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KZ Auschwitz

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Einfahrtsgebäude ins KZ Auschwitz-Birkenau kurz nach der Befreiung 1945

Auschwitz oder KZ Auschwitz bezeichnet einen Lagerkomplex, der aus dem größten Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und zwei weiteren Konzentrationslagern im damals deutsch besetzten Polen bestand. Diese drei Konzentrationslager wurden zwischen 1940 bis 1945 während der Zeit des Nationalsozialismus bei Kraków (deutsch: Krakau) am Westrand der von den deutschen Besatzern in „Auschwitz“ umbenannten polnischen Stadt Oświęcim errichtet. Zu dem Lagerkomplex gehörten auch eine Vielzahl von Neben- oder Außenlagern in der Region. Es handelte sich um die räumlich größte Ansammlung von Konzentrationslagern des Deutschen Reichs, in denen über 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden (siehe Opferzahlen der Konzentrationslager Auschwitz). In der Nachkriegszeit ist Auschwitz zu einem Symbol bzw. einer Metapher für den Holocaust geworden.

Die noch vorhandenen Teile der drei Konzentrationslager bei Oświęcim sind seit 1947 staatliches polnisches Museum bzw. Gedenkstätte. Seit dem 27. Juni 2007 trägt das KZ Auschwitz-Birkenau als UNESCO-Weltkulturerbe die Bezeichnung „Auschwitz-Birkenau – deutsches nationalsozialistisches Konzentrations- und Vernichtungslager“. Damit soll die damalige deutsche Verantwortlichkeit für den in Polen befindlichen Lagerkomplex verdeutlicht werden.

Stammlager Auschwitz I

Das deutsche Stammlager des KZ Auschwitz (oder Auschwitz I), von der SS K.L. Auschwitz genannt, war das erste Konzentrationslager am Ort und diente als Verwaltungszentrum des gesamten Lagerkomplexes (das war die Bedeutung der von der SS benutzten Bezeichnung Stammlager). Die Errichtung dieses ersten Konzentrationslagers war von Reichsführer SS Heinrich Himmler am 27. März 1940 angeordnet worden. Der erste Häftlingstransport traf am 20. Mai 1940 ein.

Ursprünglich war das Konzentrationslager in einer ehemaligen polnischen Kaserne wegen seiner „günstigen verkehrstechnischen Lage“ als Quarantäne- und Durchgangslager für verhaftete polnische Staatsangehörige aus dem neu gebildeten Oberschlesien geplant worden. Sie sollten als Zwangsarbeiter weiter nach Deutschland verschleppt werden. Die SS übernahm später Reparaturaufträge für die Wehrmacht und vermietete „ihre“ Häftlinge an Privatunternehmen, die sie als Zwangsarbeiter in zahlreichen Nebenlagern und Außenkommandos in der räumlichen Nähe einsetzten. An der Planung war auch der Vorstand der I.G. Farben, beteiligt, der einen geeigneten Standort für die Buna-Produktion mit den dafür erforderlichen Rohstoffen Wasser, Kalk, Salz und Kohle suchte.

Bereits im März 1941 ordnete Himmler eine Vergrößerung des Lagers an. Im Oktober 1941 begann der Bau des Vernichtungslagers Auschwitz II–Birkenau. Auch für dessen Verwaltung war es als „Stammlager“ weiter zuständig.

Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II)

Das Torgebäude vom KZ A.-Birkenau 2006

Das Konzentrationslager Auschwitz–Birkenau (oder Auschwitz II) wurde als eines der großen Vernichtungslager durch die deutschen Besatzer errichtet und benutzt, in dem ungefähr eine Million Menschen, vor allem Juden, Sinti und Roma aus ganz Europa, insbesondere Polen, ermordet wurden.

Am 26. September 1941 erhielt Rudolf Höß von Himmler den Befehl, ein zusätzliches Arbeitslager für zunächst 100.000 sowjetische Kriegsgefangene zu bauen. Daraus wurde 1942 das Vernichtungslager. Im ersten Halbjahr 1943 gingen die vier Krematorien in Betrieb, die im Untergeschoss die Gaskammern des Lagers enthielten.

Teile des 170 Hektar umfassenden Vernichtungslagers wurden Lagerblöcke (A, B, C etc.) genannt und dienten nacheinander zeitweise verschiedenen Opfergruppen als Haftort. Dazu zählten das „Familienlager“ für Häftlinge aus dem Ghetto Theresienstadt, den Opfern der Deportationen aus Ungarn, das Frauenlager (Block B I ) oder der besonderen Verfolgung von so genannten „Zigeunern“ (Zigeunerlager Auschwitz.)

KZ Auschwitz-Monowitz (Auschwitz III)

IG Farben, Werke Monowitz, 1941

Das Konzentrationslager Auschwitz–Monowitz (oder Auschwitz III) diente vor allem als KZ für Zwangsarbeiter.

Es war zeitweise ebenfalls Stammlager. Es wurde auf Initiative und Kosten eines Industrieunternehmens zusammen mit Fabrikationsstätten ab 1941 in dem Nachbarort errichtet und am 28. Oktober 1942 eröffnet.

Die Außen- oder Nebenlager

Datei:Interessengebiet KZ Auschwitz.svg
Karte des SS-Interessengebiets

In der Region gab es etwa 50 Außenlager der Konzentrationslager Auschwitz I und III, in denen ebenfalls KZ-Häftlinge aufgrund der inhumanen Arbeits- und Lebensbedingungen zu Tode kamen.

Die Außenlager unterstanden den Stammlagern als Sammel- oder Arbeitslager und wurden uneinheitlich als Arbeitslager, Außenlager, Außenkommando, KZ, SS-Arbeitslager oder Zweiglager bezeichnet. Zu den Außenlagern zählten unter anderem das KZ Althammer in Stara Kuźnia, das KZ Blechhammer in Sławięcice, Brno (Brünn), das KZ Eintrachthütte in Świętochłowice, das KZ Fürstengrube in Wesoła bei Mysłowice, Hindenburg in Zabrze, Janinagrube in Libiąż, das KZ Jawischowitz, das SS-Arbeitslager Neu-Dachs in Jaworzno sowie das KZ Plaszow beziehungsweise das Arbeitslager in Kraków-Płaszów. In einigen Außenlagern mussten die Häftlinge in Bergwerken arbeiten.

Verschiedene wichtige Aspekte der Judenverfolgung in den Konzentrationslagern Auschwitz

Gaskammern und Krematorien

Der industrialisierte Massenmord fand in vielen verschiedenen Gebäuden statt.

Häftlingszahlen

Zwischen 1940 und Januar 1945 waren knapp über 400.000 Häftlinge in den drei Konzentrationslagern Auschwitz und seinen Nebenlagern registriert. In dieser Zahl sind jene Häftlinge nicht erfasst, die dorthin transportiert und bereits in den ersten Stunden nach ihrer Ankunft ermordet wurden beziehungsweise ohne Registrierung interniert wurden. In den ersten Jahrzehnten nach Kriegsende waren Teile der Häftlingsunterlagen verschollen und es konnten daher vielfach nur Schätzungen publiziert werden. Etwa zwei Drittel der registrierten Häftlinge waren Männer und ein Drittel Frauen.

Ein Artikel zu den Häftlingskategorien erklärt anhand der Kennzeichnung der Häftlinge in den Konzentrationslagern deren lagerinterne Stigmatisierung durch die Bewacher.

Lagerpersonal und Nachkriegsprozesse

Hauptartikel: Personal im KZ Auschwitz

Die SS-Inspektion der Konzentrationslager (IKL) bestimmte als zentrale Instanz die personellen Strukturen.

In späteren Gerichtsverfahren wurden Täter aus der Wachmannschaft der Konzentrationslager Auschwitz und weitere Beteiligte angeklagt und verurteilt:

Todesmärsche und Befreiung des Lagers

Zwischen dem 17. Januar und dem 23. Januar 1945 wurden noch etwa 60.000 Häftlinge von der SS aus dem Gebiet „evakuiert“, d.h. zum Teil erschossen und größtenteils in Todesmärschen nach Westen getrieben. Am 27. Januar 1945 wurden die verbliebenen Häftlinge durch sowjetische Truppen der 322. Infanteriedivision der I. Ukrainischen Front befreit. Von den noch angetroffenen überlebenden Häftlingen verstarben - trotz medizinischer Hilfe - in den folgenden Tagen viele. Die Angaben reichen z. B. im Lager Monowitz von 600 bis 850 Personen.

Zeit nach der Befreiung

Vorübergehende Nutzung als Internierungslager

Spätestens im April 1945 wurden im Gelände des ehemaligen Stammlagers und im ehemaligen KZ Auschwitz-Birkenau durch die sowjetische Militärverwaltung (SMAD) Durchgangslager für deutsche Kriegsgefangene eingerichtet, die bis Herbst 1945 (Stammlager) beziehungsweise Frühjahr 1946 (Birkenau) in die Sowjetunion überstellt wurden. Zudem waren dort auch deutsche Zivilisten und solche, die deutscher Nationalität verdächtigt wurden, interniert. Zwischen April 1945 und Mai 1946 starben etwa 150 der im ehemaligen KZ Auschwitz internierten Menschen.[1]

Teilweiser Abbruch des Lagers

Nach der Befreiung des KZ Auschwitz wurden bewegliche Gegenstände, darunter auch Maschinen aus den Fabrikhallen, durch die sowjetische Militäradministration in die Sowjetunion verbracht. Bei der Auslagerung ganzer Lagermagazine gelangten auch Dokumente, darunter 46 Sterbebücher, in die Sowjetunion und wurden erst 1992 an das Staatliche Museum in Polen zurückgegeben. Wahrscheinlich ab Anfang 1946 wurde durch polnische Behörden ebenfalls bewegliches Lagergut aus dem ehemaligen Konzentrationslager geschafft. Allein 1946 wurden etwa 200 Holzbaracken in Birkenau abgerissen. Auch Einwohner aus der Umgebung beschafften sich dort Baumaterial und anderes bewegliches Gut.[2]

Gedenkstätte, Mahnmale, Museen

Datei:Auschwitzruins.jpg
Ruinen der KZ-Baracken vom KZ Auschwitz-Birkenau, Aufn. 2002 vom Museumsgelände

Neben verschiedenen Mahnmalen befindet sich auf dem Gelände der Hauptlager Auschwitz I und Auschwitz II heute eine polnische Gedenkstätte: das Staatliche Museum Auschwitz-Birkenau, in dem auch historisch geforscht wird. Auch der Marsch der Lebenden findet auf dem ehemaligen Lagergelände statt. Das Internationale Auschwitz Komitee ist eine Vereinigung ehemaliger Häftlinge.

In der Stadt Oświęcim befindet sich das Jüdische Zentrum Oświęcim/Auschwitz als Gedenkort und als Museum der ehemaligen jüdischen Kultur in der Region.

Geographische Lage

Die Reste der verschiedenen Konzentrationslager befinden sich in Südpolen bei Oświęcim. Das Stammlager Auschwitz (später A I) wurde am Westrand der Stadt Oświęcim in und bei einer ehemaligen polnischen Kaserne errichtet. Oświęcim und die darum befindlichen Gedenkorte liegen etwa 60 km westlich von Kraków, südlich von Katowice (deutsch: Kattowitz) und nördlich von Bielsko-Biała (deutsch: Bielitz-Biala). Die Region gehörte zum Grenzgebiet des 1939 durch Annexion erweiterten Deutschen Reiches und dem Generalgouvernement (übriges Polen) sowie dem Gebiet des Satellitenstaats Slowakei.

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurde 1941 drei Kilometer entfernt nordwestlich vom Stammlager Auschwitz I neu errichtet. Namensgebender Ort ist das Dorf Brzezinka.

Das Konzentrationslager Monowitz im Ort Monowice (deutsch: Monowitz), auch als Konzentrationslager Auschwitz III bezeichnet, wurde Ende Oktober 1942 durch die I.G. Farben AG eingerichtet. Es lag sechs km östlich vom Stammlager Auschwitz I entfernt auf dem Gelände der Buna-Werke der IG Farben AG, wo zumeist jüdische Häftlinge zur Zwangsarbeit herangezogen wurden.[3]

Die Außen- oder Nebenlager der Konzentrationslager Auschwitz I und III befanden sich zum Teil im weiteren Umkreis, auch außerhalb des Landkreises, in dem durch die Flüsse Soła und Weichsel umgrenzbaren etwa 40 Quadratkilometer großen „Interessengebiet KL Auschwitz“ des SS-Wirtschafts- und Verwaltungshauptamtes (SS-WVHA).

Die Anbindung des Bahnhofs von Auschwitz/Oświęcim an den internationalen Schienenverkehr erfolgte nach Norden über Strecken in die Richtungen Warschau und Breslau (weiter nach Berlin), nach Süden in die Richtungen Prag, Budapest, Wien und Bratislava. Zwei Strecken führten in östlicher Richtung nach Kraków (und von dort über Przemyśl weiter in die UdSSR, Ukraine).

Literatur

Weblinks

Fußnoten

  1. Andrzej Strzelecki: Endphase des KL Auschwitz - Evakuierung, Liquidierung und Befreiung des Lagers, Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau 1995, ISBN 83-85047-48-4, S. 273f
  2. dto., Andrzej Strzelecki, 1995, S. 271f
  3. KZ Buna/Monowitz auf www.wollheim-memorial.de

Siehe auch

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