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1991

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Ereignisse

  • 1991: Nobelpreis für Literatur an: Nadine Gordimer
  • 1991: Syrisch-libanesischer Vertrag festigt Syriens Rolle als Ordnungsmacht
  • 1991: Der syrische UN-Botschafter erklärt bei einer Konferenz im Jahr 1991, die Juden brächten christliche Kinder um, um aus ihrem Blut Mazzen (ungesäuertes Brot) herzustellen.
  • 1991: Die UN-Vollversammlung nimmt die „Zionismus ist Rassismus“-Resolution zurück.
  • 1991: US-Präsident George Bush bittet in einer Pressekonferenz um Aufschub der Entscheidung über Israels Bitte um finanzielle Hilfe für die Integration der vielen ins Land strömenden sowjetischen und äthiopischen Juden; als Grund dafür gab er an, dass er nicht mit Israels Siedlungspolitik einverstanden sei. Bush warf sein ganzes Ansehen in die Waagschale, um den Aufschub zu erzwingen, und bediente sich dabei einer derart unbeherrschten Sprache, dass die Wogen der Leidenschaft allgemein hoch schlugen und die jüdische Gemeinschaft ein Aufflammen antisemitischer Ressentiments befürchtete.
  • 1991: Allein die „Volksfront zur Befreiung Palästinas“ beging im Jahr 1991 122 terroristische Anschläge, bei denen 18 Personen in Israel und den besetzten Gebieten ums Leben kamen. Zu den von der Fatah begangenen Verbrechen gehörte der Mord an einem 61-jährigen arabischen Dorfbewohner bei Jenin am 4. Juli, der Mord an dem israelischen Sergeanten Yoram Cohen im September und der Mord an einem Mann im Gazastreifen, der erstochen mit einem Sack über dem Kopf an einer Strasse in Gaza aufgefunden wurde, im Oktober. Neben der Leiche fand man einen Zettel mit der Aufschrift „Force-17“, dem Namen von Arafats persönlicher Leibwache
  • 1991: 1991 wechselten mindestens 700 arabische Schüler und Studenten angesichts der zunehmenden Politisierung und der schwindenden finanziellen Unterstützung für arabische Privatschulen an städtische Schulen in Jerusalem. Um den wachsenden Bedarf aufzufangen, stellte das israelische Bildungsministerium Mittel zur Anmietung und Ausstattung von Schulen in mehreren Vierteln Ostjerusalems zur Verfügung.
  • 1991: Der Mossad übernimmt vom BND sowjetische Panzer aus NVA-Beständen und verschifft sie als "landwirtschaftliche Ersatzteile" nach Israel
  • 15.1.1991: 2. Golf-Krieg. Israel wird von Scud-Raketen aus dem Irak bombardiert. Diese Raketen richteten in Haifa und Tel Aviv grossen Schaden an. Im Gebiet von Tel Aviv wurden etwa 3 300 Wohnhäuser und andere Gebäude beschädigt. 1 150 Personen mussten evakuiert und in Hotels untergebracht werden. Viele Israelis konnten wegen des Ausnahmezustands nicht zur Arbeit gehen. Die Wirtschaft nahm grossen Schaden. Bei den Angriffen der Scud-Raketen starben insgesamt 74 Menschen, zwei kamen bei den Angriffen selbst ums Leben, vier erstickten in den Gasmasken, die übrigen starben an Herzanfällen. Die überwiegende Mehrheit der Palästinenser machte keinen Hehl aus ihrer Unterstützung für den Irak. Als die Scud-Raketen auf Israels Ballungszentren hinabregneten, kletterten viele von ihnen auf die Dächer und jubelten.
  • 23.5.1991-25.5.1991: Operation Shlomo (Salomo / Salomon / Solomon) bringt in einer dramatischen Rund-um-die-Uhr-Luftbrückenaktion unter Beteiligung der Luftwaffe und der nationalen Fluggesellschaft El Al 14 300 äthiopische Juden nach Israel; in den Flugzeugen wurden acht Kinder geboren; in den siebziger Jahren kamen etwa 4 000 äthiopische Juden auf der Flucht durch Sudan auf dem Weg nach Israel ums Leben
  • 31.7.1991: Ayatollah Ali Khomeini vor dem Armeestab: „Israel ist ein bösartiger Tumor in dieser Region. Er muss herausgeschnitten werden. Er muss beseitigt werden.“
  • September 1991: Ausschreitungen von Hoyerswerda
  • September 1991: Der Libanon und Syrien haben gefangen genommene israelische Soldaten regelmässig misshandelt. Es ist ausserdem äusserst schwierig für Israel, Informationen über seine Kriegsgefangenen zu erhalten, und die Libanesen und Syrer verweigern in der Regel selbst dem Roten Kreuz den Zutritt zu den Gefangenen. Häufig werden sogar noch die Leichname von Israelis als Geiseln behalten und bei Verhandlungen als „Tauschware“ eingesetzt. So liess Israel zum Beispiel im September 1991 fast 100 libanesische Schiiten frei und erhielt im Austausch dafür die sterblichen Überreste von vier israelischen Soldaten, die im Libanon getötet worden waren.
  • September 1991: Ein Flugblatt der PLO verlangt „die Hinrichtung“ aller Personen, die Jerusalemer Grund und Boden an Juden verkaufen.
  • 30.10.1991: In Madrid beginnt unter der Schirmherrschaft der Präsidenten der USA und der Sowjetunion eine Nahostkonferenz, an der alle am Konflikt beteiligten Parteien teilnehmen (Israel, Libanon, Jordanien, Syrien und 14 palästinensische Vertreter als Teil der jordanischen Delegation). Dieses Treffen war das Fundament für eine Reihe weiterer bilateraler und multilateraler Friedensverhandlungen in der Region. Parallel laufen in Oslo Geheimverhandlungen mit Vertretern der PLO.
  • 16. November 1991: Jassir Arafat im irakischen Radio in Bagdad: „Wir wollen zusammenarbeiten bis zum Sieg und zur Befreiung Jerusalems.“
  • 9. Dezember 1991: UNO: Israels Vorgehen gegen die Intifada wurde mit einem Abstimmungsergebnis von 150 zu zwei Stimmen verurteilt.
  • 11. Dezember 1991: UNO: Mit 104 gegen zwei Stimmen wird eine Resolution verabschiedet, die eine Friedenskonferenz mit palästinensischer Beteiligung unter dem Vorsitz der UN forderte, und eine weitere mit 142 gegen zwei Stimmen, in der das israelische Verhalten gegenüber Palästinensern in den besetzten Gebieten verurteilt wurde.
  • 16. Dezember 1991: Die Generalversammlung der UNO nimmt die Resolution, in der der Zionismus als Form von Rassismus bezeichnet wird, zurück (Resolution 4686; mit 111 zu 25 Stimmen bei 13 Enthaltungen). Kein einziges arabisches Land hatte für den Widerruf gestimmt. Die PLO verurteilte die Abstimmung und die Rolle, die die Vereinigten Staaten dabei gespielt hatten. Am selben Tag verabschiedeten die UN mit 152 zu einer Stimme, bei Stimmenthaltung der USA, eine Resolution folgenden Inhalts: Israel sollte den Beschluss der Knesset, der Jerusalem zur israelischen Hauptstadt erklärte, aufheben und sich aus den „besetzten Gebieten“ einschliesslich Jerusalems zurückziehen.
  • Ende 1991: Für Ende 1991 war eine Konferenz über die regionalen Wasserprobleme in Israel und den besetzten Gebieten angesetzt, die in der Türkei stattfinden sollte, doch das Treffen wurde von Syrien torpediert. Die Syrer, Jordanier und Palästinenser boykottierten auch die im Jahr 1992 in Moskau stattfindenden multilateralen Gespräche, in deren Rahmen sich eine spezielle Arbeitsgruppe mit dem Wasserproblem befasste. Israel hat die den palästinensischen Autonomiegebieten zugeteilte Gesamtwassermenge nicht gekürzt, sondern geprüft, ob die Menge nicht erhöht werden kann, obwohl die Wasserzuteilungen in Israel selbst kontingentiert wurden und der Friedensvertrag die Lieferung beträchtlicher Wassermengen an Jordanien vorsah. Im Übrigen wurden die zu liefernden Wassermengen nicht von Israel selbst festgelegt, sondern dies geschah im Rahmen bilateraler Verhandlungen, an denen auch die Amerikaner teilnahmen. Die Verhandlungen machten auch Vorgaben über die Anzahl der anzulegenden Brunnen und die dabei zum Zuge kommende Arbeitsteilung. Israel hat sich an die Vorgaben gehalten, die Wasserlieferungen erhöht und ist aktiv gegen Wasserdiebe und andere auftauchende Probleme vorgegangen.
  • seit 1991: Libanon. Seit dem Ende des 16-jährigen Bürgerkrieges im Libanon im Jahr 1991 steht der Libanon unter der Kontrolle Syriens, das 25 000 Soldaten im Land stationiert hat. Aus diesem Grund haben weder die libanesischen Bürger noch die Regierungsbeamten eine echte Möglichkeit, Einfluss auf die Regierung zu nehmen, obwohl der Libanon rein theoretisch eine parlamentarische Republik ist, denn die politischen Entscheidungen werden von Syrien getroffen.
  • 1991-2004: In den Jahren von 1991 bis 2004 wanderten rund 220 000 Juden aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland aus (so genannte Kontingentflüchtlinge)

Bücher

  • Amos Oz, „Der dritte Zustand“ (deutsch 1992)
  • Simon Berlinger, Synagoge und Herrschaft: vierhundert Jahre jüdische Landgemeinde Berlichingen, Sigmaringendorf 1991
  • Casimir Bumiller, Juden in Hechingen. Geschichte einer jüdischen Gemeinde in neun Lebensbildern aus fünf Jahrhunderten, Hechingen 1991
  • Franz D. Lucas und Margret Heitmann, "Stadt des Glaubens: Geschichte und Kultur der Juden in Glogau", Hildesheim und New York 1991
  • Ursula Hesse, Stadt Brilon (Hrsg.), Jüdisches Leben in Alme, Altenbüren, Brilon, Madfeld, Messinghausen, Rösenbeck, Thülen. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Brilon 1991
  • G. Salinger, Ein Rückblick und Beitrag zum Leben und Schicksal der Juden in Stolp in Pommern, Wedel 1991
  • Albert A. Bruer, Geschichte der Juden in Preussen (1750-1820), Frankfurt/M. 1991
  • Peter Freimark, Alice Jankowski, Ina S. Lorenz (Hrsg.), Juden in Deutschland: Emanzipation, Integration, Verfolgung und Vernichtung, Hamburg 1991
  • Arno Herzig (Hrsg.), Die Juden in Hamburg 1590-1990, Hamburg 1991
  • Ursula Wamser, Wilfriede Weinke, Jüdisches Leben am Grindel, Hamburg 1991
  • Astrid Louven, Die Juden in Wandsbek, Hamburg 1991 (2. Aufl.)
  • Karl Gutzmer, Die Philippsons in Bonn. Deutsch-jüdische Schicksalslinien 1862-1980, Bonn 1991
  • Edwin Maria Landau, Samuel Schmitt: Lager in Frankreich. Überlebende und ihre Freunde. Zeugnisse der Emigration, Internierung und Deportation, Mannheim 1991
  • Jiří Fiedler, Jewish Sights of Bohemia and Moravia, Prag 1991
  • Issah Nakhleh, The Encyclopedia of the Palestine Problem, New York 1991

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