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Peter Longerich

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Peter Longerich (2015)

Peter Longerich (* 1955 in Krefeld) ist ein deutscher Zeithistoriker.

Leben

Longerich studierte Geschichte und wurde 1983 bei Gerhard A. Ritter an der Universität München mit einer Arbeit über die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes unter Ribbentrop promoviert. Von der zeitgenössischen Rezeption wurde an Longerichs Dissertation gelobt, dass er mit seiner fundierten Studie zur „in eigener Regie“ betriebenen Auslandspropaganda des Auswärtigen Amtes eine „Forschungslücke geschlossen“ habe, da vorherige Arbeiten fast ausschließlich auf Joseph Goebbels’ Propagandaapparat fixiert gewesen seien.[1]

Von 1984 bis 1989 war Longerich Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte in München. 2002/03 lehrte er als Gastprofessor am Fritz Bauer Institut in Frankfurt am Main und forschte anschließend 2003/04 als J.B. and Maurice Shapiro Senior Scholar in Residence am Centre for Advanced Holocaust Studies des Holocaust Memorial Museum in Washington. Er ist Professor am Royal Holloway and Bedford New College der Universität London und dort Direktor des Research Centre for the Holocaust and Twentieth-Century History. Zudem lehrt Longerich seit 2012 an der Universität der Bundeswehr München. Er ist Herausgeber der Reihe Serie Piper Dokumentation.

Longerich gilt als Spezialist für die Geschichte des NS-Staats und besonders des Holocausts. Seine diesbezüglichen Werke haben wie seine Biografien zu Heinrich Himmler (2008), Joseph Goebbels (2010) und Adolf Hitler (2015) eine ganz überwiegend positive Rezeption gefunden.

Er ist der Sohn von Heinz Longerich.

Schriften

Monografien

  • Propagandisten im Krieg. Die Presseabteilung des Auswärtigen Amtes unter Ribbentrop. Oldenbourg, München 1987, ISBN 3-486-54111-0 (= Studien zur Zeitgeschichte, Bd. 33) (online Volltext verfügbar).[2]
  • Die braunen Bataillone. Geschichte der SA. Beck, München 1989, ISBN 3-406-33624-8.
  • Hitlers Stellvertreter. Führung der NSDAP und Kontrolle des Staatsapparates durch den Stab Heß und die Partei-Kanzlei Bormann. K.G. Saur, München 1992, ISBN 3-598-11081-2.
  • Politik der Vernichtung. Eine Gesamtdarstellung der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Piper, München 1998, ISBN 3-492-03755-0.
  • Die Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942. Planung und Beginn des Genozid an den Europäischen Juden. Ed. Hentrich, Berlin 1998, ISBN 3-89468-250-7 (Öffentlicher Vortrag im Haus der Wannsee-Konferenz am 19. Januar 1998; ergänzt durch eine kommentierte Auswahlbibliographie zur Wannsee-Konferenz und dem Beginn des Völkermords an den europäischen Juden; mit einem Faksimile des Konferenz-Protokolls).
  • Der ungeschriebene Befehl. Hitler und der Weg zur „Endlösung“. Piper, München 2001, ISBN 3-492-04295-3.
  • „Davon haben wir nichts gewusst!“ Die Deutschen und die Judenverfolgung 1933–1945. Siedler, München 2006, ISBN 3-88680-843-2.
  • Heinrich Himmler. Eine Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-859-5.[3]
  • Goebbels. Biographie. Siedler, München 2010, ISBN 978-3-88680-887-8.[4]
  • Hitler. Biographie. Siedler, München 2015, ISBN 978-3-8275-0060-1.[5]
  • Wannseekonferenz. Der Weg zur „Endlösung“. Pantheon, München 2016, ISBN 978-3-570-55344-2.
  • Antisemitismus: Eine deutsche Geschichte. Von der Aufklärung bis heute. Siedler, München 2021, ISBN 978-3-8275-0067-0.

Herausgeberschaften

Weblinks

 Commons: Peter Longerich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Rezension von Hans-Jürgen Döscher in: Historische Zeitschrift. HZ-Sonderheft 16 (1992), S. 184 f.
  2. Über Karl Paul Schmidt, Hans Georg von Studnitz, Friedrich Sieburg, Friedrich Berber u. a.
  3. Vgl. Bastian Hein: Rezension von: Peter Longerich: Heinrich Himmler. Biographie, München: Siedler 2008. In: Sehepunkte 8, 2008, Nr. 12 vom 15. Dezember 2008.
  4. Vgl. Marianne Enigl, Sebastian Hofer: Joseph Goebbels: Der letzte Fanatiker in: profil, 13. November 2010. Sven Felix Kellerhoff: Joseph Goebbels – Narziss von Hitlers Gnaden. In: Welt Online, 15. November 2010. Willi Winkler: NS-Diktatur: Biographie. Goebbels und sein Christus, der Adolf hieß. In: Süddeutsche Zeitung online, 15. November 2010 (unter dem Titel „Ich bin der Mittelpunkt und alles dreht sich um mich.“ In: Süddeutsche Zeitung, Nr. 264, 15. November 2010, S. 11).
  5. Rezension von Richard Herzinger: War die NS-Herrschaft eine One-Man-Show? Peter Longerich beschreibt Adolf Hitler als allgegenwärtigen Kontrollfreak. In: Die Welt, 6. November 2015.
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Peter Longerich aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.