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Kreis Borken

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Dieser Artikel behandelt den Kreis Borken von 1975 bis heute; zum gleichnamigen Vorgängerkreis siehe Kreis Borken (1816–1974).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Borken Deutschlandkarte, Position des Kreises Borken hervorgehoben
51.85156.8424
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Borken
Einwohner:

369.633 (31. Dez. 2010)[1]

Kfz-Kennzeichen:
Kreisschlüssel: 05 5 54
Kreisgliederung: 17 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Burloer Straße 93
46325 Borken
Webpräsenz: www.kreis-borken.de
Landrat: Kai Zwicker (CDU)
Lage des Kreises Borken in Nordrhein-Westfalen
Karte

Der Kreis Borken ist eine Gebietskörperschaft im Westmünsterland und liegt auf der Niederrheinischen Tiefebene im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Er entstand am 1. Januar 1975 im Zuge der Kreisgebietsreform durch das Münster/Hamm-Gesetz, gehört zum Regierungsbezirk Münster und ist Mitglied im Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Sitz des Kreises ist die Stadt Borken. Größte Stadt im Kreis Borken ist Bocholt.

Geographie

Räumliche Lage

Der Kreis Borken im Westmünsterland hat im Westen eine 108 Kilometer lange Grenze zu den Niederlanden. Die Nähe zu wichtigen Wirtschaftsregionen in Deutschland und den Niederlanden sind Vorteile, die konsequent genutzt werden. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 57 km, die maximale West-Ost-Ausdehnung beträgt 61 km. Die höchste Erhebung ist ein Schöppinger Berg genannter Ausläufer der Baumberge mit 154 m über NN. Mit 14 m über NN ist die Niederung der Issel bei Anholt der niedrigste Punkt im Kreisgebiet. 42,8 % der Fläche des Kreises Borken (608,4 km²) sind als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen, 48,4 km² sind Naturschutzgebiet.[2]

Kreisangehörige Gemeinden

Der Kreis Borken gliedert sich in 17 kreisangehörige Gemeinden, von denen drei Mittlere kreisangehörige Städte und eine Große kreisangehörige Stadt sind. Für ihre örtlichen Angelegenheiten sind die Gemeinden grundsätzlich selbst zuständig, während der Kreis für kleinere Kommunen örtliche und ansonsten überörtliche Aufgaben übernimmt.

Vorlage:Imagemap Landkreis Borken
Städte Gemeinden
  1. Ahaus, Mittlere kreisangehörige Stadt (38.952)
  2. Bocholt, Große kreisangehörige Stadt (73.170)
  3. Borken, Mittlere kreisangehörige Stadt (41.245)
  4. Gescher (17.185)
  5. Gronau (Westf.), Mittlere kreisangehörige Stadt (46.553)
  6. Isselburg (11.196)
  7. Rhede (19.388)
  8. Stadtlohn (20.631)
  9. Velen (12.978)
  10. Vreden (22.551)
  1. Heek (8341)
  2. Heiden (8080)
  3. Legden (6846)
  4. Raesfeld (11.016)
  5. Reken (14.094)
  6. Schöppingen (8398)
  7. Südlohn (9009)

Stand: 31. Dezember 2010[3]

Nachbarkreise bzw. -provinzen

Der Kreis Borken grenzt im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an den niedersächsischen Landkreis Grafschaft Bentheim (2 km) sowie an die Kreise Steinfurt (33 km), Coesfeld (51 km), Recklinghausen (29 km), Wesel (45 km) und Kleve (10 km). Im Nordwesten grenzt er über 108 km an die niederländischen Provinzen Gelderland und Overijssel.

Geschichte

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden die bisherigen Kreise Ahaus und Borken zum 31. Dezember 1974 aufgelöst und gemeinsam mit der kreisfreien Stadt Bocholt, der kreisangehörigen Stadt Isselburg (vormals Kreis Rees) sowie den Gemeinden Erle (vormals Kreis Recklinghausen) und Gescher (vormals Kreis Coesfeld) mit Wirkung vom 1. Januar 1975 zum neuen Kreis Borken zusammengeschlossen. Die bis dahin zum alten Kreis Borken gehörige Gemeinde Dingden wurde der neugebildeten Gemeinde Hamminkeln im neuen Kreis Wesel angeschlossen.[4]

1975 bestand der Kreis Borken aus neun kreisangehörigen Städten und acht Gemeinden. 2012 wurde die Gemeinde Velen zur Stadt erhoben.

Einwohnerentwicklung

Einwohnerentwicklung des Kreises Borken von 1975 bis 2015
Jahr Einwohner[5]
1975 289.649
1980 299.578
1985 307.162
1990 320.580
1995 342.688
2000 359.573
2005 369.112
2010 369.633
2015 369.666

Politik

Wahl des Borkener Kreistags 2014
in Prozent
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,8 %
22,6 %
8,5 %
6,0 %
4,2 %
2,1 %
2,1 %
1,4 %
1,3 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,3 %p
+0,7 %p
+0,2 %p
-2,2 %p
-4,6 %p
-0,4 %p
+2,1 %p
+1,4 %p
+0,4 %p
Sitzverteilung im
Borkener Kreistag 2014
         
zur Vorlage
Von 60 Sitzen entfallen auf:

Kreistag

Im Kreistag von Borken sind seit der Kommunalwahl 2014 Vertreter von sieben Parteien und zwei Wählergruppen vertreten. Die CDU hat die Mehrheit der Mandate inne.

Aktuell gibt es im Kreistag folgende Sitzverteilung nach Fraktionen (Stand September 2014):

CDU SPD GRÜNE UWG/Stadtpartei Fraktionslos Gesamt
31 14 5 5 5 60
UWG 4
Stadtpartei 1
FDP 2
DIE LINKE 1
AfD 1
PIRATEN 1

In den vergangenen Wahlperioden setzte sich der Kreistag folgendermaßen zusammen:

Kreistag für den Kreis Borken: Wähleranteil und Mandate seit 1994
Wahlperiode CDU SPD link=Freie Demokratische Partei Bündnis 90/Die Grünen Unabhängige Wählergemeinschaft Kreis Borken Die Linke Stadtpartei fl Tag
XII: 1994–1999 51,1 33 31,5 20 2,7 7,0 4 7,7 4 64
XIII: 1999–2004 59,1 35 25,1 15 2,9 2 4,9 3 8,0 5 60
XIV: 2004–2009 55,2 33 21,7 13 6,0 4
3
7,3 4 9,8 6 -
1
60
XV: 2009–2014 49,5 30 21,9 13 8,8 5 8,2 5 8,2 5 2,5 1 0,9 1 60
Quellen: [6]


Wappen, Banner und Flagge

Banner, Wappen und Hissflagge
Banner des Kreises Borken.svg DEU Kreis Borken COA.svg
Flagge des Kreises Borken.svg

Beschreibung: „In Gelb (Gold) ein mit drei weißen (silbernen) Mauerankern belegter roter Balken.“[7]

Das am 14. Mai 1979 durch den Regierungspräsidenten in Münster genehmigte Wappen ist an das Wappen des Hochstifts Münster angelehnt, zu dem große Teile des Kreisgebiets gehörten mit Ausnahme der Herrschaften von Gemen und Anholt. Die Maueranker entstammen dem Wappen der Herren von Zuylen, denen die einstige Herrschaft Anholt gehörte. Die drei Maueranker symbolisieren gleichzeitig die Zusammensetzung des neuen Kreises aus den Altkreisen Ahaus und Borken sowie der kreisfreien Stadt Bocholt.

Das Wappen des Altkreises Borken, das am 10. Mai 1955 genehmigt worden war, verlor bei der Kreisneugründung seine Gültigkeit. Deshalb wurde 1975 ein Wettbewerb veranstaltet, dessen Resultat allerdings wenig Anklang fand. So wurde der Heraldiker Waldemar Mallek damit beauftragt, einen alten Entwurf von ihm zu überarbeiten.[8]

Das Banner des Kreises ist rot-gelb gespalten mit dem aufgelegten Wappen oberhalb der Mitte; die Flagge ist rot-gelb geteilt mit dem aufgelegten Wappen in der Mitte zur Stange hin verschoben.[9]

Landräte

Kultur

Das Kreismuseum Borken befindet sich in Vreden. Es trug bis Ende 2014 den Namen Hamaland-Museum. Nach einem umfangreichen Umbau im Rahmen der Regionale 2016 wurde es 2017 unter dem neuen Namen kult – Kultur und lebendige Tradition Westmünsterland wiedereröffnet. Es handelt sich um das größte kulturgeschichtliche Museum im westlichen Münsterland. Die bisherige Dauerausstellung zeigte Exponate zur Geschichte der Region, zur Kirchengeschichte, zu Natur und Handwerk, Kunsthandwerk sowie Hauswirtschaft. Das herausragende Ausstellungsstück ist die Sixtus-Kasel, ein sakrales Gewand aus dem 7. Jahrhundert. Die Kasel zählt zu den ältesten erhaltenen Textilien Deutschlands. Das Museum zeigt regelmäßig auch Sonderausstellungen und bietet ein umfangreiches museumspädagogisches Programm an. Von April bis Oktober kann auch eine aus zehn Gebäuden bestehende historische Hofanlage besichtigt werden, die sich etwa 200 m entfernt im Stadtpark von Vreden befindet.

Im Jahre 2005 war der Kreis Borken Standort und Ausrichter der Skulptur Biennale Münsterland.

Verkehr

Luftverkehr

Die nächstgelegenen Verkehrsflughäfen sind die Flughäfen Weeze, Dortmund, Düsseldorf und Münster/Osnabrück.

Privat- und Geschäftsflieger können den Flugplatz Stadtlohn-Vreden nutzen. Segelfliegern und Motorflugzeugen steht darüber hinaus der Flugplatz Borken-Hoxfeld zur Verfügung.

Schienenverkehr

Der Kreis Borken wird von fünf Eisenbahnstrecken erschlossen:

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr von der DB Regio NRW, der NordWestBahn sowie der Abellio Rail NRW.

Straßen

Der Kreis Borken wird von zwei Bundesautobahnen und sechs Bundesstraßen erschlossen:

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem damaligen Landkreis Borken bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen BOR zugewiesen. Nach dessen Auflösung führte der neugegründete Kreis Borken ab dem 1. Januar 1975 das Kennzeichen weiter. Seit dem 1. Februar 2013 sind auch die Unterscheidungszeichen AH (Ahaus) und BOH (Bocholt) erhältlich.

Wirtschaft

Websaal im Textilmuseum Bocholt

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Kreis Borken Platz 198 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „ausgeglichenem Chancen-Risiko Mix“ für die Zukunft.[10]

Großen Einfluss auf die Industrialisierung im heutigen Kreisgebiet hatte die Textilindustrie mit großen Spinnereien, Webereien und Nähereien. Das Textilmuseum in Bocholt erinnert hieran.

Heute prägen vor allem kleine und mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe die Wirtschaft im ländlichen Westmünsterland. Ein großes Potenzial bietet dabei die zentrale Lage zwischen dem niederländischen Achterhoek, dem westfälischen Münster und dem Ruhrgebiet. Dadurch haben verschiedene Logistikunternehmen den Standort für sich entdeckt. In den Städten Ahaus, Stadtlohn und Vreden haben die Grafische und Druckindustrie nennenswerte Bedeutung. Im Bereich Möbelherstellung und Vertrieb ist die in Stadtlohn ansässige Firma Hülsta zu erwähnen. Auch die zahlreichen landwirtschaftlichen Betriebe und die vielen direkt und indirekt mit der Landwirtschaft verbundenen Unternehmen stützen die Wirtschaftskraft des Kreises.

Internationale Firmen sind ebenfalls im Kreis vertreten. In Bocholt betreibt Gigaset Communications ein Werk zur Herstellung schnurloser Telefone und A. Friedr. Flender (heute Teil des Siemens-Konzerns) ist Weltmarktführer von Antriebstechnik.

Die größte zusammenhängende Industriefläche Nordrhein-Westfalens ist der Industriepark Bocholt mit mehr als 200 Betrieben und über 6.000 Beschäftigten.

Bildung

In Bocholt befindet sich eine Abteilung der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen Bocholt Recklinghausen. In dem modernen Campusgebäude an der Münsterstraße sind folgende Studiengänge zu finden: Informationstechnik, International Management, Mechatronik, Wirtschaft sowie Wirtschaftsingenieurwesen und Wirtschaftsinformatik. Seit dem Wintersemester 2010/11 wird zudem das Studienfach Bionik angeboten.

In Heek-Nienborg befindet sich die Landesmusikakademie Nordrhein-Westfalen als landeszentrale Einrichtung für die musikalische Aus-, Fort- und Weiterbildung. Mit Kursen, Lehrgängen, Tagungen, Konzerten und Projekten wendet sie sich an Laienmusiker, Musikpädagogen aus allen Bereichen, Nachwuchsmusiker und Interessierte.

Medien

  • Hörfunk: Für den Kreis Borken sendet Radio WMW (Westmünsterlandwelle) im Privatradioverbund von Radio NRW. Gesendet wird aus Borken.
  • Fernsehen: Der Regionalsender „wm.tv“ aus Bocholt sendete bis 2014 Regionales aus den Kreisen Borken, Recklinghausen, Steinfurt und Coesfeld.
  • Zeitung: Aus Borken berichtet wochentags die Borkener Zeitung.
  • Zeitung: Aus Bocholt berichtet wochentags das Bocholter-Borkener Volksblatt, welches vom Temming-Verlag vertrieben wird.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Kreis Borken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. 2,0 2,1 Kreis Borken (Hrsg.): Zahlen und Fakten 2006. Borken, 2005
  3. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011.
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz, ISBN 3-17-003263-1, S. 312f.
  5. Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  6. Die Landeswahlleiterin, e.a.
  7. Hauptsatzung des Kreises Borken vom 17. Juni 2014, § 3 Abs. 1.
  8. Wappen der Städte und Gemeinden im Kreis Borken und ihre Entstehungsgeschichten, Webseite im Portal kreis-borken.de, abgerufen am 9. August 2015
  9. Veddeler, Peter; Wappen, Siegel, Flaggen; Münster 2003; S. 69 und 304; ISBN 3-87023-252-8
  10. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prognos.com
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