erhalten, steigt der Anteil der erfolgreichen Absolventen auf ca. 35 %.[107] Die Anzahl der Studienplätze pro Studiengang und Ort wird vom griechischen Bildungsministerium für alle Hochschulen in Griechenland festgelegt.[108] Die hieraus resultierenden Prüfungsanforderungen werden somit mittelbar (oder unmittelbar) ebenfalls vom Bildungsministerium griechenlandweit festgelegt.[108] Analog dem deutschen ZVS-Zulassungsverfahren in seiner bundesweiten Ausführung werden ausschließlich nach Prüfungsergebnis Studiengang und Studienort festgelegt.[108] In den 1980er-Jahren wurden die Anforderungen der Prüfungen vermindert: beispielsweise wurde auch die Bedingung des erfolgreichen Bestehens des Lyzeums wurde abgeschafft.[105] Diese Abschaffung erfolgte in der Absicht, die Zugangschancen zur Hochschulbildung zu verbessern.[105] Folge dieser Maßnahme war, dass Ende der 1980er-Jahre lediglich 50 % der Prüfungskandidaten erfolgreich das Lyzeum (Sekundarstufe II) abgeschlossen hatten und damit der Stellenwert der „griechischen Sekundarstufe II“ weiter gesenkt wurde.[105]

Die regionale Verteilung der Hochschuleinrichtungen ist inhomogen und entspricht annähernd der Bevölkerungsdichte. Der Ballungsraum Athen-Piräus verfügt über acht universitäre Einrichtungen und 2 technische Hochschulen (TEI).[109] Jede weitere Verwaltungsregion Griechenlands hat eine universitäre Einrichtung. Der Ballungsraum Thessaloniki und Zentralmakedonien verfügen über zwei Universitäten, darunter die größte in Griechenland (Aristoteles-Universität Thessaloniki), Kreta hat mehrere universitäre Einrichtungen, die Universität Kreta und die Technische Universität Kreta. Die Verwaltungsregion Peloponnes hat keine Universität: für die Studenten auf der Peloponnes ist Patras die nächstgelegene universitäre Bildungseinrichtung. Die TEI sind mit einer Einrichtung pro Verwaltungsregion vertreten; im Gegensatz zu den Universitäten ist die Standortverteilung durch Filialenbildung in der Fläche besser.[109] In einem Einzelfall wurde die Auslagerung von Fakultäten und Instituten auch auf universitärem Niveau betrieben: die pädagogische Fakultät der Aristoteles-Universität Thessaloniki ist in Teilen nach Florina ausgelagert.[109] Im Ballungsraum Athen-Piräus ist das Universitätssystem in unterschiedliche Schwerpunktuniversitäten differenziert: Nationale und Technische Universität, Pantion Universität für Soziale und Politische Wissenschaften, Harokopio Universität für Nationale Wirtschaft sind Beispiele hierfür.[109] In anderen Regionen Griechenlands fehlt diese Differenzierung.[109] Im Jahr 2005 verfügte Griechenland über insgesamt 21 universitäre Hochschulen mit 171.967 Studenten und 11.575 Personen im Lehrpersonal (ohne weitere Aufschlüsselung).[99] Im Jahr 1991 waren 115.464 Studenten und 9.124 Personen im Lehrpersonal an universitären Bildungseinrichtungen tätig.[99] 75 Einrichtungen konnten 2005 den TEI zugerechnet werden: sie hatten 147.715 Studenten und 12.021 Lehrkräfte (ohne Differenzierung).[99] 1991 gab es 77 Einrichtungen der TEI mit 55.559 Studenten und 5.693 Lehrkräften (ohne weitere Differenzierung).[99]

Die Studierendenzahlen sind in etwa analog der Bevölkerungsdichte verteilt: In Athen einschl. Piräus studierten 1991–1992 über 54.000 Studenten an acht Universitäten und über 30.000 Studenten an TEI (Fachhochschulen).[110] In Thessaloniki inkl. des TEI in Serres studierten über 53.000 Studenten an zwei Universitäten und knapp 16.000 Studenten an TEI.[110] Im Vergleich hierzu studierten beispielsweise nur knapp 7.900 Studenten an einer Universität in Westgriechenland (Patras), ca. 5.800 Studenten an einer Universität in Epirus (Ioannina) und etwas mehr als 5.000 Studenten an der Universität für Ostmakedonien-Thrakien in Alexandroupolis.[110] Die Universität der Ionischen Inseln hatte 1991–1992 lediglich 419 Studenten, die Universität in Thessalien (Larisa) 705 Studenten.[110] Die Gesamtzahl der an Universitäten studierenden Personen in Griechenland betrug für den gleichen Zeitraum 117.980; an TEI studierten 79.974 Personen.[110] 2001 studierten an den Universitäten 148.772 Menschen, an den TEI 87.797 Menschen; 63.000 Menschen studierten im Ausland.[111]

Die TEI wurden erst Anfang der 1980er-Jahre per Gesetz 1404/1983 unter der Regierung Andreas Papandreou eingeführt.[112] Die zuvor bestehenden technischen Bildungseinrichtungen KATEE wurden durch die TEI abgelöst.[112] Die KATEE, als Bildungseinrichtungen mit nur bedingtem Hochschulcharakter, fanden in der griechischen Bevölkerung mit ihrer Bevorzugung einer universitären Hochschulbildung keine Akzeptanz.[113] Die Einführung der TEI hatte bezogen auf die zukünftigen Arbeitsmarktchancen ihrer Absolventen nicht die erhoffte oder beobachtete Wirkungen wie beispielsweise die Einführung der Fachhochschulen in der Bundesrepublik Deutschland:[114] in Griechenland stieg die Arbeitslosenquote der Hochschulabsolventen in den 1980er-Jahren an.[114]

Das Missverhältnis zwischen Angebot von Studienplätzen und der erheblich höheren Nachfrage wird von ökonomischer Seite auf die Bestimmungen des Artikel 16 der griechischen Verfassung zurückgeführt, welcher eine kostenlose Universitätsbildung und ein Verbot privater Hochschulen vorschreibt.[115] Nach Psacharopoulos führe die Verstaatlichung des Bildungssystems samt Beamtentums bei den Lehrkräften zu einem Mangel an Wettbewerb.[116] Außerdem müssen die kostenlosen Studiumsleistungen im Rahmen der Volkswirtschaft erwirtschaftet werden.[116] Der gleiche Kritiker weist aber auch darauf hin, dass Griechenland nur die Hälfte an Finanzmitteln pro Studierenden im Vergleich zum OECD-Durchschnitt ausgibt (in kaufkraftkonstanten Preisen bemessen).[116] Diese „relative Unterfinanzierung“ besteht auch im Vergleich zum Durchschnitt der EU-Staaten.[116] Nach einer OECD-Statistik von 2001 wendet Griechenland pro Student 4.157 USD auf (zum Vergleich: Schweden 13.224 USD, Niederlande 10.757 USD, Deutschland 9.481 USD, EU-Durchschnitt 9.063 USD)[116] Bemerkenswert ist die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Hochschulbildung unter 24 Jahren (nach Daten von Eurostat, 2000): 28,8% in Griechenland gegenüber 12,8 % im EU-Durchschnitt.[117] Hierbei ist allerdings nicht eindeutig geklärt, ob diese Personen das Studium abgeschlossen haben und ob die staatliche Planung der Studienplätze und Studiengänge dafür verantwortlich ist. Ein Hinweis auf eine „Fehlplanung“ ergibt sich am Beispiel des Studiengangs Informatik: 2001 richtete das Bildungsministerium 125 Studienplätze in diesem Studiengang bei 20.824 Bewerbern ein.[117] Indikativ für eine Fehlsteuerung durch die hochrestriktive Vergabe von Studienplätzen und Studienorten ist dabei die Beobachtung, dass lediglich 15 % der Studenten im Studiengang Informatik dies auch studieren wollten.[117] Auffallend ist auch, dass Griechenland, gemessen an seiner Bevölkerung, den höchsten Anteil an Studierenden im Ausland hat: 5.257 im Ausland Studierende pro eine Million Einwohner gibt es in Griechenland (zum Vergleich: Deutschland 637, Japan 499, Indien 47, Malaysia 1777, Frankreich 827; Daten nach OECD 2002).[118] Dabei wird als besonders negativ gewertet, dass viele der im Ausland Studierenden nicht nach Griechenland zurückkehren, wenn sie ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben.[119]

Wissenschaft

Neben den großen Universitäten ist die 1958 gegründete National Hellenic Research Foundation die bedeutendste Forschungseinrichtung des Landes, eine weitere die Foundation for Research & Technology - Hellas. Mit einem Anteil von 4,4 % haben Arbeitnehmer in Forschung und Wissenschaft einen relativ geringen Anteil an den Arbeitnehmern, wenngleich die Zahlen um 3,7 % jährlich ansteigen (2001–2007). Die Akademikerarbeitslosigkeit ist mit 5,7 % jedoch hoch (OECD Durchschnitt: 3,2 %). Gemessen an der Bevölkerungszahl wird relativ viel wissenschaftlich publiziert, insgesamt 0,6 % der weltweiten Publikationen. Innovationen sind häufig mit ausländischen Partnern, 14 % der Unternehmen haben ausländische Partner, 28,5 % der Patente erwähnen ausländische Miterfinder. Die Wirtschaftskrise hat die Regierung zu zahlreichen Programmen der Förderung der Wissenschaft motiviert, besonders unkonventionelle Ansätze werden stärker gefördert als zuvor.[120] Staatliche Programme werden durch das General Secretariat for Research and Technology of the Ministry of Development (GSRT) koordiniert.[121]

Literatur

  • Klaus Bötig: Griechenland: Festland und Peloponnes. DuMont, Köln 1996, ISBN 3-7701-3456-7.
  • Cay Lienau: Griechenland: Geographie eines Staates der europäischen Südperipherie. Wissenschaftliche Länderkunden, Darmstadt 1989.
  • Wolfgang Josing: Griechenland Middlesex: Festland. Nelles Verlag, München 2004/2005, ISBN 3-88618-342-4.
  • Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus. BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0.
  • Markus Fiedler, Burkard Richter: Griechenland: Peloponnes, Athen, Delphi – Ein geographischer Exkursionsführer. BoD 2008, ISBN 978-3-8370-4314-3.
  • Pavlos Tzermias: Neugriechische Geschichte: eine Einführung. Francke, Basel 1999.
  • Heinz A. Richter: Griechenland im Zweiten Weltkrieg 1939–1941. 2. erweiterte Auflage, Franz Philipp Rutzen, Ruhpolding 2010, 530 S., ISBN 978-3-447-06410-1
  • Eberhard Rondholz: Griechenland: Ein Länderporträt Links Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86153-630-7

Weblinks

 Portal:Griechenland – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Griechenland

 Commons: Griechenland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Griechenland – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Griechenland – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Griechische Botschaft (de) zur Geographie Griechenlands
  2. Prov. Ergebnis der Volkszählung 2011 laut Griechischem Statistischen Amt ELSTAT
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 Finanzstatistik des Sektors Staat, Haupttabellen. Abgerufen am 7. Mai 2012. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Eurostat“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Eurostat“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  4. Eurostat Datenbank
  5. minfin.gr: Hellenic Republic Public Debt Bulletin No. 64 (PDF)
  6. Human Development Report: HDI 2010
  7. Verzeichnis der Staatennamen. Auswärtiges Amt, 23. März 2011, abgerufen am 6. April 2011 (PDF).
  8. CIA World Factbook: Greece Stand: 15. April 2008 (englisch)
  9. Der Fischer Weltalmanach 2008: Zahlen, Daten, Fakten. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2007. ISBN 978-3-596-72008-8. S. 198.
  10. CIA World Factbook: Die Küstenlinien der Staaten der Erde Stand: 15. April 2008 (englisch)
  11. http://www.ski.gr/ Informationen zu Wintersportgebieten in Griechenland (Griechische Sprache)
  12. Alle Zahlen, soweit nicht anders referenziert, aus: Christoph Pan: Die Minderheitenrechte in Griechenland, in: Christoph Pan und Beate Sibylle Pfeil: Minderheitenrechte in Europa, Zweite überarbeitete und aktualisierte Auflage (Handbuch der europäischen Volksgruppen, Band 2), Wien 2006, ISBN 978-3-211-35307-3
  13. Matthias Kappler: Türkisch (in Südosteuropa), in: Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens. Klagenfurt 2002 (PDF; 358 KB)
  14. Peter M. Hill: Makedonisch, in: Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 (PDF; 462 KB)
  15. Aleksandr D. Dulienko: Ägäis-Makedonisch, in: Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 (PDF; 174 KB)
  16. Klaus Steinke: Pomakisch, in: Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 (PDF; 142 KB)
  17. Susanne Schwalgin: „Wir werden niemals vergessen!“ Trauma, Erinnerung und Identität in der armenischen Diaspora Griechenlands, Bielefeld 2004, ISBN 978-3-89942-228-3
  18. Bardhyl Demiraj: Arvanitisch, in: Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 (PDF; 129 KB)
  19. Norbert Boretzky: Romani, in: Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 (PDF; 333 KB)
  20. Muhamed Nezirović: Judenspanisch, in: Miloš Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europäischen Ostens, Klagenfurt 2002 (PDF; 367 KB)
  21. Ansässige ausländische Staatsbürger nach den Daten der Volkszählung vom 18. März 2001
  22. Angabe der Griechisch-Chinesischen Handelskammer
  23. Spiegel-Online, 31. Dezember 2010, abgefragt am 1. Januar 2011
  24. World Christian Encyclopedia, 2001, Oxford University Press. Vol 1: p 314
  25. Religion in griechischen Schulen kein Pflichtfach – Proteste, diepresse.com, 27. August 2008
  26. Horst ]Robert Balz,Gerhard Krause,Gerhard Müller: Theologische Realenzyklopädie, Band 14. S. 227
  27. International Religious Freedom Report 2010 - Greece. U.S. Department of state, abgerufen am 12. November 2011 (englisch).
  28. U.S. Department of state: International Religious Freedom Report July - December 2010 - Greece. UNHCR, abgerufen am 12. November 2011 (englisch).
  29. Delos
  30. Michael Matsas: THE GREEK JEWS AND THE HOLOCAUST – WHY 87% WERE KILLED DURING THE SECOND WORLD WAR, 2004
  31. Ben G. Frank:A travel guide to Jewish Europe. S. 411
  32. "Greece’s default in 1826 shut it out from international capital markets for 53 consecutive years", Reinhart/Rogoff (Univ. of Maryland/Harvard Univ.): "This Time is Different: A Panoramic View of Eight Centuries of Financial Crises", S. 82
  33. Vgl. "The History Of Greek Sovereign Debt Defaults": "The funds were mostly squandered on the maintenance of a military and the upkeep of Otto, a Bavarian prince that was made King of Greece by the English. Greece managed to stay current on this loan until 1843, at which time the government stopped payments."
  34. http://www.2i.westhost.com/bg/1_7_1.html
  35. Deutsches Historisches Museum: LeMO – 1939–45 Partisanenkrieg in Griechenland
  36. Andreas Stergiou, Die Beziehungen zwischen Griechenland und der DDR und das Verhältnis der SED zur KKE, MATEO Monographien Band 22, Mannheim 2001, ISBN 3-932178-28-9; Abstract
  37. Thomas Seibert: Heikler Jahrestag für Ankara. Antigriechischer Pogrom wird neu aufgearbeitet. In: Der Tagesspiegel vom 7. September 2005 (Artikel zum 50. Jahrestag)
  38. Günter Seufert, Christopher Kubaseck: Die Türkei – Politik, Geschichte, Kultur, C.H.Beck Verlag, München 2006, ISBN 3-406-54750-8, S. 162
  39. Human Rights Watch: Greece. The Turks of Western Thrace; 1999; Seite 2, Fußnote
  40. Mohr Siebeck: Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart. Neue Folge. Seite 372
  41. http://www.tagesschau.de/ausland/eufluechtlinge102.html
  42. Politisches Chaos in Athen auf Europe Online Magazine, veröffentlicht und abgerufen am 7. Mai 2012
  43. Offizielles Wahlergebnis auf den Seiten des griechischen Innenministeriums 2012
  44. Vorgezogene Parlamentswahlen Meldung vom 2. September 2009
  45. Papandreou geht ohne Nachfolger Zeit Online, 9. November 2011
  46. 46,0 46,1 Die Macht der Fakelaki Der Spiegel 53/2009 Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „Fakelaki“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  47. NZZ: Im Namen des Erzbischofs 28. Juli 2007
  48. http://www.hellenesonline.com/go/2010/01/eurwpaikes-koinwnies-ithageneia-metanastes/
  49. Focus vom 19. September 20121: "Als Deutschland die Hilfe der Griechen brauchte"l
  50. [Frieder Günther: Heuss auf Reisen: die auswärtige Repräsentation der Bundesrepublik, S. 84]
  51. Griechenland – Beziehungen zu Deutschland. Auswärtiges Amt, 1. März 2011, abgerufen am 6. April 2011.
  52. Wachsende Spannungen zwischen Griechenland und Türkei. DerWesten, 24. Juni 2009, abgerufen am 11. Juni 2011 (Darstellung des deutschen Auswärtigen Amtes).
  53. 53,0 53,1 Vgl. IMK-Report Nr. 48 Gustav Horn, Silke Tober, Till van Treeck, Achim Truger: Euroraum vor der Zerreißprobe? IMK-Report Nr. 48, April 2010.
  54. http://www.rp-online.de/wirtschaft/Merkel-sorgt-sich-um-den-Euro_aid_793985.html Rheinische Post: Merkel sorgt sich um den Euro (10. Dezember 2009)
  55. Statistische Angaben der Griechischen Botschaft in Deutschland 2003–2006
  56. Eurostat: BIP pro Kopf in KKS
  57. ekathimerini.com: Greece jobless rate at 17.6 pct, Eurostat reports
  58. August 2011: Arbeitslosenquote des Euroraums bei 10,0%, Quote der EU27 bei 9,5% (PDF) epp.eurostat.ec.europa.eu. 30. September 2011. Abgerufen am 31. Oktober 2011.
  59. Labour Force Survey EL.Stat., 11th of August 2011
  60. http://www.tradingeconomics.com/Economics/Exports.aspx?Symbol=GRD tradingeconomics.com (Zugriff 29. März 2011)
  61. Erneuerbare Energien in Griechenland vor dem Boom?. http://www.solarportal24.de. Abgerufen am 30. Dezember 2011.
  62. 62,0 62,1 62,2 62,3 Die Wirtschaft Griechenlands-Statistisches Profil des Landes. Archiviert vom Original am 23. Oktober 2008, abgerufen am 10. März 2012.
  63. Viele Griechen ziehen wieder zurück aufs Land. Badische Zeitung, abgerufen am 11. Juni 2011.
  64. Eurostat Pressemitteilung zu öffentlichem Defizit und Verschuldung. Abgerufen am 26. April 2011.
  65. EZB-Studie: Die wahren Ursachen der griechischen Tragödie, Handelsblatt 28. Januar 2010
  66. http://www.tagesschau.de/wirtschaft/griechenlandsteuerhinterziehung100.html (nicht mehr online verfügbar)
  67. Eurostat: Taxation trends in the European Union, 2009
  68. Google: Militärausgaben
  69. Eurostat, Finanzstatistik des Sektors Staat, Haupttabellen
  70. siehe auch http://www.tagesschau.de/wirtschaft/eudefizite100.html (nicht mehr online verfügbar)
  71. Internationale Währungsfonds mit Daten zum Auslandsvermögen (international investment position) (engl.)
  72. http://www.handelsblatt.com/politik/international/eu-finanzministerrat-griechenland-beunruhigt-uns-sehr;2496539
  73. http://de.reuters.com/article/worldNews/idDEBEE5B80C520091209
  74. EU übernimmt Kontrolle über Griechenlands Finanzen Spiegel Online, 3. Februar 2010.
  75. http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/debatte_wirtschafts_und_finanzkrise/2296372_Star-oekonom-Fitoussi-Ich-verstehe-Affaere-Griechenland-nicht.html
  76. http://www.faz.net/s/RubF3F7C1F630AE4F8D8326AC2A80BDBBDE/Doc~EBF54D14A4A53415FA06594EDD2FE32AD~ATpl~Ecommon~Sspezial.html
  77. Louise Story, Landon Thomas jr., Nelson D. Schwartz: Wall St. Helped to Mask Debt Fueling Europe’s Crisis. New York Times, 13. Februar 2010.
  78. Felix Wadewitz: US-Banken halfen Athen beim Tricksen. Financial Times Deutschland, 15. Februar 2010.
  79. eurostat.eu: Bericht zu den Statistiken Griechenlands über das öffentliche Defizit und den öffentlichen Schuldenstand. EUROPÄISCHE KOMMISSION vom 8. Januar 2010, S. 12. Abgerufen am 7. Januar 2011.
  80. NYT: Banks Bet Greece Defaults on Debt They Helped Hide
  81. Spiegel: Großbanken spekulieren mit Griechen-Krise. Abgerufen am 26. Mai 2010.
  82. http://www.moneycontrol.com/news/world-news/greece-not-expected-to-default-sp_452995.html
  83. http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~E82EF2EAB1ED942AD90CC97EAA80434F6~ATpl~Ecommon~Scontent.html FAZ: Moody's senkt Griechenland-Rating (14. Juni 2010)
  84. FTD: Griechenretter erleben böses Deja-Vu
  85. Griechenland bittet um Finanzspritzen. Spiegel online, 23. April 2010
  86. Lasst Griechenland einfach pleitegehen. Financial Times Deutschland, 1. Juli 2010
  87. Tagesspiegel: Mit Dummheit Geld machen, Harald Schumann, 26. September 2011
  88. http://www.abendblatt.de/wirtschaft/article1404862/Griechenland-erhoeht-die-Steuern-und-senkt-Gehaelter.html
  89. Tagesspiegel vom 3. Mai 2010: V110 Milliarden Euro gegen Athens Pleite. Abgerufen am 5. Mai 2010.
  90. vgl. Spiegel: Griechische Wirtschaft schrumpft dramatisch, Spiegel: Erst Depression, dann Explosion, August 2010
  91. Märkte honorieren griechische Einsparungen nicht. 1. September 2010, abgerufen am 30. März 2011.
  92. Nachdenkseiten: Griechenland in der „Todesspirale“, 9. September 2011
  93. Mega-Abwertung – Griechenland wehrt sich gegen Rating-Riesen. 7. März 2011, abgerufen am 7. März 2011.
  94. S&P senkt Bonitätsnoten für Portugal und Griechenland. FAZ.net, 30. März 2011, abgerufen am 30. März 2011.
  95. FTD:Fitch schubst Griechenland ein Stück weiter Richtung Abgrund. 20. Mai 2011.
  96. faz.net 29. Juni 2011: Parlament in Athen stimmt Sparpaket zu – s. hier Grafiken: Griechenlands Sparpaket + Griechenlands Sparprogramm
  97. http://www.spiegel.de/sport/sonst/0,1518,651521,00.html
  98. http://www.itu.int/ITU-D/icteye/DisplayCountry.aspx?countryId=95
  99. 99,0 99,1 99,2 99,3 99,4 99,5 99,6 99,7 99,8 99,9 National Statistical Service of Greece (EYSE): Greece in Figures 2007. Piräus 2007. S. 10.
  100. 100,0 100,1 100,2 100,3 Artikel 16, Absatz 3. Griechische Verfassung vom 9. Juni 1975 in der Fassung vom 16. April 2001. Deutsche Übersetzung. Letzter Zugriff 7. April 2008
  101. 101,0 101,1 101,2 101,3 101,4 101,5 Gouvias, Dionysios: The Relation between Unequal Access to Higher Education and Labour-market Structure: the case of Greece. British Journal of Sociology of Education, Volume 19, Number 3. 1998. S. 305-333. S. 310.
  102. Gouvias, Dionysios: The Relation between Unequal Access to Higher Education and Labour-market Structure: the case of Greece. British Journal of Sociology of Education. Volume 19, Number 3. 1998. S. 305-333. S. 310. DOI: 10.1080/0142569980190303
  103. 103,0 103,1 Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215-222. S. 217.
  104. 104,0 104,1 Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215-222. S. 215.
  105. 105,0 105,1 105,2 105,3 Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215-222. S. 216.
  106. Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215-222. S. 221.
  107. Gouvias, Dionysios: The Relation between Unequal Access to Higher Education and Labour-market Structure: the case of Greece. British Journal of Sociology of Education, Volume 19, Number 3. 1998. S. 305-333. S. 306.
  108. 108,0 108,1 108,2 Gouvias, Dionysios: The Relation between Unequal Access to Higher Education and Labour-market Structure: the case of Greece. British Journal of Sociology of Education, Volume 19, Number 3. 1998. S. 305-333. S. 311.
  109. 109,0 109,1 109,2 109,3 109,4 Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215-222. Appendix 2.
  110. 110,0 110,1 110,2 110,3 110,4 Stamelos, George; Sivri, Chrysanthi: Regional Dimensions of Entrance Examinations to Higher Education Institutions in Greece. Journal of Modern Greek Studies. Volume 13. 1995. S. 215-222. Appendix 3.
  111. Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123-137. S. 135.
  112. 112,0 112,1 Prokou, Eleni: Nonuniversity Higher Education Reform in France, Germany, and Greece: A Comparison of Core and Semiperiphery Societies. Comparative Education Review. Volume 50, Number 2. 2006. S. 196-216. S. 199.
  113. Prokou, Eleni: Nonuniversity Higher Education Reform in France, Germany, and Greece: A Comparison of Core and Semiperiphery Societies. Comparative Education Review. Volume 50, Number 2. 2006. S. 196-216. S. 203.
  114. 114,0 114,1 Prokou, Eleni: Nonuniversity Higher Education Reform in France, Germany, and Greece: A Comparison of Core and Semiperiphery Societies. Comparative Education Review. Volume 50, Number 2. 2006. S. 196-216. S. 205.
  115. Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123-137. S. 123.
  116. 116,0 116,1 116,2 116,3 116,4 Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123-137. S. 125.
  117. 117,0 117,1 117,2 Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123-137. S. 127.
  118. Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123-137. S. 128.
  119. Psacharopoulos, George: The Social Cost of an Outdated Law: Article 16 of the Greek Constitution. European Journal of Law and Economics. Volume 16. 2003. S. 123-137. S. 129.
  120. Bericht der OECD, Länderkurzprofil Wissenschaft: http://www.oecd.org/dataoecd/42/8/46664231.pdf
  121. http://www.gsrt.gr/default.asp?V_ITEM_ID=101
38.30111111111123.741111111111


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Griechenland aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.