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Zweiter Weltkrieg

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Zweiter Weltkrieg – Weltweite Bündnisse 1939–1945
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Kriegsverlauf in Europa (Animation)

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Kriegsschauplatz Pazifik: Mündungsfeuer der Geschütze des Schlachtschiffs USS Iowa, 1944

Der Zweite Weltkrieg war der zweite auf globaler Ebene geführte Krieg sämtlicher Großmächte des 20. Jahrhunderts und stellt den bislang größten und verheerendsten Konflikt in der Menschheitsgeschichte dar. Der Krieg, der zwischen den expandierenden Achsenmächten und den Alliierten geführt wurde, prägte das Weltgeschehen nach dem Krieg über die Politik und die Kriegsführung hinaus in den meisten wirtschaftlichen, technologischen, sozialen und kulturellen Zusammenhängen. Die weltanschaulichen Gegensätze und Machtinteressen der zweckverbündeten Sieger mündeten in den Kalten Krieg, in dem sich zwei Staatenblöcke unter der jeweiligen Führung der sich etablierenden Supermächte Sowjetunion und USA gegenüberstanden.

Der Zweite Weltkrieg forderte zirka 55 bis 60 Millionen Menschenleben, wobei die Sowjetunion und China Verluste in zweistelliger Millionenhöhe erlitten. Er war durch eine starke Ideologisierung, häufig mit rassistischen Zügen geprägt. Dies führte zu zahlreichen Kriegsverbrechen und gewaltsamen, zumeist systematischen Übergriffen auf Kriegsgefangene oder Zivilbevölkerung. Dies traf besonders auf diejenigen Gebiete zu, die Deutschland unter dem Nationalsozialismus beziehungsweise das kaiserliche Japan kontrollierte. Viele der dort ansässigen Bevölkerungsgruppen wurden als minderwertig betrachtet. Mit dem nationalsozialistischen Ziel des Lebensraumgewinns und der Blut-und-Boden-Ideologie war auch untrennbar die von Adolf Hitler im Januar 1939 im Falle eines Krieges angedrohte Vernichtung der „jüdischen Rasse“ in Europa verbunden, die sie letztendlich systematisch betrieben: Im sogenannten Holocaust starben allein sechs Millionen Juden. Ungefähr vier Millionen Angehörige anderer Volksgruppen, insbesondere Slawen, wurden Opfer eines ideologisch geprägten Vernichtungskrieges, dem in dessen Endphase auch viele Deutsche zum Opfer fielen.

Vor, während und nach dem Krieg wurden Grenzen in Mittel- und Osteuropa, im Nahen Osten und in anderen Regionen teils mehrfach neu gezogen. Vielfache individuelle Umwälzungen verursachte der Zweite Weltkrieg durch eine millionenfache Entwurzelung in Form von Emigration, kriegsbedingter Flucht und Vertreibung ganzer Bevölkerungsgruppen. Dass die Zivilbevölkerung im Vergleich zum Ersten Weltkrieg noch stärker von den Kampfhandlungen direkt betroffen war, lag abgesehen von der Versorgungslage einerseits an der raschen Weiterentwicklung der Flugzeug- und Rüstungsindustrie, andererseits an der billigenden Inkaufnahme ziviler Opfer durch die Terror-Strategien, in deren Kontext die Kriegsteilnehmer oft neuartige Waffen erstmals einsetzten. Der Zerstörungseffekt der großflächigen Bombardierung ganzer Städte in Europa und Asien mit teils 1000 Bombenflugzeugen wurde schließlich bei den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki mit nur einem Bomber erzielt. Damit demonstrierten die USA noch vor Kriegsende die Macht dieser neuen Massenvernichtungswaffe. Nachdem im Ersten Weltkrieg fast alle kriegsteilnehmenden Staaten in Europa chemische Waffen eingesetzt hatten, verwendete ausschließlich Japan gegen China diese Art der Kriegsführung.

Mehrere zunächst voneinander abgegrenzte Kriegsschauplätze mündeten in den Zweiten Weltkrieg, dessen genauer Beginn daher umstritten ist. Den ersten dieser Kriegsschauplätze schuf Japan im Jahre 1937 mit seiner zweiten Invasion Chinas innerhalb eines halben Jahrhunderts. In Europa begann der Krieg im September 1939 mit den Angriffen des Deutschen Reiches und der Sowjetunion auf Polen, nachdem kurz zuvor im deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt für beide Staaten die Interessengebiete für militärische Expansionen (Polenfeldzug beziehungsweise Winterkrieg in Finnland) abgesteckt worden waren. Großbritannien und Frankreich hatten zuvor Polen diplomatisch unterstützt und gaben auch Kriegserklärungen an das Deutsche Reich ab, griffen jedoch nicht wirksam ein und wandten sich nicht gegen die UdSSR. Auf See kam es jedoch zur mehrjährigen Atlantikschlacht. Da im Winter 1939/40 kein Friedensschluss entstand, dauerte die Pattsituation an Land, der sogenannte „Sitzkrieg“, mehr als ein halbes Jahr an.

Im Frühjahr 1940 kam die Wehrmacht mit dem Unternehmen Weserübung einem britischen Zugriff auf Norwegen (Operation Wilfred) nur um wenige Tage zuvor. Im anschließenden Westfeldzug wurde Frankreich in sechs Wochen militärisch besiegt, der Kern der britischen Expeditionsarmee konnte jedoch von Dünkirchen nach England zurückgeholt werden. Frankreich kollaborierte teilweise nach seiner Kapitulation mit dem Deutschen Reich, aber Großbritannien verteidigte sich in der Luftschlacht um England sowie auf See erfolgreich. Die Versuche Benito Mussolinis, nach dem 1935 eroberten Italienisch-Ostafrika auch im Mittelmeerraum zu expandieren, scheiterten schon im Ansatz, so dass im Frühjahr 1941 deutsche Truppen in Nordafrika eingreifen mussten, und kurz danach auch auf dem Balkan. Dies verzögerte den deutschen Überfall auf die bis dahin verbündete Sowjetunion um mehrere Wochen, Moskau konnte nicht wie geplant vor Wintereinbruch erobert werden. Im Dezember bewirkte der japanische Angriff auf die Vereinigten Staaten sowie die anschließende deutsche Kriegserklärung, dass die USA, die Großbritannien und die UdSSR durch das Leih- und Pachtgesetz schon wirtschaftlich unterstützt hatten, nun auch militärisch mit voller Kraft in den Krieg eingreifen konnten. Durch den Kriegsschauplatz im Pazifikraum bekamen die getrennten Konflikte eine gemeinsame weltpolitische Dimension, die zwei Drittel aller Nationen und drei Viertel der Weltbevölkerung umspannte.

Durch den Seitenwechsel Italiens (1943) schied Mussolini als Machtfaktor aus, dem Suizid Hitlers folgte kurz darauf die Kapitulation der Wehrmacht, die den Krieg in Europa am 8. Mai 1945 beendete. Den Schlusspunkt der Kampfhandlungen setzte am 2. September 1945 die Kapitulation Japans.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

In den Jahren seit 1920 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 erlangte in weiten Teilen Europas der Faschismus beziehungsweise Rechtsextremismus zunehmend die politische Macht. In Italien riss Benito Mussolini bereits 1922 mit dem Marsch auf Rom die Macht an sich. In Deutschland war der Nationalsozialismus seit 1930 zur Massenbewegung herangewachsen. Am 30. Januar 1933 wurde ihr und ihren rechtskonservativen Verbündeten die politische Macht übergeben: Adolf Hitler wurde vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Er bildete aus Nationalsozialisten und Deutschnationaler Volkspartei das Kabinett Hitler.

Die Revision der internationalen Ordnung nach dem Versailler Vertrag, bereits ein Ziel früherer deutscher Regierungen, gehörte zum Programm der Nationalsozialisten und ihrer Verbündeten. Mit der 1935 vollzogenen Wiedervereinigung des Saargebietes mit dem Deutschen Reich, dem Einmarsch in das entmilitarisierte Rheinland 1936, dem „Anschluss“ Österreichs und der Abtrennung des Sudetenlandes von der Tschechoslowakei im Münchner Abkommen 1938 wurden die ersten beiden Ziele weitgehend erfüllt. Begünstigt wurde dies durch die britische und französische Appeasement-Politik, die auf eine friedliche Verständigung mit dem nationalsozialistischen Deutschland abzielte. Selbst nach dem Einmarsch in die sogenannte Rest-Tschechei im März 1939 gab es lediglich Proteste auf britischer und französischer Seite. Kurz darauf gab Litauen unter dem Druck der Verhältnisse das Memelland an Deutschland zurück, die Slowakei wurde ein eigener Staat und durch einen Schutzvertrag eng an Deutschland gebunden. Großbritannien und Frankreich wollten das deutsche Expansionsstreben eingrenzen und gaben Polen eine Garantieerklärung ab, die kurze Zeit später in ein förmliches Bündnis umgewandelt wurde.

Bereits 1936 griff Italien, das engere Beziehungen zum Deutschen Reich pflegte, Äthiopien an und im April 1939 wurde Albanien annektiert.

In Spanien bekämpften sich von 1936 bis 1939 im Spanischen Bürgerkrieg eine hauptsächlich durch Republikaner, Sozialisten und Kommunisten geführte Volksfrontregierung und Anhänger einer durch General Franco geführten Militärrevolte. Die Sowjetunion und zunächst auch die französische Volksfront lieferten der „Volksfront“ Waffen und Kriegsmaterial, während Italien und Deutschland die Truppen der Nationalisten Francos unterstützen. Die nationalsozialistische Regierung entsandte zu diesem Zweck die Legion Condor und die italienische die Corpo Truppe Volontarie (CTV), welche entscheidend zum Sieg des Franquismus beitrug.

Die japanische Expansionspolitik begann in den 1930er Jahren, als der Einfluss der militärischen Führung auf die kaiserliche Regierung immer stärker wurde. Japan verstand sich als Schutz- und Ordnungsmacht, die dazu auserkoren war, die anderen ostasiatischen Völker zu beherrschen. Die Rohstoffvorkommen und das Reservoir an Arbeitskräften, das die Nachbarländer boten, sollten der japanischen Wirtschaft zugute kommen. Das Hauptinteresse galt zunächst der Republik China, deren stark industrialisierte Region Mandschurei bereits 1931 annektiert und zum Protektorat Mandschukuo erklärt wurde. Als Reaktion auf die internationalen Proteste trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus. Ende 1936 schlossen Deutschland und Japan den Antikominternpakt. Mitte 1937 begann Japan den Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieg.

Im August 1939 schlossen Deutschland und die Sowjetunion überraschend einen Nichtangriffspakt, später „Hitler-Stalin-Pakt“ genannt. In einem geheimen Zusatzprotokoll des Paktes wurde die Aufteilung Europas in geographisch genau bezeichnete, aber ansonsten nicht näher definierte „Interessensphären“ beschlossen. Dies lief letztlich auf die Aufteilung Polens zwischen Deutschland und der Sowjetunion sowie die einseitige Eroberung und Besetzung weiterer Gebiete (unter anderem der baltischen Staaten und Finnlands) sowie weiter Teile Rumäniens durch die UdSSR hinaus.

Kriegsziele und -führung

Deutschland

Im europäischen Kontext war der Zweite Weltkrieg ein vom nationalsozialistischen Deutschland ausgelöster Raub-, Eroberungs- und Vernichtungskrieg mit dem langfristigen Ziel, ein unangreifbares deutsches Großreich aus eroberten und abhängigen Gebieten zu schaffen. Das von Beginn an anvisierte Ziel war eine deutsche Weltmachtstellung und die „rassische Neuordnung des [europäischen] Kontinents“.[1] Dabei vermischten sich klassische machtpolitische mit rassenideologischen Motiven. Hierzu zählte einerseits die Gewinnung von „Lebensraum im Osten“ unter Umsiedlung oder Vernichtung der dort lebenden, als „rassisch minderwertig“ angesehenen, vorwiegend slawischen Völker, andererseits die „Endlösung der Judenfrage“, d.h. die Vernichtung der europäischen Juden. Beides war miteinander verbunden durch die antisemitische Vorstellung eines „jüdischen Bolschewismus“ als Teil einer Verschwörung des „Weltjudentums“, der in Gestalt der Sowjetunion die Lebensgrundlagen der „arischen Rasse“ und die durch sie repräsentierte europäische Zivilisation bedrohten.

Nach dem Willen der nationalsozialistischen Führung sollte die Volksgruppe der Slawen den Deutschen zunächst unterworfen und das eroberte Osteuropa von deutschen Siedlern, sogenannten Wehrbauern, nutzbar gemacht werden. Nach Vernichtung ihrer Elite sollten die slawischen Völker für immer ein Reservoir an ungebildeten und gehorsamen Land- und Hilfsarbeitern stellen. Die eroberte Sowjetunion sollte in verschiedene Gebiete unter der Leitung von Reichskommissaren aufgeteilt werden. Einzig Weißrussen, Ukrainer und baltische Völker würden als lebenswerte Völker eingestuft, die Russen dagegen, Alfred Rosenberg zufolge, „durchaus niedergehalten werden“.

Wesentliche Momente der Strategie der politischen und militärischen Führung waren:

  • eine Ressourcen schonende Kriegsführung („Blitzkrieg“), um die Industriekapazitäten nicht zu Ungunsten der Konsumwirtschaft zu belasten: Bei der deutschen Bevölkerung sollte keine Unzufriedenheit durch eine mögliche materielle Verknappung entstehen. Zur Konsolidierung der „Heimatfront“ und im Sinne einer optimalen Nutzung der eroberten Kapazitäten wurde ein Zweifrontenkrieg zunächst vermieden.[2]
  • ein rascher und ausgiebiger Raumgewinn, um der sich abzeichnenden Überlegenheit der gegnerischen Rüstung zuvor zu kommen;
  • Ausplünderung der besetzten Territorien und (vor allem im Osten) Versklavung ihrer Bewohner zugunsten des Deutschen Reiches und seiner „arischen“ Bevölkerung;
  • Gewinnung von europäischen und außereuropäischen Verbündeten, vor allem im Hinblick auf die geplante bzw. erwartete Auseinandersetzung mit den „Flügelmächten“ USA und Sowjetunion

Der Revanchismus, die Empörung über den Versailler Vertrag, insbesondere die harten und als ungerecht empfundenen Reparationsforderungen, die seit 1931 nicht mehr erhoben wurden, sowie die einseitige Schuldzuweisung an die Mittelmächte, fanden sich in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung wieder. Die Revision des Versailler Vertrags und die Rückkehr des Deutschen Reiches in den Kreis der Großmächte war stets mit besonderem Nachdruck von der deutschen Generalität, dem monarchistisch und antirepublikanisch gesinnten Teil des deutschen Bürgertums und der wirtschaftlichen Elite angestrebt worden. Für die Nationalsozialisten war dies lediglich ein Etappenziel.

In seiner geheimen Denkschrift zum Vierjahresplan forderte Hitler im August 1936, die Einsatzfähigkeit der deutschen Armee und die Kriegsfähigkeit der Wirtschaft seien innerhalb von vier Jahren herzustellen. Hierfür formulierte er zwei unterschiedliche Szenarien: Ersteres sollte bis 1944/45 bei ungünstiger politischer und militärischer Entwicklung, letzteres bis 1941/42 bei entsprechend günstigeren Aussichten erreicht werden. Am 5. November 1937 präzisierte er vor den deutschen militärischen und außenpolitischen Führungskräften seine Kriegsziele, die sich in der Hoßbach-Niederschrift wiederfinden.

Japan

Seit seiner Modernisierung im Zuge der Meiji-Restauration im Jahre 1868 strebte das japanische Kaiserreich eine territoriale Ausdehnung auf dem asiatischen Kontinent an, die ihm vor allem der Sicherung wichtiger Rohstoffe dienen sollte. Seine Bemühungen konzentrierten sich besonders auf China, das Japan aufgrund seiner wirtschaftlichen und innenpolitischen Situation als schwach ansah. Von einer expansiven Dynamik ermutigt, die mit dem Vertrag von Tientsin begann, sich durch den Sieg im Russisch-Japanischen Krieg fortsetzte und zunächst in der Besetzung der Mandschurei gipfelte, betrachtete Japan die zunehmenden Spannungen in Europa als Gelegenheit, dem wachsenden Einfluss der Vereinigten Staaten in Ostasien entgegenzutreten. Den geostrategischen Spannungen trat die häufige Einmischung der Streitkräfte in die Angelegenheiten der zivilen Führung und eine wechselseitige kulturelle Aversion zwischen breiten Bevölkerungsschichten in Japan und den Vereinigten Staaten hinzu. Dies veranlasste die Bundesregierung der Vereinigten Staaten nach Beginn des Pazifikkrieges beispielsweise zur Internierung japanischstämmiger Amerikaner.[3]

Japan sah sich, ähnlich dem Deutschen Reich in Europa, einer sich im Laufe der Jahre verschlechternden strategischen Ausgangslage in Ostasien gegenübergestellt. Ursache dessen war vor allem seine bündnispolitische Isolation. Dem vorwiegend amerikanischen Unwillen, die japanische Ausdehnung in der Region hinzunehmen, schlossen sich China, die Sowjetunion und die Kolonialmächte grundsätzlich an, da diese stets zu Lasten einer dieser Großmächte gehen musste. Konkret sah sich das japanische Kaiserreich in einem vierfachen geostrategischen Kontext bedroht.[4] Im Osten war dies die damalige Pazifikflotte der Vereinigten Staaten, im Norden die Sowjetunion. Auch ein Mangel an Gegenwehr anderer Großmächte änderte wenig an der latenten Bedrohung durch China im Westen sowie Australien, Neuseeland und Niederländisch-Indien im Süden. Sie lagen unausweichlich auf amerikanischen und britischen Marschrouten nach Japan und waren aufgrund ihrer räumlichen Ausdehnung als Operationsbasen geeignet.

Diese geostrategische Ausgangslage veranlasste die japanische Führung, ähnlich wie Deutschland, zu einer Mischung diplomatischer Instrumente mit einem Bewegungskrieg. Es schloss daher nach gescheitertem Vordringen auf sowjetischem Gebiet im Jahre 1938/39 mit der UdSSR einen Nichtangriffspakt. Der Angriff der Kaiserlich Japanischen Marine auf Pearl Harbor, deren Aufbau angesichts der Einschränkungen des Washingtoner Flottenabkommens qualitativ ausgerichtet war, beabsichtigte vor allem, der Marine der Vereinigten Staaten angesichts ihrer zunehmenden Rüstung einen Schlag von strategischem Ausmaß zu versetzen. Auch in Südostasien selbst konzentrierte sich Japan im ersten Schritt auf die Neutralisierung konzentrierter militärischer Ressourcen, beispielsweise Douglas MacArthurs Ansammlung an B-17-Langstreckenbombern auf den Philippinen und rückte auf Australien vor. Die dann folgende umfangreiche japanische Invasion Südostasiens diente zum einen der Beschaffung von Rohstoffen, vorrangig von Erdöl, und zum anderen dazu, den USA den Nachschubweg nach Australien abzuschneiden.

Kriegsverlauf in Europa

Vom Angriff auf Polen bis zur Niederlage Frankreichs, September 1939 bis Juni 1940

In manchen Darstellungen, jedoch geschichtswissenschaftlich umstritten, wird der Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Kriegs am 7. Juli 1937 als eigentlicher Beginn des Zweiten Weltkrieges angegeben.

In der ersten Phase des Krieges eroberte Deutschland Polen (September 1939) sowie große Teile Skandinaviens (vor allem April 1940) und Westeuropas (Mai/Juni 1940). Gerade die schnelle Niederlage Frankreichs kam für die meisten unerwartet, nicht zuletzt auch für Josef Stalin. Dennoch erreichte Hitler sein Hauptziel nicht, nämlich Großbritannien aus dem Krieg herauszuhalten, zur Aufgabe zu zwingen oder militärisch zu besiegen. Dies wurde spätestens im Oktober 1940 deutlich. Großbritannien sollte das einzige Land bleiben, das vom Beginn des Krieges an durchgehend handlungsfähiger Gegner Deutschlands war.

Der deutsche Angriff auf Polen 1939

Hauptartikel: Polenfeldzug

Das erste unmittelbare Kriegsereignis war der Angriff auf Polen am 1. September 1939 um 4:45 Uhr.

Die persönliche Weisung Hitlers (Geheime Kommandosache Nr. 170/39) vom 31. August 1939 enthielt folgende Passagen:

„Der Angriff gegen Polen ist nach den für Fall Weiß getroffenen Vorbereitungen am 1.9.39 um 4 Uhr 45 zu führen. […] Im Westen kommt es darauf an, die Verantwortung für die Eröffnung von Feindseligkeiten eindeutig England und Frankreich zu überlassen. […] Eröffnet England und Frankreich die Feindseligkeiten gegen Deutschland, so ist es Aufgabe der im Westen operierenden Teile der Wehrmacht unter möglichster Schonung der Kräfte die Voraussetzung für den siegreichen Abschluss der Operation gegen Polen zu erhalten. […] Die von uns Holland, Belgien, Luxemburg und der Schweiz zugesicherte Neutralität ist peinlich zu achten. […] Die Ostsee ist gegen feindlichen Einbruch zu sichern. Die Entscheidung, ob zu diesem Zweck die Ostsee-Eingänge mit Minen gesperrt werden dürfen, trifft Ob. d. M.[5] […] Die Kriegsmarine führt Handelskrieg mit dem Schwerpunkt gegen England. […] Die Angriffe gegen das englische Mutterland sind unter dem Gesichtspunkt vorzubereiten, daß unzureichender Erfolg mit Teilkräften unter allen Umständen zu vermeiden ist.[6]

Diesem Angriff ging keine formale Kriegserklärung voraus.

Datei:Germans at Polish Border (1939-09-01).jpg
Deutsche Soldaten stellen die Zerstörung des Schlagbaums an der deutsch-polnischen Grenze in der Nähe von Danzig nach, 1. September 1939

Um die Invasion Polens zu rechtfertigen, fingierte die deutsche Seite mehrere Vorfälle. Der bekannteste ist der vorgetäuschte Überfall auf den Sender Gleiwitz von als polnische Widerstandskämpfer verkleideten SS-Angehörigen am 31. August. Dabei verkündeten diese in polnischer Sprache über Radio die Kriegserklärung Polens gegen das Deutsche Reich.

Den militärischen Angriff begann das deutsche Linienschiff Schleswig-Holstein auf die polnische Stellung „Westerplatte“ in Danzig. Die polnische Armee war der vordringenden Wehrmacht zwar zahlenmäßig ebenbürtig, doch technisch und in der Art der Kriegsführung unterlegen. Die polnische Regierung rechnete mit der Unterstützung durch Frankreich und Großbritannien, welche am 2. September aufgrund der „Garantieerklärung vom 30. März 1939“ ein Ultimatum an das Deutsche Reich stellten.

Es forderte den sofortigen Rückzug aller deutschen Truppen aus Polen. Die britisch-französische Garantieerklärung hätte diese Staaten verpflichtet, spätestens 15 Tage nach einem deutschen Angriff eine eigene Offensive im Westen Deutschlands zu beginnen. Hitler hoffte, dass die beiden Westmächte ihn ebenso wie beim Einmarsch in die „Rest-Tschechei“ gewähren lassen würden und hatte den Westwall nur schwach besetzt. Dieser Angriff aus dem Westen blieb tatsächlich aus, jedoch erklärten Großbritannien und Frankreich am 3. September nach Ablauf des Ultimatums Deutschland den Krieg.

Datei:Bundesarchiv Bild 101I-013-0068-33A, Polen, Treffen deutscher und sowjetischer Soldaten.jpg
Zusammentreffen deutscher und sowjetischer Soldaten in Lublin, September 1939

Am 17. September, nach der Zerschlagung der organisierten polnischen Verteidigung durch die Wehrmacht, dem Zusammenbruch des polnischen Staates und der Flucht der polnischen Regierung nach Rumänien, begann die sowjetische Besetzung Ostpolens in Übereinstimmung mit dem geheimen Zusatzprotokoll des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes. Dabei besetzte die Rote Armee Teile Ostpolens (in erster Linie die Westukraine, den westlichen Teil Weißrusslands und das Gebiet um Wilno), ohne dabei auf organisierten militärischen Widerstand zu stoßen. Dennoch fielen 3000 sowjetische Soldaten. Diese Aktion hatte erst am 18. Dezember 1939 die Erklärung eines Kriegszustandes mit der Sowjetunion seitens der polnischen Exilregierung zur Folge. Eine Kriegserklärung des Vereinigten Königreichs und Frankreichs an die Sowjetunion erfolgte dagegen nicht.

Am 28. September kapitulierten die rund 100.000 die polnische Hauptstadt Warschau verteidigenden Soldaten, nachdem sie am 18. September vollständig von deutschen Truppen eingeschlossen und am 27./28. September einem intensiven Bombardement ausgesetzt worden waren. Einen Tag später folgte die Aufgabe der Festung Modlin.

Am 8. Oktober teilten sich das Deutsche Reich und die Sowjetunion im Abkommen von Brest-Litowsk das eroberte Gebiet durch eine Demarkationslinie, was als die „Vierte Teilung Polens“ in die Geschichte einging. Nicht nur die nach dem Versailler Vertrag abgetretenen Gebiete wurden wieder in das Reich eingegliedert, sondern darüber hinaus weite Bereiche Zentralpolens einschließlich der Stadt Łódź. Der Rest Polens wurde deutsches Generalgouvernement unter der Leitung von Hans Frank.

Die anschließende Besatzungszeit war von extremen Repressalien der Besatzer gegen die Zivilbevölkerung geprägt. Deportationen zur Zwangsarbeit waren nur die sichtbarste Ausprägung, insbesondere die polnischen Juden wurden Opfer der nationalsozialistischen Rassenpolitik. Im östlichen Teil Polens wurden zahlreiche „Klassenfeinde“ von den sowjetischen Besatzern in den Gulag deportiert.

Die auf einen schnellen Sieg ausgelegte – und hierbei erfolgreiche – Taktik beim Angriff auf Polen förderte die Verwendung des Begriffs „Blitzkrieg“ und prägte die weitere Kriegsführung Deutschlands bis Ende 1941.

Stellungskrieg an der Westfront 1939

Datei:Chamberlain-war-declaration.ogg
Premierminister Neville Chamberlain erklärt Deutschland am 3. September 1939 den Krieg
Text der Rede (englisch)

Am 3. September erklärten Frankreich und das Vereinigte Königreich Deutschland den Krieg. Aufgrund dessen begann am 5. September eine begrenzte und eher symbolische Offensive der Franzosen gegen das Saargebiet. Die Deutschen leisteten keinen Widerstand und zogen sich zum stark befestigten Westwall zurück. Danach blieb es ruhig an der Westfront. Diese Phase wird als „Sitzkrieg“ (französisch: „drôle de guerre“, englisch: „phony war“) bezeichnet. Bis auf vereinzelte Artilleriescharmützel erfolgten keine weiteren Angriffe. Auf deutscher Seite rollte die Propagandamaschinerie an. Mit Plakaten und Parolen über Lautsprecher rief man den Franzosen „Warum führt ihr Krieg?“ oder „Wir werden nicht zuerst schießen“ zu.

Am 27. September erging eine Weisung Hitlers an das Oberkommando des Heeres zur Ausarbeitung eines Angriffsplanes, des sogenannten „Falls Gelb“. Bis zum 29. Oktober waren die Planungen abgeschlossen. Sie sahen vor, dass zwei Heeresgruppen durch die Niederlande und Belgien vorstoßen sollten, um somit sämtliche alliierten Kräfte nördlich der Somme zu zerschlagen.

Letzten Endes fand jedoch 1939 kein Angriff statt, da aufgrund schlechter Witterungsbedingungen und viel größerer Verluste in Polen als erwartet (22 % Verluste bei Kampfflugzeugen, 25 % bei Panzern) der Angriff insgesamt neunundzwanzigmal verschoben wurde.

Finnisch-Sowjetischer Winterkrieg 1939/1940

Datei:Winter War tracerfire.jpg
Leuchtspurmunition über der finnisch-sowjetischen Grenze, Dezember 1939

Am 30. November 1939 überrannten sowjetische Truppen unter Marschall Kirill Merezkow im so genannten Winterkrieg die 950 Kilometer lange Grenze zu Finnland. Die Rote Armee griff mit 1500 Panzern und 3000 Flugzeugen an und erwartete einen schnellen Sieg, aber die Sowjets unterschätzten die Finnen. Die Rote Armee verlor 200.000 Mann, die Finnen jedoch nur 25.000 Mann. Schweden unterstützte Finnland, ohne allerdings die Neutralität aufzugeben. Ein Eingreifen des Vereinigten Königreichs und Frankreichs gegen die Sowjetunion wurde zwar geplant, kam aber nicht zustande, da diese beiden Staaten nicht noch einen weiteren Kriegsgegner haben wollten. Das Deutsche Reich sympathisierte zwar mit Finnland, eine militärische Unterstützung war jedoch wegen des bestehenden Nichtangriffspakts mit der Sowjetunion nicht möglich.

Ein Friedensvertrag, der am 12. März 1940 unterzeichnet wurde, legte fest, dass Finnland Teile der Karelischen Landenge und die Fischerhalbinsel (Kalastajansaarento) am Nordmeer an die Sowjetunion abtreten musste. Als direkte Reaktion auf den sowjetischen Angriff nahm Finnland 1941 im Fortsetzungskrieg am deutschen Krieg gegen die Sowjetunion teil, um die verlorenen Gebiete zurückzuerobern.

Eine wesentliche Folge des Winterkriegs war, dass Stalin mit einer Reorganisation der Roten Armee begann, in deren Verlauf auch Offiziere rehabilitiert wurden, die im Gefolge des Großen Terrors nach Sibirien verbannt worden waren. Diese Reorganisation trug erheblich dazu bei, dass die Rote Armee 1941 über eine größere Kampfkraft verfügte, als die Deutschen es erwartet hatten.

Besetzung Dänemarks und Norwegens April 1940

Hauptartikel: Unternehmen Weserübung
Datei:Second world war europe 1940 map de.png
Norwegen und Westfeldzug 1940

Zum Ende des Jahres 1939, nach dem Ausfall der Eisenerzeinfuhren aus Frankreich (lothringische Minette), deckten die Erzlieferungen aus dem neutralen Schweden 40 Prozent des deutschen Bedarfs. Diese wurden von den schwedischen Abbaugebieten mit der Erzbahn zum ganzjährig eisfreien Verladehafen Narvik in Nord-Norwegen transportiert. Norwegen war daher für das Deutsche Reich von außerordentlichem wirtschaftlichen und militärischen Wert. Ein weiterer wichtiger Rohstoff war das finnische Nickel. Die Briten wollten diese wichtigen Rohstofflieferungen stören und frühestmöglich abschneiden (Altmark-Zwischenfall), weswegen am 5. Februar 1940 beim obersten franco-britischen Kriegsrat die Planung der Landung von vier Divisionen in Narvik vereinbart worden war. Die vorgesehene Besetzung des norwegischen Hafens durch die Briten veranlasste das Oberkommando der Wehrmacht, einen zusätzlichen Stab für Norwegen aufzustellen, dem für seine Operationsrichtlinien anfangs nur ein Baedeker-Reiseführer zur Verfügung stand. Am 21. Februar erging eine direkte Weisung Hitlers für die Planung bestimmter Operationen im skandinavischen Raum. Am 1. März wurde das Unternehmen Weserübung endgültig beschlossen. Es sah vor, Dänemark einzunehmen und es als „Sprungbrett“ für die Eroberung Norwegens zu benutzen. Im März kam es zu diversen Angriffen gegen britische Seeeinheiten.

Am 5. April fand die alliierte Operation Wilfred statt, bei der die Gewässer vor Norwegen vermint und weitere Truppen ins Land gebracht werden sollten. Einen Tag später lief auf deutscher Seite das „Unternehmen Weserübung“ an. Dabei wurde fast die gesamte Kriegsmarine mobilisiert und die Hälfte der gesamten deutschen Zerstörerflottille in Richtung Narvik geschickt. Am 9. April begann das Unternehmen endgültig mit der Landung einer Gebirgsjägerdivision in Narvik.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-H26353, Norwegen, Kampf um ein brennendes Dorf.jpg
Wehrmachtssoldaten beim Kampf um ein brennendes Dorf in Norwegen, April 1940

In Großbritannien hielt man eine Landung der Deutschen für recht unwahrscheinlich, was dazu führte, dass von alliierter Seite nur geringe Gegenmaßnahmen getroffen wurden. Die Deutschen konnten ihren Brückenkopf ohne größeren Widerstand ausweiten, sodass am 10. April bereits Stavanger, Trondheim und Narvik besetzt wurden, nachdem zuvor bereits Dänemark kampflos besetzt worden war. Großbritannien besetzte am 12. April aus strategischen Gründen die dänischen Färöer im Nordatlantik.

Am 13. April versenkten neun Zerstörer und das Schlachtschiff HMS Warspite bei einem zweiten britischen Angriff die restlichen acht noch im Ofotfjord vor Narvik befindlichen deutschen Zerstörer. Zwei leichte Kreuzer der Kriegsmarine und zahlreiche Frachter konnten von britischen U-Booten und Flugzeugen der Royal Air Force versenkt werden.

Am 17. April landeten die Alliierten schließlich bei Narvik und setzten die Truppen der Wehrmacht durch gleichzeitigen massiven Beschuss durch Schiffe der Royal Navy unter starken Druck. Bis zum 19. April wurden umfangreiche alliierte Verbände, darunter polnische Soldaten und Teile der Fremdenlegion, in Norwegen angelandet. Die Alliierten eroberten Narvik und drängten die Gebirgsjäger der Wehrmacht in die Berge zurück.

Inzwischen verbesserte sich das Wetter in Norwegen, sodass die Wehrmacht ihre Fronten festigen konnte. Bei Angriffen der deutschen Luftwaffe wurden am 3. Mai vor Namsos ein britischer und ein französischer Zerstörer versenkt.

Noch im selben Monat beschloss Churchill wegen der deutschen Erfolge in Frankreich den Abzug der Alliierten aus Norwegen. Bevor die 24.500 Soldaten evakuiert werden konnten, gelang es ihnen jedoch noch, in Narvik einzudringen und den wichtigen Hafen zu zerstören. Am 10. Juni kapitulierten schließlich die verbliebenen Soldaten der Norwegischen Streitkräfte, worauf das Unternehmen Weserübung abgeschlossen war.

Norwegen unter deutscher Besatzung wurde Reichskommissariat und Teil des deutschen Herrschaftsgebietes, sollte jedoch nach dem Willen Hitlers als selbständiger Staat bestehen bleiben. Im weiteren Verlauf wurde Norwegen stark befestigt, weil Hitler eine Invasion befürchtete. Im Februar 1942 wurde eine Marionettenregierung unter Vidkun Quisling eingesetzt.

Westfeldzug Mai/Juni 1940

Hauptartikel: Westfeldzug

Regierung und Militärs in Frankreich vertrauten auf die stark befestigte Maginot-Linie. Die Ardennen galten als natürliche Verlängerung dieser fast 130 Kilometer langen Verteidigungslinie. Die französische Generalität glaubte nicht an einen deutschen Vorstoß durch dieses Gebiet, da es besonders für Panzerkräfte als unüberwindbar galt. Die ursprünglichen deutschen Pläne, die eine Umgehung im Norden ähnlich dem „Schlieffenplan“ vorsahen, fielen jedoch im Januar durch ein verirrtes Kurierflugzeug den Belgiern in die Hände.

Ein neuer Plan für einen Feldzug im Westen wurde von Generalleutnant Erich von Manstein mit seinen beiden Mitarbeitern, Oberst Günther Blumentritt und dem damaligen Major i. G. Henning von Tresckow entwickelt. Er sah einen schnellen Vorstoß durch die Ardennen vor, um dann die Alliierten im Norden zu einer Schlacht mit verkehrter Front zu zwingen. Mit der Masse der hier zu versammelnden Panzer- und motorisierten Divisionen gedachte er, durch das „Loch in den Ardennen“ zum „Sichelschnitt“ – wie ihn Churchill später bezeichnete – bis zur Kanalküste hin anzusetzen.

Datei:Bundesarchiv Bild 141-0460, Rotterdam, Brennende Ju 52.jpg
Nach der Landung in Brand geschossene Flugzeuge Ju 52 in Delft, 10. Mai 1940

Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Verbände („Fall Gelb“) mit insgesamt sieben Armeen auf die neutralen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg. 136 deutsche Divisionen standen rund 137 alliierten gegenüber. Bereits an diesem Tag wurde die für uneinnehmbar gehaltene belgische Festung Eben-Emael durch deutsche Fallschirmjäger eingenommen. Am 14. Mai überschritt General Guderian mit seiner Panzergruppe die Maas. Die Royal Air Force versuchte mit verzweifelten Angriffen, die Pionierbrücken über dem Fluss zu zerstören, verlor dabei aber einen Großteil ihrer Flugzeuge. Erst am 17. Mai trat die französische 4. Panzerdivision unter Charles de Gaulle zu einem Gegenangriff auf Montcornet an, der aber nach anfänglichen Erfolgen wegen starker Attacken deutscher Sturzkampfbomber abgebrochen werden musste. Am 17. Mai wurde Brüssel kampflos übergeben.

Die Niederländer waren, bedingt durch ihre Neutralität im Ersten Weltkrieg, noch weniger als die Belgier auf einen Krieg eingestellt, sodass ihre Armee relativ leicht geschlagen werden konnte. Nach Beginn des deutschen Angriffs siedelte Königin Wilhelmina mit der Regierung am 13. Mai 1940 nach London über. Der Befehl zur Kapitulation der niederländischen Armee war am 14. Mai 1940 unterwegs; die Nachricht davon erreichte die deutschen Kommandostellen jedoch zu spät, um die Bombardierung Rotterdams am selben Tag zu verhindern.[7] Die niederländischen Streitkräfte kapitulierten am 15. Mai 1940. Als Reichskommissar für die Niederlande setzte Hitler Arthur Seyß-Inquart ein, der sein Amt am 19. Mai 1940 antrat.

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Am 19. Mai erreichte die deutsche 6. Armee den Fluss Schelde und stieß bis Abbeville vor. Der Vormarsch in diese Gebiete erfolgte so schnell, dass die britischen und französischen Einheiten bei Dünkirchen eingekesselt wurden. Die Panzerstreitkräfte der Heeresgruppe A erhielten jedoch am 24. Mai den Befehl, den Vormarsch zu stoppen. Dieser wurde erst nach mehr als drei Tagen aufgehoben. Die Gründe für diesen Anhaltebefehl waren damals unklar, und auch noch heute ist das „Rätsel Dünkirchen“ in der historischen Forschung umstritten. Erklärungsansätze waren ein für Panzer wenig geeignetes Gelände, der Vortritt für Hermann Görings Luftwaffe oder eine bewusste Schonung der Briten. Es handelte sich vermutlich jedoch um Kompetenzgerangel und einen Denkzettel Hitlers an eigenmächtige Generäle.

Am 27. Mai begann die Operation Dynamo, die Evakuierung der alliierten Soldaten, an der etwa 1.200 Seefahrzeuge teilnahmen. Über 366.000 Soldaten, darunter 139.911 Soldaten der französischen Armee, konnten trotz heftiger Angriffe durch Bomber der deutschen Luftwaffe bis zum 4. Juni evakuiert werden.[8] Aus militärischer Sicht stellte der Haltebefehl, der die Evakuierung fast des gesamten britischen Expeditionskorps ermöglichte, einen schweren taktischen und vor allem in der Rückschau folgenreichen Fehler dar. Die Fähigkeit zur Fortsetzung des Krieges wäre nach dem Verlust des Expeditionskorps für Großbritannien deutlich schwieriger geworden, da es sich um erfahrene Berufssoldaten handelte. So ging den Alliierten nur das am Strand zurückgelassene Kriegsmaterial verloren, das leichter ersetzt werden konnte.

Als sich die Briten zurückzogen, bereitete sich Frankreich auf die Verteidigung vor. Der „Fall Rot“, so der deutsche Deckname für die zweite Offensive in Frankreich, die eigentliche Schlacht um Frankreich, begann am 5. Juni mit einer deutschen Offensive an der Aisne und der Somme. Am 9. Juni überschritten Soldaten der 6. Infanteriedivision die Seine. Am 10. Juni trat Italien auf Seiten Deutschlands in den Krieg ein und begann eine Offensive im Süden.

Am 14. Juni besetzten Teile der 18. Armee die französische Hauptstadt Paris. Um ihre Zerstörung zu verhindern, wurde sie zur offenen Stadt erklärt und kampflos von den französischen Truppen geräumt. Gleichzeitig durchbrach die Heeresgruppe C die Maginot-Linie, und die symbolträchtige Festung Verdun konnte ebenfalls eingenommen werden.

Am 17. Juni erklärte Philippe Pétain, Ministerpräsident der neu gebildeten französischen Regierung, die Niederlage Frankreichs. Am 21. Juni wurden die französischen Unterhändler im Wald von Compiègne von Hitler empfangen. Zur Unterzeichnung der vergleichsweise maßvollen Waffenstillstandsbedingungen kam es gegen Abend des 22. Juni 1940. Der deutsch-französische Waffenstillstand trat erst am 25. Juni um 01:35 Uhr in Kraft. Damit die französische Flotte nicht in deutsche Hände fallen konnte, nahmen die Briten am 3. Juli diese im algerischen Hafen Mers-el-Kébir bei Oran unter Beschuss.

Nur sechs Wochen und drei Tage hatte der Blitzkrieg im Westen gedauert, in dem über 135.000 alliierte und etwa 46.000 deutsche Soldaten ihr Leben verloren. Die Schweiz konnte ihre Unabhängigkeit wahren und wurde nie Ziel einer deutschen Offensive (→ Die Schweiz im Zweiten Weltkrieg). Frankreich wurde in zwei Zonen geteilt: Der Norden und Westen Frankreichs war deutsch besetzt; hier befanden sich wichtige Flugfelder und Marinebasen für den Krieg gegen Großbritannien. Die Häfen am Atlantik, insbesondere Brest und La Rochelle wurden die wichtigsten Operationsbasen der deutschen U-Boote. Der östliche und südliche Teil Frankreichs blieb unter französischer Kontrolle. Marschall Philippe Pétain regierte von Vichy aus den so genannten „État français“ als Marionettenstaat des Deutschen Reichs. Pétain wurde als Kollaborateur nach dem Zweiten Weltkrieg zum Tode verurteilt, später jedoch begnadigt.

Charles de Gaulle (1890–1970) war Organisator des Widerstandes als „Führer des freien Frankreichs“ vom Exil in London aus.

Andauern des Kriegs gegen Großbritannien und Hitlers Suche nach Verbündeten, Juni 1940 bis Juni 1941

Trotz der Niederlage Frankreichs ging der Krieg weiter, da Großbritannien Hitlers Friedensangebot nicht annahm. Hitler bemühte sich, seine Herrschaft über das „Neue Europa“ zu konsolidieren und durch weitere Bündnisse abzusichern.

Luftschlacht um England 1940/1941

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Bordkamera einer Spitfire zeigt Leuchtspurmunition, die eine He 111 trifft, über England am 25. Sep. 1940

Als „Luftschlacht um England“ bezeichnete die nationalsozialistische Propaganda die Vorbereitung einer Invasion von Großbritannien (Unternehmen Seelöwe) durch Angriffe aus der Luft, zu denen Flächenbombardements gehörten. Ziel war es, die britische Royal Air Force entscheidend zu schwächen und Großbritannien zur Kapitulation zwingen zu können, ohne die Invasion tatsächlich durchführen zu müssen.

In den zwei Jahren zwischen dem Münchner Abkommen und der „Luftschlacht um England“ arbeiteten die Briten intensiv am Aufbau einer modernen Luftverteidigung. Vor allem an der Süd- und Ostküste der Britischen Insel wurden „Chain Home“-Radarstationen installiert. Allein in den drei Monaten vor der Aufnahme der Kampfhandlungen gelang es der britischen Industrie, über 1400 Hurricane- und Spitfire-Jagdflugzeuge fertigzustellen. Um dem dringenden Personalbedarf nachzukommen, wurden von der Royal Air Force Piloten aus dem Commonwealth (hauptsächlich Kanada und Neuseeland), Frankreich, den USA, Polen und der Tschechoslowakei eingesetzt.

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Durch deutsche Angriffe zerstörte Gebäude in London während des Zweiten Weltkrieges

Britische Flugplätze, Flugzeugfabriken und Hafenanlagen wurden häufig von der Luftwaffe bombardiert. Die deutschen Bomber erhielten Begleitjäger zur Abwehr britischer Jagdflugzeuge. Die Kampfhandlungen führten auf beiden Seiten zu großen persönlichen und materiellen Verlusten, weshalb sich die deutsche Luftwaffe ab Oktober 1940 größtenteils auf Nachtbombardements beschränkte.

„Die Luftschlacht endete als militärisches Patt, war aber eine politische und strategische Niederlage ersten Ranges für Hitler, dem es zum ersten Mal nicht gelungen war, einem Land seinen Willen aufzuzwingen.“[9] Mitentscheidend für den Misserfolg der Luftwaffe war die Fehleinschätzung der Effektivität des britischen Radarsystems sowie die mangelnde Reichweite der deutschen Jagdflugzeuge. Nach einem Nachtangriff britischer Bomber gegen Berlin am 25. August 1940 befahl Hitler, zur „Vergeltung“ London und andere britische Städte zu bombardieren.[10] Am 14. November 1940 wurde Coventry fast vollständig durch einen Nachtangriff zerstört. Der Begriff „coventrieren“, eine Goebbelsche Wortprägung, fand daraufhin Eingang in den deutschen Militärjargon.[11][12] Die Entwicklung des Luftkrieges erfuhr eine weitere Verschärfung, als das Bomber Command im Herbst 1940 den Angriff auf die deutsche Zivilbevölkerung zu einem primären Ziel erklärte.[13]

Die Bombardements Londons („The Blitz“), Coventrys und weiterer englischen Städte töteten über 32.000 Zivilisten.

Hitlers Bündnispolitik

Nachdem der Kriegsgegner Großbritannien nicht besiegt werden konnte, suchte Hitler nach Verbündeten sowohl gegen Großbritannien als auch künftig gegen die Sowjetunion. Diese war nicht nur seit langer Zeit von Hitler als „Lebensraum im Osten“ definiert worden, sondern galt ihm jetzt auch als möglicher Verbündeter Großbritanniens auf dem Kontinent.[14]

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Philippe Pétain, Paul-Otto Schmidt, Adolf Hitler und Joachim von Ribbentrop in Montoire-sur-le-Loir, 24. Oktober 1940

In Westeuropa machte er kaum Fortschritte. Marschall Pétain wollte das französische Kolonialreich erhalten, ohne sich den Briten zu entfremden, daher stimmte er im Prinzip einer Zusammenarbeit mit dem Reich zu, lehnte aber einen Kriegseintritt Frankreichs mit Kriegserklärung gegen Großbritannien ab (Begegnung in Montoire, 24. Oktober 1940).[15] Spaniens Diktator Franco war im Juni 1940 noch bereit, in den Krieg an deutscher Seite einzutreten, und verlangte dabei Gibraltar und Teile der französischen Afrika-Besitzungen. Hitler hielt Spaniens Unterstützung damals nicht für nötig. Als er sich am 23. Oktober in Hendaye mit Franco traf, war Spanien jedoch nicht mehr von der baldigen Niederlage Großbritanniens überzeugt und blieb zurückhaltend.[16]

Italien hingegen war im Juni 1940, kurz vor der französischen Kapitulation, Hitlers Kriegsverbündeter geworden. Zusammen mit Japan schlossen Mussolini und Hitler am 27. September 1940 in Berlin den Dreimächtepakt, der gegenseitigen Beistand bei der Gewinnung der Hegemonie über Europa (Deutschland und Italien) beziehungsweise Asien (Japan) beinhaltete. Die Bestimmungen richteten sich nicht gegen die Sowjetunion; vor allem sollten die USA von einem Kriegseintritt abgehalten werden. Obwohl der Pakt in der Propaganda als Erfolg gefeiert wurde, half er Hitler nicht bei seinem größten Problem, der Frontbildung gegen Großbritannien.[17]

In Osteuropa gewann Hitler Rumänien als Verbündeten hinzu, das für ihn wegen der strategischen Lage und seiner Rohstoffvorkommen wertvoll war. Zwar ließ er die Sowjetunion das nach dem Ersten Weltkrieg verlorene Bessarabien einfordern, wie im Hitler-Stalin-Pakt vorgesehen. Doch Hitler garantierte im Sommer 1940 Rumäniens Bestand, das seinerseits aus dem Völkerbund austrat.

Italienischer Parallelkrieg im Mittelmeerraum und Ostafrika 1940/1941

Kriegsereignisse im gesamten Mittelmeerraum werden in der englischsprachigen Geschichtswissenschaft unter dem Begriff Mediterranean Theatre of Operations (Kriegsschauplatz Mittelmeerraum) zusammengefasst.

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Italienische Kriegsgefangene während der Operation Compass, Januar 1941

Mussolini, der darauf brannte, den Erfolgen des deutschen Achsenpartners eigene entgegenzusetzen, griff nach dem Kriegseintritt Italiens zunächst britische Positionen im Mittelmeerraum und Ostafrika an. Jedoch ging nach geringen italienischen Anfangserfolgen in Britisch-Somaliland und Ägypten im Spätsommer und Herbst 1940 die Initiative verloren und die Gegenoffensiven von britischen und Commonwealth-Truppen führten zu einer verheerenden Niederlage in Ägypten (→ Operation Compass) und zum Verlust Italienisch-Ostafrikas. Im Februar 1941 reagierte Hitler mit der Entsendung des Deutschen Afrikakorps (→ Unternehmen Sonnenblume), um wenigstens den Verlust Libyens zu verhindern.

Die Großmachtambitionen Mussolinis waren bereits seit den 1930er-Jahren auch auf den Balkan gerichtet. Am 28. Oktober 1940 griffen italienische Verbände von dem seit 1939 italienisch okkupierten Albanien aus Griechenland an (→ Griechisch-Italienischer Krieg). Italien hatte zuvor versucht, Bulgarien als Verbündeten zu gewinnen, was jedoch wegen der ablehnenden Haltung von König Boris III. misslang. Hitler war über den Angriff zuvor nicht unterrichtet worden. Auch hatte er Operationen in diesem Gebiet gar nicht geplant, da es vermutlich seine Absicht war, mit Italien die Eroberung Großbritanniens vorzubereiten.

Das Ziel Benito Mussolinis war es, Griechenland im Sturm zu erobern. Doch schon am 3. November gingen die Griechen erfolgreich zum Gegenangriff über. Bis zum 14. November gerieten die italienischen Truppen endgültig in die Defensive, sodass sie sogar bis über die Grenzen Albaniens zurückgedrängt wurden. Angesichts solcher Niederlagen des Achsenpartners erließ Hitler am 13. Dezember den Startbefehl für das Unternehmen Marita.

Balkanfeldzug 1941

Hauptartikel: Balkanfeldzug (1941)

Anfang des Jahres 1941 versuchte das Deutsche Reich im Balkankonflikt zu vermitteln. So unterbreitete Hitler dem Königreich Jugoslawien den Vorschlag, dem Dreimächtepakt beizutreten, was jedoch abgelehnt wurde. Griechenland verzichtete ebenfalls auf jeden Vermittlungsversuch, da seine Armee die italienischen Soldaten an jeder Front zum Rückzug zwingen konnte. Eine italienische Großoffensive am 9. März wurde zum Desaster. Am 27. März trat Jugoslawien schließlich dem Dreimächtepakt bei. Die Folge waren antideutsche Demonstrationen und ein Putsch des serbischen Offizierskorps gegen die Regierung des Prinzregenten Paul, worauf der Beitritt wieder rückgängig gemacht wurde.

Diese unerwartete Wendung erzürnte Hitler und führte zu seiner Entscheidung, Jugoslawien zu „bestrafen“.[18] Am 6. April überschritten Wehrmachtsverbände die Grenze nach Jugoslawien, und die Luftwaffen der Achsenmächte begannen Belgrad mit schweren Bombardements in Schutt und Asche zu legen (→ Luftangriff auf Belgrad 1941). Der weitere Vormarsch erfolgte wie im Manöver. Bereits am 10. April war die kroatische Hauptstadt Zagreb besetzt. Belgrad fiel zwei Tage später unter dem Druck deutscher Panzerverbände. Am 17. April unterschrieben die jugoslawischen Befehlshaber schließlich die bedingungslose Kapitulation.

Ebenfalls am 6. April begann der deutsche Feldzug gegen Griechenland. Anders als in Jugoslawien war der griechische Widerstand stellenweise ausgesprochen hart. Besonders in den Gebirgslagen und im Gebiet der stark verteidigten Metaxas-Linie stießen die Soldaten nur langsam und unter hohen Verlusten durch das bergige Nordgriechenland in das Landesinnere vor. Am 9. April fiel Saloniki. Gleichzeitig wurde die griechische Armee in Ostmazedonien abgeschnitten und die Metaxas-Linie stärker bedrängt. Die griechischen Verstärkungen von der albanischen Front wurden bei ihrem Vormarsch durch die gebirgige Landschaft und von deutschen und italienischen Panzereinheiten sowie Luftangriffen behindert. Am 21. April mussten 223.000 griechische Soldaten kapitulieren.

Die in Griechenland stationierten britischen Verbände bauten unterdessen eine Verteidigung an den Thermopylen auf. Diese wurde am 24. April überrannt, worauf die Alliierten eine amphibische Evakuierungsoperation einleiten mussten, in der 50.000 Soldaten nach Kreta und Ägypten verschifft wurden. Am 27. April rückte die Wehrmacht in Athen ein.

Am 25. April entschlossen sich die Führer der Achsenmächte zu einer Luftlandeinvasion von Kreta (→ „Unternehmen Merkur“). Am Invasionstag, dem 20. Mai 1941, brachten 593 Transportflugzeuge die deutschen Luftlandeeinheiten nach Kreta. Die deutschen Fallschirmjäger bildeten durch ihre Fallschirme ein leichtes Ziel für die Luftabwehr, sodass viele bereits im Flug getötet oder verwundet wurden. Die gelandeten Einheiten konnten zunächst keine Flugplätze für Nachschub und Verstärkungen (insbesondere Artillerie und Fahrzeuge) erobern. Außerdem gab es keine Funkverbindung zum deutschen Hauptquartier in Athen, da viele Funkgeräte bei den Landungen zerstört wurden. Erst mit verstärktem Einsatz der Luftwaffe und einigen erfolgreichen Landungen auf umkämpften Flugplätzen stabilisierte sich die Situation für die Angreifer. Die Alliierten, darunter Neuseeländer und Australier, verteidigten Kreta eine Woche lang, bis sie sich mit etwa 17.000 Mann absetzen mussten. Aufgrund der hohen Verluste beschloss Hitler, in Zukunft keine Luftlandungen mehr durchzuführen.

Vom Entstehen der Ostfront bis zur Westfront, Juni 1941 bis Juni 1944

Mit dem Angriff auf die Sowjetunion entstand am 22. Juni 1941 eine neue Front im Osten Deutschlands. Sie wurde (neben der japanisch-chinesischen) die am längsten bestehende Front im Zweiten Weltkrieg, die am meisten Opfer forderte. Die deutsche Besatzungsmacht eroberte riesige Gebiete des europäischen Teils der Sowjetunion mit dem Ziel, sie rücksichtslos auszubeuten, einen Teil ihrer Einwohner zu töten und den anderen als Sklaven zu halten. Dabei wurden auch viele weitere Juden umgebracht.

Ein halbes Jahr später wurden auch die USA offizieller Kriegsgegner Deutschlands, die allerdings bereits zuvor Großbritannien indirekt unterstützt hatten. Amerika brauchte Zeit, seine Wirtschaft auf den Krieg umzustellen. Eine Konfrontation der deutschen mit angelsächsischen Landstreitkräften fand bis zum Juni 1944 nur in Nordafrika statt, umso erbitterter wurde der Luft- und Seekrieg geführt (siehe unten).

Der Krieg gegen die Sowjetunion bis Stalingrad, Juni 1941 bis Oktober 1942

Hauptartikel: Deutsch-Sowjetischer Krieg

Der Balkanfeldzug hatte den Angriffszeitpunkt für einen Überfall auf die Sowjetunion um vier Wochen verschoben. Der Angriff fand nun erst am 22. Juni 1941 statt. Diese Verzögerung und ein ungewöhnlich früh einsetzender Winter erschwerten den geplanten Ablauf des Vormarschs und verhinderten das Erreichen der Linie Archangelsk-Astrachan als operatives Ziel. Obwohl Berechnungen auf deutscher Seite zeigten, dass die Versorgung der Wehrmacht nur bis zu einer Linie entlang Pskow, Kiew und der Krim möglich war, verlangte Hitler die Eroberung Moskaus im Rahmen eines einzigen, ununterbrochenen Feldzuges. Für den Überfall standen drei Heeresgruppen (Nord, Mitte, Süd) bereit. Die Heeresgruppe Nord (von Leeb) sollte die baltischen Staaten erobern und dann nach Leningrad vorstoßen. Auf der Heeresgruppe Mitte (von Bock) lag die Hauptlast. Sie sollte nach Moskau vorrücken und war entsprechend stark gerüstet. Die Heeresgruppe Süd (von Rundstedt) sollte die Ukraine erobern. Ebenfalls an dem Feldzug beteiligt waren Verbände aus befreundeten und eroberten Ländern der Achsenmächte. Auch vom besetzten Norwegen aus wurden Angriffe gegen die Sowjetunion unternommen. Sie zielten insbesondere auf Murmansk und die dortige Eisenbahnverbindung, die „Murmanbahn“, sowie den Hafen.

Am 22. Juni 1941 um 4:15 Uhr begann der Angriff von 153 deutschen Divisionen, darunter 19 Panzer- und 12 motorisierte Divisionen, auf einer Frontlänge von 1600 km zwischen der Ostsee und den Karpaten gegen die Sowjetunion.[19] Zwei Divisionen operierten von Finnland aus. Trotz vieler Hinweise waren die unteren und mittleren militärischen Befehlshaber der Roten Armee nicht auf diese bisher größte militärische Offensive der Weltgeschichte mit 3,2 Millionen deutschen Soldaten eingestellt. Hinzu kamen 600.000 Soldaten aus den verbündeten Staaten Ungarn, Rumänien, Finnland, Slowakei und Italien.[19] Die Rote Armee umfasste im Juni 1941 rund 5 Millionen Soldaten. Allerdings waren diese Truppen nicht alle an der sowjetischen Westgrenze stationiert. Viele der sowjetischen Soldaten an der Grenze ergaben sich ohne Widerstand, während die motorisierten deutschen Truppen zunächst zügig vorankommen konnten. Die Fähigkeit der sowjetischen Streitkräfte, zum damaligen Zeitpunkt einen Angriff oder einen Krieg gegen Deutschland zu führen, muss auch nach neueren Erkenntnissen stark bezweifelt werden. Der erste Wehrmachtbericht am Morgen des 22. Juni 1941 erweckte dagegen den Eindruck, sowjetische Truppen seien nach Ostpreußen eingedrungen.[20] Er unterstützte damit die Präventivkriegslegende der NS-Propaganda, die den Angriff als Verteidigungskrieg darstellte. Tatsächlich war der Überfall auf die Sowjetunion im Wesentlichen ein ideologisch verbrämter Eroberungs- und Vernichtungskrieg mit dem von Hitler bereits Jahre zuvor formulierten Ziel der Gewinnung von „Lebensraum im Osten“. Damit war „ein blockadefestes Großimperium“ bis zum Ural und über den Kaukasus hinaus gemeint.[21]

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Sowjetische Soldaten bei der Bergung eines Verwundeten bei Leningrad, Oktober 1941

Am 22. Juni mittags verlas der sowjetische Außenminister Molotow im Rundfunk eine Rede, in der er den Ausbruch des Krieges bekannt gab, und die mit den Worten: „[…] der Sieg wird unser sein!“ endete. Elf Tage später richtete sich Josef Stalin am 3. Juli mit einer Rundfunkansprache persönlich an das Volk.[22] Davor war Minsk in der Kesselschlacht bei Białystok und Minsk eingeschlossen und wenig später besetzt worden. Am 26. September fand die Schlacht um Kiew ihr Ende. Doch schon im Oktober begann es zu schneien und zu regnen. Daraufhin verlangsamte sich die deutsche Offensive, sie blieb immer häufiger im Schlamm stecken, und der Angriff auf Moskau kam wegen der sich versteifenden sowjetischen Gegenwehr zum Erliegen. Am 5. Dezember setzte eine sowjetische Gegenoffensive mit frischen, für den Winterkrieg ausgerüsteten Einheiten aus Fernost unter dem Befehl von General Georgi Konstantinowitsch Schukow ein, wodurch eine Eroberung der Hauptstadt Moskau durch deutsche Truppen verhindert wurde.

Nach dem sowjetischen Angriff am 25. Juni versuchte Finnland im Fortsetzungskrieg, mit deutscher Unterstützung die im Winterkrieg an die Sowjetunion verlorenen Gebiete in Karelien zurückzuerobern. Nachdem es dieses Ziel im Sommer 1941 erreicht hatte, blieb Finnland jedoch nicht defensiv, sondern besetzte bis Dezember 1941 umstrittene, aber nie zuvor finnisch gewesene karelische Gebiete.

Die Rote Armee hatte sich neu organisiert. Die wichtigsten Großbetriebe der Rüstungsproduktion wurden unerreichbar für die deutsche Luftwaffe an den Ural in Städte wie Ufa und Tscheljabinsk verlegt. Am 16. Dezember gab Hitler den Befehl zum Halten. Bis zum Ende des Jahres wurde die Wehrmacht jedoch weiter zurückgedrängt.

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Sowjetische Soldaten bei der Verteidigung eines Dorfes im Kaukasus, Juni 1942

Hitlers „Weisung Nr. 41“ vom 5. April 1942 („Fall Blau“) legte für die Sommeroffensive fest, dass zunächst Stalingrad an der Wolga, dann der Kaukasusraum bis zur türkischen und iranischen Grenze erobert werden sollte, um die dortigen Erdölzentren in die Hand zu bekommen. Zunächst trat aber im Südabschnitt der Front die Rote Armee zum Gegenangriff an. In der Schlacht bei Charkow wurden im Mai 1942 die angreifenden sowjetischen Verbände vollständig eingeschlossen. Erneut geriet fast eine Viertelmillion sowjetischer Soldaten in Gefangenschaft. Von Mai bis Juli wurden Sewastopol und die Halbinsel Kertsch auf der Krim erobert, die als Sprungbrett für die Offensive bis zum Kaukasus dienen sollten. Dabei gerieten 150.000 Rotarmisten in Gefangenschaft. Weil im Juni 1942 auch Tobruk in Nordafrika fiel (→ Unternehmen Theseus), weckte die NS-Propaganda nach der Krise im Winter nun wieder große Hoffnungen auf einen baldigen Gesamtsieg.[23]

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Lagebesprechnung im Hauptquartier der Heeresgruppe Süd in Poltawa, 1. Juni 1942

Ende Juni 1942 begann die Sommeroffensive im Süden der Ostfront zwischen Kursk und Taganrog am Asowschen Meer, deren Bedeutung Hitler noch einmal am 1. Juni 1942 auf einer Oberbefehlshaber-Besprechung in Poltawa (Heeresgruppe Süd) herausgestellt hatte: „Wenn ich das Öl von Maikop und Grosny nicht bekomme, dann muß ich diesen Krieg liquidieren.“[24] Am 3. Juli überschritten deutsche Kräfte den Don bei Woronesch. Zwanzig Tage später konnte Rostow am unteren Don erobert werden, doch blieb die Gefangenenzahl gering, da die Rote Armee – im Gegensatz zu 1941 – einen strategischen Rückzug hinter den Don, die Wolga bei Stalingrad und zum westlichen und mittleren Kaukasus einleitete.[25] Am selben Tag änderte Hitler die „Weisung Nr. 41“ so ab, dass statt des vorgesehenen Nacheinanders nunmehr gleichzeitige Vorstöße gegen Stalingrad und ins Kaukasusgebiet vorgesehen waren. Die Heeresgruppe Süd wurde daher in die Heeresgruppe A (→ Kaukasus) und Heeresgruppe B (→ Stalingrad) geteilt. Die schwächere Heeresgruppe B bekam die Aufgabe zugeteilt, Stalingrad zu erobern und danach die Wolga hinunter bis Astrachan am Kaspischen Meer vorzudringen. Die Heeresgruppe A, die gemäß der Operation Edelweiß die Ölquellen von Maikop, Grosny und Baku erobern sollte, rückte bis Noworossijsk am Schwarzen Meer vor, nahm auch den Westkaukasus und das nördlich davon gelegene Maikop ein, dessen Ölanlagen aber systematisch und fachmännisch zerstört worden waren. Das nächstgelegene wichtigste Operationsziel, das Erdölgebiet von Grosny, konnte nicht erreicht werden. Der Angriff auf die Passhöhen des Kaukasus musste Ende August 1942 eingestellt werden. Der Weg zum Persischen Korridor, über den amerikanisches Kriegsmaterial in die Sowjetunion transportiert wurde, blieb versperrt. Als Hitler mit Goebbels im Führerhauptquartier Werwolf bei Winniza (Ukraine) unter vier Augen sprach, war er dagegen übertrieben optimistisch: Man werde auch Kleinasien erobern und danach den Iran, den Irak sowie Palästina, um derart die Briten von ihrer Ölversorgung abzuschneiden. Beim baldigen Angriff auf Stalingrad erwarte er die Eroberung der Stadt innerhalb von acht Tagen.[26] Die gigantische Überdehnung der Front, unzureichender Nachschub und der massive sowjetische Widerstand ließen indes den Vormarsch der Heeresgruppen A und B Anfang September 1942 zum Stillstand kommen. Deswegen kam es zu einer Führungskrise im deutschen Oberkommando, in deren Verlauf der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A, Feldmarschall Wilhelm List, und der Generalstabschef des Heeres, Generaloberst Franz Halder, von Hitler entlassen wurden. Hitler übernahm selbst (bis zum 22. November 1942) den Oberbefehl der Heeresgruppe, Nachfolger Halders wurde General Kurt Zeitzler.[27]

Am 4. Oktober 1942 besprachen Vertreter des sowjetischen Oberkommandos, Georgi Schukow und Alexander Wassilewski, mit den Befehlshabern der um Stalingrad eingesetzten Fronten (sowj. Armeen) die geplante sowjetische Umfassungsoperation, durch die die 6. Armee der Wehrmacht im Raum zwischen Wolga und Don eingeschlossen und vernichtet werden sollte.

Partisanenkrieg

Mit dem Einmarsch deutscher Truppen wurde in den verschiedenen Staaten Europas eine Umgestaltung entsprechend den nationalsozialistischen besatzungspolitischen, rassenideologischen und bevölkerungspolitischen Vorstellungen eingeleitet, die die Besatzer mit allen Mitteln der Repression durchzusetzen versuchten. Das betraf vor allem den politischen und militärisch-politischen Widerstand und die jüdische Minderheit, die im gesamten deutschen Machtbereich zum Objekt von Verfolgung und Vernichtung wurde.

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Aussiedlung der polnischen Bevölkerung im deutsch besetzten Wartheland, 1939
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Hingerichtete Partisanen in der Sowjetunion, Januar 1943

Mit dem Generalplan Ost entstand unter Heinrich Himmler als dem Reichskommissar für die Festigung deutschen Volkstums ein umfassendes bevölkerungs- und siedlungspolitisches Konzept zur kolonialistischen „Germanisierung“ der besetzten und noch zu erobernden Ostgebiete. Besonders die Bevölkerung Polens, Serbiens, der Ukraine, Weißrusslands und Russlands sollte demnach „durchaus niedergehalten werden“. Aus der rücksichtslosen Ausplünderung dieser Gebiete ergab sich, dass Millionen der Hungertod drohte, was von den Planern hingenommen, wenn nicht begrüßt wurde. Nach der Entscheidung für den „Arbeitseinsatz“ als dem ökonomisch ergiebigeren Umgang mit der Bevölkerung vor allem der Sowjetunion wurden Millionen Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt.

Repression und Ausbeutung stießen bald auf Widerstand. In den Niederlanden streikten zum Beispiel die Polizei und die Eisenbahner. In Frankreich kam es zu bewaffneten Angriffen. In den Balkanstaaten und in Osteuropa war der Widerstand besonders stark und verteilte sich oft auf verschiedene Gruppierungen. Jugoslawische Partisanen unter der Führung von Tito konnten sogar einzelne geschlossene Gebiete befreien, und in Griechenland kontrollierten Partisanen der ELAS, EDES und EKKA die Berge. In der Sowjetunion bekämpften kommunistische und anarchistische Gruppen das deutsche Besatzungsregime. Der Partisanenkrieg in der Sowjetunion war allerdings von der Roten Armee vor dem Krieg geplant worden; entsprechende Einheiten wurden aufgestellt, die nach der Eroberung eines Gebietes den Widerstand gegen die Besatzer im Hinterland der Front weiterführen sollten. Im allgemeinen war der Partisanenkrieg durch zahlreiche Verstöße gegen das Kriegsrecht gekennzeichnet. Die Partisanen machten in der Regel keine Gefangenen oder zwangen sie zum Überlaufen. Auf deutscher Seite enthielt der Kommissarbefehl die Anweisung, Politkommissare der Roten Armee nicht als Kriegsgefangene zu behandeln, sondern sie ohne Verhandlung zu erschießen. So nahm der Partisanenkrieg in Osteuropa den Charakter eines systematischen Ausrottungskrieges an. In Griechenland (Kefalonia, Chortiatis), Frankreich (Oradour, Maillé) oder Italien (Marzabotto, Caiazzo) kam es zu vereinzelten Massakern an der Zivilbevölkerung.

Kriegseintritt der USA, Dezember 1941

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Zerstörte Flugzeuge nach dem Angriff auf Pearl Harbor, 7. Dezember 1941

Die Vereinigten Staaten hatten in dem Konflikt zunächst formal Neutralität gewahrt. Die isolationistische Grundstimmung in der US-Bevölkerung ermöglichte es Präsident Roosevelt nicht, direkt an der Seite Großbritanniens und der Sowjetunion in den Krieg einzugreifen. Der Kongress schuf jedoch mit dem Leih- und Pachtgesetz vom 11. März 1941 die legale Grundlage für die vorher bereits praktizierte Unterstützung Großbritanniens. Das Land wurde, wie später auch die Sowjetunion, in großem Umfang mit Waffen und Hilfsgütern aus den USA beliefert.

Den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Europa nutzte Japan zur Besetzung von Französisch-Indochina und weiterer Regionen Südostasiens. In der Folge verhängten die USA und das Vereinigte Königreich ein Embargo und froren die finanziellen Mittel Japans ein. Im September 1940 unterzeichnete der japanische Außenminister Matsuoka Yōsuke in Berlin den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien. Das Embargo hatte fehlende Rohstofflieferungen seitens der europäischen Verbündeten zur Folge, sodass die Führung des japanischen Kaiserreichs in einem Krieg mit den USA und Großbritannien die einzige Möglichkeit sah, ihre imperialistischen Ambitionen abzusichern.

Nach dem Angriff Japans auf die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 und der am 11. Dezember erfolgten Kriegserklärung Deutschlands befand sich das Land auch offiziell im Kriegszustand mit den Achsenmächten. Trotz des japanischen Angriffs einigten sich die Regierungen der USA und Großbritanniens auf den Grundsatz „Germany first“, d. h. auf die Niederringung Deutschlands als vordringliches Kriegsziel. Zu ersten Kampfhandlungen zwischen US-amerikanischen und deutschen Truppen kam es Ende 1942 in Nordafrika.

Der Kriegsschauplatz Nordafrika 1940–1943

Ähnlich wie auf dem europäischen Kriegsschauplatz hatten die Italiener in Nordafrika schwere Rückschläge gegen die Briten hinnehmen müssen. Eine italienische Offensive zum Ende des Jahres 1940 führte zur Vernichtung der eigenen Verbände in Libyen.

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US-amerikanischen Soldaten führen italienische und deutsche Kriegsgefangene in Tunesien ab, 1942

Der deutsche Generalleutnant Erwin Rommel bekam deshalb im Februar 1941 den Befehl, mit den zwei Divisionen des Deutschen Afrikakorps den erfolglosen Bündnispartner bei seiner Verteidigung zu unterstützen.

Rommel hielt eine defensive Haltung für unangebracht, stattdessen wollte er angreifen. Am 31. März begann Rommel den Vormarsch. Schon am 10. April standen deutsche Panzer vor der ostlibyschen Hafenstadt und Festung Tobruk, die kurz zuvor noch von den Italienern ausgebaut und dann beinahe kampflos geräumt worden war. Bis zum 13. April unternahm Rommel drei Angriffe auf die Festung, die jedoch alle fehlschlugen. Rommel musste vorerst die Eroberung Tobruks zurückstellen. Auch weitere Vorstöße konnten auf Grund von Versorgungsengpässen nicht durchgeführt werden, sodass beide Seiten zu einem Stellungskrieg übergingen.

Im November 1941 griffen die Briten dann wieder an. Am 26. November erfolgte ein zweiter Angriff, wobei es der Besatzung von Tobruk nun endlich gelang, den Belagerungsring zu sprengen. Am 7. Dezember zog sich das Afrikakorps zur Gazala-Linie zurück. Nachdem Tobruk augenscheinlich einer Eroberung durch das Afrikakorps widerstehen konnte, griff Rommel erst im nächsten Jahr wieder an.

Am 26. Mai 1942 befahl Rommel das Unternehmen Theseus mit dem Ziel, Tobruk zu erobern. Nach schweren Panzergefechten gelang es den Achsenmächten, Bir Hacheim am 10. Juni einzunehmen, um dann den Vormarsch auf Tobruk einzuleiten. Am 20. Juni wurden Stadt und Festung besetzt, wofür Rommel als jüngster Offizier der Wehrmacht die Beförderung zum Generalfeldmarschall erhielt.

Das Ziel des weiteren Vormarsches durch die Libysche Wüste war Alexandria und der Sueskanal. Kurz vor der ägyptischen Bahnstation von el-Alamein hatten die Briten einen 65 Kilometer breiten Verteidigungsgürtel aufgebaut, in dem im Juli 1942 bei der ersten Schlacht von el-Alamein die Offensive der Achsenmächte steckenblieb. Am 23. Oktober 1942 befahl der neue britische Befehlshaber Bernard Montgomery den Gegenangriff zur zweiten Schlacht von el-Alamein. Das zahlenmäßig unterlegene Afrikakorps musste den Rückzug antreten.

Die Lage der deutschen Truppen in Nordafrika wurde aussichtslos, als am 8. November mit der Operation Torch alliierte Truppen in Casablanca und Algier landeten und somit die deutschen und italienischen Truppen in Nordafrika von zwei Seiten in die Zange genommen waren. Am 13. November fiel Tobruk wieder in britische Hand.

Am 23. Januar 1943 besetzten die Briten Tripolis. Im März und April wurden die Truppen der Achsenmächte in der Schlacht um Tunesien eingekesselt. Lediglich an der Mareth-Linie wurde noch erbitterter Widerstand geleistet. Am 12. Mai 1943 – Rommel war inzwischen aus Nordafrika abberufen worden – kapitulierten 150.000 deutsche und 100.000 italienische Soldaten auf der Halbinsel Kap Bon. Die deutsche Bevölkerung reagierte völlig entsetzt auf die hohen deutschen Verluste in Nordafrika, die als endgültige Kriegswende gedeutet wurden. Hinter vorgehaltener Hand sprach man von einem „zweiten Stalingrad“ oder von „Tunisgrad“.[28]

Stalingrad und die Wende auf dem osteuropäischen Kriegsschauplatz, 1943–1945

Trotz der angespannten Kräfte- und Nachschubsituation hatte Hitler am 23. Juli 1942 in Abänderung des ursprünglichen Plans („Fall Blau“) und gegen teilweise erhebliche Bedenken der Generalität neben der südlichen Offensive in Richtung des Kaukasusgebietes eine gleichzeitige Offensive gegen Stalingrad befohlen (siehe auch Abschnitt Der Krieg gegen die Sowjetunion bis Stalingrad). Die Heeresgruppe Süd wurde deswegen in die Heeresgruppe A (→ Kaukasus) und Heeresgruppe B (→ Stalingrad) aufgeteilt. Ursprünglich sollte zuerst Stalingrad als Verkehrsknotenpunkt und danach das Kaukasusgebiet mit seinen Ölquellen erobert werden. Aus dem Nacheinander wurde die Gleichzeitigkeit zweier Offensiven mit gefährlich überdehnten Flanken. Eine deutsche Panzerabteilung erreichte am Abend des 23. August 1942 die Wolga; am selben Tag bombardierten 600 Maschinen der Luftwaffe Stalingrad und die ersten Einheiten der 6. Armee konnten in die Außenbezirke der Stadt eindringen. In erbitterten Einzelkämpfen in den Häusern und Straßen kamen die Deutschen nur unter hohen Opfern bei der Eroberung von Stalingrad voran. Schließlich beherrschte die Wehrmacht zwar etwa 90 Prozent der in einen Trümmerhaufen verwandelten Stadt, die vollständige Inbesitznahme misslang jedoch. Einen schmalen Uferstreifen der Wolga am östlichen Stadtrand, an dem permanent neue Truppen angelandet wurden, konnten die sowjetischen Verteidiger unter hohen Verlusten verbissen halten.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-W0506-316, Russland, Kampf um Stalingrad, Siegesflagge.jpg
Sowjetischer Soldat nach dem Sieg der Roten Armee in Stalingrad, Ende Januar / Anfang Februar 1943

Am 19. November begann die Großoffensive der Roten Armee (Operation Uranus) gegen die rumänischen und deutschen Linien nordwestlich und südlich von Stalingrad. Wenige Tage später vereinigten sich die sowjetischen Panzerspitzen bei Kalatsch am Don. Damit war die 6. Armee eingekesselt. Die von Göring versprochene Luftversorgung war nicht durchführbar. Die deutschen Verbände waren recht unbeweglich und völlig unterversorgt. Ein Entsatzangriff der 4. Panzerarmee (Operation Wintergewitter), der bis zu 40 Kilometer an die Stadt heranführte, musste am 23. Dezember abgebrochen werden. Generaloberst Paulus schätzte einen Ausbruchsversuch wegen mangelnder Treibstoffreserven als unmöglich ein, fühlte sich an den Haltebefehl Hitlers gebunden und gab weder einen Befehl zum Ausbruch aus dem Kessel noch wollte er kapitulieren. Am 10. Januar 1943 eröffneten daraufhin sieben sowjetische Armeen den Angriff auf die Stadt. Bis zum 23. Januar eroberten sie die Flugplätze Pitomnik und Gumrak zurück. Am 24. Januar gelang es ihnen, den Kessel in eine nördliche und eine südliche Hälfte zu spalten. Am 25. Januar verließ die letzte Ju 52 den Behelfsflugplatz Stalingradski. Am 31. Januar ging Paulus, zwischenzeitlich zum Generalfeldmarschall befördert, angesichts der aussichtslosen Lage, in sowjetische Gefangenschaft, ohne eine Gesamtkapitualition der 6. Armee auszusprechen. Es folgten ungeregelte Teilkapitulationen von Einheiten des Südkessels, der Nordkessel kämpfte noch bis zum 2. Februar. Vom 29. Januar bis zum 2. Februar gerieten etwa 91.000 deutsche Soldaten in Gefangenschaft. Schätzungen nennen 5.000 Wehrmachtssoldaten, die nach dem Krieg nach Deutschland zurückkehrten, unter ihnen Generalfeldmarschall Paulus, sein Stabschef und die meisten anderen hohen Offiziere. Die verlorene Schlacht von Stalingrad markierte im Deutschen Reich den psychologischen Wendepunkt des Krieges. Ab diesem Zeitpunkt glaubte die Mehrheit der Deutschen nicht mehr an den „Endsieg“, ungeachtet der Sportpalastrede von Goebbels am 18. Februar 1943 mit dem Aufruf zum „Totalen Krieg“ und der frenetischen Zustimmung ihrer ausgewählten Zuhörer.

Am Morgen des 16. Februar wurde die Stadt Charkow von Truppen der Wehrmacht und Waffen-SS gegen den Befehl Hitlers aufgegeben, um einer drohenden Einkesselung zu entgehen. Am 21. Februar begann jedoch eine deutsche Gegenoffensive. Bis zum 5. März wurde das Gebiet bis zum mittleren Donezk zurückerobert. Es wurden dabei erhebliche Geländegewinne erzielt, dem Gegner hohe Verluste beigebracht und wieder eine geschlossene Front hergestellt. Ein im Frühjahr 1943 potentiell bevorstehender Zusammenbruch der Ostfront wurde so verhindert. In der Schlacht um Charkow wurde die Stadt am 14. März unter Verlusten durch Truppen der Waffen-SS zurückerobert. Eine weitere Offensive im Sommer, die „Operation Zitadelle“, sollte den Frontbalkon bei Kursk ausräumen und große Teile der Roten Armee einkesseln und vernichten. Die Operation gipfelte in der größten Panzerschlacht der Geschichte. Der Angriff war jedoch von der Roten Armee vorausgesehen worden, die sich durch tiefe Verteidigungsstellungen vorbereitet hatte, und blieb stecken. Der deutsche Vorstoß wurde auf dem Höhepunkt der Schlacht abgebrochen. Die sowjetische Gegenoffensive bei Orel, die ihrerseits das Ziel verfolgte, Teile der Heeresgruppe Mitte einzukesseln und die Bindung deutscher Kräfte durch die am 10. Juli erfolgte Landung der Alliierten auf Sizilien (Operation Husky) verhinderten eine Weiterführung der Offensive. Nach mehreren sowjetischen Gegenoffensiven in den folgenden Monaten musste die Wehrmacht an der gesamten Front den Rückzug antreten, wobei auch die Schlacht um die Krim mit einer deutschen Niederlage endete. Bis zum Ende des Jahres 1943 war Kiew wieder in der Hand der Sowjetunion.

Die mit der „Operation Zitadelle“ verlorenen Panzerreserven konnten nicht ersetzt werden und bedeuteten einen absehbaren Sieg der Sowjetunion. Danach folgten weitere größere Schlachten: Schlacht am Dnepr und die Dnepr-Karpaten-Operation.

Am 14. Januar 1944 begann mit der sowjetische Leningrad-Nowgoroder Operation, dem Angriff auf den deutschen Belagerungsring um Leningrad, eine Serie von Angriffsoperationen, die die sowjetische Propaganda später als „Zehn Stalinsche Schläge“ bezeichnete. Die Sowjetunion setzte nach: Ihre Frühjahrsoffensive brachte weitere Gebietsgewinne, und die Wehrmacht musste sich bis zum Peipussee zurückziehen. Am 12. Mai war die Krim wieder fest in sowjetischer Hand. Am 9. Juni begann die Offensive an der finnischen Front auf der Karelischen Landenge. Ende Juni kam dieser Angriff auf Höhe der alten Grenze von 1940 zum Stillstand.

Im Juni und Juli 1944 gelang der Sowjetunion mit der Operation Bagration die vollständige Zerschlagung der Heeresgruppe Mitte. Sie gilt mit einem Verlust von 28 Divisionen der Wehrmacht als verlustreichste Niederlage der deutschen Militärgeschichte. Die Rote Armee konnte nun bis kurz vor Warschau und Ostpreußen vorstoßen. Am 3. Juli eroberten die Sowjets Minsk zurück, weiter südlich drang ab dem 13. Juli in Galizien eine weitere sowjetische Offensive (Lwiw-Sandomierz-Operation) bis Lemberg an die Weichsel vor. Ab diesem Zeitpunkt war die Wehrmacht nur noch zu hinhaltendem Widerstand gegen die Rote Armee fähig.

Datei:Bundesarchiv Bild 146-1986-064-15, Ungarn, Straßenkämpfe, ungarische Pak.jpg
Ungarische Soldaten mit PaK bei Straßenkämpfen, November 1944

Am 1. August begann der Warschauer Aufstand der Polnischen Heimatarmee. Am 20. August marschierte die Rote Armee in der Operation Jassy-Kischinew in Rumänien ein, worauf am 23. August König Michael durch einen Staatsstreich den Diktator Ion Antonescu stürzte und am 24. die rumänische Armee den Kampf an Deutschlands Seite einstellte. Die Erfolge der Sowjetunion zwangen die Wehrmacht zum Rückzug aus Griechenland, am 13. Oktober rückten britische Einheiten in Athen ein. Am 5. September nahm die Rote Armee Bulgarien ein; der Unterstützung durch die Sowjetunion sicher, führten die bulgarischen Kommunisten am 9. September eine gewaltsame Änderung der Staatsform herbei und übernahmen die Führung im Land.

Finnland schloss am 19. September einen Waffenstillstand mit der Sowjetunion. Am 20. Oktober eroberten sowjetische Einheiten und jugoslawische Partisanen unter Tito die Hauptstadt Belgrad. Im Norden zog sich die Heeresgruppe Nord am 13. Oktober aus Riga nach Kurland zurück. In Ostpreußen kam die Offensive der Sowjetunion im Oktober nach anfänglichen Erfolgen zum Erliegen. In der Schlacht um Budapest wurde die ungarische Hauptstadt belagert, konnte aber erst am 11. Februar 1945 von der Roten Armee eingenommen werden.

Datei:Bundesarchiv Bild 146-1972-093-65, Flüchtlinge auf Schiff.jpg
Flüchtlinge auf einem Schiff in Königsberg, 1945

Die Rote Armee stieß Anfang 1945 von Warschau (Befreiung am 17. Januar) aus nach Norden vor und schnitt damit Ostpreußen vom Rest des Reiches ab. Zehntausende flohen aus Ostpreußen über das zugefrorene Haff nach Westen. Insgesamt gelangten über zwei Millionen Flüchtlinge über das Meer nach Westen. Im Zuge der Rettungsaktion wurde am 30. Januar vor Gotenhafen das ehemalige KdF-Schiff „Wilhelm Gustloff“, mit Tausenden von Flüchtlingen an Bord durch ein sowjetisches U-Boot torpediert und ging unter. Gleiches Schicksal erlitt wenig später die „Goya“. Nach der Anzahl der Opfer gehören beide zu den verlustreichsten Schiffskatastrophen der Geschichte. Königsberg fiel am 9. April endgültig an die Sowjetunion. Am 27. Januar erreichte die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, das von der SS zuvor aufgegeben worden war. Am selben Tag erreichten erste sowjetische Einheiten Küstrin und damit die Oder.

Nach der sowjetischen Weichsel-Oder-Operation stand die Rote Armee Ende Januar 1945 entlang der Oder und Neiße von Stettin bis Görlitz knapp 80 Kilometer vor Berlin. Die Höhen von Seelow bildeten dabei ein steil aufsteigendes, natürliches Hindernis, und um diese Höhen wurde eine der größten Schlachten des Zweiten Weltkrieges geschlagen. Die Schlacht um die Seelower Höhen begann am 16. April, im Laufe des 18. April errang die zahlenmäßig weit überlegene Rote Armee die Oberhand. Unterdessen wurde im Süden der sowjetische Belagerungsring um Breslau am 15. Februar geschlossen, welches allerdings erst am 6. Mai in die Hände der Roten Armee fiel. Am 25. April schloss sich der Belagerungsring um Berlin, am 28. April scheiterte der Versuch der 12. Armee unter General Walther Wenck, die Hauptstadt zu entsetzen, am 30. April tötete Adolf Hitler sich selbst im Führerbunker unter der Neuen Reichskanzlei. Am 2. Mai gab General Helmuth Weidling an die letzten Verteidiger von Berlin den Befehl zur Einstellung der Kampfhandlungen.

Nach dem Scheitern der Plattenseeoffensive im Frühjahr 1945 war Ungarn am 4. April vollständig von der Roten Armee erobert. Wien fiel am 13. April, von Osten aus wurden Niederösterreich, das Burgenland und die Steiermark erobert. Am 8. Mai 1945 trat um 23:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft. Am gleichen Tag erreichte die Rote Armee Graz und besetzte im Zuge der Prager Operation Dresden. Anfang Mai war die Personalstärke der Heeresgruppe Mitte (die frühere Heeresgruppe A), die unter Generalfeldmarschall Schörner im Protektorat Böhmen und Mähren stand, noch mit 900.000 Soldaten angegeben worden. Die wenigsten erreichten den Westen; die Masse ging in sowjetische Gefangenschaft. Auch der am 5. Mai beginnende Prager Aufstand forderte im Zusammenhang mit der anfangs ungeordneten Vertreibung der Deutschen aus der Tschechoslowakei eine unbekannte Zahl an Opfern. Am 10. Mai rückten sowjetische Einheiten in Prag ein.

Italien 1943 und 1944

Am 10. Juli 1943 landeten die Alliierten in Sizilien (Operation Husky), worauf der Große Faschistische Rat Mussolini Versagen vorwarf. Der Duce wurde daraufhin auf Befehl des italienischen Königs verhaftet. Als neuer Ministerpräsident wurde Pietro Badoglio eingesetzt.

Datei:Bundesarchiv Bild 101I-567-1503C-13, Gran Sasso, Mussolini verlässt Hotel.jpg
Mussolini beim Verlassen des Hotels Campo Imperatore, 12. September 1943
Datei:Bundesarchiv Bild 183-J15358, Bozen, entwaffneten Badoglio-Einheiten marschieren durch die Stadt.jpg
Durch deutsche Soldaten bewachte und entwaffnete italienische Soldaten in Bozen, September 1943

Am 22. Juli konnte die sizilianische Hauptstadt Palermo von den Alliierten besetzt werden. Am 3. September landeten zwei britische Divisionen bei nur minimalem Widerstand der Verteidiger auf dem italienischen Festland. Fünf Tage nach der Landung schloss die neue italienische Regierung einen Waffenstillstand mit den Alliierten, worauf der Fall Achse eingeleitet wurde, in dem die Deutschen alle italienischen Verbände entwaffneten und am 10. September Rom besetzten. Am 12. September gelang es einigen deutschen Fallschirmjägern, Mussolini aus seiner Gefangenschaft im Hotel Campo Imperatore zu befreien. Mussolini wurde nach Ostpreußen gebracht, um wenig später eine Marionetten-Regierung in Norditalien leiten zu können (Republik von Salò) und den Kampf an deutscher Seite fortzusetzen. Nachdem sich die auf der griechischen Insel Kefalonia stationierten italienischen Soldaten ihrer Entwaffnung widersetzten, wurden zwischen dem 18. und dem 23. September etwa 5000 Italiener gefangen genommen und von deutschen Gebirgsjägertruppen erschossen.

Am 13. Oktober erklärte die Badoglio-Regierung dem Deutschen Reich den Krieg. An der Seite der offiziellen italienischen Verbände operierte eine kampfstarke Partisanenarmee von 256.000 Frauen und Männern, die 1944 mit ihren Kampfhandlungen zehn Wehrmachtsdivisionen band.

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240-mm-Haubitze der US-Amerikaner in der Nähe von Mignano (Italien), Januar 1944

Der Vormarsch der Alliierten erfolgte nur sehr langsam. Die Deutschen verteidigten ihre Stellungen bis zum Äußersten, während im Hinterland schon die nächsten Verteidigungsstellungen ausgehoben wurden. Erst wenn der Druck zu stark wurde, zogen sie sich zurück, um sich wieder neu zu verschanzen.

Die Entscheidung der Alliierten, in Sizilien und nicht gleich bei Rom zu landen, verlängerte den Krieg möglicherweise erheblich. Es gibt Einschätzungen, dass die italienischen Verbände und die Partisanen bei einer Landung der Alliierten bei Rom Süditalien selbst hätten befreien können.

Während sich die Alliierten schwere Gefechte mit den Truppen der Wehrmacht lieferten, konnten sie die Deutschen nach einer Landung bei Anzio (Operation Shingle, 21. Januar) weiter in Bedrängnis bringen, worauf diese gezwungen waren, zusätzliche Divisionen nach Italien zu verlegen. Die Alliierten errichteten in Italien eine zweite Front, nutzten aber nicht die Gelegenheit, bis Rom vorzustoßen.

Datei:Bundesarchiv Bild 146-1975-014-31, Monte Cassino, deutsche Kriegsgefangene.jpg
Von neuseeländischen Soldaten bewachte deutsche Kriegsgefangene bei Monte Cassino, März 1944

Am 15. Februar wurde bei der Schlacht um Monte Cassino das von den Deutschen nicht besetzte Bergkloster Monte Cassino, das eine strategische Lage in der Gustav-Linie hatte, bombardiert und zwei Tage später durch Artilleriebeschuss völlig zerstört. Die deutschen Verteidiger, ehemalige Fallschirmjäger von der Landung auf Kreta, verschanzten sich anschließend in den Ruinen des Klosters. Erst drei Monate später, am 18. Mai, nahm das 2. Polnische Korps unter Führung von General Władysław Anders unter hohen Verlusten nach mehreren Tagen des Angriffs das Kloster ein, nachdem die vorhergehenden Angriffe der Alliierten gescheitert waren.

Nachdem das Hindernis Monte Cassino überwunden war, begann der Vormarsch auf Rom. Am 25. Mai vereinten die alliierten Kräfte ihre beiden Fronten und drängten die deutschen Truppen auf die „Grüne Linie“ zwischen La Spezia und Rimini zurück.

Generalfeldmarschall Albert Kesselring, Oberbefehlshaber der Heeresverbände in Italien, lehnte es ab, in der „ewigen Stadt“ zu kämpfen und befahl seinen Einheiten, Rom am 4. Juni widerstandslos zu verlassen. Die Hoffnung der Alliierten, die Wehrmacht bis in die Alpen zurückzutreiben, wurde bei der Apennin-Verteidigungslinie vorerst zerstört, sodass 1944 noch keine Entscheidung in Italien stattfand.

In diesen Zeitraum fallen ebenfalls alliierte Überlegungen eines weiteren Vorrückens über den Balkan, die jedoch, um Spannungen mit der UdSSR zu vermeiden, verworfen wurden.

Von der Westfront bis zum Kriegsende, Juni 1944 bis Mai 1945

Westfront 1944/1945

Datei:Bundesarchiv Bild 101I-299-1825-06A, Atlantikwall, Soldaten an Geschütz.jpg
Deutsche Soldaten an einem Geschütz am Atlantikwall in Nordfrankreich, 1944

Mit Jahresbeginn übernahm Erwin Rommel den Oberbefehl der deutschen Heeresgruppe B an der Westfront nördlich der Loire. Am 21. Januar 1944 begann die deutsche Luftwaffe wieder mit Angriffen auf London, die bis zum April fortgesetzt wurden.

Während die Alliierten damit beschäftigt waren, Berge von Versorgungsmaterial anzuhäufen, verstärkten die Deutschen ihre Küstenbefestigungen am Atlantikwall.

Datei:1944 NormandyLST.jpg
US-amerikanische Soldaten landen bei Omaha Beach, 6. Juni 1944

Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie. Der Plan für Operation Overlord fußte auf ab 1941 ausgearbeiteten Invasionsplänen und war vom britischen Lieutenant General (Generalleutnant) Sir Frederick E. Morgan in seiner endgültigen Fassung erarbeitet worden. Er sah vor, mit vier Armeen zu landen und dann schnell ins Landesinnere vorzustoßen. Die Deutschen waren schlecht auf die Invasion eingestellt. Der deutsche Planungsstab und Hitler erwarteten die Landung immer im Pas-de-Calais, der engsten Stelle des Ärmelkanals. Das Gebiet von Calvados, wo die Alliierten schließlich an Land gingen, wurde stellenweise nur mit einigen Metern Stacheldraht und ein paar MG-Nestern verteidigt. Aber nicht überall, denn trotz der falschen Erwartungen des OKW über den Ort der Invasion war die Normandieküste doch recht schwer befestigt. Das Invasionsgebiet war in fünf Landungsabschnitte aufgeteilt mit den Decknamen Juno, Gold, Sword (britisch/kanadische Landungsabschnitte), sowie Utah und Omaha (US-amerikanische Landungsabschnitte). Die Bombardierungen der Küste aus der Luft und von See verliefen planmäßig, verfehlten bei Omaha jedoch die erste deutsche Linie, und das führte, zusammen mit der Tatsache, dass die Deutschen in Unkenntnis der Alliierten eine zweite Division dort hatten, zu sehr schweren Verlusten der ersten Welle (etwa 70 %).

Am so genannten D-Day waren während der Operation Neptune, dem eigentlichen Invasionsunternehmen, fast 6700 Schiffe und über 13.000 Flugzeuge beteiligt. Am frühen Morgen des 6. Juni starteten mehrere Luftlandeeinheiten (die 82. und 101. US-Luftlandedivision) zu ihren Einsätzen im Hinterland. Wegen Navigationsfehlern und überraschend starkem deutschen Flakfeuer erreichten viele Maschinen nicht die vorgesehenen Absprungzonen, sodass die Fallschirmjäger über weite Teile der Halbinsel Cotentin verteilt wurden.

Obwohl die Alliierten gewaltige Kräfte aufgeboten hatten, kamen sie stellenweise nur sehr langsam voran. Aufgrund der alliierten Luftüberlegenheit und wegen der selbst zerstörten französischen Bahngleise gelang es der deutschen Seite nicht, schnellstmöglich zusätzliche Einheiten in das Kampfgebiet der Normandie zu verlegen. Cherbourg im Norden der Cotentin-Halbinsel, befehligt von Festungskommandant Karl-Wilhelm von Schlieben, fiel am 26. Juni nach starkem amerikanischen Artilleriebeschuss und heftigen Straßenkämpfen (→ Schlacht um Cherbourg).

Die Einnahme von Caen, einem Primärziel des ersten Landungstages, erwies sich für die alliierten Truppen der Briten und Kanadier an der Ostseite des Normandie-Brückenkopfes als ungleich schwieriger (→ Schlacht um Caen). Erst nach sechs Wochen verlustreicher Kämpfe konnte die Stadt am 19. Juli vollständig besetzt werden.

Am 15. August begann eine zweite Invasion in Südfrankreich an der Côte d’Azur zwischen Toulon und Cannes (Operation Dragoon, ursprünglich bekannt unter dem Decknamen Anvil). An der Landung waren 880 alliierte Seeschiffe, darunter vier Flugzeugträger, sechs Schlachtschiffe, 21 Kreuzer und über 100 Zerstörer, insgesamt 34 französische Schiffe und 1370 Landungsboote sowie ungefähr 5000 Flugzeuge beteiligt. Drei amerikanische Divisionen bildeten die Angriffstruppen. Die Franzosen und US-Amerikaner konnten ohne entscheidenden Widerstand zügig in das Landesinnere vorstoßen.

In der Normandie unternahmen die US-Amerikaner am 25. Juli einen Ausbruchsversuch aus ihrem Brückenkopf-Sektor (→ Operation Cobra), der in den Folgetagen im Westen zur Abschnürung der Cotentin-Halbinsel bis nach Avranches führte. Im Osten konnten US-amerikanische Einheiten bei Saint-Lô nach anfänglicher Verzögerung schnell die deutsche Front durchbrechen. Am 6. August starteten die Deutschen zwar unter dem leitenden OB West, Generalfeldmarschall Günther von Kluge, eine Konterattacke bei Mortain (→ Unternehmen Lüttich). Sie wurde aber schon nach zwei Tagen wieder gestoppt, was schließlich mit Hilfe der nördlich kämpfenden Briten und Kanadier zum Kessel von Falaise führte.

Datei:American troops march down the Champs Elysees.jpg
Amerikanische Truppen beim Parademarsch in Paris, 29. August 1944

Am 25. August wurde Paris befreit (→ Schlacht um Paris). Der deutsche Stadtkommandant General Dietrich von Choltitz verweigerte Hitlers Befehl, die Stadt zu zerstören und ergab sich mit seinen Truppen kampflos. Durch die enorme Materialfülle und absolute Luftherrschaft konnten deutsche Truppenansammlungen zu jeder Zeit zerschlagen werden, und die Alliierten kamen in der Folgezeit recht zügig voran. Zwar überdehnten sie bei ihrem schnellen Vorstoß zum deutschen Westwall ihre Versorgungslinien, aber durch den Aufbau neuer, schneller Nachschubwege (→ Red Ball Express) gelang es vor allem, den in großen Mengen benötigten Treibstoff bereitzustellen. Bereits am 3. September fiel Brüssel und am Tag darauf konnte Antwerpen besetzt werden. Einzig bei der Luftlandeoperation Market Garden konnte das II. SS-Panzerkorps den Briten und US-Amerikanern in Arnheim noch einmal eine schwere Niederlage beibringen.

Nach dem Verlust der Atlantikhäfen am Ärmelkanal und vor allem in der Bretagne (→ Schlacht um die Bretagne) setzte die deutsche Marine ihren U-Boot-Krieg von Norwegen aus fort. Bis zum 1. September griffen die Deutschen von Abschussrampen in Nordfrankreich aus mit Raketen (V1, V2) London an. Mit Arbeiten an dem Projekt „Friesenwall“ sollte dem direkten Eindringen der Alliierten an der deutschen Nordseeküste entgegengewirkt werden. Er wurde jedoch nicht fertiggestellt.

Am 21. Oktober eroberten die Alliierten nach heftigen Kämpfen Aachen als erste deutsche Stadt. Am 22. November erreichten weiter südlich US-amerikanische Streitkräfte die Festung Metz und Straßburg. Im Dezember versuchten die Deutschen, in der Ardennenoffensive die Oberhand im Westen zurückzugewinnen. Das Operationsziel, die Linien der Alliierten zu spalten, in breiter Front nach Belgien vorzustoßen und den alliierten Nachschubhafen Antwerpen zu besetzen, misslang jedoch. Dabei wurden die letzten deutschen Offensivreserven verbraucht.

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Zwei US-amerikanische Soldaten während der Explosion eines Benzintankanhängers auf dem Marktplatz von Kronach, 14. April 1945

Mit amerikanischer Luftunterstützung erobern in der Nacht vom 16. auf den 17. April 1945 französische Truppen unter Befehl von General Jean de Lattre de Tassigny und angeführt von Major Christian Marie de Castries die im Schwarzwald zentral gelegene Stadt Freudenstadt und zerstören deren Zentrum beinahe vollständig. Dabei wird auch von zahlreichen Ausschreitungen von Soldaten gegenüber der Zivilbevölkerung berichtet. Daraufhin geht die Truppenbewegung weiter in Richtung Rottweil und Stuttgart.

Alliierte Truppen erreichten am 7. März 1945 die unzerstörte Rheinbrücke von Remagen. Sie errichteten Brückenköpfe auf rechtsrheinischem Gebiet und kreisten das Ruhrgebiet ein. Die Heeresgruppe B der Wehrmacht unter Feldmarschall Model wurde am 1. April im sogenannten Ruhrkessel eingeschlossen und kapitulierte am 18. April. Am selben Tag nahmen die US-Truppen Magdeburg ein, einen Tag später Leipzig.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-1985-0531-314, Torgau, Begegnung amerikanische-sowjetische Soldaten.jpg
Sowjetische und US-amerikanische Soldaten in Torgau, 26. April 1945

Am 25. April trafen sich US-amerikanische und sowjetische Truppen in Torgau an der Elbe (Elbe Day); der letzte Einflussbereich der Deutschen zerfiel jetzt in zwei Teile. Am 26. April fiel Bremen an die Briten, die weiter nach Nordosten zogen. In rascher Folge nahmen sie Lübeck (2. Mai) und Hamburg (3. Mai), während britisch-kanadische Truppen in Wismar einmarschierten.[29] Der Vorstoß aus dem Raum Hagenow erfolgte vermutlich auch, um die Rote Armee daran zu hindern, bis Schleswig-Holstein vorzustoßen. Im späten Nachmittag des 2. Mai trafen sich die Alliierten am östlichen Stadtrand Wismars.

Am 5. Mai kapitulierte Generaloberst Blaskowitz, dessen Truppen in Holland eingekesselt waren. Während die britischen Einheiten Norddeutschland eroberten, wandten sich die US-Amerikaner nach Süden. Sie besetzten am 30. April München. Stuttgart fiel am 22. April an die französische Armee, die nach Süden bis Vorarlberg vordrang. Die US-Armee wandte sich zu den Alpen und traf am 3. Mai am Brennerpass mit ihren Landsleuten zusammen, die von Süden her Oberitalien besetzt hatten.

In Italien fiel Bologna am 19. April an die US-Truppen. Am 25. April fand die Flucht des italienischen Diktators Benito Mussolini vor den Alliierten aus Salò statt, was als Ende der Italienische Sozialrepublik gilt. Am 27. April wurde Genua erobert; einen Tag später ergriffen italienische Partisanen in Dongo den gestürzten „Duce“ Benito Mussolini und erschossen ihn. Am 2. Mai kapitulierten die deutschen Einheiten in Italien, am selben Tag marschierte die britische Armee in Triest ein.

Kriegsende in Europa 1945

Datei:Bundesarchiv Bild 183-R77767, Berlin, Rotarmisten Unter den Linden.jpg
Sowjetische Soldaten nach der Kapitulation Berlins vor dem Brandenburger Tor, Mai 1945

Einen Tag bevor Hitler sich am 30. April das Leben nahm, hatte er in seinem politischen Testament Großadmiral Karl Dönitz zum Reichspräsidenten und Oberbefehlshaber der Wehrmacht und Propagandaminister Joseph Goebbels zum Reichskanzler bestimmt. Nachdem Goebbels sich am 1. Mai ebenfalls das Leben genommen hatte, erklärte Dönitz am gleichen Tag in einer Rundfunkansprache die Fortsetzung des militärischen Kampfes gegen „den vordrängenden bolschewistischen Feind“. Dönitz wollte die deutschen Soldaten in amerikanisch-britische Gefangenschaft bringen und sie vor sowjetischer Gefangenschaft retten. Nachdem die letzten Einheiten in Berlin am 2. Mai kapituliert hatten, schlug er sein Hauptquartier am 3. Mai im von Deutschen gehaltenen Flensburg auf und benannte eine Geschäftsführende Reichsregierung unter Graf Schwerin von Krosigk.

Am 4. Mai unterzeichnete der neu ernannte Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Hans-Georg von Friedeburg, auf dem Timeloberg eine Urkunde zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmachtseinheiten, die im Nordwesten gegen den britischen Feldmarschall Montgomery gekämpft hatten – diese Teilkapitulation trat am 5. Mai um 7 Uhr in Kraft.

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Wilhelm Keitel unterzeichnet die ratifizierende Kapitulationsurkunde in Berlin-Karlshorst, 8./9. Mai 1945

Nachdem Eisenhower im operativen Hauptquartier der SHAEF in Reims das Ansinnen eines separaten Waffenstillstands mit den Westalliierten zurückgewiesen hatte, unterzeichnete Generaloberst Alfred Jodl in den Morgenstunden des 7. Mai die bedingungslose Kapitulation aller deutschen Truppen. Sie trat am 8. Mai, 23:01 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Kraft. In einem weiteren Dokument wurde die Ratifizierung dieser bedingungslosen Kapitulation, dann durch das Oberkommando der Wehrmacht sowie die Oberbefehlshaber von Heer, Luftwaffe und Marine vereinbart. Das geschah durch Unterzeichnung einer weiteren Kapitulationsurkunde im sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst. Aufgrund einer Zeitverzögerung war es schon nach Mitternacht, als diese in der Nacht vom 8. zum 9. Mai von Generalfeldmarschall Keitel für das OKW und das Heer, Generaladmiral von Friedeburg für die Kriegsmarine und Generaloberst Stumpff für die Luftwaffe (als Vertreter des Oberbefehlshabers Generalfeldmarschall von Greim) unterzeichnet wurde.

Datei:V-E-Day Stars and Stripes No 285 Paris 8 May 1945.JPG
Sonderausgabe der US-amerikanischen Soldatenzeitung Stars and Stripes zur Kapitulation am 8. Mai 1945.

Zum Kriegsende am 8. Mai, dem V-E-Day beziehungsweise Tag der Befreiung, befanden sich im Westen noch die Kanalinseln und die Städte Lorient, Saint-Nazaire, La Rochelle sowie die lettische Halbinsel Mazierbe unter Kontrolle der Wehrmacht. Auch in Dänemark blieb die deutsche Herrschaft bis zur Kapitulation aufrecht. Das Deutsche Reich selbst war weitgehend besetzt, lediglich der Alpenraum, Teile des Protektorats Böhmen und Mähren und Schleswig-Holstein standen noch unter Kontrolle deutscher Truppen.

In Norwegen und zum Teil auch in Nordwestdeutschland waren die deutschen Truppen in Gewahrsam der britischen Streitkräfte. Sie waren formal Kriegsgefangene, jedoch nicht entwaffnet und in ihrer militärischen Gliederung und Kommandostruktur unverändert. Sie wurden in Einsatzbereitschaft gehalten und zum Teil auch weiter ausgebildet.[30] Die Truppenteile unterstanden britischem Kommando. Während der Potsdamer Konferenz wurde bei der 9. Vollsitzung am 27. Juli 1945 der britische Premier Churchill vom sowjetischen Generalissimus Stalin auf diese nicht entwaffneten, sich in Norwegen befindenden 400.000 Soldaten angesprochen[31] (siehe auch: Operation Unthinkable).

Am 8. und 9. Mai versuchten ungezählte deutsche Soldaten aus dem sowjetischen Machtbereich noch in die von den Westalliierten kontrollierten Gebiete zu gelangen, vor allem solche aus dem böhmisch-mährischen Raum. Der überwiegenden Mehrheit gelang dies nicht, zumal die US-Armee sich strikt an die Waffenstillstandbedingungen hielt und in ihren Bereich gelangte deutsche Soldaten in Lagern (Pisek) festhielt und den Sowjets übergab. Keinerlei Aussicht, der Gefangenschaft zu entgehen, bestand für die eingeschlossene Heeresgruppe Kurland.

Der Oberste Sowjet hob den Kriegszustand mit Deutschland erst in einer einseitigen Erklärung am 25. Januar 1955 auf.[32][33]

Richard von Weizsäcker äußerte 1985 in seiner Rede zum 8. Mai, das Kriegsende ginge seit 1945 in der Bundesrepublik Deutschland als Befreiung vom Nationalsozialismus in die nationale Erinnerungskultur ein.[34] Demgegenüber vertritt beispielsweise Michael Wolffsohn die Auffassung, dass der 8. Mai für die Ostdeutschen keine Befreiung gewesen sei, da sie „bis 1989 unfreiwillig die braune gegen die rote Unfreiheit […] tauschten.“ – „Wie und weshalb hätten sich die Ostdeutschen befreit fühlen können – oder gar die 12 Millionen Flüchtlinge und Vertriebenen, die Vergewaltigten und unschuldig Verfolgten?“[35]

Krieg in Asien und im Pazifik

Japan war vor dem Zweiten Weltkrieg bereits an mehreren Kriegen beteiligt gewesen. Unter Tennō Yoshihito kämpfte Japan an der Seite der Alliierten im Ersten Weltkrieg, in dem Japan Kolonien des deutschen Kaiserreichs übernehmen konnte, wie zum Beispiel Qingdao. Etwa zehn Jahre zuvor kam es wegen Streitigkeiten um die Mandschurei zum Russisch-Japanischen Krieg (1904–1905).

Nachdem es nicht gelang, die Wirtschaftskrise ab 1929 im Rahmen der weltwirtschaftlichen Lage einzudämmen, wurden verstärkt Stimmen laut, die eine territoriale Expansion als Lösung der Probleme sahen.

Ab den 1930er Jahren erlangten Militärs verstärkt Kontrolle über die Regierung, einschließlich des Amts des Premierministers, politische Gegner wurden verfolgt, Medien zensiert. Der aggressive Einsatz für eine Neuordnung der Pazifikregion hatte vorgeblich zum Ziel, die Hegemonie der asiatischen Länder und Kolonien durch westliche, europäische Staaten zu beenden und sie durch eine japanische zu ersetzen (Panasienbewegung).

Das Hauptinteresse der japanischen Expansion galt dem Gebiet der damaligen Republik China. Nach dem Mukden-Zwischenfall am 18. September 1931, der vermutlich von den Japanern selbst erzeugt wurde, kam es zur Mandschurei-Krise und die Guandong-Armee besetzte, angeblich ohne größere Rücksprache mit der japanischen Regierung, die Mandschurei. Am 1. März 1932 wurde dort der Marionettenstaat Mandschukuo ausgerufen, dessen offizieller Präsident und späterer Kaiser Pu Yi war. Aufgrund internationaler Proteste über das Vorgehen in China trat Japan 1933 aus dem Völkerbund aus, 1936 schloss es sich dem Antikominternpakt an.

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Chinesische Soldaten verteidigen die Marco-Polo-Brücke, 1937

Am 7. Juli 1937 landeten japanische Truppen an der Küste Chinas und es kam zum Zwischenfall an der Marco-Polo-Brücke. Infolgedessen begann nach einem kurzzeitigen Waffenstillstand am 25. Juli 1937 der Zweite Japanisch-Chinesische Krieg, der bis 1945 andauern sollte und dessen Ausbruch von einigen Historikern sogar als der eigentliche Beginn des Zweiten Weltkrieges angesehen wird.

China stand zu diesem Zeitpunkt vor einem Scheideweg, da die Kommunisten unter Mao Zedong und die Nationalisten der Kuomintang unter Chiang Kai-shek um die Vorherrschaft im Land kämpften. Die Kommunisten hatten sich nach dem Langen Marsch in das Landesinnere zurückgezogen und griffen beim Kampf gegen die Japaner nur vereinzelt ein. So errangen sie in der Schlacht von Pingxingguan einen kleinen taktischen Sieg, der als „Der große Sieg von Pingxingguan“ in die Geschichte der kommunistischen Partei einging. Nach der Hundert-Regimenter-Offensive von Mitte bis Ende 1940 kam es zu einem inneren Zerwürfnis in der Partei und Mao beschloss den Kampf gegen die Japaner gänzlich den Nationalisten zu überlassen und die eigenen Truppen für den später wieder ausbrechenden Klassenkampf zurückzuhalten.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-U1002-502, Japanisch-Chinesischer Krieg.jpg
Japanische Truppen bei der Einnahme von Nanking, Januar 1938

Um den 8. Dezember 1937 erreichten die japanischen Truppen Nanjing, die Hauptstadt der Kuomintang und kesselten sie ein. Bei der Evakuierung von amerikanischen Bürgern aus Nanking beschossen die Japaner am selben Tag von Kampfflugzeugen aus das auf dem Jangtsekiang voll beladen fahrende Kanonenboot USS Panay (→ Panay-Vorfall). Das Boot wurde versenkt. Drei Menschen starben und 48 wurden verletzt. Zwar entschuldigte sich die japanische Regierung für den Zwischenfall, aber zusammen mit Berichten über die Grausamkeiten japanischer Soldaten, die nun an die Öffentlichkeit kamen, sorgte er dafür, dass sich das Bild von Japan in den USA zu ändern begann. Am 13. Dezember besetzten die japanischen Truppen Nanking. In dem darauf folgenden, drei Wochen andauernden Massaker von Nanking wurden vermutlich mehr als 300.000 chinesische Zivilisten ermordet und etwa 20.000 Frauen vergewaltigt. Chiang Kai-shek ließ daraufhin die Hauptstadt in das entfernte Chongqing verlagern.

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Japaner kämpfen bei Guandong, 1938

Im März 1938 verabschiedete Japan das Nationale Mobilisierungsgesetz, das im April in Kraft trat. Auf diesem Gesetz war die Bewegung der nationalen geistigen Mobilisierung aufgebaut, in der alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aspekte auf eine effizientere Kriegsführung konzentriert wurden. Hoffnungen auf eine friedliche Lösung des Konfliktes mit China kamen auf, als Ugaki Kazushige, ein ehemaliger General und Gegner weiterer Eskalationen, im Mai desselben Jahres Außenminister wurde. Doch statt eine Beruhigung der Lage zu erreichen, kam es zu erneuten Streitigkeiten mit der Sowjetunion um die Mandschurei und in der Folge zum Japanischen-Sowjetischen Grenzkonflikt.

Da Japans wirtschaftliche Zukunft vor allem von Rohstofflieferungen aus Kolonien Großbritanniens und Frankreichs abhing, nutzte es den Ausbruch des Kriegs in Europa und erpresste von Großbritannien die Sperrung der Burmastraße, um die chinesischen Truppen vom Nachschub abzuschneiden. Außerdem setzte Japan in Nanking Wang Jingwei als Chef einer Marionettenregierung ein (Panasiatismus) und erhielt vom Vichy-Regime die Zustimmung zur Besetzung Vietnams, damals noch Französisch-Indochina. In der Folge verhängten die USA und Großbritannien ein Embargo und froren die finanziellen Mittel Japans ein.

Am 27. September 1940 unterzeichnete Japan den Dreimächtepakt mit Deutschland und Italien, der den bestehenden Antikominternpakt um gegenseitige militärische Unterstützung erweiterte. Damit verwarf der japanische Kaiser seine noch am 5. September 1939 verkündete Neutralität und unterstrich seine aggressive Außenpolitik vor allem gegenüber China.

Die amerikanische Regierung rief daraufhin am 8. Oktober alle Zivilisten im Fernen Osten auf, in die USA zurückzukehren, da es zu einer indifferenten Lage in diesem Gebiet käme und verhängte am 23. Oktober ein totales Ausfuhrverbot für Eisen- und Stahlschrott nach Japan. Am 23. Oktober verließen drei Passagierdampfer die USA um alle Amerikaner aus China und Japan zu evakuieren.

Im April 1941 unterschrieb Präsident Roosevelt einen Geheimbefehl, der es Reserveoffizieren erlaubte das Militär zu verlassen und als Freiwillige nach China zu gehen. Als Folge gründete Captain Claire Lee Chennault in Kunming die American Volunteer Group (auch Flying Tigers genannt), eine US-amerikanische Fliegerstaffel, die ab 1942 in den aktiven Dienst der US Air Force gesetzt wurde.

1941 begannen verstärkte Bemühungen der USA und Japan, um den drohenden Krieg zu verhindern. Gleichzeitig nahmen die Kriegs- und Eroberungspläne der Japaner für Südostasien konkrete Formen an. Den Forderungen der USA, China zu verlassen, kam Japan jedoch nicht nach. Wegen des Embargos Großbritanniens und der USA und weil Japan von den Rohstofflieferungen der europäischen Verbündeten abgeschnitten war, blieb ein Krieg mit den USA und Großbritannien die einzige Alternative zum Verlust des Reiches.

Nachdem Japan die USA mit dem Angriff auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941 empfindlich getroffen hatte und diese ihnen den Krieg erklärt hatten, drangen die Japaner weiter nach Süden vor und besetzten unter der Propaganda „Asien den Asiaten“ europäische und amerikanische Kolonien wie Hongkong, die Philippinen und Niederländisch-Indien.

Innerhalb von vier Monaten (Dezember–März) hatten japanische Truppen weite Teile Südostasiens und einen Großteil des Pazifiks mit etwa 450 Millionen Menschen unter ihrer Kontrolle. Dies war die größte Ausdehnung in der Geschichte Japans.

Die wichtigste Eroberung der Japaner fand am 23. Januar 1942 statt, als die kleine australische Garnison in Rabaul an der Nordostspitze auf New Britain überwältigt und die Hafenstadt eingenommen werden konnte. Damit hatten die Japaner eine hervorragende Ausgangsbasis für ein weiteres Vordringen in Richtung Ostpazifik und die Südsee, die in den folgenden Jahren zu einer regelrechten Festung ausgebaut wurde.

Mitte 1942, nach der Schlacht im Korallenmeer sowie der Schlacht um Midway, bei der die Japaner vier Flugzeugträger und zahlreiche Flugzeuge und erfahrene Besatzungen verloren und damit ihre Flotte empfindlich geschwächt war, änderte sich jedoch die Situation. Mit der Landung auf der Salomonen-Insel Guadalcanal am 7. August begannen die Amerikaner die Operation Watchtower, eine der verlustreichsten und verbissensten Schlachten während des Pazifikkrieges. Sie dauerte bis ins nächste Jahr an und markierte einen weiteren Wendepunkt zugunsten der Amerikaner. Sie konnten ein weiteres Vordringen Japans verhindern. Damit war eine Isolierung Australiens von Amerika vereitelt und US-Truppen konnten weiter auf japanisch besetztes Gebiet vorrücken. Weiterhin hatte die japanische Flotte bei diesen Abnutzungsschlachten Verluste zu verzeichnen, die sie im Gegensatz zu ihren Gegnern kaum zu ersetzen vermochte.

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Amerikanische Landung auf Rendova Island auf den Salomonen am 30. Juni 1943

Die härtesten Kämpfe tobten von Ende 1942 bis Mitte 1944 auf Neuguinea, in der Südsee auf den Salomonen, den Gilbertinseln, den Marshallinseln und den Marianen. Ein erfolgreiches taktisches Mittel war dabei das so genannte „Island Hopping“, bei dem die Amerikaner die starken japanischen Stützpunkte, im Besonderen den wichtigen Standort Rabaul mit seinem Hafen und den Flugfeldern, umgingen und Insel für Insel in Richtung japanischem Hoheitsgebiet einnahmen.

Zu Beginn des Jahres 1943 gelang es den Amerikanern in vermehrtem Maß, japanische Funkcodes zu entschlüsseln. Einer der wichtigsten Codes war der Ultra-Code der Kommandantur des Truk-Atolls. Damit war die Grundlage für den Seekrieg gegen die japanischen Fracht- und Nachschubschiffe durch US-U-Boote gelegt, dessen stetig steigende Versenkungsraten einen wesentlichen Anteil am Sieg hatten. Der japanischen Marine gelang es während des gesamten Krieges nicht, ein wirksames Schutzsystem für ihre Transportschifffahrt zu bilden. Dies lag sowohl an der Unterschätzung der U-Boot Gefahr in der japanischen Militärdoktrin, mit der Folge einer ungenügenden Anzahl von Geleitschiffen bei Kriegsbeginn, sowie an der großen technologischen Unterlegenheit Japans im Bereich der Überwasser-(Radar)als auch Unterwasserortung (Asdic). Vor allem der daraus resultierende Mangel an Treibstoff beeinträchtigte einerseits die Ausbildung neuer Piloten extrem, und machte es anderseits erforderlich, Flottenverbände weit außerhalb der Hauptkampfgebiete, in der Nähe von Treibstoffquellen, zu stationieren, was die taktischen strategischen Optionen der Flotte stark einschränkte.

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Explosion von „Fat Man“ über Nagasaki, 9. August 1945

Der amerikanischen Funkaufklärung gelang Mitte April die Entschlüsselung eines Funkspruchs, demzufolge Admiral Yamamoto Isoroku, Oberbefehlshaber der Kaiserlich Japanischen Marine, den Stützpunkt auf Bougainville besuchen wollte. Zum Abfangen seines Flugzeugs starteten am 18. April 16 Lightning Jäger von der neuen zweiten Startbahn des Henderson Airfields auf Guadalcanal und nahmen Kurs nach Norden. Bei einem eigenen Verlust gelang ihnen der Abschuss von drei der neun japanischen Begleitflugzeuge und der zwei Transportmaschinen. In einer davon befand sich Yamamoto, der dabei ums Leben kam. Vom Verlust dieser starken Führungspersönlichkeit konnte sich die japanische Marine in der Folge nur schwerlich erholen (→ Operation Vengeance).

Ab 1944 begann die Erfolgszeit der amerikanischen Task Forces. Die Fast Carrier Task Force, abwechselnd unter der Bezeichnung Task Force 38 und 58, führte Vorstöße gegen japanisch besetzte Inselgruppen durch und drang stetig weiter in Richtung der japanischen Inseln vor, obwohl die Japaner mit dem Einsatz von Kamikaze-Fliegern begannen. Die von den Japanern erwarteten hohen Verlustraten bei den amerikanischen Schiffen blieben aber aus. Ebenso blieben die Erfolge der bemannten Kaiten-Torpedos aus.

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Unterzeichnung der japanischen Kapitulationsurkunde am 2. September 1945

Nach der ab Mitte Juni begonnenen blutigen Schlacht um Saipan, verbunden mit der Schlacht in der Philippinensee, bei der die Japaner fast alle eingesetzten Flugzeuge mitsamt Besatzungen und durch U-Boote drei Flugzeugträger verloren, kam es Ende Oktober bis Anfang November 1944 während der Landungen auf Leyte in den Philippinen zur See- und Luftschlacht im Golf von Leyte. Hier verloren die Japaner mit vier Flugzeugträgern (ohne Flugzeuge), drei Schlachtschiffen, zehn Kreuzern und neun Zerstörern fast ihre komplette verbliebene Seestreitmacht.

Nach den Kämpfen auf den japanischen Inseln Iwojima und Okinawa warfen die Amerikaner am 6. August 1945 die erste Atombombe auf Hiroshima. Kurz darauf, am 9. August wurde die zweite über Nagasaki gezündet. Sechs Tage später verkündete der japanische Tennō im Rundfunk die Kapitulation Japans, die am 2. September in der Bucht von Tokio auf der USS Missouri unterzeichnet wurde.

Strategische Aspekte

Der Strategiehistoriker Colin Gray deutet den Zweiten Weltkrieg mit seinen Operationen auf drei Kontinenten zu Lande, zu Wasser und in der Luft als komplexes Ereignis, das allerdings von einer „eleganten Schlichtheit in seinem Ablauf und seiner Struktur“ durchzogen werde. Gray zufolge waren die beiden wichtigsten Kriegsschauplätze, die Ostfront und der pazifische Raum, grundsätzlich voneinander unabhängig. Allerdings stellten wichtige Ereignisse wie die deutsche Kriegserklärung an die Vereinigten Staaten nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor immer wieder kriegswichtige Bezüge her. Ihnen gemeinsam sei vor allem gewesen, dass es sich bei beiden Feldzügen um „riesige Belagerungsoperationen“ gehandelt habe.[36] Darüber hinaus ordnet Gray den Zweiten Weltkrieg trotz einer im Vergleich zum Ersten Weltkrieg verstärkten verbundenen Gefechtsführung, wie beispielsweise den Blitzkrieg, als Abnutzungskrieg ein.

Luftkrieg

Datei:Bundesarchiv Bild 183-S53511, Warschau, Weichsel, Brände.jpg
Innenstadt von Warschau nach deutschen Luftangriffen, September 1939
Datei:Bundesarchiv Bild 141-1114, Rotterdam, Luftaufnahme von Bränden.jpg
Rotterdam nach dem deutschen Luftangriff, Mai 1940

Die deutsche Luftwaffe absolvierte ihren ersten Test im Spanischen Bürgerkrieg.[37] Am 26. April 1937 bombardierten Flugzeuge der Legion Condor die baskische Stadt Guernica. Der Luftangriff auf Gernika war der erste Auslandseinsatz der neuen Reichsluftwaffe und der erste Luftangriff auf ein ziviles Flächenziel in der Militärgeschichte. Im Polenfeldzug erlangte die Luftwaffe schnell die Lufthoheit, da die größtenteils veralteten polnischen Jagdflugzeuge nur wenig Widerstand leisten konnten. Der Luftangriff auf Warschau am 15. September 1939 war ein erster Angriff auf vor allem zivile Ziele aus der Luft im Zweiten Weltkrieg. Am 14. Mai 1940 fiel die Innenstadt von Rotterdam einem Angriff der Luftwaffe zum Opfer. Ein erster Angriff der Royal Air Force (RAF) im Mai 1940 auf Mönchengladbach blieb relativ bedeutungslos.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-R98105, Coventry nach Luftangriff.jpg
Zerstörtes Industriegebiet in Coventry nach dem deutschen Luftangriff, November 1940

Am 14. November 1940 flog die deutsche Luftwaffe einen schweren Luftangriff auf Coventry (Operation Mondscheinsonate). Dabei kamen mindestens 568 Menschen ums Leben. Neben Fahrzeug- und Motorenwerken wurden Tausende von Wohnhäusern getroffen und die mittelalterliche St Michael’s Kathedrale zerstört. Ein nächster Angriff traf die Stadt am 8. April 1941. Die nationalsozialistische Propaganda erfand den Begriff des „Coventrierens“ für das Flächenbombardement. Die Angriffe auf Rotterdam und Coventry leitete der vormalige Chef der Legion Condor und Verantwortliche für den Angriff auf Guernica, Wolfram von Richthofen.

Als Reaktion auf Coventry intensivierte die Royal Air Force zunächst ihre Angriffe auf deutsche Industrieanlagen, was umso erfolgreicher geschehen konnte, als die von Mitte 1940 und Anfang 1941 dauernde Luftschlacht um England mit der Niederlage der deutschen Luftwaffe endete. Beim Luftangriff auf Belgrad am 6. April 1941 wurde die Stadt, die nur schwach verteidigt werden konnte, von der Luftwaffe in weiten Teilen zerstört. Bei der deutschen Offensive gegen die Sowjetunion spielte die Luftwaffe eine bedeutende Rolle, konnte aber weder die Schlacht um Moskau noch die um Stalingrad für die deutsche Seite entscheiden. Die United States Army Air Forces (USAAF) flogen im April 1942 den ersten Bombenangriff auf Tokio; ab August 1942 erfolgten auch in Europa Luftangriffe der USAAF.

Datei:Hamburg after the 1943 bombing.jpg
Hamburg nach der Operation Gomorrha, 1943
Datei:Bundesarchiv Bild 183-08778-0001, Dresden, Tote nach Bombenangriff.jpg
Tote nach den Luftangriffen auf Dresden, Februar 1945

Ab Februar 1942 war Arthur Harris Oberbefehlshaber des RAF Bomber Command. Den Beginn der britischen Moral Bombing Strategie markierte der Luftangriff auf Lübeck vom März 1942, der Ende Mai 1942 in der „Operation Millennium", dem 1000-Bomber-Angriff auf Köln, seine Fortsetzung fand. Die Zerstörung Hamburgs im Juli 1943 bildetet den ersten Höhepunkt des Bombenkriegs gegen deutsche Großstädte. Bei diesen Nachtangriffen wurden von der RAF erstmals „Düppel" zur Störung der deutschen Funkmessgeräte eingesetzt. In den bei Tag einfliegenden US-Bomberverbänden gab es zunächst beträchtliche Verluste, beispielsweise bei den Angriffen gegen Schweinfurt und Essen. Als ab Frühjahr 1944 Langstreckenjäger der USAAF die Bomber begleiteten, gingen die Verlustzahlen deutlich zurück. Mit den massiven Luftangriffen hofften die Alliierten, Widerstand gegen die Führung hervorrufen und den Krieg verkürzen zu können. Diese Erwartung erfüllte sich in keiner Weise, da sich die deutsche Bevölkerung enger um ihre nationalsozialistische Führung sammelte („Zweite Machtergreifung“).

Erst ab Mai 1944 wurden verstärkt die kriegswichtigen Raffinerien und Hydrieranlagen u.a. der Leunawerke bombardiert, was die Treibstoffversorgung von Heer und insbesondere Luftwaffe erheblich beeinträchtigte. Mit dem Gelingen dieser Angriffe war der Krieg für das Deutsche Reich auch „produktionstechnisch verloren" (Albert Speer).[38]

Die schweren Luftangriffe auf Dresden vom 13. bis 15. Februar 1945 sind bis heute Gegenstand kontroverser Betrachtungen zwischen militärischer Notwendigkeit oder Bruch des damaligen Kriegsvölkerrechts.

Zur gleichen Zeit wurden bis Ende März 1945 auch kleinere Städte noch großflächig zerstört, darunter Pforzheim, Swinemünde, Würzburg, Hanau und Hildesheim. Mit der Entwicklung der Flugbombe V1 und der Rakete V2 hoffte die nationalsozialistische Führung auf eine „Wunderwaffe“. Da beide Waffen nicht punktgenau eingesetzt werden konnten, waren sie ungeeignet zur gezielten Zerstörung militärischer Ziele. Ihre Funktion war vor allem die Terrorisierung der Zivilbevölkerung. Zwischen Juni 1944 und März 1945 wurden mit ihnen vorwiegend London und später Antwerpen angegriffen. Die amerikanischen Luftangriffe auf Tokio vom März 1945 zerstörten mit einer immensen Opferzahl die Stadt fast vollständig. Den Schlusspunkt setzten die US-amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki am 6. und 9. August 1945. Sie sollten zum einen Japan militärisch zur Kapitulation zwingen und zum anderen ein politisches Zeichen militärischer Stärke in der aufkommenden Blockkonfrontation setzen.[39]

Atlantik- und U-Boot-Krieg

Datei:Bundesarchiv Bild 101II-MW-3491-06, St. Nazaire, Uboot U 94, Karl Dönitz.jpg
Karl Dönitz beim Einlaufen des U-Bootes U 94 im Hafen von Saint-Nazaire, Juni 1941

Am 14. Oktober 1939 gelang es U 47 mit Kapitänleutnant Günther Prien, in den Hauptstützpunkt der Home Fleet der britischen Marine einzudringen und in der Bucht von Scapa Flow das Schlachtschiff Royal Oak zu versenken, wobei über 800 Mann der Besatzung ums Leben kamen. Das war zwar vorerst nur ein Propagandaschlag, geplant durch den Konteradmiral Karl Dönitz, aber der Beginn des U-Boot-Kriegs. Fanden bis zur Mitte des Jahres 1940 hauptsächlich Aktionen durch einzelne U-Boote statt, konnten nach der Eroberung Frankreichs in Brest, Lorient, Saint-Nazaire, La Rochelle und Bordeaux vorerst provisorische U-Bootstützpunkte an der Atlantikküste errichtet werden. Die U-Boote konnten dank dieser neuen Häfen wesentlich schneller die Operationsgebiete im Nordatlantik und den westlichen Zufahrtswegen zum Ärmelkanal erreichen. Die alliierten Konvois waren aus Mangel an Geleitschiffen nur schwach gesichert. Außerdem setzten die U-Boot-Kommandanten die neue Taktik eines nächtlichen Überwasserangriffs ein, der die nur Unterwasserziele ortenden alliierten Sonargeräte (ASDIC) wirkungslos werden ließ.

Die jetzt folgenden Siege der deutschen U-Boot-Waffe wurden von der nationalsozialistischen Propaganda bis ins letzte ausgeschlachtet und viele Kommandanten zu Helden hochstilisiert. 1940 gingen ungefähr 4,5 Millionen BRT Schiffsraum bei den Alliierten verloren und 1941 ca. 4 Millionen BRT.

Um den Druck auf die britischen Nachschubtransporte zu erhöhen und um den U-Boot-Krieg zu unterstützen, lief im Mai 1941 ein Geschwader aus Gotenhafen mit Ziel Atlantik aus. Es bestand aus dem gerade erst in Dienst gestellten Schlachtschiff Bismarck, dem sich ebenfalls erst wenige Monate im Dienst befindenden Schweren Kreuzer Prinz Eugen und einigen Zerstörern. Die Aktion bekam den Decknamen Unternehmen Rheinübung, führte zum Untergang des britischen Schlachtkreuzers HMS Hood und endete mit der Versenkung der Bismarck am 27. Mai.

Nach der Kriegserklärung Deutschlands an die Vereinigten Staaten am 11. Dezember 1941 entsandte Admiral Dönitz Langstrecken-U-Boote zum Unternehmen Paukenschlag zur Ostküste der USA, wo sie in den ersten Januartagen 1942 eintrafen. Die zunächst schlecht organisierte US-Küstenverteidigung stand den Angriffen auf die Handelsschifffahrt hilflos gegenüber. Als die Verteidigung im Frühjahr zunahm, weiteten die U-Boote ihr Einsatzgebiet in die Karibik und den Südatlantik aus. Kürzer reichende Boote operierten zur gleichen Zeit im Nordatlantik in Rudeln und konnten so den Druck auf die Konvois aufrechterhalten. Es kam im Laufe des Jahres zu mehreren großen Geleitzugschlachten. Im Herbst 1942 steigerten sich die Erfolge der U-Boote noch weiter, da die Geleitkräfte für die Sicherung in Nordafrika benötigt wurden. 1942 wurden über 8 Millionen BRT Schiffsraum versenkt.

Ende 1942 gelang es britischen und polnischen Kryptologen in Bletchley Park bei London, den Code der deutschen „Enigma"-Verschlüsselungsmaschine zu brechen. Im Mai 1943 konnten sie ihre Luftüberlegenheit und ihre Geleitkräfte in vollem Maße nutzen, sodass in diesem Monat 43 deutsche U-Boote versenkt wurden. Dönitz stellte daraufhin den U-Boot-Krieg vorübergehend ein und ließ die U-Boote zurückrufen. Die Atlantikschlacht hatte sich somit endgültig gewendet.

Nach der Landung der Alliierten in der Normandie Anfang Juni 1944 (Operation Neptune) wurden bald auch die deutschen U-Bootstützpunkte an der französischen Atlantikküste überrannt. Die U-Boote wurden in die Nord- und Ostsee sowie nach Norwegen zurückgedrängt und operierten nun mehr vor der britischen Ostküste. Bei Bekanntwerden der bevorstehenden Kapitulation der Wehrmacht wurde am 4. Mai 1945 die Operation Regenbogen gestartet: Obwohl Dönitz’ Befehl an diesem Tage lautete, alle Schiffe zu übergeben, wurden die meisten U-Boote von ihren Besatzungen selbst versenkt. Die übrigen Boote liefen nach dem 8. Mai mehrheitlich britische oder US-amerikanische Häfen an.

Politische Aspekte

Kriegsverbrechen

Hauptartikel: Verbrechen der Wehrmacht



Datei:Bundesarchiv Bild 101I-212-0221-06, Russland-Nord, Erschießung von Partisanen.jpg
Erschießung angeblicher Partisanen durch Angehörige der Wehrmacht in der Sowjetunion, September 1941

Im Kriegsverlauf wurden nach entsprechenden Befehlen von deutschen Truppen zahlreiche Kriegsverbrechen an Juden, Sinti und Roma und an als „Untermenschen“ betrachteten Osteuropäer verübt. Die Leningrader Blockade verursachte mehr als eine Million Opfern. In deutschen Sammellagern starben über drei Millionen sowjetische Kriegsgefangene; die Wehrmacht ließ sie gezielt verhungern, sie wurden ermordet oder starben an Krankheiten, Misshandlungen und bei der Zwangsarbeit.

Der Roten Armee wird vorgeworfen, in den von ihr eroberten Ländern Osteuropas Kriegsverbrechen begangen zu haben. Die Zahl der Vergewaltigungen durch die Soldaten der Roten Armee und deren Verbündete wird europaweit auf vier Millionen Frauen geschätzt, davon 1,9 bis 2 Millionen vergewaltigte Frauen in Deutschland (mit 240.000 Todesfällen in deren Folge) während des Vormarsches der Roten Armee gegen Kriegsende.[40][41]

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Getötete Kinder nach dem Massaker von Nanking, 1937/38

Japan ging insbesondere gegen Chinesen mit großer Brutalität vor. Dabei kam es zu Kriegsverbrechen japanischer Soldaten in China (Massaker von Nanking sowie grausame medizinische Experimente an Gefangenen). Nach chinesischen Angaben sollen zwischen 5 und 10 Millionen chinesische Zivilisten getötet worden sein. Die Bombardierung Shanghais 1937 setzt den Auftakt des japanischen Eroberungsfeldzuges durch Südostasien. Er kostete bis 1945 insgesamt etwa 20 Millionen Menschen das Leben. Die Einheit 731 führte in Lagern grausame Experimente an Gefangenen durch. Es sind japanische Menschenversuche mit biologischen Krankheitserregern an Chinesen bekannt geworden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden einige hochgestellte deutsche Kriegsverbrecher in den Nürnberger Prozessen verurteilt und zahlreiche Personen aus der nationalsozialistischen Führung, Ärzte, Juristen und führende Personen aus der Wirtschaft und dem Oberkommando der Wehrmacht verurteilt. Dabei mussten sich erstmals in der Geschichte Politiker, Militärs und andere Verantwortungsträger persönlich für das Planen und Führen eines Angriffskrieges und für Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Diese Prozesse gelten heute als Grundlage für das moderne Völkerstrafrecht, wurden jedoch in der Nachkriegszeit von vielen deutschen Politikern als Siegerjustiz kritisiert. Die Mehrheit der Kriegsverbrecher aus den Einheiten der Waffen-SS und der Wehrmacht wurde nie vor Gericht gestellt.

Japanische Hauptkriegsverbrecher wurden vom International Military Tribunal for the Far East in den Tokioter Prozessen abgeurteilt.

Massenverbrechen im Hinterland

Datei:Bundesarchiv Bild 183-A0706-0018-030, Ukraine, ermordete Familie.jpg
Ermordete Familie in Slorow (Ukraine), 5. Juli 1941

Die Entrechtung und Verfolgung der jüdischen Minderheit war ein integraler Bestandteil der nationalsozialistischen Politik. In zeitlicher Übereinstimmung mit der Ausweitung des Krieges durch den Überfall auf die Sowjetunion radikalisierte sich die Haltung gegenüber der Minderheit zur Vernichtungspolitik. Im von der Wehrmacht geschützten Hinterland im Osten führten die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, Polizeireserveeinheiten und Wehrmachtseinheiten flächendeckende Massentötungen von Juden und Roma durch.[42]

Ermordete Häftlinge im KZ Buchenwald, aufgenommen nach dessen Befreiung, April 1945

Der „Kommissarbefehl“ veranlasste vor allem Wehrmachtseinheiten zur systematischen Tötung kriegsgefangener Rotarmisten mit tatsächlicher oder angenommener politischer Funktion. Bis Ende 1941 wurde so über eine halbe Million Menschen ermordet, neunzig Prozent davon waren Juden. Die deutsche Militärverwaltung tolerierte diese Verbrechen, an vielen Orten unterstützten Wehrmachtseinheiten logistisch die Einsatzgruppen. So sicherten Einheiten der Wehrmacht beispielsweise die Stadt Kiew und halfen den SS-Einheiten dadurch, in der nahegelegenen Schlucht Babi Jar innerhalb von zwei Wochen über 50.000 Juden zu erschießen. Es entstanden Vernichtungslager im besetzten Polen, von denen das KZ Auschwitz-Birkenau das größte war, in die aus allen Teilen des nationalsozialistisch besetzten Europa Menschen zu ihrer Vernichtung deportiert wurden. In dem Maße, in dem die Rote Armee auf ihrem Weg nach Westen erfolgreich war, konnten die überlebenden Lagerinsassen befreit werden. In einigen Ländern, wie z. B. Dänemark, wo es zur Rettung der dänischen Juden kam, widersetzten sich die Regierung oder die Bevölkerung der Deportation und Ermordung.

Von der nationalsozialistischen Machtergreifung bis zum Kriegsende wurden etwa 6 Millionen Juden ermordet. Der Vernichtungspolitik fielen insgesamt über 10 Millionen Menschen zum Opfer. Die Befreiung des KZ Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 ist in der Bundesrepublik Deutschland offizieller Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Flächenbombardierungen

Datei:Bundesarchiv Bild 146-1970-050-31, Berlin, Opfer eines Luftangriffes.jpg
Opfer eines Luftangriffes auf Berlin sind zur Identifizierung in einer Messehalle am Funkturm aufgereiht (September 1944)

Während sich der Luftkrieg in den ersten Monaten noch ausschließlich gegen militärische Ziele wie Fliegerhorste, Marinestützpunkte und Radarstellungen (→Chain Home) richtete und letztlich das Erringen der Luftüberlegenheit zum Ziel hatte, radikalisierte sich das Klima Anfang September 1940, als die deutsche Luftwaffe einen ersten Angriff auf London flog („The Blitz“). Die Royal Air Force griff ab Mai 1940 nadelstichartig deutsche Städte (Mönchengladbach) und Industrieanlagen wie die Deurag-Nerag-Raffinerie an (→Luftangriffe auf Hannover).

Da die Bombenangriffe mit wenigen Maschinen hohe Verlustquoten aufwiesen und ihr Ziel meistens verfehlten, gingen die Alliierten ab Mitte 1942 dazu über, große Bomberpulks nach Deutschland zu schicken, um großflächig Städte zu zerstören. Ziel war es, sowohl Militär und Industrie zu vernichten, als auch die Moral der Bevölkerung zu brechen. Die USAAF konzentrierte sich in Tagesangriffen vorwiegend auf Industrieziele, während Bomber der RAF bei Nacht die Städte bombardierten. Großstädte wie Köln und Hamburg, aber auch zahlreiche Städte des Ruhrgebiets, Braunschweig, Heilbronn, Magdeburg, Pforzheim, Schweinfurt und Würzburg wurden großflächig zerstört, wobei Zehntausende getötet wurden. Ab Frühjahr 1944 verschob sich die Luftüberlegenheit derart, dass beinahe täglich alliierte Bomber in das Reichsgebiet einfliegen konnten. In den letzten Kriegsmonaten wurden täglich ca. 3000 Tonnen Bomben abgeworfen (USAAF/RAF ca. 1/1). Winston Churchill stellte nach den Luftangriffen auf Dresden die Flächenbombardierungen deutscher Städte in Frage und sparte bei künftigen Würdigungen das RAF Bomber Command strikt aus.

Am 9. März 1945 flogen die USAAF einen der verheerendsten Luftangriffe auf Tokio. Ganze Stadtteile mit in traditioneller Holzbauweise errichteten Gebäuden verbrannten im Feuersturm, über 100.000 Menschen starben.

Zivilbevölkerung

Datei:Bundesarchiv Bild 183-H26544, Berlin, Bergung von Opfern nach Luftangriff.jpg
Bergung von Opfern in Berlin nach einem Bombenangriff, 8. April 1944

Von allen beteiligten Staaten hatte die Sowjetunion die meisten zivilen Opfer zu beklagen. Am Beispiel von Leningrad lassen sich die Ausmaße des millionenfachen Hungertodes exemplarisch verdeutlichen: Nachdem die Stadt Anfang September 1941 von deutschen Truppen eingekesselt wurde, konnte die Bevölkerung nicht mehr ausreichend versorgt werden. Während der Leningrader Blockade waren bereits bis zum Sommer 1942 ungefähr 470.000 Menschen gestorben. Die Schätzungen der Gesamtopferzahl reichen von 700.000 bis 1.500.000 Menschen bis zum Ende der Blockade am 27. Januar 1944. Die meisten Quellen geben eine Zahl von etwa 1.100.000 Toten an.[43]

In den anderen von deutschen Truppen besetzten Ländern Ost- und Südosteuropas (Polen, Serbien, Griechenland) musste die einheimische Bevölkerung ebenfalls einen sehr hohen Blutzoll zahlen, weil dort, vor allem in Polen, ebenso „ein Vernichtungskrieg geführt wurde“[44] Dazu kamen in Serbien und Griechenland Geiselerschießungen nach tatsächlichen oder vermuteten Partisanenaktionen.

In den besetzten Ländern Nord- und Westeuropas (Norwegen, Dänemark, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Nord- und Westfrankreich, britische Kanalinseln) lag dem Deutschen Reich aus politischen wie militärischen Gründen viel daran, sich als „korrekte Besatzungsmacht“ zu präsentieren, sicherte es doch die Disziplin der Truppe und sparte Ressourcen. Aber auch dort wurden Menschen, die als „rassisch minderwertig“ eingestuft wurden, und all jene, die das Besatzungsregime als widerständig einschätzte, zu keiner Zeit „korrekt“ behandelt.[45] Da im Zweiten Weltkrieg weltweit kein Soldat so üppig bezahlt wurde wie der deutsche,[46] kauften sie „die Länder Europas buchstäblich leer. Sie verschickten Abermillionen Feldpostpäckchen von der Front in die Heimat, Adressaten waren hauptsächlich Frauen. [...] Schuhe aus Nordafrika, aus Frankreich Samt und Seide, Likör und Kaffee, Tabak aus Griechenland, Honig und Speck aus Russland, Heringe en masse aus Norwegen.“[47] Im besetzten Teil Frankreichs bekamen die deutschen Soldaten den Beinamen »doryphores« („Kartoffelkäfer“), die alles kahl fressen.[48] Die Besatzungsmacht transportierte Lebensmittel, Konsumgüter und Industrieprodukte nach Deutschland, „um auf diese Weise die Deutschen im Reich zu ernähren und bei Laune zu halten.“[49] Als Folge der umfassenden Ausplünderungen stiegen in den deutsch besetzten Ländern die Preise, und nach und nach wurde fast alles rationiert. Der Schwarzmarkt blühte auf.[50] Einzelne Sparten und Personen verdienten gut an den Deutschen, manche sanierten sich geradezu. Renault konnte durch das Motorisierungsprogramm der Wehrmacht seinen Umsatz bis 1942 verfünffachen. Auch viele Baufirmen bereicherten sich im großen Stil, indem sie für die Besatzungsmacht Baracken, Straßen, Flugplätze und so weiter bauten.[51]

Für die deutsche Zivilbevölkerung hatte der Krieg zunächst keine direkten Konsequenzen. Obwohl im weiteren Verlauf fast alle Waren des täglichen Bedarfs mit Lebensmittelkarten bzw. Bezugsscheinen rationiert wurden, gab es in den ersten Kriegsjahren keine mangelnde Versorgung mit Gütern. Das lag vor allem daran, dass meist zu Ungunsten der dortigen Bevölkerung viele Erzeugnisse und Rohstoffe aus den besetzten Ländern ins Reichsgebiet transferiert wurden. Unmittelbare Auswirkungen auf die deutsche Zivilbevölkerung gab es erst mit den zunehmenden alliierten Luftangriffen auf deutsche Städte ab Anfang 1942 und der „Totalisierung" der Kriegsführung im Jahr darauf. Ab Oktober 1944 wurde der Volkssturm, das heißt „alle waffenfähigen Männer im Alter von 16 bis 60 Jahren“, zum Dienst an der Front einberufen. Der Kulturbetrieb wurde während des gesamten Krieges aufrechterhalten, insbesondere Filme wie „Die Feuerzangenbowle“ dienten der Zerstreuung und Ablenkung vom Kriegsalltag. Für die Zivilbevölkerung im Osten des Reiches erreichten die Kriegseinwirkungen ihren Höhepunkt mit dem Einmarsch und der Besetzung der Roten Armee. Im Westen wurden die einrückenden britischen und US-amerikanischen Truppen von der deutschen Bevölkerung überwiegend mit Erleichterung begrüßt.

Propaganda

Deutsche Propaganda

Hauptartikel: NS-Propaganda
Datei:Bundesarchiv Bild 146-1975-041-07, Paris, Propaganda gegen Juden.jpg
Antisemitische Ausstellung in Paris, September 1941
Datei:Ssnederland.jpg
Niederländisches Propaganda-Plakat der Waffen-SS

Nachdem nach kurzer Zeit alle Medien gleichgeschaltet waren, hatte Reichspropagandaminister Goebbels alle Instrumente der Meinungslenkung in seinen Händen. Er nutzte diese Macht von Anfang an, um einen „Führerkult“ um Hitler zu inszenieren und bei der deutschen Bevölkerung Hass, insbesondere auf Juden, zu schüren. So entstanden unter Goebbels′ Einfluss antisemitische Propagandafilme wie Jud Süß und Der ewige Jude. Der Höhepunkt dieser antisemitischen Propaganda war 1938 die von ihm organisierte Reichspogromnacht.

Während des Krieges beschwor Goebbels den Endsieg und glorifizierte die Erfolge der Wehrmacht, indem er zukünftige Positionen des deutschen Heeres als schon teilweise erreicht darstellte. Auch prognostizierte er die Einnahme von Städten, die wenige Tage später tatsächlich eingenommen wurden. Des Weiteren verhöhnte Goebbels die Gegner Deutschlands, so wurde beispielsweise Winston Churchill als Trunkenbold dargestellt.

1941 mussten die nationalsozialistischen Führer eine Rechtfertigung für den Feldzug gegen die Sowjetunion finden. Sie begründeten den Angriff mit der „Verteidigung des Abendlandes gegen den Bolschewismus“ und gegen die „jüdisch-bolschewistischen Untermenschen“. Dementsprechend gab die SS die Broschüre Der Untermensch heraus, die mit Hetzartikeln und fratzenhaften Bildern die Russen als minderwertig darstellte.

Als der Vormarsch des deutschen Heeres in der Sowjetunion 1942 jedoch endgültig ins Stocken geriet und die Stimmung in der Bevölkerung zu kippen drohte, setzte Goebbels zunehmend auf Durchhalteparolen. Nach dem Desaster in Stalingrad rief er die deutsche Bevölkerung in der Sportpalastrede zum totalen Krieg auf. Viele Deutsche entschieden sich anschließend zur Mobilisierung ihrer letzten Reserven und unterstützten weiterhin die Kriegsführung. Im weiteren Verlauf forderte die NS-Propaganda den Widerstandswillen der Bevölkerung „bis zum Endsieg“, gegen den „angloamerikanischen Bombenterror“ und die „rasende Rachsucht“ der Roten Armee immer stärker, je näher die Alliierten auf die Reichsgrenzen vorrückten.

Britische Propaganda

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US-amerikanisches Propagandaplakat

Auch in Großbritannien wurde gegen den Kriegsgegner Stimmung gemacht. 1940 gelang es Churchill in mehreren berühmten Reden, darunter der „Blut-Schweiß-und-Tränen-Rede“ und ihrer Fortsetzung (We Shall Fight on the Beaches), das Einverständnis der britischen Bevölkerung für einen Krieg und den Widerstand gegen Deutschland zu gewinnen. Folglich ignorierte er auch das sogenannte Friedensangebot, das Hitler Großbritannien in seiner Reichstagsrede vom 19. Juli 1940 machte.

Rundfunkpropaganda

Bei der Suche nach einem geeigneten Mittel, um schnell eine breite Masse anzusprechen, fiel die Wahl auf den Rundfunk, da er ein zuverlässiges und ohne merkbaren Zeitverlust funktionierendes Medium darstellt. Vor allem während des Kriegs nahmen die Anzahl der Propagandasendungen in allen beteiligten Ländern schnell zu. Auf deutscher Seite wurden der deutschen Politik zugeneigte britische und amerikanische Immigranten eingesetzt, um den Kriegsgegner perfekt in seiner Muttersprache ansprechen zu können. Die bekannteste Moderatorin war „Axis Sally“, deren Sendungen vom Großdeutschen Rundfunk im Studio Berlin ausgestrahlt wurden. Goebbels lancierte den AuslandsrundfunksenderGermany Calling“, dessen Moderatoren unter dem geringschätzigen Spitznamen „Lord Haw-Haw“ bekannt wurden.

Der britische Soldatensender Calais war so gut durchorganisiert, dass er über einen langen Zeitraum von der deutschen Bevölkerung für einen eigenen Wehrmachtssender gehalten wurde.

Auch im pazifischen Raum setzten die Japaner ab 1943 verstärkt auf Propaganda gegen die Amerikaner, indem sie über Radio Tokyo ihre Sendung „The Zero Hour“ ausstrahlten. Für die überwiegend weiblichen Moderatoren, die Amerikanisch mit einem japanischen Akzent sprachen, bürgerte sich im GI-Sprachgebrauch der Begriff Tokyo Rose ein.

Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Datei:Bundesarchiv Bild 146II-744, Kurt Huber.jpg
Kurt Huber, Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, 1943 hingerichtet
Datei:Bundesarchiv Bild 151-50-45A, Volksgerichtshof, Julius Leber.jpg
Julius Leber, Mitglied der Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“, 1944 vor dem Volksgerichtshof, 1945 hingerichtet

Die deutsche Zivilbevölkerung stand dem Kriegsbeginn zunächst skeptisch gegenüber, ließ sich aber anschließend von den Siegesmeldungen blenden. Aus Angst vor Strafen wagten nur wenige Menschen, sich aktiv gegen den Krieg auszusprechen. Zentren des zivilen Widerstands waren die „Weiße Rose“, der „Kreisauer Kreis“ oder die „Rote Kapelle“.

Wenngleich die Wehrmacht prinzipiell hinter Hitlers Ideen stand und seine Kriegsführung mittrug, sahen ab 1943 einige Generäle die zwangsläufige Niederlage deutlich vor Augen und setzten daher auf einen Waffenstillstand, um der Wehrmacht und der deutschen Bevölkerung Zeit zur Umgruppierung des Heeres und Neuorganisation des Staates zu geben. Am 20. Juli 1944 verübten einige Widerständler ein Attentat auf Hitler im Führerhauptquartier Wolfsschanze. Der Versuch, Hitler zu töten, misslang aber ebenso wie der anschließende Versuch eines Staatsstreichs in Berlin (→ Operation Walküre). Die Attentäter wurden hingerichtet. Einige wenige Soldaten lehnten den Krieg auch aus ideologischen Gründen ab und versuchten, ihn durch Sabotagemaßnahmen zu verkürzen. Die überwiegende Mehrheit kämpfte allerdings bis zum Schluss weiter. Zahlreiche deutsche Soldaten und Hilfsverbände (Polizeireserve etc.) beteiligten sich an Kriegsverbrechen, was den Widerstand der Bevölkerung in den besetzten Gebieten weiter provozierte.

In Dänemark empfand die Bevölkerung die deutsche Besatzung nach den Worten des Königs als „Alpdruck“. In den Niederlanden mussten die Deutschen die dortige Polizei entwaffnen, weil sie einen Aufstand befürchteten. Der pro-deutschen Bewegung des Vidkun Quisling in Norwegen folgte keine Massenbewegung der Bevölkerung, die Mehrheit lehnte die Deutschen ab. Die schärfsten Formen des westeuropäischen Widerstands traten in Frankreich auf, wo die Résistance, darunter die Maquis (nach dem mediterranen Buschgestrüpp „maquis“ benannt), gegen die deutsche Besatzung kämpfte.

Unvergleichlich stärker waren dagegen Widerstandsbewegungen in Südost- und Osteuropa: In der Sowjetunion, in Griechenland (siehe: ELAS), in Albanien und in Jugoslawien (unter Marschall Tito) kämpften große Partisanenarmeen, meist mit kommunistischer, kommunistisch beeinflusster, sozialistischer oder aber nationalistischer Haltung. Die polnische „Heimatarmee“ allerdings konnte nur auf wenig Unterstützung von außen hoffen. Aus dem ständigen Kleinkrieg gegen die deutschen Besatzer gingen die Partisanen häufig als Sieger hervor. Gegen Ende des Krieges konnten größere Gebiete von den deutschen Besatzern befreit werden, so etwa in Jugoslawien, wo Tito im Anschluss die Macht übernahm oder in Griechenland, wo die Hegemonie der ELAS mit britischen Interessen kollidierte und zum Griechischen Bürgerkrieg führte.

Internationale Blockbildung

Mit der Unterzeichnung des Antikominternpaktes zwischen Deutschland und Japan wurde bereits 1936 der Grundstein für die spätere Achse Deutschland–Japan–Italien gelegt. Durch den Hitler-Stalin-Pakt verschlechterte sich das Verhältnis zu Japan zwar zunächst, da sich Japan jedoch Zugriff auf die britischen und niederländischen Kolonien in Asien erhoffte, wurde 1940 durch den Dreimächtepakt ein neuer Vertrag für die militärische Kooperation geschlossen, dem zahlreiche osteuropäische Staaten beitraten.

Großbritannien jedoch widersetzte sich 1940 einem deutschen Bündnis und vertraute stattdessen auf wirtschaftliche und militärische Unterstützung durch die USA. Insbesondere der amerikanische Präsident Franklin D. Roosevelt wollte die USA aus machtpolitischen, strategischen und ökonomischen Gründen zu einem entscheidenden militärischen Widerpart der Expansionspläne Deutschlands machen. Obwohl die USA offiziell neutral blieben, unterstützen sie seit März 1941 Großbritannien durch massive Rüstungslieferungen. Im August trafen sich die Staatschefs von Großbritannien und den USA, um Grundsätze ihrer gemeinsamen Kriegs- und Nachkriegspolitik festzulegen. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor im Dezember traten die USA offiziell in den Krieg ein.

Alliierte Kriegskonferenzen

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v.l.n.r.: Stalin, Roosevelt und Churchill in Teheran, 1943

Anfang 1943 einigten sich in Casablanca Roosevelt und Churchill, Deutschland bis zur bedingungslosen Kapitulation zu bekämpfen. Ende des Jahres fand in Teheran eine erste Konferenz zusammen mit der Sowjetunion statt, die ebenfalls durch massive Rüstungslieferungen der USA gestützt wurde, auf der über die Nachkriegszeit nach einem Sieg über Deutschland debattiert wurde. Da jedoch die Alliierten zu keinen konkreten Garantien oder Vereinbarungen mit der Sowjetunion für die Nachkriegsordnung in Europa bereit waren, gab es bereits 1944 erste Risse in der Anti-Hitler-Koalition. Die Sowjetunion begann deshalb, in ihrem Einflussbereich kommunistische Regierungen zu etablieren. Der Regierungswechsel in den USA 1945 führte auch zu einem Politikwechsel, Harry S. Truman schlug einen strikt antikommunistischen und antisowjetischen Kurs ein und stützte sich dabei auf die wirtschaftliche Überlegenheit und später auf das Atomwaffenmonopol.

Diese Konflikte führten in der Folge zum Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion und zur Teilung Deutschlands, die erst durch den Zwei-plus-Vier-Vertrag 1990 ihr Ende fand.

Kriegsfolgen und Opfer

Opferzahlen

Während des Zweiten Weltkrieges fanden Schätzungen zufolge rund 55 Millionen Menschen den Tod (davon rund 39 Millionen in Europa und ungefähr 16 Millionen in Asien), darunter nicht nur viele Soldaten, sondern – charakteristisch für den „modernen Krieg“ – auch viele Zivilisten (so beispielsweise in der Schlacht von Stalingrad). Am stärksten betroffen war die Sowjetunion mit etwa 17 Millionen getöteten Zivilpersonen und 8,6 Millionen Soldaten. In dieser Zahl sind auch die vielen politisch oder rassistisch verfolgten Sowjetbürger, Serben, Juden, die Sinti und Roma, die Homosexuellen und die sogenannten „Asozialen“ sowie die „Wehrkraftzersetzer“ und die Geistlichen enthalten, die in den Vernichtungs- und Konzentrationslagern der Deutschen umkamen. Im Vergleich dazu belaufen sich die getöteten Menschen auf deutscher Seite auf etwa 5,7 Millionen Soldaten[52] und etwa 3,6 Millionen Zivilisten („Kollateralschäden“) sowie mehr als eine Million weitere unmittelbare Opfer des NS-Regimes wie (KZ-)Häftlinge (sogenannte Asoziale, Homosexuelle, Geistliche, Wehrkraftzersetzer, usw.), Zwangsarbeiter, rassistisch oder politisch Deportierte (deutschstämmige Juden, Sinti; Kommunisten, Sozialisten, Widerstandskämpfer, …), Behinderte („Euthanasie“) und weitere deutschstämmige Zivilisten.[53] Insgesamt sind von den 5,7 Millionen Kriegsgefangenen der Sowjetarmee 3,3 Millionen verhungert oder in Konzentrationslagern ums Leben gekommen. Dies bedeutet, dass 56 % der sowjetischen Kriegsgefangenen in deutscher Gefangenschaft starben. Von den 3,1 Millionen deutschen Soldaten in sowjetischer Kriegsgefangenschaft kamen näherungsweise 1,3 Millionen (42 %) um. Die Zahl der in deutscher Kriegsgefangenschaft zu Tode gekommenen westalliierten Kriegsgefangenen betrug zirka 3 %.

Zu den vielen Verwundeten müssen auch zahlreiche als Deserteure verurteilte Soldaten hinzugezählt werden, die depressiv oder geisteskrank und deshalb unfähig zum Militärdienst waren, aber trotzdem verurteilt wurden, um die „Moral der Truppe aufrecht“ zu erhalten. Dazu kam es nicht nur in Deutschland und bei den Achsenmächten, sondern auch in großer Zahl bei den anderen kriegsbeteiligten Staaten.

Es gab viele tote Zivilisten durch die Bombardierungen der Großstädte (Köln, Düsseldorf und das Ruhrgebiet, Hamburg, Warschau, Dresden, London, Tokio) beziehungsweise bei deren Zerstörung bei der Eroberung (Stalingrad, Breslau, Königsberg), die Leningrader Blockade, die Aushungerung von Charkow, die Versenkung von Flüchtlingsschiffen (Armenija, Gustloff, Goya, Steuben), die Härte des Winters, die Straflager in der Sowjetunion und die gewaltsame Vertreibung von Menschen nach dem Krieg (zum Beispiel der Sudentendeutschen als Folge der Beneš-Dekrete).

Vielen Menschen war es nicht möglich, aus dem nationalsozialistischen Herrschaftsbereich zu fliehen, weil Staaten wie die USA oder die Schweiz teilweise die Grenzen schlossen und auch jüdische Flüchtlinge zurück in die vom Deutschen Reich beherrschten Gebiete schickten.

Die direkten und indirekten Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki belaufen sich in die Hunderttausende.

Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter

Hauptartikel: Zwangsarbeit

Insgesamt gerieten 11 Millionen Angehörige der Wehrmacht und der Waffen-SS in Kriegsgefangenschaft, davon 7,7 Millionen auf Seiten der Westmächte und 3,3 Millionen auf Seiten der UdSSR. Etwa 3,6 Millionen deutsche Kriegsgefangene befanden sich in britischen Lagern in Großbritannien, Deutschland, Kanada, Malta, Madagaskar, Äthiopien und anderen Ländern. Ungefähr 3,1 Millionen deutsche Gefangene befanden sich in amerikanischen Lagern, zumeist in den Vereinigten Staaten. Um ihnen den Status von Kriegsgefangenen vorenthalten zu können, wurden die bei Kriegsende gefangengenommenen Angehörigen von Wehrmacht und Waffen-SS als „Disarmed Enemy Forces“ bezeichnet. Sie wurden unter anderem in den sogenannten Rheinwiesenlagern festgehalten und zu einem großen Teil auch zur Zwangsarbeit in Deutschland und im Ausland, besonders in Frankreich, eingesetzt.

Zur Zwangsarbeit unter dem Naziregime wurden zwischen sieben und elf Millionen Menschen fast überall im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten eingesetzt. Zum Teil arbeiteten sie in Fabriken neben KZ-Häftlingen unter ähnlich menschenunwürdigen Bedingungen, zum kleineren Teil glichen die Lebensbedingungen denen der Arbeit gebenden Handwerker- und Bauernfamilien. Der für sie als oberster Verantwortlicher ernannte Gauleiter Fritz Sauckel wurde 1946 im Rahmen der Nürnberger Prozesse zum Tode verurteilt und hingerichtet.

Nach Kriegsende existierten in Europa zwischen 6,5 und 12 Millionen als „Displaced Persons“ bezeichnete Personen, bei denen es sich in der Mehrzahl um befreite Kriegsgefangene, Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge handelte. Diese wurden bis zu ihrer Repatriierung oder Aufnahme in Drittstaaten in sogenannten DP-Lagern untergebracht.


Nachwirkungen

Durch den Zweiten Weltkrieg schieden Deutschland, Italien und Japan aus dem Kreis der militärischen Großmächte aus. Die westeuropäischen Staaten (Frankreich, Niederlande, Großbritannien) wurden so weit geschwächt, dass sie nach dem Krieg ihre Kolonialreiche aufgeben mussten. An ihre Stelle traten die USA und die Sowjetunion als neue Weltmächte, durch die atomare Rüstung dann sogar als sogenannte Supermächte.

Europa

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Die Aufteilung von Deutschland und Österreich in die Besatzungszonen der drei Westmächte, 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa berieten die Siegermächte im Juli/August 1945 in Potsdam über die weitere Zukunft Europas und Deutschlands. Die Zielrichtung der gefassten Potsdamer Beschlüsse hatte sich bereits auf der Konferenz von Jalta im Februar 1945 angedeutet.

Deutschland wurde danach in vier Besatzungszonen eingeteilt; seine Ostgebiete (Pommern, Schlesien, Ostpreußen) wurden vorbehaltlich einer endgültigen Friedensregelung der Verwaltung Polens und der Sowjetunion unterstellt.[54] Die Volksrepublik Polen erhielt dadurch einstweilig eine neue Grenze im Westen (Oder-Neiße-Linie) und im Osten. Das durch die Bestimmungen des Münchner Abkommens von 1938 von Deutschland eingegliederte Sudetenland fiel an die Tschechoslowakei zurück, da die faktische Annexion im Zuge der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ durch das Deutsche Reich nachträglich für nichtig erklärt wurde. Österreich wurde als unabhängiger Staat wiederhergestellt – dies hatten die späteren Siegermächte bereits 1943 in der Moskauer Deklaration angekündigt –, die Zweite Republik gegründet und ebenfalls in vier Besatzungszonen eingeteilt, bis sie 1955 mit dem Österreichischen Staatsvertrag neutral wurde.

Aufgrund der durch die drei Hauptsiegermächte de facto beschlossenen Gebietsverkleinerung Deutschlands wurden nach unterschiedlichen Angaben zwischen 12 und 14 Millionen Deutsche (Sudetendeutsche, Schlesier, Pommern, Polen und Ostpreußen) aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. So kamen noch nach der deutschen militärischen Kapitulation nach unterschiedlichen Quellen zwischen 2 und 3 Millionen Deutsche zu Tode. Weitere 3,5 Millionen Polen verloren durch die anschließende Westverschiebung der polnischen Grenzen ihre Heimat.

Datei:Bundesarchiv Bild 183-H27798, Nürnberger Prozess, Verhandlungssaal.jpg
Verhandlungssaal der Nürnberger Prozesse, 30. September 1946

Die deutschen und japanischen Kriegsverbrechen wurden in mehreren Prozessen (u. a. Nürnberger Prozesse) verhandelt. Das Stuttgarter Schuldbekenntnis einiger führender evangelischer Christen zu Versäumnissen in der Zeit des Nationalsozialismus im Oktober 1945 blieb eine seltene Ausnahme im beginnenden, von den Alliierten erzwungenen Entnazifizierungs-Geschehen.

Die zum größten Teil zerstörten Städte und der Mangel an Lebensmitteln – insbesondere fehlende Rohstoff- und Düngemittel – sorgten bei der Bevölkerung für ein Leben in Armut. Weil viele Männer im Krieg gefallen waren oder in Kriegsgefangenschaft geraten waren, beseitigten „Trümmerfrauen“ den Schutt in den Städten. Lebensmittel waren nur über Lebensmittelmarken oder aus eigenem Anbau zu haben, weshalb Stadtbewohner massenhaft aufs Land fuhren, um Sachgüter gegen Lebensmittel einzutauschen. Darüber hinaus verloren zu damaliger Zeit weltweit führende deutsche Wirtschaftsunternehmen bedeutende Patente und Warenzeichen. Diese Situation änderte sich erst 1948 mit der Währungsreform und durch den bald darauf einsetzenden und vielfach als Wirtschaftswunder bezeichneten rasanten Wirtschaftsaufschwung in den 1950er Jahren.

Asien und Pazifik

Japan musste die besetzten pazifischen Inseln an Australien und Großbritannien zurückgeben; es verlor weiterhin Korea, Formosa (Taiwan), Südsachalin und die Kurileninseln. Die alliierte Besetzung Japans endete mit dem Friedensvertrag von San Francisco von 1951, in dem die staatliche Souveränität Japans wiederhergestellt wurde. Einige japanische Inseln, darunter die Ryūkyū-Inseln, blieben zum Teil bis 1972 unter amerikanischer Kontrolle.

Gründung der Vereinten Nationen

Hauptartikel: Vereinte Nationen
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Gründung der Vereinten Nationionen, 1945

Mit der Gründung der „Organisation der Vereinten Nationen“ (UNO) auf der Konferenz von San Francisco und dem Inkrafttreten der UN-Charta am 24. Oktober 1945 wurde der Versuch unternommen, das informelle Kriegsbündnis der Anti-Hitler-Koalition in eine permanente Institution zu Wahrung des Weltfriedens zu transformieren. Die Initiative hierzu war maßgeblich von dem verstorbenen US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt ausgegangen. Kernpunkt der Charta waren die Schaffung eines Systems, das die friedliche Beilegung von Streitigkeiten und die kontrollierte Intervention bei Verstößen ermöglichen sowie die internationale Zusammenarbeit fördern sollte. Eine besondere Rolle als Garanten des Weltfriedens wurde dabei für die Hauptsiegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien, Frankreich und China vorgesehen, die permanente Sitze und ein Vetorecht im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erhielten. Am 10. Dezember 1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verabschiedet, auf deren Grundlage später weitere international bindende Menschenrechtsabkommen entstanden sind, darunter die Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes.

Blockbildung und Kalter Krieg

Hauptartikel: Kalter Krieg

Der Zweite Weltkrieg ging sowohl in Europa als auch in Asien relativ nahtlos in den Kalten Krieg über. Schon während des Krieges gab es Differenzen zwischen der Sowjetunion und den westlichen Alliierten, die zugunsten des gemeinsamen Ziels nicht in den Vordergrund gestellt wurden. An diesen Differenzen war nicht allein die Sowjetunion schuld. In diesem Sinne waren Hiroshima und Nagasaki nicht nur die letzten Bomben des Zweiten Weltkrieges, sondern auch die ersten Bomben des Kalten Kriegs. Ebenso waren die gewaltigen Erweiterungen der sowjetischen Hemisphäre in den Westen und das beständige kommunistische Vordringen in Asien nicht nur ein Ergebnis des Zweiten Weltkrieges, sondern auch ein Grund für den Kalten Krieg.

Datei:NATO vs Warsaw (1949-1990)edit.png
NATO und Warschauer Pakt während des Kalten Krieges, 1949 bis 1990

In einer Rede in Fulton, Missouri, 1946 gebrauchte Winston Churchill erstmals öffentlich das Bild des „Eisernen Vorhangs“ zur Beschreibung des nunmehr in Einflusssphären geteilten Nachkriegseuropas. Ab etwa 1947 (Truman-Doktrin) kam es zunehmend zu Spannungen zwischen den einstigen Verbündeten, den westlichen Alliierten auf der einen und der Sowjetunion auf der anderen Seite. Während die Westmächte in ihren Einflusszonen die parlamentarische Demokratie installierten, errichtete die Sowjetunion in den Staaten Osteuropas sogenannte Volksdemokratien unter Führung der Kommunisten. In der Folge verschärften sich die Spannungen und führten zu einer unversöhnlichen Gegnerschaft der einstigen Verbündeten, zur dauerhaften Teilung Deutschlands und Europas und dem Beginn des „Kalten Krieges“. Als westliches Militärbündnis wurde 1949 die NATO gegründet, nach der westdeutschen Wiederbewaffnung und dem NATO-Beitritt der Bundesrepublik Deutschland 1955 folgte als Gegenstück der Ostblockstaaten der Warschauer Pakt. Mit dem Zusammenbruch der osteuropäischen Diktaturen im Zuge der Revolutionen im Jahr 1989, der Deutschen Wiedervereinigung und der mit der Auflösung der Sowjetunion einhergehenden Wiederherstellung des Selbstbestimmungsrechts der Völker der früheren sowjetischen Republiken wurden weitere Nachwirkungen des Zweiten Weltkrieges beseitigt.

Weitere Nachfolgekonflikte

Als weitere Nachfolgekonflikte, die direkt oder indirekt mit dem Zweiten Weltkrieg in Beziehung stehen, können genannt werden:

In Teilen Osteuropas, so im Baltikum, in Polen und in der Ukraine, kam es bereits vor Kriegsende zu von nationalistischen Organisationen (Waldbrüder, OUN) geführten, teilweise bis in die frühen 1950er Jahre andauernden Untergrundaktionen gegen Sowjetisierung und Stalinisierung. Nach dem Tod Stalins im März 1953 entlud sich der Widerstand gegen die etablierten Systeme sowjetkommunistischer Prägung in mehreren, von der Roten Armee niedergeschlagenen Volksaufständen (Aufstand des 17. Juni 1953 in der DDR, Ungarischer Volksaufstand 1956).

Aufarbeitung und Rezeption

Die Beschäftigung der europäischen und der deutschen Öffentlichkeit mit dem Zweiten Weltkrieg hält weiterhin an; sie erfuhr in den letzten Jahren größere Bedeutung.

Das gewaltige Ausmaß des Zweiten Weltkrieges hat sich in mehreren Sprachen niedergeschlagen. So wird er im Deutschen häufig nur als „Der Krieg“ referenziert. Ebenso ist für die verhältnismäßig lange und prosperierende Friedenszeit, die dem Krieg in den Industrieländern folgte, im Deutschen wie auch in anderen westlichen Sprachen der Begriff der Nachkriegszeit (englisch: postwar period) als sprachlicher Abgrenzungsmechanismus zum Kriegsgeschehen entstanden, der selten auf andere Kriege angewandt wird. Darüber hinaus haben viele kriegsverwandte Begriffe aus ihrer Herkunftssprache Eingang in die Sprachen anderer ehemaliger Kriegsteilnehmer gefunden, beispielsweise „Blitzkrieg“, „moral bombing“ oder „Ketsu-go“.

Siehe auch

Literatur

Siehe auch: Portal:Pazifikkrieg/Literaturliste

Deutsch

  • Winfried Baumgart u. a. (Bearb.): Quellenkunde zur deutschen Geschichte der Neuzeit von 1500 bis zur Gegenwart. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt,
    • 6/2 – Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg (1919–1945), 2003, ISBN 3-534-07659-1.
  • Winston S. Churchill: Der Zweite Weltkrieg. Mit einem Epilog auf die Nachkriegsjahre. Fischer, Frankfurt/M. 2003, ISBN 3-596-16113-4
  • Jörg Echternkamp: Der Zweite Weltkrieg. Die 101 wichtigsten Fragen, C.H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-59314-7.
  • Militärgeschichtliches Forschungsamt der Bundeswehr: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg (10 Bände). DVA, 1978–2008.
  • Lothar Gruchmann: Totaler Krieg. Vom Blitzkrieg zur bedingungslosen Kapitulation. Dtv, München 1991, ISBN 3-423-04521-3.
  • Manfred Hildermeier: Die Sowjetunion 1917–1991. In: Grundriss der Geschichte, Oldenbourg, München 2001.
  • David Jordan, Andrew Wiest: Atlas des Zweiten Weltkrieges, Tosa, Wien 2005, ISBN 3-85492-972-2.
  • John Keegan: Der Zweite Weltkrieg. Rowohlt, Reinbek 2004, ISBN 3-87134-511-3.
  • Ian Kershaw: Wendepunkte. Schlüsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. DVA, München 2. Aufl. 2008, ISBN 978-3-421-05806-5.
  • James Lucas: Die Wehrmacht von 1939 bis 1945. Tosa, Wien 2004, ISBN 3-85492-880-7.
  • Rolf-Dieter Müller: Der Zweite Weltkrieg, Klett-Cotta, Stuttgart 2004. (Handbuch der deutschen Geschichte; Bd. 21) ISBN 3-608-60021-3 (Wichtiges Handbuch; auch als „Der letzte deutsche Krieg“ in gekürzter und bearbeiteter Fassung erschienen. Rezension bei SEHEPUNKTE).
  • Die Berichte des Oberkommandos der Wehrmacht 1939–1945, Verl. für Wehrwissenschaft, München 2004, ISBN 3-89340-063-X.
    • Bd. 1. – September 1939 bis 31. Dezember 1940
    • Bd. 2. – 1. Januar 1941 bis 31. Dezember 1942
    • Bd. 3. – 1. Januar 1942 bis 31. Dezember 1943
    • Bd. 4. – 1. Januar 1944 bis 31. Dezember 1944
    • Bd. 5. – 1. Januar 1944 bis 9. Mai 1945
  • Birgit Morgenrath (Hrsg.): Unsere Opfer zählen nicht. Die Dritte Welt im Zweiten Weltkrieg, Assoziation A, Berlin 2005, ISBN 3-935936-26-5.
  • Richard Overy: Die Wurzeln des Sieges: Warum die Alliierten den Zweiten Weltkrieg gewannen. rororo, Reinbek 2002, ISBN 3-499-61314-X.
  • Gerhard Schreiber: Der Zweite Weltkrieg, Beck, München 2002, ISBN 3-406-44764-3. (Eine relativ kurze, aber profunde Gesamtdarstellung; Rezensionen bei Perlentaucher.)
  • Michael Sontheimer (Hrsg.): Bilder des Zweiten Weltkrieges. DVA, München 2005, ISBN 3-421-05872-5.
  • Hedley Paul Willmott: Der Zweite Weltkrieg, Gerstenberg Verlag, 2005, ISBN 3-8067-2561-6.
  • Adam Tooze: Ökonomie der Zerstörung. Die Geschichte der Wirtschaft im Nationalsozialismus. Siedler Verlag, 2007, ISBN 978-3-88680-857-1.
  • Christian Zentner (Hrsg.): Der Zweite Weltkrieg. Ein Lexikon, Tosa, Wien 2005, ISBN 3-85492-818-1.
  • John Zimmermann: Pflicht zum Untergang. Die deutsche Kriegsführung im Westen des Reiches 1944/45. Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009, ISBN 978-3-506-76783-7 (Zeitalter der Weltkriege, Bd. 4).[55]
  • Sönke Neitzel, Harald Welzer: Soldaten. Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-10-089434-2. („Eine erschreckende Innenansicht des Zweiten Weltkriegs“)

Englisch

  • Michael Armitage u. a.: World War II Day by Day, DK Publishing, London 2004, ISBN 0-7566-0296-3
  • Robin Cross: World War II, DK Adult, New York 2004, ISBN 0-7566-0521-0
  • Jon E. Lewis: The Mammoth Book of Eyewitness World War II, Carroll & Graf, London 2002, ISBN 0-7867-1071-3
  • Kelly S. Tunney (Hrsg.): Memories of World War II. Photographs from the archives of the Associated Press, Abrams, New York 2004, ISBN 0-8109-5013-8
  • Gerhard L. Weinberg: A world at arms. A global history of World War II., University Pr., Cambridge 2005, ISBN 0-521-85316-8 (Wichtige und detaillierte Gesamtdarstellung.)

Filme

Reportagen

  • Global War – Der Zweite Weltkrieg
    • Teil 1: Der Faschismus breitet sich aus, 2005
    • Teil 2: Das Wiederherstellen der Kräfte, 2005
    • Teil 3: Die Befreiung, 2005
  • Der Zweite Weltkrieg – Die Enzyklopädie, 2003
  • Zweiter Weltkrieg (Stalingrad-Box), 2003
  • Der Zweite Weltkrieg in original Farbaufnahmen 1–3, 2002

Spielfilme

Weblinks

 Commons: Zweiter Weltkrieg – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: Kategorie Zweiter Weltkrieg mit Unterkategorien – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary: Zweiter Weltkrieg – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Portal Portal:Imperialismus und Weltkriege – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Imperialismus und Weltkriege
Portal Portal:Pazifikkrieg – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Pazifikkrieg

Einzelnachweise

  1. Gerhard Schreiber: Der Zweite Weltkrieg, 2. Auflage, C.H. Beck, München 2004, S. 8.
  2. Gabriel Kolko: Das Jahrhundert der Kriege. S. Fischer, Frankfurt am Main 1999, S. 183.
  3. Colin Gray, War, Peace and International Relations – An Introduction to Strategic History, Routledge, Oxon 2007, S. 156 ff.
  4. Colin Gray, War, Peace and International Relations – An Introduction to Strategic History, Routledge, Oxon 2007, S. 170.
  5. Abkürzung für Oberbefehlshaber der Kriegsmarine
  6. Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik 1918–1945, Serie D, Band VII M 70604, S. 397, 1946; hrsg. v. Beauftragten der Siegermächte USA, GB und Frankreich
  7. Nur die zweite Welle der anfliegenden Bomber konnte noch zurückbeordert werden. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin o. J., ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 41.
  8. Richard Collier; Dünkirchen, „Operation Dynamo“, Weltbild Verlag, Augsburg 1989, ISBN 3-89350-019-7; S. 328
  9. Zit. nach Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 69.
  10. Matthew Cooper: Die Luftwaffe 1933–1945. Eine Chronik. Versäumnisse und Fehlschläge, Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-613-01017-8, S. 152.
  11. Webseite des Deutschen Historischen Museums, abgerufen am 11. Juli 2011.
  12. Die Briten rächten sich 1943 mit der Operation Gomorrha gegen Hamburg und sprachen von „hamburgisieren“.
  13. Len Deighton: Unternehmen Adler, die Luftschlacht um England, Hestia-Verlag, Bayreuth 1978, ISBN 3-442-03979-7, S. 358.
  14. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik, 7. Auflage, dtv, München 1982 (1967), S. 87/88.
  15. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik, 7. Auflage, dtv, München 1982 (1967), S. 99–100.
  16. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik, 7. Auflage, dtv, München 1982 (1967), S. 96–98.
  17. Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. Kriegführung und Politik, 7. Auflage, dtv, München 1982 (1967), S. 95–96.
  18. Heather Williams, Parachutes, Patriots and Partisans: The Special Operations Executive and Yugoslavia, 1941–1945, C. Hurst & Co., 2003, ISBN 1-85065-592-8, S. 36.
  19. 19,0 19,1 Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin o. J., ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 118.
  20. Vgl. Günter Wegmann (Hrsg.): „Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt …“. Der deutsche Wehrmachtbericht. Bd. 1, 1939–1941. Biblio Verlag, Osnabrück 1982, ISBN 3-7648-1282-6, S. 585.
  21. Vgl. Rolf-Dieter Müller: Der Zweite Weltkrieg, Stuttgart 2004 (Handbuch der deutschen Geschichte; Bd. 21), S. 108–154; siehe auch Ders.: Hitler war kein Bismarck. In: Spiegel Geschichte Nr. 3, 2010, S. 64–67, hier: S. 66.
  22. Richard Overy: Russlands Krieg 1941–1945. Rowohlt, Hamburg 2004, ISBN 3-498-05032-X, S. 127.
  23. Vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin o. J., ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 133.
  24. Aussage von Generalfeldmarschall Paulus in den Hauptverhandlungen des Nürnberger Prozesses, Nachmittagssitzung am Montag, dem 11. Februar 1946 (56. Tag). Veröffentlicht in: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 7, S. 283–310.
  25. Diese Rückzüge lassen vermuten, dass die sowjetische Führung auf die Notlandung eines dt. Generalstabsoffiziers am 19. Juni 1942 reagierte, der Karten über die erste Phase der deutschen Sommeroffensive bei sich führte.
  26. Vgl. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 696.
  27. Zur Führungskrise vgl. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin o. J., ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 134. Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 699–701.
  28. Alexander Lüdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 105.
  29. „Am 2. Mai 1945 ist in Wismar der Krieg zu Ende. Britisch-kanadische Truppen, aus Richtung Gadebusch kommend, besetzten kampflos die Stadt. Sie errichteten auf Höhe des Soldatenfriedhofs an der Rostocker Straße einen Schlagbaum zur Abgrenzung gegen das von sowjetischen Truppen eroberte Gebiet. Die sowjetischen Truppen erreichen aus Richtung Bützow-Warin am Nachmittag des gleichen Tages die Stadtgrenze und setzen bei Kritzowburg ihren Schlagbaum.“ Aus: Wismarer Beiträge – Schriftenreihe des Stadtarchivs Wismar, Bd. 6; Wismar 1990, S. 6
  30. Aus der Personalakte eines Bundeswehroffiziers: „Vom 9.05.45 bis 30.09.45 Teilnehmer am 8. Generalstabslehrgang in Oslo“.
  31. Alexander Fischer: „Teheran – Jalta – Potsdam“, Die sowjetischen Protokolle von den Kriegskonferenzen der „Großen Drei“, mit Fußnoten aus den Aufzeichnungen des US Department of State, Köln 1968, S. 322, 324.
  32. Text der einseitigen Erklärung der Sowjetunion
  33. Erlass des Präsidiums des Obersten Sowjets der UdSSR (russischer Text)
  34. Richard von Weizsäcker: Rede zum 8. Mai 1985.
  35. Publikationen von Prof. Dr. Michael Wolffsohn
  36. Colin Gray, War, Peace and International Relations – An Introduction to Strategic History, Routledge, Oxon 2007, S. 127.
  37. Im Folgenden siehe u. a.: Wolfgang Benz/Hermann Graml/Hermann Weiß, Enzyklopädie des Nationalsozialismus, München, 3. Aufl. 1998.
  38. Schlacht um Sprit, Der Spiegel 14/1964
  39. Der Forschungsdiskurs bewegt sich um die Frage, welches Gewicht welches Motiv hatte. Ein guter Überblick und Literaturhinweise finden sich bei Bernd W. Kubbig, Hiroshima, Nagasaki und die Rolle der Naturwissenschaftler. Der gegenwärtige Forschungsstand im Spiegel neuerer Literatur. Jüngste Literatur: Tsuyoshi Hasegawa, Racing the Enemy. Stalin, Truman and the Surrender of Japan, Cambridge (Mass.) 2005.
  40. Helke Sander/Barbara Johr: BeFreier und Befreite, Fischer, Frankfurt 2005
  41. Seidler/Zayas: Kriegsverbrechen in Europa und im Nahen Osten im 20. Jahrhundert, Mittler, Hamburg Berlin Bonn 2002
  42. Im Folgenden siehe z. B. Hannes Heer/Klaus Naumann (Hrsg.), Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944, Frankfurt/M. 1997; Christopher R. Browning, Ganz normale Männer. Das Reserve-Polizeibataillon 101 und die „Endlösung“ in Polen, Reinbek 1993; Walter Manoschek (Hrsg.), Die Wehrmacht im Rassenkrieg. Der Vernichtungskrieg hinter der Front. Wien 1996.
  43. Johannes Hürter: Hitlers Heerführer. Die deutschen Oberbefehlshaber im Krieg gegen die Sowjetunion 1941/42, Oldenbourg, München 2006, ISBN 978-3-486-58341-0, S. 500; Jörg Ganzenmüller: Das belagerte Leningrad 1941 bis 1944. Die Stadt in den Strategien von Angreifern und Verteidigern, S. 1 u. 254.
  44. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 9.
  45. Vgl. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 10.
  46. Vgl. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 145: 75 Mark Sold (steuerfrei) bei voller Verpflegung + monatl. 100 Mark erlaubte Überweisungen per Feldpost aus der Heimat = heute: Vorlage:Inflation EUR.
  47. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 143.
  48. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 148.
  49. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 148.
  50. Vgl. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 149 f..
  51. Vgl. Ebba D. Drolshagen: Der freundliche Feind. Wehrmachtssoldaten im besetzten Europa. Droemer Verlag, München 2009, S. 155. Es ist kein Zufall, dass das norwegische Wort für „Kriegsgewinnler“ wörtlich übersetzt „Barackenbarone“ bedeutet. Ebda.
  52. Rüdiger Overmans: Deutsche militärische Verluste im Zweiten Weltkrieg, Oldenbourg, München 1999, ISBN 3-486-56332-7, S. 316.
  53. Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1939–1945. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15158-5, S. 153.
  54. Helmut Müller: Schlaglichter der deutschen Geschichte, Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Bonn 1990, S. 305; Eckart Thurich: Die Sieger in Deutschland, in: Die Teilung Deutschlands 1945–1955, aus: Informationen für die politische Bildung Nr. 232, 1991, S. 9
  55. Vgl. Wigbert Benz: Rezension zu: Zimmermann, John: Pflicht zum Untergang. Die deutsche Kriegführung im Westen des Reiches 1944/45. Paderborn 2009. In: H-Soz-u-Kult, 5. Februar 2010.


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