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Gegenkaiser

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Gegenkaiser sind Herrscher, die den Status eines Kaisers beanspruchten, obwohl bereits ein Throninhaber amtierte. Aus der Sicht des bereits regierenden Kaisers war ein Gegenkaiser ein Usurpator, das heißt jemand, der sich die Macht widerrechtlich anmaßte. Gegenkaiser traten im Römischen Reich und im Byzantinischen Reich auf.

In der römischen Kaiserzeit und in Byzanz wurden Gegenkaiser von verschiedenen Gruppierungen erhoben, so beispielsweise Gardetruppen oder (häufiger) von Truppen in den Provinzen. Einige Erhebungen waren zudem lokal beschränkt, so dass es nicht zwingend zu einem reichsweiten Kampf kam. Während manche Gegenkaiser rasch ermordet wurden, konnten sich andere längere Zeit behaupten oder auch vollständig die Macht erlangen und damit als legitime Kaiser herrschen. Im Rahmen solcher Erhebungen kam es teilweise zu inneren Krisen, so im ersten und im zweiten Vierkaiserjahr. Während der Reichskrise des 3. Jahrhunderts kam es zu mehreren raschen Kaiserwechseln, was das Reich erheblich destabilisierte. In der Spätantike waren die Usurpationen im Westen bedrohlicher als im Ostreich, bis Westrom (in dessen Gebieten sich auch lokale Machthaber etablierten, die nicht nach der Kaiserwürde griffen und daher in der neueren Forschung teils als „Warlords“ bezeichnet werden) 476 unterging. In der Folgezeit kam in Byzanz weiterhin zu Erhebungen von Gegenkaisern. Das Reich wurde dadurch nicht zwingend destabilisiert, bedrohlicher war oft die teils sehr angespannte außenpolitische Lage; besonders problematisch war das gleichzeitige Auftreten von Gegenkaisern und verschärfter äußerer Bedrohungslage.

Literatur


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