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1942

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Ereignisse

  • 20.1.1942: Berlin. "Wannseekonferenz" im Amtssitz des Reichssicherheitshauptamtes (Gebäude der Interpol, am Grossen Wannsee Nr. 56/58, in der 1914 errichteten Villa des Fabrikanten Ernst Malier) zur "Endlösung der Judenfrage" unter Vorsitz von Heydrich und Eichmann, dem alle Einzelheiten der Organisation übertragen waren und auf den sich Heydrich verliess; Programm: u. a. Dezimierung der Juden im gesamten deutschen Einflussbereich durch Zwangsarbeit bei unzureichender Ernährung (von "töten" war nie die Rede, obwohl die organisatorischen Vorbereitungen des Massenmordes besprochen wurden; es war immer von "Endlösung", "Umsiedlung", "Sonderbehandlung", "Arbeitseinsatz" die Rede). Heydrich und Eichmann hatten vor der Konferenz Angst, weil einige von den eingeladenen Staatssekretären Juristen waren; die beiden befürchteten, dass sie Einspruch erheben oder Kritik üben könnten, wenn sie hören, wie in Koordination mit diversen Ministerien die Ermordung unschuldiger Menschen, Männer, Frauen und Kinder vonstatten gehen sollte; nach der Konferenz waren Heydrich und Eichmann erleichtert, dass alles so "harmonisch" verlaufen war, ausser logistischen Nachfragen gab es keinerlei Kritik, sie setzten sich anschliessend vor den Kamin und tranken einen Schnaps, gratulierten sich, feierten ihren „Erfolg“; sofort begannen dann erste Versuche, die „Endlösung“ praktikabel zu gestalten (Erschiessungen, Vergiftungen usw.)
  • 21.1.1942-23.1.1942: Novi Sad: Über 1200 Juden und serbische Kommunisten werden von ungarischen Besatzern erschossen und/oder unter das Eis der zugefrorenen Donau geworfen.
  • 26.3.1942: Erica Jong in New York City geboren, US-amerikanisch-jüdische Schriftstellerin, Bestsellerautorin, Tochter von Seymour Mann (geb. als Samuel Weisman, polnisch-jüdischer Musiker) und von Eda Mirsky (russisch-jüdische Malerin und Textildesignerin); nach ihrem Studium englischer Literatur an der Universität von Maryland unterrichtete sie zunächst an diversen Colleges, neben den USA auch in Österreich und in Israel; berühmt wurde sie durch ihr erstes Buch „Fear of Flying“ („Angst vorm Fliegen“, 1973), das weltweit millionenfach verkauft wurde und in 27 Sprachen erschien; das Buch gilt als Klassiker der weiblichen erotischen Literatur; danach veröffentlichte sie weitere (thematisch anders gelagerte) Romane, viele davon Bestseller; Erica Jong ist zum vierten Mal verheiratet (1. Ehemann: Michael Werthman, ihr college sweetheart; 2. Ehemann: Allan Jong; 3. Ehemann: Jonathan Fast, Autor; 4. Ehemann: Ken Burrows, New Yorker Scheidungsanwalt); mit ihrem zweiten Mann, einem Psychoanalytiker und Facharzt für Kinderpsychiatrie chinesischer Abstammung, lebte sie von 1966 bis 1969 in Heidelberg; seit 1971 publiziert sie auch Lyrik; Erica Jongs Tochter Molly ist ebenfalls Schriftstellerin
  • 22.4.1942: Düsseldorf-Derendorf. 1051 jüdische Männer, Frauen und Kinder aus Düsseldorf und Umgebung werden in das Durchgangsghetto Izbica bei Lublin verschleppt, von wo aus die meisten in das Vernichtungslager Sobibor gebracht und dort ermordet wurden.
  • 11. Mai 1942: Hinrichtung Buchenwalder Häftlinge zwischen Poppenhausen und Einöd
  • 10.6.1942: Lidice, ein kleines Dorf in Mittelböhmen, Bergarbeitersiedlung, 20 km westlich von Prag: Ein Hinrichtungskommando der deutschen Schutzpolizei erschiesst 198 tschechische Männer, das Dorf wird in Brand gesteckt, alle Häuser gesprengt; ein Racheakt nach dem Tod von Heydrich; eine Verbindung zwischen den Attentätern und den Bewohnern von Lidice gab es nicht.
  • 30. Juni 1942: Verbot des Unterrichts für jüdische Schüler im Deutschen Reich
  • 2. Juli 1942: In der New York Times erscheint ein Bericht über die mobilen Gaskammern von Kulmhof, wo seit Dezember 1941 bis zu 1000 Personen pro Tag umgebracht werden
  • 13. Juli 1942: Massaker von Józefów
  • 13.7.1942: Harrison Ford in Chicago, Illinois, geboren, US-amerikanischer Schauspieler, Sohn eines katholischen Iren und einer russischen Jüdin (Dora Nidelman; ihre Eltern: Harry Nidelman und Anna Lifschutz); er wurde vor allem bekannt in Abenteuerrollen, so als Archäologe und Globetrotter in Spielbergs "Indiana Jones"-Verfilmungen; spielte u. a. in „Krieg der Sterne“ (Star Wars), 1977; "Apocalypse Now", 1979; "Blade Runner", 1982; „Der einzige Zeuge“, 1984; "Frantic", 1988; „Aus Mangel an Beweisen“, 1990; „Air Force One“, 1997; „Begegnung des Schicksals“, 1999; „Schatten der Wahrheit“, 2000; 2001 stand er als reichster Schauspieler im Guiness-Buch der Rekorde; neben seiner Karriere als Schauspieler ist er ein begeisterter Flieger und Umweltschützer; seit 2003 ist er mit der Schauspielerin Calista Flockhart liiert; zuvor war er bereits zweimal verheiratet, zuletzt mit Melissa Mathison; er hat vier Kinder; 1998 "Sexiest Man Alive", vergeben vom People Magazin; 2003 Stern auf dem Hollywood Walk of Fame; bis 1970 war er unter dem Namen Harrison J. Ford bekannt, um nicht mit dem Stummfilmschauspieler Harrison Ford (1884-1957, nichtjüdisch) verwechselt zu werden; tatsächlich hat er gar keinen zweiten Vornamen; Harrison Ford ist seit Jahren mit George Lucas und Steven Spielberg eng befreundet
  • 16./17. Juli 1942: Rafle du Vélodrome d’Hiver
  • 23.7.1942: Tagebucheintrag von Adam Czerniakow (Vorsitzender des Judenrats im Warschauer Ghetto, der noch am selben Abend mit einer Zyankali-Kapsel sein Leben beendete) angesichts der überall im Ghetto aus dem Boden schiessenden neuen Werkstätten: "Eine Nähmaschine kann ein Leben retten" (Juden, die arbeiteten, wurden zunächst von den Deportationen ausgenommen); am Tag seines Todes findet man auf seinem Schreibtisch einen Brief an seine Frau; er enthält nur dies: "Sie verlangen von mir, mit eigenen Händen die Kinder meines Volkes umzubringen. Es bleibt mir nichts anderes übrig, als zu sterben".
  • August 1942: Die rund 27000 Juden der Stadt Rostow am Don werden zusammengetrieben und von deutschen Soldaten erschossen (vgl. Smijowskaja Balka).
  • August 1942: Riegner-Telegramm
  • 29.9.1942-3.12.1999: Madeline Kahn

Bücher

Zeitungen und Zeitschriften

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