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Berlin

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Berlin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Berlin
Landesflagge Berlins

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Details
Wappen des Landes Berlin
Details
Basisdaten
Fläche: 891,85 km² (14.)
Einwohner: 3.469.849[1] (8.) (31. Dezember 2014)
Bevölkerungsdichte: 3.891 Einw. je km²
1. als Gemeinde, 2. als Bundesland
Bruttoinlandsprodukt: 94,72 Mrd. € (2010)
Höhe: 34–115 m ü. NN
Geographische Lage: 52° 31′ N, 13° 24′ O52.51861111111113.40805555555634Koordinaten: 52° 31′ N, 13° 24′ O
Zeitzone: Mitteleuropäische Zeit (MEZ)
UTC+1
Postleitzahlen: 10115–14199
Vorwahl: 030
Kfz-Kennzeichen: B
Gemeindeschlüssel: 11 0 00 000
ISO 3166-2: DE-BE
UN/LOCODE: DE BER
Website: www.berlin.de
Politik
Regierender Bürgermeister: Klaus Wowereit (SPD)
Regierende Parteien: SPD und CDU
Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus
(149 Sitze)
(seit 2011):
SPD 47
CDU 39
Bündnis 90/Die Grünen 29
Die Linke 19
Piraten 15
Letzter Wahltermin: 18. September 2011
Nächster Wahltermin: 2016
Gliederung: 12 Bezirke, 96 Ortsteile
Stimmen im Bundesrat: 4
Schulden gesamt: 64,03 Mrd. € (November 2011)
Ausländeranteil: 13,5 % (Juni 2010)[2]
Arbeitslosenquote: 11,8 % (Mai 2013)[3]

Berlin ( [bɛɐ̯ˈliːn]?/i) ist Bundeshauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland. Als Stadtstaat ist Berlin (Abkürzung BE) ein Land und bildet das Zentrum der Metropolregion Berlin/Brandenburg. Berlin ist mit 3,5 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und mit rund 892 km² die flächengrößte Stadt Deutschlands und Mitteleuropas sowie nach Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Europäischen Union. Berlin ist in zwölf Bezirke unterteilt. Im Stadtgebiet befinden sich die Flüsse Spree und Havel, mehrere kleinere Fließgewässer sowie zahlreiche Seen.

Urkundlich erstmals 1237 erwähnt, war Berlin im Verlauf der Geschichte und in verschiedenen Staatsformen Hauptstadt Brandenburgs, Preußens und des Deutschen Reichs. Faktisch war der Ostteil der Stadt Hauptstadt der Deutschen Demokratischen Republik. Seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt mit Sitz des Bundespräsidenten seit 1994, des Deutschen Bundestags seit 1999 sowie des Bundesrats seit 2000.

Die Metropole Berlin gilt als Weltstadt der Kultur, Politik, Medien und Wissenschaften.[4][5] Sie ist ein wichtiger europäischer Verkehrsknotenpunkt und eine der meistbesuchten Städte des Kontinents. Institutionen wie die Universitäten, Forschungseinrichtungen und Museen genießen internationalen Ruf. In der Stadt leben und arbeiten Kunstschaffende, Diplomaten und Einwanderer aus aller Welt.[6] Berlins Geschichte, Nachtleben, Architektur und vielfältige Lebensbedingungen sind weltbekannt.[7]

Geografie

Datei:EU location Berlin.svg
Lage Berlins in Deutschland und der Europäischen Union.

Die geografische Lage des Berliner Rathauses ist 52° 31′ 6″ nördlicher Breite und 13° 24′ 30″ östlicher Länge. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Ost-West-Richtung beträgt rund 45 km, in Nord-Süd-Richtung etwa 38 km. Es hat eine Fläche von 892 km². Berlin ist gänzlich vom Land Brandenburg umgeben und liegt im Osten Deutschlands, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Metropolregion Berlin/Brandenburg ist eines der Verdichtungsgebiete Deutschlands.

Berlin befindet sich in einer glazial geprägten Landschaft. Das historische Zentrum liegt an der schmalsten und damit verkehrsgünstigsten Stelle des Warschau-Berliner Urstromtals, das Berlin vom Südosten zum Nordwesten hin durchquert und von der Spree in Ost-West-Richtung durchflossen wird. Der nordöstliche Teil Berlins liegt auf der Hochebene des Barnim, knapp die Hälfte der Stadtfläche im südwestlichen Bereich liegt auf der Hochebene des Teltow. Der westlichste Bezirk, Spandau, liegt sowohl innerhalb des Berliner Urstromtals als auch auf der vor allem westlich von Berlin gelegenen Nauener Platte. Die Landschaft Berlins entstand im Eiszeitalter während der jüngsten Vereisungsphase, der Weichseleiszeit. Vor etwa 20.000 Jahren war das Gebiet Berlins noch vom mehrere 100 Meter mächtigen skandinavischen Eisschild bedeckt. Beim Rückschmelzen des Gletschers entstand vor etwa 18.000 Jahren das Berliner Urstromtal.

Berliner Nebenflüsse der Spree sind die Panke, die Dahme, die Wuhle und die Erpe.

Im Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd-Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel, eigentlich eine Glaziale Rinne, ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft; die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.

Jeweils zum Teil in Berlin liegen die der Havel zufließenden Bäche Tegeler Fließ und Bäke.

Die höchsten Erhebungen Berlins sind als höchste natürliche Bodenerhebung der Große Müggelberg (114,7 m ü. NHN) im Bezirk Treptow-Köpenick, der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs aufgeschüttete Teufelsberg (114,7 m ü. NN) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Ahrensfelder Berge (114,5 m ü. NN) im Landschaftspark Wuhletal im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die tiefsten Bereiche Berlins sind die Havelseen im Südwesten. Sie liegen 32 m ü. NN.


Klima

Datei:Tiergartenimoktober.JPG
Berlin befindet sich in einer gemäßigten Klimazone (Großer Tiergarten im Oktober)

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone am Übergang vom maritimen zum kontinentalen Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 8,9 °C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 581 mm. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 18,5 beziehungsweise 17,7 °C und die kältesten Januar und Februar mit −0,6 beziehungsweise −0,3 °C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juni mit durchschnittlich 70 mm, der geringste im März mit durchschnittlich 31 mm. Hinsichtlich der Windgeschwindigkeiten und der Windrichtungsverteilung ist ein zweigeteiltes Maximum zu verzeichnen. Demnach wird in Berlin am häufigsten Nordwest- und Südwestwind beobachtet, der besonders im Winter mit höheren Geschwindigkeiten verbunden ist und meist maritime, gut durchmischte und saubere Meeresluft herantransportiert.

Das zweite Maximum aus Südost und Ost ist oft kennzeichnend für Hochdruckwetterlagen kontinentaler Luftmassen, was je nach Jahreszeit zu sehr heißen bzw. sehr kalten Tagen führen kann. Letztere Wetterlagen waren bis in die 1980er Jahre kennzeichnend für Smog-Situationen, da sich die in der Stadt produzierten Schadstoffe (vor allem aus dem Ofenbrand und den Autoabgasen) aufgrund der austauscharmen Witterung nicht verflüchtigen konnten. Der starke Rückgang der Ofenheizung und das Aufkommen der Abgasfilter und Fahrzeugkatalysatoren haben dieses Problem in den letzten 20 Jahren deutlich abgemildert.

Die geringen Höhenunterschiede innerhalb der Stadt bewirken an sich ein eher homogenes Stadtklima, allerdings führt die dichte Bebauung in der City und den Bezirkszentren zu teilweise deutlichen Temperaturunterschieden im Vergleich zu großen innerstädtischen Freiflächen, insbesondere aber zu den ausgedehnten Landwirtschaftsflächen im Umland. Vor allem in Sommernächten werden Temperaturunterschiede von bis zu 10 °C gemessen.[8] Insgesamt jedoch profitiert Berlin auch in diesem Zusammenhang von seinem großen Grünflächenanteil, mehr als 40 Prozent des Stadtgebietes sind Grünbestand;[9] gut 400.000 Bäume säumen die Straßen.[10] Die große Anzahl kleinerer Freiflächen, besonders aber auch die großen innerstädtischen Grünflächen wie der Große Tiergarten, der Grunewald und der ehemalige Flughafen Tempelhof mit der Hasenheide, die von Klimatologen auch als „Kälteinseln“ bezeichnet werden, bewirken zumindest in ihrer Umgebung ein zumeist als weitgehend angenehm empfundenes Klima.


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Berlin
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,0 3,6 7,8 12,9 18,4 21,9 23,3 23 19 13,7 7,3 3,4 Ø 13
Min. Temperatur (°C) -2,7 -2,1 0,7 4,1 8,8 12,4 12,4 14 10,5 6,6 2,4 -1 Ø 5,5
Niederschlag (mm) 43 34,1 37,4 40,9 56 75,3 52,3 60,5 45,5 36,2 36,2 53,4 Σ 570,8
Regentage (d) 10 8 8 9 10 10 9 8 8 8 10 11 Σ 109
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,0
-2,7
3,6
-2,1
7,8
0,7
12,9
4,1
18,4
8,8
21,9
12,4
23,3
12,4
23
14
19
10,5
13,7
6,6
7,3
2,4
3,4
-1
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
43
34,1
37,4
40,9
56
75,3
52,3
60,5
45,5
36,2
36,2
53,4
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Gliederung des Landes Berlin

Berlin gliedert sich in zwölf Bezirke und diese ihrerseits in insgesamt 96 Ortsteile. Die Ortsteile stellen zwar keine Verwaltungseinheiten dar, bilden aber die Grundlage amtlicher Ortsangaben und haben deshalb administrative Grenzen. Eine dritte Ebene bilden Ortslagen genannte, nicht genau abgegrenzte und nur umgangssprachlich bekannte geografische Gebiete. Ortsteile und Ortslagen spielen im alltäglichen Sprachgebrauch eine größere Rolle, da sie im Gegensatz zu den Bezirken, die lediglich technische Verwaltungseinheiten darstellen, historisch gewachsene Gebilde sind.

Mit dem Groß-Berlin-Gesetz[11] wurden 1920 mehrere Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke zusammengefasst. Das neue Groß-Berlin umfasste ursprünglich 20 Bezirke mit damals 94 Ortsteilen, die mit unveränderten Grenzverläufen den vorherigen Gliederungen entsprachen. Von diesen 20 Bezirken lagen nach der Teilung der Stadt 12 in West- und 8 in Ost-Berlin. Anlässlich der Schaffung von Neubaugebieten am östlichen Stadtrand wurde – ohne Eingemeindungen – durch Ausgründung weiterer Bezirke aus einigen bisherigen, deren Zahl im Ostteil zwischen 1979 und 1986 auf 11 erhöht, während deren Aufteilung in West-Berlin, bis auf einen Gebietsaustausch von West-Staaken gegen den Ostteil Groß Glienickes – dem 95. Ortsteil insgesamt, unverändert blieb. Das wiedervereinte Berlin zählte 1990 somit zunächst 23 Bezirke. Im Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 wurde deren Zahl dann zum 1. Januar 2001 durch Bezirksfusionen schließlich auf 12 reduziert. Zahl und Zuschnitt der Ortsteile wurden während der letzten Jahrzehnte ebenfalls mehrfach geändert.

Als Teile des Landes Berlin tragen die Bezirke ihre Namen ohne den vorangestellten Zusatz „Berlin“. Dieser Sprachgebrauch wird auch auf nach den Bezirken benannte Landeseinrichtungen wie Gerichte und Finanzämter ausgedehnt, sodass Bezeichnungen wie Amtsgericht Tiergarten oder Finanzamt Kreuzberg bundesweit verwendet werden, ohne dass die Zugehörigkeit zur Stadt Berlin im Eigennamen erkennbar würde.[12][13]

Berliner Bezirk
Einwohner[1]
Stand: 31. Dezember 2014
Fläche
in km²
Einwohner
pro km²
Stadtgliederung Berlins
Vorlage:BE-CW 326.354 64,72 4.944
Vorlage:BE-FK 275.691 20,16 13.357
Vorlage:BE-LI 268.465 52,29 4.961
Vorlage:BE-MH 256.173 61,74 4.013
Vorlage:BE-MI 356.506 39,47 8.456
Vorlage:BE-NK 325.716 44,93 6.969
Vorlage:BE-PK 384.367 103,01 3.542
Vorlage:BE-RD 254.000 89,46 2.697
Vorlage:BE-SP 230.419 91,91 2.435
Vorlage:BE-SZ 299.268 102,50 2.867
Vorlage:BE-TS 335.767 53,09 6.304
Vorlage:BE-TK 249.440 168,42 1.430

Nachbarstädte und -gemeinden

Datei:Luftbild bln-schmoeckwitz.jpg
Das Umland Berlins ist geprägt durch die Brandenburger Fluss- und Seenlandschaft; das Foto zeigt Schmöckwitz

Berlin ist vollständig vom Land Brandenburg umschlossen und grenzt dabei an acht Landkreise und eine kreisfreie Stadt mit den folgenden sieben Städten und 20 ländlichen Gemeinden (im Uhrzeigersinn, im Nordosten beginnend):


Geschichte

Gründung und Mittelalter

Datei:Berlin Dusableau 1737.jpg
Plan Berlins von Abraham Guibert Dusableau (1737, gesüdet)

Die auf der Spreeinsel gelegene Stadt Cölln wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt.[14] 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, das sich am nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun, vielmehr geht er vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück. Die heutigen Ortsteile Spandau und Köpenick bestanden als slawische Siedlungen bereits vor der Gründung der Mark Brandenburg, die 1157 durch den Askanier Albrecht den Bären erfolgte.

Berlin teilte das Schicksal Brandenburgs unter den Askaniern (1157–1320), Wittelsbachern (1323–1373) und Luxemburgern (1373–1415). 1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg und dann als Könige in bzw. von Preußen.

1448 revoltierten Einwohner von Berlin im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. („Eisenzahn“). Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als Freie Hansestadt aufgeben.

Frühe Neuzeit

Die Reformation wurde 1539 unter Kurfürst Joachim II. in Berlin und Cölln eingeführt, ohne dass es zu großen Auseinandersetzungen kam.

Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: Ein Drittel der Häuser wurde beschädigt, die Bevölkerungszahl halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er begann eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Vom darauf folgenden Jahr an kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.

1671 wurde 50 jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause in Berlin gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg.

Preußisches Königreich

1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrichs I. zum König in Preußen die Stellung der preußischen Hauptstadt, was durch das Edikt zur Bildung der Königlichen Residenz Berlin durch Zusammenlegung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt am 17. Januar 1709 amtlich wurde.[15] Bald darauf entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten.

Nach der Niederlage Preußens 1806 verließ der König Berlin Richtung Königsberg. Behörden und wohlhabende Familien zogen aus Berlin fort. Französische Truppen besetzten die Stadt von 1806 bis 1808. Unter dem Reformer Freiherr vom und zum Stein wurde am 19. November 1808 die neue Berliner Städteordnung beschlossen und in einem Festakt am 6. Juli 1809 in der Nikolaikirche proklamiert, was zur ersten frei gewählten Stadtverordnetenversammlung führte. An die Spitze der neuen Verwaltung wurde ein Oberbürgermeister gewählt. Die Vereidigung der neuen Stadtverwaltung, nun Magistrat genannt, erfolgte am 8. Juli des Jahres im Berliner Rathaus.[16]

Bei den Reformen der Schulen und wissenschaftlichen Einrichtungen spielte die von Wilhelm von Humboldt vorgeschlagene Bildung einer Berliner Universität eine bedeutende Rolle. Die neue Universität (1810) entwickelte sich rasch zum geistigen Mittelpunkt von Berlin und wurde bald weithin berühmt.[16]

Weitere Reformen wie die Einführung einer Gewerbesteuer, das Gewerbe-Polizeigesetz (mit der Abschaffung der Zunftordnung), unter Staatskanzler Carl August von Hardenberg verabschiedet, die bürgerliche Gleichstellung der Juden und die Erneuerung des Heereswesens führten zu einem neuen Wachstumsschub in Berlin. Vor allem legten sie die Grundlage für die spätere Industrieentwicklung in der Stadt. Der König kehrte Ende 1809 nach Berlin zurück.[16]

In den folgenden Jahrzehnten bis um 1850 siedelten sich außerhalb der Stadtmauern neue Fabriken an, in denen die Zuwanderer als Arbeiter oder Tagelöhner Beschäftigung fanden. Dadurch verdoppelte sich die Zahl der Einwohner durch Zuzug aus den östlichen Landesteilen.[16] Bedeutende Unternehmen wie Borsig, Siemens oder die AEG entstanden und führten dazu, dass Berlin bald als Industriestadt galt.

Im Ergebnis der Märzrevolution machte der König zahlreiche Zugeständnisse. Ende 1848 wurde ein neuer Magistrat gewählt. Nach einer kurzen Pause wurde im März 1850 eine neue Stadtverfassung und Gemeindeordnung beschlossen, wonach die Presse- und Versammlungsfreiheit wieder aufgehoben, ein neues Dreiklassen-Wahlrecht eingeführt und die Befugnisse der Stadtverordneten stark eingeschränkt wurden. Die Rechte des Polizeipräsidenten Hinckeldey wurden dagegen gestärkt. In seiner Amtszeit bis 1856 sorgte er für den Aufbau der städtischen Infrastruktur (vor allem Stadtreinigung, Wasserwerke, Wasserleitungen, Errichtung von Bade- und Waschanlagen).[16]

1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding und Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer sowie weiterer Vorstädte.

Deutscher Nationalstaat

Mit der Einigung zum kleindeutschen Nationalstaat durch den preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck, die am 18. Januar 1871 vollzogen wurde, erreichte Berlin die Stellung der Hauptstadt des deutschen Nationalstaats, zunächst mit dessen staatsrechtlicher Bezeichnung Deutsches Reich, seit 1990 erneut als Bundesrepublik Deutschland.[17][18]

Kaiserreich

Mit Gründung des Deutschen Kaiserreichs lässt sich der Beginn der Gründerzeit, in dessen Folge Deutschland zur Weltmacht und Berlin zur Weltstadt aufstieg, für Deutschland sehr genau auf das Jahr 1871 datieren. Im mehr als vier Jahrzehnte währenden Frieden, welcher im August 1914 mit Beginn des Ersten Weltkriegs endete, wurde Berlin im Jahre 1877 zunächst Millionenstadt und überstieg die Zweimillionen-Einwohner-Grenze erstmals im Jahre 1905.

Nach seiner Abdankung am 9./10. November 1918 in Spa kehrte der Kaiser nie mehr nach Berlin zurück.

„Weimarer Republik“

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde am 9. November 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte mit dem Groß-Berlin-Gesetz eine umfassende Eingemeindung mehrerer umliegender Städte und Landgemeinden sowie zahlreicher Gutsbezirke. Die Reichs- und Landeshauptstadt hatte damit rund vier Millionen Einwohner und war in den 1920er Jahren die größte Stadt Kontinentaleuropas und die nach London und New York drittgrößte Stadt der Welt.

Die Stadt erlebte in den 1920er Jahren eine Blütezeit der Kunst, Wissenschaft und Kultur, die später als die „Goldenen Zwanziger“ bezeichnet wurden. Während dieser Zeit, die zeitweise durch wirtschaftliche Erholung geprägt war, war Berlin, auch aufgrund der nunmehr ungewöhnlich weit ausgedehnten Stadtfläche, die größte Industriestadt Europas.

„Drittes Reich“

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933, gewann Berlin als Hauptstadt des zentralistischen Dritten Reichs an politischer Bedeutung. Berlin war Schauplatz der 1936 von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken genutzten Olympischen Spiele. Adolf Hitler und Generalbauinspektor Albert Speer entwickelten gigantomanische architektonische Konzepte für den Umbau Berlins nach römischem Vorbild zur „Welthauptstadt Germania“.

Die Nationalsozialisten zerstörten Berlins jüdische Gemeinde, die vor 1933 rund 160.000 Mitglieder zählte. Nach den Novemberpogromen von 1938 wurden tausende Berliner Juden ins nahe gelegene KZ Sachsenhausen deportiert. Abgesehen von einigen wenigen Juden, die mit nichtjüdischen Deutschen verheiratet waren, mussten die letzten Berliner Juden ab Februar 1943 während mehrerer Wochen zum Bahnhof Grunewald marschieren, um in Viehwaggons in Vernichtungslager wie Auschwitz deportiert zu werden.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört.

Teilung der Stadt

Datei:Occupied Berlin.svg
Karte der geteilten Stadt

Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 wurde Berlin gemäß der Londoner Protokolle – der Gliederung ganz Deutschlands in Besatzungszonen entsprechend – in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Vereinigtes Königreich und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion den Ostteil bildete.

Für Groß-Berlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten nach einer Währungsreform in den West-Sektoren 1948/1949 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Westalliierten mit der „Berliner Luftbrücke“ überwanden.

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands im Jahr 1949 verfestigte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihren Regierungssitz in Bonn hatte, was zunächst als Provisorium gedacht war, proklamierte die DDR Berlin als Hauptstadt. Der Ost-West-Konflikt gipfelte in der Berlin-Krise und führte zum Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1989-1118-028, Berlin, Grenzübergang Bornholmer Straße.jpg
10. November 1989, Bornholmer Straße im westlichen Teil Berlins. Am Tag nach der Öffnung der Mauer bereitet ein Spalier den Besuchern aus der DDR einen ersten Empfang

West-Berlin war seit 1949 de facto ein Land der Bundesrepublik Deutschland – allerdings mit rechtlicher Sonderstellung – und Ost-Berlin de facto ein Teil der DDR. Berlins Osten und Westen waren ab 1961 völlig voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins, Rentnerinnen und Rentner ausgenommen, und bis 1972 auch nur in Ausnahmefällen für Bewohner West-Berlins.

1971 wurde das Viermächteabkommen über Berlin unterzeichnet und trat 1972 in Kraft. Während die Sowjetunion den Viermächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Viermächte-Status über Gesamt-Berlin. Die Problematik des umstrittenen Status Berlins wird auch als Berlin-Frage bezeichnet.

1989 kam es in der DDR zur Wende, die Mauer wurde geöffnet. 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt.

„Berliner Republik“

Richard von Weizsäcker verlegte den ersten Amtssitz des Bundespräsidenten 1994 nach Berlin. 1981–1984 war er Regierender Bürgermeister der Stadt

Am 20. Juni 1991 beschloss der Bundestag mit dem Hauptstadtbeschluss nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt Sitz der deutschen Bundesregierung und des Bundestages sein solle. 1994 wurde das Schloss Bellevue auf Initiative Richard von Weizsäckers zum ersten Amtssitz des Bundespräsidenten. In der Folgezeit wurde das Bundespräsidialamt in unmittelbarer Nähe errichtet.

1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf. Im Jahr 2001 wurde das neue Bundeskanzleramt eingeweiht und von Bundeskanzler Gerhard Schröder bezogen. Die überwiegende Zahl der Auslandsvertretungen in Deutschland verlegten in den folgenden Jahren ihren Sitz von Bonn nach Berlin.

Zum 1. Januar 2001 wurde die Anzahl der Bezirke, in die Berlin untergliedert ist, von zuvor 23 auf 12 reduziert.

Bevölkerung

Datei:Berlin population2.svg
Einwohnerentwicklung Berlins seit 1880

Berlin hat derzeit rund 3,5 Millionen Einwohner und ist damit die mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands; sie hat mehr Einwohner als die Städte Hamburg und München zusammen. Der urbanisierte Großraum reicht über die Berliner Landesgrenzen hinaus und umfasst etwa 4,35 Millionen, die Metropolregion Berlin/Brandenburg, die beide Bundesländer komplett umfasst, knapp sechs Millionen Einwohner.

Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war die Berliner Gegend nur spärlich bevölkert, der Dreißigjährige Krieg hatte die Bevölkerung Berlins noch einmal etwa halbiert. Doch nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater übernommen hatte, holte er unter anderem viele Hugenotten aus Frankreich in die Region. So stieg die Bevölkerung von rund 6.000 um 1648 auf rund 57.000 im Jahr 1709. Die Bevölkerung wuchs nun stetig, sodass Berlin 1740 zur Großstadt und um 1875 zur Millionenstadt wurde.

Datei:Population pyramid of Berlin (DE-2010-12-31).svg
Bevölkerungspyramide von Berlin 2010

Der Bevölkerungsanstieg im Berliner Raum hatte infolge der nach den Preußischen Reformen einsetzenden Industrialisierung eine Beschleunigung erfahren. Die Berliner im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts waren nur noch zu gut 40 % in Berlin geboren. Im Jahre 1900 stammten von den 1,9 Millionen Berlinern aus den preußischen Provinzen Brandenburg über 20 %, Ost- und Westpreußen 9 %, Schlesien 7 %, Pommern 6 %, Posen 5 % und Sachsen 4 %. Eher gering war mit 3–4 % die Zuwanderung aus anderen Regionen Deutschlands und mit gut 1,5 % aus dem Ausland. Der Anteil der Berliner mit deutscher Muttersprache lag 1895 bei über 98 %.[19] Mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 stieg die Bevölkerungszahl durch Eingemeindung bisher unabhängiger Städte und Dörfer auf fast vier Millionen an. Berlin war damit in den 1920er und 1930er Jahren die größte Stadt Kontinentaleuropas und die nach London und New York City drittgrößte Stadt der Welt. Die Einwohnerzahl überschritt in der 1920er Jahren die Vier-Millionengrenze und erreichte 1942 mit 4,48 Millionen ihren Höchststand (damals allerdings nur noch ein theoretischer Wert, siehe →hier).

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Durch den Zweiten Weltkrieg fiel die Zahl wieder und liegt seitdem recht konstant zwischen 3,1 und 3,5 Millionen Einwohnern. Jungen Männern aus dem Bundesgebiet bot zwischen 1957 und 1990 eine Übersiedlung nach West-Berlin die Möglichkeit, sich der Wehrpflicht zur Bundeswehr zu entziehen, weil dort die Wehrgesetzgebung der Bundesrepublik nicht galt. Die Zahl der Zuzüge wie der Fortzüge liegt seit 1991 jährlich zwischen 100.000 und 145.000.[20] Die oft zitierte Behauptung aus dem Jahr 2007, 1,7 Millionen Berliner hätten die Stadt nach der Wiedervereinigung (seit 1991) verlassen, 1,8 Millionen Menschen seien zugezogen und hätten damit für einen umfangreichen Bevölkerungsaustausch gesorgt,[21] beruht also auf einer bloßen Addition sämtlicher Zuzüge und sämtlicher Fortzüge und überzeichnet die wirkliche Bevölkerungsfluktuation. Auch heute noch hat Berlin eine in Deutschland weit überdurchschnittliche räumliche Bevölkerungsbewegung. Allein im Jahr 2009 zogen 143.852 Menschen nach Berlin, darunter 56.028 Ausländer. Gleichzeitig verließen 133.335 Einwohner die Stadt, davon 59.083 Ausländer.[22]

In den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Gastarbeiter aus Südeuropa und der Türkei nach West- und Vertragsarbeiter vor allem aus Vietnam nach Ost-Berlin. Seit den 1980er Jahren machten sich viele russlanddeutsche Spätaussiedler und seit der Wiedervereinigung schließlich Juden aus der Ukraine und Russland hierher auf den Weg. Heute leben in der Stadt Bürger von rund 190 Staaten.[23][24] Außerdem war und ist Berlin aufgrund der politischen und kulturellen Bedeutung ein Zuzugsgebiet für viele Deutsche aus anderen Regionen, so betrug der Wanderungsgewinn gegenüber dem übrigen Bundesgebiet im Jahr 2009 über 18.000 Personen;[25] Kreuzberg bildet aufgrund der dichten Besiedlung und niedrigen Mieten einen Schwerpunkt sowohl der türkischen als auch der alternativen Kultur. Die türkische Gemeinde Berlins mit etwa 180.000 türkischen und türkischstämmigen Bürgern[26] gilt als eine der größten türkischen Gemeinden außerhalb der Türkei. Zusätzlich leben rund 70.000 Afrodeutsche in Berlin.[27] Die zunehmende Internationalität Berlins spiegelt sich auch in der Zusammensetzung der Migrantengruppen wider. So gibt es mehr als 25 nicht-einheimische ethnische Gruppen oder Nationalitäten mit jeweils mehr als 10.000 Menschen. Diese sind:[28][29]

Türken: ~180.000-210.000, Polen: ~100.000, Russen: ~50.000, Palästinenser: ~30.000, Serben: ~26.000, Libanesen: ~25.000, Italiener: ~22.000, Vietnamesen: ~21.000, US-Amerikaner: ~20.000, Franzosen: ~20.000, Kasachen: ~20.000, Bulgaren: ~16.000, Ukrainer: ~16.000, Briten: ~15.000, Bosnier: ~14.000, Griechen: ~13.000, Österreicher: ~13.000, Spanier: ~13.000, Kroaten: ~12.000, Chinesen: ~12.000, Iraner: ~11.000, Thailänder: ~11.000, Syrer: ~11.000, Rumänen: ~11.000, Ägypter: ~10.000, Ghanaer: ~10.000, Israelis: ~10.000, Brasilianer: ~10.000, Inder: ~10.000, Koreaner: ~10.000.

Bevölkerung mit Migrationshintergrund[30] Anteile
Deutsche ohne Migrationshintergrund ~ 73 % (~ 2.500.000)
Deutsche mit Migrationshintergrund und Ausländer ~ 27 % (~ 900.000–1.000.000)
Muslimischer/Nahöstlicher Migrationshintergrund (Türkei, Arabische Liga, Iran etc.) ~ 9,0 % (~ 300.000)
Europäischer Migrationshintergrund (Russland, Polen, Großbritannien, Griechenland, Serbien, Spanien, Frankreich etc.) ~ 9,0 % (~ 300.000)
Andere (Ostasiaten, Afrodeutsche, Amerikaner, Israelis, Schwarzafrikaner, Lateinamerikaner etc.) ~ 9,0 % (~ 300.000)

Wegen der Schwierigkeiten, den Migrationshintergrund einheitlich zu definieren und in Befragungen zu erfassen, könnte der tatsächliche Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund in relevantem Maße von den genannten Zahlen abweichen.

Zusätzlich gibt es in Berlin zwischen 100.000 und 250.000 illegale Immigranten, hauptsächlich aus Afrika, Asien, vom Balkan oder Lateinamerika.[31]

Aufgrund des EU-Beitritts von Rumänien und Bulgarien gab es einen Zustrom von Roma. Die Schätzungen schwanken, allerdings könnten sich bis zu 200.000 nicht-sesshafte Roma in den letzten Jahren in Berlin aufgehalten haben.[32]


Mundart

Hauptartikel: Berliner Dialekt

Berlinisch oder Berlinerisch wird im Allgemeinen als eine Variante des mitteldeutschen Berlin-Brandenburgischen gesehen, die in Berlin und im Berliner Umland gesprochen wird und auch nur in Berlin übliche (Sprich-)Worte oder dort geprägte Redewendungen enthält. Sprachwissenschaftlich handelt es sich bei dem Dialekt tatsächlich um einen Metrolekt, eine städtische Sprachmischung, die nicht regionalen Ursprungs ist, sondern durch Mischung von Dialekten unterschiedlicher Herkunft entstanden ist. Tatsächlich ist das heutige Brandenburgische eine Varianz des Berliner Metrolekts.

Das Berlinerische nahm durch den Zuzug vieler Bevölkerungsgruppen etliche Wörter und Redewendungen aus anderen Sprachen und Dialekten wie dem Flämischen, Französischen und dem Jiddischen auf. Das Berlinische war in der Geschichte überwiegend Sprache der einfachen Leute, die Bildungsschicht bemühte sich stets um einwandfreies Hochdeutsch. Viele Neuberliner nahmen zwar Teile des Berlinischen an, aber die ständige Verwendung wurde als „unfein“, „proletarisch“ oder „dumm“ betrachtet. In der DDR änderte sich diese Einstellung teilweise, sodass berlinisch auch in gebildeten Kreisen teilweise gepflegt wurde. Dadurch finden sich die Zentren der verstärkten Verwendung heute vor allem in den Ostbezirken, den alten westlichen Arbeiterbezirken und dem Umland. Unverändert wird die Sprache in Berlin von Zuwandererwellen geprägt, wodurch die verwendete Umgangssprache unbeständig bleibt.

In einem großen Teil der heutigen Vorortbezirke Berlins wurden wie im umliegenden Brandenburg bis ins 20. Jahrhundert Dialekte des Niederdeutschen, genauer des Märkisch-Brandenburgischen, gesprochen, die allerdings im Zuge der Verstädterung der Vororte und durch die auch linguistische Ausstrahlung der Metropole Berlin heute weitgehend verdrängt und durch mitteldeutsche Dialekte bzw. einen berlinisch geprägten Regiolekt des Standarddeutschen ersetzt sind.

Religionen, Weltanschauungen

Von den rund 3,5 Millionen Einwohnern Berlins sind etwa 60 % konfessionslos, 18,7 % evangelisch,[33] 9,2 % katholisch,[33] 2,7 % bekennen sich zu einer anderen christlichen Konfession,[34] 8,1 % haben einen Migrationshintergrund in einem islamischen Land,[35] 0,3 % gehören zur Jüdischen Gemeinde,[34] 0,6 % gehören einer weiteren Religion an.[36]

In Berlin sind mehrere humanistische und andere Vereinigungen nichtreligiöser Menschen vertreten. So haben der Humanistische Verband Deutschlands, dessen Berliner Landesverband 5.700 Mitglieder[37] (0,2 % der Bevölkerung) hat und die Humanistische Akademie Deutschland ihren Sitz in Berlin. Genaue Zahlen darüber, wie viele Berliner sich als Humanisten betrachten, liegen nicht vor. 1982 erfolgte im Westteil Berlins die Einführung des Schulfaches Humanistischer Lebenskundeunterricht, dessen Teilnehmerzahl sich mittlerweile, verstärkt vor allem durch die Ausdehnung auf den Ostteil Berlins 1990, auf rund 52.000 Schülerinnen und Schüler beläuft.[38]

Bedingt durch die unterschiedliche Entwicklung während der deutschen Teilung, bestehen im Glaubensbekenntnis starke Ost-West-Unterschiede, vor allem bei der evangelischen Kirche, die seit der Reformation in Berlin dominierte. So sind bis heute in zahlreichen Ortsteilen im Westteil über 40 Prozent der deutschen Einwohner evangelisch oder katholisch, während es in den in der DDR entstandenen Neubaugebieten teils unter 10 Prozent sind.[39] In dem größten vollständig im Westteil Berlins gelegenen Bezirk Tempelhof-Schöneberg von 335.000 Einwohnern[40] rund 90.000 evangelisch,[41] was einem Anteil von 27 Prozent entspricht.

Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist Markus Dröge. An der Spitze des römisch-katholischen Erzbistums Berlin steht Rainer Maria Woelki. Das Land Berlin zahlt der evangelischen Kirche jährlich 8.146.910 Euro und der römisch-katholischen Kirche 2.860.000 Euro Staatsdotationen (Stand 2009).[42]

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche, die heute im Stadtgebiet mit acht Kirchengemeinden vertreten ist, ist aus der 1830 entstandenen Evangelisch-lutherischen Kirche hervorgegangen.[43]

Ebenfalls in Berlin ansässig sind ein russisch-orthodoxer und ein bulgarisch-orthodoxer Bischof, die meisten anderen orthodoxen und altorientalischen Nationalkirchen sind ebenfalls mit Gemeinden vertreten. Mit mindestens fünf regelmäßigen Messorten haben auch die katholischen Altritualisten in Berlin ihre stärkste Präsenz im deutschsprachigen Raum. Ferner existiert in Berlin-Wilmersdorf eine altkatholische Gemeinde, die auch in der Alt-Schöneberger Dorfkirche zu Gast ist.[44]

Baptisten gibt es in Berlin seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, mit ihren 36 Gemeinden bilden sie heute die größte Freikirche der Bundeshauptstadt. Unter anderem gibt es auch 29 Gemeinden der Neuapostolischen Kirche. Es gibt sechs Gemeinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die älteste Berliner Mennonitengemeinde besteht seit 1887. In Berlin befindet sich der juristische Sitz des deutschen Zweiges der Religionsgemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Berlin ist seit 1999 Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland. Heute befinden sich über elf Synagogen, mehrere buddhistische Tempel und 76 Moscheen in der Stadt.

Seit Anfang 2007 ist die Organisation Scientology mit einer Hauptstadtrepräsentanz vertreten, deren Eröffnung zu Protesten führte.[45]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger sind in der Liste der Ehrenbürger von Berlin aufgeführt, in der Stadt geborene Persönlichkeiten in der Liste der Söhne und Töchter der Stadt Berlin, Biografien von Menschen mit deutlichem Bezug zu Berlin werden in der Kategorie Person (Berlin) gesammelt. Die Mitglieder der Berliner Landesregierungen seit 1948 finden sich in den Auflistungen Regierender Bürgermeister von Berlin und Liste der Senatoren von Berlin. Verschiedene Stadtoriginale sind unter Berliner Originale zusammengefasst.

Politik

Bundeshauptstadt

Der erste Deutsche Bundestag nach der Wiedervereinigung entschied 1991 im sogenannten „Hauptstadtbeschluss“, dass Berlin als Bundeshauptstadt auch Sitz des Bundestages und der Bundesregierung werden sollte.

Seit 1994 befindet sich der erste Amtssitz des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue in Berlin. 1999 fand der Umzug des größten Teils der Bundesregierung von Bonn nach Berlin statt. Die Bundesregierung, der Bundestag im Reichstagsgebäude und der Bundesrat im ehemaligen Preußischen Herrenhaus haben seitdem den Betrieb in der Hauptstadt aufgenommen. Im Jahr 2001 wurde das Bundeskanzleramt eingeweiht und erstmalig vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder bezogen.

Von den derzeit vierzehn Bundesministerien (der Regierung Merkel II) haben acht ihren Hauptsitz in Berlin, darunter das Auswärtige Amt in dem 1934 gebauten Erweiterungsbau der damaligen Reichsbank oder das Bundesministerium der Finanzen im 1935 erbauten damaligen Reichsluftfahrtministerium. Die übrigen sechs haben ihren Hauptsitz in Bonn. Alle Ministerien haben jeweils in der Stadt, die nicht Hauptsitz ist, einen Zweitsitz. Alle Bundesminister haben daher auch einen Arbeitssitz in der Bundeshauptstadt. Teile der Bundesministerien befinden sich nach wie vor in der früheren Bundeshauptstadt (jetzt Bundesstadt) Bonn. Die Mehrzahl der Ministeriumsbeschäftigten, etwa 9.000 Beamte, arbeiten ebenfalls in Bonn. Mehr als 140 Botschaften mit ihren diplomatischen Vertretungen haben ihren Sitz in Berlin.[46]

Land Berlin

Groß-Berlin ist im strengen Sinne erst seit der Wiedervereinigung ein deutsches Bundesland. Zwar deklarierte neben der Berliner Landesverfassung von 1950 auch das deutsche Grundgesetz das Land Berlin zum Gliedstaat der Bundesrepublik Deutschland, wegen des Viermächteabkommens war dies bis dahin jedoch völkerrechtlich unwirksam.

Das Land Berlin ist in zwölf Bezirke untergliedert. Das Landesparlament des Landes, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zurzeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und Piratenpartei vertreten.

Die Landesregierung (als Spitze der Exekutive) ist der Senat von Berlin, bestehend aus dem Regierenden Bürgermeister und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt.

Die Landesregierung nach der Wahl zum Abgeordnetenhaus am 18. September 2011 bilden die SPD und die CDU in Regierungskoalition unter der Führung von Klaus Wowereit (SPD) als Regierender Bürgermeister im Senat Wowereit IV.

Verwaltung

Von 1808 bis 1935 und von 1945 bis 1948 wurde Berlin von einem Magistrat verwaltet, an dessen Spitze ein Oberbürgermeister stand. In der Zeit von 1935 bis 1945 gab es gemäß der nationalsozialistischen Deutschen Gemeindeordnung keinen Magistrat. Von 1948 bis zur Wiedervereinigung 1990 bestanden in der geteilten Stadt ein Magistrat in Ostberlin und der Senat in Westberlin.

Die Verwaltung des Landes Berlin wird seit 1990 in der wiedervereinigten Stadt nach Gesamtberliner Wahlen – wie auch zuvor in Berlin (West) – vom Senat von Berlin (der Hauptverwaltung) und den Bezirksverwaltungen in Berlin wahrgenommen. Die Hauptverwaltung umfasst die Senatsverwaltungen, die ihnen nachgeordneten Behörden (Sonderbehörden) und nichtrechtsfähigen Anstalten und die unter ihrer Aufsicht stehenden Eigenbetriebe. Die Hauptverwaltung nimmt die Aufgaben von gesamtstädtischer Bedeutung wahr, wobei dieser Begriff weit ausgelegt wird.

Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar, gemessen an der Einwohnerzahl sind sie jedoch mit größeren Landkreisen in Flächenstaaten vergleichbar. Die Bezirke unterliegen der Bezirksaufsicht durch den Senat.[47] Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene – allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete – Volksvertretung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), die das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bezirksbürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wahlbeamten inne. Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bürgermeisters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät.

Die Gliederung und Aufgaben der Berliner Verwaltung ergeben sich aus dem Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz (AZG). Seit der Wiedervereinigung wird in Berlin in vielen Teilschritten eine umfassende Verwaltungsreform vorgenommen.

Wappen und Flagge

Das Berliner Wappen zeigt im silbernen (weißen) Schild einen rot bewehrten und rot gezungten, aufrecht schreitenden schwarzen Bären, den sogenannten Berliner Bären. Auf dem Schild ruht eine goldene fünfblättrige Laubkrone, deren Stirnreif als Mauerwerk mit geschlossenem Tor in der Mitte ausgelegt ist. Die Herkunft des Bären als Wappentier ist ungeklärt, Dokument oder Unterlagen fehlen hierzu. Es gibt mehrere Theorien, warum sich die Stadtvertreter für den Bären entschieden. Eine davon besagt, dass die Berliner an Albrecht den Bären, den Begründer der Mark Brandenburg dachten. Eine andere geht von der lautmalerischen Interpretation des Stadtnamens aus. Der Bär ist erstmals auf einem Siegel von 1280 zu sehen. Über mehrere Jahrhunderte musste sich der Bär die Siegel- und Wappenbilder mit dem brandenburgischen und preußischen Adler teilen. Erst im 20. Jahrhundert konnte sich der Berliner Bär endgültig gegen die Adler als Hoheitszeichen der Stadt durchsetzen.

Standardbeflaggung mit Sicht auf Landesdienstgebäude:
Europaflagge   Bundesflagge   Landesflagge

Die Berliner Landesflagge zeigt den Berliner Bären vor weißem Hintergrund, mit einem roten Streifen am oberen und unteren Rand der Flagge. Sie wird mit geringfügigen stilistischen Änderungen seit 1911 von Berlin geführt und wehte das erste Mal 1913 über dem Roten Rathaus. Vorher führte Berlin eine Flagge in den Farben Schwarz-Rot-Weiß, die wegen ständiger Verwechslungen mit der später entstandenen Flagge des Deutschen Kaiserreichs gegen die Bärenflagge getauscht wurde. Das Landessymbol ist der Bärenschild ohne Laubkrone in drei Farbausführungen. Es wird von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport bereitgestellt, um Privatpersonen, Firmen und nichthoheitlichen Einrichtungen zu ermöglichen, die Verbundenheit mit Berlin mit einem Symbol zu dokumentieren. Die Berliner Bezirke besitzen eigene Wappen. Als verbindendes Element aller Berliner Bezirke mit der Stadt Berlin, aber auch untereinander, ruht auf den Schilden eine dreitürmige Mauerkrone, deren mittleren Turm mit dem Berliner Wappenschild (silber) belegt ist.

Haushalt

Die Ausgaben des Landes Berlin im Jahr 2009 betrugen 21,04 Milliarden Euro, demgegenüber standen Einnahmen von 19,57 Milliarden Euro.[48]

Für den Gesamthaushalt erhält das Land jährlich etwa 3,2 Milliarden Euro aus dem Länderfinanzausgleich und etwa 2,0 Milliarden Euro sonstige Bundesergänzungszuweisungen.[49] Die Europäische Union steuert während der Periode 2007–2013 rund 1,2 Milliarden Euro zum Haushalt hinzu. Durch die Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Europäischen Sozialfonds werden in den unterschiedlichsten Bereichen Maßnahmen zur Wettbewerbssteigerung finanziert.[50]

Die Gesamtverschuldung des Landes Berlin betrug am 31. Dezember 2009 etwa 59,8 Milliarden Euro, für die jährlich rund 2,4 Milliarden Euro Zinsen anfallen.[51]

Städtepartnerschaften

Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Los Angeles, USA (1967)

FrankreichFrankreich Paris, Frankreich (1987)

SpanienSpanien Madrid, Spanien (1988)

TurkeiTürkei Istanbul, Türkei (1988)

RusslandRussland Moskau, Russland (1990)

PolenPolen Warschau, Polen (1991)

UngarnUngarn Budapest, Ungarn (1991)

BelgienBelgien Brüssel, Belgien (1992)

IndonesienIndonesien Jakarta, Indonesien (1993)

UsbekistanUsbekistan Taschkent, Usbekistan (1993)

MexikoMexiko Mexiko-Stadt, Mexiko (1993)

China VolksrepublikChina Peking, China (1994)

JapanJapan Präfektur Tokio, Japan (1994)

ArgentinienArgentinien Buenos Aires, Argentinien (1994)

TschechienTschechien Prag, Tschechien (1995)

NamibiaNamibia Windhoek, Namibia (2000)

Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich London, Vereinigtes Königreich (2000)

Stand: 9. Oktober 2010[52]

Die einzelnen Berliner Bezirke unterhalten weitere Partnerschaften.

Wirtschaft

Datei:Berlin-bayer-schering.jpg
Verwaltungs- und Laborgebäude der Bayer HealthCare AG

Im Jahr 2009 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes Berlin 90,1 Milliarden Euro. Das bedeutet eine Veränderung von nominal 1,7 %, real −0,7 % gegenüber 2008, verglichen mit nominal −3,5 %, real −5 % in der Bundesrepublik.[53]

Im Vergleich des regionalen BIP (in Kaufkraftstandards) je Einwohner erreicht Berlin in der EU (EU-27: 100) im Jahr 2008 einen Index von 99 (25.700 Euro) im Vergleich zu Brandenburg 82 und Deutschland 116.[54]

Zu den Wachstumsbranchen zählen Kreativ- und Kulturwirtschaft, Tourismus, Biotechnologie, Medizintechnik, pharmazeutische Industrie, Medien/Informations- und Kommunikationstechnologie, Verkehrssystemtechnik, Optik sowie Energietechnik.

Berlin verzeichnete eine Arbeitslosenquote von 12,7 % im September 2011 (bundesdeutscher Durchschnitt 6,6 %).[55] 21,8 % der Einwohner beziehen Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, auch Hartz-IV-Empfänger genannt.[56]

Unternehmen

Über 80 Prozent der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor (Dienstleistungen) an. Von den 30 deutschen im DAX gelisteten Konzernen hat die Siemens AG (geteilt mit München) einen nominellen Hauptsitz in Berlin. Unter den umsatzstärksten Unternehmen der Welt (Fortune Global 500) ist die Deutsche Bahn AG mit Hauptsitz in Berlin im Jahr 2009 auf Rang 151. verzeichnet.

Die 15 größten in Berlin vertretenen Unternehmen nach Beschäftigten im Jahr 2010:[57]

Datei:Air Berlin A321-200.jpg
Air Berlin ist die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Berlin; hier ein Airbus A321 am Drehkreuz in Tegel
Datei:Berlin potsdamer platz db haus atnight.jpg
Der Unternehmenshauptsitz der Deutsche Bahn (3. v.l.)
Rang
Name
Hauptsitz
Mitarbeiter
in Berlin
Mitarbeiter
Gesamt
1. Deutsche Bahn Berlin 18.543 276.310
2. Siemens AG Berlin/ München 13.066 405.000
3. Berliner Verkehrsbetriebe Berlin 10.597 10.597
4. Vivantes Berlin 10.104 10.104
5. Charité Berlin 9.887 9.887
6. Deutsche Telekom AG Bonn 7.500 247.000
7. Deutsche Post DHL Bonn 6.500 470.000
8. Landesbank Berlin Holding AG Berlin 6.430 6.430
9. Kaiser’s Tengelmann Mülheim a. d. Ruhr 6.226 18.350
10. Daimler AG Stuttgart 6.000 260.100
11. Metro AG Düsseldorf 5.632 301.063
12. Dussmann Berlin 5.600 56.377
13. Berliner Stadtreinigungsbetriebe Berlin 5.459 5.459
14. Vattenfall Europe Berlin 5.421 38.179
15. Wisag Service Holding GmbH Frankfurt am Main 5.100 -


Medien

Berlin ist der Sitz mehrerer regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, VIVA und Comedy Central, N24 oder TV Berlin gibt es in Berlin eine große Anzahl von Privatradios, darunter auch ein türkischsprachiger (Radyo Metropol FM) und ein russischsprachiger Radiosender (Radio Russkij Berlin). Auch der öffentlich-rechtliche Sender RBB (im früheren West-Berlin der geschichtsträchtige SFB, in Brandenburg ORB) ist in Berlin ansässig; Deutsche Welle und Deutschlandradio haben in der Stadt einen zweiten Sitz. Der politischen Bedeutung als Bundeshauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie Das Erste, ZDF oder RTL mit jeweiligen „Hauptstadtstudios“ Rechnung.

In Berlin haben der bundesweit bedeutende Springer-Verlag und der regionale Berliner Verlag ihren Sitz. In keiner anderen deutschen Stadt erscheinen mehr Tageszeitungen. Überregionale Tageszeitungen sind die Boulevardzeitung Bild, an Abonnementzeitungen die linksliberale taz, die konservative Welt, das Neue Deutschland der Partei Die Linke und die sozialistische Junge Welt. Mit der rechtskonservativen Jungen Freiheit, dem linksbürgerlichen Freitag und der linken Jungle World erscheinen drei kleine überregionale Wochenzeitungen. Täglich erscheinende lokale Abonnementzeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel. Außerdem gibt es in Berlin die lokalen Boulevardzeitungen B.Z. und Berliner Kurier. Ferner erscheinen verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt, die Zweite Hand sowie Stadtmagazine wie den Tip, das [030] Magazin und die Zitty.

Tourismus

Berlin ist eines der meistbesuchten Zentren des nationalen und internationalen Städtetourismus. Seit dem Jahr 2001 steigt die Anzahl der Übernachtungen, Gäste, der neugebauten Hotels und deren Bettenkapazitäten überdurchschnittlich an. Im Jahr 2009 wurden etwa 18,9 Millionen Übernachtungen in Berliner Beherbergungsbetrieben von 8,3 Millionen Gästen und geschätzte 132 Millionen Tagesbesucher gezählt.[58] Die Stadt ist damit nach London, Paris und zusammen mit Rom das bevorzugte Reiseziel innerhalb Europas.

Internationale Gäste machen etwa 40 Prozent der Besucherzahlen aus. Hierbei liegen Besucher aus Italien, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und den Niederlanden in der Spitzengruppe. Hauptanziehungspunkte sind Architektur, historische Stätten, Museen, Festivals, Einkaufsmöglichkeiten, Nachtleben sowie Großveranstaltungen, die jährlich mehrere hunderttausend Besucher zählen. Berlin ist außerdem einer der größten internationalen Kongressveranstalter der Welt.[59] Das ICC ist das größte Konferenzzentrum Europas und trägt zusammen mit der Messe Berlin zum Geschäftstourismus bei.

Durch diese Entwicklung ist die Tourismusbranche in Berlin zu einer tragenden Säule der regionalen Wirtschaft geworden. Neben der Hotellerie und Gastronomie profitiert auch der Einzelhandel in großem Maße von den Berlintouristen.[60]

Gesundheitswirtschaft

Insgesamt sind 179.777 Personen, das sind 11,7 Prozent der Berliner Erwerbstätigen, im Gesundheitssektor mit seinen Teilbereichen Industrie, Handel, Handwerk sowie privaten und öffentlichen Dienstleistungen beschäftigt.[61]

In der Hauptstadtregion sind 174 Biotechnologieunternehmen mit 3.427 Beschäftigten tätig (2006). Die Hälfte der Unternehmen ist in einem Technologiepark ansässig. Die Biotechnologieregion zählt in Europa zur Spitze.

Kulturwirtschaft

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Hauptsitz von Universal Music Deutschland in Friedrichshain

Die Kulturwirtschaft umfasst Designer, Autoren, Architekten, Maler, Musiker, Bildhauer, Schauspieler, Regisseure, Sänger, Verleger, Fotografen, Journalisten, Toningenieure, Grafiker, Webgestalter, Kameraleute, Drucker, Modemacher, Tänzer, Schmuckhersteller, Meinungsforscher, Bibliothekare, Kinobetreiber, Übersetzer, Buchhändler, Archivare, Artisten, Werber, Puppenspieler, Stadtplaner und Software-Entwickler. Im Jahr 2006 erwirtschafteten knapp 23.000 Unternehmen mit 160.000 Erwerbstätigen einen Umsatz von mehr als 17,5 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Fünftel der Wirtschaftskraft Berlins, mit einer Zuwachsrate von 25 Prozent gegenüber dem Jahr 2000. Die Zahl der Unternehmen hat sich in diesem Zeitraum um ein Drittel gesteigert.[62]

Innerhalb der Kulturwirtschaft ist die Musikbranche der Sektor mit den höchsten Wachstumsraten bezüglich Umsätzen und Beschäftigten. Der Umsatz der Plattenfirmen, Konzertveranstalter und verwandter Bereiche stieg von 1998 bis 2007 um über 72 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Euro an, trotz rückläufigem Trend in gesamt Deutschland. 1.500 Unternehmen beschäftigen heute mehr als 6.200 fest angestellte Mitarbeiter. 450 Musiklabel sind in der Hauptstadt vertreten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Berlin ist ein herausragendes Kunst- und Kulturzentrum und steht in dem Ruf einer europäischen Weltstadt.[63] Als Produktionsstätte für verschiedenste Zweige der Kreativwirtschaft hat sich die Stadt zu einem internationalen Anziehungspunkt für Kulturschaffende etabliert.

Theater, Orchester, Chöre, Festivals

Zahlreiche Theater- und Kleinkunstbühnen prägen die kulturelle Landschaft der Metropole. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die Schaubühne am Lehniner Platz, das Theater des Westens, das Renaissance-Theater, das Deutsche Theater Berlin, das Maxim-Gorki-Theater, das Kinder- und Jugendtheater Grips-Theater und der Friedrichstadtpalast. Mit dem Schillertheater der Staatlichen Schauspielbühnen wurde 1993 eine der großen Berliner Bühnen geschlossen.

Berlin verfügt über drei Opernhäuser: die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Daneben bestehen in Berlin mehrere Orchester und Chöre. Die Berliner Philharmoniker (Leitung: Sir Simon Rattle) gelten als eines der weltweit führenden Orchester. Neben der Staatskapelle Berlin (Leitung: Daniel Barenboim) und dem Konzerthausorchester Berlin (Lothar Zagrosek) gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Ingo Metzmacher), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Hans-Christoph Rademann). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus Berlin, der Berliner Philharmonie und in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Chorverband Berlin sind 236 Laienchöre mit über 10.000 Mitgliedern vereinigt. Die Sing-Akademie zu Berlin besteht als Wiege der bürgerlichen Musikpflege in Berlin seit 1791.

Jedes Jahr im Februar finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele statt. Das auch Berlinale genannte Festival der A-Kategorie gilt als das größte Publikumsfestival der Welt und, neben den internationalen Filmfestspielen von Cannes und Venedig, als eines der bedeutendsten internationalen Filmfestspiele. In zahlreichen Kategorien werden Auszeichnungen vergeben. Der Wettbewerb schließt mit der Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären.

Während des gesamten Jahres ist Berlin Spielstätte weiterer internationaler Festivals, von denen einige unter dem organisatorischen Dach der Berliner Festspiele stattfinden. Beim Berliner Theatertreffen werden die bemerkenswertesten deutschsprachigen Theaterinszenierungen einer Saison präsentiert. Weitere Festivals sind das Literaturfestival, das Jazzfest und spielzeiteuropa, das Tanzfest, die Young Euro Classics und die Berlin Biennale.

Umzüge, Paraden und Open-Air-Feste sind ebenfalls etablierte Ereignisse im Veranstaltungskalender der Stadt. Der Karneval der Kulturen, der CSD Berlin, der Berliner Karnevalsumzug und das Berliner Myfest gehören zu den bekanntesten. Von 1989 bis 2006 war mit der Loveparade die größte Tanzveranstaltung der Welt in Berlin beheimatet.

Museen

Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum am Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bode-Museum und das Pergamonmuseum. Diese Museen sind in erster Linie durch ihre Exponate aus der Zeit der Antike berühmt. 1999 wurde die Museumsinsel in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.[64]

Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen verschiedenster Themengebiete: Das Naturkundemuseum ist mit über 30 Millionen Objekten und dem höchsten Dinosaurierskelett der Welt eines der bedeutendsten Naturkundemuseen weltweit. Im Deutschen Technikmuseum Berlin (DTMB) werden auf 25.000 m² Exponate und Experimente rund ums Thema Technik ausgestellt. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen im Kulturforum, das Bauhaus-Archiv ist ein Architekturmuseum. Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus Unter den Linden veranschaulicht deutsche Geschichte aus 2000 Jahren. Einen ebenso langen Zeitraum jüdisch-deutscher Geschichte zeigt das Jüdische Museum in einer ständigen Ausstellung.

Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich im dortigen Museumszentrum zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte. In der Nähe des Potsdamer Platzes steht seit 2005 das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ von Peter Eisenman.

In Berlin hat die vom Bund und allen Bundesländern gemeinsam getragene Stiftung Preußischer Kulturbesitz ihren Hauptsitz. Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg unterhält hier wichtige Standorte. Beide verwalten, bewahren, pflegen und ergänzen in ihren international bedeutenden Einrichtungen die Kulturgüter des ehemaligen Staates Preußen.

Die Stiftung Stadtmuseum Berlin vereinigt weitere traditionsreiche Museen Berlins. Die 1995 gegründete Stiftung ist das größte stadthistorische Museum Deutschlands. Als Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins ist es in seinem Kern aus der Vereinigung von Märkischem Museum (1874 gegründet) und Berlin Museum (1962 gegründet) entstanden. Die breite Palette der verschiedenen, zum Teil schon im 19. Jahrhundert begründeten Sammlungen dokumentieren in großer Vielfalt alle Bereiche der Entwicklung Berlins von den ersten Spuren menschlicher Besiedlung in der Steinzeit bis zur Gegenwart.


Bauwerke

Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Victoria gekrönt. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief westlich des Tors die Grenze zwischen beiden Stadthälften. Das Tor ist das westliche Ende des Boulevards Unter den Linden, der sich bis zu der über die Spree führenden Schloßbrücke hinzieht. Jenseits der Brücke befinden sich auf der Spreeinsel unter anderem der Lustgarten, die Museumsinsel und der Berliner Dom.

In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Staatsoper Unter den Linden, die zwischen 1774 und 1780 errichtete, häufig „Kommode“ genannte Alte Bibliothek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete St. Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Erzbistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Zuge der Preußischen Reformen durch Wilhelm von Humboldt gegründete und im Jahre 1809 eröffnete Berliner Universität brachte 29 Nobelpreisträger[65] hervor.

Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins. Er hatte sich im 19. Jahrhundert vor dem Potsdamer Tor, an dem eine Ausfallstraße ausging, entwickelt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz angeblich der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern.

1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der frühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Neubebauung des Potsdamer Platzes, die einer großen Anzahl an Geschäften und Restaurants Raum gibt, ist dieser zu einem Bindeglied zwischen den bis zur Wende getrennten Stadthälften geworden.

In der Nähe des Brandenburger Tors befindet sich das 1884 bis 1894 erbaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Jährlich wandeln zwei Millionen Menschen durch seine gläserne Kuppel. Der Reichstag ist inzwischen der zweitstärkste Touristenmagnet der Republik, nach dem Kölner Dom und weit vor Schloss Neuschwanstein.[21] Einen Besuch wert ist auch das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrichs des Großen, heute Amtssitz des Bundespräsidenten.

Die bekannteste Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften und Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Gleich daneben entstand nach Plänen Egon Eiermanns von 1959 bis 1961 eine neue Kirche auf achteckigem Grundriss mit einem sechseckigen frei stehenden Kirchturm.

Die östliche Verlängerung des Kurfürstendamms bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-geschossige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros und eine Aussichtsplattform. Dieser Teil der Stadt um Tauentzienstraße und Kurfürstendamm wird als Neuer Westen bezeichnet. In nordöstlicher Richtung erstreckt sich mit über drei Kilometern Länge die größte Parkanlage Berlins, der Tiergarten.

Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Bauwerk Deutschlands –, die gotische Marienkirche und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Stadtteil Prenzlauer Berg und die belebten Straßen Schönhauser Allee und Kastanienallee. Von 2006 bis Dezember 2008 wurde der Palast der Republik abgerissen.[66] An seiner Stelle soll bis 2015 hinter den rekonstruierten Fassaden des Berliner Stadtschlosses das Humboldt-Forum entstehen.

Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Mit ihrem Wiederaufbau verbunden war unter anderem die Restaurierung der 1866 fertiggestellten Neuen Synagoge. Sie war durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden. 1995 wieder eröffnet, dient sie heute als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur. In nördlicher Richtung liegt der älteste jüdische Friedhof der Stadt. Der weitaus bekanntere Jüdische Friedhof in Berlin-Weißensee ist der größte jüdische Friedhof Europas.

In Charlottenburg befindet sich das Olympiastadion, das für die Olympischen Sommerspiele von 1936 errichtet wurde, sowie der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Hauptsehenswürdigkeiten des Berliner Westens sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau sowie das an Havel und Glienicker Brücke gelegene Schloss Glienicke. In dem ebenfalls im Stil des Klassizismus durch Karl Friedrich Schinkel umgebauten Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss) sind die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt aufgewachsen.

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden im geteilten Berlin ambitionierte Bauprojekte vorangetrieben. Im Ostteil der Stadt entstand die heutige Karl-Marx-Allee (ehemals: Stalinallee) im repräsentativen Stil des sozialistischen Klassizismus. Sie verläuft vom Alexanderplatz über den Strausberger Platz bis zum Frankfurter Tor. Die Zwillingstürme entstanden in Anlehnung an die doppelten Kuppeln des Gendarmenmarktes unter dem deutschen Architekten Hermann Henselmann. Anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 wurde das zerstörte Nikolaiviertel in Anlehnung an seine historische Gestalt wiedererrichtet. Die Nikolaikirche im Zentrum ist die älteste Kirche Berlins.

Im Westteil der Stadt wurde die moderne Architektur vorangetrieben. Auf der internationalen Bauausstellung Interbau im Jahr 1957 präsentierten namhafte Architekten wie Walter Gropius, Le Corbusier und Oscar Niemeyer ihre Vorstellungen von der Stadt der Zukunft. Realisiert wurden die Bauvorhaben im Hansaviertel, die das zerstörte Gründerzeitviertel durch moderne Wohnblöcke und Hochhäuser ersetzten. Die Kongresshalle mit der freitragenden Dachkonstruktion wurde 1957 als Beitrag der USA zur Interbau errichtet und als Geschenk an Berlin übergeben.

Eine Besonderheit Berlins sind auch die bis heute noch in weiten Teilen der Stadt erhaltenen Gaslaternen zur Straßenbeleuchtung. Insgesamt befinden sich noch über 44.000 Gaslaternen in Berlin in Betrieb, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. Im Tiergarten, in der Nähe des gleichnamigen S-Bahnhofs, ist ein Gaslaternen-Freilichtmuseum zu finden.

Seit 2001 befinden sich sogenannte Buddy Bären auf einigen Straßen Berlins.

In der Bundesallee 215 befindet sich der Shaolin Tempel Deutschland. Er ist der einzige offizielle Ableger des weltberühmten Shaolin-Klosters aus der Provinz Henan, China. Der Deutsche Shaolin Tempel wurde im Auftrag vom Abt des Muttertempels in China, Shi Yongxin, 2001 gegründet und persönlich eingeweiht.[67]


Brücken

Berlin hat durch seine exponierte Lage an Flussläufen und Kanälen und durch sein ungewöhnlich großes Territorium eine Vielzahl an Brücken und Überführungen in seinem Stadtgebiet. Offiziell gibt es 916 Brücken in Berlin. Davon verbinden 732 öffentliche Straßen, die restlichen 184 Wege und Straßen in Grünanlagen.[68] Je nach Definition und Verständnis werden weitere Bauwerke in Berlin zu den Brücken gezählt. So gibt es 564 Brücken über Gewässer jeder Art und 300 Hochbahnviadukte der U-Bahn.[69] Auf die höchste Zahl kommt eine Veröffentlichung des Berliner Bausenators Wolfgang Nagel, der 1993 die Zahl mit 2100 (inklusive der Viadukte) angab.

Die ältesten Berliner Spreequerungen sind die Mühlendammbrücke, Rathausbrücke und Rossstraßenbrücke, wobei die heutigen Bauwerke jüngeren Datums sind. Die längste Brücke ist die Rudolf-Wissell-Brücke mit einer Länge von 930 Metern. Überregional bekannt sind außerdem die Oberbaumbrücke, das Wahrzeichen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg, und die Glienicker Brücke, auf der 1986 ein weltweit beachteter Agentenaustausch zwischen den USA und der Sowjetunion stattfand. Die ehemals längste Fußgängerbrücke befand sich über dem Gelände des Zentralvieh- und Schlachthofs in Prenzlauer Berg.

Parkanlagen, Zoos, Schutzgebiete

Berlin besitzt neben ausgedehnten Waldgebieten im Westen und Südosten des Stadtgebietes (Berliner Forsten) viele große Parkanlagen. Da auch fast alle Straßen von Bäumen gesäumt sind, gilt Berlin als besonders grüne Stadt.

In Berlin gibt es insgesamt 420.000 Straßenbäume, darunter 153.000 Linden, 82.000 Ahornbäume, 35.000 Eichen, 25.000 Platanen und 21.000 Kastanien.[70] Die über 2500 öffentlichen Grün-, Erholungs- und Parkanlagen haben eine Gesamtfläche von über 5500 Hektar und bieten vielfältige Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten.

Im Zentrum der Stadt liegt der Große Tiergarten. Er ist die älteste und mit 210 Hektar größte und bedeutendste Parkanlage Berlins und wurde im Verlauf von mehr als 500 Jahren gestaltet. Ursprünglich ein ausgedehntes Waldareal vor den Toren der Stadt, genutzt von den preußischen Adeligen als Jagd- und Ausrittgebiet, wurde dieses nach und nach von der Stadtentwicklung umschlossen. Heute erstreckt sich der Park vom Bahnhof Zoo bis zum Brandenburger Tor und liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Parlaments- und Regierungsviertel. Einige große Straßen durchschneiden den Tiergarten, darunter die Ost-West-Achse Straße des 17. Juni. Sie kreuzen sich am Großen Stern, in dessen Mitte seit 1939 die Siegessäule steht. Die Gestaltung des Großen Tiergartens zeigt sich als naturnahe Parklandschaft: Charakteristisch sind die weiten, von kleinen Wasserläufen durchzogenen und mit Baumgruppen bestandenen Rasenflächen sowie die Seen mit kleinen Inseln und zahlreichen Brücken und Alleen. Anlagen wie der Englische Garten, die Luiseninsel und der Rosengarten setzen an einigen Stellen schmuckgärtnerische Akzente.

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Pandabär Bao Bao im Zoologischen Garten, dem ältesten Zoo Deutschlands

Neben dem Tiergarten gehört der Treptower Park im Südosten Berlins zu den bedeutendsten Parks der Stadt. Er wurde von 1876 bis 1882 vom ersten Berliner Gartenbaudirektor Gustav Meyer angelegt und war 1896 Schauplatz der Großen Berliner Gewerbeausstellung. Die weite an der Spree sich hinziehende Gartenlandschaft ist eines der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner, nicht zuletzt auch wegen der bereits 1821/1822 von Carl Ferdinand Langhans als Gasthaus an der Spree erbauten heutigen Gaststätte Zenner.

Eine Besonderheit unter den Parks ist der Botanische Garten Berlin. Im Südwesten der Stadt gelegen, wird er neben seiner wissenschaftlichen Bestimmung (er gehört zur Freien Universität Berlin) auch als Erholungspark genutzt. Die Vorgängereinrichtung existierte bereits seit 1697 auf dem Gelände des heutigen Heinrich-von-Kleist-Parks in Schöneberg, ab 1897 erfolgte der Bau der neuen Parkanlage in Dahlem. Mit einer Fläche von über 43 Hektar und etwa 22.000 verschiedenen Pflanzenarten ist er der drittgrößte Botanische Garten der Welt. Das 25 Meter hohe, 30 Meter breite, und 60 Meter lange Große Tropenhaus ist das höchste Gewächshaus der Welt.

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Die Gärten der Welt im Erholungspark Marzahn (Chinesischer Garten)

Außerdem verfügt Berlin über mehrere zoologische Einrichtungen: den Zoologischen Garten Berlin nebst Aquarium Berlin und den Tierpark Berlin. Der bereits 1844 an der damaligen Stadtgrenze zu Charlottenburg eröffnete Zoologische Garten ist der älteste Zoo Deutschlands und zugleich der artenreichste der Welt (rund 15.000 Tiere in 1500 Arten). Der wesentlich jüngere Tierpark verdankt seine Entstehung der Teilung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg: Weil der Zoologische Garten im britischen Sektor der Stadt lag, fehlte der Hauptstadt der DDR eine eigene tiergärtnerische Einrichtung. 1954 wurde daher in Friedrichsfelde ein Tierpark auf dem früheren Gelände des Schlossparks Friedrichsfelde eröffnet. Er ist mit 160 Hektar der größte Landschaftstiergarten Europas.

Viele weitere Parkanlagen prägen das grüne Gesicht Berlins: Neben den Schlossgärten in Charlottenburg, Glienicke und auf der Pfaueninsel (die letzten beiden gehören zum UNESCO-Welterbe) sind dies auch die historischen Parkanlagen Lustgarten, Viktoriapark, Rudolph-Wilde-Park und Schillerpark, aber auch die zahlreichen großen Volksgärten. Im Süden der Stadt befindet sich außerdem der Britzer Garten, auf dessen Gelände 1985 die Bundesgartenschau stattfand. Das östliche Gegenstück dazu ist der 20 Hektar große Erholungspark Marzahn, der 1987 als Berliner Gartenschau eröffnet wurde. Neu angelegte Parkanlagen sind der Mauerpark auf dem ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer, das Naturschutzgebiet Schöneberger Südgelände, der Görlitzer Park und der Spreebogenpark in der Nähe von Hauptbahnhof und Regierungsviertel.


In Berlin gibt es 38 Naturschutzgebiete (Stand: Mai 2009) mit einer Gesamtfläche von rund 1990 Hektar, das entspricht 2,2 % der Landesfläche.[71] Hinzu kommen 52 Landschaftsschutzgebiete, die weitere 13 % der Landesfläche einnehmen.[72] Zudem haben die Bezirke Pankow und Reinickendorf einen Flächenanteil von 5,4 % am länderübergreifenden, 75.000 Hektar umfassenden Naturpark Barnim.[73]


Freizeit und Erholung

In Berlin sind etwa 18 Prozent der Stadtfläche bewaldet. Die Stadtforstverwaltung Berliner Forsten verwaltet mit rund 29.000 Hektar die größte Stadtwaldfläche Deutschlands. Zu den größten Wäldern gehört der Grunewald, der von der Grunewaldseenkette durchzogen und im Westen von der Havel begrenzt wird, sowie der Spandauer Forst im äußersten Nordwesten der Stadt. Der 273 Hektar große Wannsee ist eine Ausbuchtung der Havel. Mit ihm besitzt Zehlendorf ein viel besuchtes Naherholungsgebiet, das vor allem durch das Strandbad Wannsee bekannt ist.

Im Südosten Berlins bildet der Müggelsee mit den Müggelbergen und dem Strandbad Müggelsee in Rahnsdorf ein großes Naherholungsgebiet. Der Müggelsee ist der größte Berliner See, er dehnt sich über 7,4 km² aus (maximal 4,3 km lang; 2,6 km breit) und ist bis zu acht Meter tief. Die Müggelberge sind mit 114,7 m über NHN die höchsten Berliner Erhebungen, sie entstanden während des Pleistozäns. Am Westhang des Kleinen Müggelbergs wurde von 1959 bis 1961 der neue Müggelturm errichtet, nachdem der alte im Mai 1958 abgebrannt war. Er bietet einen weitreichenden Ausblick über die Seen und Wälder der Umgebung bis hin zur Stadtsilhouette Berlins.

In den urbaneren Bereichen der Stadt haben sich an den Fluss- und Seenlandschaften der Spree und Havel zahlreiche Strandbars gegründet.

Das Nachtleben Berlins nimmt europaweit eine besondere Stellung ein. Hintergründe sind die hohe Zahl von Studenten, junge Party-Touristen, die mit Billigfluggesellschaften anreisen, sowie die Zahl der nach dem Mauerfall leerstehenden oder anders genutzten gewerblichen Gebäude. Nennenswert sind in diesem Zusammenhang das Kunsthaus Tacheles, der Tresor, das UFO, das E-Werk, der KitKatClub und das Berghain.

Sport

In Berlin gibt es etwa 2000 Sportvereine, in denen rund 550.000 Aktive sich dem Breitensport widmen.[74] 2010 sind 145 Berliner Mannschaften in den ersten und zweiten deutschen Bundesligen vertreten.[75] Einige Vereine sind darüber hinaus im Bereich des professionellen Sports tätig. Dazu zählen insbesondere im Fußball Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin, im Eishockey die Eisbären Berlin, im Basketball Alba Berlin und im Handball die Füchse Berlin. In der 1. Volleyball-Bundesliga ist die Hauptstadt mit dem SCC Berlin bei den Herren und bei den Damen mit dem Köpenicker SC Berlin vertreten.[76] Die Wasserballer der Wasserfreunde Spandau 04 sind mit 29 nationalen Meistertiteln deutscher Rekordmeister.

Berlin war in der Geschichte mehrfach Austragungsort internationaler Sportwettkämpfe. 1936 wurden in der Stadt die Olympischen Spiele ausgetragen. Im Juli 2006 fanden in Berlin Vorrundenspiele, ein Viertelfinalspiel und das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft statt. 2009 wurden die Leichtathletik-Weltmeisterschaften ausgetragen. Jedes Jahr findet zudem einer der weltgrößten Marathonläufe, das Finale des DFB-Pokals sowie die Leichtathletik-Veranstaltung ISTAF statt. Alle zwei Jahre jeweils zur Fußball Europa- und Weltmeisterschaft finden große Public Viewings statt, bei denen Zehntausende Zuschauer öffentlich die Fußballspiele auf Großbildleinwänden verfolgen. Der Veranstaltungsort, die sogenannte Fanmeile, hat seinen Platz in der Straße des 17. Juni.[77]

In Berlin wurde sowohl der Marathonlauf (Haile Gebrselassie) mehrfach mit Weltbestzeit absolviert, als auch der 100-Meter-Lauf (Usain Bolt) mit der aktuell bestehenden Weltrekordzeit registriert.[78][79]

Der Deutsche Olympische Sportbund hat in Berlin seinen größten Olympiastützpunkt. Rund 700 Bundeskaderathleten aus 35 olympischen Sportarten (etwa 15 Prozent aller deutschen Bundeskaderathleten) bilden das leistungssportliche Kontingent. Bekannte Berliner Olympioniken sind Katarina Witt, Franziska van Almsick und Claudia Pechstein.[80]

Zu den größten Sportstätten der Stadt gehören das Olympiastadion mit 74.200 Plätzen,[81] das Stadion An der Alten Försterei mit 19.000 Plätzen, die O2 World mit maximal 17.000 Plätzen, das Velodrom mit maximal 12.000 Plätzen und die Max-Schmeling-Halle mit bis zu 11.900 Plätzen.


Infrastruktur

Entwicklung des Modal Split in Berlin[82]
Verkehrsmittel 1992 1998 2008
Öffentlicher Verkehr 31 % 27 % 26 %
Motorisierter Individualverkehr 35 % 38 % 32 %
Fahrrad 7 % 10 % 13 %
Zu Fuß 27 % 25 % 29 %

Öffentlicher Verkehr

Die Bedeutung des motorisierten Individualverkehrs hat in Berlin abgenommen, während der Fahrradverkehr an Bedeutung gewinnen konnte. Die Abnahme des Anteils des Fußgängerverkehrs konnte gestoppt werden, während der öffentliche Verkehr weiter leicht verlor. Von politischer Seite ist beabsichtigt, Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehr in den nächsten Jahren zu fördern, während der Anteil des Automobilverkehrs weiter gesenkt werden soll.

Am 28. Mai 2006 wurden der neue Hauptbahnhof als zentraler Berliner Bahnhof und im Zusammenhang damit der Tiergartentunnel, die Fernbahnhöfe Gesundbrunnen und Südkreuz sowie die Regionalbahnhöfe Potsdamer Platz (unterirdisch), Jungfernheide und Lichterfelde Ost in Betrieb genommen. Damit erhielt der Regional- und Fernverkehr der Bahn gemäß dem sogenannten Pilzkonzept zusätzlich zu der in Ost-West-Richtung angelegten Stadtbahn eine unterirdische Regional- und Fernverkehrsverbindung in Nord-Süd-Richtung. Der Umstieg zwischen Nord-Süd-Tiergartentunnel und West-Ost-Stadtbahn erfolgt am Hauptbahnhof. Züge, die Berlin aus nördlichen oder südlichen Richtungen erreichen, fahren seitdem meist über die neue Nord-Süd-Trasse von Lichterfelde Ost über Südkreuz, Potsdamer Platz, Hauptbahnhof über die Überführungen nach Gesundbrunnen oder Richtung Westen über Jungfernheide nach Spandau.

Dem innerstädtischen öffentlichen Personennahverkehr dienen 15 S-Bahn-Linien (betrieben von der S-Bahn Berlin GmbH) sowie neun U-Bahn-, 23 Straßenbahn-, 150 Bus- und sechs Fährlinien (alle betrieben von der BVG). Die Innenstadt wird in Ost-West-Richtung von der als Hochbahn angelegten Stadtbahn durchquert, welche parallel von S-Bahn sowie Regional- und Fernverkehr befahren wird. Sie verbindet den Ostbahnhof mit dem Bahnhof Charlottenburg und passiert dabei unter anderem die Bahnhöfe, Zoologischer Garten, Hauptbahnhof, Friedrichstraße und Alexanderplatz. Auf der Nord-Süd-Achse übernehmen die U-Bahnlinie 9 und die U6 den größten Teil des Fahrgastaufkommens, ergänzt durch die unterirdische Nord-Süd-Trasse der S-Bahn. Diese S-Bahn-Trasse kreuzt am Bahnhof Friedrichstraße die Stadtbahn. Vervollständigt wird der Bahnverkehr durch die Ringbahn, welche die Innenstadt einschließt. Alle anderen Linien kreuzen diese Trassen. Die Barrierefreiheit der Bahnhöfe wird seit 1992 zunehmend gewährleistet.[83]

Das Stadtbusnetz gliedert sich in Expressbusse (Buchstabe X), MetroBusse (Buchstabe M) und Stadtbusse (mit dreistelliger Nummer). Ähnlich dazu gibt es die MetroTram (Buchstabe M) und Straßenbahn (zweistellige Nummer). Nachtbusse haben als Linienbezeichnung ein N vor der Liniennummer, Metro-Linien (sowohl Busse als auch Straßenbahnen) fahren auch nachts. In den Nächten vor Sonnabenden, Sonn- und Feiertagen fahren zusätzlich fast alle S- und U-Bahnlinien durchgehend, bei der S-Bahn teilweise mit veränderter Streckenführung. Der Bus-Fernverkehr zu deutschen und europäischen Zielen wird über den Zentralen Omnibus-Bahnhof am Funkturm (ZOB) abgewickelt. Gegenüber dem Messegelände gelegen, ist er direkt über den Berliner Stadtring (A 100) erreichbar und mit dem ÖPNV durch Bus-, U- und S-Bahnlinien verbunden.

Im Berliner Taxigewerbe waren im Dezember 2008 etwa 3100 Unternehmen tätig, über drei Viertel davon mit nur einem Fahrzeug.[84] Berlin hatte im Januar 2012 rund 7600 Taxis[85] und ist damit die Stadt mit den meisten Taxis in Deutschland. In Berlin gibt es keine Farbfreigabe und keine Zulassungsbeschränkung der Konzessionen.[86]


Straßennetz

Datei:Berlin Straßenverkehr Übersichtskarte.png
Übersichtskarte des Berliner Verkehrsnetzes

Die Innenstadt wird von Westen her von einem Autobahnhalbkreis (A 100 – Berliner Stadtring) umgeben, der langfristig zu einem Ring vervollständigt werden soll und eine reine Stadtautobahn darstellt. Rund um Berlin verläuft die Autobahn A 10 (E 55 – Berliner Ring). Die A 100 beim Dreieck Funkturm ist der meistbefahrene Autobahnabschnitt in Deutschland.

Von der A 100 aus führen innerhalb des Stadtgebiets mehrere Autobahnabschnitte in Richtung Berliner Ring. Die A 111 (E 26) führt in nach Nordwesten in Richtung Hamburg und Rostock. Die A 113 in Richtung Südosten (nach Dresden und Cottbus) beginnt am Dreieck Neukölln und führt zum Schönefelder Kreuz (A 10) und bindet den in Bau befindlichen Flughafen Berlin Brandenburg an das Autobahnnetz an. Die A 115 (E 51) erstreckt sich nach Südwesten (Richtung Hannover und Leipzig). Deren nördliches, gerades Teilstück wird umgangssprachlich AVUS genannt.

Zusätzlich hierzu gibt es im Norden der Stadt noch die A 114 von der Prenzlauer Promenade im Bezirk Pankow zur A 10 in Richtung Stettin. Die nur wenige Kilometer lange ehemalige A 104, die im Südwesten der Stadt den Berliner Stadtring (A 100) nach Süden hin mit Berlin-Steglitz verbindet, wurde inzwischen zur Autostraße herabgestuft. Die A 103 (Westtangente), auf der die Bundesstraße 1 verläuft, verbindet den Berliner Stadtring – von einem weiter östlich gelegenen Anschluss – nach Südwesten hin mit dem Steglitzer Kreisel in Richtung Potsdam.

Die historische Mitte Berlins wird vom Innenstadtring umschlossen, der abgesehen von der Invalidenstraße im nordwestlichen Abschnitt bereits komplett ausgebaut ist. Dort soll der Ausbau bis 2013 erfolgen.[87][88] Ferner verlaufen durch Berlin die Bundesstraßen 1, 2, 5, 96, 96a, 101, 109 und 158.

Die Berliner Straßen sind nach zwei verschiedenen Hausnummerierungssystemen nummeriert. Bis 1929 wurde die rundlaufende Hufeisennummerierung verwendet, seitdem die im Zickzack verlaufene Orientierungsnummerierung. Da nicht zuletzt wegen der politischen Umbrüche zahlreiche Berliner Straßen umbenannt wurden und diese Änderungen ab 1929 oftmals zur Einführung der Orientierungsnummerierung in der betreffenden Straße genutzt wurden, sind heute beide Systeme in Gebrauch.


Im Vergleich mit einigen anderen deutschen Städten hat Berlin mit 3,14 Einwohnern pro privatem Pkw die niedrigste Pkw-Dichte.[84]

Fahrradverkehr

In Berlin gibt es neben einer Vielzahl von angelegten Radwegen, Fahrradstreifen und ersten Fahrradstraßen auch überregionale Radfernwege wie den Radweg Berlin–Kopenhagen, den Radfernweg Berlin–Usedom und den Europaradwanderweg R1. Entlang dem früheren Verlauf der Berliner Mauer führt der Berliner Mauerweg. Mehrere tausend Mietfahrräder können im Zentrum kurzfristig per Telefonanruf oder (mobilem) Internet ausgeliehen werden. Der Anteil des Fahrradverkehrs am Gesamtaufkommen des Verkehrs in Berlin betrug 2009 etwa 15 Prozent.[89]

Flugverkehr

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Lage der Berliner Flughäfen

Seit 31. Oktober 2008 gibt es mit dem Flughafen Tegel (IATA-Code: TXL) nur noch einen aktuell betriebenen Flughafen auf dem Gebiet der Stadt Berlin. Der Zentralflughafen Tempelhof (THF) wurde am 30. Oktober 2008 geschlossen. Der kurz hinter der Berliner Stadtgrenze gelegene Flughafen Berlin-Schönefeld (SXF) gehört zwar zum Land Brandenburg, wird aber oftmals als Berliner Flughafen gezählt.

Südlich an das Gebiet des aktuellen Flughafens Berlin-Schönefeld angrenzend, wird derzeit der neue Großflughafen Berlin Brandenburg (BER) errichtet, der im März 2013 eröffnet werden soll. Damit sollen dann gleichzeitig auch die Flughäfen Tegel und Schönefeld geschlossen werden.

Binnenschifffahrt

Berlin liegt im Zentrum des Bundeswasserstraßengebietes Ost. Die Stadt wird wasserseitig auf mehreren Wegen erschlossen, der Binnenschifffahrt stehen von und nach Berlin drei Wasserstraßen zur Verfügung. Dabei kommt der Verbindung über Havel, Elbe-Havel-Kanal und Mittellandkanal zu Elbe und Nordsee beziehungsweise Weser und Rhein die größte Bedeutung zu. Außerdem verbindet die Havel-Oder-Wasserstraße Berlin mit der unteren Oder und der Ostsee. Beschränkt ausgebaut und weniger stark frequentiert ist auch die Spree-Oder-Wasserstraße als Verbindung über die Spree zur oberen Oder und nach Schlesien.

Datei:Karte der Berliner Wasserstraßen.png
Binnenwasserstraßen in Berlin

Zum Warenumschlag können drei Hafenanlagen genutzt werden: der Hafen Neukölln, der Südhafen Spandau sowie der Westhafen. Letzterer liegt in Moabit am Nordrand der Berliner Innenstadt und ist von allen drei Häfen der größte und bedeutendste. Seine Anlagen umfassen auch ein Fracht- und Logistikzentrum, das den Warenumschlag zwischen Binnenschiff, Eisenbahn und Lastwagen ermöglicht. Betrieben werden die Häfen von der BEHALA. Der frühere Osthafen wird inzwischen als Medienstandort genutzt und hat seine Hafenfunktion verloren.

Wasserversorgung

Die Wasserversorgung Berlins wird durch die neun Wasserwerke Beelitzhof, Friedrichshagen, Kaulsdorf, Kladow, Spandau, Stolpe, Tegel, Tiefwerder und Wuhlheide sichergestellt, die von der Berliner Wasserbetriebe (AöR) betrieben werden. Der Wasserverbrauch der Stadt ist nach der Wiedervereinigung vor allem im Ostteil der Stadt deutlich zurückgegangen. Aufgrund der geringeren Grundwasserentnahme kam es in weiten Teilen des Urstromtals zu einem deutlichen Anstieg des Grundwasserspiegels. Vor allem in der Nähe der Wasserwerke verursachte dies Vernässungsschäden an Gebäuden.[90] Pro Tag werden durchschnittlich 585.000 m³ Trinkwasser bereitgestellt und rund 602.000 m³ Abwasser abgeleitet.[91][92] Über das rund 9500 km lange Kanalsystem gelangen die Abwasser in sechs Großklärwerke.[93]

Energieversorgung

Kraftwerke in Berlin und Umgebung

Die Energieversorgung von Berlin verfügt über einige Besonderheiten. Im Zweiten Weltkrieg wurde geplant, Berlin über eine als Erdkabel ausgeführte Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vom Kraftwerk Vockerode bei Dessau zu speisen. Mit dem Bau dieser Anlage wurde 1943 begonnen, sie ging aber bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr in Betrieb (Elbe-Projekt).

Während der Zeit der Teilung war West-Berlin vom Stromnetz des Umlandes abgeschnitten. Die Stromversorgung musste über im Stadtgebiet gelegene thermische Kraftwerke wie das Kraftwerk Reuter-West, das Kraftwerk Wilmersdorf und andere erfolgen. Zur Pufferung der Lastspitzen waren in manchen dieser Kraftwerke ab den 1980er-Jahren Akkumulatoren installiert, die über Umrichter mit dem Stromnetz verbunden waren und während Schwachlastzeiten geladen und während Starklastzeiten entladen wurden.[94]

Erst 1993 wurde die 1951 unterbrochene Leitungsverbindung mit dem Umland wieder hergestellt. In den Westbezirken Berlins sind fast alle Stromleitungen als Erdkabel ausgeführt, nur eine 380-kV- und eine 110-kV-Leitung, die vom Kraftwerk Reuter zur Stadtautobahn führen, sind als Freileitung ausgeführt. Durch Berlin verläuft das längste 380-kV-Drehstromkabel in Deutschland, die 380-kV-Transversale Berlin. Sie dürfte die teuerste Stromleitung in Deutschland sein, allein auf Grund ihrer hohen Kapazität benötigt sie zum Betrieb eine kapazitive Blindleistung von 110 MVar.[95]

Wissenschaft und Bildung

Hochschulen und Forschung

Berlin besitzt eine hohe Konzentration von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen. In der Stadt studieren an insgesamt 31 Universitäten und Hochschulen, darunter vier Kunsthochschulen, rund 135.000 Studenten.[96] Die vier Berliner Universitäten stellen gemeinsam etwa 100.000 Studenten (Stand: WS 2008/2009). Es sind die Humboldt-Universität zu Berlin mit rund 27.000 Studenten (ohne Charité), die Freie Universität Berlin mit rund 31.500 Studenten (ohne Charité), die Technische Universität Berlin mit rund 27.000 Studenten sowie die Universität der Künste Berlin mit etwa 4500 Studenten. An der Charité studieren rund 7.200 Studenten.

Die Medizinischen Fakultäten der Freien Universität und der Humboldt-Universität wurden 2003 zur Charité – Universitätsmedizin Berlin zusammengefasst. Seitdem ist diese mit ihren vier Standorten die größte medizinische Fakultät Europas.

Im Rahmen der Exzellenzinitiative wurde die Freie Universität Berlin am 19. Oktober 2007 in der dritten Förderlinie ausgezeichnet. Mit dem Erfolg ihres Zukunftskonzepts „International Network University“ zählt sie somit zu den neun deutschen Eliteuniversitäten.

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Die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften

Jährlich werden rund 1,8 Milliarden Euro öffentliche Fördermittel in Wissenschaft und Forschung investiert, über 13 Prozent der Patentanmeldungen der Wissenschaft in Deutschland kommen aus Berlin. Über 50.000 Beschäftigte lehren, forschen und arbeiten an den über 70 außeruniversitären öffentlich finanzierten Forschungseinrichtungen. Auch die großen nationalen Forschungsorganisationen Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft sind mit mehreren Instituten vertreten, ebenso verschiedene Bundesministerien mit insgesamt acht Forschungsinstituten. Die meisten Einrichtungen der Wissenschaft konzentrieren sich an den Standorten in Buch, Charlottenburg, Dahlem, Mitte sowie am Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof.

In Berlin finden sich auch Niederlassungen verschiedener privater Hochschulen und Lehrinstitute wie der Mediadesign Hochschule, der Games Academy und des QANTM Institutes.

Schulsystem

Berlin hat eine sechsjährige Grundschule und seit 2010 ein sich anschließendes zweigliedriges Oberschulsystem mit Integrierten Sekundarschulen und Gymnasien.[97] Im Schuljahr 2007/2008 gab es in Berlin 744 öffentliche allgemeinbildende Schulen, darunter 396 Grund-, 48 Gesamt-, 54 Haupt-, 62 Realschulen, 97 Gymnasien sowie 87 Sonderschulen. Die Zahl der allgemeinbildenden Privatschulen betrug 101.[98]

Im Februar 2004 wurde ein neues Schulgesetz verabschiedet. Wesentliche Reformen waren die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf 12 Jahre, die Vorverlegung des Einschulungsalters auf fünfeinhalb Jahre und der in der 10. Klasse stattfindende Mittlere Bildungsabschluss, eine schriftliche Prüfung zum Erhalt des Realschulabschlusses. Diese Prüfung wird auch an den Gymnasien abgelegt. Das Zentralabitur wurde in den Fächern Deutsch, Mathematik und den Fremdsprachen eingeführt sowie die Pressefreiheit für Schülerzeitungen garantiert.

Im Rahmen eines seit den 1990er Jahren in Berlin bestehenden Schulversuchs ist es an 13 Gymnasien mit „Schnellläuferprogramm“ möglich, das Abitur ein Jahr schneller abzulegen, das heißt, seit dem Inkrafttreten des neuen Schulgesetzes nach elf Jahren. Seit dem Schuljahr 2008/2009 wird im Rahmen einer Pilotphase das Modell der Gemeinschaftsschule erprobt.


Bibliotheken

Die Staatsbibliothek zu Berlin mit über 10 Millionen Druckschriften ist die größte wissenschaftliche Universalbibliothek im deutschen Sprachraum. Weitere große wissenschaftliche Bibliotheken sind die Universitätsbibliothek der Freien Universität, die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität und die Zentralbibliothek der TU und UdK. Zur Zentral- und Landesbibliothek Berlin gehört die Amerika-Gedenkbibliothek, ein Geschenk der USA an die Berliner nach der überstandenen Blockade 1948/1949.

Die Berliner Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin stellt mit ihrem Bestand (ca. 400.000 Bände zur europäischen Kunstgeschichte von der Spätantike bis zur Gegenwart, rund 1400 internationale Zeitschriften) eine der bedeutendsten kunstwissenschaftlichen Spezialbibliotheken in Deutschland dar.

Mit dem Förderprogramm Bibliotheken im Stadtteil (BIST) soll im Zeitraum 2007 bis 2015 auch die dezentrale Versorgung der Bevölkerung gewährleistet werden.[99]

Berlin in der Kunst

Filme

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Wim Wenders hat zwei Berlin-Filme geschaffen und fungiert seit 1996 als Präsident der Europäischen Filmakademie in Berlin


Auswahl von Filmen, die in Berlin spielen oder von Berlin handeln:

Musik

Die in Berlin geborene Filmschauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich


Vor allem seit der Entwicklung Berlins zur Millionenstadt Ende des 19. Jahrhunderts entstanden und entstehen bis heute in der Populärkultur eine Vielzahl von Liedern, die Berlin und das Leben in der Stadt, häufig in ihrem zeitgenössischen Kontext, darstellen.[101] Das bekannteste Lied ist wohl Berliner Luft, das Paul Lincke 1899 für die Operette Frau Luna schrieb und das mitunter anstelle einer echten Landeshymne gespielt wird. Ein weiteres bekanntes Lied ist das 1951 von Conny Froboess gesungene Pack die Badehose ein, das die Nachkriegsstimmung im West-Berlin der Wirtschaftswunderjahre widerspiegelt.

Die Teilung Berlins führte bis 1990 auch zu ganz unterschiedlichen Liedern über die Stadt. Während in West-Berliner Titeln, beispielsweise in Liedern der Einstürzenden Neubauten, etwa die Umbrüche in der Stadt in den 1970er und 1980er Jahren zum Ausdruck kamen, wurde bei Ost-Berliner Bands gelegentlich, wenn auch nur implizit, die Teilung der Stadt thematisiert, so zum Beispiel Citys Wand an Wand, das 1987 zum 750-jährigen Stadtjubiläum geschrieben wurde.

Auszeichnungen und Ehrentitel Berlins

  • Im Februar 1979 verlieh der Weltfriedensrat anlässlich einer Tagung in Ost-Berlin den Ehrentitel Stadt des Friedens an Berlin. Ab 1986 wurde an einem Wohnblock im Nikolaiviertel mit einer Plakette darauf aufmerksam gemacht.
  • Im November 2005 zeichnete die UNESCO Berlin als die erste Stadt in Europa mit dem Titel Stadt des Designs aus[102]
  • Im Jahre 2009 erhielt Berlin den mit 50.000 Euro dotierten spanischen Prinz-von-Asturien-Preis für Eintracht aus Anlass des zwanzigjährigen Jubiläums der friedlichen Revolution von 1989.[103]

Siehe auch

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 Portal:Berlin – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Berlin

Literatur

  • Udo Arnold: Preußen und Berlin. Lüneburg 1981.
  • Horst Bosetzky, Jan Eik: Das Berlin-Lexikon. Jaron Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-932202-57-0.
  • Jacob Hein: Gebrauchsanweisung für Berlin. Vollständig überarbeitete Neuausgabe. Piper, München 2009, ISBN 978-3-492-27576-7.
  • Dieter Hoffmann-Axthelm: Osten Westen Mitte – Spaziergänge durch das neuere Berlin. edition.fotoTAPETA, Berlin 2011, ISBN 978-3-940524-14-0.
  • Stefan Krätke: Berlin – Stadt im Globalisierungsprozess. In: Geographische Rundschau. 56 (4), 2004, ISSN 0016-7460, S. 20–25.
  • Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Geschichte Berlins. 2 Bde. 3. Auflage. Berlin 2002. (Veröffentlichungen der Historischen Kommission zu Berlin, Standardwerk anlässlich des 750-Jahre-Jubiläums)
  • Susanne Stemmler, Sven Arnold (Hrsg.): New York – Berlin, Kulturen in der Stadt. Wallstein, 2008, ISBN 978-3-8353-0328-7.
  • Reimer Wulf (Fotos), Karl Kessler (Texte): Über den Dächern des Neuen Berlin, Luftaufnahmen-Dokumentation, 200 S., Herbig, München 2004, ISBN 3-7766-2403-5.

Weblinks

Datei:Berlin night.jpg
Berlin bei Nacht
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Wikiquote: Berlin – Zitate
Wikibooks Wikibooks: Berlin-Fremdenführer – Lern- und Lehrmaterialien
 Wikisource: Berlin – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 31. Dezember 2014 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 26. September 2015 (PDF-Datei).
  2. Zuwanderer und Einwohner Berlins nach Staatsangehörigkeit auf berlin.de
  3. Arbeitslosenquoten im Mai 2013 – Länder und Kreise. In: arbeitsagentur.de. Bundesagentur für Arbeit, abgerufen am 29. Mai 2013.
  4. Revealed: Cities that rule the world – and those on the rise (englisch), CNN. Abgerufen am 14. April 2010.
  5. Leading cities in cultural globalisations/Media (englisch), GaWC, abgerufen am 14. April 2010.
  6. A wild art scene now stays within the lines, (englisch), Los Angeles Times, abgerufen am 14. April 2010.
  7. Berlin, the big canvas (englisch), International Herald Tribune, abgerufen am 16. April 2010.
  8. Senatsverwaltung Berlin (Hrsg.): Berliner Umweltatlas. Ausgabe 1993/2001. Abgerufen am 16. April 2010.
  9. Senatsverwaltung Berlin (Hrsg.): Berliner Umweltatlas. Ausgabe 2008. Abgerufen am 16. April 2010.
  10. Senatsverwaltung Berlin (Hrsg.): Stadtbäume: Übersichten der Bestandsdaten. Abgerufen am 16. April 2010.
  11. Groß-Berlin-Gesetz.
  12. Suche nach zuständigem Finanzamt.
  13. Übersicht der deutschen Amtsgerichte.
  14. H.G. Gengler: Regesten und Urkunden zur Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen Städte im Mittelalter. Erlangen 1863, S. 181–196.
  15. Bernd Horlemann (Hg.), Hans-Jürgen Mende (Hg.): Berlin 1994. Taschenkalender, Edition Luisenstadt Berlin, Nr. 01280
  16. 16,0 16,1 16,2 16,3 16,4 Wolfgang Ribbe, Jürgen Schmädeke: Kleine Berlin-Geschichte. Herausgegeben von der Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin in Verbindung mit der Historischen Kommission zu Berlin; Stapp Verlag Berlin 1994, ISBN 3-87776-222-0; Seiten 80–128: Reformzeit, Revolution und Reaktion (1800 bis 1860). Das Ende der friderizianischen Epoche: Berlin in der Phase des Umbruchs
  17. Zum staatsrechtlichen Status siehe: Deutsches Reich#Staatsrechtliche Fragen
  18. Infolge der Besatzung nach dem Zweiten Weltkrieg konnten die originären Hauptstadtfunktionen nicht mehr von Berlin aus ausgeübt werden, weshalb dies von 1949 an provisorisch aus Bonn geschah. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurde „Regierungssitz“ meist jedoch mit „Hauptstadt“ gleichgesetzt und Bonn nur selten – staatsrechtlich korrekt – als „provisorischer Regierungssitz“ bezeichnet.
  19. Gerundete Zahlen, zusammengestellt aus:
    Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Geschichte Berlins. Band II. Von der Märzrevolution bis zur Gegenwart. C. H. Beck, München 1987, S. 692–697.
    Otto-Friedrich Gandert, Berthold Schulze, Ernst Kaeber und andere (Hrsg.): Heimatchronik Berlin. Archiv für deutsche Heimatpflege, Köln 1962, S. 427.
    Max Mechow: Die Ost- und Westpreußen in Berlin. Ein Beitrag zur Bevölkerungsgeschichte der Stadt. Haude & Spener, Berlin 1975, S. 112/113.
    Königliches statistisches Bureau (Hrsg.): Statistisches Handbuch für den preußischen Staat. Verlag des königlichen statistischen Bureaus, Berlin 1898, zur Muttersprache S. 128/129, zum Ausländeranteil S. 114/115.
  20. [1] (Link nicht mehr abrufbar) →Statistiken, →Bevölkerung, →Wanderungen; [2] (Link nicht mehr abrufbar), S. 54
  21. 21,0 21,1 Großstadt ohne Größenwahn. In: Der Spiegel. Nr. 12, 2007, S. 22–38 (19. März 2007, online).
  22. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Bevölkerungswanderungen. Abgerufen 19. August 2010.
  23. Homepage der Integrationsbeauftragten (erneuert: 2. Juni 2007). Abgerufen am 16. April 2010.
  24. Statistisches Landesamt Berlin. (Link nicht mehr abrufbar) Abgerufen am 16. April 2010.
  25. Statistik Berlin-Brandenburg, Tabelle 01.33 (Link nicht mehr abrufbar)
  26. Bericht vom Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit Stand vom 31. Dezember 2010
  27. Yonis Ayeh: ISD Online • Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. Isdonline.de. Abgerufen am 15. September 2011.
  28. http://www.statistik-be/ rlin-brandenburg.de/statis/login.do?guest=guest&db=EWRBEE
  29. http://www.statistik-berlin-brandenburg.de/Publikationen/Stat_Berichte/2012/SB_A01-05-00_2011h02_BE.pdf
  30. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg: Statistischer Bericht - Melderechtlich registrierte Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2010. (PDF-Datei, abgerufen am 1. September 2011.)
  31. Berlin will illegalen Einwanderern helfen. In: Der Tagesspiegel,23. Februar 2009.
  32. Die Roma von Berlin-Neukölln. In: Die Welt. vom 28. September 2010.
  33. 33,0 33,1 Evangelische Kirche in Deutschland: Kirchenmitgliederzahlen am 31. Dezember 2010. EKD, 2011, (PDF; 0,45 MB) Abgerufen am 10. März 2012.
  34. 34,0 34,1 Amt für Statistik Berlin Brandenburg: Die kleine Berlin-Statistik 2010. (PDF-Datei). Abgerufen am 4. Januar 2011.
  35. Tabelle 11; die tatsächliche Anzahl von Muslimen kann anhand dieser Gesamtzahl, die auch Angehörige anderer Religionen (z. B. Minderheiten aus den Herkunftsstaaten, Deutsche mit einseitigem Migrationshintergrund) und Nichtreligiöse einschließt, nur geschätzt werden.
  36. Statistisches Jahrbuch für Berlin 2010. Abgerufen am 10. März 2012.
  37. Statistisches Jahrbuch für Berlin 2011. Abgerufen am 10. März 2012.
  38. Herzlich willkommen! | Humanistischer Verband Berlin Brandenburg
  39. Grafik 10
  40. Jahrbuch 2010 (Link nicht mehr abrufbar) auf www.statistik-berlin-brandenburg.de, Tabelle 01.08
  41. Zahlen, auf www.tempelhof-evangelisch.de
  42. Kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Andreas Statzkowski zu Staatsdonationen, abgerufen am 8. Juni 2010.
  43. Altlutherische Gemeinden in Berlin, abgerufen am 16. April 2010.
  44. Alt Katholiken / Gemeinde Berlin, abgerufen am 16. April 2010.
  45. Proteste bei Eröffnung von Scientology. In: Der Tagesspiegel. vom 14. Januar 2007. Abgerufen am 16. April 2010.
  46. Diplomatic Berlin (englisch). Deutschland Online, abgerufen am 19. Mai 2010.
  47. Allgemeines Zuständigkeitsgesetz AZG Berlin, § 9 (PDF (Link nicht mehr abrufbar), 224 kByte). Abgerufen am 16. April 2010.
  48. Haushalt und Finanzen Berlins Senatsverwaltung Finanzen, abgerufen am 16. April 2010.
  49. Vorläufiger Jahresabschluss 2006, PDF, 73 kB, Senatsverwaltung Finanzen, abgerufen am 16. April 2010.
  50. Europäische Strukturfonds in Berlin 2007–2013 Berlin.de, abgerufen am 29. Mai 2010.
  51. Berlins finanzielle Schieflage verschärft sich. In: Berliner Morgenpost, abgerufen am 16. April 2010.
  52. Städtepartnerschaften von Berlin, www.berlin.de, abgerufen am 9. Oktober 2010.
  53. Konjunkturdaten, Berlin.de, abgerufen am 9. Juni 2010
  54. Eurostat: Regional GDP per inhabitant 2007. Abgerufen am 15. Mai 2012.
  55. Arbeitslosigkeit sinkt auf niedrigsten Stand seit 20 Jahren In: Berliner Morgenpost, abgerufen am 3. Oktober 2011.
  56. Der Tagesspiegel, 23. August 2011, Nr. 21 074, S. 11, Artikel „Zahlen zu den Wahlen“.
  57. Berliner Wirtschaft in Zahlen 2011 Top 100 Arbeitgeber in Berlin (PDF-Datei; 1,6 MB) (Link nicht mehr abrufbar), abgerufen am 17. August 2011).
  58. Das beste Tourismusjahr aller Zeiten. Berliner Morgenpost. 25. Februar 2011. Abgerufen am 24. November 2011.
  59. tourismuspresse.at: Kongressland Österreich weiterhin ganz vorne, Pressemeldung, 3. Oktober 2011, Zugriff am 6. Mai 2012
  60. IHK Berlin: http://www.berlin.de/imperia/md/content/senatsverwaltungen/senwaf/publikationen/wfaktor_tourismus.pdf?start&ts=1280754497&file=wfaktor_tourismus.pdf Wirtschaftsfaktor Tourismus], Berlin 2009, Zugriff am 6. Mai 2012/
  61. Berlin.de: Medizin und Medizintechnik in Berlin (Link nicht mehr abrufbar)
  62. 2. Kulturwirtschaftsbericht Berlin
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  71. Naturschutzgebiete, Übersicht Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, abgerufen am 16. Mai 2010.
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  85. Info: Taxigewerbe in Berlin. Berliner Morgenpost, 19. Januar 2012, abgerufen am 15. Februar 2012.
  86. Einkommensteuerrecht: Taxigewerbe: Schätzung und Benennungsverlangen. In: Urteil des Dritten Senats, 3 K 13/09. Finanzgericht Hamburg, 7. September 2010, abgerufen am 31. März 2012: „In Hamburg wird die Zahl der Taxikonzessionen, wie auch in Berlin, aber im Unterschied zu allen anderen deutschen Kommunen, nicht beschränkt.“
  87. Neue Invalidenstraße – es wird geplant und geklagt
  88. Berlin Hauptbahnhof – Das Vorhaben
  89. Berliner fahren weniger Auto, Der Tagesspiegel, abgerufen am 21. Mai 2010.
  90. Grundwasseranstieg. Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, abgerufen am 12. November 2011 (deutsch).
  91. Wasserwerke, Berliner Wasserbetriebe, abgerufen am 16. Mai 2010.
  92. Abwasserbeseitigung. In: Berlin.de, das offizielle Hauptstadtportal. Umweltportal – eine Kooperation der Berliner Umweltämter, der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, archiviert vom Original am 13. Februar 2011, abgerufen am 13. Februar 2011 (deutsch).
  93. Das Kanalnetz. Berliner Wasserbetriebe, archiviert vom Original am 18. April 2011, abgerufen am 18. April 2011 (deutsch).
  94. Batteriespeicheranlage in Berlin Abgerufen am 16. Mai 2010.
  95. Stromanbieter in Berlin, steckdose.de, abgerufen am 3. November 2011.
  96. Wirtschaftsstandort Berlin, Tagesspiegel, abgerufen am 16. Mai 2010.
  97. www.berlin.de: Schulreform, abgerufen am 20. Mai 2010.
  98. Presseinformation der Senatsschulverwaltung Abgerufen am 16. Mai 2010.
  99. Bibliotheken im Stadtteil (BIST) (2007–2015) (Link nicht mehr abrufbar) auf dem Bibliotheksportal.
  100. 24hBerlin
  101. Der Berlin-Song hat echte Konjunktur. In: Die Welt, abgerufen am 16. Mai 2010.
  102. Siehe dazu die Mitteilung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen: [3]
  103. Berlin erhält spanischen Prinz-von-Asturien-Preis, FocusOnline, abgerufen am 16. April 2010.
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Teil 1: Bis „Kultur und Sehenswürdigkeiten – Museen“ 150px Speichern | Informationen  Text der gesprochenen Version (25. November 2006)
Teil 2: Ab „Kultur und Sehenswürdigkeiten – Bauwerke“ 150px Speichern | Informationen  Text der gesprochenen Version (25. November 2006)
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