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Südafrika

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Dieser Artikel behandelt die Republik Südafrika; zum südlichen Teil des afrikanischen Kontinents siehe Südliches Afrika.
Republiek van Suid-Afrika (Afrikaans)

Republic of South Africa (Englisch)
Riphabliki yeSewula Afrika (isiNdebele)
IRiphabliki yaseMzantsi Afrika (isiXhosa)
IRiphabliki yaseNingizimu Afrika (isiZulu)
Rephaboliki ya Afrika-Borwa (Nord-Sotho)
Rephaboliki ya Afrika Borwa (Sesotho)
Rephaboliki ya Aforika Borwa (Setswana)
IRiphabhulikhi yeNingizimu Afrika (Siswati)
Riphabuḽiki ya Afurika Tshipembe (Tshivenda)
Riphabliki ra Afrika Dzonga (Xitsonga)
Republik Südafrika

Flagge Südafrikas
Flagge Wappen
Wahlspruch: ǃke e: ǀxarra ǁke
(ǀXam für: Verschiedene Völker vereint)
Amtssprache Afrikaans, Englisch, Süd-Ndebele, isiXhosa, isiZulu, Nord-Sotho, Sesotho, Setswana, Siswati, Tshivenda, Xitsonga
Hauptstadt Exekutive: Pretoria
Legislative: Kapstadt
Judikative: Bloemfontein
Regierungssitz Pretoria
Staatsform Parlamentarische Republik mit präsidialen und föderalen Elementen
Staatsoberhaupt und Regierungschef Präsident Jacob Zuma
Fläche 1.219.912 km²
Einwohnerzahl 49.991.300 (2010)[1]
Bevölkerungsdichte 41 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt 287.219 Mio. US-Dollar (32.) (2009)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 5.824 US-Dollar (74.) (2009)
Human Development Index 0,683 (129.)
Währung Rand
Unabhängigkeit 31. Mai 1910
Nationalhymne National Anthem of South Africa[2]
Zeitzone UTC +2
Kfz-Kennzeichen ZA
Internet-TLD .za
Telefonvorwahl +27

Die Republik Südafrika ist ein Staat an der Südspitze Afrikas und eine regionale Wirtschaftsmacht. Das Land mit der Hauptstadt Pretoria liegt zwischen 22 und 35 Grad südlicher Breite sowie zwischen 17 und 33 Grad östlicher Länge (ohne Berücksichtigung der Prinz-Edward-Inseln). Im Süden und Südosten grenzt es an den Indischen Ozean und im Westen an den Atlantischen Ozean. Im Norden liegen die Nachbarstaaten Namibia, Botswana und Simbabwe, östlich davon Mosambik und Swasiland. Das Königreich Lesotho ist eine Enklave, wird ergo vollständig von Südafrika umschlossen.

Südafrika ist ein ethnisch sehr gemischtes Land, in dem Menschen aller Hautfarben leben und das aufgrund dieser Vielfalt oft als Regenbogennation bezeichnet wird. Da die verschiedenen Volksgruppen aber nicht immer konfliktfrei nebeneinander lebten, beherrschten ethnische Probleme und Unruhen zwischen der weißen Bevölkerungsminderheit und der schwarzen Mehrheit die Geschichte und Politik des Landes. Die National Party, Partei der meist niederländisch-stämmigen Buren, richtete nach ihrem Wahlsieg im Jahr 1948 das weltweit geächtete System der Apartheid ein, das jedoch schon vorher unter der politischen Führung der britisch-stämmigen Staatsführung ihren Anfang genommen hatte und bis kurz nach der Wahl des gemäßigten Präsidenten Frederick Willem de Klerk Bestand hatte. Die Wende in der Politik im Jahr 1990 wurde durch den jahrelangen Kampf der schwarzen Bevölkerungsmehrheit der Bantu-Völker unter ihrem politischen Führer Nelson Mandela, der auch 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt wurde, erreicht. Ein ungelöstes Problem ist, dass die khoisanide Altschichtbevölkerung, die überwiegend noch als Wildbeuter lebt, heute in ihrem Überleben bedroht ist.

Südafrika ist außerdem eines der wenigen Länder in Afrika, in dem noch nie ein Staatsstreich stattgefunden hat. Freie und geheime Wahlen werden seit Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt, zu gleichen Wahlen wurden sie allerdings erst 1994, als es auch der nicht-weißen Bevölkerung erlaubt wurde zu wählen. Die Wirtschaft des Landes ist die bedeutendste und weitestentwickelte auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.

Geographie

Das Land liegt am südlichsten Rand des afrikanischen Kontinents und hat eine Küstenlinie, die sich über mehr als 2.500 km ausdehnt und an zwei Ozeanen liegt (der Atlantische und der Indische Ozean). Südafrika hat eine Fläche von 1.219.912 km², das entspricht ungefähr dem 3,4-fachen der Fläche Deutschlands. Das Zentralplateau, auch Highveld genannt, liegt in einer Höhe zwischen 900 und 2.000 Metern über dem Meeresspiegel. Der zur Küste abfallende Landgürtel mit einer Breite von 20 bis 250 km wird Great Escarpment (Groot Randkant, Große Randstufe) genannt. Weite Teile des Landes sind geomorphologisch und petrografisch von den Sedimenten des Karoo-Hauptbeckens bestimmt. Im Norden treten besonders im Bushveld-Komplex magmatische Gesteine und bei Barberton sehr alte Metamorphite (Grünsteinfazies, Serpentinite) zu Tage.

Die Drakensberge durchziehen das Land vom Nordosten bis in die Enklave Lesotho im Südosten, wo sie mit dem Thabana Ntlenyana ihren höchsten Punkt (3.482 m) erreichen. Höchster Berg Südafrikas ist der Mafadi mit 3.450 m. Nordwestlich von Bloemfontein erstreckt sich die Kalahari-Wüste durch Botswana bis nach Namibia hinein. Am Kap Agulhas, der Südspitze des Kontinents, treffen sich Atlantik und Indischer Ozean, westlich davon liegt das Kap der Guten Hoffnung (Cape of Good Hope oder Kaap van die Goeie Hoop).

Die meisten Flüsse Südafrikas entspringen in den Drakensbergen und fließen nach Osten in Richtung Indischer Ozean. Der mit 1.860 km längste Fluss, der Oranje, entspringt auch in den Drakensbergen, fließt aber nach Westen und mündet in den Atlantischen Ozean. Die Augrabiesfälle am Oranje nahe Upington haben eine Breite von rund 150 Meter und sind etwa 56 m hoch. Weitere wichtige Flüsse sind der Limpopo, der als Grenzfluss in Nordostrichtung nach rund 1.600 km in den Indischen Ozean mündet, und der Vaal (1.251 km), ein Nebenfluss des Oranje. Die Wasserstände dieser Flüsse schwanken sehr stark.

Zu Südafrika gehören die Prince-Edward-Inseln im südlichen Indischen Ozean. Seine territorialen Ansprüche in der Antarktis und auf die Walfischbucht in Namibia gab Südafrika 1994 auf.

Klima und Vegetation

Datei:Satellite image of Cape peninsula.jpg
Satellitenbild des Kaps der Guten Hoffnung, künstliche Perspektive

Südafrika hat eine große Differenzierung an klimatisch-orographischen Großeinheiten und Vegetationszonen. Sie reichen von extremer Wüste in der Kalahari an der Grenze zu Namibia bis zu subtropischen Wäldern im Südosten und an der Grenze zu Mosambik. An der westlichen Küstenzone herrscht ein arides bis stark maritim geprägtes Klima vor. An der Südküste ist das Klima semiarid bis semihumid, was auf das Aufeinandertreffen des kalten Benguelastroms und des warmen Agulhasstroms am Kap der Guten Hoffnung zurückzuführen ist. Das Klima im Landesinneren ist voll- bis semiarid mit ausgeprägten Merkmalen von Steppenzonen, während die Ostküste durch ein semihumides und ausgesprochen maritimes Klima gekennzeichnet ist. Die Region um Kapstadt weist ein mediterranes Klima auf. Schneebedeckungen sind im Winter der Südhalbkugel nur in den höheren Gebirgen vorhanden.[3]

Durch seine Größe und mehrere Faktoren (Meeresströme, Höhenlage) bedingt, variiert das Klima zwischen den verschiedenen Teilen des Landes. Grundlegend für die Klimaverteilung sind dabei mehrere Faktoren: An der Ostküste fließt der aus dem Indischen Ozean kommende warme Agulhasstrom, der warme und wasserreiche Luft aufsteigen lässt. Diese Wolken entstehen durch komplexe Konvektionsströmungen zwischen Hoch- und Tiefdruckgebieten und regnen sich im Bereich der Ostküste Südafrikas aus. In Richtung des Landesinnern nehmen die Niederschlagsmengen hier jedoch schnell ab. An der Westküste hingegen fließt der kalte, aus antarktischen Gewässern gespeiste Benguelastrom. Zusammen mit den wechselnden Luftdruckverhältnissen führt er an der Westküste zur Wüstenbildung, da den Küstengebieten die Feuchtigkeit entzogen wird.[4]

Die Lage Südafrikas auf der Südhalbkugel führt dazu, dass die Jahreszeiten denen auf der Nordhalbkugel entgegengesetzt sind. Im Winter, zwischen Juni und August, kann in den Drakensbergen, auf dem Highveld und in Johannesburg (1753 m) und Umgebung Schnee liegen, nachts gehen die Temperaturen stark zurück. Tagsüber steigen die Temperaturen auf etwa 23 °C, im Sommer auf 30 °C. Im Boland, der Region um Kapstadt (15 m), herrscht im Winter kühles Klima mit Nieselregen. Von November bis März ist es dort warm bis heiß und trocken. In den Küstengebieten KwaZulu-Natals, unter anderem in Durban (5 m) und entlang der Ostküste, ist die Luftfeuchtigkeit hoch, es weht jedoch meist ein kühlender Wind vom Meer. Die Temperaturen liegen hier ganzjährig etwa zwischen 25 und 35 °C.

Das Plateau im Osten des Landes ist durch warme, aber selten unangenehm hohe Temperaturen gekennzeichnet. In der Karoo-Halbwüste und dem Namaqualand kommt es dagegen zu extrem hohen Temperaturen. Hier liegen die jährlichen Niederschlagsmengen unter 200 mm. Die wenigen Winterregenfälle treten sehr unregelmäßig auf.[5]

Am Westkap weht eine ständige, frische Brise. Die Sommer sind warm und selbst die Winter mild. Die Südküste ist durch ein gemäßigtes Klima charakterisiert. Es überwiegt eine Trockenvegetation mit ausgedehnten Savannengebieten, die im Westen in die Kalahariwüste und das Namaqualand sowie im Südwesten in die Karoo übergehen. Geschlossene Waldbestände finden sich nur im regenstarken Osten und Südosten. Es sind nur kleinere zusammenhängende Flächen vorhanden, die sich entlang der Großen Randstufen erstrecken, beispielsweise in den Amathole-Bergen und den Drakensbergen Natals sowie im Küstenbereich des Ostkaps in der Umgebung von Knysna. Die Sommerregen können in katastrophal auswirkenden Mengen niedergehen, dass es dabei zu erheblichen Bodenerosionen kommt.[6]

Flora und Fauna

Datei:Elephant Kruger 2003.jpg
Afrikanischer Elefant

Südafrika beheimatet mehr als 20.000 verschiedene Pflanzen. In der Fynbos-Region, einem Landstrich in der Provinz Westkap, findet man mehr als 9.000 dieser Arten, die das Gebiet zu einem der ökologisch vielfältigsten Flecken der Erde machen. Viele dieser Arten sind endemisch, also nur in der Kapregion beheimatet. Aus diesem Grund wird diese Region von Botanikern unter dem Namen Capensis als eines der sechs Pflanzenreiche der Erde angesehen. Sie ist mit Abstand das kleinste dieser Pflanzenreiche.

Die Mehrzahl der Pflanzen in Südafrika sind immergrüne Hartlaubgewächse mit feinen, nadelförmigen Blättern. Eine weitere typische Pflanze ist die Protea, die zu den Blütenpflanzen gehört und von denen es etwa 130 verschiedene Arten im Land gibt.

Während es in Südafrika eine große Vielzahl an Blütenpflanzen gibt, sind Wälder sehr selten zu finden. Nur etwa ein Prozent der Gesamtfläche ist Waldgebiet, das sich fast ausschließlich in der humiden Küstenebene entlang des Indischen Ozeans in KwaZulu-Natal befindet. Heute bestehen die Wälder überwiegend aus importierten Baumarten, wie zum Beispiel Eukalyptus und Kiefer. Der ursprünglich vorhandene Wald, der von den europäischen Siedlern bei ihrer Ankunft vorgefunden wurde, wurde weitgehend abgeholzt. Reste davon befinden sich beispielsweise im Auckland Nature Reserve bei Hogsback. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurden südafrikanische Hartholzbäume wie die Breitblättrige Steineibe, der Stinkwood (Ocotea bullata) und der Black Ironwood (Olea laurifolia) von der Regierung unter Naturschutz gestellt. Damit soll auch der Fortbestand des Kappapageis gesichert werden. Diese Langflügelpapageienart gilt als der seltenste afrikanische Großpapagei und kommt nur noch in den stark fragmentierten Steineibenwäldern Südafrikas vor.[7]

Im sehr heißen und trockenen Namaqualand nahe der Westküste gibt es verschiedene Arten von wasserspeichernden Sukkulenten wie Aloe und Euphorbia. Die vorherrschende Vegetation im Landesinneren ist das Grasland, das besonders auf dem Highveld zu finden ist. Hier dominieren verschiedene Gräser, niedrige Sträucher und Akazien. Die Vegetation wird in Richtung Nordwesten spärlicher, was an den geringen Niederschlagsmengen liegt. Die Gras- und Dornsavanne östlich der Kalahari-Wüste wandelt sich im Verlauf nach Nordosten hin zu einer Feuchtsavanne mit dichterem Bewuchs. In der Gegend um das nördliche Ende des Kruger-Nationalparks gibt es besonders viele Affenbrotbäume.

Die artenreiche Tierwelt kann in Hunderten kleiner Wildschutzgebieten und den großen Nationalparks, von denen der Kruger-Nationalpark der größte ist, beobachtet werden. In Südafrika sind mehr als 300 Säugetierarten, mehr als 500 Vogelarten, mehr als 100 Reptilienarten sowie zahlreiche Insektenspezies zu Hause. Südafrika ist Heimat sehr vieler Großtierarten, darunter die afrikanischen „Big Five“, die unter Jägern einst am meisten gefürchteten fünf Großwildarten: Löwe, Leopard, Büffel, Elefant und Nashorn. Dabei sind die Nashörner durch Breitmaulnashorn und Spitzmaulnashorn vertreten. Vor allem die Savannen im Norden werden von zahlreiche Antilopenarten wie Impala, Kudu, Nyala, Streifengnu oder Wasserbock besiedelt. Darüber hinaus kommen hier zahlreiche weitere Großtierarten wie Giraffen, Flusspferde, Buschschweine, Warzenschweine, Steppenzebras, Geparde, Hyänen und Wildhunde vor. Neben dem Krüger-Nationalaprk zählen der Hluhluwe-Umfolozi-Park und der Addo-Nationalpark zu den bekanntesten Nationalparks. In den Steppengebieten des Südens, der sogenannten Karoo, kommen einige Arten vor, die in den Savannengebieten des Nordens fehlen. Dazu zählen Weißschwanzgnus, Blessböcke und Bergzebras. Einst kam hier auch das ausgestorbene Quagga und der Blaubock vor. Die verbliebene typische Kapfauna findet man heute etwa im Bergzebra-Nationalpark. In den Halbwüstengebieten der Kalahari, die im Nordosten nach Südafrika hineinreicht, sind Spießböcke und Springböcke charakteristisch. Sie werden zusammen mit anderen Arten, wie Löwen und Geparden etwa im Kalahari-Gemsbok-Nationalpark geschützt. Unter den Vögeln Südafrikas sind Strauße, Flamingos und zahlreiche Raubvögel zu nennen. Des Weiteren leben etwa 170.000 wilde Brillenpinguine an den Küsten sowie auf den Inseln und stehen unter strengem Naturschutz.


Bevölkerung

Datei:South-africa-demography.svg
Bevölkerungsentwicklung in Südafrika
Datei:South Africa population density map.svg
Bevölkerungsdichte Südafrikas im Jahr 2001:
  • <1 Einwohner/km²
  • 1–3 Einwohner/km²
  • 3–10 Einwohner/km²
  • 10–30 Einwohner/km²
  • 30–100 Einwohner/km²
  • 100–300 Einwohner/km²
  • 300–1000 Einwohner/km²
  • 1000–3000 Einwohner/km²
  • >3000 Einwohner/km²
  • Südafrika ist ein multikulturelles Land, obwohl immer noch die Folgen der Apartheid zu finden sind und die Bevölkerungsgruppen häufig getrennt leben.

    Bis zum Jahr 1991 teilte die südafrikanische Verfassung die Bevölkerung in vier große Klassen: Schwarze, Weiße, Farbige und Asiaten. Obwohl es diese Einteilung im Gesetz heute nicht mehr gibt, sehen sich viele Südafrikaner immer noch als Zugehörige einer dieser Klassen und auch offizielle staatliche Statistiken benutzen noch diese Kategorien.[8] Die Afrikaner bzw. Schwarzen stellen etwa 79,4 % der gesamten Bevölkerung und sind wiederum in unterschiedliche Volksgruppen unterteilbar. Die größten dieser Gruppen sind die Zulu, Xhosa, Basotho, Venda, Tswana, Tsonga, Swazi und Ndebele.[9] Außerdem leben einige Millionen Flüchtlinge, vor allem aus Simbabwe, illegal in Südafrika.[10]

    Der Anteil der Weißen an der Gesamtbevölkerung beträgt 9,2 %; hauptsächlich sind es Nachfahren niederländischer, deutscher, französischer und britischer Einwanderer, die ab Mitte des 17. Jahrhunderts nach Südafrika immigrierten. Das Land hat damit die größte europäisch-stämmige Bevölkerung des Kontinents. Die Zahl der Weißen nimmt seit den 1990er-Jahren kontinuierlich ab, fast eine Million haben das Land inzwischen verlassen.[11]

    Die sogenannten Farbigen sind Einwohner unterschiedlicher ethnischer Herkunft, meist Nachkommen der ersten europäischen Siedler, deren Sklaven und der ursprünglich in Südafrika lebenden Völker. Der Begriff Farbige ist ein Hinweis auf die Bedeutung, die Kolonialismus und Apartheid der Hautfarbe zugewiesen haben. Etwa 8,8 % der Bevölkerung sind zu den Farbigen zu zählen.

    Die meisten Asiaten sind indischer Herkunft, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts ins Land geholt wurden, um auf den Zuckerrohrfeldern Natals zu arbeiten oder als Händler in den Städten lebten. Heute stellen die Asiaten 2,6 % der Gesamtbevölkerung und leben hauptsächlich in der Provinz KwaZulu-Natal. Es gibt außerdem eine chinesische Gruppe mit etwa 100.000 Einwohnern.[12]

    Im Jahr 2005 lebten etwa 58 % der Südafrikaner in den Städten. 30,3 % der Einwohner sind 15 Jahre alt oder jünger, 64,5 % zwischen 15 und 64 Jahre und 5,2 % älter als 65 Jahre. Das Bevölkerungswachstum betrug 2005 ungefähr −0,3 %, die Geburtenrate liegt bei 18 Geburten pro 1000 Einwohner, die Kindersterblichkeit bei 6,1 %. Die momentane Lebenserwartung liegt bei Frauen und Männern etwa gleich bei 43 Jahren. Die südafrikanische Frau hat im Schnitt 2,2 Kinder. Etwa 87 % der über 15-jährigen Südafrikaner können lesen und schreiben.

    Religionen

    Religion (Stand: März 2008)[13] Anzahl Prozent
    Independent African Churches, wie Zion Christian Church 12.066.969 25,74
    Nederduits Gereformeerde Kerk 4.172.340 8,9
    Römisch-katholische Kirche 4.031.699 8,6
    Evangelisch-methodistische Kirche 3.328.496 7,1
    Anglikanische Kirche 1.875.209 4,0
    Evangelisch-lutherische Kirche 1.218.886 2,6
    Neuapostolische Kirche 440.000 0,94
    andere christliche Kirchen 8.260.295 17,62
    Animismus 937.604 2,0
    Hinduismus ca. 656.000 1,4
    Islam ca. 656.000 1,4
    Judentum ca. 94.000 0,2
    Zeugen Jehovas 81.500 0,17
    sonstige Religionen 5.860.028 12,5
    konfessionslos ca. 3.281.600 7,0
    Gesamt ca. 46.960.626 100,0

    Sprachen

    Datei:South Africa dominant language map.svg
    Die Karte zeigt Südafrikas Sprachen.
  • Afrikaans
  • Englisch
  • Süd-Ndebele
  • isiXhosa
  • isiZulu
  • Nord-Sotho
  • Sesotho
  • Setswana
  • Swati
  • Tshivenda
  • Tsonga
  • Keine beherrschende Sprache
  • Südafrika hat seit dem Ende der Apartheid elf amtliche Landessprachen: Englisch, Afrikaans, isiZulu, Siswati, Süd-Ndebele, Sesotho, Sepedi, Xitsonga, Setswana, Tshivenda und isiXhosa. Das Land ist damit nach Bolivien und Indien dasjenige mit den meisten offiziellen Sprachen der Welt. Entsprechend gibt es elf unterschiedliche offizielle Landesnamen. Etwa 0,7 % der Schwarzen und 59,1 % der Weißen sprechen Afrikaans als Muttersprache, die Muttersprache der Farbigen ist überwiegend Afrikaans. Englisch wird von 0,5 % aller Schwarzen und von 39,3 % der Weißen zu Hause gesprochen. Die restlichen Sprachen werden von der schwarzen Bantu-Bevölkerung als Muttersprache gesprochen. Etwa 22,3 % sprechen isiXhosa, 30,1 % isiZulu, 11,9 % Sepedi, 10,0 % der Schwarzen lernen Sesotho als Muttersprache, 10,3 % Setswana, 3,4 % SiSwati, 2,9 % Tshivenda, 5,6 % Xitsonga und 2,0 % Süd-Ndebele. Nur etwa 0,3 % der schwarzen Bevölkerung und 1,1 % der Weißen sprechen keine der elf offiziellen Landessprachen als Muttersprache.

    Neben all diesen Sprachen gibt es in Südafrika weitere nicht-amtliche Sprachen wie Fanakalo, Lobedu, Nördliches Ndebele, Phuthi, Khoe, Nama und San. Diese Sprachen werden im offiziellen Amtsgebrauch nur in den Gebieten, in denen sie verbreitet sind, verwendet. Viele der nicht-offiziellen Landessprachen der San und Khoikhoi werden auch in den benachbarten nördlichen Ländern Namibia und Botswana gesprochen. Diese Völker, die sich deutlich von anderen Afrikanern unterscheiden, haben ihre eigene kulturelle Identität, da sie traditionelle Jäger- und Sammlervölker sind. Die Zahl ihrer Angehörigen hat in den letzten Jahrhunderten rapide abgenommen und die Sprachen sind heutzutage vom Aussterben bedroht.

    Viele weiße Südafrikaner sprechen außerdem andere europäische Sprachen, wie Portugiesisch, Deutsch und Griechisch. Weiterhin werden Sprachen wie Gujarati oder Tamil von Einwohnern südasiatischer Herkunft gesprochen.

    Obwohl jede der elf Sprachen Amtssprache ist und laut Gesetz alle Sprachen als gleich anzuerkennen sind, bildet sich die englische Sprache als Führende heraus, da sie im Land über die unterschiedlichen Volksgruppen hinaus von den meisten Menschen verstanden wird und nicht unmittelbar mit dem ehemaligen Apartheidsregime verknüpft ist. Der Einfluss des Afrikaans, die die erste Sprache im Land während der Apartheid-Zeit darstellte, sank gegen Ende des 20. Jahrhunderts, da das Afrikaans für viele schwarze Südafrikaner sehr stark mit dem Apartheidsregime verknüpft ist und während dieser Zeit Pflichtfach in der Schule war. Weiterhin ging in den vergangenen Jahren der Einfluss der Afrikaans sprechenden Weißen in der Gesellschaft durch den politischen Machtverlust zurück – allerdings stärkte die Abschaffung der Apartheid auch die gesellschaftliche Stellung der Farbigen, die überwiegend Afrikaans-sprachig sind.

    Geschichte

    Vor der Ankunft europäischer Siedler

    In Südafrika wurden einige der ältesten paläoanthropologischen Fossile der Welt ausgegraben. Überreste des Australopithecus africanus wurden bei Taung („Kind von Taung“) und in den Höhlen von Sterkfontein („Little Foot“), Kromdraai und Makapansgat gefunden, von denen die Ältesten auf etwa 3,5 Millionen Jahre datiert werden. Nach diesen Vormenschen lebten hier verschiedene Arten der Gattung Homo, wie Homo habilis, Homo erectus und schließlich der moderne Mensch, Homo sapiens. Während der Wanderung der Bantu-Stämme überquerten die Bantu den Limpopo und ließen sich im heutigen Südafrika als Bauern und Hirten nieder. Sie gelangten im Verlauf ihrer Wanderung bis zum Fish River, der heute in der Provinz Ostkap liegt. Die seit etwa 20.000 Jahren in den Gebieten des heutigen Südafrika lebenden Jäger-und-Sammler-Völker der San und Khoikhoi wurden von den Bantu immer weiter vertrieben.

    Niederländische Kolonialzeit

    Der Beginn der modernen Geschichtsschreibung in Südafrika wird auf den 6. April 1652 festgelegt, als der Niederländer Jan van Riebeeck im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie (niederl.: Vereenigde Oostindische Compagnie, VOC) am Kap der Guten Hoffnung eine Versorgungsstation errichtete. Diese sollte aufgrund ihrer strategisch günstigen Lage Raststation für Handelsschiffe sein, die zwischen Europa und Südostasien unterwegs waren. Während des 17. und 18. Jahrhunderts war die Siedlung, die sich langsam aber stetig vergrößerte, in holländischem Besitz. Die Siedler breiteten sich zunächst in der westlichen Kapregion aus, bis zu jener Zeit Rückzugsgebiet der Khoisan. Nachdem sie 1770 ostwärts die Siedlungsgrenze der Bantu erreicht hatten, führten sie eine Reihe von Kriegen gegen das Volk der Xhosa. Die Kapholländer holten sich zahlreiche Sklaven aus Indonesien, Madagaskar und Indien ins Land. Anfang des Jahres 1743 war die Zahl der Sklaven in der Provinz deutlich höher als die der europäischen Siedler. Die Nachfahren dieser Sklaven, die oftmals europäische Siedler heirateten, wurden später zusammen mit den San in die Bevölkerungsklasse der „Farbigen“ oder auch „Kap-Malaien“ eingestuft und stellen heute mit etwa 50 % die Mehrheit der Bevölkerung in der Provinz Westkap.

    19. Jahrhundert

    Datei:Langlaagte.jpg
    Langlaagte, eine Farm nahe Johannesburg, auf der das erste Gold am Witwatersrand gefunden wurde.

    Als die VOC schließlich dem Bankrott nahe war und der Einfluss der niederländischen Händler schwand, besetzten Truppen des Königreichs Großbritannien die Region um das Kap der Guten Hoffnung im Jahre 1797. Die Niederlande wurden im Verlauf der Revolutionskriege von Napoléon Bonapartes Truppen besetzt und die neu gegründete Batavische Republik war nicht mehr mit den Briten verbündet. Die Besetzung erfolgte also vor dem Hintergrund, dass dieser für den Handel strategisch wichtige Standort nicht den Franzosen in die Hände fallen sollte. Die Briten mussten das Land nach dem Frieden von Amiens 1802 an die Niederlande zurückgeben, eroberten es aber im Jahr 1806 erneut und errichteten hier nun dauerhaft eine britische Kronkolonie. Die Grenzkriege mit den Xhosa dauerten an und vergrößerten das Land immer weiter bis zum Ostufer des Great Fish River. Die Grenze der neuen Kronkolonie wurde von den Briten stark befestigt und das dahinter liegende Land rasch von Weißen besiedelt. Als im Jahr 1833 das Britische Parlament die Abschaffung der Sklaverei in ihrem weltweiten Einflussgebiet verfügte, entzog dies vielen Buren die Existenzgrundlage. Um sich dem Einflussbereich des britischen Rechts zu entziehen und die Ausbeutung der Nicht-Weißen fortführen zu können, wichen sie als so genannte Voortrekker ins Hinterland aus. Im Großen Treck von 1835-1841 wanderten rund 14.000 Buren in die Gebiete nördlich des Oranje-Flusses aus.

    Die Entdeckung von Diamanten im Jahr 1867 und Gold im Jahr 1886 führte zu starkem wirtschaftlichen Wachstum und Einwanderung vieler Europäer, was die Benachteiligung und Ausbeutung der ursprünglichen Bevölkerung weiter vorantrieb. Die Buren, mittlerweile unabhängig in ihren Mitte des 19. Jahrhunderts gegründeten Buren-Republiken – der Südafrikanischen Republik und dem Oranje-Freistaat –, wehrten sich während des sogenannten Ersten Burenkriegs (1880–1881) gegen die britischen Expansionsbestrebungen. Obwohl die Buren zahlenmäßig weit unterlegen waren, leisteten sie erfolgreich Widerstand, da sie sich strategisch besser an die örtlichen Gegebenheiten anpassten. So trugen beispielsweise die burischen Soldaten khakifarbene Uniformen, durch die sie besser getarnt waren, während die Briten ihre traditionellen Rotröcke trugen, die sie zu einem leichten Ziel für burische Scharfschützen werden ließen.

    20. Jahrhundert

    Bis 1945

    Historische Flagge? Flagge Südafrikas von 1928 bis 1994, Seitenverhältnis 2:3

    In den Jahren 1899–1902 kehrten die Briten noch zahlreicher, jedoch diesmal ohne rote Uniformen, zurück und kämpften gegen die Buren im Zweiten Burenkrieg. Unter anderem zielte der Krieg auf die Kontrolle der reichen Goldvorkommen am Witwatersrand ab. Der burische Versuch, sich mit dem Deutschen Reich und der Kolonie Deutsch-Südwest-Afrika zu verbünden, war für die Briten ein zusätzlicher Grund, nun vollkommen die Kontrolle über die Burenrepubliken zu übernehmen. Die Buren leisteten diesmal vergeblich Widerstand, da die Briten aufgrund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit und der besseren Nachschubversorgung nicht zu besiegen waren. Im Frieden von Vereeniging wurden die beiden Burenrepubliken in das Britische Empire eingegliedert, den Buren aber ansonsten großzügige Friedensbedingungen gewährt, wie beispielsweise die Anerkennung des Niederländischen als Amtssprache. Um die Buren weiterhin zu befrieden, stimmten die Briten in dem Vertrag aber auch diskriminierenden Regelungen zu, die die Bürgerrechte der nicht-weißen Einwohner Transvaals und des Oranje-Freistaats einschränkten.

    Nach vier Verhandlungsjahren wurde am 31. Mai 1910 aus den vier Kolonien Natal, Transvaal, Oranje-Freistaat und der Kapkolonie die Südafrikanische Union gegründet, auf den Tag genau acht Jahre nach dem Ende des Zweiten Burenkriegs. 1934 vereinigten sich die britische South African Party (Südafrikanische Partei) und die Nationale Partei der Buren zur United Party (Vereinigte Partei), mit der Absicht, Briten und Buren zu versöhnen. Diese Gemeinschaftspartei spaltete sich allerdings 1939 wieder auf, da keine Einigkeit über den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg an der Seite Großbritanniens erzielt werden konnte. Die rechtsgerichtete National Party (Afrikaans: Nasionale Party) sympathisierte mit Hitler-Deutschland und erstrebte eine radikale Rassentrennung.

    Apartheid

    Datei:ApartheidSignEnglishAfrikaans.jpg
    „Nur für Weiße“-Schild aus der Apartheid-Zeit auf Englisch und Afrikaans

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die weiße Bevölkerungsminderheit unter der politischen Führung der National Party ihre Macht festigen und die Apartheidsstrukturen autoritär ausbauen, in dem sie eine zunehmende Zahl von Gesetzen durch das Parlament verabschieden ließ, die das Land und das alltägliche Leben konsequent und systematisch in ein Zweiklassenrecht zergliederte und viele Bürgerrechte umfassend einschränkte.[14]

    Konkrete Folge dieser Politik war eine fortschreitende räumliche Trennung der Wohnstätten zwischen der europäischstämmigen und der einheimischen Bevölkerung mit zunehmender wirtschaftlicher Ausbeutung und Entrechtung der benachteiligten Gruppen. Zusätzlich wuchsen die Repressionen gegen die farbigen Bevölkerungsteile (Indischstämmige, Kapmalaien). Angestrebt wurde die dauerhafte Ansiedlung der Afrikaner (schwarze Bevölkerung) in gesondert ausgewiesene Gebiete (Bantustan), deren formelle staatliche Unabhängigkeit schrittweise vorbereitet und in vier Fällen auch erreicht wurde.

    Südafrika erlebte in den 1960er-Jahren einen rasanten wirtschaftlichen Aufstieg und wurde als einziges Land des afrikanischen Kontinents zur Ersten Welt gezählt. Investitionen flossen ins Land und zahlreiche Unternehmen ließen sich in Südafrika wegen der billig verfügbaren Arbeitskräfte nieder. Allerdings kam der erwirtschaftete Wohlstand hauptsächlich der weißen Bevölkerungsminderheit zugute.

    Die Apartheid war ein bedeutender Konfliktpunkt während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auf Drängen der afrikanischen und asiatischen Mitgliedsstaaten musste Südafrika das Commonwealth verlassen (1961) und wurde erst 1994 wiederaufgenommen. Mit dem Republic of South Africa Constitution Act, Act No 32 / 1961 wurde die bisherige Südafrikanische Union offiziell in Republik Südafrika umbenannt und der Bezug zum Commonwealth in einen neuen Staatsbegriff transformiert.[15][16] Weiterhin wuchs der Unmut der unterdrückten Bevölkerungsschichten und erreichte den Höhepunkt im Jahr 1976, als Sicherheitskräfte beim Aufstand in Soweto gegen eine Schülerdemonstration vorgingen und dabei 176 schwarze Schüler und Studenten starben. In den 1980er-Jahren wurde Südafrika verstärkt mit politischen und wirtschaftlichen Sanktionen belegt, um ein Einlenken in der Rassenpolitik zu bewirken.

    Ende der Apartheid

    Im Jahr 1990, nach einem langen Zeitraum des Widerstands mit Streiks, Protestmärschen, Sabotage und auch Terrorangriffen verschiedener Anti-Apartheid-Bewegungen – die bekannteste ist der African National Congress (ANC) – ging die nun mehr international isolierte Regierung der National Party einen ersten Schritt in Richtung ihrer eigenen Entmachtung, als sie das Verbot des ANC und anderer politischer Organisationen aufhob und Nelson Mandela – einen der bekanntesten Widerstandskämpfer – nach 27 Jahren aus dem Gefängnis freiließ. Die Apartheid verschwand Schritt für Schritt aus der Gesetzgebung und ermöglichte so die ersten für alle Bewohner freien Wahlen vom 26. bis 29. April 1994. Der ANC errang einen überwältigenden Wahlsieg und ist seitdem die Regierungspartei. Nelson Mandela wurde zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt und erhielt zusammen mit dem letzten Präsidenten der National Party, Frederik Willem de Klerk, den Friedensnobelpreis für die Beiträge zur Beendigung der Apartheid.

    Mandelas Nachfolger wurde 1999 Thabo Mbeki. Trotz der ursprünglich linksgerichteten Ideologie haben die ANC-Regierungen stets eine liberale Wirtschaftspolitik verfolgt, die maßgeblich zu einem starken Wirtschaftswachstum beigetragen hat.

    Dadurch bildete sich eine schwarze, wohlhabende, Mittelschicht heraus. Dennoch konnte sich die Lage von Millionen schwarzer Südafrikaner gegenüber der Apartheid nicht verbessern.

    21. Jahrhundert

    Bei den dritten freien Wahlen 2004 erstarkte der ANC von 66,4 auf 69,7 Prozent der Wählerstimmen. Präsident Mbeki wurde vom Parlament im Amt bestätigt.

    Am 15. Mai 2004 wurde Südafrika in Zürich von den FIFA-Delegierten als erstes afrikanisches Land überhaupt zum Veranstalter einer Fußball-Weltmeisterschaft gewählt. Das Turnier wurde vom 11. Juni bis 11. Juli 2010 ausgetragen.

    Mitte Mai 2008 kam es vor allem in den Townships zu erheblichen fremdenfeindlichen Übergriffen schwarzer Südafrikaner, insbesondere gegen Flüchtlinge aus Simbabwe. Das mangelnde Vorgehen südafrikanischer Politiker gegen fremdenfeindliche Gewalt in der Vergangenheit trug schließlich auch seinen Teil zu den Ereignissen von 2008 bei.

    Am 25. September 2008 trat Präsident Mbeki zurück, nachdem spekuliert worden war, er habe auf das Gerichtsverfahren seines Parteirivalen Jacob Zuma Einfluss genommen. Kgalema Motlanthe wurde als Interimspräsident eingesetzt. Die Wahlen im Frühjahr 2009 konnte abermals der ANC für sich entscheiden: Jacob Zuma wurde anschließend zum Präsidenten gewählt und amtiert seit dem 9. Mai 2009.

    Recht

    Gerichtsorganisation

    Das Verfassungsgericht mit Sitz in Johannesburg ist die höchste Instanz in Verfassungsfragen, während das Oberste Gericht in Bloemfontein das höchste ordentliche Gericht ist. Die meisten Verhandlungen werden auf lokaler Ebene in den örtlichen Gerichten abgehalten. Die Verfassung garantiert jedem Staatsbürger das Recht auf eine faire, öffentliche Verhandlung, einen angemessenen Zeitraum für die Urteilsfindung und das Recht auf Berufung.

    Politik

    Verfassung

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    Gebäude der südafrikanischen Nationalversammlung in Kapstadt

    Nach den Wahlen von 1994 galt in Südafrika eine Übergangsverfassung. Eine verfassunggebende Versammlung musste einberufen werden, die bis zum 9. Mai 1996 eine neue, dauerhafte Verfassung entwarf und verabschiedete. Diese wurde am 4. Dezember 1996 vom südafrikanischen Verfassungsgericht anerkannt, von Präsident Nelson Mandela am 10. Dezember unterschrieben und ist seit dem 3. Februar 1997 gültig. Seither ist die Verfassung die oberste Gesetzesgrundlage des Staates.

    Die Verfassung besteht aus einer Präambel, 14 Kapiteln und sieben Anhängen, in denen jeweils ein bestimmter Teilbereich, wie beispielsweise Menschenrechte oder die Gewaltenteilung, festgeschrieben sind. Die Bill of Rights der neuen Verfassung garantiert den Bürgern umfangreiche Rechte, wie Gleichheit vor dem Gericht und den Schutz vor Diskriminierung. Als weitere Menschenrechte sind darin das Recht auf Leben, der Schutz vor Sklaverei und Zwangsarbeit, der Schutz der Privatsphäre und des persönlichen Eigentums sowie das Recht auf Freiheit und Unversehrtheit festgeschrieben. Weitere wichtige Punkte sind die Rede-, Religions-, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit. Die Rechte von Gefangenen und Untersuchungshäftlingen sind ebenfalls aufgeführt. Außerdem sieht die Verfassung eine unabhängige und unparteiische Justiz vor.

    Exekutive

    Verfassungsgemäß ist der Präsident der Republik Südafrika sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef. Er wird alle fünf Jahre von der Nationalversammlung gewählt und durch einen Vizepräsidenten vertreten. Die Minister werden als Mitglieder des Kabinetts vom Präsidenten ernannt und entlassen. Derzeitiger Präsident ist seit dem 9. Mai 2009 Jacob Zuma.

    Legislative

    Die Legislative des Landes besteht aus einem Zweikammerparlament mit Sitz in Kapstadt. Die erste Kammer (Unterhaus), die Nationalversammlung, wird nach dem Verhältniswahlrecht gewählt, wobei jeweils die Hälfte der 400 Mitglieder über landesweite Listen und Provinzlisten in das Parlament einzieht. Die zweite Kammer (Oberhaus) ist der Provinzrat, der durch den Deutschen Bundesrat maßgeblich mitaufgebaut wurde.[17] In diese Vertretung der Gliedstaaten entsendet jede der neun Provinzen Südafrikas unabhängig von ihrer Größe oder Einwohnerzahl zehn Mitglieder. Eine Legislaturperiode dauert in beiden Häusern fünf Jahre. Die Regierung wird im Unterhaus gewählt und gebildet, wobei üblicherweise der Vorsitzende der stärksten Fraktion das Amt des Staatspräsidenten ausübt. Gemäß der neuen Verfassung von 1997 ersetzt der Provinzrat der Provinzen den bisherigen Senat, wobei sich nicht die Entsendung der Mitglieder durch die Provinzen geändert hat, wohl aber die Zuständigkeiten der neuen Institution. Das Oberhaus hat heute die Aufgabe, die regionalen Interessen der Provinzen zu vertreten, was auch den Schutz kultureller und sprachlicher Traditionen der Minderheiten einschließt.

    Regierung und Parlament

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    Nelson Mandela, Präsident der Republik Südafrika 1994–1999

    Südafrika ist seit 1961 offiziell Republik. Die ersten demokratischen Wahlen fanden aber erst nach dem Ende der Apartheid im April 1994 statt. Bis Anfang der 1990er-Jahre wurde das Leben in Südafrika durch die international geächtete Apartheid-Politik (afrikaans: Trennung; Politik der getrennten Entwicklung weißer, schwarzer und farbiger Bevölkerungsgruppen) bestimmt. Die sogenannte Wahrheits- und Versöhnungskommission (englisch: Truth and Reconciliation Commission) unter Vorsitz des Friedensnobelpreisträgers Bischof Desmond Tutu versuchte zwischen 1996 und 1998, politisch motivierte Verbrechen, die während der Zeit der Apartheid begangen wurden, zu untersuchen und aufzuarbeiten.

    Seit dem Ende der Apartheid wird die südafrikanische Politik maßgeblich von der ehemaligen Anti-Apartheidsbewegung African National Congress (ANC) beeinflusst, die in den Wahlen von 2004 69,7 % aller Stimmen erhielt. Zweitstärkste und wichtigste Oppositionspartei ist die Democratic Alliance (DA). Die Neue Nationale Partei, die als frühere hauptsächlich burische Nationale Partei das Apartheid-System einführte und jahrzehntelang die Staats- und Regierungschefs stellte, verlor seit 1994 immer weiter an Bedeutung und löste sich schließlich am 9. April 2005 auf. Der derzeitige Staats- und Regierungschef Jacob Zuma ist, wie seine Vorgänger Kgalema Motlanthe, Thabo Mbeki und Nelson Mandela, Angehöriger des ANC. Aus Protest gegen den wachsenden Einfluss des neuen Parteivorsitzenden Jacob Zuma spaltete sich ein Teil der ANC-Führungsriege unter dem Namen Congress of the People (COPE) ab und konnte in den ersten Wochen seines Bestehens zahlreiche neue Mitglieder finden.

    Bei den Parlamentswahlen am 22. April 2009 erhielt der ANC mit 65,9 % der Stimmen 264 der 400 Sitze, also drei Sitze weniger als zur Zwei-Drittel-Mehrheit benötigt werden. Die DA erzielte mit 16,7 % einen Mandatezuwachs von 50 auf 67. COPE erhielt 7,4 % der Stimmen und 30 Sitze, weniger als prognostiziert. Viertstärkste Kraft wurde die zuludominierte Inkatha Freedom Party (IFP) mit 18 Mandaten. Der Einfluss der IFP sinkt damit seit 1994. Weitere Abgeordnete werden von kleineren Parteien gestellt.[18]


    Außenpolitik

    Südafrika war ein Gründungsmitglied des Völkerbundes und begann im Jahr 1927 mit der Errichtung von Diplomatischen Vertretungen in den wichtigsten westeuropäischen Ländern und den USA. Die vormalige deutsche Kolonie Deutsch-Südwestafrika (heute Namibia) wurde nach dem ersten Weltkrieg zum Völkerbund-Mandatsgebiet und unter südafrikanische Verwaltung gestellt. Die südafrikanischen Streitkräfte kämpften während der beiden Weltkriege auf der Seite der Alliierten.

    Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Südafrika wiederum eines der Gründungsmitglieder der Vereinten Nationen und der damalige Premierminister Jan Christiaan Smuts war sehr stark an der Ausarbeitung der Charta der Vereinten Nationen beteiligt. 1950–1953 nahm die südafrikanische Armee als Teil der UNO-Truppen am Korea-Krieg teil. Als Folge der seit 1948 verschärften Apartheid-Politik geriet das Land jedoch in eine jahrzehntelange außenpolitische Isolation. Dem Austritt aus dem Commonwealth of Nations im Jahr 1961 folgte das UN-Waffenembargo 1977 sowie mehrere UN-Resolutionen und Sanktionen. Die Wirtschaft brach spürbar ein, Investoren zogen sich aus dem Land zurück, verweigerten Investitionen oder unterbanden den Handel mit südafrikanischen Unternehmen. Sportler und Sportmannschaften wurden von internationalen Veranstaltungen ausgeschlossen und der Tourismus boykottiert.

    Das südafrikanische Militär wurde während der Apartheidszeit für verschiedene Einsätze in Afrika herangezogen. So wurden unter anderem Truppen in den Bürgerkrieg in Angola entsandt, einen Stellvertreterkrieg zwischen den USA und der UdSSR. Dies geschah trotz diplomatischer Isolierung von amerikanischer Seite. Südafrika war bis 1991 eine Atommacht und besaß sechs Atombomben aus eigener Produktion. Diese wurden vor dem Beitritt zum Atomwaffensperrvertrag freiwillig zerstört.

    Als Teil einer neuen Politik, die mit dem Amtsantritt von Präsident F. W. de Klerk 1989 begann und die das Ende der Apartheid bedeutete, konnte Namibia im Jahr 1990 die Unabhängigkeit erklären, mit Ausnahme der kleinen Exklave Walfischbucht, die erst im März 1994 an Namibia übergeben wurde. Nach den ersten Wahlen im April 1994, die auch für Nicht-Weiße zugänglich waren, und der Wahl des ersten schwarzen Präsidenten Nelson Mandela, wurden die meisten Sanktionen, die von der internationalen Staatengemeinschaft gegen das Land verhängt wurden, aufgehoben. Am 1. Juni 1994 trat die Republik Südafrika wieder in den Commonwealth ein und wurde am 23. Juni desselben Jahres wieder in die UNO-Vollversammlung aufgenommen. Südafrika trat ebenfalls der Organisation für Afrikanische Einheit (engl.: Organisation of African Unity, OAU) bei, die seit 2002 Afrikanische Union heißt.

    Nachdem das Land die internationale Isolation mit dem Ende der Apartheid überwunden hat, ist es wieder ein anerkannter Partner geworden. Wichtigste außenpolitische Zielsetzungen sind heute die Erhaltung und der Ausbau guter diplomatischer Beziehungen, besonders mit den Nachbarländern und den Mitgliedern der Afrikanischen Union.

    Südafrika ist der einzige Vertreter Afrikas in der G-20-Gruppe und der BRICS-Staaten. Bereits 2007 wurde das Land neben China, Indien, Brasilien und Mexiko zu den G-8-Verhandlungen in Heiligendamm eingeladen. Mit der OECD besteht ebenfalls eine „verstärkte Zusammenarbeit mit Blick auf eine mögliche Mitgliedschaft“. Das Land gilt als Fürsprecher des afrikanischen Kontinents und der Entwicklungs- und Schwellenländer sowie einer neuen Weltwirtschaftsordnung. Es sieht sich jedoch auch dem Vorwurf ausgesetzt, eine hegemoniale Machtposition in Afrika aufbauen zu wollen.[19]

    Militär heute

    Südafrika hat eine eigene Armee, die South African National Defence Force (SANDF). Die SANDF arbeitet intensiv mit der Bundeswehr zusammen und bestellt in großen Zahlen Rüstungsgüter aus deutschen Rüstungsproduktionen.[20] Diese Freiwilligenarmee besteht aus etwa 55.000 Berufssoldaten (Stand 2005) und ist in die Bereiche Heer (South African Army), Luftwaffe (South African Air Force), Marine (South African Navy) und Medizinischer Dienst (South African Military Health Service) unterteilt. Die allgemeine Wehrpflicht wurde im Jahr 1994 abgeschafft. Der Oberste Kommandant (derzeit General Godfrey Ngwenya) wird vom Präsidenten ernannt und ist dem Verteidigungsminister unterstellt. Die SANDF wurde 1994 aus verschiedenen militärischen Gruppierungen und Organisationen des Landes neu zusammengesetzt. Der Militärhaushalt liegt bei etwa 3,5 Milliarden US-Dollar im Jahr (ca. 1,5 % des BIP, Stand 2005).

    Die südafrikanische Armee hat in den letzten Jahren vor allem friedenssichernde Missionen in Afrika durchgeführt (so in Lesotho). Südafrika stellt außerdem eine erhebliche Anzahl an Blauhelmsoldaten für UN-Friedensmissionen zur Verfügung. 2008 stehen 1.158 Soldaten für die UN-Friedensmission MONUC in der Demokratischen Republik Kongo und 604 Soldaten für die UNAMID in Darfur, Sudan im Einsatz.

    Verwaltungsgliederung

    Provinzen

    Am Ende der Apartheid im Jahr 1994 mussten die ehemaligen unabhängigen und quasi-unabhängigen Homelands in die politische Struktur Südafrikas integriert werden. Dies führte zur Auflösung der bisherigen vier Provinzen (Kapprovinz, Natal, Oranje-Freistaat und Transvaal), die durch neun neue Provinzen ersetzt wurden und die nun das gesamte Staatsgebiet Südafrikas umfassen. Die Provinzen sind wieder in insgesamt 52 Distrikte unterteilt. Die Provinzen Südafrikas sind:

    Nr. Provinz Ehemalige Homelands und Provinzen Hauptstadt Fläche (km²) Bevölkerung (2007)
    1 Westkap (Western Cape) Kapprovinz Kapstadt 129.370 5.278.585
    2 Nordkap (Northern Cape) Kapprovinz Kimberley 361.830 1.058.060
    3 Ostkap (Eastern Cape) Kapprovinz, Transkei, Ciskei Bhisho 169.580 6.527.747
    4 KwaZulu-Natal Natal, KwaZulu, Transkei Pietermaritzburg 92.100 10.259.230
    5 Freistaat (Free State) Oranje-Freistaat, Bophuthatswana, QwaQwa Bloemfontein 129.480 2.773.059
    6 Nordwest (North West) Transvaal, Kapprovinz, Bophuthatswana Mafikeng 116.320 3.271.948
    7 Gauteng Transvaal Johannesburg 17.010 10.451.713
    8 Mpumalanga Transvaal, KwaNdebele, KaNgwane, Bophuthatswana, Lebowa Mbombela 79.490 3.643.435
    9 Limpopo Transvaal, Venda, Lebowa, Gazankulu Polokwane 123.900 5.238.286

    Städte und Gemeinden

    In der großen Gemeindereform des Jahres 2000 wurden viele bekannte südafrikanische Städte mit ihren umliegenden Gemeinden und Townships vereinigt. Einige dieser neu entstandenen Metropolen-Gemeinden (engl.: Metropolitan Municipality) wurden umbenannt, wobei die neuen Namen meist von Bantusprachen abgeleitete Bedeutungen haben und so das neue Südafrika repräsentieren sollen.

    Hier eine Übersicht der größten Metropolitan Municipalities:

    Rang Gemeinde Fläche (km²) Einwohner (2007) Provinz
    1 Johannesburg 1.644 3.888.180 Gauteng
    2 Kapstadt 2.499 3.497.097 Westkap
    3 eThekwini 2.292 3.468.086 KwaZulu-Natal
    4 Ekurhuleni 1.924 2.724.229 Gauteng
    5 Tshwane 2.198 2.345.908 Gauteng
    6 Nelson Mandela Bay (Port Elizabeth) 1.952 1.050.930 Ostkap

    Entsprechend den vormaligen Zuschnitten der Stadtgebiete ergeben sich andere Einwohnerzahlen,[21] da hierbei meist nur das frühere Stadtgebiet gemeint ist. So wird beispielsweise Soweto seit der Verwaltungsreform zur City of Johannesburg gezählt. Vier der zehn größten städtischen Siedlungen des Landes liegen in der kleinsten und am dichtesten besiedelten Provinz Gauteng:

    Rang Städtische Siedlung Provinz Einwohner (2010)
    1 Kapstadt Westkap 3.648.807
    2 Durban KwaZulu-Natal 3.512.243
    3 Johannesburg Gauteng 2.058.044
    4 Soweto Gauteng 1.801.772
    5 Pretoria Gauteng 1.724.533
    6 Port Elizabeth Ostkap 1.182.233
    7 Pietermaritzburg KwaZulu-Natal 937.594
    8 Benoni Gauteng 671.064
    9 Welkom Freistaat 614.517
    10 Bloemfontein Freistaat 609.046

    Wirtschaft

    Wirtschaftsstruktur

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    Zentrum von Johannesburg

    In den 1960er- und 1970er-Jahren konnte sich Südafrika vom Schwellenland zu einem wohlhabenden Industriestaat mit stabiler Regierung entwickeln und wurde daher zur Ersten Welt gerechnet.

    Südafrika ist mit über 287 Milliarden US-Dollar Bruttoinlandsprodukt nach wie vor die größte Volkswirtschaft Afrikas und gehört der G8+5 an. Bezogen auf das Pro-Kopf-Einkommen nimmt das Land heute den 7. Platz auf dem Kontinent ein, hinter Äquatorialguinea, Libyen, den Seychellen, Gabun, Mauritius und Botswana. Insbesondere die ländlichen Gebiete in den ehemaligen Homelands ähneln eher noch einem Entwicklungsland.

    Südafrika dominiert die Wirtschaft des südlichen Afrika und bildet bereits seit 1910 zusammen mit Swasiland, Namibia, Lesotho und Botswana die Südafrikanische Zollunion (SACU). Darüber hinaus ist Südafrika Mitglied der Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft (SADC) sowie des Entwicklungsprogramms Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) der Afrikanischen Union.

    Das Land ist sehr reich an Bodenschätzen, besonders die großen Vorkommen an Gold, Diamanten, Kohle, Platin, Chrom, Eisenerz und Palladium im Witwatersrand stärkten die wirtschaftliche Situation in den vergangenen Jahrzehnten. Die Eisenerzmine Sishen erbringt hochwertiges Erz mit rund 70 Prozent Reinheitsgrad. Im Jahr 2002 lag der Anteil Südafrikas an der Goldproduktion auf dem Weltmarkt bei 15 %. Das Land hat, wie auch Australien oder Chile, stark an der – vom Rohstoffhunger der Schwellenländer Indien und China getriebenen – weltweit hohen Nachfrage nach Rohstoffen profitiert. Die Wettbewerbsfähigkeit des südafrikanischen Bergbaus wird aber durch häufige Streiks aufgrund der niedrigen Löhne und mangelhaften Arbeitsbedingungen sowie durch die schlechte Energieversorgung für die energieintensiven Branchen geschwächt. Im Jahr 2007 kam es zu vermehrten Stromausfällen im ganzen Lande. Zwischen 1984 und 2005 starben in Südafrika über 11.100 Minenarbeiter.[22]

    90 % der Energie wird aus Kohlekraftwerken gewonnen. Daneben setzt Südafrika auf die Atomenergie. Der Industrieminister Alec Erwin ist der Meinung, dass regenerative Energien nur etwas für reiche Industrieländer seien und kündigte für 2007 den Bau eines zweiten Atomkraftwerks an.[23]

    Der Beitrag der verschiedenen Wirtschaftssektoren zum Bruttoinlandsprodukt liegt zu 66 % beim Dienstleistungssektor und 31 % bei der Industrie, wozu auch eine entwickelte Autoindustrie zählt, bei der die großen deutsche Autohersteller wie BMW, Volkswagen und Daimler Produktionsstandorte in Südafrika unterhalten. Ein Erbe der Apartheid ist eine relativ große Rüstungsindustrie mit insgesamt rund 700 Firmen. Fast alle Rüstungsgüter können, teilweise als Lizenzfertigung, im eigenen Land hergestellt werden.

    Obwohl nur 3 % des südafrikanischen Bruttoinlandsprodukts aus der Landwirtschaft stammen, ist das Land der drittgrößte Exporteur von Agrarprodukten in der Welt. Die Nahrungsmittelproduktion (Getreide, Zuckerrohr, Obst und Gemüse, Fleisch, Weinanbau) ist daher ein bedeutender Wirtschaftszweig.

    Südafrika hat ein gut entwickeltes Finanz- und Rechtssystem und eine allgemein gut ausgebaute Infrastruktur (Kommunikations-, Energie- und Transportwesen). Auch deshalb konnte es sich positiv entwickeln. Die letzten Jahre wurden von einem hohen Wachstum geprägt. Im Zeitraum 2005-2007 wuchs Südafrika um jährlich 5 %, 2008 verlangsamte sich das Wachstum auf immerhin 3,1 %. Das Budget wies auch schon einen Haushaltsüberschuss aus. Die Staatsverschuldung liegt bei 29,5 % des BIP.

    Trotz der zahlreichen laufenden Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur und der Sicherheit im Land, konnten in vielen Bereichen Steuersenkungen beschlossen werden, um Angestellte, Arbeiter mit niedrigeren Einkommen sowie kleine und mittlere Betriebe steuerlich zu entlasten.

    Als negativ gilt die hohe Inflation (11,5 % im Jahr 2008); auch die Arbeitslosenquote ist mit offiziell 23,5 % (2009) sehr hoch. Die Dunkelziffer dürfte sogar wesentlich höher sein. Zudem gehen nur 13,6 Millionen Südafrikaner einer Arbeit nach, rund 13 Millionen sind Sozialhilfeempfänger.[24]

    Die wirtschaftliche Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerung konnte gegenüber der Apartheid nicht beseitigt werden. Zwischen 1994 und 2004 stieg die Arbeitslosigkeit bei Schwarzen von 36 % auf 47 %. Deren Durchschnittseinkommen sank sogar um 19 %, das der Weißen stieg hingegen um 15 %. Die Armutsquote verschlechterte sich ebenfalls. Allerdings konnte der Anteil schwarzer Manager in börsennotierten Unternehmen von 0 % auf 20 % steigen.[25]

    Um die wirtschaftliche Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung zu beenden, versucht die ANC-geführte Regierung im Rahmen des Black Empowerment-Programms Stellen in der Verwaltung und in den großen Industriekonzernen vermehrt mit schwarzen Bewerbern zu besetzen; Vertreter der weißen Bevölkerung kritisieren an dieser südafrikanischen Variante der affirmative action, dass die Leistung nicht mehr im Vordergrund stehe. Dringend benötigte Fachkräfte, insbesondere Ärzte und Ingenieure, reagieren mit der Auswanderung, vor allem nach Australien, Kanada und in die USA.[26]

    Weitere Probleme sind eine hohe Kriminalitätsrate, Korruption und HIV/AIDS.

    Siehe auch: HIV/AIDS in Afrika

    Hinzu kommt das fehlende Wissen im Verwaltungsbereich. Öffentliche Stellen wurden nach Ende der Apartheid oftmals an verdiente Widerstandskämpfer vergeben, auch wenn diese über keine verwaltungstechnischen Kenntnisse verfügten. Diese Praxis wird in den südafrikanischen Medien oftmals als Nepotismus bezeichnet.

    Anfang 2000 kündigte Präsident Thabo Mbeki an, das Wirtschaftswachstum und die Investitionen durch die Auflockerung des Arbeitsrechts, die Privatisierung staatlicher Betriebe und die Senkung der Staatsausgaben fördern zu wollen. Diese Bestrebungen stießen auf harten Widerstand von Seiten der organisierten Arbeitnehmerschaft. Die Einführung von Mindestlöhnen führte in Südafrika zu einer vermehrten Entlassung von nicht mehr bezahlbaren Landarbeitern und in der Folge zu Landflucht und Arbeitslosigkeit.

    Weinbau

    Der Weinbau in Südafrika ist international auf den vorderen Plätzen zu finden. 425 Güter produzieren fast 4000 verschiedene Weine. Die bekannten Weinortschaften Stellenbosch, Franschhoek, Paarl und Somerset West bilden die Weinhochburg in der Provinz Westkap. Mehr als 300 Weingüter sind allein in diesem Weinanbaugebiet angesiedelt und selbst am Stadtrand von Kapstadt wird Wein im Weinanbaugebiet Constantia erzeugt. Wichtige Weinauktionen finden in Paarl statt, wo auch die fünf größten Weinfässer der Welt stehen. Seit 1994 hat sich Südafrikas Weinexport von 51 Millionen auf 235 Millionen Liter im Jahr 2006 nahezu verfünffacht, der größte Teil der Gesamtproduktionsmenge von 710 Millionen Litern wird jedoch im Land selbst getrunken bzw. verarbeitet. Deutschland ist nach dem Vereinigten Königreich und den Niederlanden der weltweit drittgrößte Importeur für südafrikanische Weine.

    Tourismus

    Der Tourismus hat sich seit dem Ende des 20. Jahrhunderts zu einem sehr wichtigen Wirtschaftsfaktor Südafrikas entwickelt. Bedeutende Sehenswürdigkeiten des Landes sind unter anderen:

    Datei:Kapstadt Bucht.jpg
    Blick vom Tafelberg auf Kapstadt und die Tafelbucht mit Robben Island

    In Jahr 2005 wurde der Anteil des Tourismusanteils am Bruttoinlandsprodukt schon auf mehr als 7 % geschätzt. Im Jahr 2002 besuchten mehr als sechs Millionen Touristen das Land. Ungefähr 3 % der erwerbstätigen Südafrikaner arbeiten in der Tourismusbranche, für die weitere Zuwachsraten prognostiziert werden. Am 13. Mai 2002 präsentierte der südafrikanische Umwelt- und Tourismusminister Mohammed Valli Moosa Leitlinien für eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung in Südafrika. Damit soll nicht nur der Tourismus im Lande gefördert, sondern vor allem die einheimische Bevölkerung in die Planung und Entwicklung des Tourismus einbezogen werden. Besonders die ärmeren Schichten sollen so direkter vom Tourismus profitieren.

    Die Einreise nach Südafrika ist für Europäer unkompliziert. Bei Ankunft in Südafrika erhalten Bürger aus den meisten EU-Ländern, aus Skandinavien und aus den USA einen Einreiseaufkleber (Entry Permit Sticker), der angibt, wie lange sie im Land bleiben dürfen. Diese automatische Einreiseerlaubnis gilt üblicherweise bis zu 90 Tage. Für Staatsbürger einiger anderer Länder gilt diese Erlaubnis ebenfalls, jedoch nur für bis zu 30 Tage. Wenn Besucher einen längeren Aufenthalt planen, müssen sie ein Visum beantragen, denn die automatische Einreiseerlaubnis könnte dann nicht ausreichen.

    Wirtschaftskennzahlen

    Die wichtigen Wirtschaftskennzahlen Bruttoinlandsprodukt, Inflation, Haushaltssaldo und Außenhandel entwickelten sich in den letzten Jahren folgendermaßen:

    Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (BIP), real
    in % gegenüber dem Vorjahr
    Jahr 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011
    Veränderung
    in % gegenüber Vorjahr
    0,8 2,0 3,5 2,7 3,7 3,0 4,6 4,9 5,3 5,6 5,5 −1,8* 2,6** 3,7**
    Quelle: gtai[27] * = Schätzung, ** = Prognosen
    Entwicklung des BIP (nominal)
    absolut (in Mrd. US$) je Einwohner (in Tsd. US$)
    Jahr 2004 2005 2006 2007 2008 2009 Jahr 2004 2005 2006 2007 2008 2009
    BIP in Mrd. US$ 215 239 256 286 277 287* BIP je Einw.
    (in Tsd. US$)
    4,6 5,1 5,4 6,0 5,7 5,8*
    Quelle: gtai[27] * = Schätzung
    Entwicklung der Inflationsrate Entwicklung des Haushaltssaldos
    in % gegenüber dem Vorjahr in % des BIP
    („minus“ = Defizit im Staatshaushalt)
    Jahr 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Jahr 2007 2008 2009
    Inflationsrate 5,8 1,4 3,4 4,6 7,2 11,5 7,1* 5,8** Haushaltssaldo 0,1* −1,1* −5,8*
    Quellen: IMF[28], gtai[27] * = Schätzung, ** = Prognose
    Entwicklung des Außenhandels
    in Mrd. US$ und seine Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
    2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
    Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg. Vj. Mrd. US$  % gg.Vj. Mrd. US$  % gg.Vj. Mrd. US$  % gg.Vj. Mrd. US$  % gg.Vj.
    Einfuhr 34 28 47 38 56 20 70 25 81,7 16,7 90,6 10,9 65,8 −27,4
    Ausfuhr 36 20 46 29 53 16 65,8 24 75,9 15,3 86,1 13,4 66,1 −23,2
    Saldo 1,3 −1,6 −3,5 −4,2 −5,8 −4,5 0,3
    Quelle: gtai[27]

    Staatshaushalt

    Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 94,6 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 77,9 Milliarden US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 5,9 % des BIP.[29]
    Die Staatsverschuldung betrug 2009 82,8 Milliarden US-Dollar oder 29,5 % des BIP.[29]

    2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

    Infrastruktur

    Flugverkehr

    Die beiden größten und wichtigsten Flughäfen des Landes liegen in Johannesburg und Kapstadt. Die staatliche südafrikanische Fluglinie South African Airways (SAA) bietet internationale Verbindungen von und zu diesen beiden Flughäfen. Auch andere große internationale Fluggesellschaften wie Lufthansa/Swiss, British Airways, Iberia, Air France und KLM fliegen täglich nach Johannesburg oder Kapstadt. Für Inlandsflüge in Südafrika oder Flüge in afrikanische Nachbarstaaten bestehen viele Angebote von SAA, Comair, Nationwide, Kulula.com, 1time und Air Namibia. Des Weiteren werden auch die deutlich kleineren Flughäfen in Durban, Port Elizabeth, East London, George, Lanseria, Bloemfontein, Kimberley und Upington angeflogen.

    Bahnverkehr

    Das südafrikanische Schienennetz wird vor allem von Transnet Freight Rail betrieben. Es hat eine Länge von rund 24.000 Kilometern, auf denen überwiegend Güterzüge verkehren.

    Die Luxuszüge Blue Train und Pride of Africa gehören zu den bekanntesten ihrer Art. Daneben fahren weitere Fernzüge unterschiedlicher Standards als Shosholoza Meyl. Daneben gibt es regelmäßige Passagierzüge zwischen den größeren Städten, aber auch auf einigen Nebenstrecken. Sie verkehren bis zu einmal täglich. Die Reisegeschwindigkeiten sind unter anderem wegen der Verwendung der Kapspur auf den meisten Strecken relativ niedrig.

    In den Großräumen der Städte Johannesburg/Pretoria, Durban, Kapstadt und Port Elizabeth/East London verkehren S-Bahn-artige Metrorail-Züge.

    Der Gautrain ist ein Nahverkehrssystem im Ballungsraum Johannesburg/Pretoria. Er verkehrt seit 2010.

    Busverkehr

    Internationale Busverbindungen stellen die Linien Intercape Mainliner von Windhoek nach Kapstadt und Translux von Harare über Bulawayo nach Johannesburg her. Translux verkehrt wie die Greyhound Coach Lines, die Baz-Busse und Intercape auch innerhalb Südafrikas. Die Haltestellen sind oft flexibel.

    Straßennetz und Autoverkehr

    Datei:Map of the National Roads of South Africa.svg
    Das südafrikanische Nationalstraßennetz (N1-N18).

    In Südafrika herrscht Linksverkehr. Südafrika verfügt über ein gut ausgebautes Straßennetz, mit Autobahnen in und zum Teil zwischen den Großstädten, die N3-Autobahn zwischen Johannesburg und Durban. Das gesamte Straßennetz umfasste 1996 etwa 358.596 km, wovon nahezu 59.753 km asphaltiert sind. Auf allen öffentlichen Straßen in Südafrika gibt es Höchstgeschwindigkeitsbegrenzungen. Diese liegen bei 120 km/h auf Autobahnen, 100 km/h auf Landstraßen und 60 km/h innerhalb der Ortschaften. Große Teilabschnitte der Autobahnen des Landes sind heute gebührenpflichtig und mit einer gestaffelten Autobahngebühr je nach Fahrzeuggröße belegt.

    Da das öffentliche Transportsystem schlecht ausgebaut ist, sind viele Pendler auf Sammeltaxis, Busse oder den Individualverkehr angewiesen. Dies erhöht das Verkehrsaufkommen auf den Straßen erheblich und führt während der Hauptverkehrszeiten zu überfüllten Autobahnen und Staus in den Großstädten.

    Fahrradverkehr

    Für viele Südafrikaner ist das Fahrrad ein gebräuchliches Verkehrsmittel. Besonders in ländlichen Gegenden sind Fahrräder für die ärmere Bevölkerung oft das einzige erschwingliche private Transportmittel. Angesichts der bisweilen großen Entfernungen, der Topografie und der klimatischen Verhältnisse sind Fahrradfahrer im Straßenbild dennoch insgesamt recht selten anzutreffen. Ferner ist es gefährlich, in Südafrika auf städtischen Straßen mit dem Fahrrad zu fahren, die Zahl der tödlichen Unfälle von Fahrradfahrern steigt deutlich.[31]

    In den Städten gibt es eher wenige Hobby- und Sportradler, Radwege existieren nur selten. Die Argus Tour, die im März auf einer 105 km langen Route auf der Kap-Halbinsel stattfindet, gilt mit 35.000 Teilnehmern als eine der weltgrößten Eintagesradtouren überhaupt.

    Probleme des Landes

    Trotz der Aufwärtstendenz in Südafrika seit den Wahlen 1994 gibt es noch immer sehr große soziale Probleme. So werden Schwarze auch nach dem Ende der Apartheid meist immer noch weitaus schlechter bezahlt als Weiße. Große Teile der Bevölkerung leben in Townships außerhalb der Städte. Dabei handelt es sich um Wohnviertel, in denen trotz positiver Entwicklung der Lebensstandard auch heute noch sehr niedrig ist. Die Spanne zwischen armer und reicher Bevölkerung ist nach wie vor groß. Während die reichen Einwohner des Landes, nach wie vor vorwiegend Weiße, aber mittlerweile auch zunehmend Schwarze, in abgeschlossenen Wohnsiedlungen leben, die oft von Zäunen und Sicherheitspersonal umgeben sind, wohnt die Mehrzahl der Armen, hauptsächlich schwarze Bürger, in den Townships und findet nur schwer Anschluss an die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten des südafrikanischen Staates. AIDS ist weiterhin ein Hauptproblem. Ein weiteres großes Problem ist die enorm hohe Kriminalitätsrate und die Brutalität der Verbrechen, die sich besonders in den großen Städten manifestiert hat.

    Homelands und Townships

    Hauptartikel: Homeland

    Townships dienten während der Apartheid in Südafrika als Wohngegenden in der Nähe von Großstädten oder Industrieansiedlungen für die schwarze, die farbige (Coloureds) oder die indischstämmige Bevölkerung. Sie konnten Ausmaße einer mittleren Stadt annehmen. Ein bekanntes Beispiel ist Soweto (South Western Townships), heute ein Stadtteil von Johannesburg in der Provinz Gauteng im nordöstlichen Teil des Landes.

    Als Homelands wurden während der Apartheid die Stammesgebiete der Schwarzen in Südafrika bezeichnet, die aus den vormaligen Reservaten hervorgingen und bereits 1913 mit dem Natives Land Act (Act No. 27) eine legislative Grundlage erhielten. Sie wurden im Rahmen der Politik der damaligen Bantu Administration abwertend Bantustans genannt. Mit der Homeland-Politik sollten die Rassentrennung der Apartheid unter dem Motto der „separaten Entwicklung“ auch territorial durchgesetzt werden. Ein großer Teil der Schwarzen wurde aus dem Staat Südafrika ausgegliedert, nicht zuletzt um einen von Schwarzen beherrschten Einheitsstaat zu verhindern. Die Homelands waren als formell unabhängige Staaten vorgesehen, deren Bewohnern die (Schein-)Unabhängigkeit zugestanden werden sollte. Diese Gebiete waren ökonomisch, finanziell und militärisch jedoch fast vollständig von Südafrika abhängig. De facto stellten sie lediglich vom übrigen Staatsgebiet abgetrennte Reservate dar. Von den zehn Homelands, die während der Apartheid installiert wurden, erlangten vier den Status der Unabhängigkeit, der jedoch keine internationale Anerkennung fand. Die Transkei wurde 1976 zuerst für unabhängig erklärt, ein Jahr später folgte Bophuthatswana, Venda 1979 und Ciskei 1981. Nach dem Ende des Apartheidsregimes wurden die Homelands in die neun neuen und umorganisierten Provinzen der Republik Südafrika integriert.

    Südafrika hat heute noch mit den Auswirkungen dieser getrennten Entwicklung zu kämpfen. Die Gebiete der ehemaligen Homelands sind am geringsten entwickelt, haben sehr große Bevölkerungsdichten und das geringste Pro-Kopf-Einkommen. So ist beispielsweise die Provinz Ostkap, in die die größten und bevölkerungsreichsten Homelands Transkei und Ciskei integriert wurden, die ärmste und wirtschaftlich schwächste Provinz. Durch den niedrigen Lebensstandard in den ehemaligen Homelands und großen Teilen der Townships ist hier auch das Krankheitsrisiko höher und die Lebenserwartung geringer.

    Gesundheit

    Hauptartikel: HIV/AIDS in Afrika
    Datei:Life expectancy in some Southern African countries 1958 to 2003.png
    AIDS ist für eine rückläufige Lebenserwartung in Südafrika verantwortlich (Quelle: World Bank World Development Indicators, 2004)

    Zu den größten Gesundheitsproblemen Südafrikas gehört AIDS, das als „tickende Zeitbombe“ des Landes gilt. Im Jahr 2004 waren offiziellen Schätzungen zufolge etwa 21,5 % der südafrikanischen Bevölkerung zwischen 15 und 49 Jahren mit dem HI-Virus infiziert. Damit liegt die Quote international auf einem der vorderen Plätze nach Swasiland mit geschätzten 40 %. Die offizielle Anzahl der Infizierten ist mit etwa 5,2 Millionen in Südafrika weltweit am zweithöchsten, direkt nach Indien. Diese Entwicklung und die weitere Ausbreitung der Krankheit haben dramatische demografische Folgen für das Land: die Lebenserwartung nahm in den letzten 15 Jahren um rund 20 Jahre ab, von knapp 65 Jahren 1990 auf 43 Jahre 2005.

    Die Ursachen für die immer noch stetige Ausbreitung von HIV/AIDS liegen gemäß UNAIDS an der frühen sexuellen Aktivität der Jugendlichen (das Durchschnittsalter beim ersten Geschlechtsverkehr beträgt bei Männern 16,4 Jahre und bei Frauen 17 Jahre) in Zusammenhang mit schlechter bzw. schlicht nicht vorhandener Präventionsaufklärung. Bei den Fünfzehn- bis Neunzehnjährigen sind 4,8 % infiziert, bei den Zwanzig- bis Vierundzwanzigjährigen bereits 16,5 %. Auch sexuelle Gewalt scheint in Südafrika eine große Rolle zu spielen: etwa 28 % der Frauen geben an, schon mindestens einmal gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gedrängt worden zu sein. Das Land weist die höchste Rate an Vergewaltigungen in der Welt auf. Rund 52.000 Fälle werden jedes Jahr registriert (Stand 2005).[32] Die Dunkelziffer wird von Menschenrechtsorganisationen um ein Vielfaches höher eingeschätzt und reichen bis zu 1,5 Millionen pro Jahr.[33] Nach einer Studie der Vereinten Nationen belegte das Land im Zeitraum 1998–2000 den weltweit ersten Platz bei der Anzahl der Vergewaltigungen pro Einwohner.[34] Im UNAIDS-Bericht 2006 wird geschätzt, dass 2005 in Südafrika 320.000 Menschen im Zusammenhang mit AIDS starben.[35]

    Eine Mitschuld an der Verbreitung von AIDS in Südafrika trägt nach Meinung vieler Wissenschaftler auch der ehemalige Präsident Thabo Mbeki, ein AIDS-Leugner. Dieser hat wiederholt den Zusammenhang zwischen HIV und AIDS bestritten ebenso wie die Tatsache, dass es sich bei AIDS überhaupt um eine Krankheit handelt.[36][37]

    2004 lag die Säuglingssterblichkeit in Südafrika bei 54 pro 1000 Geburten.[38] 2006 betrugen die Gesundheitsausgaben 8,6 % des BIP.[39]

    Die Wasserversorgung des Landes hingegen ist annähernd auf dem Niveau der Industriestaaten: Zugang zu sauberem Trinkwasser, seit 2010 ein von der UNO gefordertes Menschenrecht, besitzen laut WHO und Unicef über 90 % der Südafrikaner. Im Nachbarland Mosambik haben weniger als die Hälfte der Menschen Trinkwasserzugang.[40]

    Kriminalität

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    Hinweis auf gefährliche Hijacking-Stelle auf der Autobahn N4 bei Witbank

    Die Kriminalität ist trotz ständiger Bemühungen der Regierung und der Polizei nach wie vor ein sehr großes Problem. Von Mai 2008 bis Mai 2009 wurden rund 2,1 Millionen Gewaltstraftaten in Südafrika registriert.[41] Die Zahl ist zwar rückläufig, jedoch hat Südafrika weiterhin unter den Ländern, in denen zuverlässige Polizeistatistiken existieren, die höchste Verbrechensrate.[42]

    In den zwölf Jahren zwischen dem Ende der Apartheid 1994 und 2006 wurden Südafrikas Polizei zufolge mehr als 420.000 Menschen getötet und mehr als 650.000 Vergewaltigungen (55.000 Vergewaltigungen 2007) angezeigt; die Dunkelziffer liegt Schätzungen zufolge bis zu zwanzigfach höher. Bei einer in den Provinzen Eastern Cape und Kwazulu-Natal durchgeführten Studie gaben 27,6 % aller befragten Männer an, schon mindestens einmal eine Frau vergewaltigt zu haben, die Hälfte davon gab mehrere Vergewaltigungen zu. Umgerechnet auf die Bevölkerungszahl kann somit mit vielen Millionen Vergewaltigungen in den letzten Jahrzehnten gerechnet werden.[43] Statistisch muss jede zweite Südafrikanerin damit rechnen, einmal in ihrem Leben vergewaltigt zu werden. Damit ist es für eine Frau wahrscheinlicher, vergewaltigt zu werden, als lesen zu lernen.[44] Eine Besonderheit stellen die so genannten Corrective rapes dar, bei denen lesbische Frauen durch Männer mit dem vorgeblichen Ziel, die sexuelle Orientierung des Opfers zu ändern, vergewaltigt werden. Zwischen 1994 und 2001 wurden bei mehr als 5500 Überfällen auf zumeist abgelegene Farmen über 1100 Weiße ermordet.[45]

    In der Bevölkerung hat sich inzwischen ein Gefühl der Gleichgültigkeit breit gemacht. Nur noch besonders brutale Morde und Vergewaltigungen oder Verbrechen an Prominenten sorgen für einen kurzen Aufschrei von Empörung und Entsetzen. Gleichzeitig versucht die Politik das Problem kleinzureden: Staatspräsident Jacob Zuma erklärte, die Medien erzeugten nur den Eindruck einer hohen Kriminalität, der ehemalige Präsident Thabo Mbeki sprach von einem „Wahrnehmungsproblem“.[42]

    Das Land verzeichnet einerseits deutliche Fortschritte (Rückgang der Morde um 8,5 %,[46] der Körperverletzungen um 31,4 %,[47] der Raubüberfälle um 38,0 %[48]), andererseits aber einen Anstieg der Sexualverbrechen um 8,2 %[49] und der Drogendelikte gar um 86,9 %[50] im Zeitraum von 2003 bis 2009. Das aus New York bekannte Zero-Tolerance-Konzept soll dabei geholfen haben, in einigen Bereichen niedrigere Zahlen zu erreichen. Damit wird das 2004 gesteckte Ziel der Regierung, die Zahl schwerer Verbrechen jedes Jahr um 7 bis 10 % zu senken, in einigen Bereichen erreicht werden, in anderen aber nicht.

    Nach wie vor stellen vor allem die hohen Mord- und Vergewaltigungsraten eine große Bedrohung für die Bevölkerung dar. Das führt inzwischen dazu, dass gerade wohlhabende Südafrikaner aller Hautfarben in Compounds genannte Vororte ziehen. Solche Wohnviertel haben eine eigene Infrastruktur mit Geschäften, Schulen etc., sind rundum mit hohen Zäunen abgesperrt und werden rund um die Uhr von privaten Sicherheitsdiensten bewacht. Auch Elektrozäune sind sehr häufig.[51] Diese Maßnahmen bieten einen gewissen Schutz vor Überfällen und ermöglichen ein Leben in (relativer) Sicherheit.[45]

    Die Ursachen für die enorm hohe Kriminalität sind vielfältig: Seit Jahrhunderten herrscht in Südafrika eine Gesellschaft, die Gewalt nicht nur akzeptiert, sondern sogar befürwortet und als normales Zeichen von Männlichkeit betrachtet. Hinzu kommt das System der Apartheid, das die traditionellen Gesellschaften der Schwarzen zerstört hat und heute zu zerrütteten Familien und häuslicher Gewalt führt, die an die Kinder weitergegeben wird.[52][53]

    Ebenso bedeutsam sind wirtschaftliche Gründe: Nach wie vor ist die Masse der Bevölkerung sehr arm und die Arbeitslosigkeit ist, vor allem in der jungen, schwarzen Bevölkerung, hoch. Langeweile und Perspektivlosigkeit entladen sich dabei oft in Gewalt. Dazu kommt die große soziale Ungleichheit mit ihren extremen Gegensätzen von armen (meist schwarzen) und reichen Bürgern in den Städten Südafrikas, die, wie auch in den Ländern Lateinamerikas, aufgrund von Neid, Gier und Hass der unteren Schichten zu hoher Kriminalität führt. Während sich reiche Südafrikaner dagegen schützen können, trifft dies auf die zahlreichen illegalen Einwanderer aus ärmeren afrikanischen Staaten nicht zu, sodass vor allem sie, die von armen Südafrikanern als unliebsame Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt angesehen werden, besonders häufig Opfer von Übergriffen und Pogromen werden.[54]

    Ineffizienz und Korruption in Polizei und Justiz sind ebenfalls ein großes Problem: Viele Straftäter werden trotz Anzeige nicht zur Rechenschaft gezogen, häufig werden Gerichtsverfahren (vor allem bei Vergewaltigungsfällen) aus Mangel an Beweisen eingestellt.[43]

    Kultur

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    Gefängnis auf Robben Island. Ort, an dem mehrere Anti-Apartheid-Kämpfer, auch Nelson Mandela, festgehalten wurden. UNESCO-Weltkulturerbe seit 1999.

    Südafrika hat aufgrund der historischen Entwicklung und der ethnischen Vielfalt keine einheitliche Kultur, die Sitten und Gebräuche unterscheiden sich sehr stark je nach Region und Bevölkerungsstruktur. Südafrika wird deshalb heute oft als Regenbogennation bezeichnet, da nur wenige Länder der Welt ebenso unterschiedliche Kulturen aus allen Erdteilen beheimaten.

    Von der schwarzen Bevölkerungsmehrheit lebt immer noch ein beträchtlicher Anteil in ärmlichen Verhältnissen in ökonomisch schwachen, ländlichen Gebieten. Besonders von diesen werden heute noch die traditionellen Riten mit Tanz und Musik gepflegt und am Leben gehalten, da mit der zunehmenden Verstädterung und Europäisierung Südafrikas und der ursprünglichen Bevölkerung auch traditionelle Bräuche und Gewohnheiten an Bedeutung verloren haben.

    Die schwarzen Südafrikaner, die in den Städten leben, sprechen nahezu alle zusätzlich zu ihren Muttersprachen auch Englisch oder Afrikaans. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts gibt es noch immer kleine Bevölkerungsgruppen, die Khoisan-Sprachen sprechen. Diese sind zwar keine offiziellen Landessprachen, aber anerkannt als eine der weiteren acht Hauptsprachen. Weiterhin gibt es mehrere kleine Gruppen, die vom Aussterben bedrohte Sprachen sprechen, meist aus der Sprachfamilie der Khoi-San, die um die offizielle Anerkennung ihrer Sprache und ihren Erhalt kämpfen.

    Die Lebensgewohnheiten der weißen Bevölkerungsminderheit sind in vielen Belangen ähnlich denen, die auch in Westeuropa, Nordamerika oder Ozeanien zu finden sind. Historische Feindseligkeiten zwischen Afrikanern und britisch-stämmigen Weißen wurden mittlerweile ausgeräumt und machten den Weg frei für ein friedliches Miteinander dieser beiden Volksgruppen.

    Trotz der Diskriminierung während der Zeit der Apartheid fühlen sich die farbigen Bewohner heute näher mit der weißen Kultur als mit der schwarzen südafrikanischen Kultur verbunden. Dies ist besonders bei denjenigen zu beobachten, die Afrikaans als Muttersprache sprechen und die gleichen oder ähnliche Religionen wie die Weißen haben. Nur eine kleine Minderheit der farbigen Bevölkerung, die auch als Kap-Malaien bekannt sind, sind Moslems.

    Asiaten, die hauptsächlich indischer Herkunft sind, pflegen ihr eigenes kulturelles Erbe, ihre Sprachen und Religionen. Die Inder wurden im 18. Jahrhundert an die Südspitze des afrikanischen Kontinents angesiedelt, um zunächst auf den Zuckerrohrfeldern Natals zu arbeiten. Die meisten sind Hindus oder sunnitische Moslems und sprechen mittlerweile als Muttersprache Englisch, während Sprachen wie Tamil oder Gujarati immer seltener in Südafrika anzutreffen sind.

    Bildung

    Die öffentlichen Schulen –, die die überwältigende Mehrheit der südafrikanischen Schulen darstellen – haben über 30 Schüler pro Lehrer.[55] Die Bildungsausgaben belaufen sich auf etwa 20 % der gesamten Staatsausgaben[55] und stellen damit den höchsten Einzelplan des Etats dar. Die Universitäten des Landes sind von unterschiedlicher Qualität, wobei mehrere zu den besten Universitäten Afrikas zählen.[55][56] Laut den World University Rankings 2010 der Times Higher Education ist die Universität Kapstadt mit Platz 107 die beste Universität Afrikas.[57] Die Tshwane University of Technology in Pretoria ist mit 60.000 Studenten die größte im südlichen Afrika. Das Hochschulsystem des Landes wird insgesamt gesehen bei weitem nicht der Nachfrage nach Studienplätzen gerecht.[58]

    In der Zeit der Apartheid waren vor allem die Bildungseinrichtungen der schwarzen Bevölkerungsmehrheit benachteiligt. Die Hauptursache war dafür der Bantu Education Act, der eine qualitativ mindere Bildung erzeugte und die Basis vieler traditionell verwurzelter Missionsschulen im Land unterlief. An der Universität Fort Hare in Alice konnten über die Apartheidsperiode hinweg Personen aus einheimischen Bevölkerungsgruppen eine eingeschränkte Hochschulausbildung erhalten. Zeitweilig war eine Schule mit gymnasialer Stufe und die Hochschulbildung für schwarze Schüler und Studenten in das SOMAFCO-Camp nach Tansania ausgelagert. Ungleiche Bildungschancen bestehen auch nach dem Ende der Apartheid fort und stellen eine große gesellschaftspolitische Herausforderung dar. Trotz hoher finanzieller Aufwendungen ist es der Regierungspolitik bislang nicht gelungen, diesem Problem zu begegnen.[59]

    Küche

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    Südafrikanische Spezialitäten

    In der südafrikanischen Küche liegt der Schwerpunkt auf Fleischgerichten aller Art, woraus sich auch eine beliebte Freizeitbeschäftigung der Südafrikaner entwickelte: das Grillen (afrikaans: Braai). Typische Gerichte und Speisen für den Braai bei der wohlhabenden Bevölkerung sind Boerewors (eine scharfe, grobe Wurstsorte), Steaks, Lamm-, Schweinekoteletts und Fisch über Holzkohle gegrillt. Eine weitere Spezialität ist Biltong, eine Art getrocknetes Fleisch vom Rind oder Wild, das in Südafrika oft als Snack gereicht wird. Häufig werden indisch inspirierte Curry-Gerichte gegessen. Die Küche der ärmeren, meist schwarzen Bevölkerung ist dominiert von schlichten Gerichten. Das bekannteste derartige Gericht ist Mealie-Pap, eine Art Maisbrei.

    Des Weiteren entwickelte sich Südafrika zu einem großen Weinproduzenten. Einige der besten Weingüter der Welt befinden sich bei Stellenbosch, Franschhoek und Paarl im Westkap.

    Musik

    Eine sehr große Vielfalt lässt sich auch in der Musikszene beobachten. Aufbauend auf Rock ’n’ Roll und Swing entstand in den 1950er-Jahren die Kwelamusik, die sich durch den Einsatz von Blechflöten auszeichnete.[60] Der Johannesburger Stadtteil Sophiatown galt damals als das Mekka des südafrikanischen Jazz; sein musikalisches Leben wurde in dem Musical King Kong dargestellt. Die wohl bekannteste Vertreterin südafrikanischer Musik ist Miriam Makeba (1932–2008), die ebenfalls in Sophiatown ihre ersten Erfolge feierte und in den 1960er-Jahren mit dem in Xhosa gesungenen Lied Pata Pata einen Welthit landete. Sie wurde 1959 wegen ihres Engagements gegen die damalige Apartheid-Politik nach einer Auslandsreise mit einem Rückkehrverbot belegt. Sie trug aufgrund ihrer großen Popularität den Beinamen Mama Afrika.[61]

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    Der bekannte südafrikanische Jazzmusiker Hugh Masekela

    Zu den weltweit bekanntesten Jazzmusikern Südafrikas zählen der Saxophonist Kippie Moeketsi, der Trompeter und Sänger Hugh Masekela und der Pianist Abdullah Ibrahim, dessen Stilrichtung Cape-Jazz genannt wird. Die Popmusikerin Brenda Fassie erreichte mit ihrem Song Weekend Special die britischen Charts. Die Gruppe Ladysmith Black Mambazo singt A-Cappella-Musik und wurde neben weiteren Gruppen wie Stimela durch die Zusammenarbeit mit dem US-amerikanischen Musiker Paul Simon 1986 weltweit bekannt. Zahlreiche weitere Bands und Solisten wurden zumindest im südlichen Afrika erfolgreich, etwa der Reggae-Musiker Lucky Dube und die Sängerin Yvonne Chaka-Chaka. In den 1990er-Jahren entwickelte sich der südafrikanische Musikstil Kwaito, eine Mischung aus afrikanischer Popmusik, Rap und House.[62]

    Mimi Coertse wurde eine bekannte Opernsängerin, die später in Wien engagiert war. Das Soweto String Quartet führt klassische Musik mit afrikanischen Elementen auf. Die Musiker und Sänger verschiedener Hautfarben vermeiden weitgehend die traditionellen afrikanischen Musikstile und pflegen eher europäische Musikkultur.[63] In Südafrika gibt es auch einen Markt für Musik auf Afrikaans, die sehr häufig Elemente der Country-Musik enthält. Auch Singer-Songwriter wie Jennifer Ferguson treten in Südafrika auf.

    Literatur

    Viele der ersten schwarzen Autoren lernten das Lesen und Schreiben von europäischen Missionaren, weshalb die Mehrzahl der ersten südafrikanischen Bücher auf Englisch oder Afrikaans geschrieben wurden. Einer der ersten bekannten Romane, der von einem schwarzen Autor in einer afrikanischen Sprache geschrieben wurde, war Mhudi von Solomon Thekiso Plaatje im Jahr 1930.

    Zu den bekannten südafrikanischen Schriftstellern gehören außerdem Nadine Gordimer, geboren 1923, die als erste Südafrikanerin und siebte Frau insgesamt im Jahr 1991 den Literatur-Nobelpreis erhielt,[64] und Athol Fugard, dessen Bühnenstücke regelmäßig in den Theatern Südafrikas, Londons and New Yorks Premiere feierten.

    Alan Paton veröffentlichte im Jahr 1948 seinen viel beachteten Roman Cry, the Beloved Country, der später auch verfilmt wurde. Die Geschichte, die von einem schwarzen Priester der nach Johannesburg kommt, um seinen Sohn zu finden, erzählt, wurde weltweit zum Bestseller. In den 1950er-Jahren begann die spätere Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer mit der Veröffentlichung ihrer ersten Werke. Ihr bekanntester Roman Julys Leute (original: July’s People) erschien im Jahr 1981 und handelt vom Fall der weißen Minderheiten-Herrschaft.

    Auch Schriftsteller, die in Afrikaans schrieben, veröffentlichten kontroverse Werke. Breyten Breytenbach wurde für seine Beteiligung an der Guerilla-Bewegung gegen das Apartheidsregime inhaftiert. André Philippus Brink war der erste Afrikaaner, dessen Bücher von der Regierung indiziert wurden, nachdem er seinen Roman A Dry White Season veröffentlicht hatte, der von einem Weißen handelt, der die Wahrheit über den Tod eines schwarzen Freundes in Polizeigewahrsam herausfindet.

    Einige wichtige schwarze Schriftsteller gelangten in den 1970er-Jahren zu Berühmtheit, wie beispielsweise Mongane Wally Serote, dessen Werk No Baby Must Weep einen Einblick in den Alltag eines schwarzen Südafrikaners während der Apartheid gibt. Zakes Mda, ein weiterer bekannter schwarzer Romanschreiber, gewann mit seinem Roman The Heart of Redness den Commonwealth Writers Prize im Jahr 2001. Sein Werk wurde fest in den Lehrplan an südafrikanischen Schulen aufgenommen. John Maxwell Coetzee, der seine Tätigkeit als Schriftsteller in den 1970er-Jahren begann, wurde erst zwei Dekaden später international bekannt. Sein im Jahr 1999 erschienener Roman Schande (original: Disgrace) brachte ihm den renommierten Booker Prize und 2003 den Nobelpreis für Literatur.


    Feiertage

    In Südafrika gibt es folgende gesetzliche Feiertage. Sollte einer dieser Tage auf einen Sonntag fallen, ist der darauf folgende Montag ein Feiertag.

    Datum Deutscher Name Südafrikanischer Name Anmerkungen
    1. Januar Neujahr New Year’s Day  
    21. März Tag der Menschenrechte Human Rights Day Jahrestag des Massakers von Sharpeville 1960
    März oder April Karfreitag und Ostermontag Good Friday und Family Day Freitag vor und Montag nach Ostersonntag
    27. April Freiheitstag Freedom Day Jahrestag der ersten demokratischen Wahlen 1994
    1. Mai Tag der Arbeit Workers’ Day  
    16. Juni Tag der Jugend Youth Day Jahrestag des Beginns der Rassenunruhen in Soweto 1976 (früherer Name: Soweto-Tag)
    9. August Tag der Frauen National Women’s Day Jahrestag der Frauen-Demonstration gegen das Pass-Gesetz 1956
    24. September Tag des Erbes Heritage Day
    16. Dezember Versöhnungstag Day of Reconciliation Jahrestag der Schlacht am Blood River 1838 zwischen Buren und Zulu. Dieser Tag war bereits während der Apartheid als „Gelöbnis-Tag“ oder „Schwur-Tag“ Feiertag und bekam 1995 seine neue Bedeutung.
    25./26. Dezember Weihnachten Christmas Day und Boxing Day  

    Sport

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    Das Green Point Stadium in Kapstadt, einer der Spielorte für die FIFA-WM 2010

    In Südafrikas Sport lässt sich, wie in nahezu allen anderen öffentlichen Bereichen, eine Trennung in ethnische Gruppen beobachten. Die mit Abstand populärste Sportart unter der schwarzen Bevölkerung ist Fußball. Da auch Weiße die Sportart auf hohem Niveau ausüben, war Fußball während der Zeit der Apartheid weniger stark von den ethnischen Abgrenzungen betroffen als beispielsweise das Rugby. Die Südafrikanische Fußballnationalmannschaft, von den Fans Bafana Bafana (von isiZulu: unsere Jungs) genannt, konnte sich seit dem Ende der Apartheid und der Wiederaufnahme in die FIFA zweimal für die Endrunde um die Fußball-Weltmeisterschaft qualifizieren (1998 und 2002). Nach einem erfolglosen Bewerbungsversuch erhielt das Land als erste afrikanische Nation den Zuschlag für die Ausrichtung der WM 2010. Ein weiterer Erfolg der Fußball-Nationalmannschaft ist der Gewinn der Afrikameisterschaft im Jahr 1996.

    Die wichtigste Sportart der Weißen ist Rugby Union, gefolgt von Cricket. Während der Apartheid waren diese beiden Sportarten nahezu ausschließlich der weißen Minderheit vorbehalten. Rugby ist bei den Afrikanern besonders beliebt, während Cricket auch heute traditionell eher von den englischsprechenden Weißen gespielt wird. Die größten sportlichen Erfolge der Springboks, wie die Rugby-Nationalmannschaft genannt wird, waren die Gewinne der Rugby-Union-Weltmeisterschaften 1995 im eigenen Land und 2007 in Frankreich sowie die Gewinne des Tri-Nations-Turniers gegen Australien und Neuseeland in den Jahren 1998 und 2004. Die Springboks waren während der Apartheid aufgrund ihres Ausschlusses nicht-weißer Spieler ein Symbol für die Rassentrennung, wurden aber während der Weltmeisterschaft 1995 zu einem Teil des Neuen Südafrikas, als der damalige Präsident Nelson Mandela das Endspiel in einem Springbok-Trikot verfolgte. Die nationale Rugby-Meisterschaft ist der Currie Cup, einzelne Mannschaften spielen in der internationalen Liga Super Rugby.

    Eine sportliche Sensation lieferte die südafrikanische Freistil-Staffel, die 2004 völlig überraschend die erste südafrikanische olympische Goldmedaille über die sonst von US-Amerikanern und Australiern dominierte 4× 100-m-Freistil-Strecke in Weltrekordzeit gewann und in Südafrika einen Schwimmsport-Boom auslöste. Roland Mark Schoeman und Ryk Neethling gehören zu den erfolgreichsten Schwimmern der Gegenwart.

    Deutsche Schulen in Südafrika

    Medien

    Südafrika hat seit dem Ende der Apartheid eine umfangreiche, freie und sehr aktive Medienlandschaft. Die vielen unterschiedlichen Fernseh-, Hörfunksender und Printmedien des Landes, die in den verschiedenen Amtssprachen senden und veröffentlichen, verdeutlichen die kulturelle Vielfalt der Bewohner. Als meistgenutzte Sprache in den Medien hat sich jedoch in den vergangenen Jahren die englische Sprache herauskristallisiert, gefolgt von Afrikaans.

    Pressefreiheit wurde in Südafrika nicht zu allen Zeiten garantiert. Weil mehrere südafrikanische Medien das Apartheid-System offen kritisierten, wurde sie bis zum Jahr 1994 immer stärker durch staatliche Zensur eingeschränkt. Nach dem Sturz der weißen Minderheitsregierung wurde die Zensur abgeschafft und eine neue, liberale, nicht diskriminierende Verfassung mit unumstößlichen Menschenrechten wurde in Kraft gesetzt. Diese beinhaltete auch das Bürgerrecht auf freie Meinungsäußerung, die Freiheit der Presse und Medien, sowie das Recht auf künstlerische Freiheit und wissenschaftliche Forschung. Im Jahr 2005 befindet sich das Land auf dem weltweiten Index der Pressefreiheit, der von der Organisation Reporter ohne Grenzen herausgegeben wird, gemeinsam mit Australien auf Rang 31.

    Trotz all dieser Fortschritte gibt es immer noch Kritik an einigen Punkten der Pressefreiheit. Nahezu alle großen Tageszeitungen werden von nur vier großen Medienunternehmen herausgegeben, was zukünftig zu einseitiger Berichterstattung führen könnte. Zusätzlich wird bemängelt, dass die South African Broadcasting Corporation (SABC), der staatliche Fernsehsender, zu regierungs- bzw. ANC-freundlich berichtet, da die Mehrheit der führenden Angestellten des Senders Mitglieder der ANC sind oder von diesem beeinflusst werden. Problematisch sind auch die Vorhaben der Regierung, wonach die Berichterstattung der südafrikanischen Medien, insbesondere die der Zeitungen, reguliert werden solle.[66]

    Zeitungen

    Die Geschichte der Zeitung in Südafrika beginnt im Jahr 1800, als der damalige Gouverneur der Kapkolonie die Cape Town Gazette und den African Advertiser initiierte. Die erste private Zeitung, der SA Commercial Advertiser wurde ab dem Jahr 1824 herausgegeben. Die erste niederländischsprachige Zeitung De Zuid Afrikaan wurde im Jahr 1830 veröffentlicht, die erste Zeitung in einer afrikanischen Sprache, Umshumayeli Wendaba 1837 und die erste Zeitung in Afrikaans, Die Afrikaanse Patriot, im Jahr 1876.

    Nach einem Bericht des South African Audit Bureau of Circulation (ABC) gibt es in den Städten 36 Tages- und Wochenzeitungen – 29 auf Englisch, vier auf Afrikaans, zwei in Zulu und eine in Xhosa. Die Gegensätzlichkeit zwischen Bevölkerungsstruktur und Sprachen der veröffentlichten Zeitungen kann erklärt werden durch die unterschiedliche Alphabetisierungsquoten, den weit verbreiteten Gebrauch von Englisch oder auch die früher vorhandene staatliche Zensur, die die Entwicklung einer gemischten Zeitungskultur verlangsamte. Des Weiteren gibt es eine sehr große Anzahl kostenloser (werbefinanzierter) lokaler Zeitungen in verschiedenen Sprachen. Täglich werden etwa 1,3 Millionen Zeitungen im ganzen Land verkauft. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gibt es nur sehr wenige überregionale Tageszeitungen, diese Funktion ist größtenteils den Sonntagszeitungen vorbehalten.[67]

    Einige Zeitungen sind heute noch nicht in Besitz großer Medienunternehmen, die Mehrheit wird aber von den vier großen Konzernen des Landes, Johnnic Publishing, Nasionale Pers, Independent News and Media und CTP/Caxton verlegt.

    Fernsehen

    Obwohl Südafrika das meistentwickelte Land des afrikanischen Kontinents ist, war das Land eines der Letzten, in denen das Fernsehen eingeführt wurde. Die Gründe hierfür waren die ideologischen Vorstellungen der weißen Minderheitsregierung, die das Fernsehen als Bedrohung für die staatliche Kontrolle der Medien ansah. Es wurde auch als Bedrohung für das Afrikaans und die niederländisch-stämmige Bevölkerung angesehen, die unfairen Wettbewerb gegen die Afrikaans-Presse fürchteten.

    Im Jahr 1971 wurde der staatlichen Medienanstalt South African Broadcasting Corporation (SABC), die bis dahin auch das De-facto-Monopol über den Radiofunk hatte, erlaubt, ein Fernsehprogramm auszustrahlen. Die Testsendungen begannen 1975 in den großen Städten und die landesweite Ausstrahlung begann 1976. Zu Anfang war das südafrikanische Fernsehen komplett gebührenfinanziert, was sich mit der Einführung von Fernsehwerbung im Jahr 1978 änderte.

    Das Fernsehen ist heute immer noch der am stärksten regulierte Mediensektor in Südafrika und wird (wie auch das Radio) durch die Independent Communications Authority of South Africa (ICASA) reguliert. Senderechte, besonders für das Fernsehen, werden nur von dieser Einrichtung vergeben. Bis heute haben lediglich zwei private Fernsehsender die Erlaubnis zur Programmausstrahlung erhalten. Die Sendelizenzen beinhalten auch Vorgaben über die Gestaltung des Programms, wie beispielsweise den Bildungsanteil, die von den Sendern unbedingt eingehalten werden müssen.

    Im Jahr 2005 gibt es nur vier freiempfangbare Fernsehsender in Südafrika, die Kanäle 1, 2 und 3 der SABC und den Sender e.tv. Der einzige Anbieter von Bezahlfernsehen und Satellitenfernsehen ist Multichoice mit dem terrestrischen Bezahlfernsehsender M-Net und DStv, dem digitalen Satellitenfernsehen mit etwa 50 nationalen und internationalen Kanälen. Das Bezahlfernsehen in Südafrika hat mittlerweile mehrere Hunderttausend Abonnenten.

    Hörfunk

    Der Rundfunk in Südafrika ist seit langem das Massenmedium mit der größten Verbreitung. Die Liberalisierung dieses Sektors im Jahr 1996 führte zu einer starken Zunahme der Anzahl der Rundfunkstationen. Im Jahr 2005 hatte beispielsweise Johannesburg mehr als 40 verschiedene Radiostationen. Der Betrieb von Rundfunksendern wird weit weniger staatlich reguliert als die Fernsehsparte.

    In Südafrika gibt es sowohl Rundfunkstationen mit regionalem Sendegebiet als auch landesweite Rundfunkprogramme. Hinsichtlich der Finanzierung sind unterschiedliche Modelle vorhanden: von den staatlichen Radiosendern des SABC bis zu komplett werbefinanzierten Privatsendern, die eine bestimmte Stadt, einen Stadtteil oder eine Bevölkerungsschicht als Zielgruppe haben. Die Mehrzahl der Stationen sendet auf Englisch, wobei auch die anderen offiziellen Sprachen des Landes in der Programmausstrahlung berücksichtigt werden.

    Bibliotheken

    Das Bibliothekswesen in Südafrika begann in der Zeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in der auch die ersten Missionsbibliotheken entstanden. Ab 1928 entstand langsam das moderne Bibliothekswesen, wobei sich bis heute immer noch große Unterschiede zwischen arm und reich beziehungsweise innerhalb verschiedener Regionen herauskristallisiert. Jede Provinz besitzt ihre eigene Bibliotheksautorität. In den Großräumen Johannesburg und Kapstadt sind die meisten Einzelbibliotheken konzentriert.

    Siehe auch

    Literatur

    Weblinks

     Commons: Südafrika – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Südafrika – geographische und historische Karten
     Wiktionary: Südafrika – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

    Einzelnachweise

    1. Mid-year population estimates 2010 (PDF) 10. August 2010
    2. Nkosi Sikelel’ iAfrika. Abgerufen am 23. Januar 2009: „In 1996 a shortened, combined version of the two anthems was released as the new National Anthem.“
    3. Ernst Klimm, Karl-Günther Schneider, Bernd Wiese: Das südliche Afrika. (Wissenschaftliche Länderkunden Band 17), Darmstadt 1980. S. 36–42
    4. Klimm, S. 40–41, 285–289
    5. Klimm, S. 36
    6. Klimm, S. 39, 95-96, 98, 284-287
    7. Dieter Hoppe, Peter Welcke: Langflügelpapageien. Ulmer Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-8001-4786-6, S. 138–140.
    8. Vgl. die Ergebnisse der Volkszählung von 2001. (PDF)
    9. Mid-year population estimates 2010 (PDF) 10. August 2010
    10. Artikel in der taz zur Registrierung der Flüchtlinge, abgerufen am 29. Mai 2011
    11. Die Rache der Geschichte. In: Tagesspiegel, 17. März 2007
    12. Statistics South Africa: Mid-year population estimates, South Africa, 2009
    13. Auswärtiges Amt – Länderinformationen.
    14. Webpräsenz der Südafrikanischen Regierung auf www.info.gov.za: Abschnitte Segregation und Apartheid (englisch)
    15. 1961. Republic of South Africa Constitution Act No 32. auf www.nelsonmandela.org (englisch)
    16. Republic of South Africa Constitution Act (Act No 32 / 1983), DISA-Bibliothek der University of KwaZulu-Natal (englisch)
    17. http://2010sdafrika.wordpress.com/2010/09/30/direktor-des-bundesrates-im-interview/
    18. Wahlkommission erklärt ANC zum Wahlsieger
    19. Peter Draper, Elizabeth Sidiropoulos, Keri Leicher: Südafrikas Ziele auf dem G-20-Treffen. KAS-Auslandsinformationen 5/2010, S. 123–142.
    20. http://2010sdafrika.wordpress.com/2010/03/04/manover-good-hope-iv-in-action/
    21. bevoelkerungsstatistik.de
    22. Website der Gewerkschaft der Minenarbeiter (englisch), abgerufen am 20. Februar 2012
    23. Tages-Anzeiger: Südafrika setzt auf Atomenergie 20. Februar 2007
    24. South Africa Indicator Report 2009. Abgerufen am 3. Juli 2010.
    25. Südafrika, Klasse statt Rasse, Focus, 10. April 2004
    26. Südafrika droht Exodus der Elite, Spiegel Online, 23. Juni 2008
    27. 27,0 27,1 27,2 27,3 Wirtschaftsdaten Südafrika (PDF) gtai, 2010
    28. Inflation Südafrika, IMF, 2010
    29. 29,0 29,1 29,2 29,3 The World Factbook
    30. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten. Fischer, Frankfurt 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4.
    31. Regierungswebsite Arrive Alive
    32. Sivuyile Mangxamba: Südafrika – Mit dem Alptraum-Kondom gegen Vergewaltiger, afp, 10. September 2005, SPON
    33. BBC News: S Africa ‘rape trap’ condemned , BBC, 10. Juni 2005, online unter bbc.co.uk
    34. zitiert nach NationMaster: South African Crime Statistics, unter nationmaster.com
    35. AIDS Foundation South Africa: HIV/AIDS in South Africa
    36. Perspektiven für Afrika: Seuche der Ignoranz in Spiegel Special Geschichte, Ausgabe 2/2007 vom 22. Mai 2007
    37. Peter-Philipp Schmitt: Der Aidskritiker von Toronto. In: FAZ, 19. August 2006.
    38. WHO Country Offices in the WHO African Region – WHO | Regional Office for Africa (PDF) Afro.who.int. Abgerufen am 19. Juni 2010.
    39. WHO | South Africa. Who.int. 11. Mai 2010. Abgerufen am 19. Juni 2010.
    40. Trinkwasser-Versorgung: Anteil der Bevölkerung mit Zugang zu sauberem Trinkwasser (PDF-Datei - 1,2 MB) in Frankfurter Rundschau vom 29. Juli 2010
    41. Kriminalstatistik der südafrikanischen Polizei (PDF-Datei, englisch), abgerufen am 18. Mai 2011
    42. 42,0 42,1 Deutschlandfunk: Kriminalität: Südafrikas zweite Katastrophe 1. Februar 2007
    43. 43,0 43,1 Vergewaltigungen in Südafrika: "Kein Gericht kann mich heilen" in die tageszeitung vom 19. August 2009
    44. 20 Minutenonline Jeder vierte Südafrikaner ist ein Vergewaltiger
    45. 45,0 45,1 Peter Scholl-Latour: Afrikanische Totenklage – Der Ausverkauf des Schwarzen Kontinents. Goldmann, München 2003, ISBN 978-3-442-15219-3, S. 346.
    46. Amtliche Statistik 22. September 2009 (PDF) Abgerufen am 19. Juni 2010.
    47. Amtliche Statistik 22. September 2009 (PDF) Abgerufen am 19. Juni 2010.
    48. Amtliche Statistik 22. September 2009 (PDF) Abgerufen am 19. Juni 2010.
    49. Amtliche Statistik 22. September 2009 (PDF) Abgerufen am 19. Juni 2010.
    50. Amtliche Statistik 22. September 2009 (PDF) Abgerufen am 19. Juni 2010.
    51. Claudia Bröll: Mandelas liebste Literatin. faz.net vom 3. Januar 2012, abgerufen am 4. Januar 2012
    52. SZ: Vergewaltigung in Südafrika – Gewalt gebiert Gewalt (20. Juni 2009)
    53. Spiegel-Online: Missbrauch in Südafrika – Alle zehn Minuten eine Vergewaltigung (26. Juni 2009)
    54. ARD-Dokumentation Risse im Regenbogen – Südafrikas unsichere Zukunft, 2009
    55. 55,0 55,1 55,2 Education in South Africa. SouthAfrica.info. Abgerufen am 19. Juni 2010.
    56. World Universities’ ranking on the Web: Top Africa. Webometrics.info. Abgerufen am 19. Juni 2010.
    57. THE World University Rankings 2010, abgerufen am 10. Oktober 2010
    58. Lydia Polgreen: Fatal Stampede in South Africa Points Up University Crisis The New York Times, 10. Januar 2012.
    59. Vgl. Jennifer Schuster, „Gleiche Bildung für alle? Die südafrikanische Schulbildung 17 Jahre nach dem Ende der Apartheid“, KAS-Auslandsinformationen07/2011, Berlin 2011, S. 43–61, hier: S. 44f.
    60. Informationen zu Kwela, abgerufen am 19. Juni 2010
    61. Miriam Makeba gestorben: Mama Afrika ist tot in Süddeutsche Zeitung vom 10. November 2008
    62. Südafrika: Kwaito als musikalische Befreiung in Deutsche Welle vom 17. Mai 2010
    63. Soweto String Quartet. lastfm.de. Abgerufen am 19. Juni 2010.
    64. Website des Nobelpreis-Komitees (englisch), abgerufen am 30. Mai 2011
    65. http://2010sdafrika.wordpress.com/2012/02/22/deutsche-schule-in-kapstadt/
    66. Pressefreiheit in Südafrika: Effizienter kontrolliert in die tageszeitung vom 24. September 2010
    67. Verbreitungsgebiete nach The press in South Africa auf southafrica.info, letzter Abruf 17. November 2008 (englisch)
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