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1877

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Ereignisse

  • 1877: Verlag Ullstein in Berlin
  • 1877: Vollendung der Grossen Synagoge in Czernowitz
  • 1877: Russland. Die 1861 erfolgte „Bauernbefreiung“ von Alexander II. gestattete ehemals leibeigenen Bauern den Landerwerb, was Gebildeten und Begüterten – darunter relativ vielen Juden – eher zugute kam. Dies vergrösserte den Judenhass der einfachen Bevölkerung noch. Ihre Vorurteile vertrat auch Dostojewski in seinem einflussreichen „Tagebuch eines Schriftstellers“ 1877: „Da kam nun der Befreier und befreite das autochthone Volk – und was nun: Wer stürzte sich als Erster darauf als ein Opfer, wer benutzte vorzugsweise seine Laster, wer umwand es mit seinem ewigwährenden goldenen Gewerbe, wer ersetzte sogleich, wo er nur konnte und wo es gelegen kam, die abgeschafften Gutsherren? Mit dem Unterschied, dass die Gutsherren, wenn sie die Leute auch stark ausgebeutet hatten, dennoch bestrebt waren, ihre Bauern nicht zugrunde zu richten, meinetwegen um ihrer selbst willen, um ihre Arbeitskraft nicht zu erschöpfen; aber den Hebräer kümmert die Erschöpfung der russischen Kraft nicht, er nahm das Seine und ging …“
  • 1877: Vereinigte Staaten von Amerika. 230 000 Juden (0,5 % der Einwohner); seit den russischen Pogromen 1881 Mehrheit der Juden in den US osteuropäische Minderheiten deutscher, elsässischer und sefardischer Herkunft
  • 1877: Bruno Buchwald geboren, Volkswirt; begründete "Buchwalds Börsenberichte"
  • 1877: Heinrich Wimpfheimer geboren, Jurist (Handels- und Wirtschaftsrecht)
  • 3.1.1877–20.5.1948: Max Hirsch, geb. in Berlin, gest. in Birmingham, Gynäkologe in Berlin, im ersten Weltkrieg Sanitätsoffizier, setzte sich für Sozialhygiene und Arbeitsschutz der Frau, besonders der schwangeren, ein, war Hrsg. des Archivs für Frauenheilkunde und Konstitutionsforschung (1924 ff.?) und des Handbuchs der inneren Sekretion, 1925-1932; schrieb u. a. Fruchtabtreibung, Präventivverkehr und Geburtenrückgang, 1914; Leitfaden der Berufskrankheiten der Frau, 1919; Über das Frauenstudium, 1920; Das ärztliche Heiratszeugnis, 1921; Die Gattenwahl, 1922; Die Gefahren der Frauenerwerbsarbeit für Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, 1925; Berufsarbeit und Beckenbildung, 1927; Die operative Geburtshilfe vor der Frage: Vaginal oder Abdominal, 1927; - im Zuge der Judenverfolgung wurde ihm die Approbation als Arzt aberkannt, 1939 emigrierte er nach England
  • 28.1.1877–8.11.1937: Francis de Croisset, französisch-jüdischer Schriftsteller deutsch-jüdischer Herkunft
  • 31.1.1877–22.11.1964: Arthur Nussbaum, US-amerikanischer Jurist deutsch-jüdischer Herkunft, 1914-1933 Prof. für Handelsrecht an der Universität Berlin, Begründer der Rechtstatsachenforschung; zahlreiche Schriften über Geldprobleme
  • 14.2.1877–19.2.1938: Edmund Landau (Edmund Georg Hermann Landau), deutsch-jüdischer Mathematiker, der sich insbesondere um die analytische Zahlentheorie verdient gemacht hat. Er wurde am 14. Februar 1877 in Berlin als Sohn des Gynäkologen Leopold Landau und seiner Frau Johanna geb. Jacoby geboren. Die Familie Landau war sehr wohlhabend und hatte ihren Wohnsitz im Nobelviertel am Pariser Platz. Edmund Landau studierte später in Berlin und promovierte 1899 unter G. Frobenius. 1905 heiratete er Marianne Ehrlich, die Tochter des Nobelpreisträgers Paul Ehrlich. Landau blieb in Berlin bis 1909, als er den Ruf nach Göttingen erhielt. Er übernahm die Nachfolge Hermann Minkowskis. Für diese Stelle wurde er dem anderen führenden Kandidaten Oskar Perron vorgezogen, weil er "kein Jasager" war. In Göttingen wirkte er gleichberechtigt neben den hochrangigen Fachkollegen David Hilbert und Felix Klein. Nach allen übermittelten Berichten war er keine bequeme Persönlichkeit, sein erhebliches Selbstbewusstsein musste von vielen anderen als Arroganz empfunden werden. Kurz nach seiner Ankunft in Göttingen liess er das prächtige Haus Herzberger Landstrasse 48 (im angeblichen English-Cottage-Stil) erbauen. Im Mittelpunkt des Hauses war ein sehr grosses Arbeitszimmer und eine sehr umfangreiche Bibliothek. Diese Bibliothek vermachte er nach seinem Tod der Hebräischen Universität in Jerusalem, überhaupt engagierte er sich sehr für die Gründung und Ausstattung der Hebräischen Universität. Landau lud oft sonntags Assistenten zu sich ein. Diese Einladungen waren mit allerlei mathematischen Wettkämpfen verbunden. Landau setzte hohe Massstäbe für sich selbst und für andere. Seine Vorlesungen, seine mehr als 250 Abhandlungen und seine 7 Bücher waren Modelle der Klarheit und der Präzision. Landau verwendete enorme Sorgfalt auf alles, was er machte. Als Hilbert von Landaus Tod unterrichtet wurde, soll er gesagt haben: "Er war der pflichttreueste von uns allen". Besonders Landaus Bücher haben eine grosse Wirkung gehabt. Als er seine Doktorarbeit schrieb, war der Primzahlsatz gerade bewiesen worden. Die analytische Zahlentheorie wurde ein eigenständiger Zweig der Mathematik. Zehn Jahre später veröffentlichte Landau das zweibändige "Handbuch der Lehre von der Verteilung der Primzahlen". Hier wurde die analytische Zahlentheorie systematisch dargestellt, und das "Handbuch" blieb jahrzehntelang die wichtigste Quelle für die Ergebnisse und Techniken der analytischen Zahlentheorie. Die anderen Bücher von Landau, mit ähnlich grosser Wirkung, waren seine dreibändigen "Vorlesungen über Zahlentheorie" von 1927, worin Landau den Leser von den elementaren Grundlagen zu einigen der fortgeschrittensten Ergebnisse der Zahlentheorie führte. Die Bücher Landaus sind in einem trockenen, lakonischen Stil ("Landau-Stil") geschrieben, der nicht ohne Humor ist. Landau schreibt wenig zur Motivation; er erwartet, dass die Sätze für sich sprechen. Die Beweise sind sehr klar und vollständig; sie sind auch schön poliert. Landaus mathematische Arbeiten decken die ganze Breite der analytischen Zahlentheorie ab. Er hat sowohl einige schöne Einzelergebnisse bewiesen als auch allgemeine Techniken entwickelt. Er vereinfachte und verallgemeinerte auch die Arbeiten anderer, da er immer bedacht war, den Anwendungsbereich einer Methode zu erkunden und sie von überflüssigen Voraussetzungen und Beschränkungen zu befreien. Ein Satz, worauf Landau selbst stolz war, war die Verallgemeinerung (1903) des Primzahlsatzes auf algebraische Zahlkörper. Als er diesen Satz bewies, war die analytische Fortsetzbarkeit der Dedekindschen Zetafunktion eines Zahlkörpers noch nicht bewiesen; die Fortsetzbarkeit wurde etwa fünfzehn Jahre später von E. Hecke bewiesen. Landau konnte aber eine Idee von Gauss (zum Kreisproblem) und Dirichlet (zum Teilerproblem) verwenden, um die Fortsetzbarkeit in einen dünnen Streifen zu zeigen, woraus er den Primidealsatz ableiten konnte. Landaus Lehrtätigkeit wurde 1933 durch einen Boykott nationalsozialistischer Studenten zwangsweise beendet. Zuvor hatte Landau noch versucht, gegen alle Widerstände seinen Vorlesungsbetrieb aufrecht zu erhalten. Er wurde beurlaubt und dann 1934 frühzeitig in den Ruhestand versetzt. Nie wieder erlangte die mathematische Fakultät in Göttingen den Glanz, den sie lange ausgestrahlt hatte. Landau kehrte nach Berlin zurück. Er hielt keine Vorträge mehr in Deutschland, machte aber einige Auslandsreisen nach Cambridge und Brüssel, wo er Vorträge hielt. Er starb an einem Herzversagen am 19. Februar 1938. – Lit.: P. Turan, Ernst Landau, 1968
  • 19.2.1877–24.11.1922: Ludwig Hartau, deutsch-jüdischer Schauspieler; der bekannte Theaterschauspieler und Dozent, zu dessen Schülern u.a. Ursula Krieg zählte, wagte 1912 im Alter von 35 Jahre den Sprung in das noch junge Metier Film; den Durchbruch zu einem begehrten Filmschauspieler schaffte er erst nach 1916; unter Regisseuren wie Ernst Lubitsch und Fritz Lang wirkte er in zahlreichen Stummfilmen mit; in Hans Steinhoffs Streifen Der falsche Dimitri war er ursprünglich für die Hauptrolle als Iwan der Schreckliche vorgesehen; Ludwig Hartau verstarb 1922 auf dem Höhepunkt seiner Filmkarriere im Alter von nur 45 Jahren; Filme: Europäisches Sklavenleben, 1912; Adamants letztes Rennen, 1916; Die Sektwette, 1916; Der Antiquar von Strassburg, 1917; Der Fall Dombronowska ... ! (1917); Wenn Frauen lieben und hassen, 1917; Das Kainszeichen, 1917; Mr. Wu, 1918; Menschen, die durchs Leben irren, 1918;Die Angst, 1918; Hungernde Millionäre, 1919; Baccarat, 1919; Die 999. Nacht, 1919; Galeotto, der grosse Kuppler, 1919; Die nach Liebe dürsten,1919; Die Flucht vor der Krone, 1919; Anna Boleyn, 1920 (Regie: Ernst Lubitsch); Der Heilige Stand der Ehe, 1920; Der Mann mit der Puppe, 1920; Johann Baptiste Lingg, 1920; Verkommen, 1920; Der Sohn der Magd, 1920; Themis, 1920; Die drei Tänze der Mary Wilford, 1920; Kämpfende Herzen - Vier um die Frau, 1921 (Regie: Fritz Lang); Verbrechen aus Leidenschaft, 1921; Die Diktatur der Liebe, 1921; Aus dem Schwarzbuch eines Polizeikommissars, 1921; Der Mann mit der eisernen Maske, 1922 (Regie: Rudolf Meinert); Marie Antoinette - Das Leben einer Königin, 1922; Das schöne Mädel, 1922; Der politische Teppich, 1922; Zwei Welten, 1922; Maciste und die Tochter des Silberkönigs, 1922; Die fünf Frankfurter, 1922; Die Tochter Napoleons, 1922; Frauenschicksal, 1922; Kinder der Zeit, 1922; Der Schatz der Gesine Jakobsen, 1922
  • 25.2.1877–Mai 1942: Norbert Jokl (Norbert Jokel), geb. in Bisenz/Süd-Mähren; Sprachforscher, Indogermanist, Dr. phil. et iur., Hofrat; einer der Gründer der Albanologie; habilitierte sich 1913 an der Wiener Universität, war seit 1923 a. o. Prof. in Wien; auch Oberbibliothekar an der Universitätsbibliothek Wien, seinerzeit bedeutendster Erforscher der Sprache und Geschichte des Albanischen; 1938 wurde er als Jude seines Dienstes enthoben und in den Ruhestand versetzt; obwohl er als zurückgezogener Gelehrter galt, Junggeselle war, nur seiner Wissenschaft lebte und es vermieden hatte, sich politisch zu exponieren, wurde sein 1939 gestellter Antrag auf „gnadenweise Gleichstellung mit Mischlingen ersten Grades“ im Jahr 1940 abfällig beschieden; Jokls Versuche, im Ausland, vor allem in den USA, eine neue Existenzgrundlage zu finden, blieben erfolglos; nach der Annexion Albaniens durch Italien im Jahr 1939 versuchte der italienische Albanologe Carlo Tagliavini einen Umzug Jokls samt seiner wissenschaftlichen Bibliothek nach Albanien zu organisieren, das italienische Unterrichtsministerium stellte Jokl eine mit 600 Goldfranken pro Jahr dotierte Stelle als „Organisator der Bibliotheken Albaniens“ in Aussicht, doch der Plan scheiterte, weil Jokl keine Ausreisegenehmigung erhielt; am 2. März 1942 wurde Jokl in seiner Wohnung in Wien von der Gestapo festgenommen und in ein Sammellager in der Wiener Castellezgasse gebracht; aus Deportationslisten des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes geht hervor, dass Jokl am 6. Mai 1942 in das Vernichtungslager Maly Trostinez deportiert wurde und entweder auf dem Weg dorthin ums Leben kam oder dort getötet wurde; Jokl hatte seine albanologische Bibliothek und seinen Nachlass dem Staat Albanien vererbt; dessen ungeachtet wetteiferten Viktor Christian, Dekan der philosophischen Fakultät der Universität Wien, und Paul Heigl, Direktor der Nationalbibliothek, bei den Behörden um die Sicherstellung dieser für die „reichsdeutsche Forschung“ äusserst wertvollen Bestände; Heigl hatte dabei mehr Erfolg, die Bibliothek und der Nachlass wurden der Nationalbibliothek 1942 „leihweise überlassen“; 1946 behielt die Österreichische Nationalbibliothek die Bestände mit der Begründung, dass Jokl keine anspruchsberechtigten Verwandten hinterlassen hatte; von den ursprünglich mehr als 3.000 Büchern sind heute nur mehr rund 200 identifizierbar; Jokls Lebenswerk, eine mit handschriftlichen Nachträgen versehene Ausgabe des Etymologischen Wörterbuchs des Albanischen von Gustav Meyer, ist unauffindbar; am 29. April 1982 beschloss der Senat der Universität Wien, Jokls Namen auf der Ehrentafel in der Aula der Universität Wien anzubringen; - Werke (Auswahl): Studien zur albanesischen Etymologie und Wortbildung, 1911; Albanisch (Geschichte der indogermanischen Sprachwissenschaft, hrsg. von W. Streitberg, 1917); Das Finnisch-Ugrische als Erkenntnisquelle für die ältere indisch-germanische Sprachgeschichte (Festschrift für Baudouin de courtenay, 1921); Voks albanesische Liedersammlung mit sprachwissenschaftlich-sachlichen Erläuterungen versehen, 1921; Lingu-kulturhistorische Untersuchung aus dem Bereiche des Albanesischen, 1923; Albaner, Sprache (Reallexikon der Vorgeschichte, hrsg. von M. Ebert, 1924); Illyrer, Sprachen (dito, VI., 1925); Zum albanesischen Erbwortschatz, 1925; Südslavische Wortstratographie und albanische Lehnwortkunde, Sofija 1933
  • 1.3.1877–23.11.1955: Milly Witkop (Milly Witkop-Rocker), geb. in Slotopol, gest. im Staat New York, war eine jüdische Anarchafeministin, Anarchasyndikalistin und Autorin; sie wurde im Schtetl Slotopol, etwa 80 Kilometer nordwestlich von Kirowohrad in der Ukraine als älteste von vier Schwestern in eine fromme Familie geboren, emigrierte wegen der antisemitischen Ausschreitungen in Folge des Attentats auf den Zaren in jungen Jahren 1894 nach London; dort lernte sie ihren Lebensgefährten Rudolf Rocker kennen und engagierte sich in der anarchosyndikalistischen Arbeiterbewegung; mit Rocker gab sie in London die Zeitschriften Arbeter Fraynd und Germinal heraus; sie gebar dort ihren Sohn Fermin Rocker; wegen ihrer antimilitaristischen Agitation gegen die Teilnahme Englands am 1. Weltkrieg musste sie ab 1916 zwei Jahre in Haft verbringen; nach Ende des Ersten Weltkriegs ging sie zu Mann und Sohn, die schon vorher in die Niederlande emigriert waren; im November 1918 ging sie nach Deutschland und organisierte mit Rocker den Aufbau der Freien Arbeiter-Union Deutschlands und mit anderen Frauen des syndikalistischen Frauenbunds ab 1921 die Beilage "Der Frauenbund" in der Zeitschrift "Der Syndikalist"; Witkop war der Ansicht, dass die proletarische Frau nicht nur vom Kapitalismus, sondern ebenso von ihren männlichen Lebensgefährten ausgebeutet würde, sie regte daher an, dass Frauen aktiv für ihre Rechte eintreten sollten; mit der Machtergreifung Hitlers ging die Familie über die Schweiz, Südfrankreich, Paris und London schliesslich im Sommer 1933 in die USA; Europa sahen beide nicht wieder; in den USA versuchten Rocker und Witkop vor allem, Bewusstsein für den spanischen Bürgerkrieg zu schaffen und die Arbeit der Mujeres Libres zu fördern; mit ihrem Gefährten Rudolf Rocker ging sie 1937 von New York in die 50 Kilometer entfernte anarchistische Gemeinde nahe Lake Mohegan im Westchester County; dort verstarb sie 1955
  • 4.3.1877–3.3.1881: Rutherford B. Hayes 19. US-Präsident
  • 11.3.1877–4.7.1928: Alfred Loewenstein, geb. in Brüssel, Bankier, schuf in Belgien einen grossen Kunstseiden- und Elektrizitätstrust, starb durch Sturz aus einem Flugzeug in den Ärmelkanal
  • 11.3.1877–16.3.1945: Maurice Halbwachs, geb. in Reims, ermordet im KZ Buchenwald, französisch-jüdischer Soziologe und Sozialpsychologe, dessen Werk bis heute das Konzept des kollektiven Gedächtnisses massgeblich mitprägt; Professor in Strassburg und Paris, 1944 nach Deutschland deportiert; Vertreter der Durkheim-Schule, deren Methode er auch auf die Kategorien Gedächtnis, Bedürfnisse sowie Emotionen anwandte und über die er mit der Einbeziehung psychologischer Phänomene hinausging; in seiner Typologie der sozialen Klassen schrieb er diesen verhaltensprägende Kraft zu. Hauptwerk: „La classe ouvrière et les niveaux de vie“, 1913; „Les cadres sociaux de la mémoire“, 1925, deutsch „Das Gedächtnis und seine sozialen Bedingungen“, 1966; „Les causes du suicide“, 1930; „L'Evolution des besoins dans les classes ouvrières“, 1933; „Morphologie sociale“, 1938; „La mémoire collective“ 1950
  • 21.3.1877–7.4.1927: Hugo Gressmann (Nichtjude), geb. in Mölln (Schleswig-Holstein), gest. in Chicago, deutscher Alttestamentler (Der Ursprung der israelitisch-jüdischen Eschatologie, 1905; Mose, 1913; Der Messias 1929)
  • 3.5.1877–25.12.1925: Karl Abraham, geb. in Bremen, gest. in Berlin, Psychoanalytiker, 1904-1907 Assistent von Eugen Bleuler am Burghölzli in Zürich; Schüler Freuds, gründete 1920 zusammen mit M. Eitingon eine psychoanalytische Klinik in Berlin-Wittenau, war 1922 f. Sekretär, 1924 f. Präsident der Internationalen psychoanalytischen Gesellschaft; Hauptwerke: Psychoanalytic Investigation and Treatment of Manic Depressive Insanity, 1927; Clinical Papers and Essays on Psychoanalysis, 1955; Gesammelte Werke, 2 Bände, 1969/71; Hilda C. Abraham und Ernst L. Freud: A Psycho-Analytic Dialogue; the Letters of Sigmund Freud and Karl Abraham, 1966
  • 23.5.1877–4.3.1956: Willy Prager, geb. Kattowitz, gest. Berlin-Hallensee, Schauspieler, Kabarettist, Conferencier, Chanson- und Schlagerkomponist, seine Chansons wurden von vielen Stars der damaligen Zeit gesungen, so etwa von Trude Hesterberg und Claire Waldoff; 1928 stand er mit Marlene Dietrich in der Hollaender-Revue "Es liegt in der Luft" auf der Bühne; er arbeitete auch für diverse Operetten-, Film-, Revue- und Schlagerproduktionen, häufig zusammen mit Nelson und Max Hansen; zu seinen bekanntesten Schlagern zählen: "Alles kommt einmal wieder", "Das Rothschildlied", "Klagelied an Jacobsohn", "Fridolin", "Berlin, Berlin, ich kenne dich nicht wieder". Als Filmschauspieler spielte er u.a. in: "Liebeswalzer" (1930), "Liebling der Götter" (1930), "Eine Nacht im Grandhotel" (1931), "Um eine Nasenlänge" (1931), "Aus einer kleinen Residenz" (1932). Zwischen 1933 und 1945 konnte der mit Auftrittsverbot belegte Künstler nur im Untergrund in Berlin überleben. Nach 1945 hatte er wieder Auftritte in Kabaretts; er wirkte auch in den DEFA-Filmen "Ehe im Schatten" (1947) und "Das kalte Herz" (1950) mit. Seine Autobiographie erschien 1945: "Sie werden lachen – Nichts erfunden, alles erlebt".
  • 6.6.1877–25.3.1945: Hans Sachs, Mediziner (Bakteriologie) in Heidelberg
  • 9.6.1877–10.1.1945: Rudolf Borchardt, geb. in Königsberg, gest. in Trins, Tirol, sprachvirtuoser deutscher Lyriker, Erzähler, Essayist und Übersetzer, Sohn eines ostpreussischen Handelsherrn jüdischer Herkunft, konservativer Humanist, der dichterisches Schaffen mit gelehrter Forschung verband; betont indifferente Einstellung zum Judentum; Freund von Rudolf Alexander Schröder und Hugo von Hofmannsthal (Briefwechsel 1954); Hauptwerke: „Der Durant“ (Versepos) 1920; „Die halbgerettete Seele“ (Gedichte) 1920; „Das hoffnungslose Geschlecht“ (Erzählungen) 1929; bedeutender Übersetzer (Pindar, Tacitus, Dante Alighieri u.a.). - Gesammelte Werke, 14 Bde. 1955-1989; Gesammelte Briefe, 20 Bde., 1995 ff.
  • 18.6.1877–13.8.1951: Abraham Schalom Yahuda, Bibel-Forscher und Orientalist, zeitweise an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums Berlin und Prof. an der Universität Madrid; „Die Sprache des Pentateuch in ihren Beziehungen zum Ägyptischen“, 1929
  • 5.7.1877– 27.10.1948: Judah Leon Magnes, geb. in San Francisco, Kalifornien; gest. in New York, bedeutender US-amerikanischer Rabbiner des Reformjudentums, Gründer und Leiter zahlreicher jüdischer Organisationen, Pazifist, Publizist und Politiker; ausserdem war er bis zu seinem Tod Präsident der Hebräischen Universität in Jerusalem
  • 7.7.1877– 16.2.1946: Ernst Berl, jüdischer Chemiker, Darmstadt, Arbeiten über Explosivstoffe
  • 10.7.1877–9.5.1935: Ernst Bresslau, Zoologe in Sao Paulo
  • 17.7.1877: Hermann Jadlowker in Riga geboren, Operntenor, bis 1919 an der Berliner Staatsoper, später Kantor in Riga
  • 23.7.1877–21.12.1944: Eugen Robert, Regisseur
  • 29.7.1877: Carl Neuberg geboren in Hannover, Biochemiker, o. Hon. Prof. und Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biochemie in Berlin, arbeitete über Chemie der Zuckerarten, Eiweissstoffwechsel, Gärungschemie; bedeutend für die Kriegsführung im ersten Weltkrieg sein Herstellungsverfahren des Perkaglyzerins
  • 1.8.1877–1943: Fritz Spira, geb. in Wien (als Jakob Spira), umgekommen im KZ Ruma, Jugoslawien, österreichischer Schauspieler, er begann seine künstlerische Laufbahn als Operettensänger, seit 1899 am Theater, seit 1910 im Stummfilm; nach der Machtergreifung emigrierte er nach Polen; die Ehe mit der Schauspielerin Lotte Spira (Nichtjüdin, Heirat 1905) wurde 1934 geschieden; 1935 ging er nach Österreich, doch fand er als Jude kaum noch Arbeitsmöglichkeiten; nach dem Anschluss Österreichs bemühte er sich vergeblich, ins Ausland zu entkommen; bei seinem Versuch, ein Visum nach Shanghai zu erhalten, wurde er verhaftet und Anfang März 1941 deportiert; er kam vermutlich in dem in der Vojvodina liegenden KZ Ruma ums Leben; er ist der Vater der Schauspielerinnen Camilla Spira und Steffie Spira
  • 5.8.1877: Ludwig Holländer in Berlin geboren, Rechtsanwalt, seit 1900 führend im C. V., dessen Syndikus und späterer Direktor (1908-1933); schrieb zahlreiche Beiträge zur Soziologie der deutschen Juden; 1. Vorsitzender des K. C. (Kartell-Convent der Verbindungen deutscher Studenten jüdischen Glaubens) seit 1896
  • 5.8.1877–12.6.1939: Heinrich Poll, Mediziner (Anatomie) in Hamburg, o. Prof. Hamburg 1924-1933, wichtige Studien zur Vererbungslehre (Halbseitenzwillinge, Fingerabdrücke bei Zwillingen)
  • 9.8.1877–14.4.1940: Osmond Elim d’Avigdor-Goldsmid, britischer Politiker, Grossgrundbesitzer, Oberstleutnant a. D., Präsident verschiedener Organisationen, u. a. des Anglo-Hicem
  • 10.8.1877–11.2.1941: Rudolf Hilferding, geb. in Wien, gest. in Paris, österreichisch-deutsch-jüdischer (aus dem Judentum "ausgetretener") Politiker, Sozialwissenschaftler, Finanztheoretiker; Arzt/Dr. med. 1901, bis 1907 als Kinderarzt in Wien tätig, Kontakt zum Kreis um Viktor Adler; Herausgeber der "Marxstudien" 1904-1922 (gemeinsam mit Max Adler); als Dozent Vorgänger Rosa Luxemburgs an der sozialdemokratischen Parteischule in Berlin; seit 1906 Mitarbeiter der "Neuen Zeit" in Stuttgart (Pseudonym: "Karl Emil"), 1907-1915 politischer Schriftleiter der SPD-Zeitung Vorwärts, 1918-1922 Redakteur der "Freiheit" [Zentralorgan der U.S.P.D.] in Berlin (er hatte 1918 die deutsche Staatsangehörigkeit erworben) und in dieser Eigenschaft von Tucholsky heftig geschmäht; seit 1924 Hrsg. der Monatsschrift "Die Gesellschaft, eine internationale Revue für Sozialismus und Politik"; kämpfte gegen die Kriegskredite (auch gegen die Linie der eigenen Partei), in der Folge pazifistische Propaganda; schloss sich 1917 der USPD an, auf dem Spaltungsparteitag der Unabhängigen Sozialdemokratie (1920 Halle a. S.) trat er Sinowjew, dem Abgesandten der Kommunistischen Internationale, entgegen, engagierte sich für die Wiedervereinigung von SPD und U.S.P.D., dann 1922 Rückkehr zur SPD (auch Mitglied des Parteivorstands); 1923 (Kabinett Stresemann, grosse Koalition) und 1928/1929 (Kabinett Hermann Müller) Reichsfinanzminister (praktisch entmachtet durch unsachliche Kampagne des Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht, der in der Vergangenheit von den Leistungen Hilferdings profitiert hatte und dessen Ideen als eigene ausgab, z. B. die Einführung der Rentenmark im Herbst 1923); 1924-1933 MdR der SPD; flüchtete 1933 über Dänemark und die Schweiz nach Frankreich (dort seit 1938), wurde ausgebürgert, Mitverfasser des "Prager Manifestes" vom 28. Januar 1934; auf Verlangen der Hitler-Regierung am 11. Februar 1941 unter Bruch des Asylrechts von der Vichy-Regierung an die Gestapo ausgeliefert, starb nach Misshandlungen im Pariser Gestapo-Gefängnis unter ungeklärten Umständen (auf Anweisung ermordet? Selbsttötung?); Hilferding war ein Hauptvertreter des ‚‘‘Austromarxismus‘‘‘ und entwickelte die Stamokaptheorie; Hauptwerke: Das Finanzkapital. Eine Studie über die jüngste Entwicklung des Kapitalismus, 1910 [Anwendung der marxistischen Lehre auf das Bankwesen]; Böhm-Bawerk's Marxkritik, 1913
  • 25.8.1877–29.3.1948: Alfred Wolff-Eisner, geb. und gest. in Berlin, Serologe, 1922 Dozent, 1926 Prof., 1943 im KZ Theresienstadt, hatte das Laboratorium der Universitäts-Frauenklinik Berlin geleitet und die lytische Tuberkulosetheorie begründet; seine Ophtalmo-Reaktion diente bei Mensch und Tier dem Nachweis der Tuberkulose; bei der Erforschung der Überempfindlichkeitskrankheiten (Asthma, Heufieber) erzielte er wertvolle Ergebnisse; Hauptwerke: Klinische Immunitätslehre, 1910; auch englisches Handbuch der Serumtherapie, 1910 (auch spanisch); Tuberkulose-Diagnostik und Therapie, 1921 (auch spanisch); Mangelerkrankungen auf Grund von Beobachtungen im KZ Theresienstadt, 1947
  • 4.10.1877: Eröffnung des Rabbinerseminars (Landesrabbinerschule) in Budapest, Dozenten u. a. W. Bacher, I. Goldziher, D. Kaufmann
  • 16.10.1877–11.9.1933: Max Alsberg, geb. am 16.10.1877 Bonn, am 11.9.1933 erschoss er sich in Samaden (Schweiz), berühmter Strafverteidiger der Weimarer Republik, er war einer der bekanntesten deutschen Strafverteidiger und wurde, wie Alfred Friedmann, fast zu jeder einigermassen bedeutenden Strafsache hinzugezogen; seine Plädoyers waren durch die Verbindung der tatsächlichen und der rechtlichen Gesichtspunkte berühmt; er verteidigte z. B. Carl von Ossietzky 1931 gegen den Vorwurf des Landesverrats; er gewann u. a. auch zwei Prozesse für den früheren Kaiser und verteidigte dessen Staatssekretär, den deutschnationalen Politiker Helfferich, mit Erfolg gegen den Minister der Republik, den Zentrumspolitiker Erzberger; dieser trat daraufhin zurück und wurde ein Jahr später von nationalistischen früheren Offizieren ermordet; Alsberg entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie; Honorarprofessor an der Universität Berlin seit 1931; Werke (Auswahl): "Justizirrtum und Wiederaufnahme", 1913; "Preistreibereistrafrecht", 1916 (Zusammenstellung der entsprechenden Kriegsgesetze, 1922 zum 7. Mal aufgelegt); "Grosse Prozesse der Weltgeschichte", 1928; "Der Beweisantrag im Strafverfahren", 1930 (grundlegende Ausarbeitung); "Das Grabmal der Pressefreiheit", 1932; "Philosophie der Verteidigung" (ohne Jahr); auch Dramen: "Voruntersuchung" (gemeinsam mit Otto Ernst Hesse, 1927; in mehreren Ländern aufgeführt und 1931 auch verfilmt); "Konflikt" (1933); Max Alsberg war aus der jüdischen Gemeinde ausgetreten, ohne sich deshalb taufen zu lassen; Biographie Alsbergs von Curt Riess: "Der Mann in der schwarzen Robe", 1965
  • 21.10.1877–1942: Pauline Maier, geb. in Baiertal bei Wiesloch, ermordet im Vernichtungslager Auschwitz, Oberin, erst Krankenschwester, im ersten Weltkrieg Lazarettdienst, danach in Mannheim tätig, leitete ab 1936 das jüdische Krankenhaus und Altersheim, kam 1940 mit 2076 Juden nach Gurs in den Pyrenäen, wo sie zwei Jahre im Lager arbeitete; die Stadt Mannheim nannte 1964 das neue jüdische Altersheim nach ihr
  • 30.10.1877–6.8.1959: Salman Schocken (auch: Schlomo, Shlomo, Sally, Salmann, Salomon Schocken), geb. in Margonin bei Posen, gest. in Pontresina (Schweiz), der "Kaufhauskönig"; war ein bedeutender Kaufmann und Verleger deutsch-jüdischer Herkunft, auch führender Zionist (seit 1921 im Direktorium des K. K. L.), Förderer jüdischer Wissenschaft; er arbeitete nach einer kaufmännischen Lehre ab 1901 im Zwickauer Warenhaus seines Bruders Simon und gründete mit diesem zusammen mehrere Filialen u. a. in Nürnberg und Stuttgart und begründete damit den Kaufhauskonzern Schocken; sein Bruder Julius eröffnete unabhängig vom Konzern in Bremerhaven Kaufhäuser, arbeitete aber mit Salman Schocken im Einkauf zusammen; nach dem Tod des Bruders Simon 1929 wurde Salman Schocken Alleininhaber der Warenhauskette; bereits 1915 war Schocken Mitbegründer der von Martin Buber geleiteten zionistischen Zeitschrift Der Jude; nachdem er 1929 das Schocken-Institut zur Erforschung der hebräischen Poesie und 1931 in Berlin den Schocken Verlag (1938 Zwangsschliessung) gegründet hatte, emigrierte Schocken schliesslich unter dem Eindruck des Nationalsozialismus 1934 nach Palästina, wo er durch den Kauf der Tageszeitung Ha'aretz den Grundstein für das Medienunternehmen der Haaretz-Gruppe legte; im Jahre 1940 emigrierte er in die USA; in Jerusalem liess er sich von Erich Mendelsohn, mit dem er bereits in Deutschland erfolgreich zusammengearbeitet hatte, ein Haus und eine Bibliothek errichten; er wurde Mitglied und 1935 Vorsitzender des Verwaltungsrats der Hebräischen Universität; es folgte die Gründung des Verlages Schocken Publishing House Ltd. (der sich eine Gründung in New York anschliessen sollte), während in Deutschland die Warenhäuser zwangsweise veräussert wurden (sogenannte "Arisierung") und dann unter Merkur AG firmierten; nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es Schocken aber, 51% Anteil an den Warenhäusern zurück zu erlangen und dann an Helmut Horten zu veräussern; Salman Schocken starb 1959 auf einer Reise in der Schweiz; er hinterliess die grösste private Judaica-Sammlung und eine grosse Kunstsammlung
  • 18.11.1877–12.2.1940: Hermann Kantorowicz (Hermann Ullrich Kantorowicz, Pseudonym: Gnaeus Flavius), äusserst produktiver Jurist und Rechtsphilosoph, Soziologe, Rechtshistoriker, temperamentvoller akademischer Lehrer; aus dem Judentum ausgeschieden; geb. in Posen, gest. in Cambridge; wurde 1908 Privatdozent, 1913 a. o. Prof. in Freiburg, 1929 o. Prof. in Kiel; bedeutender Rechtsphilosoph und Soziologe; er gehörte (mit Ernst Fuchs und Theodor Sternberg) zu den Begründern der "Freirechtsschule", die dem Zivilrichter grössere Freiheit gab, Gesetzeslücken zu schliessen; 1924 hielt er Gastvorlesungen in London, 1927 Gastvorlesungen an der Columbia-Universität in New-York; 1933 verlor er seinen Lehrstuhl und emigrierte in die USA, seit 1937 lehrte er in England; er war u. a. bekannt als einer der bedeutendsten Kenner besonders der mittelalterlich-italienischen Jurisprudenz, aber auch des mittelalterlichen römischen Rechts; Werke (Auswahl): Goblers Karolinenkommentar, 1904; Der Kampf um die Rechtswissenschaft, 1906; Albertus Gandinus und das Strafrecht der Scholastik (I. 1907; II. 1926); Zur Lehre vom richtigen Recht, 1909; Über die Entstehung der Digestenvulgata,1910; Rechtswissenschaft und Soziologie, 1911; Was ist uns Savigny? 1912; Diplovatatius, De claris iuris consultis (gemeinsam mit Fr. Schulz), I. 1919; Einführung in die Textkritik, 1921; Verteidigung des Völkerbundes (1922); Festschrift für O. Lenel, 1923; Erinnerungsgabe für M. Weber, 1923; Germany and the League of Nations, 1924; Aus der Vorgeschichte der Freirechtslehre, 1925; Der Geist der englischen Politik und das Gespenst der Einkreisung Deutschlands, 1929 ; Tat und Schuld, 1933; Dictatorships, 1935; Rechtswissenschaft und Soziologie, 1962; Gutachten zur Kriegsschuldfrage 1914, 1967; Rechtshistorische Schriften, 1970; er war der Bruder von Alfred Kantorowicz (Zahnmediziner, 1880-1962)
  • 2.12.1877: Benno Elkan in Dortmund geboren, Bildhauer, Autodidakt, war in Deutschland einer der führenden modernen jüdischen Plastiker; Grab- und Gefallenendenkmäler, Porträtbüsten, Aktdarstellungen, Plaketten in sachlich-einfacher Formulierung; er starb am 10.1.1960 in London; sehr bekanntes Werk: Menorah vor der Knesset in Jerusalem, 1950 ff., am jetzigen Standort seit 1966
  • 2.12.1877–15.7.1973: Karl Pribram (Karl Eman Pribram) geb. in Prag, gest. in Washington D.C., Volkswirtschaftler (Gewerbepolitik) in Genf (Przibram = aus Prag stammende jüdische Familie)
  • 13.12.1877–23.11.1968: Salomon Wininger (Schlomo Winninger), geb. in Gurahumora, Bukowina, gest. in Ramat Gan, jüdischer Lexikograph, der mit seiner Grossen Jüdischen National-Biographie das bisher umfangreichste bio-bibliographische Personen-Nachschlagewerk zum Judentum aller Zeiten zusammenstellte; Salomon Wininger war von 1910 bis 1921 als Postbeamter in Czernowitz tätig; während des Ersten Weltkriegs hielt er sich in Wien auf und kehrte dann nach Czernowitz zurück; ab 1907 widmete er sich daneben seiner Arbeit an der „Grossen Jüdischen National-Biographie“; das von ihm ebenfalls zusammengestellte biographische Lexikon „Sefer Ishim Zionim“ mit rund 17.000 Einträgen wurde nie veröffentlicht; das Manuskript befindet sich in der Jüdischen National- und Universitätsbibliothek; er gründete zahlreiche Wohlfahrtsvereine und Volksküchen sowie die Bukowinaer Pensionistenvereinigung für Staatsbeamte; Wininger überlebte die Zeit des Nationalsozialismus in Czernowitz und ging 1951 nach Israel, wo er zunächst in Jerusalem ansässig war; ab 1955 lebte er in einem Altersheim in Netanja, später dann in Ramat-Gan; seine Grosse Jüdische National-Biographie in sieben Bänden (Cernăuţi 1925–1936), das Werk eines einzelnen, unermüdlich tätigen Mannes, woran er im Jahr 1907 zu arbeiten begann – er nennt es den Versuch der Schaffung eines „Monumentum Judaici nominis, ein Denkmal des jüdischen Namens und Volkes, seines Geistes und seines Schaffens“ – enthält rund 13 000 mehr oder weniger ausführliche „Lebensbeschreibungen namhafter jüdischer Männer und Frauen aller Zeiten und Länder“ (einschliesslich derjenigen Juden und Jüdinnen, die sich haben taufen lassen) und ist bisher eines der umfassendsten - wenn nicht das umfassendste - Werk dieser Art; es enthält ein Vielfaches des Materials, verglichen z. B. mit Adolph Kohuts (1848–1916) Zusammenstellung „Berühmte israelitische Männer und Frauen in der Kulturgeschichte der Menschheit. Lebens- und Charakterbilder aus Vergangenheit und Gegenwart“ (2 Bände, Leipzig 1900/01), die überdies häufiger ungenau und fehlerhaft ist als Winingers Kompilation; von seiner grundsätzlichen Anlage und Motivation her apologetisch und naturgemäss in manchen Einzelheiten auch nicht immer frei von Fehlern, ist Winingers „National-Biographie“ im Allgemeinen doch sehr zuverlässig und eine immense Materialsammlung, die sonst in weiten Teilen verlorene Kenntnisse der jüdischen Kultur- und politischen Geschichte aufbewahrt; Winingers Werk wurde, wenngleich spät, massgeblich vorangebracht durch die von Carl Steininger (Prokurist der Dresdner Bank, geb. 1876 in Salzburg) in Dresden seinerzeit angelegte Sammlung von ca. 1 Million Ausschnitten aus mehreren Hundert verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften „in den meisten lebenden Sprachen“ des In- und Auslandes, die ausschliesslich jüdische Autoren, Wissenschaftler, Künstler, ausschliesslich jüdische Themen betreffen, auf die sich der Nichtjude Steininger (Wininger listet ihn in seiner National-Biographie fälschlich als Juden), der ursprünglich ein riesiges Archiv zur Gesamtkultur hatte anlegen wollen, seit ca. 1914 konzentriert hatte; die finanziellen Mittel für die Drucklegung des seit Jahren fertigen, aber unveröffentlichten Werkes stellte Jakob Fallenbaum (geb. 1889 in Czernowitz), ein „Fabriksbesitzer zu Chemnitz in Sachsen“, zur Verfügung; die Bände 1–5 wurden dann von der Druckerei „Orient“, die Bände 6 und 7 von der Druckerei „Tipografia ARTA (F. Weiner-Ernst) in Czernowitz hergestellt; im Vorwort (Czernowitz 1925) schreibt Wininger u. a.: „ ... Jedes Volk, das auf Geschichte und Bildung Anspruch erhebt, das in dem grossen Buche der Weltgeschichte eine ehrenhafte Stellung einnehmen will, sei es als Träger der Literatur, Kunst und Politik, sei es auf dem Gebiete der Religion und Wissenschaft, soll und muss seine bedeutenden Männer, jene seine Führer und Heroen kennen lernen, welche für das Wohl ihrer Nation unablässig tätig gewesen sind; soll namentlich seine Ahnen kennen lernen, die in Stunden der Bedrängnis ihre ganze Person, ihr Gut und Blut für die Religion der Väter und den angestammten Glauben eingesetzt haben ... Jede freie Nation liebt es, ihre grossen Männer durch Denkmäler zu ehren und ihre Taten in Erz und Marmor zu verewigen. Nur die jüdische Nation, die heimatlose, welche auf ihre Grössen doppelt stolz sein könnte, da sich dieselben erst aus Ketten und Banden emporgerungen, nur sie ehrt sie nicht durch solche Zeichen der Anerkennung. Wie sie stets nach geistigen Schätzen gestrebt hat, als dem Einzigen, was ihr keine Gewalt entreissen, keine Macht verschliessen konnte, so setzte sie ihnen auch geistige Denkmale und jene grossen Namen erbten sich in dankbarer Erinnerung fort vom Vater auf den Sohn, von Jahrhundert auf Jahrhundert. Welche Denkmale edler sind und unvergänglicher, das hat die Geschichte längst entschieden; Ilion liegt in Trümmern und nur schwache Spuren reden zu dem Wanderer, aber Homers blühende Gesänge leben ewig im Munde der Völker ... Ich nehme [bei der Ausarbeitung des Werks] kein anderes Verdienst in Anspruch als Zerstreutes gesammelt, Vergessenes aufgefrischt und die bedeutenden jüdischen Männer und Frauen aller Zeiten und Länder – soweit ich hiefür biographisches Material auftreiben konnte – in einem Werke vereinigt zu haben. Möge nun diese Nationalbiographie fördern helfen die Kenntnis und die Liebe und Begeisterung für unsere religiösen und nationalen Ideale. Möge es den Lesern Selbstachtung einflössen, sowie nachahmenswerte Beispiele liefern. Erreiche ich dies, so wird es mein schönster und grösster Lohn sein.“
  • 16.12.1877–23.11.1939: Artur Bodanzky, Dirigent in Amerika, deutsch-jüdischer Herkunft
  • 18.12.1877–26.6.1934: Max Pallenberg, geb. in Wien, gest. bei einem Flugzeugabsturz in der Nähe von Karlsbad, Schauspieler, 1914-1933 in Berlin, hervorragend in tragikomischen Charakterrollen (Molière) und als zündender Improvisator in Schwänken wie "Familie Schimek" (von Kadelburg)
  • 1877–1920: Angelo Levi-Bianchini, zionistischer Politiker, italienischer Marineoffizier und Dozent an der Marine-Akademie Livorno, Herausgeber des Organs der italienischen Admiralität; 1918 Palästinareise; August 1920 in Damaskus von Beduinen getötet
  • 1877–1921: Josefine Levy-Rathenau, geb. u. gest. in Berlin, Vorkämpferin für die weibliche Berufsberatung, während des Krieges Organisatorin des "nationalen Frauendienstes"
  • 1877–1923: Charles Rothschild (Nathaniel Charles Rothschild, Nathan Charles de Rothschild; England), Sohn von Nathaniel Mayer Baron Rothschild; der als linksliberal geltende Charles Rothschild war zwar Bankier, wurde aber in erster Linie als Naturschützer und als führender Flohforscher bekannt, eine Tradition, die seine Tochter Miriam fortsetzte; Nathan Charles wohnte auf Ashton Wold; er war verheiratet (1907) mit Rozsika Edle von Wertheimstein (1870-1940)
  • 1877–1929: Paul Rosenhayn, Schriftsteller (Unterhaltungsromane)
  • 1877–1930: Alexander Baerwald, jüdischer Architekt, erbaute das Technikum in Haifa (1910)
  • 1877–1931: Julius Landmann, Volkswirtschaftler (Finanzwissenschaft)
  • 1877–1934: Siegfried Veit Simon, jüdischer Botaniker in Bonn
  • 1877–30.8.1938: Max Factor (Max Factor, Sr., geboren mit dem Namen Factorowitz bzw. Faktorowicz), geboren in Łódź, amerikanischer Geschäftsmann polnisch-jüdischer Herkunft, der die Max Factor Cosmetics Company gründete, bekannt als der "Vater der modernen Kosmetik"; sein Vater war Rabbiner und hatte nicht das Geld, allen seinen (zehn) Kindern eine optimale Schulausbildung zukommen zu lassen; mit acht Jahren wurde Max Factor deshalb einem Apotheker/Dentisten als Hilfskraft an die Seite gestellt, später eröffnete er in Moskau ein eigenes Geschäft und verkaufte handgemachte Kosmetika, Cremes, Parfüm und Perücken; seinen Durchbruch erzielte er, als eine durchziehende Theatertruppe sich bei ihm eindeckte und sein Make-up auch in den höchsten Kreisen, vor denen sie auftraten, bekannt machte; die russische Obrigkeit ernannte ihn zum Kosmetik-Experten und Berater der Familie des Zaren sowie der staatlichen Bühnen; 1904 emigrierte er mit seiner Familie nach Amerika und startete neu unter dem Namen "Max Factor" in St. Louis, Missouri, bei der Weltausstellung; in der im Aufschwung begriffenen Film-Industrie sah er neue, grosse Absatz-Chancen für sein Make-up und seine Perücken und zog deshalb 1908 mit seiner Familie nach Los Angeles um; 1914 entwickelte er ein spezielles Make-up für Filmschauspieler, das nicht mehr – wie das für Theaterleute eingesetzte – barst oder verkrustete; bald gingen die Filmgrössen bei ihm ein und aus und waren begierig, seine "flexible greasepaint" zu kaufen, während die Filmproduzenten seine Perücken mit Menschenhaar nachfragten; er verlieh auch seine Perücken an Produzenten von Westernfilmen unter der Bedingung, dass seine Söhne Verwendung als Statisten finden würden (seine Jungs hatten dann auch ein Auge auf die teuren Stücke); in den 1920er Jahren vermarktete er an Endverbraucher eine grosse Bandbreite verschiedener Kosmetika mit der Behauptung, dass "every girl could look like a movie star by using Max Factor make-up"; Max Factor starb 1938 und ist begraben auf dem Hillside Memorial Park Cemetery in Culver City, Kalifornien; Factors zweiter Sohn – Frank (1904-1996) – war bekannt unter dem Namen "Max Factor, Jr.", er arbeitete im väterlichen Unternehmen sein Leben lang, nach dem Tod des Vaters hatte er die Firma übernommen; er ist auf demselben Friedhof begraben wie sein Vater; - der berüchtigte Gangster John Factor war der jüngere Halbbruder von Max Factor senior
  • 1877–1942: Mordechaj Gebirtig, in Krakau geboren. Jiddisch-Polnischer Poet und Komponist. Er war Tischler, Mitglied der jüdischen sozialdemokratischen Partei in Galizien. Seit 1906 arbeitete Gebirtig in einer Laienschauspielergruppe und begann Lieder zu schreiben. Er wollte seine Lieder nicht breiteren Kreisen bekannt machen, zunächst sang er nur im Familien- und Freundeskreis. Dennoch machten seine Lieder (z. B. „arbetlose-marsch“) schnell die Runde, wurden in ganz Polen gesungen, wo Juden beisammen waren. Gebirtig wurde zum Volkssänger. Im Ghetto in Krakau unterstützte er bis zuletzt den Kampf ums Überleben mit seinen Liedern und Gedichten („s´brent, briderlech, s´brent!).
  • 1877–1942: Majer Balaban (Meir Balaban, Majer Samuel Balaban, Meyer Samuel Balaban), geb. in Lemberg, gest. im Warschauer Ghetto, Gründer der jüdischen Historiographie in Polen, er gilt bis heute als einer der hervorragendsten Historiker des polnischen und galizischen Judentums; Majer Balaban studierte in Lemberg Jura und Geschichte und war aktiv in der zionistischen Bewegung; er schrieb Leitartikel für die Wochenschrift Wos'chod und unterrichtete Religion an verschiedenen jüdischen Schulen in Galizien; 1918 bis 1920 war er Leiter der Jüdischen Hochschule in Tschenstochau, 1920 bis 1930 Direktor des Rabbinerseminars Tachkemoni in Warschau; 1924 gab er eine wissenschaftlich-literarische Zeitschrift, Nowe Życie, heraus; seit 1928 war er Professor an der Universität Warschau; Majer Balaban veröffentlichte etwa 70 quellenorientierte historische Arbeiten, zahlreiche Zeitschriften-Artikel zur Geschichte des polnischen Judentums, ca. 150 Artikel für die Jewrejska Enzyklopedja sowie Studien zur Vierländersynode für die elfbändige russische Geschichte der Juden (1914); er starb noch vor der Liquidation des Ghettos und fand seine letzte Ruhestätte auf dem jüdischen Friedhof in Warschau; Werke (Auswahl): Die Juden in Lemberg an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert, 1906; Die Judenstadt von Lublin, 1919; Geschichte und Literatur der Juden, 1924/1925, 3 Bde.; Kulturdenkmäler der Juden in Polen, 1929; Die Geschichte der Juden in Krakau und Kazimierz 1304-1868 (1931-1936, 2 Bde.); Le-Toledot ha-Tenu ach ha-Frankit, 1934-1935, 2 Bde.; -- ohne Jahr bzw. nicht ermittelt: Geschichte der Ritualmordanklagen; Herz Homberg; Verfassungsgeschichte der Juden in Polen
  • 1877–1948: Ignaz Zollschan; geb. in Erlach bei Wien, Arzt und Anthropologe in Karlsbad, schrieb „Das Rassenproblem unter besonderer Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen der jüdischen Rassenfrage“ (1911; 5. Auflage 1925)
  • 1877–1949: Ulrich Friedemann, geb. in Berlin, gest. in New York, Bakteriologe, Mitarbeiter von Ehrlich, 1920 Universitäts-Prof., leitete die Infektionsabteilung des Virchow-Krankenhauses in Berlin, gehörte zum Robert-Koch-Institut, emigrierte 1933 nach London, 1936 in die USA; er untersuchte besonders Scharlach, Diphterie, Anaphylaxie und Viruskrankheiten
  • 1877–1951: Edith Landmann (Edith Landmann-Kalischer), geb. in Berlin, gest. in Basel, Philosophin der Husserlschen Richtung, gehörte zum Kreis um Stefan George und versuchte, dessen Anschauungen und die seines Verehrerkreises zu einer Philosophie zu entwickeln; Hauptwerke: Georgika, 1920 (George-Monographie, erschien anonym); Die Transzendenz des Erkennens, 1923; Die Lehre vom Schönen, 1952
  • 1877–1958: Else Dormitzer (Pseud. Else Dorn), geb. in Nürnberg, gest. in London, Schriftstellerin, übersetzte Lambs Shakespeare-Erzählungen für Kinder (1913), schrieb bis 1930 viele Kinderbücher wie die Schnick-Schnack-Schnucki-Bücher (1923), emigrierte 1939 nach Holland und wurde 1943 nach Theresienstadt deportiert; weitere Werke: "Berümte jüdische Frauen in Vergangenheit und Gegenwart", 1924; Gedichte "Theresienstädter Bilder", 1945
  • 1877–1962: Ludwig Cohn, geb. in Marklissa/Schlesien, gest. in Rotterdam, Sozialarbeiter, 1883 erblindet, 1903 Dr. phil., 1923 Dr. iur. et rer. pol., 1928 Lektor für Blindenkunde an der Univ. Breslau, 1934 an der Univ. Prag, 1943-1945 KZ Westerburg und Theresienstadt, 1950 in Israel zur Einrichtung der Blindenfürsorge; viele Zeitschriftenveröffentlichungen; 1957 Autobiographie "Der Weg zum Glück"
  • 1877–1963: Alfred Manes, geb. in Frankfurt/M.; gest. in Chicago/Ill., Volkswirtschaftler und bedeutender Pionier der Versicherungswissenschaft, 1906 Prof. an der Handelshochschule, 1925 auch an der Universität Berlin; er emigrierte 1933 nach Südamerika, 1946 in die USA, wo er an mehreren Universitäten lehrte; Hauptwerk: Versicherungswesen, 3 Bde., 1905 (mehrere Auflagen); Herausgeber des Versicherungslexikons, 1909-1913 (mehrere Auflagen) sowie von 9 Bdn. Versicherungs-Bibliothek, 1913-1931

Bücher

  • M. S. Zuckermandel, Der Wiener Tosefta-Codex, Magdeburg 1877 (einzige vollständige Tosefta-Handschrift ist MS Wien, Nationalbibliothek Wien; älter, aber unvollständig ist MS Erfurt, 222 Blatt aus dem 12. Jhdt.; Beschreibung von Zuckermandel, Berlin 1876)

Zeitungen und Zeitschriften

  • 1877: Ha'emet, in Wien monatlich in hebräischer Sprache erscheinende sozialistische Zeitschrift
  • Seit 1877: Wiener Jüd. Kukuriku, in Wien halbmonatlich in deutscher Sprache (hebräische Lettern) erscheinendes Witzblatt
  • Seit 1877: Der Jiddische Telegraph, erste jiddische Tageszeitung in Bukarest (parteilos)
  • 1877–1880: Die Hoffnung, erschien 1877-1880 wöchentlich 3 x in Botoschani/Rumänien in jiddischer Sprache (chowewe-zionistisch)
  • 1877–1882: Light of Truth, in Bombay in Maharattisch (Marathi) erscheinende Logen-Zeitschrift der Beni Israel

1877 in Wikipedia