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1948

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Ereignisse

  • 1948: Israels Bevölkerung. Bei der Staatsgründung 1948 lebten in Israel 716.700 Juden. Mehr als ein Drittel von ihnen, nämlich 35,4%, waren im bisherigen britischen Mandatsgebiet Palästina geboren, 54,8% in Europa oder den USA. Die Zahl der im Land Geborenen stieg seitdem ständig: 1961 waren es von 1.932.400 Israelis 37,8% (730.400); 1972 von 2.686.700 mit 1.272.300 schon 47,3%; 1983 mit bereits 1.927.900 mehr als die Hälfte der 3.350.000 jüdischen Israelis, nämlich 57,5%. 1995 waren 61,7% der 4.522.300 jüdischen Israelis im Land geboren, in absoluten Zahlen waren das 2.790.000. 2011 betrug die Zahl der jüdischen Israelis 6.225.700, davon waren lediglich noch 27%, nämlich etwa 1.600.000 nicht in Israel geboren, sondern eingewandert.
  • 9. April 1948: so genanntes Massaker von Deir Yasin
  • April 1948: Operation Nachschon
  • 13.5.1948: Die bis dahin rein arabische Stadt Jaffa ergibt sich.
  • Juni 1948: Pogrome von Oujda und Jerada
  • Juni 1948: Pogrom von Tripolis
  • 29.7.1948: Meir Shalev in Nahalal geboren, israelischer Schriftsteller; Cousin der Schriftstellerin Zeruya Shalev; engagiert sich für die Rückgabe der besetzten Gebiete; nach Psychologiestudium zunächst als Fernseh- und Radiomoderator sowie als Kolumnist bekannt; seit Ende der 1980er Jahre Buchautor; seine Romane schildern meist ungewöhnliche Familien- oder Einzelschicksale; neben Romanen schreibt er aber auch Sachbücher über religiöse Themen und Kinderbücher; Werkauswahl: „Ein russischer Roman“, 1988 (deutsch 1991); „Esaus Kuss“, 1991 (deutsch 1994); „Judiths Liebe“, 1994 (deutsch 1998); „Im Haus der Grossen Frau“, 1998; „Fontanelle“, 1991; "Der Junge und die Taube" (Roman), 2007; Kinderbücher: Luzie, die Laus; Papa nervt; Wie der Neandertaler den Kebab erfand; Der Traktor im Sandkasten; Hannahs Grübchen
  • Oktober/November 1948: Massaker von Hula
  • 1948–1954: Jemenitische Kinder im Staat Israel werden aus den Armen ihrer Eltern gestohlen. Der Staat Israel beging Verbrechen gegen diese Kinder. Ihren Eltern wurde gesagt, dass sie gestorben seien, während sie in Wirklichkeit zur Adoption weitergegeben wurden. In den meisten Fällen waren die Kinder aus irgendeinem Grund in ein Krankenhaus gebracht und anschliessend anderen Familien übergeben worden, in denen sie aufgezogen wurden. Damals wurde regierungsamtlich beschlossen, dass alle diesbezüglichen Unterlagen bis zum Jahr 2071 geheim bleiben sollten. Allerdings änderte sich im Laufe der Zeit die Auffassung des Staates und seiner jeweiligen Regierungen. 2016 wurde entschieden, die ganze Wahrheit ans Licht treten zu lassen und die Angelegenheit öffentlich zu machen und nicht weiterhin abzustreiten. Ein Problem bisher war, dass es Hunderte Menschen im Land gibt, die sich der Tatsache, dass sie adoptiert wurden, nicht bewusst sind, und dass ihr Leben wahrscheinlich in Aufruhr geraten wird, wenn die Informationen aufgedeckt werden. Damals betrachtete das israelische Establishment die jüdischen Einwohner aus dem Jemen als Menschen, die geradewegs aus dem Mittelalter herausgefallen waren. Man hielt die jemenitischen Juden für primitive Menschen mit seltsamen alten Traditionen, die in der modernen Ära keinen Platz hätten. Die damalige Regierung hielt es für einen Akt der Güte, diese Kinder aus einem Leben der Ignoranz, Armut und Rückständigkeit zu erretten und sie in einer erleuchteten, progressiven Gesellschaft aufzuziehen. Die Kinder erhielten eine Chance für ein gutes Leben und wurden in den meisten Fällen etablierten aschkenasischen Familien übergeben, die an einer Adoption interessiert waren. Die Adoptiveltern betrachteten sich als sehr privilegiert. Zusätzlich zur eigentlichen Entführung der Kinder wurden sie ihrer (bisherigen) Religion entrissen, Kinder toratreuer Eltern wurden in säkularen Häusern aufgezogen, oft in Kibbuzim, die alles aus der Vergangenheit ablehnten und einen "neuen Juden" schaffen wollten, der der "Galut-Mentalität" seinen Rücken zuwenden würde. Diese Angelegenheit verlor nie ihre Relevanz, es gab Zeiten, zu denen sie auf der öffentlichen Agenda stand (vgl. Affäre Uzi Meschulam 1994, der vielleicht sogar im Gefängnis vergiftet wurde, um ihn zum Schweigen zu bringen), sowie andere Zeiten, als sie nur geringfügige Aufmerksamkeit erhielt, aber sie hat immer existiert und ist ein Teil des kollektiven Gedächtnisses des Staates Israel, eines der Verbrechen, die vom Staat in seinen Anfangsjahren begangen wurden. 2016 erklärte Premierminister Netanjahu, dass dies immer noch eine blutende Wunde sei und dass er eine Expertenkommission eingesetzt habe, das ganze Ausmass dieser damaligen Untaten zu untersuchen und darzustellen, obwohl die Sperrfrist bis zum Jahr 2071 nicht aufgehoben, sondern erneut bekräftigt worden war. Am Mozaei Schabbat zu Anfang des Monats Aw 5776 (August 2016) sagte der von Premierminister Netanjahu beauftragte Regierungsminister Tzachi Hanegbi in einem Interview mit dem Fernsehsender 2, dass tatsächlich aufgrund bisheriger Ermittlungen davon ausgegangen werden muss, dass "Hunderte von Kindern jemenitischen Ursprungs ihren Familien mutwillig gestohlen wurden", noch nicht sicher festgestellt sei hingegen, ob die Regierung über die Entführungen informiert war. Über die Jahre hinweg haben Regierungen die Behauptungen entweder ignoriert oder dementiert und behauptet, dass die Kinder entweder an Polio oder an anderen Kinderkrankheiten gestorben seien, die in den 1950er Jahren verbreitet waren. Mindestens vier Untersuchungskomitees haben die Angelegenheit untersucht, aber alle beendeten ihre Arbeit, ohne spezifische Schlussfolgerungen zu ziehen.

Bücher

  • A. T. Shrok, Rabbi Jonah ben Abraham of Gerona. His Life and Ethical Works, London 1948
  • M. Samuel, Prince of the Ghetto, Philadelphia 1948 (über Peretz)
  • Kol Kitbe J. L. Peretz, 10 Bände, Tel Aviv 1948–1960

Zeitungen und Zeitschriften

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