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International Holocaust Remembrance Alliance

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Logo der International Holocaust Remembrance Alliance

Die International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) ist eine 1998 gegründete zwischenstaatliche Einrichtung, die Regierungen und Experten zusammenbringt mit dem Ziel, die Aufklärung, Forschung und das Erinnern im Bereich des Holocaust weltweit zu fördern und voranzutreiben sowie die die Verpflichtungen aus der Erklärung des Stockholmer Internationalen Forums zum Holocaust zu wahren. Die IHRA hat 31 Mitgliedsländer, ein Partnerland und zehn Beobachterstaaten.

Bis zum Januar 2013 war die Organisation als „Task Force for international Cooperation on Holocaust Education, Remembrance und Research“ bekannt.[1]

2017 hält die Schweiz den Vorsitz der IHRA inne, gefolgt von Italien im Jahr 2018 und Luxemburg 2019.

Organisation

Die Organisation wurde von dem ehemaligen schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson im Jahre 1998 gegründet. Ausschlaggebend für sein Engagement dürften einerseits ein Besuch im KZ Neuengamme sowie die Ergebnisse einer schwedischen Meinungsumfrage unter Schülern gewesen sein, die eine Verbreitung von Zweifel am Holocaust belegte.[2] Vom 26. bis 28. Januar 2000 fand das Stockholmer Internationale Forum zum Holocaust statt, in dem hochrangige politische Repräsentanten aus mehr als vierzig Ländern mit Zivil- und Religionsgemeinschaften, Überlebenden, Pädagogen und Historikern zusammenkamen. Der Nobelpreisträger Elie Wiesel diente als Ehrenvorsitzender des Forums, und Professor Yehuda Bauer nahm als Senior Academic Advisor des Forums teil.

Permanenten Beobachter-Status haben der Europarat, die Vereinten Nationen, die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte, UNESCO, der Internationale Suchdienst, die Claims Conference sowie die OSZE mit ihrem Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte. Die Vorsitzführung erfolgt nach dem Rotationsprinzip durch die nationalen Regierungen und obliegt derzeit (2017) der Schweiz. Im Jahr 2017 werden 2 Plenartreffen abgehalten in Genf und in Bern.

Ehrenvorsitzender der IHRA ist Yehuda Bauer, das zentrale Sekretariat befindet sich in Berlin.

Tätigkeitsfelder

Der Auftrag der Organisation bezieht sich auf die Declaration of the Stockholm International Forum on the Holocaust und die Arbeit der IHRA erfolgt in drei Kernbereichen: Bildung, Gedenken und Forschung. Die IHRA fördert externe Projekte, führt aber auch eigene Projekte durch. Ziel ist es, die politische Gestaltung Holocaust-relevanter Themen zu beeinflussen und die Erforschung bisher wenig beleuchteter Aspekte des Holocausts voranzutreibenvoran. Im Jahr 2007 wurde das Tätigkeitsfeld erweitert um den Völkermord an den Roma und Sinti,[3] Völkermordprävention und den Kampf gegen Antisemitismus.

Bezüglich der Erinnerung, betont die IHRA die Wichtigkeit des Holocausts als Teil des gesammelten Andenkens der derzeitigen und zukünftigen Gesellschaften, besonders die kulturelle Gestaltung der Erinnerungsarbeit mittels Gedenkveranstaltungen, Gedenkstätten, Museen, Monumenten und historischen Plätzen in Verbindung mit dem Holocaust. Es werden sowohl nationale Holocaust-Erinnerungstage sowie der von den Vereinten Nationen ernannte, jährliche internationale Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust am 27. Januar unterstützt.[4] Im Bereich der Forschung tritt die IHRA für einen möglichst freien Zugang zu Datenmaterial für die wissenschaftliche Forschung ein: Beispielsweise durch das Bestreben nach Öffnung von Holocaust-bezogenen Archiven und die Entwicklung von internationalen Holocaustforschungsnetzwerken.

Kritik

Eine Kontroverse entstand 2009, als Norwegen als vorsitzführendes Land ein nationales Gedenkjahr für den Schriftsteller und NS-Sympathisanten Knut Hamsun ausrief.[5][6]

In der Diskussion rund um das Stollensystem der Deutschen Erd- und Steinwerke im österreichischen KZ Gusen positionierte sich die IHRA für die Erhaltung.[7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ITF is pleased to announce it has changed its name to International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA); vgl. auch Holocaust Memorial Day: Lessons for the future.
  2. History of the ITF, Abgerufen am 26. März 2010.
  3. ITF Chair’s Declaration on Teaching about the Genocide of the Roma and Sinti PDF vom 13. Juni 2007, Abgerufen am 23. März 2010.
  4. Holocaust Remembrance Day 2010
  5. Norway: Celebrating Nazi-sympathizer unrelated to Holocaust education Haaretz, 21. Juli 2009, abgerufen am 28. März 2010.
  6. Statement of the ITF Chair Holocaust Taskforce, 20. Juli 2009, abgerufen am 28. März 2010.
  7. „'"Bergkristall" Gusen. KZ-Stollen gratis zu haben.“ auf oe24.at vom 1. Juli 2009, Abgerufen am 27. März 2010.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel International Holocaust Remembrance Alliance aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.