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Lesbos

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Dieser Artikel beschreibt die griechische Insel Lesbos. Zu weiteren Bedeutungen siehe Lesbos (Begriffsklärung).
Gemeinde Lesbos
Δήμος Λέσβου
Lesbos (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Nördliche Ägäis
Regionalbezirk: Lesvos
Geographische Koordinaten: 39° 12′ N, 26° 18′ O39.226.3Koordinaten: 39° 12′ N, 26° 18′ O
Fläche: 1.633,83 km²
Einwohner: 90.436 ([1])
Bevölkerungsdichte: 55,4 Ew./km²
Sitz: Mytilini
LAU-1-Code-Nr.: f11
Gemeindebezirke: 13 Gemeindebezirke
Lokale Selbstverwaltung: 73 Ortschaftenf12f12
Lage in der Region Nördliche Ägäis
Datei:2011 Dimos Lesvou.png

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Lesbos oder Lesvos (griechisch Λέσβος (f. sg.), türkisch Midilli Adası) ist mit einer Fläche von 1635,998 km² die drittgrößte Insel Griechenlands und die achtgrößte im Mittelmeer.[2] Seit 2011 bildet die Insel die Gemeinde Lesvos (Δήμος Λέσβου) und den Regionalbezirk Lesbos (Περιφερειακή Ενότητα Λέσβου) in der Region Nördliche Ägäis. Nach der Volkszählung von 2001 hatte die Insel insgesamt 90.643 Einwohner. In Mytilini, dem Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum der Insel, lebten 36.196 Einwohner (Stand 2001).

Geographie

Lesbos liegt in der nördlichen Ägäis weit im Osten gegenüber der türkischen Küste und wird innerhalb der Nordostägäischen Inseln zu den Ostägäischen Inseln gezählt. Im Norden trennt der Golf von Edremit (Edremit Körfezi) die Insel von Kleinasien mit etwa neun Kilometern in kürzester Entfernung, im Osten die etwa 15 km breite Meerenge von Lesbos (Στενό Μυτιλήνης). Die nächstgelegenen Inseln sind Chios 48 km südlich, Psara 65 km südwestlich, Agios Efstratios 76 km westlich sowie Limnos 74 km nordwestlich.

Lesbos ist vulkanischen Ursprungs und reicht an mehreren Stellen bis nahezu tausend Meter über das Meer. Die gebirgige und teilweise bewaldete, etwa 1.600 km² große Inselfläche wird durch zwei von Süden her tief ins Inselinnere reichende Einbuchtungen gegliedert. Seine maximale Ausdehnung von etwas mehr als 70 km erreicht Lesbos gemessen vom Kap Agrilia (Ακρωτήριο Αγριλιά) im Südosten bis zum Kap Saratsina (Ακρωτήριο Σαράτσινα) im Südwesten. Die längste Erstreckung in Nord-Süd-Richtung beträgt rund 45 km vom Kap Korakas (Ακρωτήριο Κόρακας) bis zum Kap Agios Fokas (Ακρωτήριο Άγιος Φωκάς).

Bergmassive dominieren die Insel, der Lepetymnos (Λεπέτυµνος) im Norden stellt mit 968 m zugleich den höchsten Gipfel der Insel dar, nahezu gleich hoch ist der Olymbos (Όλυμπος) im Süden mit 967 m. Im westlichen weitläufigen Ordymnos-Massivs (Όρδυμνος) erreicht der Profitis Ilias eine Höhe von 799 m, im Südosten ist die Kourteri (Κουρτερή) mit 527 m die höchste Erhebung auf der Amali-Halbinsel (Χερσόνησος Αµαλή). Fast die Hälfte der Insel ist hügeliges Land mit Oliven- und Obstbäumen und Wälder, vorwiegend mediterraner Kiefern mit Eichen und Walnussbäumen, bedecken etwa 20 % der Inselfläche. Das Berg- und Hügelland wird immer wieder von Ebenen unterbrochen, die knapp ein Drittel der Insel ausmachen. Die größten liegen an den beiden binnenseeartigen Golfen. Lesbos hat mehr als ein Dutzend ganzjährig Wasser führende Flüsse und Bäche, die größten entspringen am Olymbos im Osten der Insel, der Evergetoulas mündet in den Golf von Gera.

Von der Südküste her reichen zwei Meeresbuchten weit in die Insel hinein mit einer Wassertiefe je um rund 20 Meter. Der 43 km² große und etwa 6,5 km lange Golf von Gera (Κόλπος Γέρας) im Südosten ist über einen 200 bis 800 m breiten Kanal mit dem Meer verbunden. Der Golf von Kalloni (Κόλπος Καλλονής) mit einer Oberfläche 110 km² geht bis zu 21 km ins Inselinnere. Die übrige Küstenlinie ist durch zahlreiche kleinere Buchten gegliedert. An verschiedenen Stellen sind der Küste unbewohnte Inselchen vorgelagert. Die größte ist Megalonisi im äußersten Westen, ganz im Osten liegen die Tomaronisia.

Klima

Starke ungleichmäßige räumliche und jahreszeitliche Niederschlagsverteilung und große Unterschiede zwischen Minimum und Maximum der Tagestemperaturen kennzeichnen das Klima der Insel. Lesbos liegt im Übergangsbereich des mediterranen Winterregenklimas zum kontinental geprägten Steppenklima Kleinasiens.[3] Der semiaride Inselwesten wird durch eine etwa zehn Kilometer breite Übergangszone vom subhumiden Inselosten getrennt.[4]

Die Aufzeichnungen der Wetterstation Mytilini im Inselosten weisen auf einen heißen und trockenen Sommer von April bis Oktober mit einer mittleren Temperatur von 26,2 °C und einen kühl-feuchten Winter von November bis März mit einer mittleren Temperatur von 10,5 °C hin.[4] Im Zeitraum von 1955 bis 1997 lag die absolute Höchsttemperatur in Mytilini bei 40,4 °C die Tiefsttemperatur bei -4,4 °C.

Während der heißen Zeit sind Regenfälle selten. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt im Juli bei 2,7 mm und von Juni bis August bei insgesamt 14,7 mm. Die Niederschläge sind auf die nass-kalte Jahreszeit konzentriert, mit einem Spitzenwert von 152,7 mm im Dezember. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag schwankt zwischen 725 mm im Osten und nur 414 mm im westlichen Teil der Insel. Die langfristigen Niederschlagsdaten für Mytilini zeigen eine Abnahme der Menge von etwa 35 % von 1980–2000.[4] Eine weitere Verringerung der mittleren jährlichen Niederschlagsmenge wird seit dem Jahr 2000 beobachtet. Im Zeitraum von 2000 bis 2008 hat sich im Vergleich zum Mittelwert von 1954 bis 1999 die Niederschlagsmenge nahezu halbiert. Dieser Trend wurde für alle Monate mit Ausnahme des Novembers festgestellt. Der Rückgang der Regentage beträgt etwa zwei Tage pro Monat. Dieser Rückgang der Niederschläge in Verbindung mit der Erhöhung der Lufttemperatur wurde bereits für andere Regionen des Mittelmeerraums nachgewiesen oder vorhergesagt.[5]

Niederschlagsdaten von verschiedenen Standorten auf der Insel zeigen, dass der westliche Inselteil lediglich 65 % der Regenmenge gegenüber den übrigen Gebieten erhält. Die reduzierten Niederschläge in West-Lesbos sind hauptsächlich auf starke Winde in diesem Gebiet zurückzuführen. Die mittleren Geschwindigkeiten sind etwa doppelt so hoch wie in den östlichen und zentralen Inselgebieten.[4]


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Mytilini
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 12,1 12,6 14,6 19,0 23,9 28,5 30,4 30,2 26,7 21,7 17,2 13,8 Ø 20,9
Min. Temperatur (°C) 6,7 7,0 8,0 11,2 15,2 19,3 21,6 21,4 18,5 14,8 11,4 8,7 Ø 13,7
Niederschlag (mm) 119,7 89,3 71,5 46,2 21,5 5,7 2,2 3,2 10,5 38,9 96,6 142,8 Σ 648,1
Regentage (d) 13,0 11,3 10,7 9,5 5,9 2,7 1,0 0,7 2,5 6,4 10,0 13,9 Σ 87,6
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
12,1
6,7
12,6
7,0
14,6
8,0
19,0
11,2
23,9
15,2
28,5
19,3
30,4
21,6
30,2
21,4
26,7
18,5
21,7
14,8
17,2
11,4
13,8
8,7
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
119,7
89,3
71,5
46,2
21,5
5,7
2,2
3,2
10,5
38,9
96,6
142,8
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Verwaltungsgliederung

Mit der Umsetzung der Gemeindereform nach dem Kapodistrias-Programm im Jahr 1997 war die Insel Lesbos in 13 Gemeinden mit insgesamt 73 Gemeindebezirken untergliedert. Zum 1. Januar 2011 führte das Kallikratis-Programm die ehemaligen Gemeinden der Insel zur neu geschaffenen Gemeinde Lesvos (Dimos Lesvou Δήμος Λέσβου) zusammen, Verwaltungssitz ist Mytilini. Die bisherigen Gemeinden bilden Gemeindebezirke.

Gemeindebezirk griechischer Name LAU Sitz Fläche (km²) Einwohner 2001 Einwohner 2010 Ortschaften Postleit-
zahl
Telefon-
vorwahl
Mytilini Δημοτική Ενότητα Μυτιλήνης 830100 Mytilini 107,460 36.196 37.881 Mytilini, Agia Marina, Alyfanda, Afalonas, Loutra, Moria, Pamfila, Panagiouda, Taxiarche 811 00 22510–2, –4
Agia Paraskevi Δημοτική Ενότητα Αγίας Παρασκευής 830200 Agia Paraskevi 117,697 02628 02454 Agia Paraskevi, Napi 811 02 22530–3
Agiasos Δημοτική Ενότητα Αγιάσου 830300 Agiasos 079,924 02587 02581 Agiasos 811 01 22520–2
Gera Δημοτική Ενότητα Γέρας 830500 Pappados 086,350 06985 06945 Pappados, Mesagros, Paleokipos, Perama, Plakados, Skopelos 811 06 22510–8
Eresos-Antissa Δημοτική Ενότητα Ερεσού-Αντίσσης 830600 Eresos 290,947 05530 05111 Eresos, Andissa, Vatoussa, Mesotopos, Pterounda, Sigri, Chidira 811 05 22530–5
Evergetoulas Δημοτική Ενότητα Ευεργέτουλα 830700 Sykounda 088,866 03336 03242 Sykoundos, Asomatos, Ippio, Kato Tritos, Keramia, Lambou Myli, Mychos 811 05 22510–9
Kalloni Δημοτική Ενότητα Καλλονής 830800 Kalloni 241,946 08194 08073 Kalloni, Agra, Anemotia, Arisvi, Dafia, Keramio, Parakila, Skalochorio, Filia 811 07 22530–2
Loutropolis Thermis Δημοτική Ενότητα Λουτροπόλεως Θερμής 830900 Loutropolis Thermis 079,468 03809 03481 Loutropolis Thermis, Komi, Mistegna, Nees Kydonies, Pigi, Pyrgi Thermis 811 00 22510–7
Mandamados Δημοτική Ενότητα Μανταμάδου 831000 Mandamados 119,585 03210 03024 Mandamados, Kapi, Klio, Pelopi 811 04 22530–6
Mithymna Δημοτική Ενότητα Μήθυμνας 831100 Mithymna 050,166 02433 02375 Mithymna, Argennos, Lepetymnos, Sykaminea 811 08 22530–7
Petra Δημοτική Ενότητα Πέτρας 831500 Petra 075,329 03749 03721 Petra, Lafionas, Skoutaros, Stypsi, Ypsilometopo 811 09 22530–4
Plomari Δημοτική Ενότητα Πλωμαρίου 831600 Plomari 122,452 06698 06385 Plomari, Akrasio, Ambeliko, Megalochorio, Neochorio, Paleochorio, Plagia, Trygonas 812 00 22520–3
Polichnitos Δημοτική Ενότητα Πολιχνίτου 831700 Polichnitos 172,629 05288 05163 Polichnitos, Vasilika, Vrisa, Lisvori, Stavros 813 00 22520–4

Die größten Städte sind der Hauptort der Insel Mytilini sowie Kalloni, Mithymna, Plomari, Agiassos und Petra.

Geschichte

Früheste Spuren menschlichen Lebens sind Steinartefakte von Rodafnidia (Ροδαφνίδια) bei Lisvori. Die Abschläge in Levalloistechnik werden ins Mittelpaläolithikum datiert.[6] Erste Siedlungsaktivitäten der Jungsteinzeit konnten an mehreren Orten im Inselinneren auf hoch gelegenen Hügeln und direkt an der Küste nachgewiesen werden. Nahezu 40 Siedlungsstätten bezeugen die anhaltende Besiedlung seit der Frühbronzezeit. Die Orte liegen bevorzugt an der Küste oder auf Schwemmland im Osten, Südosten und im Inselzentrum. Der westliche Inselteil wurde frühesten ab der Mittleren Bronzezeit und vor allem in der Küstenzone während der Spätbronzezeit besiedelt.

Nur Thermi ist flächendeckend stratigraphisch erforscht, insgesamt wurden sieben Bauphasen nachgewiesen. Die Besiedelung von Thermi begann um etwa 3000 v. Chr. auf einer flachen Halbinsel an der Ostküste in einem der fruchtbarsten Gebiete der Insel. Begünstigt durch die Agrarwirtschaft und den Seehandel entwickelte sich Thermi während der ersten Hälfte des 3. Jahrtausend v. Chr. zu einem frühen urbanen Zentrum der nördlichen Ägäis. Die organisierte Ausweitung der Besiedelung auf eine Fläche von 1,5 Hektar war an den Bedürfnissen der stetig wachsenden Bevölkerung ausgerichtet. In der Phase Thermi IV hatte die Siedlung etwa 1200 Einwohner und wurde durch ein komplexe Befestigung geschützt.[7] Durch die Entwicklung zur konkurrenzfähigen städtischen Siedlung drohte Thermi zunehmend Gefahr von mächtigeren Gemeinschaften wie Troja und Poliochni und führte um etwa 1200 v. Chr. zum Auflassen von Thermi V. Die befestigte Siedlung von Kourtir bei Lisvori erreichte eine Fläche von etwa vier bis fünf Hektar,[A 1] eine archäologische Notgrabung in begrenzten Umfang wurde durchgeführt.[8]

In der Spätbronzezeit gehörte Lesbos zum Herrschaftsbereich des hethitischen Vasallenstaates Šeḫa.[9] Zwei hethitische Texte aus dem 13. Jahrhundert v. Chr. bezeichnen die Insel als Lazba oder Lazpa.[10][11] Der erste (KUB V, 6), der vermutlich aus der Zeit des hethitischen Großkönigs Muršili II. stammt, berichtet von der Überführung eines Götterbildes aus der vermutlich gleichnamigen Hauptstadt nach Hattuša.[12]Der zweite (KUB XIX, 5), von Hattušili III. stammend, erwähnt einen Angriff auf die Insel durch Pijamaradu,[13] einem Fürst aus dem ehemaligen Arzawa-Gebiet.

In der Antike war Lesbos bedeutend wegen der Hafenstadt Mytilini. Erwähnenswert ist die Belagerung Mytilinis im Jahr 406 v. Chr. durch die spartanische Flotte unter Kallikratidas, der den Feldherrn Konon mit dem Gros der athenischen Flotte im Hafen eingeschlossen hatte. Die Athener sandten eine Hilfsflotte und konnten die Eingeschlossenen in der Schlacht bei den Arginusen befreien.

Mithymna mit Festung

Im Mittelalter wurde die Insel 1355 vom byzantinischen Kaiser Johannes V. Palaiologos dem genuesischen Patrizier Francesco Gattilusio als Dank für dessen Waffenhilfe im Kampf gegen den Gegenkaiser Johannes VI. Kantakuzenos als erbliche Herrschaft verliehen. Die Herrschaft der Gattilusio endete 1462 mit der Eroberung der Insel durch die Osmanen unter Mehmed II..

Die Insel wurde Ende 1912 von griechischen Truppen unter Pavlos Kountouriotis erobert und nach dem Ersten Weltkrieg durch die Verträge von Sèvres und Lausanne endgültig Griechenland zugesprochen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Lesbos von deutschen Truppen besetzt.

Sehenswürdigkeiten

Auf dem Weg zwischen Antissa und Sigri gibt es einen versteinerten Wald aus der Zeit von vor 23 Millionen Jahren. In West-Lesbos gibt es mehr als 30 ehemalige Lavadome, sogenannte Necks und mehrere vulkanische Kalderen (Skoutari, Vatousa, Agra und Anemotia). Auch wenn dieser Teil der Insel sehr wüstenhaft wirkt, zählt die Landschaft zu den interessantesten der Ägäis. Zu den Sehenswürdigkeiten der Insel gehören neben der Hauptstadt Mytilene ferner die Orte Mithymna/Molivos (Kastell), Petra (Kirche Panagia auf einem Felsen) und Agiassos (berühmte Kirche und Olympos-Gipfel). Der Osten der Insel ist bewaldet und zum Großteil nicht vulkanisch. Nur bei Polichnitos gibt es deutliche Zeichen aktiven Vulkanismus und die heißesten Quellen Griechenlands (70-85 C).

Wirtschaft

Lesbos ist landwirtschaftlich geprägt. Die Haupteinnahmequelle ist das qualitativ hochwertige Olivenöl mit Geschützter geografischer Angabe innerhalb der EU.[14]. Weitere Einnahmen werden durch Käse darunter Feta, Kaseri und Ladotyri mit Geschützter Ursprungsbezeichnung, die Ouzoproduktion sowie die Fischerei und Salzgewinnung im Golf von Kalloni erzielt.

Ouzo

Die Destillerien der Insel decken etwa 50 % der gesamten griechischen Ouzoproduktion. Etwa 15 bis 20 % der lokalen Produktion wird auf der Insel verkauft oder konsumiert. Der Rest wird nach Athen, Thessaloniki und dem weltweiten Markt exportiert.[15]Die Produkte der Destillerien Barbayanni und Ouzo Plomari aus Plomari zählen zu bekanntesten und qualitativ hochwertigsten.[16]

Tourismus

Eine weitere Einnahmequelle ist der Tourismus, welcher zum Einen durch den internationalen Flughafen, und zum Anderen durch die gute Erreichbarkeit mit der Fähre begünstigt wird. Zu den touristischen Hochburgen zählen Plomari, Petra, Molyvos und Eresos.

Etymologie

In der griechischen Mythologie hieß auch der Inselpatron „Lezbos“, der Sohn des Lapithes, der Methymna heiratete.

Das Wort „lesbisch“, im Sinne von weiblich homosexuell, wird vom Namen der Insel abgeleitet, da die von der Insel stammende berühmte antike Dichterin Sappho in ihren Gedichten u. a. von der Liebe zu Frauen sang. Wegen dieser Anspielung ist Lesbos heute häufig touristisches Ziel von Lesben. Dies sehen die Behörden auf Lesbos mit großem Unbehagen; sie verweigerten früher Passagierschiffen mitunter die Einreise. In der heutigen Zeit liegt das Herzstück der Lesbenbewegung in der im Westen gelegenen Stadt Eresos, nach antiken Sagen zugleich auch Geburtsort von Sappho.

Weblinks

 Commons: Lesbos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
WiktionaryWiktionary: Lesbos – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Die Einwohnerzahl stammt aus einer Broschüre des griechischen Innenministeriums vom Mai 2010 anlässlich der Verwaltungsreform nach dem ‚Kallikratis-Gesetz‘: Elliniki Dimokratia, Ypourgeio Esoterikon, Apokendrosis ke Ilektronikis Diakyvernisis: "Programma Kallikratis," Systasi, syngrotisi Dimon, Periferion ke Apokendromenon Diikiseon gia ti Nea Architektoniki tis Aftodiikisis ke tis Apokendromenis Diikisis, Athen 2010.
  2. Charles Arnold (Hrsg.): Die Inseln des Mittelmeers. Ein einzigartiger und vollständiger Überblick. 2. Auflage. marebuchverlag, Hamburg 2008, ISBN 3866480962.
  3. Burkhard Biel: Contributions to the flora of the Aegean islands of Lesvos and Limnos, Greece. In: Willdenowia. Nr. 32, 2002, ISSN 0511-9618, S. 209–219 (PDF Online).
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 C. Kosmas, N. G. Danalatos, St. Gerontidis: The effect of land parameters on vegetation performance and degree of erosion under Mediterranean conditions. In: Catena. Nr. 40, 2000., S. 3–17.
  5. Alexandra Spyropoulou, George Tsirtsis: Modelling the effects of anthropogenic activities and climate change on a small catchment in an Aegean Island. Mytilini 2008 (Studying, Modeling and Sense Making of Planet Earth, PDF Online).
  6. Χ.Β. Χαρίσης, P. Durand, Μ. Αξιώτης, Τ.Β. Χαρίσης: Ίχνη παλαιολιθικής εγκατάστασης στη Λέσβο. In: Αρχαιολογία και Τέχνες. Nr. 76, September 2000, S. 83–87 (PDF online).
  7. Thermi on Lesbos, The Bronze Age on the Aegean Islands, Foundation of the Hellenic World (englisch)
  8. Ourania Kouka: Siedlungsorganisation in der Nord- und Ostägäis während der Frühbronzezeit (3. Jahrtausend v. Chr.). In: Internationale Archäologie. 58, Marie Leidorf Verlag, Rahden 2002, ISBN 978-3-89646-330-2, S. 129 ff. (Dissertation:Universität Heidelberg, 1996).
  9. Klaus Tausend, Sabine Tausend: Lesbos – Zwischen Griechenland und Kleinasien, S. 95 f.
  10. Klaus Tausend, Sabine Tausend; Robert Rollinger, Brigitte Truschnegg (Hrsg.): Lesbos – Zwischen Griechenland und Kleinasien. Altertum und Mittelmeerraum: die antike Welt diesseits und jenseits der Levante : Festschrift für Peter W. Haider zum 60. Geburtstag. Franz Steiner, 2006, ISBN 978-3-515-08738-4 (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  11. Gernot Wilhelm, Deutsche Orient-Gesellschaft. Internationales Colloquium: Hattuša-Boğazköy. Otto Harrassowitz, 2008, ISBN 978-3-447-05855-1 (Eingeschränkte Vorschau in der Google Buchsuche).
  12. Tausend 2006, S. 89 f.
  13. Tausend 2006, S. 89 f
  14. DOOR-Eintrag, Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Europäische Kommission
  15. Elias M. Demian: Industrial Symbiosis in the Greek Islands - The case of Lesvos Lund 2007, Master Thesis, S. 30.
  16. Marianthi Milona (Verf.); Werner Stapelfeldt (Hrsg.): Griechenland. Griechische Spezialitäten. Könemann Verlag, Köln 2001, ISBN 3-8290-7422-0, S. 328–331.

Anmerkungen

  1. In der Literatur variiert die Flächenangabe, fünf Hektar bei Ourania Kouka: Siedlungsorganisation in der Nord- und Ostägäis während der Frühbronzezeit (3. Jahrtausend v. Chr.), Seite 143; dagegen 4 ha bei Mariya Ivanova: Befestigte Siedlungen auf dem Balkan, in der Ägäis und in Westanatolien, ca. 5000-2000 v. Chr., Seite 217
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