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The Guardian

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter The Guardian (Begriffsklärung) aufgeführt.
The Guardian
Beschreibung Britische Tageszeitung
Sprache Englisch Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich
Verlag Guardian News & Media Ltd.
Erstausgabe 1821
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage 232.566 (09.2011)[1] Exemplare
Chefredakteur Alan Rusbridger
Weblink theguardian.com
Artikelarchiv 1999 ff.

The Guardian [ðə ˈgɑːdɪən] ist eine britische Tageszeitung, die 1821 gegründet wurde und bis 1959 als The Manchester Guardian bekannt war. The Guardian wird von Guardian News & Media Ltd. veröffentlicht, die im Besitz des Scott Trust ist, der als Stiftung das Hauptziel verfolgt, die journalistische und finanzielle Unabhängigkeit des Guardian zu sichern. Seit 1993 ist die Sonntagszeitung The Observer auch Teil von Guardian News & Media Ltd. Der Hauptsitz liegt im Stadtteil Kings Cross, London.[2]

Profil

Nach einer Abnahme um 17,75 % im Februar 2012 im Vergleich zum Vorjahresmonat betrug die tägliche Auflage des Guardian rund 216.000 Exemplare. Er war damit die drittmeist gelesene englische Tageszeitung. Die Auflage der Konkurrenzblätter (und deren Entwicklung) im selben Zeitraum betrug: 579.000 (−7,89 %) für The Daily Telegraph, 398.000 (−10,86 %) für The Times, und 105.000 (−42,38 %) für The Independent.[3][4]

The Guardian wurde 1999, 2006 und 2011 von den British Press Awards zur „Zeitung des Jahres“ (englisch: Newspaper of the year) gewählt.[5]

Den Spitznamen „The Grauniad“ erhielt der Guardian vom Satiremagazin Private Eye aufgrund seiner zahlreichen Satzfehler. Einst soll die Zeitung sogar ihren eigenen Namen im Impressum falsch geschrieben haben. Die Domain grauniad.co.uk ist für den Guardian registriert und leitet weiter zur Webseite theguardian.com.

Politisch vertritt der Guardian traditionell eine linksliberale Position, im Gegensatz zu den meisten anderen britischen Tageszeitungen, die eher konservativ ausgerichtet sind. Die Zielgruppe der Zeitung sind insbesondere die „linksliberalen, progressiven, intellektuellen Großstädter [...] Akademiker, Kulturschaffenden und Studenten“.[6] Im englischsprachigen Raum ist für Angehörige dieser Bevölkerungsschicht auch der (eher abwertend verwendete) Begriff Guardianista[7] verbreitet.

Geschichte

C. P. Scott

C. P. Scott machte den Guardian als Herausgeber überregional bekannt. Von 1872 an war er 57 Jahre lang Herausgeber. 1907 wurde er zum Eigentümer der Zeitung. Unter seiner Leitung unterstützte der Guardian William Ewart Gladstone, als sich die Liberalen 1886 aufspalteten, und wandte sich gegen die Volksmeinung, die den Zweiten Burenkrieg befürwortete. Scott unterstützte die Bewegung für das Frauenwahlrecht, lehnte aber militante Aktionen der Stimmrechtlerinnen ab. „Die wirklich groteske Situation ist, dass Herr Lloyd George dafür kämpft, dass 7 Millionen Frauen befreit werden, und gleichzeitig die Militanten verzweifelt versuchen, ihn davon abzuhalten, indem sie die Fenster von unbeteiligten Leuten einwerfen und die Treffen von wohlwollenden Vereinigungen abbrechen.“ Scott glaubte, dass „der Mut und die Hingabe“ der Stimmrechtlerinnen „einen besseren Anlass und eine vernünftigere Führung verdient“ hätten.

Scotts Freundschaft mit Chaim Weizmann spielte eine Rolle in der Balfour-Deklaration von 1917. 1948 unterstütze der Guardian den Staat Israel. Daphna Baram erzählt in ihrem Buch „Disenchantment: The Guardian and Israel“ die Geschichte des Guardian und seiner Beziehung zur zionistischen Bewegung.

Im Juni 1936 wechselten die Besitzverhältnisse zum Scott Trust (benannt nach dem letzten Eigner, John Russell Scott, der der erste Vorsitzende des Trust wurde). Dieser Wechsel sicherte der Zeitung ihre Unabhängigkeit.

Seit 1959

Bis 1959 hieß die Zeitung The Manchester Guardian, noch heute wird sie speziell in Nordamerika mit diesem Namen verbunden. 1992 übernahm der Guardian die Anteilsmehrheit an der südafrikanischen Wochenzeitung Weekly Mail, die fortan als Weekly Mail & Guardian und seit 1995 als Mail & Guardian erscheint.[8] Am 13. September 2005 wechselte der Guardian vom Broadsheet zum Berliner Format. Im Juni 2006 wagte die Redaktion unter Chefredakteur Alan Rusbridger den journalistisch ebenso bedeutsamen wie riskanten Schritt, Artikel zuerst im Internet und erst danach in der Printausgabe erscheinen zu lassen. 2009 war die Internetseite des Guardian die sechstgrößte Website aller Tageszeitungen in der Welt und zählte 26 Millionen Nutzer im Monat.

Seit 2009 besteht eine Kooperation mit der deutschsprachigen Wochenzeitung der Freitag.[9] Seit 2011 versucht sich The Guardian an der Form des kollaborativen Journalismus. Durch die Veröffentlichung der Themenliste in einem eigenen Blog erhalten die Leser die Möglichkeit, sich bei den Autoren zu melden, können Infos abgeben und bei der Recherche mithelfen.[10]

2005 bis 2012 versuchte der Guardian, auf juristischem Weg Einblick in Briefe von Prinz Charles zu bekommen (Kritiker werfen Prinz Charles vor, seine Machtbefugnisse zu überschreiten und mit persönlichen Interventionen seine Ansichten über Ökologie, alternative Medizin und moderne Architektur durchsetzen zu wollen). Im September 2012 gab eine Kammer des britischen Gerichtshofs für Informationsfreiheit diesem Ansinnen statt.[11]

Seit Mai 2013 veröffentlicht der Guardian Informationen über große Internet-Abhörsysteme der USA (Prism) und Großbritanniens (Tempora). Im Juni gab sich Edward Snowden als Informant („Whistleblower“) zu erkennen. Am 28. Juni 2013 wurde bekannt, dass die US Army bestimmte Teile der Site des Guardian für Armeeangehörige sperrt – sie können sie nicht aufrufen.[12] Im Dezember 2010 blockierte die US Air Force den Guardian[13] sowie die Nachrichtenportale New York Times, Le Monde und Spiegel Online. Die Soldaten hatten Zugang zu den US-Diplomatendepeschen, die WikiLeaks veröffentlicht hatte. Diese Maßnahme wurde in Medien heftig kritisiert.[12]

Chefredakteur Alan Rusbridger schrieb am 19. August 2013 in der Zeitung, sein Blatt sei wegen der Veröffentlichung der Enthüllungen Snowdens von der britischen Regierung stark unter Druck gesetzt worden. Die Regierung soll mit Klage gegen das Blatt gedroht haben, falls Festplatten mit den Informationen nicht herausgegeben oder vernichtet würden. Schließlich habe man, um einen kostenintensiven Rechtsstreit zu vermeiden, unter Aufsicht von Agenten des Government Communications Headquarters zwei Festplatten vernichtet.[14]

The Guardian Weekly

The Guardian Weekly ist eine internationale, auf Englisch erscheinende Zeitung der Gruppe, die 1919 gegründet wurde und Artikel des regulären Guardian, des Observer, der Washington Post und ins Englische übersetzte Artikel von Le Monde zusammenfasst.

Weblinks

 Commons: The Guardian – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. National ABCs: Daily Star sees biggest drop. In: PressGazette (Onlineausgabe). 14. Oktober 2011, abgerufen am 9. Februar 2013 (EN).
  2. History of the Guardian. In: The Guardian (Onlineausgabe). Abgerufen am 20. August 2013 (EN).
  3. First official figures give The Sun Sunday 3.2m circ. In: PressGazette (Onlineausgabe). 9. März 2012, abgerufen am 9. Februar 2013 (EN).
  4. List of newspapers in the United Kingdom by circulation. In: Wikipedia. Wikimedia Foundation Inc., abgerufen am 9. Februar 2013 (EN).
  5. The winners and shortlists for The Press Awards 2010. In: The Press Awards. abgerufen am 9. Februar 2013 (EN): „WINNER World Cup 2010 Guide“
  6. http://www.zeit.de/2013/06/Guardian-Medien-Internet-Journalismus Genial, geliebt, gefährdet. Die Zeit, 9. Februar 2013
  7. http://en.wiktionary.org/wiki/Guardianista Guardianista Wiktionary
  8. A celebration of 20 exceptional years in journalism Mail & Guardian am 24. November 2005 (englisch), abgerufen am 13. Juli 2013
  9. The Guardian - der Freitag. In: Der Freitag (Onlineausgabe). abgerufen am 9. Februar 2013: „Der Freitag ist Syndication-Partner der britischen Tageszeitung The Guardian“
  10. Sabine Bürger: "Guardian" experimentiert mit offener Themenliste. In: Der Standard (Onlineausgabe). 10. Oktober 2011, abgerufen am 9. Februar 2013.
  11. Lobby-Verdacht: Britische Regierung muss Briefe von Prinz Charles freigeben. In: Der Spiegel (Onlineausgabe). 18. September 2012, abgerufen am 9. Februar 2013.
  12. 12,0 12,1 spiegel.de: Zensur: US-Armee sperrt Zugang zu "Guardian"-Artikeln
  13. www.montereyherald.com
  14. Britische Regierung setzt „Guardian“ massiv unter Druck. , FAZ.net, 20. August 2013. 


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel The Guardian aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.