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Nordrhein-Westfalen

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NRW ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter NRW (Begriffsklärung) aufgeführt.
Land Nordrhein-Westfalen
Flagge Nordrhein-Westfalens

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Flagge
Wappen Nordrhein-Westfalens
Wappen
Sprache: Deutsch, Niederdeutsch[1]
Landeshauptstadt: Düsseldorf
Fläche: 34.088,01 km²
Einwohnerzahl: 17,847 Mio. (31. Oktober 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 523 Einwohner pro km²
Arbeitslosenquote: 8,3 % (Mai 2013)[3]
Gründung: 23. August 1946
Staatsform: parlamentarische Republik, teilsouveräner Gliedstaat eines Bundesstaates
Schulden: 184,96 Mrd. EUR (31. Dezember 2010)[4]
ISO 3166-2: DE-NW
Kontakt:
Website: www.nrw.de
Politik:
Ministerpräsidentin: Hannelore Kraft (SPD)
Regierende Parteien: SPD und B’90/Grüne
Sitzverteilung im Landtag: Nach Art. 35 Abs. 1 LV NRWVorlage:§§/Wartung/alt-URL aufgelöst.
Rechte nimmt nach Art. 40Vorlage:§§/Wartung/alt-URL der Hauptausschuss wahr.
Letzte Wahl: 9. Mai 2010
Nächste Wahl: 13. Mai 2012
Parlamentarische Vertretung:
Stimmen im Bundesrat: 6

Nordrhein-Westfalen (Zum Anhören bitte klicken! [ˌnɔʁtʀaɪ̯nvɛstˈfaːlən] , niederdeutsch Noordrhien-Westfalen, Abkürzung NW, umgangssprachliche Abkürzung NRW[5]) ist ein Land im Westen der Bundesrepublik Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Düsseldorf.

Nordrhein-Westfalen grenzt im Norden und Nordosten an Niedersachsen, im Südosten an Hessen, im Süden an Rheinland-Pfalz, im Westen an Belgien und die Niederlande. Mit rund Vorlage:Formnum Millionen Einwohnern ist Nordrhein-Westfalen das bevölkerungsreichste, flächenbezogen mit 34.080 km² das viertgrößte deutsche Land. 29 von 80 deutschen Großstädten liegen in seinem stark urbanisierten Gebiet. Der Ballungsraum Rhein-Ruhr im Zentrum des Landes ist mit rund zehn Millionen Bewohnern eine der 30 größten Metropolregionen der Welt und zentraler Teil eines europäischen Verdichtungsraumes. Größte und älteste Stadt ist Köln.

Das Land wurde 1946 von der britischen Besatzungsmacht aus der preußischen Provinz Westfalen und dem Nordteil der ebenfalls preußischen Rheinprovinz errichtet und 1947 um das Land Lippe erweitert. Seit 1949 ist Nordrhein-Westfalen ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Kulturell ist es kein homogener Raum; besonders zwischen dem Landesteil Rheinland einerseits und den Landesteilen Westfalen und Lippe andererseits bestehen deutliche kulturelle Unterschiede.

Den nördlichen Teil des Ballungsraums Rhein-Ruhr bildet das Ruhrgebiet, dessen wirtschaftlicher Aufstieg auf den Kohlebergbau und die Montanindustrie zurückgeht. Seit dem Niedergang dieser Industrien ab den 1960er Jahren vollzog sich ein bis heute andauernder Strukturwandel. Noch heute ist Nordrhein-Westfalen durch diverse Schlüsselindustrien geprägt und eines der wirtschaftlichen Zentren Deutschlands. Mit einem Anteil von rund 22 Prozent am deutschen Bruttoinlandsprodukt ist Nordrhein-Westfalen das Land mit der höchsten Wirtschaftsleistung.

Geographie

Nordrhein-Westfalen liegt im Westen der Bundesrepublik Deutschland und grenzt im Uhrzeigersinn an Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Belgien und die Niederlande. Die Ausdehnung des Landes beträgt von Südwest bis Nordost rund 260 km. Der Norden des Landes liegt in der Norddeutschen Tiefebene und gliedert sich grob in die Westfälische Bucht, die von den Flüssen Lippe, Ems und Ruhr durchflossen wird, und das Niederrheinische Tiefland beidseitig des Rheins, der der größte Fluss des Landes (und zugleich Deutschlands) ist. Der tiefste Punkt liegt bei 9,2 m ü. NN im Nordwesten des Landes. Die restlichen Gebiete des Landes haben Anteil an den deutschen Mittelgebirgsregionen. Das Weserbergland an der oberen Weser prägt den Osten des Landes. Die Gebirge des Rheinischen Schiefergebirges nehmen den Süden ein. Das Rheinische Schiefergebirge gliedert sich grob in die linksrheinische Eifel im Südwesten und Bergisches Land sowie Sauerland östlich des Rheins. Der Langenberg im zum Sauerland zählenden Rothaargebirge ist mit 843,2 m ü. NN der höchste Berg des Landes. Der geographische Mittelpunkt des Landes liegt in Dortmund-Aplerbecker Mark.[6] Die westlichste Siedlung Deutschlands, und zwar Isenbruch in der Gemeinde Selfkant, liegt in Nordrhein-Westfalen.

Das Klima Nordrhein-Westfalens weist relativ ausgeglichene Temperatur- und Niederschlagsgänge auf. Die mittleren Jahrestemperaturen betragen abhängig von der Höhenlage zwischen 5 °C und 10 °C. Die jährlichen Niederschläge liegen zwischen 600 im Tiefland und 1400 mm in den Mittelgebirgen.

Geschichte

Auf Betreiben der britischen Besatzungsmacht wurde das Land Nordrhein-Westfalen 1946 auf der Grundlage des Besatzungsrechts aus dem Nordteil der preußischen Rheinprovinz („Nordrhein“) sowie der ebenfalls preußischen Provinz Westfalen geschaffen. Nach der Eingliederung des jahrhundertelang selbstständigen Landes Lippe im Jahr 1947 war der heutige territoriale Zuschnitt erreicht.

Auf seinem Staatsgebiet ist Nordrhein-Westfalen in die Rechtsnachfolge des Freistaats Preußen[7] und des Landes Lippe[8] eingetreten. Im Gegensatz zu einigen anderen deutschen Ländern gab es für Nordrhein-Westfalen als Ganzes allerdings keinen stark identitätsstiftenden Vorgängerstaat. Bei der Staatsgründung Nordrhein-Westfalens stand somit auch nicht der Gedanke einer Zusammenführung homogener Gebiete sondern der Wunsch der britischen Regierung im Vordergrund, das Ruhrgebiet und seine bedeutenden industriellen Ressourcen als Ganzes in ein Land einzubetten.

1949 gründete Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit anderen Ländern die Bundesrepublik Deutschland. Von 1949 bis 1990 war das nordrhein-westfälische Bonn Bundeshauptstadt. Größte Herausforderungen in der Nachkriegszeit waren der Wiederaufbau des kriegszerstörten Landes und der Aufbau eines demokratischen Staatswesens. Insbesondere als Folge des Niedergangs der Montanindustrie entwickelte sich die Gestaltung des notwendigen Strukturwandels zu einem zentralen Thema der Landespolitik.

Politik und Verwaltung

Nordrhein-Westfalen ist gemäß dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Gemäß seiner Verfassung ist das Land nach den Grundsätzen eines republikanischen, sozialen und demokratischen Rechtsstaats organisiert. Die Legislative liegt maßgeblich beim vom Wahlvolk für die Dauer von fünf Jahre gewählten Landtag. Elemente direkter Demokratie spielen in der Praxis kaum eine Rolle. Nach der Landtagswahl im Jahre 2010 bildeten SPD und B'90/Grüne eine Minderheitsregierung. Die Exekutive wird vom Ministerpräsidenten geleitet – zurzeit Hannelore Kraft (SPD). Die Landesverwaltung ist der Landesregierung nachgeordnet. Die Bezirksregierungen für die Regierungsbezirke Düsseldorf, Köln, Münster, Detmold und Arnsberg sind eine mittlere Ebene der Landesverwaltung. Die Landesverfassungsgerichtsbarkeit liegt beim Verfassungsgerichtshof für das Land Nordrhein-Westfalen. Aufgrund seiner Teilsouveränität kann Nordrhein-Westfalen als beschränktes staatliches Völkerrechtssubjekt auf bestimmten Gebieten völkerrechtliche Verträge abschließen. Über den Bundesrat wirkt das Land an der bundesstaatlichen Gesetzgebung und an Angelegenheiten der Europäischen Union mit. Bonn ist als Bundesstadt Sitz zahlreicher Einrichtungen des Bundes, außerdem Standort verschiedener Organisationen der Vereinten Nationen.

Die Städte und Gemeinden des Landes haben das Recht zur kommunalen Selbstverwaltung und übernehmen Aufgaben der Landesverwaltung im Auftrag des Landes oder im Wege der Organleihe. Auf kommunaler Ebene gliedert sich das Land Nordrhein-Westfalen in 31 Kreise (davon einer als Städteregion) sowie deren 374 kreisangehörige (regionsangehörige) Gemeinden und Städte, daneben in 22 kreisfreie Städte. Das Land hat 29 Großstädte. Besondere Bedeutung im kulturellen und sozialen Bereich sowie für weitere Aufgaben der Kommunalverwaltung haben die beiden Landschaftsverbände in Nordrhein-Westfalen, sowie weitere Kommunalverbände wie etwa der Regionalverband Ruhr oder der Landesverband Lippe. Nachfolgend die Gliederung des Landes in Regierungsbezirke und zugehörige Kreise und kreisfreie Städte (kreisfreie Städte kursiv):

Regierungsbezirk Kreise, Städteregionen und kreisfreie Städte
Arnsberg Bochum, Dortmund, Ennepe-Ruhr-Kreis, Hagen, Hamm, Herne, Hochsauerlandkreis, Märkischer Kreis, Olpe, Siegen-Wittgenstein, Soest, Unna
Detmold Bielefeld, Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke, Paderborn
Düsseldorf Duisburg, Düsseldorf, Essen, Kleve, Krefeld, Mettmann, Mönchengladbach, Mülheim an der Ruhr, Oberhausen, Remscheid, Rhein-Kreis Neuss, Solingen, Viersen, Wesel, Wuppertal
Köln Aachen (Städteregion), Bonn, Düren, Euskirchen, Heinsberg, Köln, Leverkusen, Oberbergischer Kreis, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Sieg-Kreis, Rheinisch-Bergischer Kreis
Münster Borken, Bottrop, Coesfeld, Gelsenkirchen, Münster, Recklinghausen, Steinfurt, Warendorf

Bevölkerung

Demografie

Vorlage:Tabelle Große Städte in Nordrhein-Westfalen

Datei:Nrw Einwohner.svg
Bevölkerungsentwicklung von Nordrhein-Westfalen

Das Land Nordrhein-Westfalen hat 17.845.154 (Stand 31. Dezember 2010) Einwohner und ist damit das bevölkerungsreichste deutsche Land. Zugleich ist das Gebiet mit einer Bevölkerungsdichte von 523 Einwohnern pro km² unter den Flächenländern das mit Abstand am dichtesten besiedelte Land. Die Bevölkerung ist dabei jedoch recht ungleich verteilt. Eher dünn besiedelt sind Ostwestfalen-Lippe, das Münsterland sowie die eher bergigen Regionen im Süden des Landes. Die Metropolregion Rhein-Ruhr ist mit rund zehn Millionen Einwohnern eine der am dichtesten besiedelten und bevölkerungsreichsten Regionen Europas. Folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsentwicklung des Landes.

Jahr Einwohner[9]
1930 11.407.000
1940 12.059.000
1950 12.926.000
1955 14.442.000
1960 15.694.000
1965 16.619.450
1970 17.033.651
Jahr Einwohner[9]
1975 17.129.200
1980 17.057.488
1985 16.674.001
1990 17.349.651
1995 17.893.045
2000 18.009.865
2001 18.052.092
Jahr Einwohner[9]
2002 18.076.355
2003 18.079.686
2004 18.075.352
2005 18.058.105
2006 18.028.745
2007 17.996.621
2008 17.933.064
Jahr Einwohner[9]
2009 17.872.763
2010 17.845.154

2006 beträgt der Anteil der Über-65-Jährigen rund 19,7 Prozent (1950: 8,8 Prozent). Der Anteil der Unter-15-Jährigen beträgt 2006 noch 14,7 Prozent (1950: 22,6 Prozent)[10]

2006 gab es im Land rund 8,5 Millionen Haushalte. Die durchschnittliche Haushaltsgröße beträgt demnach 2,12 Personen. In 37 Prozent dieser Haushalte wohnt allerdings nur eine Person. Noch 1950 betrug die durchschnittliche Haushaltsgröße über 3 Personen. Der Anteil der Einpersonenhaushalte betrug 1950 nur 16,9 Prozent.[11] Der Anteil der Alleinstehenden ist noch höher als der Anteil der Einpersonenhaushalte. 2006 waren rund 39 Prozent der Bevölkerung alleinstehend. In einer „klassischen“ Paarbeziehung mit Kindern leben nur rund ein Viertel der Nordrhein-Westfalen.[12]

2006 hatte Nordrhein-Westfalen mit 1,36 Kindern je Frau die dritthöchste Fertilitätsrate unter den Ländern Deutschlands. 2007 stieg dieser Wert auf 1,39. Jedoch gibt es starke regionale Unterschiede. Vergleichsweise hohe Werte von über 1,5 finden sich im Norden und Osten des Landes. Den Spitzenplatz nimmt der Kreis Lippe mit 1,61 (2007) ein. Niedrige Werte finden sich im Ruhrgebiet, z. B. Bochum mit 1,15 oder Dortmund mit 1,33. Den höchsten Wert im Ruhrgebiet hat Duisburg mit 1,45. Remscheid ist die kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen mit der höchsten Fertilitätsrate, 1,56. Sehr niedrige Werte weisen die Landeshauptstadt Düsseldorf mit 1,29 und die bevölkerungsreichste Stadt Köln mit 1,26 auf.[13]

2006 betrug der Anteil der Einwohner mit Migrationshintergrund 22,6 Prozent.[14] Der Anteil der Nichtdeutschen an der Gesamtbevölkerung betrug am 31. Dezember 2006 10,6 Prozent[15] Die größten Gruppen sind Türken (580 Tausend Einwohner), Italiener (128), Polen (102) und Griechen (93).[16]

Bevölkerungsprognose

Verschiedene Prognosen zufolge wird die Bevölkerung Nordrhein-Westfalens in den kommenden Jahrzehnten deutlich schrumpfen. Die Bevölkerungsvorausberechnung der Satistikbehörde des Landes sagt eine Gesamtbevölkerung von nur noch 16,16 Millionen für das Jahr 2050 voraus. Der Anteil der Über-65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird der Prognose nach bis 2050 auf fast 30 Prozent steigen.[17] Das Statische Bundesamt Deutschland (DESTATIS) prognostiziert für NRW einen Bevölkerungsrückgang von etwa einer Million Menschen alle 20 Jahre. Die Ergebnisse dieser Prognose fasst folgende Tabelle zusammen:[18] Die Bertelsmann Stiftung hat im Jahr 2011 die Prognose "Wegweiser Kommune" veröffentlicht. Bis 2030 wird ein Bevölkerungsrückgang um ca. eine Million Einwohner prognostiziert.[19]

Prognose 2011 (Destatis)[18]
Datum Einwohner
31. Dezember 2010 17.818.000
31. Dezember 2015 17.596.000
31. Dezember 2020 17.364.000
31. Dezember 2025 17.112.000
31. Dezember 2030 16.832.000
31. Dezember 2035 16.510.000
31. Dezember 2040 16.136.000
31. Dezember 2045 15.702.000
31. Dezember 2050 15.219.000
31. Dezember 2055 14.716.000
31. Dezember 2060 14.230.000
Prognose 2011
(Wegweiser Kommune)
Datum Einwohner
31. Dezember 2009 17.860.460
31. Dezember 2015 17.659.710
31. Dezember 2020 17.445.490
31. Dezember 2025 17.196.820
31. Dezember 2030 16.907.040

Quelle: Bertelsmann Stiftung


Identifikation und kulturelle Identität

Datei:CarnivalKoeln2006.jpg
Im Karneval ist die rheinische Lebensfreude besonders präsent
Datei:Koelner Dom bei Nacht 1 RB.JPG
Der Kölner Dom ist das größte Kirchengebäude und die größte Touristenattraktion

Nordrhein-Westfalen wird als ein „Bindestrich-Land“ bezeichnet, weil es unter dem maßgeblichen Einfluss der britischen Besatzungsmacht in den Jahren 1946 und 1947 aus drei historisch unterschiedlichen Landesteilen gebildet wurde und seither noch keine besonders starke Identifikation mit dem Land entstanden ist.[20] Kulturelle Überlegungen traten bei der Staatsgründung hinter wirtschaftlichen Überlegungen, das Ruhrgebiet als Ganzes einzubetten, zurück. Wirtschaftlich waren die Räume des Landes bereits früh, teilweise eng, miteinander verflochten.

Die Bewohner der drei Landesteile Westfalen, Lippe und Rheinland haben seit 1946 durchaus eine gewisse Identifikation mit dem Land entwickelt.[21] Allerdings tritt dieses Bewusstsein häufig noch gegenüber dem Bewusstsein einer Zugehörigkeit zu einem Landesteil Nordrhein-Westfalens zurück. Trennend wirken vor allem die historischen, kulturellen und sprachlichen Unterschiede zwischen dem Rheinland und Westfalen-Lippe. Westfalen-Lippe steht kulturräumlich Niedersachsen näher als dem Rheinland. Aber auch innerhalb dieser Regionen sind weitere ausgeprägte Regionalidentitäten vorhanden, die sich oftmals auf die in Mittelalter und Neuzeit gebildeten Territorien, ihre Herrscherhäuser und die damit einhergehenden konfessionellen Bindungen zurückführen lassen. Die heute 568,9 km[22] lange rheinisch-westfälische Binnengrenze zwischen den ehemaligen preußischen Provinzen innerhalb des heutigen Landes wird über die preußische Zeit hinweg als uralte Kulturgrenze angesehen, die sich bis auf die fränkisch-sächsische Stammesgrenze des 8. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt. Das für so ein kleines Gebiet bemerkenswert ausgeprägte Regionalbewusstsein der Lipper speist sich vor allem aus seiner langen Eigenständigkeit, denn kulturräumlich ist das Lipperland kaum vom restlichen Westfalen, insbesondere dem angrenzenden Minden-Ravensberg abzugrenzen. Die Identität der Rheinländer greift in ihrem Vorstellungsraum ebenfalls über die Grenzen Nordrhein-Westfalens hinaus und bezieht sich entlang des Rheins meist auf einen historischen Kulturraum, der in etwa der ehemaligen Rheinprovinz entspricht, also auch Teile des heutigen Rheinland-Pfalz und Randgebiete Ostbelgiens einbezieht.

Bei den Landesbewohnern mit Migrationsgeschichte, deren Anteil gerade in den verstädterten und industrialisierten Regionen nicht gering ist, kommt als identitätsbildender Faktor hinzu, dass ihre Kultur und Identität durch die Lebenswelt ihrer unterschiedlichen Herkunftskulturen mitgeprägt wird.[23] Nicht gering ist der Anteil jener Landesbewohner, die aus anderen Bundesländern zugezogen sind und von dort ihre Identität mitgebracht haben.

Die alten Gegensätze zwischen den Landesteilen verblassen nur langsam. Die beiden Landschaftsverbände für Westfalen-Lippe und das Rheinland sind mit der regionalen Kulturpflege beauftragt und institutionalisieren gewissermaßen so die kulturräumliche Trennung des Landes. Mit Ostwestfalen-Lippe und insbesondere dem Ruhrgebiet sind aber mittlerweile auch landesteilübergreifende und neue identitätsstiftende Regionen entstanden. Über 60 Jahre nach der Gründung Nordrhein-Westfalens ist insgesamt festzustellen, dass das Landesbewusstsein, gefördert durch Veröffentlichungen, Veranstaltungen, Auszeichnungen, Hoheitszeichen und Staatssymbole, Museen mit landesspezifischen Themen, den Bau und die Präsenz repräsentativer staatlicher Gebäude sowie durch Institutionen wie z. B. den Westdeutschen Rundfunk, sich entwickelt und dass die Identität der Landesbewohner sich räumlich zunehmend an den Landesgrenzen orientiert. In unterschiedlicher Weise und Intensität haben so die jeweiligen Ministerpräsidenten und Landesregierungen die nordrhein-westfälische Identität der Landesbewohner zu fördern versucht, allen voran Franz Meyers. Von einem besonders starken allgemeinen Landesbewusstsein ist gleichwohl noch nicht zu sprechen.[24][25]


Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften

Datei:Aachen Cathedral North View at Evening.jpg
Der Aachener Dom ist die Kathedrale des Bistums Aachen und bedeutendes Beispiel der karolingischen Renaissance

Größte religiöse Gruppe sind die katholischen Christen mit rund 40 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zweitgrößte Gruppe sind evangelische Gläubige (rund 30 Prozent). Die größte nichtchristliche Bevölkerungsgruppe mit einem religiösen Bekenntnis sind mit bis zu acht Prozent der Bevölkerung die Muslime, die überwiegend der sunnitischen Glaubensrichtung des Islam angehören.[26][27] Die Landesverfassung erkennt den Kirchen eine besondere gesellschaftliche Rolle zu, insbesondere in Bereichen des Bildungswesens, und garantiert das Recht auf freie Ausübung einer Religion.

Der Anteil der Konfessionslosen beträgt rund 25 Prozent. Einige Tausend sind in atheistischen oder humanistischen Organisationen Mitglied, wie dem Humanistischen Verband Nordrhein-Westfalen K.d.Ö.R.[28] oder dem Internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten[29] mit Sitz in Köln.

Dialekte und Sprachen

Die Dialekte und Sprachen in Nordrhein-Westfalen variieren wegen der kulturräumlichen Uneinheitlichkeit des Landesgebiets. Geprägt werden sie auch durch die sprachräumliche Herkunft zugezogener Bewohner; hierfür ist das Ruhrdeutsch ein Beispiel. Umgangs- und Amtssprache ist Deutsch; die niederdeutsche Sprache wurde weitgehend verdrängt. Historisch bedingt finden sich im rheinischen Landesteil fränkische Dialekte, in Westfalen-Lippe westfälische Dialekte. Durch Immigration und durch den Sprachunterricht an den Schulen hat sich die Mehrsprachigkeit der Bewohner im Laufe der letzten Jahrzehnte beträchtlich erhöht.

Persönlichkeiten

Nordrhein-Westfalen bzw. das Gebiet des heutigen Landes hat zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten hervorgebracht. Mit an der Spitze internationaler Bekanntheit dürften der Komponist Ludwig van Beethoven, der Maler Peter Paul Rubens und der Rennfahrer Michael Schumacher stehen. Allein vier Bundespräsidenten wurden im späteren Nordrhein-Westfalen geboren: Gustav Heinemann, Heinrich Lübke, Johannes Rau, Walter Scheel. Mit Konrad Adenauer und Gerhard Schröder stammen auch zwei Bundeskanzler aus Nordrhein-Westfalen. Bekannte weitere Persönlichkeiten sind Otto III., Friedrich Engels, Joseph Beuys, Heinrich Böll, Annette von Droste-Hülshoff, Heinrich Heine, Wilhelm Conrad Röntgen und Alfred Krupp.

Bildung und Forschung

Datei:Schloss Münster.jpg
Fürstbischöfliches Schloss Münster, Sitz und Wahrzeichen der Westfälischen Wilhelms-Universität

Das nordrhein-westfälische Schulsystem sieht nach einer vierjährigen Regelzeit auf der Grundschule den Besuch einer der weiterführenden Schulformen Hauptschule, Realschule, Gymnasium oder Gesamtschule vor. Höchste schulische Abschlussprüfung ist die Allgemeine Hochschulreife, die nach achtjähriger Regelschulzeit auf einer weiterführenden Schule als Zentralabitur abgelegt wird.

Noch in den 1950er Jahren gab es in Nordrhein-Westfalen nur wenige Hochschulen oder vergleichbare Bildungseinrichtungen. Traditionsreiche Universitäten bestanden mit der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster, der Universität zu Köln, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Seit den 1960 wurden vermehrt neue Hochschulen gegründet. An den nordrhein-westfälischen Hochschulen sind etwa 470.000 Studenten eingeschrieben.[30] Die Universitäten Bochum, Duisburg-Essen, Hagen, Köln und Münster sind die größten Universitäten des Landes und gehören zu den zehn größten Universitäten in Deutschland. Insgesamt hat das Land inklusive der Fachhochschulen 26 öffentliche Hochschulen, sieben staatliche Kunst- und Musikhochschulen, 22 anerkannt private Hochschulen sowie vier Fachhochschulen, die nicht der Dienst- und Fachaufsicht des Landes unterliegen.[31] Neben den sonstigen Einrichtungen der Helmholtz-Gemeinschaft, der Max-Planck-Gesellschaft und der Fraunhofer-Gesellschaft ist vor allem das Forschungszentrum Jülich als eine der größten Forschungseinrichtungen Europas bekannt. Die NRW Graduate Schools sind Einrichtungen der Spitzenforschung innerhalb der bestehenden Universitäten.

Wirtschaft und Verkehrsinfrastruktur

Datei:Rheinufer Norden Duisburgs.JPG
Werk von ThyssenKrupp bei Duisburg; ThyssenKrupp ist das größte der verbliebenen Unternehmen aus der Montanindustrie

Land von Kohle und Stahl war in den 1950er und 1960er Jahren eine durchaus treffende Selbst- und Fremdbeschreibung für Nordrhein-Westfalen. Das montanindustrielle Ruhrgebiet war nach dem Wiederaufbau wieder eine der wichtigsten Industrieregionen Europas und hat zum Wirtschaftswunder nicht nur im Land, sondern in der gesamten Bundesrepublik entscheidend beigetragen. Spätestens seit den 1960er Jahren begannen sich die negativen Seiten dieser industriellen Monostruktur zu zeigen. Immer wiederkehrende Stahl- und Kohlekrisen ließen den montanindustriellen Sektor immer mehr zusammenschmelzen. Dagegen erlebten im produzierenden Sektor die Unternehmen jenseits des Ruhrgebiets, insbesondere im Maschinenbau sowie in der metall- und eisenverarbeitenden Industrie, einen erheblichen Aufschwung. Der Strukturwandel fiel in Nordrhein-Westfalen regional sehr unterschiedlich aus. Auch wenn immer noch Teile des alten Reviers hohe Arbeitslosenzahlen aufweisen, ist der Strukturwandel von der Industrie- zur Wissensgesellschaft in den industriellen Kernen insgesamt in den letzten Jahrzehnten weit fortgeschritten.

Trotz der Strukturprobleme und des jahrelangen unterdurchschnittlichen Wirtschaftswachstums war das Land mit einem BIP von 521,7 Milliarden Euro im Jahr 2009 das wirtschaftsstärkste Land Deutschlands und eines der wichtigsten Wirtschaftszentren der Welt. Das Land erwirtschaftet damit rund 21,7 Prozent (Jahr 2009) der deutschen Wirtschaftsleistung. Bei der Betrachtung des Bruttoinlandsprodukts pro Einwohner liegt Nordrhein-Westfalen im Mittelfeld der Länder Westdeutschlands.[32] Die Arbeitslosenquote beträgt 8,3 % (Mai 2013)[33]. Dieser Wert liegt über der bundesdeutschen und deutlich über der westdeutschen Arbeitslosenquote. Die nordrhein-westfälische Arbeitslosenquote ist die höchste aller westdeutschen Flächenländer.[34]

Nach Erhebungen des amerikanischen Wirtschaftsmagazins Fortune haben vier der hundert umsatzstärksten Unternehmen der Welt ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen.[35] Einer Erhebung des Wirtschaftsblattes zufolge sind die zehn umsatzstärksten Unternehmen E.ON (Versorger), Metro (Einzelhandel), Deutsche Telekom (Telekommunikation), ALDI Nord + ALDI Süd (Einzelhandel), Rewe (Einzelhandel), RWE (Versorger), Deutsche Post AG (Logistik und Transport), ThyssenKrupp (Maschinen- und Anlagenbau), Deutsche BP (Versorger) und die Bayer AG (Pharma und Chemie).[36] Deutschlandweit kann das Land mit rund 135 Millionen € (29 Prozent aller Direktinvestionen in Deutschland, beide Stand Ende 2009) die meisten ausländischen Direktinvestitionen aller deutschen Länder verbuchen.[37] Einen Sitz, in vielen Fällen auch Tochterunternehmen, in Nordrhein-Westfalen haben beispielsweise die ausländischen Großunternehmen BP[36], 3M[38], Ericsson[39], Ford[40], LG Electronics[41], QVC[42], Toyota[42] oder Vodafone.[43]

Einhergehend mit der zentralen Lage im wichtigsten europäischen Wirtschaftsraum, der hohen Bevölkerungsdichte, der starken Urbanisierung, der zahlreichen Wirtschaftsstandorte weist Nordrhein-Westfalen eines der dichtesten Verkehrsnetze weltweit auf.

Kultur und Freizeit

Kunst- und Kulturlandschaft


Die Förderung von Kunst und Kultur in Nordrhein-Westfalen ist in der Landesverfassung als ein Staatsziel festgeschrieben.[44] Nordrhein-Westfalen unterstützt eine Vielzahl an künstlerischen und kulturellen Projekten und Institutionen, fast ausschließlich im Lande, auf Bundesebene allerdings die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Alleine durch die bloße Einwohnerzahl des Landes leben im Land zahlreiche Kulturschaffende, nach einer Schätzung etwa 30.000 Künstler.[45]

Kennzeichnend für die Kunst- und Kulturszene Nordrhein-Westfalens ist ihre Vielfältigkeit und ihr Polyzentrismus. Gründe dafür liegen unter anderem in den ausgeprägten regionalen Unterschieden des Landes in kulturräumlicher Sicht, deren auffälligste Kulturgrenze zwischen Westfalen-Lippe und dem Rheinland verläuft, und in der Landesgeschichte, die das Entstehen einer auch in kultureller Hinsicht dominierenden Metropole oder Residenzstadt nicht ermöglichte. Bedeutende Kultureinrichtungen finden sich daher über das Land verteilt. Impulse für die Kultur- und Kunstentwicklungen im heutigen Land gingen nur selten „von oben aus“. Besonders die Arbeiterkultur im Ruhrgebiet ist dafür ein Beispiel. Die Arbeiterkultur bildete eine der Wurzeln für den Wandel des Ruhrgebiets von einer reinen Industrieregion hin zu einer „Kulturmetropole“, die ihre Industriekultur aber weiter als wichtigen Bestandteil ihrer kulturellen Identität sieht. 2010 war das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas.

Düsseldorf und Köln sind bekannt als Zentren für den Kunsthandel und Standort bedeutender Kunstsammlungen und Kunstausstellungen, darunter in Düsseldorf die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, die Kunsthalle Düsseldorf, das Museum Kunstpalast und das NRW-Forum, in Köln die Gemäldegalerie Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud sowie das Museum Ludwig. In Dortmund befindet sich das Museum am Ostwall. Essen ist Standort des Museums Folkwang. Auf der Museumsmeile in Bonn befinden sich mit dem Kunstmuseum Bonn und der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland zwei der bedeutendsten Kunstmuseen des Landes. Zu den bedeutendsten Theaterbühnen Deutschlands zählen das Schauspielhaus Bochum und das Schauspiel Köln. Die bekanntesten Opernhäuser sind die Oper Köln, das Opernhaus Dortmund, das Aalto-Theater in Essen sowie die Deutsche Oper am Rhein. Das Theater Dortmund stellt eines der großen Dreispartenhäuser in Deutschland dar. Die Kölner Philharmonie und die Tonhalle Düsseldorf zählen zu den bekanntesten Konzerthallen des Landes. Bekannteste Kunsthochschulen sind die Kunstakademie Düsseldorf, die Hochschule für Musik Detmold und die Folkwang Universität der Künste.

Architektur

Die größte Touristenattraktion des Landes und zugleich der Bundesrepublik ist der Kölner Dom mit rund sechs Millionen Besuchern jährlich. Neben dem Kölner Dom zählen auch der Aachener Dom und die Schlösser Augustusburg und Falkenlust sowie seit 2001 auch die Zeche und Kokerei Zollverein zu den UNESCO-Welterbestätten des Landes. Die Zeche ist das herausragendste Beispiel zahlreicher Industriedenkmäler in den Städten an Rhein und Ruhr, deren historische Innenstadtbereiche dagegen im Zweiten Weltkrieg oder bereits während der Industrialisierung vielfach zerstört wurden. Als Staat drückt sich Nordrhein-Westfalen durch eine Vielzahl staatlicher Bauten aus, insbesondere durch den Landtag Nordrhein-Westfalen und die Gebäude der Landesregierung im Regierungsviertel von Düsseldorf. Ludwig Mies van der Rohe ist der weltweit wohl bekannteste Architekt aus dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens.

Natur

Datei:Senne02.jpg
Die Senne in Ostwestfalen-Lippe ist die bedeutendste zusammenhängende Heidelandschaft

Die Natur in Nordrhein-Westfalen ist typisch für den mitteleuropäischen Naturraum. Verbreitet sind in Nordrhein-Westfalen vor allem Arten, die an ausgeräumte Kulturlandschaften oder waldige Mittelgebirgslandschaften angepasst sind. Die ursprüngliche artenreiche Flora und Fauna ist jedoch aufgrund der hohen Siedlungsdichte, der großen Industriezentren des Landes, des Bergbaus, der fast flächendeckenden landwirtschaftlichen und forstwirtschaftlichen Nutzung sowie der fast völligen verkehrstechnischen Erschließung wie in kaum einer anderen Region Europas bedroht. Für den Naturschutz und die Naherholung für die Bewohner der dichtbesiedelten Region Rhein-Ruhr weisen daher vor allem die bewaldeten Mittelgebirgsregionen des Landes eine bedeutende Rolle auf. Nordrhein-Westfalen hat Anteil an 14 Naturparks und mit dem Nationalpark Eifel seit 2004 einen Nationalpark.

Tourismus

Insbesondere die südlichen und östlichen Mittelgebirgsregionen sind Tourismusregionen. Wenngleich Nordrhein-Westfalen im nationalen oder europäischen Maßstab kein herausragendes Reiseland ist, sind diese Regionen dennoch Ziel vor allem für Erholung suchende Kurzurlauber aus den großen Ballungsräumen des Landes. Die großen Städte des Landes werben Touristen vor allem mit den oben beschriebenen kulturellen Einrichtungen. Düsseldorf ist Reiseziel japanischer, amerikanischer und britischer Touristen und zieht auch wohlhabende Einzelhandelskunden aus Russland und den arabischen Staaten, sowie Kunden aus dem benachbarten Ausland an, vor allem aus den Niederlanden, aus Belgien und Luxemburg.

Kulinarisches

Hauptartikel: Rheinische Küche

In Bezug auf die nordrhein-westfälische Küche ist wieder die Zweiteilung in einen rheinischen und westfälisch-lippischen Teil zu erkennen. Zu der Rheinischen Küche zählen auch die Küchen des Niederrheins und des Bergischen Landes. Die Westfälische Küche und die hierzu zählende Lippische Küche sind im weiteren Sinne ein Teil der norddeutschen Küche. Die Westfälische Küche ist vor allem deftig und Fleisch spielt eine große Rolle. Die Rheinische Küche ist ebenfalls bodenständig, erscheint im Vergleich zur Westfälischen Küche aber etwas raffinierter. Im Südwesten des Landes wird Wein am Rhein angebaut. Ansonsten ist Nordrhein-Westfalen ein „Bierland“. Neben dem vor allem in Westfalen verbreiteten Pils gibt es mit Altbier und Kölsch zwei obergärige Biersorten, die vor allem im Rheinland verbreitet sind.

Sport

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Die Veltins-Arena in Gelsenkirchen ist noch vor der ESPRIT arena in Düsseldorf das größte vollüberdachte Stadion

Der Sport in Nordrhein-Westfalen wird vor allem durch den Fußball geprägt. Nicht nur alleine durch seine Größe und Bevölkerungsdichte zu erklären, weist die Region Rhein-Ruhr eine besonders hohe Dichte erfolgreicher Fußballvereine auf. Zur Tradition der Bergarbeiter im Revier zählte immer auch der Fußball. In der Fußball-Bundesliga ist Nordrhein-Westfalen gemessen an der Einwohnerzahl meist überrepräsentiert. Erfolgreichste Vereine sind Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln, der FC Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen. Neben dem Fußball werden in Nordrhein-Westfalen aber auch viele andere Sportarten betrieben. Besonders viele Zuschauer ziehen dabei der Handball, Eishockey und Basketball an.

Feiertage

Neben den bundesweit gültigen Feiertagen Neujahr, Karfreitag, Ostern, Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt, Pfingsten, Tag der Deutschen Einheit und Weihnachten sind in Nordrhein-Westfalen Fronleichnam und Allerheiligen gesetzliche Feiertage.

Siehe auch

 Portal:Nordrhein-Westfalen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Nordrhein-Westfalen

Literatur

  • Landeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): NRW-Lexikon. Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht, Kultur. 2 Auflage. Leske + Budrich, Leverkusen 2000, ISBN 3810023361.

Weblinks

 Wikisource: Nordrhein-Westfalen – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Nordrhein-Westfalen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Nordrhein-Westfalen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Nordrhein-Westfalen – in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium der Justiz (Hrsg.): Gesetz zu der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen des Europarats vom 5. November 1992 vom 9. Juli 1998. In: Bundesgesetzblatt. Jahrgang 1998 Teil II, Nr. 25, Bonn 16. Juli 1998 (Anmerkung: Teil II und einzelne Bestimmungen des Teils III der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen werden im Land Nordrhein-Westfalen auf die Regionalsprache Niederdeutsch angewendet., PDF).
  2. Bevölkerung - Nordrhein-Westfalen. Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 15. Dezember 2011, abgerufen am 20. Dezember 2011.
  3. Arbeitslosenquoten im Mai 2013 – Länder und Kreise. In: arbeitsagentur.de. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 29. Mai 2013.
  4. a) Die 184,96 Mrd. EUR beziehen sich auf den Haushalt (inkl. Extrahaushalte) des Landes ohne die Haushalte und Extrahaushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände. Von den 184,96 Mrd. EUR Gesamtschulden entfallen unter anderem 174,79 Mrd. EUR auf Verbindlichkeiten (Wertpapierschulden, Kredite, Kassenkredite) beim nicht-öffentlichen Bereich und 10,166  Mrd. EUR auf Verbindlichkeiten beim öffentlichen Bereich (Kredite und Kassenkredite). Zusätzlich ist Nordrhein-Westfalen Verpflichtungen aus Bürgschaften über 17,276 Mrd. EUR eingegangen (Hinweis: Bürgschaften führen nicht zwangsläufig zu einer Auszahlung). Unter Berücksichtigung der Haushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände ergeben sich Gesamtschulden der öffentlichen Haushalte in Nordrhein-Westfalen von 233,907 Mrd. EUR und Bürgschaften in Höhe von 24,897 Mrd. EUR, vgl. Finanzen und Steuern. Schulden der öffentlichen Haushalte. Fachserie 14. Reihe 5. Statistisches Bundesamt, 30. November 2011, abgerufen am 16. Januar 2012.
    b) Die Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände belaufen sich auf 48,95  Mrd. EUR. Gemeinden und Gemeindeverbände bürgen zusätzlich für 7,62  Mrd. EUR, vgl. Finanzen und Steuern. Schulden der öffentlichen Haushalte. Fachserie 14. Reihe 5. Statistisches Bundesamt, 30. November 2011, abgerufen am 16. Januar 2012.
    c.) Ergänzender Hinweis: der starke Anstieg der Wertpapierschulden und Kredite beim nicht-öffentlichen Bereich seit dem 31. Dezember 2009 um rund 50 Mrd. EUR resultiert unter anderem auch aus der Abwicklung der WestLB und Errichtung der Ersten Abwicklungsanstalt. Durch diesen Vorgang wird der nordrhein-westfälische Landeshaushalt um rund 42,6 Mrd. EUR belastet, vgl. Öffentliche Schulden 2010 um 18 % auf fast zwei Billionen Euro gestiegen. Schulden der öffentlichen Haushalte am 31. Dezember 2010. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 21. Februar 2011.
  5. Verwendung der Abkürzung NRW bei Rechts- und Verwaltungsvorschriften. RdErl. d. Ministeriums für Inneres und Justiz vom 17. Februar 1999 - V B 5/17 - 10.10. Ministerium für Inneres und Kommunales Nordrhein-Westfalen - Referat 56 Redaktion-, 17. Februar 1999, abgerufen am 8. Februar 2012: „„Die im […] Sprachgebrauch […] übliche Abkürzung NRW […] geht auf eine […] Bitte des Ministerpräsidenten […] zurück. Dabei wurde aber klargestellt, dass es bei der Abkürzung NW verbleibt, soweit Nordrhein-Westfalen in Rechts- und Verwaltungsvorschriften abgekürzt anzuführen ist.[…]Die Landesregierung hat nun am 20. Oktober 1998 beschlossen, dass bei Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Landes die Abkürzung NRW anstelle von NW aufzunehmen ist. In neuen Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Landes sowie im dienstlichen Schriftverkehr sind bei der Angabe von Fundstellen ausnahmslos die neuen Bezeichnungen […] zu verwenden.““
  6. Nordrhein-Westfalen in Zahlen. Bezirksregierung Köln, die Regierungspräsidentin, Abteilung 7, GEObasis.nrw, 1. Januar 2011, abgerufen am 22. Februar 2011 (PDF).
  7. Hans Reis: Konkordat und Kirchenvertrag in der Staatsverfassung. In: Jahrbuch des öffentlichen Rechts der Gegenwart, Neue Folge. Band 17, Tübingen 1968 (vgl. auch Klarstellung der völkerrechtlichen Rechtsnachfolge Nordrhein-Westfalens in Bezug auf das Konkordat des Freistaats Preußen mit dem Heiligen Stuhl in Art. 23 Abs. 1 der Landesverfassung Nordrhein-Westfalen).
  8. Friedrich Giese: Die staatsrechtlichen Verpflichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen gegenüber dem lippischen Lande. Landesverband Lippe, abgerufen am 26. August 2010 (pdf, Rechtsgutachten).
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 Bevölkerung NRW. In: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen. Landesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 26. August 2010 (Zahlen sind Fortschreibung des Bevölkerungsstandes. Die Zahlen ab 1965 beziehen sich auf die Bevölkerung zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres. Bis 1960 Mittlere Jahresbevölkerung. Bis einschließlich 1986 geschätzte Werte. Die Fortschreibung des Bevölkerungsstandes basiert ab 1987 auf den Ergebnissen der Volkszählung von 1987. Daten vor 1977 wurden auf den Gebietsstand 1. Juli 1976 umgerechnet).
  10. Bevölkerung in NRW nach Alter und Geschlecht. Landesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 2009.
  11. Privathaushalte in NRW. Landesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Januar 2009.
  12. Mikrozensus. Landesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Januar 2009.
  13. Zusammengefasste Geburtenziffer in NRW 2004 bis 2007. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Januar 2009 (pdf).
  14. Sozialberichte NRW. Personen mit Migrationshintergrund. Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Januar 2009.
  15. Bevölkerung in NRW am 31. 12. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Januar 2009.
  16. Ausländische Bevölkerung in NRW. Ergebnisse des Ausländerzentralregisters. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Januar 2009.
  17. Kerstin Ströker: Vorausberechnung der Bevölkerung 2005 bis 2025/2050 in NRW. In: Landesbetrieb für Information und Technik Nordrhein-Westfalen (ehemals Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik) (Hrsg.): Statistische Analysen und Studien Nordrhein-Westfalen. Korrigierte Fassung Auflage. 31, Düsseldorf 2006, ISSN 1619-506X (PDF, abgerufen am 27. August 2010).
  18. 18,0 18,1 GENESIS-Online Datenbank. Statistisches Bundesamt (DESTATIS), 11. November 2011, abgerufen am 11. November 2011.
  19. Bertelsmann-Stiftung: Wegweiser Kommune
  20. Guido Hitze: „Es ist furchtbar, aber es geht!“ – Das Bindestrich-Land Nordrhein-Westfalen: Bemerkungen zu Geschichte, politischer Kultur und Identität. In: Einsichten und Perspektiven. Bayerische Zeitschrift für Politik und Geschichte. 2011, Nr. 04, München (Artikel basiert auf einem Vortrag des Autors am 9. Dezember 2010 im Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Online-Ausgabe, abgerufen am 19. Januar 2012).
  21. Ulrich von Alemann: Nüchtern und ohne Leidenschaft: Ein Land hat sich gefunden. In: Portal phil-fak.uni-duesseldorf.de. Philosophische Fakultät der Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf, abgerufen am 20. Januar 2012.
  22. Der geographische Mittelpunkt von Nordrhein-Westfalen. Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Juli 2010.
  23. Zentrale Ergebnisse der Sinus-Studie über Migranten-Milieus in Deutschland. Sinus Sociovision/Sinus-Institut, 8. Dezember 2008, abgerufen am 19. August 2010 (pdf).
  24. Hans Heinrich Blotevogel: Regionalbewusstsein und Landesidentität am Beispiel von Nordrhein-Westfalen. Institut für Geographie der Universität Duisburg, abgerufen am 1. Juli 2010 (pdf).
  25. Westfalen. In: Westfalenstruktur.de. Gesellschaft für Strukturpolitik in Westfalen e. V., abgerufen am 24. August 2010 (Auszug aus: Landeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): NRW-Lexikon. Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Recht, Kultur. 1 Auflage. Leske + Budrich, Leverkusen 1996, ISBN 3-8100-2336-1.).
  26. Muslimisches Leben in Nordrhein-Westfalen. Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, November 2010, abgerufen am 26. März 2011.
  27. Volkhard Krech: Was glauben die Menschen in Nordrhein-Westfalen? Erste Ergebnisse einer Untersuchung über religiöse Pluralität, Ruhr-Universität Bochum, 2006
  28. Homepage des Humanistischen Verbandes Nordrhein-Westfalen
  29. Homepage des Internationalen Bunds der Konfessionslosen und Atheisten
  30. Statistik und Planung. Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. März 2010.
  31. Hochschullandschaft NRW. Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. Februar 2010.
  32. Bruttoinlandsprodukt – in jeweiligen Preisen – 1991 bis 2009. Statistische Ämter des Landes und der Länder. Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder«, abgerufen am 16. Oktober 2010.
  33. Arbeitslosenquoten im Mai 2013 – Länder und Kreise. In: arbeitsagentur.de. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 29. Mai 2013.
  34. Arbeitslosenquoten im September 2011. -Länder und Kreise-. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 20. Oktober 2011.
  35. Global 500. Our annual ranking of the world's largest corporations. CNN Money; Fortune, 2011, abgerufen am 20. Dezember 2011 (englisch).
  36. 36,0 36,1 TOP 300. NRW Unternehmen. Wirtschaftsblatt, Mai 2009, abgerufen am 20. Dezember 2011.
  37. Die wirtschaftliche Beziehung Japans mit Nordrhein‐Westfalen. Die Wirtschaft Nordrhein-Westfalens auf einen Blick. Japanisches Generalkonsulat Düsseldorf, Oktober 2010, abgerufen am 20. Dezember 2011 (PDF).
  38. Das Unternehmen. 3M Deutschland GmbH, 20. Dezember 2011, abgerufen am 20. Dezember 2011.
  39. Germany. Ericsson, 20. Dezember 2011, abgerufen am 20. Dezember 2011.
  40. Ford im Überblick. Ford-Werke GmbH, abgerufen am 20. Dezember 2011.
  41. Der Umzug der deutschen LG-Konzernzentrale von Willich nach Ratingen ist abgeschlossen. LG Electronics Deutschland GmbH, 4. November 2011, abgerufen am 5. Dezember 2011.
  42. 42,0 42,1 Das Ausland entdeckt den Standort NRW. Die Welt, 25. Mai 2008, abgerufen am 20. Dezember 2011.
  43. Zahlen & Fakten. Portrai. Vodafone Deutschland, 20. Dezember 2011, abgerufen am 20. Dezember 2011.
  44. Verfassung für das Land Nordrhein-Westfalen. (Artikel 18: „Kultur, Kunst und Wissenschaft sind durch Land und Gemeinden zu pflegen und zu fördern.“).
  45. Kultur. Landesregierung Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 1. August 2010.
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