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1943

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Ereignisse

  • 1943: Nobelpreis für Physik an: Otto Stern
  • 1943: Nobelpreis für Chemie an: George de Hevesy
  • 18. Februar 1943: NS-Propagandaminister Joseph Goebbels fordert in einer Rede im Berliner Sportpalast den „totalen Krieg“ (siehe: Sportpalastrede). Die Geschwister Scholl werden bei der Verteilung von Flugblättern an der Ludwig-Maximilians-Universität München verhaftet.
  • 20.2.1943: Mike Leigh OBE geboren in Salford bei Manchester, britisch-jüdischer Theater- und Filmregisseur, Drama- und Drehbuchautor, Schauspieler und Bühnenbildner; er gilt als Exponent des „New British Cinema“; Leigh wuchs auf in einer jüdischen Immigrantenfamilie, deren Name ursprünglich Liebermann war, aber noch vor seiner Geburt angliziert wurde; der Vater war Arzt in einem Arbeiterviertel nahe Manchester, die Mutter Krankenschwester; während des Krieges geboren, empfand Mike Leigh die fünfziger Jahre als ausgesprochen langweilig; sein Rezept dagegen war exzessiver Kinobesuch; laut Interviews mit ihm gab es keinen Film zwischen 1949 und 1960, den er nicht gesehen hätte; ein Stipendium führte ihn an die Royal Academy for Dramatic Arts (RADA) in London, wo er zwei Jahre lang Schauspiel studierte; darauffolgend besuchte er die Camberwell Art School, die Abteilung für Bühnenentwürfe der Central School of Arts and Crafts und anschliessend die London Film School; 1965 wurde in Birmingham sein erstes eigenes Theaterstück aufgeführt, weitere folgten; zwei Stücke dienten später als Vorlagen für Filme, die er auch selber drehte: Nuts in May 1975 und Abigail's Party 1977; im Jahr 1967 arbeitete Leigh als Regieassistent bei der Royal Shakespeare Company; insgesamt hat Mike Leigh 22 Bühnenstücke geschrieben und inszeniert; aber ihn frustrierte das „Flüchtige“ darin, deshalb wandte er sich verstärkt dem Filmschaffen zu, das er als das „Bleibendere“ ansah; um als Autorenfilmer grössere Unabhängigkeit zu erringen, gründete er 1989 zusammen mit dem Produzenten Simon Channing Williams die Produktionsgesellschaft Thin Man Films; diese sollte sich ausschliesslich um seine eigenen Filme kümmern; u. a. erhielt Leigh 2004 bei den Filmfestspielen von Venedig den Goldenen Löwen für den Film Vera Drake mit Imelda Staunton in der Hauptrolle; Kinofilme: 1971: Freudlose Augenblicke (Bleak Moments) - 1983: Meantime - 1988: Hohe Erwartungen (High Hopes) - 1990: Life is Sweet - 1993: Nackt (Naked) - 1996: Lügen und Geheimnisse (Secrets & Lies) - 1997: Karriere-Girls (Career girls) mit Katrin Cartlidge - 1999: Topsy-Turvy – Auf den Kopf gestellt (Topsy Turvy) - 2002: All or Nothing - 2004: Vera Drake - 2008: Happy-Go-Lucky
  • 22. Februar 1943: Sophie (* 1921) und Hans Scholl (* 1918) sowie ihr Freund Christoph Probst werden als Mitglieder der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ hingerichtet
  • 27. Februar 1943: Beginn des Rosenstraße-Protests gegen die Deportation von Juden aus Berlin
  • 8.3.1943: Bulgarien. Rettung der 48 000 bulgarischen Juden vor der Deportation und somit vor dem sicheren Tod in den Konzentrationslagern der Nazis: Es war kein Aufstand der Armeen, sondern ein Aufstand der Nachbarn, von einfachen Bauern bis hin zum Oberhaupt der orthodoxen Kirche. Intellektuelle und einfache Bürger, Bulgaren aus allen Teilen der Bevölkerung setzten sich mitten im Zweiten Weltkrieg für ihre jüdischen Nachbarn ein. Bereits 1940 war König Boris von Bulgarien ein Bündnis mit Adolf Hitler eingegangen. Das Königreich Bulgarien war somit ein Verbündeter des «Dritten Reiches» und verabschiedete später das antisemitische «Gesetz zum Schutz der Nation», das an die Nürnberger Rassengesetze angelehnt war. Als jedoch am 8. März 1943 in verschiedenen Bahnhöfen des Landes die Waggons zur Deportation in das Vernichtungslager Auschwitz bereitgestellt wurden, kam es zu Protesten. Am 9. März 1943 intervenierte der stellvertretende bulgarische Parlamentpräsident Dimitar Peschew beim Innenminister Gabrowski und verhinderte so die Deportation der bulgarischen Juden. Peschew erstellte daraufhin ein Manifest zur Beendigung antisemitischer Massnahmen, das von mehreren Abgeordneten unterstützt wurde. Der weitestgehend geheim gehaltene Plan zur Deportation der bulgarischen Juden war öffentlich geworden, und eine Mehrheit der Bulgaren, darunter viele Schriftsteller, Künstler, Anwälte und andere Angehörige der Intelligenz, sprachen sich gegen die antisemitische Gesetzgebung aus. Am 24. Mai 1943 wandte sich Metropolit Stefan von Sofia, das Oberhaupt der bulgarischen Kirche, nachdem er eine Delegation der jüdischen Gemeinde empfangen hatte, unmittelbar an Zar Boris III. und forderte ihn auf, die Deportationen unverzüglich auszusetzen. Ein Gottesdienst wurde abgehalten, und der Metropolit erklärte, dass die bulgarischen Juden unter seinem Schutz stünden. Der Zar war gezwungen, eine die Deportationen ablehnende Position zu beziehen. Am 31. August 1944 wurden alle antijüdischen Regelungen ausser Kraft gesetzt. Während im selben Zeitraum etwa 300 000 ungarische Juden in die Vernichtungslager deportiert wurden, konnten in Bulgarien Juden in ihre Heimatorte zurückkehren, und selbst das obligatorische Tragen des «Judensterns» entfiel wieder. Doch die Geschichte hat auch ihre dunkle Seite. Um zu verhindern, dass das Deutsche Reich Bulgarien besetzte, wurde beschlossen, die mehr als 11 000
 makedonischen und thrakischen Juden, die während des Krieges unter bulgarische Besatzung geraten waren, in die Vernichtungslager in Polen zu deportieren. Die Deportation der «nicht bulgarischen Juden» in Grossbulgarien begann am 11. März. Nahezu alle Juden in den von
Bulgarien besetzten Gebieten wurden in den Vernichtungslagern ermordet.
  • 15.3.1943: Trude Herzl, die jüngere Tochter Theodor Herzls, kommt in Theresienstadt ums Leben; zuvor war sie mit einem Transport "Geisteskranker" in das Lager gebracht worden
  • März–August 1943. Griechenland: In diesem Zeitraum rollten ca. 20 Deportationszüge von Saloniki über Belgrad und Wien nach Auschwitz; insgesamt wurden aus Griechenland, Albanien und Rhodos weit mehr als 60 000 Juden deportiert (u. a. 50 000 aus Saloniki, 1 700 aus Ioannina, 1 800 aus Korfu, 300 aus Kreta).
  • 13. April 1943: Der Großdeutsche Rundfunk meldet, dass in Katyn bei Smolensk Massengräber mit polnischen Offizieren aufgefunden worden sind. In der Folgezeit streitet die Sowjetunion eine Verwicklung in das Massaker von Katyn ab.
  • 19.4.1943: Überfall auf den 20. Deportationszug nach Auschwitz
  • 19.4.1943: Beginn des Warschauer Ghetto-Aufstands: SS-Truppen versuchen, das Warschauer Ghetto zu räumen und die noch anwesenden Insassen zu deportieren, treffen dabei aber auf den organisierten Widerstand jüdischer – fast waffenloser – Kämpfer, die sich bis zum 16. Mai 1943 ihrer Haut erwehren. Ein wochenlanger Kampf um das Ghetto entbrennt; im Mai ist das Ghetto ein einziges Flammenmeer; die in die Abwasserkanäle geflüchteten Juden kamen ebenfalls zum grössten Teil um. Die gefangen genommenen Juden wurden erschossen, nach Treblinka, Lublin, Auschwitz, Majdanek oder in Arbeitslager verbracht (der Abschluss-Bericht des deutschen Befehlshabers Stroop trägt die Überschrift: "Es gibt keinen jüdischen Wohnbezirk in Warschau mehr!"). Die endgültige Niederschlagung der Aufstände hatte über 50 000 Opfer gekostet. Nach den Ghettokämpfen wurde das Warschauer Ghetto mit einem gigantischen Aufwand dem Erdboden gleichgemacht. Ein grosser Park sollte hier entstehen; polnische Banden streiften durch Warschau, machten die jüdischen Verstecke ausfindig und pressten den Opfern unter der Androhung, sie zu denunzieren, hohe Geldbeträge ab. - - Jedes Jahr am 27. Nissan gedenken die Juden der Opfer der Schoah. Dieses Datum wurde gewählt, da an diesem Tag des Jahres 1943 der Aufstand im Warschauer Ghetto begann. - Damals schrieb ein Widerstandskämpfer in sein Tagebuch: "Wir kämpfen und sterben für die Ehre des jüdischen Volkes, für ein paar Zeilen in den Geschichtsbüchern"
  • 1.8.1943: Erschießung der Schwestern von der Heiligen Familie von Nazareth in Nowogródek
  • 2.8.1943: Aufstand von Treblinka
  • September 1943: Massaker vom Lago Maggiore
  • 14.10.1943: Aufstand von Sobibór
  • 16. Oktober 1943: Über tausend Juden werden in Rom von den Nazis deportiert. Nur 16 davon überleben.
  • 3. November 1943: Operation "Erntefest" (von den Häftlingen "Blut-Mittwoch" genannt). Zehntausende Juden werden (u.a.) in vorbereiteten Gräben im Lubliner Hauptlager mit Maschinengewehren erschossen (zwei Lkw mit Lautsprecheranlagen übertönten die Erschiessungen mit Musik).

Bücher

Zeitungen und Zeitschriften

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