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Haiti

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Dieser Artikel behandelt den Staat Haiti. Der Artikel zum gleichnamigen Musiker befindet sich unter Jack Haiti
Repiblik d Ayiti (haitian.)

République d’Haïti (frz.)
Republik Haiti

Flagge Wappen
Wahlspruch: Liberté - Égalité - Fraternité.[1]

(frz., „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“)

Amtssprache Haitianisch und Französisch
Hauptstadt Port-au-Prince
Staatsform Republik
Staatsoberhaupt Präsident Michel Martelly
Regierungschef Premierminister Laurent Lamothe
Fläche 27.750 km²
Einwohnerzahl 9.801.664 (Hochrechnung Juli 2012)[2]
Bevölkerungsdichte 353 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt nominal (2007)[3] 5.435 Mio. US$ (134.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 630 US$ (152.)
Human Development Index 0,454 (158.)[4]
Währung 1 Gourde = 100 Centimes
Unabhängigkeit 1. Januar 1804 von Frankreich, 1825 anerkannt
Nationalhymne La Dessalinienne
Zeitzone UTC −5 (Keine Sommerzeit)
Kfz-Kennzeichen RH
Internet-TLD .ht
Telefonvorwahl +509

Haiti (haitianisch Ayiti, französisch Haïti, gesprochen [a.iti]) ist ein auf der Insel Hispaniola in den Großen Antillen gelegener Inselstaat. Er umfasst den westlichen Teil der Karibikinsel, deren Ostteil die Dominikanische Republik einnimmt.

Der Landesname kommt aus der Sprache der Taíno, der Ureinwohner Hispaniolas, und bedeutet „bergiges Land“. Die heutigen etwa neun Millionen Einwohner Haitis sind größtenteils afrikanischer Abstammung. Hauptstadt des Landes ist Port-au-Prince. Haiti war nach der französischen Kolonialzeit der reichste Staat Lateinamerikas. Es ist jedoch inzwischen das einzige Land des amerikanischen Doppelkontinents, das zu den am wenigsten entwickelten Ländern gezählt wird. Zur schwachen Wirtschaft kommt eine instabile politische Lage mit zahlreichen Unruhen, weshalb im letzten Jahrzehnt über drei Millionen Haitianer ausgewandert sind.

Geographie

Haitis Nachbarn sind u. a. die Turks- und Caicosinseln, die Dominikanische Republik, Jamaika, Kuba und die Bahamas. Das Staatsgebiet hat die Form eines nach Westen geöffneten „U“, das durch zwei lange Halbinseln gebildet wird. Dazwischen liegt der Golfe de la Gonâve, an dessen östlichem Ende die Hauptstadt Port-au-Prince liegt.

Der höchste Berg ist mit einer Höhe von 2.680 m der Morne de la Selle. Er liegt im Südosten des Landes in der Sierra de Bahoruco, unweit der Grenze zur noch gebirgigeren Dominikanischen Republik, mit der Haiti eine 388 km lange landgebundene Grenze teilt. In der Landesmitte erreichen die Berge 1500–1800 Meter über dem Meeresspiegel, im Massif du Sud auf der weit gegen Jamaika vorragenden Tiburon-Halbinsel bis etwa 2.400 m. Neben dem Westen Hispaniolas umfasst Haiti auch vorgelagerte Inseln wie die Île de la Tortue und die Île de la Gonâve.

Haiti liegt im Bereich tropischer Wirbelstürme. Zuletzt richtete der Hurrikan Jeanne im September 2004 erhebliche Schäden in der Gegend um die Stadt Gonaïves an. Dabei kam es in Haiti zu etwa 3000 Todesopfern. Besonders schlimm traf es den Staat im August und September 2008, als vier aufeinanderfolgende tropische Wirbelstürme durch Starkwind und Starkregen Zerstörungen anrichteten. Durch die Auswirkungen von Tropensturm Fay, Hurrikan Gustav, Tropensturm Hanna und Hurrikan Ike wurden insgesamt in Haiti rund 800 Personen getötet.

Geologisch liegt die Insel Hispaniola über der Grenze zwischen Karibischer und Nordamerikanischer Platte. Infolge dieser Verwerfung kommt es zu häufigen seismischen Aktivitäten. In den Jahren 1751, 1842, 1860 und zuletzt 2010 wurde Haiti von schweren Erdbeben getroffen.


Durch Bodenerosion ist das fruchtbare Land seit der Besiedlung 1492 auf fast 50 % geschrumpft. Der Regenwald war bereits 1990 zu 98 % abgeholzt, was zu Desertifikation führen kann. In der Landreform Anfang des 19. Jahrhunderts erhielten Bauernfamilien je 15 ha Farmland. Die Nachkommen dieser Landerben teilten das Land in immer kleinere Stücke auf. 1971 war das auf eine Bauernfamilie entfallende Land nur noch knapp 1,5 ha groß. Um zu überleben, musste das Land übernutzt werden. Starke Erosion war die Folge und der Boden wurde innerhalb weniger Jahre unfruchtbar. Die Nachkommen machten noch steilere Hänge für die Landwirtschaft nutzbar. Landesweit führte der Verlust an landwirtschaftlichen Flächen für den eigenen Verbrauch zu sozialer Destabilisierung des Landes.


Klima

Haitis Klima ist durchgehend tropisch und daher von stärkeren Temperaturunterschieden während des Tages als während des Jahres geprägt. Die Niederschläge betragen im Großteil Haitis etwa 1300 mm, jedoch im Nordwesten nur etwa 500 mm, wo es nur im Sommer regnet. Während des Jahres gibt es zwei Hauptregenzeiten, von April bis Mai und von September bis Oktober. Durch die Nähe zum warmen Golfstrom beträgt die Wassertemperatur 25 °C.

Flora und Fauna

Da Hispaniola lange Zeit vom amerikanischen Festland getrennt war, konnte sich eine relativ große Anzahl an Tieren und Pflanzen unabhängig vom Festland entwickeln. So sind von etwa 5000 Pflanzenarten, die auf Haiti vorkommen, etwa 35 Prozent endemisch. Durch die Einführung von Nutztieren und Kulturfolgern durch die Kolonisatoren wurde die Vielfalt der endemischen Arten immer weiter eingeschränkt, sodass bis heute nur zwei der ursprünglich 28 dort vorkommenden Säugetierarten überlebt haben: das Zaguti (Plagiodontia aedium) und der Haiti-Schlitzrüssler (Solenodon paradoxus). Zudem wird die Vielfalt von Flora und Fauna durch anhaltende Erosion und Übernutzung der Böden gefährdet.[5]


Bevölkerung

Demografie

Datei:Haiti-demographie.png
Bevölkerungsentwicklung

In Haiti wird nur ein sehr kleiner Teil der Geburten und Todesfälle amtlich registriert. Daher beruhen alle Zahlen auf Schätzungen und Projektionen. Die nachfolgenden Zahlen sind deshalb sehr unsicher.

Die Bevölkerung hat sich seit dem ersten Zensus 1950 etwa verdreifacht; damals wurden 3,1 Millionen gezählt.[6]

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt wird mit 61,9 bis 62,1 Jahren angegeben.[7][8] Das mittlere Alter der Bevölkerung liegt bei 20,5 Jahre (2010). Die Säuglingssterblichkeit lag 2010 bei 5,8 % und das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum beträgt 1,84 % (2010). Die zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer lag im Jahr 2010 bei 3.72 Kindern pro Frau.[9]

Die haitianische Bevölkerung teilt sich in 95 % Schwarze, 4,9 % Mulatten und 0,1 % Weiße auf. Andere Zahlen geben 60–80 % Schwarze, 15–35 % Mulatten und bis zu max. 5 % Weiße an.

33 % der Haitianer leben in Städten. Die größten Städte sind (Berechnung für 2008): Port-au-Prince 1.368.075 Einwohner, Carrefour 503.954 Einwohner, Delmas 445.236 Einwohner, Cap-Haïtien 145.709 Einwohner und Pétionville 122.677 Einwohner. Das Ballungszentrum Port-au-Prince wird mit 2.411.407 Menschen im Jahr 2008 geschätzt. Allein in dem Slum der Hauptstadt, Cité Soleil, leben über 400.000 Menschen.

Haitianer bilden durch Migration Minderheiten in den Vereinigten Staaten (etwa 600.000) und in der Dominikanischen Republik (800.000). Ein Viertel der Bevölkerung der Bahamas stammen aus Haiti. Fluchthelfer bieten den Transport von Bootsflüchtlingen für einige Hundert US-Dollar an.[10] [11]


Sprachen

Die beiden Hauptsprachen Haitis sind Haitianisch und Französisch. Letzteres hat besonders als Zweitsprache und Bildungssprache größere Bedeutung. Haiti ist somit der einzige unabhängige französischsprachige Staat Lateinamerikas. Ausschließlich religiöse Bedeutung hat die Sprache Langaj (auch Langay oder Haitian Voodoo Culture Language). Die Sprachen der indigenen Bevölkerung sind ausgestorben.

Religionen

In Haiti ist die römisch-katholische Kirche die Staatskirche. Genaue Zahlen zur Religionszugehörigkeit sind aber (nach US-amerikanischen Angaben von 2009[12][9]) nicht verfügbar; es wird geschätzt, dass etwa 80 Prozent der Bürger von Haiti römisch-katholisch sind, der Rest gehört mit in letzter Zeit wachsender Tendenz verschiedenen protestantischen Konfessionen an, davon vor allem Baptisten (etwa 10 Prozent) und Adventisten (etwa 4 Prozent); dagegen gibt es wohl nur sehr wenige Angehörige nicht-christlicher Konfessionen. Zwar geben nur wenige Prozent der Bevölkerung eine Zugehörigkeit zur Voodoo-Religion an, deren Ursprung in Westafrika liegt, doch praktizieren viele Einwohner, die sich offiziell zum Christentum bekennen, gleichzeitig Voodoo- oder spiritistische Rituale – insgesamt wohl etwa 75 Prozent der Bevölkerung, zumeist Schwarze und Mulatten.[13][14][15][16] Voodoo diente Präsident François Duvalier zum Anlass gegen Mulatten vorzugehen. Es wird zwar seit 2009 von den Behörden als religiöse Praxis anerkannt, erhielt aber nicht die vollen Rechte einer Religion.[12]

Geschichte

Datei:Dessalines.jpg
Jean-Jacques Dessalines

In den Jahrzehnten nach der Entdeckung der Insel Hispaniola durch Christoph Kolumbus im Jahr 1492 wurde deren indigene Urbevölkerung, die Arawaks (auch Taínos genannt), fast vollständig ausgerottet. Im späten 17. Jahrhundert wurde die Insel vor allem durch afrikanische Sklaven, die auf den Zuckerplantagen eingesetzt wurden, wiederbevölkert.

1697 trat Spanien das westliche Drittel der Insel, das von da an Saint-Domingue genannt wurde, an Frankreich ab. Dieses Gebiet wurde im 18. Jahrhundert zur reichsten Kolonie des französischen Kolonialreichs. Am 22. August 1791 kam es unter der Führung von Dutty Boukman und Georges Biassou zu einem Sklavenaufstand, der sich zu einem blutigen Krieg jeder gegen jeden entwickelte: Europäer kämpften gegen Afrikaner, kreolische Pflanzer gegen königstreue Franzosen, republikanische französische Truppen gegen die intervenierenden Engländer und Spanier. Die Ex-Sklaven („Afrikaner”) setzten sich am Ende durch. Selbst eine von Napoleon gegen Haitis Nationalheld Toussaint L’Ouverture gesandte Armee wurde letztlich geschlagen. Saint-Domingue erklärte am 1. Januar 1804 unter dem Namen Haiti seine Unabhängigkeit von Frankreich, sein Führer Dessalines erklärte sich nach dem Vorbild Napoleons zum Kaiser und regierte bis zu seinem gewaltsamen Tod 1806.

Haiti, die erste unabhängige Republik von Schwarzen und Mulatten, engagierte sich für die Abschaffung der Sklaverei und unterstützte auch Venezuela, Peru und Kolumbien bei ihrem Unabhängigkeitskampf unter Revolutionsführern wie Bolívar und Miranda. Unter Präsident Boyer, der das seit 1806 in eine mulattische Süd-Republik und ein schwarzes Nord-Königreich geteilte Land 1820 wiedervereinte, schaffte Haiti nach der Besatzung des zu Spanien gehörenden östlichen Teils der Insel (der späteren Dominikanischen Republik) 1822 auch dort die Sklaverei ab. Frankreich verlangte als Gegenleistung für die Anerkennung der Unabhängigkeit Haitis im Jahr 1825 Entschädigungen für ehemalige Plantagenbesitzer.

Jahrzehntelang zahlte Haiti an Frankreich, insgesamt 90 Millionen Gold-Franc. Seitdem ist Haiti zum ärmsten Land der westlichen Hemisphäre geworden. Bald nach der Unabhängigkeit wurden die Großplantagen unter der Bevölkerung aufgeteilt, wodurch der Export von Agrargütern zusammenbrach. Mehrere Versuche, die Produktivität der Landwirtschaft zu heben (beginnend mit dem Code Rural von 1826), sind an der aus kleinen und kleinsten Parzellen bestehenden Agrarstruktur gescheitert. Dennoch galt das Land als Exporteur von Kaffee, Kakao, Häuten und Blauholz.[17]

Haiti hatte während des größten Teils seiner Geschichte unter Gewaltherrschern und Kleptokraten zu leiden. Alleine zwei seiner Herrscher – Fausti Soulouque, auch Faustin I. und Jean-Jacques Dessalines, auch Jakob I. bzw. Jacques I. – warfen sich zu verschiedenen Zeiten zu Kaisern auf. 1902 gab es einen Zwischenfall, bei dem es zu einem Seegefecht zwischen einem haitianischem und einem deutschen Kanonenboot kam (Markomannia-Zwischenfall). Von 1915 bis 1934 war das Land von den Vereinigten Staaten besetzt. Die US-Truppen wurden in den folgenden Jahren im Rahmen der Good Neighbour Policy abgezogen.

Es wurden Anstrengungen unternommen, die Infrastruktur – speziell das Bildungssystem – zu verbessern, aber diese Reformen, die die Bräuche und Traditionen Haitis nicht berücksichtigten, waren weder gern gesehen noch erfolgreich. Ab 1957 gelang es dem ehemaligen Landarzt François „Papa Doc“ Duvalier, die Macht an sich zu reißen. Er setzte sich 1964 zum Diktator ein und wurde durch die sogenannten Tontons Macoutes bekannt, eine Freiwilligentruppe, die Elemente einer Geheimpolizei und einer Schlägertruppe in sich vereinte. Die Machtergreifung Papa Docs war von den USA gefördert worden, wobei die Befürchtung eine Rolle spielte, Haiti könne kommunistisch werden. „Papa Docs“ Sohn Jean-Claude „Baby Doc“ Duvalier folgte ihm 1971 im Alter von 19 Jahren in der Regierung. 1986 wurde „Baby Doc“ aus dem Land vertrieben.

Nach der Verfassungsreform von 1987 putschte das Militär, unterstützt durch die reiche Oberschicht, und regierte bis zu den Wahlen 1990, bei denen der katholische Armenpriester Jean-Bertrand Aristide mit überwältigender Mehrheit zum Präsidenten gewählt wurde. Seine Gegner warfen ihm Klassenkampf vor, er selbst rechnete sich der Befreiungstheologie zu. Schon 1991 wurde er von Brigadegeneral Raoul Cédras wieder aus dem Amt geputscht. Das Regime bemühte sich zunächst erfolgreich um Unterstützung durch die USA.[18][19] Auch unter dem Druck der Organisation Amerikanischer Staaten entschieden sich die USA aber 1994 zu der militärischen Intervention Operation Uphold Democracy und ließen Aristide in sein Amt zurückkehren, allerdings unter der Bedingung, dass er sich nun mit der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds abstimme, an die Regeln der Marktwirtschaft halte und einen Teil seiner Rechte an das Parlament abtrete.[20][21] 1996 übergab Aristide entsprechend der Verfassung nach Ablauf einer Amtszeit das Amt an seinen Weggefährten René Préval. Das UNO-Mandat, unter welchem Haiti seit 1995 stand, lief 1997 wieder aus.

Im Januar 1999 hatte es Präsident Préval versäumt, die Mandate der Parlamentarier zu verlängern. Zudem endeten auch die Amtszeiten lokaler Regierungsvertreter, was dazu führte, dass es bis zum dritten Quartal des Jahres 2000 in Haiti praktisch keine gewählten Amtsinhaber mehr gab und der Präsident per Dekret regierte. In der ersten Hälfte 2000 fanden zunächst Kommunal- und Parlamentswahlen statt; die Wahlbeteiligung wurde auf 60 Prozent geschätzt. Dabei kam es nach Einschätzung von Amnesty International[22] und des Ökumenischen Rats der Kirchen[23] zu Einschüchterungen und zu Gewalt bis hin zum Mord an Kandidaten beider Seiten und zu umstrittenen Entscheidungen bis hin zu Wahlfälschungen bei der Wertung und Auszählung der Stimmen durch die Regierung. Nach Einschätzung von Wahlbeobachtern kam die Regierung auf etwa 60 % der Stimmen, sie verschaffte sich aber fast alle Parlamentsmandate. Die Opposition bewirkte daraufhin einen weitgehenden Boykott der folgenden Präsidentenwahl, die Aristide daher im November 2000 mit über 91 Prozent der Stimmen gewann.[24][25] Nach dem Amtsantritt 2001 wurde seiner Regierung auch noch Misswirtschaft und Korruption vorgeworfen. Es kam zu landesweit zunehmendem Widerstand, der von Kräften des ehemaligen Diktators Duvalier unter Einschluss für ihn tätiger Todesschwadronen angefacht wurde. Aristide versuchte, sich auch seinerseits durch die Mobilisation seiner Anhänger unter Einschluss der ebenfalls gewalttätigen „Chimères“ der „Fanmi Lavalas“ (FL) durchzusetzen. Unter bürgerkriegsähnlichen Zuständen kam es schließlich zum Zusammenbruch innerstaatlicher Ordnung[26] und im Februar 2004 mit Billigung durch den UN-Sicherheitsrat[27] zur militärischen Intervention, bei der Chile, Frankreich, Kanada und die USA[28] Truppen schickten. Aristide verließ das Land – nach Darstellung der Opposition, der USA und von Frankreich freiwillig, nach eigener Angabe infolge eines Putsches. An Stelle der ersten Interventionstruppen wurden dann 2004 im Rahmen von MINUSTAH rund 10.000 Blauhelm-Soldaten stationiert.

Das Land wurde 2004 nach Aristide zunächst von einer Übergangsregierung unter Boniface Alexandre als Präsidenten und Gérard Latortue als Premierminister verwaltet, bis Februar 2006 die mehrfach verschobene Präsidentenwahl abgehalten wurde. Sie brachte mit einem Wahlergebnis von 51,15 % der Stimmen Préval als Sieger hervor, aber auch der Ablauf dieser Wahl war umstritten. Im Mai 2006 nominierte Préval den Politiker Jacques-Édouard Alexis als Premierminister. Anfang 2006 starb Urano Teixeira da Matta Bacellar, kommandierender General der MINUSTAH, unter ungeklärten Umständen, vermutet wurde Suizid.

Die hohe Inflation und die weltweit stark angestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel wie Reis oder Mais führten im Frühjahr 2008 zu Protesten der Bevölkerung, die in schweren Unruhen mit mehreren Todesopfern gipfelten.[29] Obwohl Präsident Préval eine Bekämpfung der gestiegenen Lebensmittelpreise angekündigt hatte, beruhigte sich die Lage nicht. Am 12. April 2008 beschloss der Senat die Entlassung von Premierminister Alexis.[30]

Am 12. Januar 2010 erschütterte ein schweres Erdbeben den südlichen Teil Haitis, gemessen an den Opferzahlen handelte es sich um das schwerste Erdbeben in der Geschichte Haitis und eines der schwerwiegendsten Erdbeben überhaupt.[31]


Neun Monate nach dem Erdbeben rief das Land nach dem epidemischen Ausbruch von Cholera-Erkrankungen landesweit den sanitären Notstand aus. Bisher starben etwa 4770 Menschen, mehr als 270.900 seien infiziert [32] (Stand: 28. März 2011). Die Infektionen traten zunächst in der ländlichen Provinz Artibonite auf, breiteten sich aber innerhalb weniger Tage bis zur Hauptstadt Port-au-Prince aus.[33]

Politik

Politisches System

Nach der Verfassung vom 28. April 1987 ist Haiti eine präsidiale Republik. Staatsoberhaupt und oberster Inhaber der Exekutivgewalt ist der auf 5 Jahre vom Volk direkt gewählte Staatspräsident. Seit dem 14. Mai 2011 ist dies Michel Martelly. Der Staatspräsident ernennt den Ministerpräsidenten, der vom Parlament bestätigt werden muss. Die Legislative liegt beim Zweikammer-Parlament, bestehend aus Senat (30 Mitglieder, welche für 6 Jahre gewählt werden) und Abgeordnetenkammer (mit 99 Abgeordneten, die auf 4 Jahren gewählt werden).

Die einflussreichsten politischen Parteien sind:

Haiti ist 2009 zweifellos ein schwacher Staat, nach Einschätzung des Fund for Peace[34] hat das Land sich 2009 gegenüber den Vorjahren in mehreren Kriterien verschlechtert und ist nach Einschätzung von Foreign Policy sogar ein gescheiterter Staat.[35]

Innenpolitik

Die innenpolitische Situation in Haiti war in den letzten Jahrzehnten durch wiederholte Krisen wie Staatsstreiche, ausländische Interventionen und/oder Diktaturen mit Ausbrüchen von gewalttätigen Konflikten, Verletzungen der Menschenrechte und chronische Instabilität gekennzeichnet. Der am 29. Februar 2004 zurückgetretene Präsident Jean-Bertrand Aristide hat Interims-Präsident Alexandre Latortue ein Land im Chaos hinterlassen. Rechtsstaatliche Ordnung, institutionelle Strukturen und kollektive Verhaltensregeln fehlen weitgehend. Hinzu kommt ein Panorama an Korruption, mangelnde Strafverfolgung, Wahlbetrug, kriminellen Banden, Drogenhandel und die Bereitschaft, Konflikte gewaltsam auszutragen.

Ein weiteres Problem stellt die schlechte Überwachung des Luftraumes dar. Diese hat z. B. dazu geführt, dass Haiti ein beliebtes Transitland für den Kokainschmuggel geworden ist.[36][37][38]


Außenpolitik

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Die entwicklungspolitische Zusammenarbeit zwischen Haiti und der Bundesrepublik Deutschland reicht bis in die siebziger Jahre zurück, hat aber durch die innenpolitischen Auseinandersetzungen und die unzulänglichen strukturellen Rahmenbedingungen wiederholt Zäsuren erfahren. Im Jahr 2000 bildeten die Wahlmanipulationen erneut Anlass für die Bundesrepublik Deutschland im Verbund mit den anderen EU-Staaten das Engagement zu reduzieren: Die laufenden Projekte der Technischen Zusammenarbeit wurden weitergeführt, es wurden aber keine neuen Projekte vereinbart.

Vor dem Hintergrund der extrem schlechten sozioökonomischen Situation und der chronischen politischen Instabilität hat die haitianische Übergangsregierung im Juli 2004 mit Unterstützung der Gebergemeinschaft ein Rahmenabkommen für die Entwicklungszusammenarbeit (Cadre de Coopération Intermédiaire) für die zwei Jahre bis zu den Neuwahlen ausgearbeitet. Auch die deutsche Regierung beteiligte sich an diesem Programm. Damit ergaben sich neue Rahmenbedingungen für die deutsch-haitianische Zusammenarbeit. Haiti ist potentielles Partnerland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, der Schwerpunkt der Technischen Zusammenarbeit liegt im ländlichen Raum (kommunale/lokale Entwicklung).

Haiti ist u. a. Mitglied der CELAC.

Gesundheitspolitik

Die HIV-Prävalenz in Haiti wird mit 1,9 % (1,7 % - 2,2 %) angegeben (2009), allerdings liegen für die Zeit nach dem Erdbeben vom Januar 2010 keine Daten vor. Knapp die Hälfte (46 %) aller Menschen mit HIV/AIDS in der Karibik lebt in Haiti.[39] Seit Anfang der Neunziger Jahre nahm die HIV-Prävalenz in Haiti von 5,9 % ab und scheint sich bei etwa 2 % zu stabilisieren. Trotz positiver Entwicklungen sind die ökonomischen und sozialen Auswirkungen von HIV/AIDS wegen des unzureichenden Gesundheitssystems, der verbreiteten Armut und der Diskriminierung von HIV-positiven Menschen groß.[40]

Verwaltungsgliederung

Vorlage:Imagemap Haiti1

Haiti gliedert sich in zehn Départements. Die Einwohnerzahlen in der folgenden Tabelle beziehen sich auf die Volkszählung vom 7. August 2003. Am 4. September 2003 wurde das Département Nippes durch Abspaltung von Grand'Anse gebildet.

Nr. Département Fläche in km² Einwohner insgesamt Einwohner je km²
1 Artibonite 4.984 1.175.000 236
2 Centre 3.675 627.000 171
3 Grand’Anse 2.018 345.000 171
4 Nippes 1.219 268.000 220
5 Nord 2.175 875.000 402
6 Nord-Est 1.805 335.000 186
7 Nord-Ouest 2.176 490.000 225
8 Ouest 4.827 3.637.000 753
9 Sud-Est 2.077 466.000 222
10 Sud 2.794 653.000 234
Haiti gesamt 27.750 8.871.000 320

Quelle: Institut Haïtien de Statistique et d’Informatique


Wirtschaft

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Das Land ist ein dicht bevölkerter Agrarstaat, dessen jährliches Pro-Kopf-Einkommen 2007 bei ca. 600 US-Dollar lag, was das geringste Pro-Kopf-Einkommen Lateinamerikas darstellt.

Von den rund zehn Millionen Einwohnern müssen etwa 80 % von weniger als 2 US-Dollar am Tag leben, die Hälfte der Bevölkerung muss mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auskommen.[41] Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter haben keine reguläre Arbeit.[2]

Nach FAO-Angaben von 2010 ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung unterernährt: 5,5 Millionen der 9,4 Millionen Einwohner Haitis.[42] Als wesentlichen negativen Faktor für die Ernährungssicherung in Haiti bezeichnet der Entwicklungsökonom Hans-Heinrich Bass die Verdrängung der Kleinproduktion in den 1980er und 1990er Jahren durch Importe von subventioniertem US-amerikanischen Reis und Zucker und die zeitgleiche Förderung von Kaffee- und Mangoplantagen, auch durch Gelder der US-amerikanischen Entwicklungszusammenarbeit. Zwar liege ein komparativer Kostenvorteil möglicherweise tatsächlich in diesem Spezialanbau, aber das Problem der landwirtschaftlichen Unterproduktion im Verhältnis zur Bevölkerungszahl in Haiti habe damit in der Praxis nicht gelöst werden können, da die im Spezialanbau entstehenden Einkommen nicht hinreichend gewesen seien für eine importbasierte Sicherung der Ernährung.[43]

Die Analphabetenquote liegt bei 47 %, obwohl eine sechsjährige Grundschulpflicht besteht.[2] 1995 waren 55 Prozent der Bevölkerung Analphabeten.

Entwicklung

Nach der Kolonialzeit galt Haiti als eines der reichsten Länder der Karibik. Um die Anerkennung der Unabhängigkeit durch die ehemalige Kolonialmacht Frankreich zu erreichen, musste Haiti sich jedoch durch hohe Zahlungsverpflichtungen „freikaufen“. Diese Zahlungen, die fast das ganze 19. Jahrhundert hindurch andauerten, überstiegen die Leistungskraft Haitis. Zusammen mit politischer Instabilität, Umstellung der Landwirtschaft von der Deckung des eigenen Bedarfs auf Exporte in die USA und später in den Raum des Nordamerikanischen Freihandelsabkommens-[44] und langjähriger Misswirtschaft führte dazu, dass Haiti sich zum „Armenhaus Amerikas“ entwickelte.

Von 1990 bis 2003 kamen rund vier Milliarden US-Dollar Hilfen aus den USA und Europa.[45] Zur gleichen Zeit leidet das Land unter einem starken Braindrain, denn 80 Prozent der Haitianer mit höherer Bildung wandern aus.[46]

Seit dem Sturz von Jean-Bertrand Aristide ist die Wirtschaft des Landes in einer schweren Krise. Doch erste Anzeichen der Normalisierung zeigten sich am 4. März 2004, denn in Port-au-Prince öffneten erstmals wieder die Banken. Der Industrieverband Haitis schätzt die entstandenen Schäden der Unruhen auf mehr als 100 Millionen Euro. Die Deutsche Post hat die Zusage gegeben, Haiti beim Aufbau eines modernen Postleitzahlensystems zu unterstützen. Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption. Er belegt mit Platz 146 von 178 einen der untersten Plätze in der Statistik der Transparency International[47]. Gegen Haiti wurde von der Bundesrepublik Deutschland ein Erfüllungsverbot nach Totalembargo[48] verhängt.

Wirtschaftszweige

Die Landwirtschaft macht 28 % des BIP aus.[49] Etwa zwei Drittel der Bevölkerung Haitis leben von der Landwirtschaft. Hauptprodukte sind Kaffee, Mangos, Rohrzucker, Sorghumhirse und Holz.[50] Fast alle anderen Nahrungsmittel müssen im großen Umfang importiert werden. Daneben wird auch Reis, Mais und Kakao exportiert. Etwa ein Drittel des Landes wird landwirtschaftlich genutzt, jedoch sind große Flächen an Ackerfläche durch Abholzung und Erosion verloren gegangen. Mangos und Kaffee werden in erster Linie für den Export angebaut. Der Export von Agrarprodukten kann nur über den Hafen von Port-au-Prince abgewickelt werden, er scheitert aber oft an unzureichenden Verkehrsverbindungen von den Anbaugebieten zum Hafen.[51]

Die Industrie macht rund 20 Prozent des BIP aus.[49] Industriebetriebe gibt es lediglich für Textilien, Handwerk, Montage von Elektronikartikeln, Lebensmittelverarbeitung, Getränke, Tabak, Möbel, Chemikalien und Stahl.

Dienstleistungen sind für rund 52 Prozent des BIP verantwortlich.[49] Neben dem Handel gibt es Hotels und Restaurants, Regierung sowie den Tourismus.

Tourismus

Datei:Labadee.jpg
Labadee mit Kreuzfahrtschiff von Royal Caribbean

Haiti verfügt über 1.700 Kilometer Karibikküste, doch gab es über viele Jahre keine ausländische Investitionen in Strandhotels.[52] Eine der wenigen Ausnahmen bildet eine kleine Landzunge im Nordwesten: Der überwiegende Großteil der Tourismuseinnahmen des Landes stammt aus der Verpachtung des Hafens Labadee samt angrenzenden Stränden im Norden des Landes an die Kreuzfahrtreederei Royal Caribbean Cruises. Labadee wird als regelmäßiger Landgang auf den Karibikkreuzfahrten angesteuert. Die Reederei zahlt dem haitianischen Staat sechs US-Dollar pro Tourist.[53] Das Gelände ist gegenüber dem Rest des Landes streng abgeschottet. Der Grund hierfür sind die seit Jahren bestehenden Reisewarnungen der USA und EU. [54]

Außenhandel

Rücküberweisungen von Emigranten und der Textilhandel machen den Großteil des Bruttoinlandsprodukts aus. 2009 wurden Haiti etwa 1,2 Milliarden US-Dollar an Auslandsschulden erlassen. [50]

  • Exporte (Waren und Dienstleistungen): 1,005 Mrd. US$ (2011): Hauptsächlich Textilien
  • Importe (Waren und Dienstleistungen): 4,048 Mrd. US$ (2011)[55]

Seit vielen Jahren ist das Land einseitig von den Vereinigten Staaten abhängig: Es exportiert rund 80 Prozent dorthin und importiert etwa die Hälfte von dort.[56]

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 1,186 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 960,6 Mio. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 3,3 % des BIP.[57]
Die Staatsverschuldung betrug 2008 ca. 2,5 Mrd. US-Dollar oder ca. 36 % des BIP, inzwischen wurden Haiti aber große Teile der Staatsschulden erlassen.[58]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:


Wissenschaft

Es gibt zwei Universitäten, die staatliche Universität Université d'État d'Haiti mit rund 20.000 Studenten sowie die katholische Université Notre Dame d'Haiti. Beide sind stark durch das Erdbeben von 2010 beeinträchtigt.

Kultur

Datei:Port au Prince..JPG
Kunsthandwerker in Port-au-Prince
Datei:Tap-tap city.jpg
Ein „taptap“ in Port-au-Prince
Datei:A167 Paysage tropical 50x70.jpg
„Paysage tropical“ von der haitianischen Künstlerin Jacqueline Nesti Joseph

Die haitianische Kultur unterscheidet sich sehr stark von derjenigen der umgebenden Länder der Karibik und des amerikanischen Doppelkontinents. Sie ist besonders stark von französischen und westafrikanischen Einflüssen geprägt. Darüber hinaus können auch Reste der spanischen oder der Taino-Kultur ausgemacht werden.

Bräuche

Ein wichtiges Fest ist der Karneval (der von der Bevölkerung als Kanaval oder Mardi Gras bezeichnet wird). Dieser wird in weit stärkerem Ausmaß gefeiert als in Deutschland. Das Rara-Fest wird kurz vor Ostern mit Rara-Musik gefeiert.

Malerei

Die für Haiti typische Mischung der Kulturen findet sich beispielsweise in der haitianischen Malerei, die afrikanische, französische, spanische und indianische Wurzeln vereint. Leuchtende Farben, mythische Erzählungen, das Paradies des Dschungels, Rituale, Tänze und die Götter des Vodou charakterisieren die Motive der haitianischen Malerei, die dazu dienen, die haitianische Vergangenheit zu erinnern. Für diese Mischung wird auf den Märkten der internationalen Kunstszene hohe Preise erzielt.

Viele Künstler teilen die haitianischen Objekte in ‚Kunstschulen‘ ein, wie beispielsweise die Schule Cap Haitiens, die sich auf das Alltagsleben in den Städten spezialisiert hat, die Jacmel Schule, welche die Tiefen Täler und Berge der Küsten abbildet, oder die Saint-Soleil Schule, die von abstrakten menschlichen Formen und dem Symbolismus des Vodou charakterisiert ist.

Musik

Die bekannteste haitianische Musikrichtung ist der „Kompa“, ein Genre, in dem spanische und französische Musikelemente mit afrikanischen Rhythmen und kreolischen Gesängen kombiniert werden. Weitere typische haitianische Musikrichtungen sind Rara, Mizik Rasin, Compas und Mini-Jazz. Rap-Musik ist in Haiti beliebt und es hat sich eine eigene Stilrichtung (Haitian Rap) gebildet.

Der international bekannteste Haitianer ist vermutlich Wyclef Jean, der mit seinem Cousin Pras Michel (Prakazrel Michel) und mit Lauryn Hill als The Fugees Karriere machte, sowie auch als Solokünstler und in Zusammenarbeit mit Künstlern wie Santana („Maria Maria“ auf dem Album „Supernatural“, 1999) oder Sarah Connor („One Nite Stand“, 2002).

Der bekannteste Deutsche mit haitianischer Abstammung ist der Rapper Torch, Gründungsmitglied der Band Advanced Chemistry, der als Mitbegründer der deutschen Hip-Hop-Szene gilt und unter dem Pseudonym DJ Haitian Star weltweit bekannt ist.

Auch die familiären Wurzeln der Multi-Instrumentalistin Régine Chassagne (The Arcade Fire) reichen zurück bis nach Haiti. Sie floh mit ihren Eltern in den 70er Jahren nach Chicago, um dem Regime von Diktator Duvalier zu entkommen. Zum Album „Funeral“ von Arcade Fire gehört ein Lied namens „Haiti“, das die Situation unter der Diktatur Duvaliers schildert.

Literatur

Die haitianische Literatur der Gegenwart umfasst Autoren wie Nick Stone, René Depestre, Frankétienne und Edwidge Danticat. Außer Frankétienne leben alle im Ausland.


Sport

Es gibt zahlreiche erfolgreiche Sportler haitianischer Herkunft wie Andre Berto, Samuel Dalembert, Dudley Dorival, Joseph Gaetjens, Olivier Occean oder Jean Pascal.

Fußball

1974 qualifizierte sich Haiti überraschend für die Fußball-WM in Deutschland. Sensationellerweise ging der ‚Fußball-Zwerg‘ im ersten Spiel gegen Vizeweltmeister Italien durch ein Tor von Emmanuel Sanon in Führung, unterlag jedoch am Ende und konnte die erste Runde nicht überstehen. Der Torhüter der Haitianer, Henri Francillon, wurde nach dem Turnier für die Saison 1974/75 vom TSV 1860 München für die Zweite Bundesliga verpflichtet.

Literatur

Weblinks

 Wiktionary: Haiti – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Haiti – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Haiti – geographische und historische Karten
Wikinews Wikinews: Haiti – in den Nachrichten
 Wikivoyage: Haiti – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Artikel 4 der Verfassung von 1987.
  2. 2,0 2,1 2,2 Haiti. In: CIA World Factbook. 21. März 2012, abgerufen am 38. März 2012 (englisch).
  3. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database: Report for Selected Countries and Subjects, April 2008.
  4. 2011 Human development Report (PDF; 2,1 MB) Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. S. 17-20. Abgerufen am 27. Dezember 2012.
  5. http://www.sos-kinderdorf.at/informationen/sos-kinderdorf-in-aller-welt/wo-wir-taetig-sind/amerika/haiti/pages/laenderinformation.aspx
  6. Bevölkerung Haitis, Library of Congress Country Studies, abgerufen am 8. August 2011
  7. http://apps.who.int/ghodata/?vid=60700
  8. http://hdrstats.undp.org/en/countries/profiles/HTI.html
  9. 9,0 9,1 CIA 2010 zu Haiti (Letztes Update: 4. Februar 2010)
  10. Haiti's chaos reverberates for expatriates in American cities By Sara B. Miller, online-Ausgabe des Christian Science Monitor, vom 3. März 2004, abgerufen am 8. August 2011.
  11. Nick Davies: Bahamas outlook clouds for Haitians, BBC News, 20. September 2011, abgerufen am 8. August 2011
  12. 12,0 12,1 US-Außenministerium 2009 zu Haiti
  13. http://www.tagesschau.de/ausland/meldung169498.html (nicht mehr online verfügbar)
  14. http://www.br-online.de/wissen-bildung/collegeradio/medien/religion/voodoo/arbeitsblaetter/voodoo_ab3.pdf
  15. http://www.remid.de/info_afroamerika.html
  16. http://www.relinfo.ch/voodoo/voodoo.html
  17. Exportgüter laut Meyers Handlexikon 1912, als das Land noch keine 100 km Eisenbahnlinien hatte.
  18. Holger Schrader, Die Lateinamerikapolitik der USA unter Präsident Clinton: Anspruch und Wirklichkeit, LIT Verlag, Berlin / Hamburg / Münster 2007, ISBN 978-3-8258-0334-6, S. 197.
  19. Noam Chomsky (1993): Die Tragödie Haitis
  20. Noam Chomsky (1999), a. a. O., S. 106.
  21. „Der christliche Fundamentalist Aristide als Problem für US-Politik“, Los Angeles Times vom 1. Oktober 1994, S. 5.
  22. amnesty international: Jahresbericht Haiti 2000 (PDF; 254 kB)
  23. Ökumenischer Rat der Kirchen: Manipulation bei Parlamentswahl 2000 in Haiti
  24. Berliner Zeitung: Haiti nach der Präsidentenwahl von 2000
  25. Institut für Iberoamerika-Kunde: Haiti nach der Präsidentenwahl von 2000
  26. Die ZEIT (2004): militärische Intervention in Haiti erwünscht
  27. UNO autorisiert vorübergehende Entsendung fremder Truppen nach Haiti, Februar 2004 (PDF)
  28. US-Intervention 2004 in Haiti Operation Secure Tomorrow
  29. zeit.de: Unruhen : Haiti steht vor dem Chaos vom 8. April 2008.
  30. tagesschau.de: Haitis Regierung stürzt über Hungerrevolte (nicht mehr online verfügbar) vom 13. April 2008.
  31. Fact check: Haiti by the numbers, Artikel auf CNN vom 13. Februar 2010; abgerufen am 22. Februar 2010
  32. Todesfälle durch die Cholera gestiegen, Latina-press.com (Abgerufen am 8. Mai 2011)
  33. Spiegel Online: Cholera-Epidemie erreicht Hauptstadt Port-au-Prince, 9. November 2010.
  34. for Peace 2009: Haiti 2009 gegenüber Vorjahren verschlechtert
  35. Policy: Haiti auch 2009 ein gescheiterter Staat
  36. Ein Land am Boden, Süddeutsche Zeitung vom 13. Januar 2010
  37. Haiti’s Nightmare
  38. Kokain-Express
  39. http://www.unaids.org/en/resources/presscentre/featurestories/2011/january/20110112haiti/
  40. http://www.usaid.gov/our_work/global_health/aids/Countries/lac/haiti.html
  41. Länder, Reise, Sicherheit > Haiti > Wirtschaft. In: Auswärtiges Amt. November 2009, abgerufen am 29. Dezember 2010.
  42. zitiert zusammen mit weiteren Daten zur Ernährungslage in Hans-Heinrich Bass, Finanzmärkte als Hungerverursacher?, Studie für die Deutsche Welthungerhilfe e. V., 2011, S. 57
  43. Hans-Heinrich Bass, Finanzmärkte als Hungerverursacher?, Studie für die Deutsche Welthungerhilfe e. V., 2011, S. 58–62
  44. Noam Chomsk (1999), a. a. O., S. 102.
  45. Anastasia Moloney: Q+A-Haiti's aid controversy, Reuters, 28. September 2011, abgerufen am 8. August 2011
  46. Latin America Shouldn't Bet Everything On Remittances. Weltbank. 31. Oktober 2006. Archiviert vom Original am 3. März 2011. Abgerufen am 20. August 2011.
  47. http://www.transparency.org/policy_research/surveys_indices/cpi/2010/results Index 2010
  48. zoll.de: Liste aller derzeitigen Embargoländer
  49. 49,0 49,1 49,2 CIA Factbook, abgerufen am 2. Februar 2010
  50. 50,0 50,1 Sabrina Axster, Jürgen Kaiser: Haiti in der Entschuldungsinitiative, 11. Dezember 2009 (abgerufen am 17. Januar 2010)
  51. Helene Zuber: Haiti, ein geschundenes Land, Spiegel Online (abgerufen am 16. Januar 2010)
  52. Interview mit dem Chef der UNO-Truppe, Frankfurter Rundschau online vom 24. November 2010, abgerufen am 8. August 2011
  53. csmonitor.com: Could this paradise really be poor, desperate Haiti?
  54. Reisebericht des Schweizer Fernsehens [1]
  55. (abgerufen am 22. Oktober 2012)
  56. Angaben des Auswärtigen Amtes, abgerufen am 8. August 2011
  57. 57,0 57,1 57,2 The World Factbook
  58. Weltbank: Haiti Gets US$1.2 Billion of Debt Relief
  59. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
19.1-72.333333333333


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