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1950

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Ereignisse

  • 1950: Nobelpreis für Medizin an: Tadeus Reichstein
  • 1950: Fields-Medaille an: Laurent Schwartz
  • 1950: Menachem Mendel Schneerson (1902-1994) in Brooklyn, New York, zum siebten und bisher letzten "Rebbe" der Lubawitscher gewählt; er verstand es wie kein anderer, Jüdischkeit mit Weltlichem zu verbinden; unter seiner Führung wurde Chabad weltweit zum Synonym für Toleranz und Nächstenliebe; Staatsoberhäupter vieler Länder würdigten ihn als Förderer wichtiger Grundwerte der Gesellschaft; der dritte Tammus ist Schneersons Jahrzeit; viele seiner Anhänger begehen diesen Tag
  • 1950: König Abdullah annektiert Ost-Jerusalem und die Westbank. Transjordanien ist jetzt das "Hashemite Kingdom of Jordan". König Abdullah untersagte auch die Verwendung der Bezeichnung „Palästina“ in offiziellen Dokumenten. Er betrachtete die palästinensischen Araber und die Jordanier als ein Volk. Mit der Annexion kontrollierten die Araber etwa 80 Prozent des ehemaligen Mandatsgebiets, wohingegen der jüdische Staat knapp 17,5 Prozent besass (den Rest bildete das von den Ägyptern besetzte Gaza). Nur zwei Regierungen – die Grossbritanniens und Pakistans – haben die Annexion der Westbank durch Jordanien formal anerkannt. Der Rest der Welt, einschliesslich der Vereinigten Staaten, hat das zu keiner Zeit getan. Während der Besatzungszeit von 1950 bis 1967 liess Jordanien es zu, dass Terroristen von hier aus Anschläge in Israel durchführten. Amman verlor die Westbank, als Jordanien 1967 in den Krieg eintrat.
  • 1950: Operation "Esra und Nehemia" (über 120 000 irakisch-kurdische Juden kommen nach Israel)
  • 1950: Der Libanon hatte nach eigenen Angaben bisher keinen Platz für palästinensische Flüchtlinge. 1950 versuchten die Vereinten Nationen, 150 000 Flüchtlinge aus Gaza im Libanon anzusiedeln, was jedoch wiederum von Ägypten vereitelt wurde.
  • 1950: Hanna Rheinz in Köln geboren, jüdisch-deutsche Publizistin, Psychologin und Tierrechtsaktivistin; sie studierte Japanologie, Sinologie, Philosophie und Soziologie (Frankfurt, München, Tokyo) sowie Psychologie (München, Salzburg) mit den Abschlüssen Magister Artium, Diplom und Promotion; sie arbeitete als klinische Psychologin an verschiedenen Kliniken sowie als niedergelassene psychologische Psychotherapeutin; sie war Leiterin des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben; als freie Autorin und Publizistin war sie für Printmedien und öffentlich-rechtliche Fernseh- und Rundfunkanstalten tätig; Bekanntheit erlangte sie mit ihrer Untersuchung über die Mensch-Tier Beziehung, veröffentlicht 1994 in „Eine tierische Liebe – Zur Psychologie der Beziehung zwischen Mensch und Tier” sowie „Frauen, Tiere, Seelenbilder” (2000); in zahlreichen Essays, Artikeln, mit Fernsehauftritten und Dokumentarfilmen trat sie zum Thema Mensch-Tier-Interaktion sowie Tierrechten an die Öffentlichkeit; als Jüdin beschäftigte sie sich mit der Bedeutung des Tieres für Holocaust-Überlebende und deren Nachkommen, der Stellung der jüdischen Frau sowie der kollektiven gesellschaftlichen Abwehr der vom Judentum entwickelten Tierschutztradition; Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die jüdische Tierschutztradition, deren Bedeutung als weltweit erste Tierrechtsbewegung sie aufzuzeigen versucht; sie legte die Grundlage einer "Kabbala der Tiere", und damit einher ging die Darstellung des Zusammenhanges, dass Antisemitismus und Antijudaismus auch als Folge der kollektiven Abwehr dieser biblischen Tierrechtsvorstellungen entstanden sind und bis zum heutigen Tage weiter wirken; Hanna Rheinz ist Gründerin der Initiative Jüdischer Tierschutz sowie des interreligiösen und interkulturellen Vereines Trialog 4 Animals (TriAni) e.V., dessen Ziel es ist, in der Gesellschaft und unter den Anhängern der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam tierschutzbezogene Dialoge zu fördern; auch in ihrem künstlerischen Werk setzt Hanna Rheinz sich mit der Begegnung von Mensch und Tier auseinander (“Schemesch Chai”, Ausstellungen des Internationalen Projekts „Flying Carpet“); Hanna Rheinz erhielt den Hans Henny Jahnn Preis für Essayistik und war Literatur-Stipendiatin des Landes Schleswig Holstein; -- Werke (Auswahl): Oedipus oder der gewundene Pfad der Psychoanalyse, 1988; Eine tierische Liebe – Zur Psychologie der Beziehung zwischen Mensch und Tier, 1994; Die manipulierte Seele – An den Grenzen des Bewußtseins, 1995; An diesem Zeichen kannst du mich erkennen – Leben mit Narben an Körper und Seele, 1997; Die jüdische Frau – Auf der Suche nach einer modernen Identität, 1998; Tiere, Frauen, Seelenbilder – Die neue Tierpsychologie, 2000; Schräge Vögel und Koschere Katzen – Tierschutz im Judentum, 2008 (Hörbuch)
  • 1950: Omri Nitzan in Israel geboren, israelischer Theaterregisseur; er ist Intendant des Cameri Theater und war zuvor u. a. Intendant des Haifaer Theaters, der Habima und des Israel Festival; er ist u. a. Preisträger des israelischen Theater-Preises
  • Ca. 1950: Goel Razon geboren, in Tel Aviv lebender selbsternannter jüdischer Messias, Sektenguru und Polygamist; bis zu seiner Festnahme im Januar bzw. Anklage im Februar 2010, bei der ihm Vergewaltigung, Versklavung und Betrug zur Last gelegt wurden, lebte er mindestens seit 1993 mit annähernd 40 Frauen zusammen (mit siebzehn von ihnen war er verheiratet), die er wie Sklavinnen hielt und mit denen er Dutzende von Kindern gezeugt hat; auch mit den Töchtern seiner "Ehefrauen" hatte er sexuellen Umgang; der Guru mit langem weissem Haar und weissem Bart – in den Medien Israels Josef Fritzl genannt - habe sich laut Anklageschrift innerhalb seiner Grossfamilie einen "Status der Allmacht" verschafft und habe die Familienmitglieder mithilfe seines "magischen Einflusses" sowie drakonischer Verhaltensregeln, Geldstrafen und Züchtigungen gefügig gemacht; Razon wurde auch wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger angeklagt
  • Anfang 1950: Als sich Anfang 1950 der Treuhandverwaltungsrat in Genf traf, um ein neues Gesetz über die Verwaltung von Jerusalem zu erlassen, weigerte sich Jordanien, irgendeiner Form von Kontrolle durch die UNO zuzustimmen. Im gleichen Jahr hatte Jordanien das gesamte Gebiet westlich des Jordan, einschliesslich Ostjerusalems, annektiert. Die anderen arabischen Länder verweigerten zwar die formale Anerkennung dieses Schrittes, die Arabische Liga erwog sogar den Ausschluss Jordaniens, doch schliesslich wurde ein Kompromiss ausgearbeitet, nach dem die anderen arabischen Staaten sich einverstanden erklärten, dass Jordanien die Westbank und Ostjerusalem „treuhänderisch“ für die Palästinenser verwaltete.
  • 10. Februar 1950: Mark Spitz (Mark Andrew Spitz) in Modesto, Kalifornien, geboren. Einer der erfolgreichsten Sportler aller Zeiten. Als US-amerikanischer Schwimmer neunfacher Olympiasieger (1968 Mexiko-Stadt und 1972 München); er stellte im Verlauf seiner Karriere 33 Weltrekorde auf, 26 in Einzeldisziplinen und sieben in Staffelwettbewerben; 1973 heiratete er seine Frau Suzy, geb. Weiner; sie haben zwei Söhne: Matthew (geb. 1981) und Justin (geb. 1991)
  • 22.3.1950: Hugo Egon Balder (eigentlich Egon Hugo Balder) in Berlin-Schöneberg geboren, mehrfach ausgezeichneter deutscher Musiker, Schauspieler, Moderator und Produzent; 1967-1973 Schlagzeuger, Komponist, Texter und Arrangeur; danach am Berliner Schiller-Theater (bis 1979), Rollen in Kino und TV sowie Kabarett (u. a. 1985-1988 Mitglied des "Kom(m)ödchen", Düsseldorf); 1979-1990 Moderator bei Radio Luxemburg; nach Fernsehunterhaltung beim ZDF ("Vorsicht: Musik", "Rückshow") für RTL erfolgreich mit "Alles Nichts Oder" (mit Hella von Sinnen) und der Erotik-Show "Tutti Frutti" (ab 1990); ab 1993 Produzent verschiedener Comedy- und Unterhaltungsshows, u. a. "RTL Samstag Nacht" (ab 1993) und "3. Halbzeit" (1999) sowie "April, April" (ab 1995, mit Frank Elstner); seit 2003 bei Sat.1 Quiz- und Musikshows (u. a. "Genial daneben"); Balder ist der Sohn von Egon Friedrich Balder (1904–1970) und Gerda Balder geborene Schure (1910–1997); Gerda Balder war Jüdin und überlebte mit ihrer Mutter Johanne Schure geborene Becher und dem Sohn aus erster Ehe, dem in Auschwitz ermordeten Walter Leyserson, das KZ Theresienstadt; Balder ist mittlerweile vierfach geschieden
  • 7. Juni 1950: Valentin Landmann in St. Gallen geboren, Sohn von Salcia Landmann und des Philosophie-Professors Michael Landmann; Dr. iur., seit 1984 selbständiger Rechtsanwalt und Inhaber einer mittleren Anwaltspraxis in Zürich; er war zuvor Lehrbeauftragter an der Universität, Bezirksanwalt in Zürich und Ersatzrichter in St. Gallen; der schillernde Anwalt vertritt gemäss eigenen Angaben "Banken, Versicherungen und andere schwere Jungs"; zu letzteren zählen die Hells Angels und Personen aus dem Rotlichtmilieu; 1996 wurde Landmann wegen Geldwäsche für einen Drogendelinquenten zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt; der mediengewandte Strafverteidiger schrieb mehrere Bücher, u. a.: "Das Böse – Geschichte eines Urphänomens" (1985); "Verbrechen als Markt" (2006); "Der Reiz des Verbrechens" (2007); er ist verheiratet und Vater einer erwachsenen Tochter
  • Juni 1950: Die Knesset verabschiedet eine Resolution zur künftigen Ausarbeitung einer Verfassung für das Land (so genannte Harari-Resolution): mehrere Kapitel (Knesset, Staatsland, Präsident, Regierung, Staatshaushalt, die israelischen Verteidigungsstreitkräfte, Jerusalem, Rechtsprechung, der Staatskontrolleur, Menschenwürde und Freiheit, Recht auf freie Berufswahl), jedes für sich ein Grundgesetz bildend, sollen ausgearbeitet werden (dieser Prozess zog sich über Jahrzehnte lang hin und ist noch nicht abgeschlossen); gemeinsam bilden die Kapitel dann die Verfassung
  • 5.7.1950: Erster gesetzgeberischer Akt der Knesset: Verabschiedung des Rückkehrgesetzes (Chok Haschwut): gibt grundsätzlich jedem Juden das Recht, nach Israel einzuwandern und israelischer Staatsbürger zu werden; einige hunderttausend Menschen hatten den Holocaust überlebt und hausten als "displaced persons" in Auffanglagern in Zypern, Polen, Rumänien, Bulgarien und anderen Ländern; allein in den ersten drei Jahren seiner Existenz nahm Israel 330 000 dieser heimatlosen Personen auf; die Staatsgründung Israels und der sich anschliessende Krieg hatten aber auch das im Allgemeinen gute Verhältnis der in arabischen und muslimischen Ländern lebenden Juden zu ihren Wirtsvölkern getrübt, nun betrachtete man die dortigen Juden als potentielle Verbündete Israels und liess sie die Frustration über die militärischen Niederlagen der arabischen Armeen spüren; diese Juden wurden zunehmend diskriminiert und direkt oder indirekt zum Verlassen des Landes gezwungen; so kamen - was in der Öffentlichkeit weit weniger bewusst ist - in den ersten drei Jahren der Staatsexistenz auch etwa 350 000 Personen aus den arabischen Ländern Jemen, Irak, Ägypten, Libyen, Tunesien, Algerien, Syrien und vor allem aus Marokko ins Land, sowie aus den nichtarabischen, aber muslimischen Staaten Türkei und dem Iran
  • 19. Juli 1950: In Frankfurt/M. wird der "Zentralrat der Juden in Deutschland" gegründet.
  • Sept. 1950-Mai 1951: Präsident der IKG Wien: Kurt Heitler
  • 11.10.1950: Amos Gitai in Haifa geboren (eigentlich Amos Weinraub), israelischer Filmregisseur und Drehbuchautor; Gitais Vater ist der Bauhaus-Architekt Munio Gitai Weinraub (1909–1970); Gitai studierte von 1971 bis 1975 Architektur am Technion in Haifa und ab 1976 an der University of Southern California in Berkeley; 1986 promovierte er in diesem Fach; erste Filme entstanden 1972; Teilnahme am Yom-Kippur-Krieg 1973; ab 1977 Arbeit für das israelische Fernsehen; zwei seiner Filme wurden wegen angeblicher pro-palästinensischer Haltung nicht ausgestrahlt, er wurde angefeindet und zog 1982 nach Paris; seit 1993 lebt er wieder in Israel; sein Werk umfasst über 40 Filme; "Free Zone" wurde 2005 auf dem Filmfestival Cannes ausgezeichnet
  • 30. Oktober 1950: Gustav Adolf VI. wird zum schwedischen König gekrönt
  • 29.11.1950: Ankunft des 500 000. Neu-Einwanderers in Israel
  • 1950-1967: In dieser Zeit war der Ostteil Jerusalems ausschliesslich von Arabern bewohnt, weil Jordanien ihn besetzt und die jüdischen Einwohner gewaltsam vertrieben hatte.

Bücher

Zeitungen und Zeitschriften

  • Seit 1950: Das Blatt, in Bogotá, Kolumbien, 14-tägig in deutscher Sprache erscheinend, Red.: Helmuth Blumenthal

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