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Kreis Paderborn

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Dieser Artikel befasst sich mit dem heutigen Kreis Paderborn, wie er seit der Zusammenlegung mit dem Kreis Büren zum 1. Januar 1975 besteht. Zu seinem Vorgängerkreis siehe Kreis Paderborn (1816–1974). Vgl. Paderborn (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Paderborn Deutschlandkarte, Position des Kreises Paderborn hervorgehoben
51.718.74
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Paderborn
Einwohner:

299.816 (31. Dez. 2010)[1]

Kfz-Kennzeichen:
Kreisschlüssel: 05 7 74
Kreisgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Aldegreverstraße 10–14
33102 Paderborn
Webpräsenz: www.kreis-paderborn.de
Landrat: Manfred Müller (CDU)
Lage des Kreises Paderborn in Nordrhein-Westfalen
Karte

Der Kreis Paderborn ist ein Kreis im Osten Nordrhein-Westfalens und im Süden von Ostwestfalen-Lippe. Die Universitätsstadt Paderborn ist dabei Kreisstadt und Zentrum des Kreises und zugleich Oberzentrum der Region „Südliches Ostwestfalen“, bestehend aus den Kreisen Paderborn und Höxter.

Geografie

Lage

Der Kreis Paderborn liegt am Rand des Teutoburger Walds, westlich des Eggegebirges. Im nördlichen Kreisgebiet hat er Anteil an der Senne, im Westen am Hellwegraum. Einen großen Teil des südlichen Kreisgebiets bedeckt die Paderborner Hochfläche, die bis an den Nordrand des Sauerlands reicht.

Der niedrigste Punkt des Kreisgebiets liegt bei Delbrück auf 77 m ü. NN, der höchste südöstlich von Bleiwäsche auf 498 m am Totenkopf, dessen Gipfel (502,6 m ü. NN) zum Hochsauerlandkreis gehört.

In Nord-Süd-Richtung dehnt sich das Kreisgebiet auf 47,6 km, in West-Ost-Richtung auf 43,1 km aus und bedeckt eine Fläche von 1.245 km².

Kreisgliederung

Der Kreis Paderborn gliedert sich in zehn Kommunen, von denen sieben Städte sind. Die Kreisstadt Paderborn gilt als Große kreisangehörige Stadt, Delbrück als Mittlere kreisangehörige Stadt. Die folgende Tabelle zeigt die Gemeinden des Kreises in alphabetischer Reihenfolge mit den Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2010[2], der Fläche[3] und der Bevölkerungsdichte:

Gemeinde Einwohner km² Einw./km² Vorlage:Imagemap Landkreis Paderborn
Altenbeken 000000000009269.00000000009.269 76,17 000000000000122.0000000000122
Bad Lippspringe, Stadt 000000000015200.000000000015.200 50,98 000000000000298.0000000000298
Bad Wünnenberg, Stadt 000000000012256.000000000012.256 161,11 000000000000076.000000000076
Borchen 000000000013488.000000000013.488 77,15 000000000000175.0000000000175
Büren, Stadt 000000000021500.000000000021.500 170,91 000000000000126.0000000000126
Delbrück, Stadt 000000000030047.000000000030.047 157,27 000000000000191.0000000000191
Hövelhof 000000000015980.000000000015.980 70,71 000000000000226.0000000000226
Lichtenau, Stadt 000000000010925.000000000010.925 192,22 000000000000057.000000000057
Paderborn, Stadt 000000000146283.0000000000146.283 179,38 000000000000815.0000000000815
Salzkotten, Stadt 000000000024868.000000000024.868 109,53 000000000000227.0000000000227

Nachbarkreise

Der Kreis grenzt im Uhrzeigersinn im Nordwesten beginnend an die Kreise Gütersloh, Lippe, Höxter, Hochsauerlandkreis und Soest.

Geschichte

Der Kreis wurde im Rahmen der nordrhein-westfälischen Gebietsreform im Zuge der Umsetzung des „Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Sauerland/Paderborn (Sauerland/Paderborn-Gesetz)“ vom 5. November 1974 durch Vereinigung des Altkreises Paderborn mit dem Kreis Büren mit Wirkung vom 1. Januar 1975 gebildet.[4] Historisch deckt er sich mit dem Unterwaldischen Distrikt des ehemaligen Hochstifts Paderborn, im Gegensatz zum Oberwaldischen Distrikt, einem Vorläufer des heutigen Kreises Höxter.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner[5]
1975 213.018
1980 226.089
1985 230.070
1990 249.096
1995 278.020
2000 290.301
2005 298.703
2010 299.816
2015 304.332

Politik

Landrat

Das Kreishaus in Paderborn, Sitz der Kreisverwaltung
Wahl des Paderborner Kreistags 2014
in Prozent
 %
60
50
40
30
20
10
0
51,9 %
21,4 %
11,1 %
4,4 %
4,1 %
3,6 %
1,9 %
1,2 %
0,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
-0,7 %p
+3,1 %p
-0,1 %p
-6,4 %p
+0,6 %p
+3,6 %p
-1,7 %p
+1,2 %p
+0,5 %p
Sitzverteilung im
Paderborner Kreistag 2014
        
zur Vorlage
Von 60 Sitzen entfallen auf:

Manfred Müller von der CDU löste nach der Kommunalwahl 2004 den bisherigen Amtsinhaber Rudolf Wansleben (CDU) ab, der 1999 als unabhängiger Kandidat angetreten war und gewonnen hatte. Seit dem 1. Oktober 2004 ist somit Manfred Müller Landrat des Kreises Paderborn. 2009 wurde er mit 70,21 %, 2014 mit 64,33 % der gültigen Stimmen wiedergewählt.

In der preußischen Zeit (siehe Kreis Paderborn (1816–1974)):

In der NS-Zeit:

Nach 1945:

Als Oberkreisdirektoren (Verwaltungsleiter) wirkten in dieser Zeit:

  • 1945–1953 Wilhelm Gerbaulet
  • 1953–1965 August Monzen
  • 1965–1992 Werner Henke
  • 1993–1999 Rudolf Wansleben (1999–2004 Landrat)

Kreistag

Am 25. Mai 2014 wurde der Kreistag neu gewählt. Die 60 Sitze (bisher 54 Sitze) verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Parteien, die jeweils in Fraktionsstärke vertreten sind (zum Vergleich die Ergebnisse der letzten Wahlen 2009, 2004 und 1999):

Wahl vom 12. Sept. 1999 Wahl vom 26. Sept. 2004 Wahl vom 30. Aug. 2009 Wahl vom 25. Mai 2014
Partei % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
CDU 61,7 % 33 59,41 % 32 52,59 % 28 51,85 % 31
SPD 23,4 % 13 21,10 % 11 18,33 % 10 21,41 % 13
GRÜNE 6,3 % 4 8,83 % 5 11,15 % 6 11,13 % 7
FDP 4,1 % 2 6,58 % 4 10,83 % 6 4,39 % 3
DIE LINKE. 3,48 % 2 4,10 % 2
AfD 3,60 % 2
FBI1 4,4 % 2 4,08 % 2 3,61 % 2 1,86 % 1
PIRATEN 1,21 % 1
FWG Bad Lippspringe 0,46 %
Grafik Sitzverteilung 1999 Sitzverteilung 2004 Sitzverteilung 2009
total 100,0 % 54 100,0 % 54 100,0 % 54 100,0 % 60

1Freie Bürger-Initiative

Wappen und Flagge

Wappenbeschreibung:
Unter silbernem (weißem) mit blauem Wellenbalken abgeteiltem Schildhaupt mit durchgehendem rotem Kreuz in Silber (Weiß) ein roter siebenteiliger Rautensparren.

Bedeutung:
Das rote Kreuz im Schildhaupt auf silbernem Grund versinnbildlicht die Zugehörigkeit zum früheren Hochstift Paderborn. Der blaue Wellenbalken steht für den Wasserreichtum des Kreises. Der rote siebenteilige Rautensparren im silbernen Schild ist das Wappenbild der Edelherren von Büren, die im Mittelalter im südlichen Kreisgebiet herrschten.

Flaggenbeschreibung:
Der Kreis führt eine Flagge mit den Farben rot und weiß, sie zeigt den Wappenschild des Kreises Paderborn.

Kreispartnerschaften

Es bestehen Kreispartnerschaften mit dem Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg, zum Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg und zur Provinz Mantua in Italien[6]. Auch im Rahmen des deutsch-französischen Vertrages von 1963 hat der Kreis Paderborn jährlich Jugendbegegnungen in Frankreich und Deutschland durchgeführt. Mit der israelischen Stadt Naharya bestehen partnerschaftsähnliche Beziehungen seit Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

Wirtschaft und Infrastruktur

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Kreis Paderborn Platz 109 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit guten „Zukunftschancen“.[7]

Verkehr

Straße

Der Kreis Paderborn verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz mit 4 Bundesstraßen und 2 Bundesautobahnen. Hauptverkehrslinie im Kreis Paderborn ist die Bundesautobahn 33, die bis auf eine Lücke von 12 Kilometern bei Halle (Westfalen) die Bundesautobahn 30 im Norden (Amsterdam–Bad Oeynhausen) mit der Bundesautobahn 44 im Süden (Aachen–Kassel) verbindet. Im Dezember 2019 soll sie zwischen Osnabrück und Bad Wünnenberg durchgehend befahrbar sein. Bis zur Fertigstellung des Lückenschlusses im Kreis Gütersloh im Jahr 2019, endet die A 33 bereits an der Anschlussstelle Halle-Künsebeck. Im Kreis Paderborn sind auf der A 33 im Abschnitt zwischen Paderborn-Elsen und Paderborn-Zentrum täglich ca. 49.000 Fahrzeuge unterwegs. Die BAB 33 löst die Bundesstraße 68 als Hauptverkehrsachse im Kreis Paderborn ab. Bis Mitte der 1980er Jahre war die B 68 die Hauptverbindung zwischen Paderborn und Bielefeld. Die Bundesautobahn 44 Dortmund-Kassel verläuft von der Anschlussstelle Geseke bis zum Rastplatz Blankenrode durch den Kreis Paderborn. Die A 44 ist zwischen Kassel und dem Ruhrgebiet eine der wichtigsten Verkehrsachsen in Ost-West-Richtung in Deutschland. Auf dem Abschnitt im Kreis Paderborn zwischen der Anschlussstelle Lichtenau und dem Autobahnkreuz Wünnenberg-Haaren sind täglich ca. 52.000 Fahrzeuge unterwegs. Bemerkenswert hoch ist dort auch der Anteil des Schwerlastverkehrs (LKW-Verkehr) mit knapp 25 % des gesamten Verkehrsaufkommens.

Eisenbahn

Die zwei Fernbahnhöfe im Kreis Paderborn befinden sich in der Stadt Paderborn und in Altenbeken. Seit der weitgehenden Abschaffung der Interregio-Verbindungen im Dezember 2002 ist der Hauptbahnhof Paderborn auch IC-Haltestelle auf der Bahnstrecke Hamm–Warburg als Teil der Verbindung DresdenDüsseldorf. Außerdem ist der Paderborner Hauptbahnhof ein Knotenpunkt des europäischen integrierten Taktfahrplans. In Paderborn halten bzw. beginnen und enden zudem Regionalzüge von/nach Kassel, Düsseldorf, Herford, Bielefeld, Göttingen, Holzminden, Münster und Hamm sowie die S5 der S-Bahn Hannover. Bahnhöfe für den Regionalverkehr gibt es auch in Salzkotten und Hövelhof. In Paderborn befindet sich nahe dem Nordbahnhof ein großes Ausbesserungswerk für Güterwaggons der Deutschen Bahn. Außerdem verlaufen die (mittlerweile demontierte, aber noch nicht entwidmete) Almetalbahn (Paderborn-Brilon), die Senne-Bahn (Paderborn-Bielefeld), die Bahnstrecke Altenbeken–Kreiensen, die Bahnstrecke Hannover–Altenbeken, die Bahnstrecke Herford–Altenbeken sowie die nur von gelegentlichem Güterverkehr genutzte Bahnstrecke Gütersloh-Hövelhof zum Teil durch das Kreisgebiet.

Flughafen

Der Flughafen Paderborn/Lippstadt ergänzt die vorhandenen Verkehrsverbindungen um einen internationalen Flughafen mit Linienflügen beispielsweise der Star Alliance (Lufthansa, Eurowings etc.) nach München, Frankfurt und Zürich sowie Touristik-Flügen zu verschiedenen Zielen in Europa.

Kfz-Kennzeichen

Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis Paderborn bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen PB zugewiesen. Es wird durchgängig bis heute ausgegeben. Seit dem 24. November 2014 ist auch das Unterscheidungszeichen BÜR (Büren) erhältlich.

Literatur

  • Landkreis Paderborn (Hrsg.): Landkreis Paderborn – Festschrift zur Einweihung des Kreishauses 1968 (Druck: Bonifacius-Druckerei Paderborn 1968)

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Kreis Paderborn – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011.
  3. Statistisches Bundesamt: Onlinerecherche Gemeindeverzeichnis (Memento vom 9. Oktober 2014 im Internet Archive)
  4. Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz, ISBN 3-17-003263-1, S. 327f.
  5. Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  6. (Memento vom 8. Mai 2013 im Internet Archive)
  7. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prognos.com
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