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Kreis Unna

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Dieser Artikel befasst sich mit dem heutigen Kreis Unna, wie er seit der kommunalen Neugliederung mit Wirkung ab dem 1. Januar 1975 besteht. Zum früheren Kreis/Landkreis Unna siehe Kreis Unna (1930–1974).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Unna Deutschlandkarte, Position des Kreises Unna hervorgehoben
51.5783333333337.6366666666667
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Arnsberg
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Unna
Einwohner:

411.806 (31. Dez. 2010)[1]

Kfz-Kennzeichen:
Kreisschlüssel: 05 9 78
Kreisgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Friedrich-Ebert-Straße 17
59425 Unna
Webpräsenz: www.kreis-unna.de
Landrat: Michael Makiolla (SPD)
Lage des Kreises Unna in Nordrhein-Westfalen
Karte

Der Kreis Unna liegt im Zentrum des Landes Nordrhein-Westfalen im Regierungsbezirk Arnsberg. Er existiert dem Namen nach seit dem 17. Oktober 1930 (durch Umbenennung des Landkreises Hamm) und im jetzigen Zuschnitt seit dem 1. Januar 1975. Er ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe und im Regionalverband Ruhr. Seine Kreisstadt ist Unna.

Geographie

Lage

Der Kreis Unna lässt sich drei Landschaftszonen und Regionen zuordnen. Er bildet zusammen mit Hamm das östliche Ruhrgebiet. Der Süden des Kreises bildet die Grenze zum Sauerland, und die nördlichen Gemeinden des Kreises sind dem Münsterland zugehörig. Im Kreis Unna erheben sich der Haarstrang und das Ardeygebirge.

Sowohl die Ruhr als auch die Lippe fließen durch den Kreis. Im Kreisgebiet entspringt die Emscher.

Städte und Gemeinden

Der Kreis Unna, mit ca. 396.000 Einwohnern (Dezember 2015), gliedert sich in zehn kreisangehörige Gemeinden, darunter eine kreisangehörige Stadt, fünf Mittlere kreisangehörige Städte und zwei Große kreisangehörige Städte. Für ihre örtlichen Angelegenheiten sind die Gemeinden grundsätzlich selbst zuständig, während der Kreis für kleinere Kommunen örtliche und ansonsten überörtliche Aufgaben übernimmt.

Vorlage:Imagemap Landkreis Unna Städte
  • Bergkamen, Mittlere kreisangehörige Stadt (50.587)
  • Fröndenberg/Ruhr, Kreisangehörige Stadt (21.915)
  • Kamen, Mittlere kreisangehörige Stadt (44.398)
  • Lünen, Große kreisangehörige Stadt (87.530)
  • Schwerte, Mittlere kreisangehörige Stadt (48.259)
  • Selm, Mittlere kreisangehörige Stadt (27.001)
  • Unna, Große kreisangehörige Stadt (66.502)
  • Werne, Mittlere kreisangehörige Stadt (29.901)

Gemeinden

  • Bönen, Kreisangehörige Gemeinde (18.533)
  • Holzwickede, Kreisangehörige Gemeinde (17.180)

In Klammern die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2010[2]

Die Einwohnerzahl des Kreises Unna ist seit 2000 von rund 430.000 bis 2015 auf rund 396.000, also um circa 8 %, gesunken.

Nachbarkreise und -städte

Der Kreis Unna grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den Kreis Coesfeld, an die kreisfreie Stadt Hamm, an den Kreis Soest, an den Märkischen Kreis, an die kreisfreien Städte Hagen und Dortmund sowie an den Kreis Recklinghausen.

Geschichte

Kreishaus Unna

Das Gebiet des Kreises Unna gehörte mit Ausnahme der Lüner Stadtteile Altlünen und Brambauer, des Schwerter Stadtteils Ergste und der Städte Selm und Werne zur Grafschaft Mark und nach ihrem Ende zu Preußen. 1753 wurde dessen Aufteilung reformiert. Der erste Kreis Hamm wurde gegründet. Während der napoleonischen Zeit war er Teil des Ruhrdistrikts, später wurde der Kreis mit einigen Veränderungen neu gegründet. Am 1. April 1901 verließ die Stadt Hamm den Kreis und wurde kreisfrei. Trotzdem blieb die Verwaltung des Kreises vorerst in Hamm. Die Gemeinden Holzwickede (einschließlich eines Teils der Gemeinde Sölde), Hengsen und Opherdicke wurden am 1. Oktober 1929 aus dem aufgelösten Landkreis Hörde in den Landkreis Hamm eingegliedert. Dessen Kreisverwaltung wurde nach Unna verlegt und der Kreis mit Wirkung vom 17. Oktober 1930 in Kreis Unna umbenannt. Spätere Neuordnungen veränderten die Grenzen des Kreises weiter. So verlor er unter anderem am 1. Januar 1968 die Gemeinde Niederaden an die damals noch kreisfreie Stadt Lünen und am 1. Juli 1969 die Gemeinde Sönnern an die Stadt Werl, Landkreis Soest. Bei der Kreisgebietsreform, die am 1. Januar 1975 wirksam wurde, verlor der Kreis Unna die Gemeinden Pelkum, Rhynern (ohne Hilbeck, das in den Kreis Soest und dort zur Stadt Werl kam) und Uentrop an die Stadt Hamm. Die Städte Lünen, Schwerte und Werne sowie die Gemeinde Selm – die am 27. September 1977 die Stadtrechte erhielt – wurden in den Kreis Unna eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner[4]
1975 375.309
1980 386.966
1985 390.970
1990 406.434
1995 422.662
2000 431.740
2005 423.830
2010 411.806
2013 391.622

Laut einer Prognose von IT.NRW aus 2015 geht die Einwohnerzahl des Kreises von 2014 bis 2040 um ca. 36.000 Einwohner oder knapp 10 % zurück.

Bei den Erwerbspersonen hingegen prognostiziert IT.NRW für den gleichen Zeitraum sogar einen Rückgang um ca. 40.000, was über 20,7 % entspricht und damit prozentual mehr als das Doppelte ausmachen würde (Männer: von 106.292 auf 85.800; Frauen von 88.513 auf 68.700). Das kann für den Kreis Unna neben dem allgemeinen Bevölkerungsrückgang nur mit einem beschleunigten demographischen Wandel (Altenquote) erklärt werden, da z.B. für die benachbarten Städte Dortmund und Hamm prozentual die voraussichtliche Bevölkerungsentwicklung mit der voraussichtlichen Entwicklung der Erwerbspersonen für den gleichen Zeitraum (2014–2040) sich etwa die Waage hält (Dortmund +3 %, Hamm −3,2 %).

Politik

Wahl des Unnaer Kreistags 2014
 %
50
40
30
20
10
0
41,9 %
29,4 %
11,2 %
5,0 %
3,4 %
3,0 %
2,7 %
2,5 %
1,0 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-0,1 %p
+0,9 %p
-0,4 %p
+0,1 %p
-4,2 %p
+3,0 %p
-0,1 %p
+0,3 %p
+0,6 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
h Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen
Sitzverteilung im
Unnaer Kreistag 2014
         
zur Vorlage
Von 70 Sitzen entfallen auf:

Kreistag

Aktuell gibt es im Kreistag folgende Sitzverteilung nach Fraktionen (Stand September 2014):

SPD CDU GRÜNE DIE LINKE GFL/UWG Fraktionslos Gesamt
29 21 8 3 3 6 70
GFL 2
UWG 1
FDP 2
PIRATEN 2
FW 2

Landräte und Oberkreisdirektoren

Landräte

  • Friedrich Böckmann, * 18. Februar 1923, † 3. Juli 1999, Amtszeit: 14. Dezember 1970 bis 18. Februar 1988
  • Rolf Tewes, * 24. September 1935, Amtszeit: 18. Februar 1988 bis 30. September 1999
  • Gerd Achenbach, * 20. September 1941, Amtszeit: 1. Oktober 1999 bis 13. Oktober 2004
  • Michael Makiolla, * 15. Januar 1956, Amtszeit: seit dem 13. Oktober 2004

Michael Makiolla (SPD) gewann die Stichwahl am 10. Oktober 2004 mit 62,93 % der Stimmen. 2009 wurde er mit 53,7 % im Amt bestätigt.

Oberkreisdirektoren

  • Lothar Voit, * 15. August 1911, † 10. Juni 1977, Amtszeit: 1. August 1956 bis 31. August 1976
  • Karl-Heinrich Landwehr, * 14. August 1935, Amtszeit: 1. September 1976 bis 30. September 1999

Wappen und Flagge

Das Wappen des Kreises Unna ist eine Kombination der beiden Wappenzeichen der Grafen von der Mark.

Den unteren Teil bildet der rot-silberne (rot-weiße) märkische Schachbalken auf goldenem Grund aus dem Wappen der Grafschaft Mark, welcher vom Grafen Adolf I. von der Mark um 1220 eingeführt wurde und heute noch von der Stadt Hamm im Wappen geführt wird. Nachgewiesen ist der Schachbalken in einem Reitersiegel Adolfs in einer Urkunde desselben Jahres.

Darüber im ranghöheren Feld ist auf goldenem (gelbem) Grund ein roter, unbekrönter, einschwänziger rechtsaufsteigender Löwe dargestellt, welcher vermutlich eine Anspielung auf das ältere altenaische Wappen der Grafen Friedrich von Berg-Altena(-Mark), Adolf I. von der Mark und Otto von Altena ist. Diese hatten umfangreichen Allodial- und Lehnsbesitz im Gebiet des heutigen Kreises Unna, das zusammen mit Hamm (Burg Mark) einen ihrer Besitzschwerpunkte bildete. Allerdings führten diese Grafen von Altena einen schwarzen Löwen mit roten Waffen und goldener Krone. Adolf und Otto führten ihn schon in der auch in diesem Wappen gezeigten Kombination mit dem Schachbalken. Der rote steigende, aber doppelschwänzige Löwe findet sich im Wappen der Grafen von Berg aus dem Hause Limburg und zeigt blaue Waffen und Krone. Beide Häuser, Altena und Berg, waren über Irmgard von Berg verwandt; jedoch heiratete diese erst 1218 Heinrich IV. von Limburg. Zu diesem Zeitpunkt führten die Häuser Altena-Isenberg und Altena-Mark bereits die Rose auf silbernem Grund bzw. den schwarzen Löwen auf goldenem Grund.

Die größte Stadt des Kreises, Lünen, trägt in ihrem Wappen ebenfalls einen rechtsaufsteigenden, jedoch zweischwänzigen Löwen.

Die Flagge des Kreises Unna ist rot-weiß geteilt mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte.

Kreispartnerschaften

Der Kreis Unna unterhält seit 1967 eine Kreispartnerschaft mit dem Kirklees Metropolitan Council in England.

Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung wurde eine Partnerschaft zum brandenburgischen Landkreis Templin aufgebaut, die – nach kommunaler Neuordnung – von dessen Nachfolgekreis Uckermark fortgeführt wird.

Des Weiteren besteht seit 1997 eine Partnerschaft mit dem polnischen Powiat Nowosądecki.[5]

Verkehr

Luftverkehr

An das europäische Flugnetz ist der Kreis Unna über die Flughäfen Dortmund bei Holzwickede sowie den in etwa einer Stunde per Auto oder Zug erreichbaren Flughafen Düsseldorf sehr gut angeschlossen. Der Flughafen Dortmund kann mit einem Shuttle-Bus vom Bahnhof Holzwickede/Dortmund-Flughafen sowie mit der Linie C 41 der VKU vom Bahnhof Unna erreicht werden. Auch die in ca. einer Stunde erreichbaren Flughäfen Münster/Osnabrück und Paderborn werden häufig von den Kreisbewohnern genutzt.

Schienen- und Busverkehr

Der Kreis Unna ist an den Schienenpersonenfernverkehr über die Bahnhöfe Dortmund Hbf, Hagen Hbf und Hamm (Westf) angebunden.

Im Schienenpersonennahverkehr wird er von zehn Eisenbahnstrecken erschlossen, auf denen 13 Regionalverkehrslinien verkehren:

Außerdem verkehrt auf der Strecke Unna – Unna-Königsborn – Dortmund Stadthaus – Dortmund-DorstfeldDortmund-Lütgendortmund (KBS 450.4) die S-Bahn-Linie S4.

Der Straßenpersonennahverkehr im Kreis Unna wird größtenteils von der Verkehrsgesellschaft Kreis Unna mbH (VKU) durchgeführt. Vier Schnellbuslinien verbinden die einzelnen Städte und Gemeinden des Kreises miteinander, hinzu kommen Stadt-, Regio- und Taxibusse.

Bergkamen, das über keinen eigenen Bahnhof verfügt, ist mit dem Schnellbus S 30 der VKU an den Dortmunder Hauptbahnhof und die Innenstadt Dortmunds angebunden.

Der westliche Lüner Stadtteil Brambauer ist mit der DSW21-Stadtbahnlinie U 41 an den Hauptbahnhof und die Innenstadt Dortmunds angeschlossen.

Straßen

Der Kreis Unna ist über vier Autobahnen (von denen zwei den östlichen Teil des Dortmunder Autobahnringes bilden) sowie fünf Bundesstraßen an das deutsche Fernstraßennetz angebunden:

  • A 1 Puttgarden–Hamburg–Bremen–Osnabrück–Kamen–Dortmund–Wuppertal–Köln–Saarbrücken (Hansalinie)
  • A 2 Oberhausen–Dortmund–Kamen–Bielefeld–Hannover–Braunschweig–Magdeburg–Berlin
  • A 44 Aachen–Düsseldorf–Bochum–Dortmund–Unna–Soest–Kassel–Eisenach
  • A 45 Dortmund–Schwerte–Hagen–Siegen–Gießen–Hanau–Seligenstadt (Sauerlandlinie)
  • B 1 Aachen–Unna–Küstrin-Kietz
  • B 54 Gronau–Werne–Lünen–Wiesbaden
  • B 61 Bassum–Bergkamen–Kamen–Lünen
  • B 233 Iserlohn–Unna und Kamen–Bergkamen–Werne
  • B 236 Olfen–Lünen–Schwerte–Münchhausen

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Unna bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen UN zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben.

Bis in die 1990er Jahre erhielten Fahrzeuge aus den Städten Lünen, Selm und Werne Kennzeichen mit den Buchstabenpaaren LA bis RZ und den Zahlen von 100 bis 999, später auch mit den Zahlen von 1 bis 99. Nach ein paar Jahren wurden auch die Kennzeichen mit den Buchstaben von L bis R mit den Zahlen von 1 bis 999 ausgegeben.

Seit dem 24. November 2012 ist das Unterscheidungszeichen LÜN (Lünen), seit dem 1. September 2015 auch das Unterscheidungszeichen LH (Lüdinghausen) erhältlich.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011.
  3. Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz, ISBN 3-17-003263-1, S. 336f.
  4. Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  5. Kreis Unna – Partner- und Patenschaften

Literatur

  • Lothar Voit: Der Landkreis Unna. Stalling, 1966.
  • Harald Polenz: Das Zweistromland Westfalens – Kreis Unna an Lippe und Ruhr. Klartext, 2002, ISBN 978-3-89861-035-3.

Weblinks

 Commons: Kreis Unna – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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