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Nationalsozialismus

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Dieser Artikel behandelt die nationalsozialistische Ideologie von 1933 bis 1945. Für weiteres siehe Nationalsozialismus (Begriffsklärung).
Erster Reichsparteitag in Nürnberg, 1927

Der Nationalsozialismus ist eine radikal antisemitische, antikommunistische und antidemokratische Weltanschauung[1] und politische Bewegung. Er entstand nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland. Seine in der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) organisierten Anhänger gelangten unter Adolf Hitler 1933 zur Herrschaft und verwandelten das Deutsche Reich 1933 bis 1945 in einen totalitären „Führerstaat“. Mit dem Polenfeldzug 1939 lösten sie den Zweiten Weltkrieg aus, in dessen Verlauf sie zahlreiche Kriegsverbrechen und Massenmorde verübten, darunter als größten den Holocaust (1941–1945). Die Zeit des Nationalsozialismus endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945.

Die NS-Propaganda und politische Organisation – auch mit den damaligen Symbolen – ist in der Bundesrepublik Deutschland als Volksverhetzung und in Österreich als Wiederbetätigung strafbar. In weiteren Staaten bestehen ähnliche Verbote. Im Neonazismus verschiedener rechtsextremer Parteien und Gruppen werden nationalsozialistische Ideen und Ziele wieder aufgenommen.

Begriff

Die schon vorher existierenden Bezeichnungen „Nationalsozialismus“ und „Nationaler Sozialismus“ entstammen der Programmatik der 1919 gegründeten Deutschen Arbeiterpartei (DAP), die sich 1920 in NSDAP umbenannte.[2] Schon im Mai 1918 benannte sich die 1903 in Österreich gegründete Deutsche Arbeiterpartei in Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei (DNSAP) um. Ihre Anhänger nannten sich „Nationalsozialisten“, manche ihrer Gegner nannten sie seit den 1920er Jahren, besonders aber seit dem Zweiten Weltkrieg, auch abwertend „Nazis“.[3]

Beide Parteien stellten den „Nationalen Sozialismus“ gegen den internationalistischen Sozialismus bzw. die Sozialdemokratie.[4] Sie verbanden einen völkisch-rassistischen Nationalismus mit einzelnen, dem Sozialismus entlehnten, antikapitalistischen Forderungen. Damit grenzten sie sich von konservativen und linksgerichteten Parteien ab und stellten sich für deren Wählerschichten – Arbeiter und Mittelstand – als Alternative dar. Zudem stellten die deutschen Nationalsozialisten sich seit 1920 als „Bewegung“, nicht als Partei dar, um so Protestwähler und Politikverdrossene zu erreichen.

Heute bezeichnet der Begriff meist die besondere Ideologie Adolf Hitlers und seiner Gefolgschaft in der NSDAP. Dabei definierte Hitler die Begriffe Nationalismus und Sozialismus auf ungewöhnliche Art und Weise: Nationalismus nannte er die Hingabe des Individuums für seine Volksgemeinschaft, während er Sozialismus als Verantwortung der Volksgemeinschaft für das Individuum definierte. Besonders die Vergesellschaftung der Produktionsmittel, die ein Hauptziel originärer Sozialisten war und ist, lehnte Hitler entschieden ab.[5] Der Historiker Hans-Ulrich Wehler urteilt daher, dass der Sozialismus im Nationalsozialismus „allenfalls in verballhornter Form“ fortlebte, nämlich in der Volksgemeinschaftsideologie.[6]

Zudem wollten die Ideologen der NSDAP sich mit dem Begriff Nationalsozialismus vom italienischen Faschismus unterscheiden. Der Faschismusbegriff wurde jedoch vor allem in der Sowjetunion seit 1925, nach 1945 im ganzen Ostblock, aber auch in westdeutschen Forschungsansätzen, als gemeinsamer Oberbegriff für den Nationalsozialismus („Hitlerfaschismus“), den italienischen Faschismus und andere ihnen verwandte antikommunistische Ideologien, Regimes und Systeme verwendet. Vor allem von marxistischen Forschern wird der Nationalsozialismus als eine Spielart des Faschismus subsumiert, womit in den verschiedenen Ausprägungen dieser Theorie eine diktatorische bürgerliche Klassenherrschaft gemeint ist.

Besonders in den USA, teilweise auch in der Bundesrepublik, wurde der Nationalsozialismus nach 1945 als eine Form von Totalitarismus begriffen. Die Totalitarismustheorie stellt ihn mit der Ideologie und dem System des Stalinismus auf eine Ebene und betont deren gemeinsame Herrschaftsformen. Die verallgemeinernden Einordnungen als Faschismus und Totalitarismus werden in der Forschung kontrovers diskutiert, vielfach wird der Nationalsozialismus als eigenständiges und singuläres Phänomen betrachtet. Der Begriff Nazismus kann als eingedeutschte Version des englischen Wortes nazism gesehen werden. Seine Verwendung war in der Deutschen Demokratischen Republik, nicht der Bundesrepublik Deutschland üblich.

Anhänger des Nationalsozialismus nach dem Verbot der NSDAP werden im Nachkriegsdeutschland oft abwertend als Neonazis bezeichnet.

Entstehung

Datei:AdolfHitler Hakenkreuz1920.jpg
Hakenkreuz-Skizze Hitlers von 1920: Die heiligen Zeichen der Germanen. Eines dieser Zeichen sollte von uns wieder erhoben werden.

Das Gedankengebäude des Nationalsozialismus entstand nach dem Ersten Weltkrieg als Verschmelzung von Ideologemen und Zielen mehrerer älterer Gruppen aus der Völkischen Bewegung des Deutschen Kaiserreichs und der Habsburgermonarchie, aber auch aus der späteren Sowjetunion wie den „Weißen Emigranten“. Dazu gehörten unter anderem

  • rassistische und okkulte, sektenartige Vereine, die, ausgehend von den österreichischen Ariosophen Guido von List und Lanz von Liebenfels seit 1900 gegründet worden waren, insbesondere die Guido-von-List-Gesellschaft (1908). Aus diesen stammten unter anderem Runensymbole und das Hakenkreuz.[7] Sie vertraten auch Ideen wie die „Menschenzucht“ von „Ariern“.[8]
  • betont antisemitische, auf kommunaler Ebene überparteilich organisierte Vereine und Verbände, vor allem der Reichshammerbund von Theodor Fritsch. In seinem Umfeld hatte sich nach der Niederlage der Antisemitenparteien bei den Reichstagswahlen von 1912 auch ein Verband gegen die Überhebung des Judentums gegründet. Zum Reichshammerbund gehörte der geheime Germanenorden, aus dem 1918 die Münchner Thule-Gesellschaft hervorging. Aus ihrer Zeitschrift, dem Münchener Beobachter mit dem Hakenkreuz als Titelsymbol, wurde das Parteiorgan der NSDAP, der Völkische Beobachter.
  • radikal-nationalistische und imperialistische Verbände wie der 1891 gegründete Alldeutsche Verband. Er verstand sich unter Heinrich Claß als überparteiliche Sammlungsorganisation und vertrat die Erweiterung des deutschen „Lebensraums“ durch kriegerische Expansions- und Unterwerfungspolitik. Er gewann im Verlauf des Ersten Weltkriegs trotz geringer Mitgliederzahl großen publizistischen Einfluss und war Hauptinitiator der Judenzählung von 1916. Nach 1918 forderte er eine „nationale Diktatur“ gegen „Fremdvölkische“.
  • ältere antisemitische Verbände und Parteien wie der Deutschnationale Handlungsgehilfenverband und die Deutschvölkische Partei, gegründet 1914 als Vereinigung zweier Antisemitenparteien. Sie vereinte sich im Kriegsverlauf mit dem Alldeutschen Verband. Auf dessen Initiative hin vereinten sich gegen Kriegsende aufgelöste mit neugegründeten völkischen Gruppen wie dem Deutsch-Österreichischen Schutzverein Antisemitenbund, der Deutschvölkischen Beamtenvereinigung und dem Bund völkischer Frauen zum Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund. Dieser hatte 1920 rund 200.000 Mitglieder in 600 Ortsgruppen, wurde aber nach dem Hitler-Ludendorff-Putsch verboten. Nach der Wiederzulassung der NSDAP verlor er ihr gegenüber an Einfluss und wurde 1933 ganz aufgelöst.
  • antibolschewistische und antisemitische Strömungen, die durch die Oktoberrevolution und deren Folgen extrem verstärkt[9] und unter anderen von Flüchtlingen aus der Sowjetunion verbreitet wurden.[10][11][12] Hier sei auf die Bedeutung hingewiesen, die rechtsextreme Russen und Immigranten für die Gleichsetzung von Bolschewiki und Juden, das Ideologem „jüdischer Bolschewismus“, hatten.[12][13] Eine besondere Rolle ist in diesem Zusammenhang der zu Beginn der Zwanziger Jahre in München entstandenen Organisation „Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung“ zugeschrieben worden, die eine enge Verbindung zur NSDAP hatte[14] und die NSDAP nicht nur wirtschaftlich[15] unterstützt, sondern auch ideologisch[16][17] beeinflusst hat. Zu den Mitgliedern von „Aufbau“ zählten Deutsch-Balten wie Max Erwin von Scheubner-Richter und Alfred Rosenberg sowie Russen wie Fedor Vinberg und Šabel’skij-Bork.[14]

Zu den geistig-politischen Wurzeln dieser Gruppen zählten der Rassismus, Militarismus und Imperialismus, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders im Kaiserreich und in Österreich verbreiteten und schubweise zunahmen. Das stärkste tragende Bindeglied ihrer heterogenen Ideologien war jedoch der Antisemitismus, der sich im Verlauf der Novemberrevolution von 1918 und in den Folgejahren zugleich als radikale Ablehnung der Weimarer Verfassung äußerte. Die Weimarer Republik wurde dort allgemein als von Novemberverbrechern geschaffene „Judenrepublik“ denunziert. Die Völkischen definierten ihre Weltanschauung als strikten Gegensatz zum Marxismus der Linksparteien, zum politischen Katholizismus der Zentrumspartei und zu ihrer Fiktion eines „Weltjudentums“.

Programmatik

25-Punkte-Programm

Der Nationalsozialismus bildete als Sammelbewegung völkischer, rassistischer und revisionistischer Gruppen zunächst keine konsistente Ideologie. Hans Frank erklärte daher später in den Nürnberger Prozessen, es habe „so viele Nationalsozialismen wie Nationalsozialisten“ gegeben. Doch das bei der Gründung der NSDAP 1920 beschlossene 25-Punkte-Programm sollte über seine praktische Erfüllung hinaus gelten, war also zugleich Ausdruck dauerhafter nationalsozialistischer Weltanschauung.

An erster Stelle standen außenpolitische Ziele. Aus dem „Zusammenschluss aller Deutschen … zu einem Groß-Deutschland“ mit Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker leitete Punkt 2 die Aufhebung des Versailler Friedensvertrages, Punkt 3 „Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses“ ab. Dem folgten innenpolitische Forderungen nach Ausgrenzung bestimmter Bevölkerungsteile durch eine rassistische Fremdengesetzgebung:

„Staatsbürger kann nur sein, wer Volksgenosse ist. Volksgenosse kann nur sein, wer deutschen Blutes ist, ohne Rücksichtnahme auf die Konfession. Kein Jude kann daher Volksgenosse sein.“

Daraus folgerte Punkt 6 den Ausschluss von Juden aus allen Staats- und Parteiämtern, Punkt 8 ein Einwanderungsverbot und sofortige Zwangsausweisung aller als „Nichtdeutsche“ definierten Personen, die seit 2. August 1914 eingewandert waren.

Die Leitidee der rassischen Volksgemeinschaft wurde also nach außen expansiv, nach innen als Entrechtung eines Teils der Deutschen ausformuliert. Dem folgten in Punkt 9–17 einige plakative und ressentimentgetränkte wirtschafts- und sozialpolitische Forderungen, die den Anspruch der Partei, die Interessen deutscher Arbeiter zu vertreten, zeigen sollten:

  • allgemeine Arbeitspflicht
  • „Abschaffung des Arbeits- und mühelosen Einkommens“
  • „Brechung der Zinsknechtschaft“
  • „Einziehung aller Kriegsgewinne“
  • „Verstaatlichung aller (bisher) bereits vergesellschafteten (Trusts) Betriebe“
  • „Gewinnbeteiligung an Großbetrieben“
  • „Ausbau der Altersversorgung“
  • „Schaffung eines gesunden Mittelstandes und seine Erhaltung“
  • „Kommunalisierung der Groß-Warenhäuser und ihre Vermietung zu billigen Preisen an kleine Gewerbetreibende“
  • „eine unentgeltliche Enteignung von Boden für gemeinnützige Zwecke“
  • „Abschaffung des Bodenzinses und Verhinderung jeder Bodenspekulation“.

Punkt 18 forderte die Todesstrafe für „gemeine Volksverbrecher, Wucherer, Schieber usw. ohne Rücksichtnahme auf Konfession und Rasse“: erneut ein deutlicher Hinweis auf die gemeinte Zielgruppe, die Juden. Punkt 19 forderte den Ersatz eines angeblich „materialistischen“ römischen Rechtes durch ein „deutsches Gemeinrecht“.

Der Idee einer Einheit von Volk und Staat folgten Forderungen nach staatlichem Ausbau der Volksbildung (20), „Hebung der Volksgesundheit“ durch „körperliche Ertüchtigung“ (21), Bildung eines „Volkesheeres“ (22). Die angestrebte Abschaffung der Pressefreiheit und Einführung von Pressezensur wurde als „gesetzlicher Kampf gegen die bewußte politische Lüge und ihre Verbreitung“ (23) bemäntelt. Indem nur „Volksgenossen“ Zeitungsredakteure und Verlagseigentümer sein sollten, zeigte sich auch hier ein antisemitischer Impuls: Der Topos von der „jüdischen Weltpresse“ war unter Antisemiten seit Langem üblich. Zugleich sollten auch Kunst und Kultur von dem „zersetzenden Einfluß auf unser Volksleben“ gereinigt werden: Dem entsprach die NS-Kulturpolitik gegen die „Entartete Kunst“.

Im scheinbaren Widerspruch dazu bekräftigte Punkt 24 die Religionsfreiheit „im Staat“, allerdings nur, „so weit sie nicht dessen Bestand gefährden oder gegen das Sittlichkeits- und Moralgefühl der germanischen Rasse verstoßen.“ Mit dem Bekenntnis zu einem „positiven Christentum“ ohne Bindung an eine bestimmte Konfession, aber in einheitlicher Frontstellung gegen einen „jüdisch-materialistischen Geist in und außer uns“ war eine Voraussetzung für den späteren Kirchenkampf genannt. Die spätere antichristliche Einstellung der SS widersprach diesem Programmpunkt offensichtlich.

Das Programm gipfelte in der Parole „Gemeinnutz vor Eigennutz“ und der Forderung nach einer „starken Zentralgewalt des Reiches“, deren in „unbedingter Autorität“ erlassene „Rahmengesetze“ neu gebildete Stände- und Berufskammern in den Bundesstaaten durchführen sollten. Damit deutete sich die spätere Gleichschaltungspolitik gegenüber föderalen Institutionen schon an. Die Parteiführer würden „wenn nötig unter Einsatz des eigenen Lebens“ für die Programmverwirklichung eintreten.

Während die außen- und innenpolitischen Hauptforderungen in Punkt 1–8 präzise und konkret formuliert waren und tatsächlich ab 1933 staatlich großenteils umgesetzt wurden, blieben viele der wirtschafts- und kulturpolitischen Forderungen in Punkt 9–20 vage (11), unklar (13), skurril (etwa die Behauptung eines „römischen“ Rechts in Punkt 19) oder praktisch unrealisierbar (etwa der „Einzug aller Kriegsgewinne“ in Punkt 14). Diese Unklarheiten führten zu einer teilweise heftigen internen Ideologiedebatte und verschiedenen Wirtschaftsprogrammen. Otto Wagener etwa forderte die Unterstützung des Mittelstandes, Richard Walther Darré die der Bauern, Gottfried Feder verlangte die von ihm erfundene „Brechung der Zinsknechtschaft“. Hitler trug diesem Streit als Parteiführer später zum Teil Rechnung, indem er einige Programmforderungen revidierte, reduzierte oder ignorierte. 1928 reduzierte er die angekündigte Bodenreform auf Enteignung „jüdischer“ Bodenspekulationsgesellschaften. Wie die „Zinsknechtschaft gebrochen“ werden sollte, ließ er jedoch offen.

„Mein Kampf“

In Mein Kampf bekräftigte Hitler vor allem die außen- und bevölkerungspolitischen Ziele des NSDAP-Programms, allen voran den Anschluss Österreichs an das nunmehrige „Großdeutsche Reich“. Im Unterschied zum Kaiserreich, das mit dem britischen Weltreich als Kolonialmacht in Afrika und Fernasien zu konkurrieren versuchte, wollte Hitler Lebensraum nicht in Westeuropa und in Übersee, sondern in Osteuropa gewinnen. Damit schloss er sich wahrscheinlich geopolitischen Theorien von Rudolf Kjellén, Halford Mackinder und Karl Haushofer an, die die Eroberung und Beherrschung der Landmasse von „Eurasien“ als Schlüssel zur Weltherrschaft sahen. Auch der mittelalterliche Mythos mancher Ordensritter von einem deutschen „Drang nach Osten“ stand hinter dieser Idee.

Dabei dachte Hitler an „Russland und die ihm untertanen Randstaaten“. Um sie zu erobern, wollte er zuerst den Versailler Vertrag revidieren, dann Frankreich mit Hilfe eines Bündnisses mit Großbritannien und Italien isolieren, später ganz vernichten. Damit revidierte er Punkt 3 des NSDAP-Programms: Das Erobern von Kolonien würde England zu Protesten herausfordern. Dessen Kolonialmacht müsse Deutschland garantieren, dann würden die Briten es auf dem Kontinent gewähren lassen. Polen erwähnte Hitler hier nicht, auch die USA und Japan kamen nur am Rande vor. Diese Prioritäten waren gegenüber den Vorlieben kaiserlicher Imperialisten neu.[18]

Datei:Bundesarchiv Bild 102-16748, Ausstellung "Wunder des Lebens".jpg
Ein „Informationsplakat“ aus der Ausstellung Wunder des Lebens 1935 in Berlin

Zur Wirtschaftspolitik äußerte sich Hitler in Mein Kampf nur auf fünf Seiten. Den Punkt der Volksgesundheit dagegen führte er breit aus und brachte dabei den auch die wirtschafts- und kulturpolitischen Vorstellungen tragenden Rassismus der NS-Ideologie deutlich zur Geltung. Seine beiden untrennbar miteinander verknüpften Grundgedanken waren

  • die These von höheren und niederen Rassen, die miteinander im Kampf liegen
  • die These, dass eine „Rassenvermischung“ schädlich für die höhere Rasse sei und diese unweigerlich schwäche und langfristig auflöse.

Diese Axiome hatten Sozialdarwinisten und Rassetheoretiker des 19. und frühen 20. Jahrhunderts wie Francis Galton, Ernst Haeckel, Alfred Ploetz, Wilhelm Schallmayer begründet. Neu war nur, dass „Rassenhygiene“ erstmals zum umfassenden politischen Programm gemacht wurde. Hitler sah die „Arterhaltung“ als Hauptaufgabe des Staates und folgerte, dass dieser die „unvermischten Bestände an nordisch-germanischen Menschen“ im deutschen Volk konsequent schützen und so „langsam aber sicher zur beherrschenden Stellung emporführen“ müsse. Der starke Führerstaat müsse „den Sieg des Besseren, Stärkeren“ und die Unterordnung des „Schlechteren und Schwächeren“ fördern. Dies bedeutete konkret etwa Zwangssterilisation von Behinderten und Erbkranken, zugleich Kindergeld, billige Wohnungen und materielle Vergünstigungen für „deutsche Familien“. Die „Träger höchster Rassenreinheit“ sollten ein „Siedlungsattest“ erhalten und in noch zu erobernden „Randkolonien“ angesiedelt werden. Hitler betonte am Schluss nochmals seine Zielvorstellung:

„Ein Staat, der sich im Zeitalter der Rassenvergiftung der Pflege seiner besten rassischen Elemente widmet, muß eines Tages zum Herrn der Erde werden.“

Das Gegenbild zu dieser Vision bildete die Verschwörungstheorie des Weltjudentums. Dieses sah Hitler als Urheber aller negativen Zeiterscheinungen, etwa des Ersten Weltkriegs, der Niederlage darin, der Novemberrevolution und der Inflation. Dabei identifizierte er das Judentum sowohl mit dem „Finanzkapital“ in den USA als auch mit dessen weltpolitischem Gegner, dem „Bolschewismus“. Dieser globalen Übermacht scheinbar widersprechend betonte Hitler jedoch zugleich die absolute Minderwertigkeit und unterlegene Abhängigkeit der Juden von ihren arischen „Wirtsvölkern“ und beschrieb sie als Schmarotzer, Parasiten, Bazillen, Blutegel, Spaltpilze, Ratten usw. In allen seinen Erscheinungsformen strebe das Judentum die „Zersetzung“, „Bastardisierung“ und „Blutvergiftung“ des deutschen Volkes an: etwa durch Prostitution, Verbreitung von Geschlechtskrankheiten, Verführung ahnungsloser arischer Mädchen. Dieses pornografische Bild zu propagieren wurde Hauptaufgabe des eigens dazu gegründeten Hetzblattes Der Stürmer des Gauleiters von Franken, Julius Streicher.

Datei:KZ Birkenau Hauptgebaude 320x240.jpg
Massenvernichtungslager Birkenau

Im zweiten Band von Mein Kampf sprach Hitler zuletzt auch die Idee einer stellvertretenden, präventiven Judenvernichtung offen aus:[19]

„Hätte man zu Kriegsbeginn und während des Krieges zwölf- oder fünfzehntausend dieser hebräischen Volksverderber so unter Giftgas gehalten, wie hunderttausende unserer allerbesten deutschen Arbeiter aus allen Schichten und Berufen es im Felde erdulden mussten, dann wäre das Millionenopfer an der Front nicht vergeblich gewesen. Im Gegenteil: Zwölftausend Schurken zur rechten Zeit beseitigt, hätte vielleicht einer Million ordentlicher, für die Zukunft wertvoller Deutscher das Leben gerettet.“

Diese Aufgabe künftig zu vollstrecken, dazu sah Hitler sich von der „Vorsehung“ – so sein Ausdruck für Gott – bestimmt:

„Indem ich mich des Juden erwehre, erfülle ich das Werk des Herrn.“

Deshalb spricht der Historiker Saul Friedländer im Blick auf die nationalsozialistische Bewegung und ihre unmittelbaren Vorläufer von einem besonderen, über traditionelle christliche, aber auch völkische und sozialdarwinistische Judenfeindschaft hinausgehenden „Erlösungsantisemitismus“.[20]

Führerkult und Führerstaat

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Briefmarke 1938, Adolf Hitler

In allen Staaten Europas gab es seit Beginn des 20. Jahrhunderts starke Tendenzen zu autoritativen, antidemokratischen Politikkonzepten, deren Akzeptanz sich nach 1918 auch aus Enttäuschung über die pluralistische Demokratie und Massenelend speiste. Als „Führerkult“ ließ sich schon die Verehrung des Herrschers in einer Monarchie, begründet etwa mit der Idee des Gottesgnadentums, auffassen. Der Erste Weltkrieg enttäuschte das Bild vom Heldenkaiser, verstärkte bei Nationalisten aber noch die Sehnsucht nach dem heldischen Führer. Zu einem parteipolitischen Konzept machte dies erst der aufstrebende Faschismus: zuerst mit dem Duce Benito Mussolini in Italien, dann dem Caudillo General Franco in Spanien, aber auch im Kult um „Väterchen“ Stalin in der Sowjetunion.

Anders als in Italien begann der Hitlerkult schon zehn Jahre vor der Machtergreifung nach dem Hitlerputsch von 1923, aus dessen Scheitern Hitler folgerte, dass die NSDAP eine straff geführte Führerpartei sein müsse und er selbst zu Deutschlands „Rettung“ bestimmt sei. Dem kam die Erwartung der Parteibasis an ihn entgegen. Der deutsche Führerkult ging also mit der Entwicklung der NSDAP zur Massenpartei einher und diente ihrer Integration, Schlagkraft und Ausdehnung. Er wurde 1933 auch nicht wie in Spanien oder Russland einer bestehenden zentralisierten Militärdiktatur zu deren Absicherung aufgepropft, sondern zum Organisationsprinzip eines durch ersatzlose Gleichschaltung aller bestehenden Verwaltungs- und Regierungsinstitutionen geschaffenen Führerstaates. Nach dem Tode des Reichspräsidenten von Hindenburg (1934) wurde Hitler als Führer und Reichskanzler auch oberster Befehlshaber der Wehrmacht; seit 1938 trat auch das Regierungskabinett nicht mehr zusammen.

Anders als in der Sowjetunion, die nach Stalins Tod noch Jahrzehnte fortbestand, untergrub das Prinzip der „charismatischen Führerpersönlichkeit“ (Max Weber), die die rivalisierenden Kräfte in Staat und Partei durch ihren „Willen“ lenkte und orientierte, das selbständige Funktionieren der Bürokratie in Deutschland. Denn der lange Zeit mit Führererlassen und -Verordnungen direkt regierte Staat konnte Kriegsniederlage und Tod Hitlers nicht mehr überdauern. Nach Ian Kershaw stand und fiel der deutsche NS-Staat daher mit der Person des Führers.[21]

Weitere Merkmale und Entwicklungen der NS-Ideologie

Weitere Hauptmerkmale des Nationalsozialismus waren:

  • die zentrale Rolle von Propaganda und Massen-Inszenierungen als Mittel zur Herrschaft und ihrer Sicherung nach innen und außen.
  • Totalitarismus: Zerschlagung der Demokratie, Einparteienherrschaft, Aufhebung der Gewaltenteilung, Instrumentalisierung aller politischen Kontrollinstanzen und Medien, weitreichende Vollmachten für Geheimdienste und Denunzianten, Polizeistaat
  • Militarismus und Imperialismus: Schon während des Aufstiegs der NSDAP wurden Waffenlager eingerichtet, bewaffnete Schlägerbanden ausgebildet, die Straßengewalt einübten, um politische Gegner einzuschüchtern. In den Jahren der Weimarer Republik konzentrierte sich die nationalsozialistische Propaganda zunächst auf den Vertragsrevisionismus, also die Forderung nach Wiederaneignung der infolge der deutschen Kriegsniederlage verlorenen Gebiete und damit nach Aufhebung oder Bruch des Versailler Vertrags. Dieser wurde als „Schmach von Versailles“ oder „Versailler Schanddiktat“ diffamiert. Von 1933 an wurde Aufrüstung betrieben, zunächst geheim, dann offen, und die vertraglichen Bindungen an Völkerbund und Völkerrecht erst unterlaufen, dann gebrochen. Sobald die Wehrmacht stark genug sein würde, plante Hitler gezielte Angriffskriege zur Wiederherstellung und Erweiterung eines auf militärische Machtentfaltung gebauten Großdeutschlands. Dabei sollte ein Land nach dem anderen isoliert und einzeln niedergekämpft werden. Das Endziel war nach Meinung der meisten Historiker die Eroberung des kontinentalen Festlands, der Sowjetunion bis zur Linie Archangelsk–Uralgebirge–Kaukasus sowie die Besiedelung dieser Gebiete durch die Deutschen, andere Forscher glauben Belege dafür zu haben, dass Hitler die (utopische) Weltherrschaft anstrebte. Die Herrschaft über die besetzten Gebiete sollte durch Vertreibung unerwünschter Bevölkerungsgruppen gestärkt werden.
  • Der „Blut-und-Boden-Mythos“, die Verherrlichung des Bauernstandes (des „Nährstands“). Viele Nationalsozialisten lehnten die Verstädterung und die zunehmende Industrialisierung ab und sehnten sich nostalgisch nach einem Land, das wie eh und je von Bauern bestellt wurde. Auch Heinrich Himmler hatte solche Gedanken, als er vorschlug, die eroberten Gebiete der Sowjetunion mit Bauern zu besiedeln, die zugleich Soldaten („Wehrbauern“) sein sollten. Russen, Ukrainer und Polen sollten die Landarbeiter, das Hauspersonal, die Bauarbeiter oder die Hilfsarbeiter stellen.
  • Die Propagierung der Herrenrasse bzw. des Herrenvolkes, die das Recht habe andere minderwertige Völker zu unterdrücken.
  • Männerherrschaft und Männlichkeitskult, also Propagierung von Werten wie Tapferkeit und soldatischer Härte. „Weibliche Werte“ werden bei Männern als Feigheit, Krankheit und „Zersetzung der Wehrkraft“ denunziert.
  • Verschwörungstheorie: Die wahnhafte Idee, das internationale Judentum hätte sich verschworen, um die Weltherrschaft zu erringen, wird von verschiedenen Historikern[22] als Kern des Nationalsozialismus angesehen. Diese Verschwörungstheorie tritt bereits in einem 1924 von Dietrich Eckart veröffentlichten Gespräch mit Hitler zu Tage, in dem eine ungebrochene Kontinuität der angeblichen jüdischen Machenschaften vom zweiten vorchristlichen Jahrtausend an behauptet wird.[23] In der Bildsprache der nationalsozialistischen Propaganda, etwa in den Wahlplakaten vor 1933 oder in den Karikaturen des Stürmer wurde „der“ Jude regelmäßig in verschwörungstheoretischen Metaphern wie dem Drahtzieher hinter den Kulissen des Weltgeschehens oder der weltumspannenden Krake oder Spinne dargestellt. Und während des Kriegs gegen die Sowjetunion begründete die Wehrmacht die Umsetzung der verbrecherischen Befehle wie des Kommissarbefehls oder des Kriegsgerichtsbarkeitserlasses verschwörungstheoretisch mit der These vom Jüdischen Bolschewismus: Hinter dem Sowjetsystem stehe in Wahrheit das Judentum. So wies General von Manstein am 20. November 1941 seine Truppen an, „Verständnis“ aufzubringen für die „harte Sühne am Judentum“:
„Das Judentum bildet den Mittelsmann zwischen dem Feind im Rücken und den noch kämpfenden Resten der Roten Armee und der Roten Führung […]. Das jüdisch-bolschewistsische System muß ein für allemal ausgerottet werden.“[24]

Kapitalismus und Antikapitalismus

Im Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung über den Charakter der nationalsozialistischen Wirtschaftsideologie steht seit jeher die Frage, ob der Nationalsozialismus kapitalistisch oder sozialistisch gewesen sei.[25]

Der deutsche Soziologe Max Horkheimer vertrat 1939 noch vor Kriegsbeginn die Position: Wer vom Kapitalismus nicht reden will, soll vom Faschismus schweigen.[26]

Dagegen behauptete Ludwig von Mises 1947: Die Ideologie der Nazis, der deutschen „Nationalsozialistischen Arbeiterpartei“, ist die reinste und konsistenteste Manifestation unseres antikapitalistischen und sozialistischen Zeitgeistes.[27]

Die wirtschaftspolitische Ausrichtung des Nationalsozialismus wird auf verschiedenen Ebenen untersucht:

  • als Frage nach den Finanzquellen der NSDAP und den Kreisen, die Hitler an die Macht brachten,
  • als Frage nach der Bedeutung antikapitalistischer Elemente für die Ideologie der Nationalsozialisten,
  • als Frage nach der tatsächlichen Wirtschaftspolitik des NS-Regimes 1933–1945.

Finanzquellen der NSDAP

Hauptartikel: Großindustrie und Aufstieg der NSDAP

Marxisten sehen die Spendenpraxis deutscher Industrieller wie Fritz Thyssen und Emil Kirdorf und die Industrielleneingabe vom November 1932, die Reichspräsident Paul von Hindenburg aufforderte, Hitler zum Reichskanzler zu ernennen, meist als Belege für die Verantwortung der Großindustrie für die Machtübergabe an Hitler. Der ostdeutsche Historiker Eberhard Czichon etwa meinte deshalb, dass „eine Mehrheitsgruppe deutscher Industrieller, Bankiers und Großagrarier Hitlers Kanzlerschaft gewollt und organisiert“ habe.[28]

Sein westdeutscher Kollege Reinhard Neebe betonte dagegen, dass die meisten deutschen Unternehmer und ihr Dachverband, der Reichsverband der Deutschen Industrie, nicht Hitler, sondern die Vorgängerregierungen von Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher unterstützten.[29] Diese Sicht untermauerte der US-amerikanische Historiker Henry Ashby Turner mit Untersuchungen, wonach die NSDAP ihre Finanzmittel nicht vorwiegend aus Industriespenden, sondern Mitgliedsbeiträgen und Eintrittsgeldern bezog. Die Großindustrie habe ihr immer deutlich weniger Geld zukommen lassen als ihren Konkurrenten DNVP, DVP und Zentrum. Sie habe sich damit auch nur für den unerwünschten Fall einer NS-Machtergreifung absichern wollen.[30] Die Großunternehmer gelten daher heute kaum noch als Hauptverursacher des Aufstiegs der Nationalsozialisten und der Machtübernahme Hitlers 1932–1934.

Antikapitalismus in der NS-Ideologie

In der Ideologie der Nationalsozialisten gab es antikapitalistische Elemente, die meist antisemitisch ausgeprägt waren. Umstritten ist, wie diese Elemente im Rahmen der NS-Propaganda einzuordnen sind, insbesondere nach Ausschaltung des Strasser-Flügels innerhalb der NSDAP.

Das 25-Punkte-Programm der Partei von 1920, das Hitler bis 1926 für „unabänderlich“ erklärte, enthielt mehrere antikapitalistische Forderungen wie Brechung der Zinsknechtschaft, Verstaatlichung von Trusts und Gewinnbeteiligung an Großbetrieben. Anfangs verwendeten führende Nationalsozialisten wie Joseph Goebbels, Gregor Strasser und sein Bruder Otto, der mit seiner Anhängerschaft die Partei bereits 1930 verließ, regelmäßig sozialistische Versatzstücke in ihren Reden. Hitler selbst hatte sich klar zum Privateigentum bekannt, in der nationalsozialistischen Praxis kam es jedoch zu zahlreichen Enteignungen von Privateigentum, so z. B. im Zuge der sogenannten „Arisierung“. Hauptsächlich betroffen von Enteignung waren Juden, aber auch nichtjüdische Emigranten und politisch Missliebige.

Albrecht Ritschl verweist auf die schrittweise Ausschaltung des sozialistischen Parteiflügels zwischen 1930 und 1934 und deutet die antikapitalistischen Töne als verkappten Antisemitismus.[31] Die enge Verbindung von Antikapitalismus und Antisemitismus in der nationalsozialistischen Propaganda zeigt sich etwa in dem Antrag, der der Vorsitzende der NSDAP-Fraktion im Reichstag am 18. Oktober 1930 stellte. Darin forderte er die Enteignung des gesamten Vermögens der „Bank- und Börsenfürsten, der seit 1. August 1914 zugezogenen Ostjuden und sonstigen Fremdstämmigen […] zum Wohl der Allgemeinheit des deutschen Volkes.“[32]

1931, auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise, forderte die NSDAP staatliche Arbeitsbeschaffungsprogramme, um die Arbeiterschaft als NSDAP-Wähler anzuwerben. Doch zuvor zerschlug das NS-Regime die organisierte Arbeiterbewegung in Form der Linksparteien und der Gewerkschaften. Die NSDAP betrachtete marxistische und kommunistische Gruppen innenpolitisch als Hauptgegner, so wie außenpolitisch der Bolschewismus der Hauptfeind war.

Die Alternative, der „nationale Sozialismus“, wurde als „Volksgemeinschaft“ definiert. Diese wurde als „Einheit von Volk und Staat“ unter der einheitlichen NS-Ideologie und einem „starken Staat“, gelenkt von einem „Führer“, verstanden. Die Einordnung aller Staatsbürger in die Arbeitspflicht und die rassisch definierten nationalen Interessen ließ offen, ob dazu die Produktionsverhältnisse umgestürzt werden sollten: Dieses Stichwort fehlte im 25-Punkte-Programm. Als Gegenkonzept zur Leitidee der internationalen klassenlosen Gesellschaft im Marxismus, aber auch zur individuelle Freiheiten schützenden pluralen und parlamentarischen Sozialdemokratie gedacht, unterschied es die NSDAP von den damaligen Programmen aller sozialistischen Parteien.

Verhältnis zu Privateigentum und Konkurrenzprinzip

Der in die USA emigrierte Politologe Franz L. Neumann konstatierte in seinem Buch zur Struktur und Praxis des Nationalsozialismus Behemoth von 1942/1944, dass der nationalsozialistische Herrschaftsapparat sich keineswegs von der Basis der privatkapitalistischen Produktionsweise gelöst, sondern einen „totalitären Monopolkapitalismus“ hervorgebracht habe.[33]

Hitlers Bekenntnis zum Privateigentum erfolgte 1919 privat[34] und 1926 im Hamburger Nationalklub öffentlich.[35] Der Berliner Wirtschaftshistoriker Albrecht Ritschl macht allerdings auf Äußerungen Hitlers aufmerksam, die er im März 1942 im Kreise seiner Adjutanten machte, das heißt ohne Zwang, seine wahren Ansichten zu kaschieren. Hitler wandte sich hier grundsätzlich „gegen anonymen Privatbesitz der Aktie. Ohne selbst etwas dazu zu tun, erhalte der Aktionär mehr Dividende, wenn die Arbeiter der Aktiengesellschaft fleißig statt faul seien oder wenn ein genialer Ingenieur an der Spitze des Betriebs stehe“.[34] Demnach wäre die häufige Ablehnung eines „raffenden“ im Gegensatz zum lobenswerten „schaffenden Kapitalismus“ von ihm durchaus ernst gemeint gewesen.

Ein bezeichnendes Beispiel für die nationalsozialistische Begründung für die Enteignung von Privateigentum hat Jürgen Lillteicher am Fall der Rosenthal Porzellan AG herausgearbeitet. In einem Brief der neuen Unternehmungsleitung an die Gauleitung Oberfranken wird die Bitte um staatlichen Eingriff wie folgt begründet: „Zum allerwenigsten aber muss es in der heutigen Zeit ausgeschlossen sein, daß Leute wie Ph. Rosenthal und U. Franck zusammen mit ihrem Anhang, es sich noch erlauben können, mit liberalistisch-kapitalistischen Mitteln und semitischer Sophistik aus rein eigennützigen Motiven einen großen Betrieb zu gefährden, der heute unter der Führung alter Kämpfer der Partei steht, und vielleicht in der Porzellanindustrie bis jetzt der einzige ist, in welchem der Begriff »Gemeinnutz geht vor Eigennutz« und der nationalsozialistische Gedanke der Arbeitskameradschaft durchgeführt werden.“[36]

Der ehemalige NSDAP-Politiker und konservativ-bürgerliche Faschismustheoretiker Hermann Rauschning warf Hitler in Wirtschaftsfragen reinen Opportunismus vor: Er habe über keine konsistenten ökonomischen Überzeugungen verfügt, sondern immer nur seinem Publikum nach dem Munde geredet.[37]

Der Historiker Henry A. Turner kommt zu dem Schluss, dass Hitler das „liberale Konkurrenzprinzip“ und das Privateigentum bejaht habe, wenn auch nur, „weil er sie in entstellter Weise in seine sozialdarwinistische Sicht des Wirtschaftslebens einbauen konnte“.[38]

Avraham Barkai widerspricht Turners zentraler These und verweist auf den extremen Antiliberalismus Hitlers und seine grundsätzliche Ablehnung des Laisser-faire-Prinzips.[39] Ein von Turner unvollständig wiedergegebenes Belegzitat in den Folgesätzen weise auf eine mit dem liberalen Konkurrenzprinzip unvereinbare Haltung hin.[40] Der von Turner unter anderem als Beleg angeführte Hermann Rauschning wurde 1984 in seiner Glaubwürdigkeit als Zeitzeuge so stark erschüttert,[41] dass Kershaw erklärte, die „Gespräche mit Hitler“ seien „ein Werk, dem man heute so wenig Authentizität zumißt, daß man es besser ganz außer acht läßt“.[42]

Verhältnis zum Ordoliberalismus

Für den Wirtschaftswissenschaftler Ralf Ptak deuten „die vielfältigen Publikationsmöglichkeiten ordoliberaler Autoren in diesem Zeitraum auf eine nationalsozialistische Duldung gegenüber dem ordoliberalen Projekt“ hin.[43] Der Wirtschaftswissenschaftler Nils Goldschmidt widerspricht Ptaks Schlussfolgerung und führt die Schrift „Nationalökonomie – wozu?“ (1938) von Walter Eucken als Beispiel für ein Publikationsverbot an. Ferner weist Goldschmidt auf ordoliberalen Widerstand gegen den Nationalsozialismus, wie etwa durch die Freiburger Kreise hin.[44] Hauke Janssen schreibt, dass „vor allem die Freiburger“ Widerstand gegen die interventionistischen und zentralverwaltungswirtschaftlichen Tendenzen im Nationalsozialismus geleistet hätten.[45]

Egalitäre Prinzipien und Verhältnis zum Sozialismus

Friedrich August von Hayek hebt hervor, dass sich Nationalsozialismus und Sowjetkommunismus in diktatorischen und antiliberalen Grundzügen ähnelten.[46] Für Hayek weisen Sozialismus und Nationalsozialismus die gleichen totalitären Tendenzen auf, um ihre – durchaus unterschiedlichen – Ziele zu verfolgen. Beide seien, da sie sich des Mittels zentraler Planung bedienten, Varianten des Kollektivismus, dessen Eigendynamik zur Zerstörung von Wohlstand , Demokratie und Rechtsstaat führe.[47]

Rainer Zitelmann versteht Hitler als „Revolutionär“, dem die Verbesserung der Aufstiegschancen der Arbeiter, soweit sie seinen Rassevorstellungen entsprachen, ein ehrliches Anliegen gewesen sei. Dabei sei es ihm nicht „um die Ermöglichung der bestmöglichen Entfaltung des Individuums, sondern um die Optimierung des Nutzens für die deutsche Volksgemeinschaft“ gegangen.[48] Gegenüber der Wirtschaft habe er einen „Primat der Politik“ angestrebt, der „auf eine Revolutionierung des Verhältnisses von Politik und Ökonomie“ hinausgelaufen sei. Das kapitalistische Wirtschaftssystems habe Hitler durch eine gemischte Wirtschaftsordnung ersetzen wollen, in welcher markt- und planwirtschaftliche Elemente zu einer neuen Synthese vereint wären. Die vom Nationalsozialismus ausgelöste „soziale Revolution“, sei durchaus ernst zu nehmen. Gegen diese These wandten Wolfgang Wippermann und Michael Burleigh indirekt ein, dass sie den rassistischen und damit reaktionären Charakter des NS-Regimes über Gebühr herunterspiele.[49]

Laut Joachim Fest ist „die Diskussion über den politischen Standort des Nationalsozialismus nie gründlich geführt worden“. Stattdessen habe man „zahlreiche Versuche unternommen, jede Verwandtschaft von Hitlerbewegung und Sozialismus zu bestreiten“. Zwar habe Hitler keine Produktionsmittel verstaatlicht, aber „nicht anders als die Sozialisten aller Schattierungen die soziale Gleichschaltung vorangetrieben“.[50]

Auch nach Ansicht von Götz Aly versuchte das NS-Regime, das er als „Gefälligkeitsdiktatur“ bezeichnet, durch soziale Fürsorge egalitäre Prinzipien zu verwirklichen.[51] Das Programm der NSDAP stütze sich auf zwei mit dem Antisemitimismus kombinierbare Gleichheitsideen: Einer der Grundgedanken war der der ethnischen Homogenität, zum anderen versprachen sie als „nationale Sozialisten“ mehr soziale Gleichheit. Dieser egalitäre Anspruch bezog sich im Unterschied zur Theorie der Sozialisten jedoch auf „das ethnisch definierte Großkollektiv deutsches Volk“.[52]

Wirtschaftspolitik des NS-Regimes

Für die von 1933 bis 1945 praktizierte Wirtschaftspolitik des NS-Regimes sind die Befunde ebenfalls widersprüchlich. Auf der einen Seite spricht die Reprivatisierung der in der Bankenkrise 1931 de facto verstaatlichten Großbanken eher für eine prokapitalistische Haltung der Regierung. Die Arbeiten u. a. von Avraham Barkai, Timothy Mason und Dietmar Petzina dagegen zeigen, dass die dirigistischen Eingriffe in die Wirtschaft unter Schachts „Neuem Plan“ (1934), unter dem Vierjahresplan (1936) und vollends die Kriegswirtschaft unter Rüstungsminister Albert Speer (ab 1942) vom freien Unternehmertum der Weimarer Jahre wenig übrig ließen.

Der Historiker Klaus Hildebrand fasst den Stand der Forschung in Oldenbourg Grundriss der Geschichte zusammen: „Zwar blieben die Betriebe in privaten Händen der Unternehmer, ohne Zweifel stiegen auch die finanziellen Erträge aus der Rüstungskonjunktur. Doch wurde das für eine kapitalistische Wirtschaft verbindliche Prinzip der Zweck-Mittel-Rationalität im Banne der Rüstungsanforderungen und des Autarkieprinzips auf Befehl Hermann Görings mehr und mehr außer Kraft gesetzt.“[53]

Dietmar Petzina formuliert: „Das NS-System entzieht sich einer eindeutigen Zuordnung zu den ordnungspolitischen Kategorien Zentralverwaltungswirtschaft und Marktwirtschaft.“ Die Wirtschaftsordnung wandelte sich „von einer korporatistischen Wirtschaft hin zu einer staatlichen Kommandowirtschaft, in der das unternehmerische Gewinnprinzip zwar nicht ausgeschaltet, die wesentlichen Verfügungsrechte jedoch nachhaltig eingeschränkt waren“. Und Gerold Ambrosius stellt fest: „Bis zum Kriegsbeginn war der Grundstein für den Übergang zu einer zentralen Planung und Lenkung gelegt.“[54]

Gestützt wird diese These von aktuellen ordnungstheoretischen Untersuchungen: Michael von Prollius beschreibt das NS-Wirtschaftssystem als „Ergebnis unablässiger Neu- und Umorganisation […] und zahllosen Lenkungs- und Bürokratisierungsmaßnahmen“[55]; für Markus Albert Diehl „entfernte sich die deutsche Wirtschaftsordnung unter der nationalsozialistischen Herrschaft immer weiter vom Idealtyp der Marktwirtschaft und entsprach schließlich weitgehend dem Idealtyp der Zentralplanwirtschaft“.[56] Umstritten ist, inwieweit dies einem nationalsozialistischen wirtschaftspolitischen Leitbild entsprach oder lediglich „den pragmatischen Anforderungen der Aufrüstungs- und Kriegspolitik des Regimes geschuldet“ war (vgl. auch Kriegswirtschaft).[57] Willi Albers weist darauf hin, dass aufgrund der Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg und dem Scheitern einer zu Anfang des Zweiten Weltkriegs in einzelnen Ländern versuchten liberalen Kriegswirtschaftspolitik, alle am Zweiten Weltkrieg beteiligten Staaten zu dirigistischen Maßnahmen griffen.[58]

Planungen für die Nachkriegszeit

Der Historiker Bernhard Löffler beschreibt, dass die „Reichsgruppe Industrie“ 1943 Ludwig Erhard mit wirtschaftspolitischen Planungen für die Zeit nach dem absehbar verlorenen Krieg betraute. Diese waren „an einem marktwirtschaftlichen Konzept ausgerichtet“ und standen „damit im Gegensatz zum NS-System“. Aufgrund Erhards Ausarbeitungen wurde er zur zentralen Figur in einem Netzwerk von Industrie und Wirtschaftswissenschaftlern. Industrie und staatliche Stellen (insbesondere das Reichswirtschaftsministerium und das von Hans Kehrl geleitete Planungsamt im Rüstungsministerium) planten, den für Kriegsende vorgesehenen Übergang von der Kriegs- und Lenkungswirtschaft zur Friedens- und Marktwirtschaft behutsam durchzuführen. Es gab auch eine Verbindungslinie von Erhard zum Reichswirtschaftsministerium, in dem vor allem Otto Ohlendorf seine „schützende Hand über die marktwirtschaftliche Nachkriegsplanung“ hielt „und sich gegenüber der Neugestaltung einer liberaleren, unternehmensfreundlichen Marktordnung bei allen tiefgehenden weltanschaulichen Unterschieden erstaunlich aufgeschlossen zeigte“.[59]

Verhältnis zu Religion

Ob und wieweit auch religiöse Elemente für die nationalsozialistische Ideologie konstitutiv waren, ist in der historischen Forschung umstritten. Verschiedene Strömungen in der NSDAP reichten vom Atheismus und Nihilismus über rassistischen Neopaganismus bis zur Bejahung oder taktischen Vereinnahmung eines „positiven Christentums“ (siehe dazu Deutsche Christen und Kirchenkampf). Dass Elemente der NS-Propaganda, etwa der Führerkult, religionsähnliche Züge trugen, wurde oft beobachtet. Auf den Reichsparteitagen wurde der Nationalsozialismus zelebriert, was durch den Film Triumph des Willens der Regisseurin Leni Riefenstahl besonders herausgearbeitet und verstärkt wurde. Das Verhältnis des Nationalsozialismus zur christlichen Religion blieb daher auch zwiespältig. Einerseits gab es den Versuch, mit der evangelischen Kirche ein „Deutsches Christentum“ zu begründen. Außerdem machte Hitler 1933 durch das Reichskonkordat mit dem Vatikan Zugeständnisse an die katholische Kirche wie die Freiheit des Bekenntnisses und die Erlaubnis katholischer Schulen und Universitäten, die allerdings nicht eingehalten wurden. Sie dienten dem Prestigegewinn im Ausland und der Beruhigung der deutschen Bevölkerung. Andererseits gab es antichristliche Elemente bei Alfred Rosenberg, der in seinem Hauptwerk Der Mythus des 20. Jahrhunderts eine Ablösung des Christentums durch eine „Religion des Blutes“ postulierte. Das Alte Testament wurde aufgrund der „jüdischen Wurzeln“ zurückgewiesen. Einen Bezug zu germanischer Mythologie und einen allgemeinen Hang zu den Traditionen des Mystizismus gab es nur bei einzelnen Vertretern des Regimes, insbesondere bei Reichsführer-SS Himmler.[60][61]

Siehe auch

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Siehe Konrad Kwiet in: Enzyklopädie des Nationalsozialismus. Klett Cotta Verlag, Stuttgart 1997, S. 50.
  2. Albrecht Tyrell: Führer befiehl… Selbstzeugnisse aus der Kampfzeit der NSDAP. Gondrom Verlag, Bindlach 1991, S. 119 u.ö.
  3. Nazi. In: Friedrich Kluge, Elmar Seebold: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 24. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017473-1. (Online Etymology Dictionary: Nazi)
  4. Rudolf Jung: Der nationale Sozialismus. Troppau 1919, S. 32.
  5. Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 8. Auflage. 2006, S. 411.
  6. Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte. Bd. 4: Vom Beginn des ersten Weltkrieges bis zur Gründung der beiden deutschen Staaten 1914–1949. C.H. Beck, München 2003, S. 543.
  7. Kurt Bauer: Nationalsozialismus: Ursprünge, Anfänge, Aufstieg und Fall. UTB, 2008, ISBN 978-3-8252-3076-0, S. 119 f.
  8. Nicholas Goodrick-Clarke: Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus. L. Stocker, 1997, ISBN 3-7020-0795-4, S. 145, 167, 173.
  9. Richard Pipes: Russia under the Bolshevik Regime. 1994, ISBN 0-679-76184-5, S. 101; Johannes Baur: Die Russische Kolonie in München 1900–1945: deutsch-russische Beziehungen im 20. Jahrhundert. Harrassowitz Verlag, 1998, ISBN 3-447-04023-8, S. 199.
  10. Richard Pipes: Russia under the Bolshevik Regime. 1994, ISBN 0-679-76184-5, S. 258.
  11. Michael Kellogg: The Russian roots of Nazism. White émigrés and the making of national socialism 1917–1945. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2005, ISBN 0-521-84512-2, S. 227.
  12. 12,0 12,1 Walter Laqueur: Russia and Germany. A Century of Conflict, Little Brown and Company. 1965. (Reprint: Transaction Publishers, 1990, ISBN 0-88738-349-1, S. 131)
  13. Ernst Piper: Alfred Rosenberg: Hitlers Chefideologe. 1. Auflage. Pantheon, München 2007, ISBN 978-3-570-55021-2, S. 49, 74.
  14. 14,0 14,1 Michael Kellogg: The Russian roots of Nazism. White émigrés and the making of national socialism 1917–1945. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2005, ISBN 0-521-84512-2, S. 275.
  15. Ernst Piper: Alfred Rosenberg: Hitlers Chefideologe. 1. Auflage. Pantheon, München 2007, ISBN 978-3-570-55021-2, S. 62.
  16. Michael Kellogg: The Russian roots of Nazism. White émigrés and the making of national socialism 1917–1945. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2005, ISBN 0-521-84512-2, S. 243.
  17. Walter Laqueur: Russia and Germany. A Century of Conflict, Little Brown and Company. 1965. (Reprint: Transaction Publishers, 1990, ISBN 0-88738-349-1, S. 91)
  18. Enzyklopädie des Nationalsozialismus. 1998, S. 15 f.
  19. beide Zitate in: Enzyklopädie des Nationalsozialismus. 1998, S. 14.
  20. Saul Friedländer, Das Dritte Reich und die Juden. dtv 2000, S. 87–128.
  21. Enzyklopädie des Nationalsozialismus. S. 22–25.
  22. So z. B. Wolfram Meyer zu Uptrup: Kampf gegen die „jüdische Weltverschwörung“. Propaganda und Antisemitismus der Nationalsozialisten 1919 bis 1945. Metropol, Berlin 2003, und Wolfgang Wippermann: Agenten des Bösen. Verschwörungstheorien von Luther bis heute. be.bra. Verlag, Berlin 2007, S. 78–93.
  23. Dietrich Eckart: Der Bolschewismus von Moses bis Lenin. Zwiegespräch zwischen Adolf Hitler und mir. München 1924.
  24. Zit. nach Omer Bartov: Hitlers Wehrmacht. Soldaten, Fanatismus und die Brutalisierung des Krieges. Reinbek 1995, S. 36.
  25. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus: Die deutsche Wirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert. 3. Aufl. Metropolis-Verlag, 2009, ISBN 3-89518-752-6, S. 119. (= Beiträge zur Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie; Bd. 10)
  26. Max Horkheimer: Die Juden und Europa. In: Zeitschrift für Sozialforschung. 8 (1939), S. 115.
  27. Ludwig von Mises, insgesamt lautet das Zitat: „The philosophy of the Nazis, the German National Socialist Labour Party, is the purest and most consistent manifestation of the anticapitalistic and socialistic spirit of our age. Its essential ideas are not German or "Aryan" in origin, nor are they peculiar to the present day Germans. In the genealogical tree of the Nazi doctrine such Latins as Sismondi and Georges Sorel, and such Anglo-Saxons as Carlyle, Ruskin and Houston Stewart Chamberlain, were more conspicuous than any German. Even the best known ideological attire of Nazism, the fable of the superiority of the Aryan master race, was not of German provenance; its author was a Frenchman, Gobineau. Germans of Jewish descent, like Lassalle, Lasson, Stahl and Walter Rathenau, contributed more to the essential tenets of Nazism than such men as Sombart, Spann and Ferdinand Fried. The slogan into which the Nazis condensed their economic philosophy, viz., Gemeinnutz geht vor Eigennutz (i.e., the commonweal ranks above private profit), is likewise the idea underlying the American New Deal and the Soviet management of economic affairs. It implies that profit-seeking business harms the vital interests of the immense majority, and that it is the sacred duty of popular government to prevent the emergence of profits by public control of production and distribution.“
  28. Eberhard Czichon: Wer verhalf Hitler zur Macht? Köln 1967, S. 54.
  29. Reinhard Neebe: Großindustrie, Staat und NSDAP 1930–1933. Paul Silverberg und der Reichsverband der Deutschen Industrie in der Krise der Weimarer Republik. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1981 (PDF, 6,55 MB).
  30. Henry Ashby Turner: Die Großunternehmer und der Aufstieg Hitlers. Siedler Verlag, Berlin 1985.
  31. Albrecht Ritschl: Zum Verhältnis von Markt und Staat in Hitlers Weltbild. In: Uwe Backes, Eckhard Jesse, Rainer Zitelmann (Hrsg.): Die Schatten der Vergangenheit. Impulse zur Historisierung des Nationalsozialismus. Propyläen Verlag, Frankfurt am Main/Berlin 1990, S. 254 u.ö.
  32. Manfred Overesch: Die Weimarer Republik. Droste Verlag, Düsseldorf 1982, S. 494. (= Droste Geschichts-Kalendarium. Politik – Wirtschaft – Kultur. Chronik deutscher Zeitgeschichte; Bd. 1)
  33. Helmut Dubiel, Alfons Söllner: Die Nationalsozialismusforschung des Instituts für Sozialforschung – ihre wissenschaftsgeschichtliche Stellung und ihre gegenwärtige Bedeutung. In: Dies. (Hrsg.): Wirtschaft, Recht und Staat im Nationalsozialismus. Analysen des Instituts für Sozialforschung 1939–1942. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981, S. 16 ff.
  34. 34,0 34,1 Henry Picker: Hitlers Tischgespräche im Führerhauptquartier. Ullstein, Berlin 1993, ISBN 3-550-07615-0, S. 136.
  35. Werner Jochmann: Im Kampf um die Macht. Hitlers Rede vor dem Hamburger Nationalklub von 1919. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1960.
  36. Jürgen Lillteicher: Rechtsstaatlichkeit und Verfolgungserfahrung. In: C. Goschler, J. Lillteicher (Hrsg.): „Arisierung“ und Restitution. Die Rückerstattung jüdischen Eigentums in Deutschland und Österreich nach 1945 und 1989. Göttingen 2002, S. 145.
  37. Herrmann Rauschning: Die Revolution des Nihilismus. Kulisse und Wirklichkeit im Dritten Reich. Europa Verlag, Zürich/New York 1938.
  38. Henry A. Turner: Hitlers Einstellung zu Wirtschaft und Gesellschaft vor 1933. In: Geschichte und Gesellschaft. (GuG) 2, 1976, S. 95.
  39. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus: Die deutsche Wirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert. 3. Aufl. Metropolis-Verlag, 2009, ISBN 978-3-89518-752-0, S. 121. (= Beiträge zur Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie; Bd. 10)
  40. Avraham Barkai: Sozialdarwinismus und Antiliberalismus in Hitlers Wirtschaftskonzept. Zu Henry A. Turners Jr. »Hitlers Einstellung zu Wirtschaft und Gesellschaft vor 1933«. In: Geschichte und Gesellschaft. Bd. 3 (1977), S. 406–417, hier S. 409.
  41. Wolfgang Hänel: Hermann Rauschnings »Gespräche mit Hitler« – Eine Geschichtsfälschung. Veröffentlichung der Zeitgeschichtlichen Forschungsstelle Ingolstadt, 7. Bd. 1984.
  42. Ian Kershaw: Hitler 1889–1936. Stuttgart 2000, S. 10.
  43. Ralf Ptak: Vom Ordoliberalismus zur sozialen Marktwirtschaft. VS-Verlag 2004, S. 64.
  44. Nils Goldschmidt: Buchbesprechung: Vom Ordoliberalismus zur sozialen Marktwirtschaft – von Ralf Ptak. In: ORDO – Jahrbuch für die Ordnung von Wirtschaft und Gesellschaft. Band 56, Lucius & Lucius, Stuttgart 2005, S. 319–323.
  45. Hauke Janssen: Nationalökonomie und Nationalsozialismus: Die deutsche Wirtschaftslehre in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhundert. 3. Aufl. Metropolis-Verlag, 2009, ISBN 978-3-89518-752-0, S. 27. (= Beiträge zur Geschichte der deutschsprachigen Ökonomie; Bd. 10)
  46. Friedrich August von Hayek: Der Weg zur Knechtschaft, München 1981 [zuerst 1944].
  47. Ingo Pies in: F.A. von Hayeks konstitutioneller Liberalismus. Mohr Siebeck, 2003, ISBN 3-16-148218-2, S. 9. (= Konzepte der Gesellschaftstheorie; Bd. 9)
  48. Rainer Zitelmann: Hitler. Selbstverständnis eines Revolutionärs. Darmstadt 1990, S. 491.
  49. Wolfgang Wippermann, Michael Burleigh: The racial state. Germany 1933–1945. Cambridge University Press 1991, S. 378 ff.
  50. Joachim Fest: War Adolf Hitler ein Linker? In: taz.de. 27. September 2003.
  51. Götz Aly: Hitlers Volksstaat. Raub, Rassenkrieg und nationaler Sozialismus. Fischer, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-15863-X.
  52. Wolf Gruner, Götz Aly (Hrsg.): Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Bd. 1. Deutsches Reich 1933–1937. Oldenbourg, München 2008, ISBN 978-3-486-58480-6, S. 26.
  53. Klaus Hildebrand: Das Dritte Reich. München 1991, S. 170. (= Oldenbourg Grundriss der Geschichte; Bd. 17)
  54. Friederike Sattler: Wirtschaftsordnung im Übergang: Politik, Organisation und Funktion der KPD/SED im Land Brandenburg bei der Etablierung der zentralen Planwirtschaft in der SBZ/DDR 1945–52. Band 1. LIT Verlag, Münster 2002, ISBN 3-8258-6321-2, S. 61 f. (= Diktatur und Widerstand. Wirtschaftsordnung im Übergang: Politik, Organisation und Funktion der KPD/SED im Land Brandenburg bei der Etablierung der zentralen Planwirtschaft in der SBZ/DDR 1945–52; Bd. 5)
  55. Michael von Prollius: Das Wirtschaftssystem der Nationalsozialisten 1933–1939. Steuerung durch emergente Organisation und Politische Prozesse. Paderborn 2003.
  56. Markus Albert Diehl: Von der Marktwirtschaft zur nationalsozialistischen Kriegswirtschaft. Die Transformation der deutschen Wirtschaftsordnung 1933–1945. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2005, S. 179. (= Beiträge zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Nr. 104)
  57. Letzteres vertritt in ihrem Resümee Friederike Sattler: Wirtschaftsordnung im Übergang: Politik, Organisation und Funktion der KPD/SED im Land Brandenburg bei der Etablierung der zentralen Planwirtschaft in der SBZ/DDR 1945–52. Band 1. LIT Verlag, Münster 2002, ISBN 3-8258-6321-2, S. 65. (= Diktatur und Widerstand. Wirtschaftsordnung im Übergang: Politik, Organisation und Funktion der KPD/SED im Land Brandenburg bei der Etablierung der zentralen Planwirtschaft in der SBZ/DDR 1945–52; Bd. 5)
  58. Willi Albers: Handwörterbuch der Wirtschaftswissenschaft. Bd. 6. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1981, ISBN 3-525-10259-3, S. 508.
  59. Bernhard Löffler: Soziale Marktwirtschaft und administrative Praxis: das Bundeswirtschaftsministerium unter Ludwig Erhard. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-515-07940-8, S. 56 ff. (= Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, Beih. 162)
  60. Karl Dietrich Bracher u.a.: Nationalsozialistische Diktatur 1933–1945 – eine Bilanz. Droste, Düsseldorf 1983, ISBN 3-7700-0630-5, S. 208.
  61. Richard Breitman: Himmler und die Vernichtung der europäischen Juden. Schöningh 1996, ISBN 3-506-77497-2, S. 193.


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