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Liste der Stolpersteine in Berlin-Baumschulenweg

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Die Liste der Stolpersteine in Berlin-Baumschulenweg enthält die Stolpersteine im Berliner Ortsteil Baumschulenweg im Bezirk Treptow-Köpenick, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Tabelle ist teilweise sortierbar; die Grundsortierung erfolgt alphabetisch nach dem Familiennamen.

Bild Name Standort Verlegedatum Leben
Stolperstein Rodelbergweg 12 (Baums) Emma Bry.jpg Bry, EmmaEmma Bry Rodelbergweg 12 20. Sep. 2013 Emma Bry wurde am 3. Februar 1871 in Schöneck in Westpreußen im heutigen Polen geboren. Die Ehe von Emma und Hermann Bry blieb kinderlos. Nach dem Tode des Mannes übernahm Emma Bry das Geschäft in der Baumschulenstraße 12, der Name „Kaufhaus Hermann Bry“ wurde jedoch beibehalten. Die Pogromnacht am 9. November 1938 betraf auch ihr Geschäft. Es wurde zerstört und geplündert und anschließend „arisiert“. Am 14. September 1942 wurde sie mit dem „2. großen Alterstransport“ (Zugnummer „Da 514“) vom Güterbahnhof Berlin-Moabit (Putlitzstraße) nach Theresienstadt deportiert. Vorher wurde sie genötigt, einen „Heimeinkaufsvertrag“ zu unterzeichnen, ihr gesamtes Vermögen wurde eingezogen. Am 19. April 1944 wurde sie in Theresienstadt ermordet.
Stolperstein Rodelbergweg 12 (Baums) Hermann Bry.jpg Bry, HermannHermann Bry Rodelbergweg 12 20. Sep. 2013 Hermann Bry wurde in am 23. August 1872 in Schrimm (jetzt Polen) geboren. 1926 wurde er erstmals als Inhaber des „Kaufhaus Hermann Bry“ in der Baumschulenstraße 12 genannt, seine Wohnadresse war der Rodelbergweg 12. Sein Geschäft war Ziel des Boykotts jüdischer Geschäfte am 1. April 1933. Hermann Bry verstarb im Jahre 1935 im Alter von 63 Jahren an einem Schlaganfall und wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee in der Abteilung N7 begraben. Ab 1935 übernahm seine Ehefrau Emma Bry das Geschäft in der Baumschulenstraße.
Stolperstein Rodelbergweg 12 (Baums) Anna Sophie Jacobi.jpg Jacobi, Anna SophieAnna Sophie Jacobi Rodelbergweg 12 20. Sep. 2013 Anna Sophie Jacobi geb. Hirschberg, geboren am 14. Juni 1875 in Berlin; Mutter von Käte Hilde Jacobi. Sie wurde am 7. September 1942 mit dem 58. Alterstransport nach Theresienstadt deportiert und am 29. September 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet.
Stolperstein Rodelbergweg 12 (Baums) Käte Hilde Jacobi.jpg Jacobi, Käte HildeKäte Hilde Jacobi Rodelbergweg 12 20. Sep. 2013 Käte Hilde Jacobi, geboren am 23. Dezember 1904 in Berlin, war Arbeiterin bei Siemens-Halske in Berlin-Jungfernheide. Vom Arbeitsplatz wurde sie am 1. März 1943 verhaftet und mit dem 31. Osttransport nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das Todesdatum ist unbekannt.
Stolperstein Güldenhofer Ufer 10 (Baums) Käte Mugdan.jpg Mugdan, KäteKäte Mugdan Güldenhofer Ufer 10 27. Feb. 2008 Käte Mugdan, geb. Rosenthal, geboren am 13. Januar 1859 in Magdeburg. Flucht in den Tod am 27. August 1942 in Berlin unmittelbar vor der Deportation nach Theresienstadt.[1]
Stolperstein Güldenhofer Ufer 10 (Baums) Alfred Selbiger.jpg Selbiger, AlfredAlfred Selbiger Güldenhofer Ufer 10 27. Feb. 2008 Alfred Selbiger, geb. am 16. Mai 1911 in Berlin, war Rabbiner und Jugendleiter auf Gut Havelberg zur landwirtschaftlichen sowie handwerklichen Ausbildung von Palästina-Pionieren (Hachschara). Er wurde im Rahmen der „Gemeinde-Aktion“ Anfang Dezember 1942 als Geisel mit weiteren 19 Mitgliedern der Reichsvereinigung für nicht zur Deportation erschienene Juden verhaftet und am 20. November 1942 im KZ Sachsenhausen oder im Außenlager Lichterfelde erschossen. Seine Frau und seine Eltern wurden ebenfalls Opfer des Holocausts.
Stolperstein Güldenhofer Ufer 10 (Baums) Emma Selbiger.jpg Selbiger, EmmaEmma Selbiger Güldenhofer Ufer 10 27. Feb. 2008 Emma Selbiger, geb. Behr, geboren am 21. Mai 1885 in Flatow, wurde am 9. Dezember 1942 mit dem 24. Osttransport ins KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das Todesdatum ist unbekannt.
Stolperstein Güldenhofer Ufer 10 (Baums) Erika Selbiger.jpg Selbiger, ErikaErika Selbiger Güldenhofer Ufer 10 27. Feb. 2008 Erika Selbiger, geb. Katz, geboren am 18. Juni 1914 in Rogasen war Leiterein des Hachschara-Gutes Havelberg zur landwirtschaftlichen sowie handwerklichen Ausbildung von Palästina-Pionieren. Sie wurde am 9. Dezember 1942 mit dem 24. Osttransport ins KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das Todesdatum ist unbekannt.
Stolperstein Güldenhofer Ufer 10 (Baums) Heinrich Selbiger.jpg Selbiger, HeinrichHeinrich Selbiger Güldenhofer Ufer 10 27. Feb. 2008 Heinrich Selbiger wurde am 2. August 1884 in Schlochau geboren. Er diente im Ersten Weltkrieg in der deutschen Armee. Er unterrichtete Geschichte, jüdische Geschichte und Hebräisch in der Mittelschule der Jüdischen Gemeinde zu Berlin in der Großen Hamburger Straße.[2] Er wurde am 9. Dezember 1942 mit dem 24. Osttransport ins KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet. Das Todesdatum ist unbekannt.
Stolperstein.Baumschulenweg.Späthstraße 80 81.Hellmut Späth.4507.jpg Späth, HellmutHellmut Späth Späthstraße 80/81
(Treppe am Verwaltungsgebäude der Späth’schen Baumschulen)
Hellmut Späth, Späthstraße 80/8152.45355113.474304 15. Sep. 2010 Hellmut Späth, Inhaber der Späth’schen Baumschulen, wurde wegen „Umgangs mit Juden und versteckter Hetz- und Wühlarbeit gegen Deutschland“ im Jahre 1943 verhaftet, wegen „Kriegswirtschaftsvergehen“ verurteilt und in der Justizvollzugsanstalt Bautzen inhaftiert.[3] Später wird er in das KZ Sachsenhausen eingeliefert, wo er am 15. Februar 1945 einem Massenmord an den Häftlingen zum Opfer fiel.[4][5] Der Stein wurde am 18. September 2010 feierlich eingeweiht. Ein weiterer Stolperstein für Späth liegt vor dem Hauptportal der Landesschule Pforta in Schulpforte.[6]

Ein weiterer Stolperstein für Hellmut Späth wurde in Naumburg (Saale), Ortsteil Schulpforta verlegt, siehe hierzu Liste der Stolpersteine in Naumburg (Saale).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stolpersteine. Child Servivors Deutschland e.V., abgerufen am 4. Februar 2013.
  2. Stolpersteine in Berlin Treptow-Köpenick. (PDF; 6,7 MB) eine Dokumentation über 30 Orte des Gedenkens mitten unter uns. Bund der Antifaschisten Treptow e.V. und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Köpenick e.V., , S. 16–27, abgerufen am 2. Februar 2013.
  3. Frauke Böger: Folgen eines Verdachts. In: die tageszeitung. 17. September 2010, ISSN 0931-9085 (online, abgerufen am 4. Februar 2013).
  4. Heinrich-Wilhelm Wörmann: Widerstand in Köpenick und Treptow. 2 Auflage. Band 9, Berlin 2010, ISBN 978-3-926082-43-5, S. 265.
  5. Berlin: Dr. Hellmut Späth wird mit "Stolperstein" geehrt. Pressemitteilung Späth'sche Baumschulen Berlin. In: dega-gartenbau.de. 1. September 2010, abgerufen am 4. Februar 2013.
  6. Albrecht Günther: Stolpersteine mahnen gegen das Vergessen. In: Mitteldeutsche Zeitung. 17. August 2009 (online, abgerufen am 4. Februar 2013).


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