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1987

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Ereignisse

  • 1987: Nobelpreis für Physik an: Karl Alexander Müller
  • 1987: Nobelpreis für Literatur an: Joseph Brodsky
  • 1987: Wirtschafts-Nobelpreis an: Robert M. Solow
  • 1987: Deutschland: Barschel-Affäre
  • 1987: in Heidelberg Gründung des Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland
  • 1987: 31. Zionistischer Kongress
  • 1987: Jerusalems Bevölkerung: 340 000 Juden, 121 000 Muslime, 14 000 Christen
  • 22. Februar 1987: Syrische Truppen besetzen Beirut
  • 12. März 1987: Teimour Radjabov in Baku geboren; aserbaidschanischer Schachmeister der Weltklasse
  • 6. April 1987: Mit Chaim Herzog kommt der erste israelische Staatspräsident in die Bundesrepublik Deutschland
  • April 1987: Die US-Regierung setzt den österreichischen Bundespräsidenten Waldheim auf die so genannte Watch List; das bedeutet, dass Waldheim als Privatmann eine persona non grata in den USA ist; Kanada schliesst sich an
  • 20. April 1987: Eröffnung des einwöchigen Kongresses des Palästinensischen Nationalrats, Versöhnung von Arafat mit seinen radikalen Gegnern Georges Habasch und Najef Hauatmeh
  • 1. Mai 1987: Shahar Peer in Jerusalem geboren
  • 3. Mai 1987: Der österreichische Bundeskanzler Vranitzky fährt zur Teilnahme an der Eröffnung des Jüdischen Historischen Museums nach Amsterdam
  • 1. Juni 1987: der libanesische Ministerpräsident Raschid Karamé fällt an Bord eines Armeehubschraubers einem Sprengstoff-Attentat zum Opfer
  • 5. September 1987: 46 Todesopfer und 47 Verletzte forderte ein Angriff der israelischen Luftwaffe auf das Palästinenserlager Ain al-Hilwe bei Sidon, im südlichen Libanon. Es war die schwerste Attacke der Israelis seit dem Krieg des Sommers 1982. Der Angriff kam überraschend und wurde in drei Wellen ausgeführt. Sogenannte Retardationsbomben, die nach dem eigentlichen Angriff explodierten, forderten zusätzliche Opfer. Unter den Toten waren sowohl Aktivisten der Guerilla-Gruppe Abu Nidals (eines ihrer Hauptquartiere befand sich im Palästinenserlager Ain al-Hilwe) als auch Zivilisten, Frauen und Kinder. Die Palästinenser in den Lagern Südlibanons waren nicht allein von Israel bedroht (und bedrohten ihrerseits Israel), sondern auch von den Milizen der schiitischen Amal-Bewegung. Die Schiiten waren die dominierende Bevölkerungsgruppe im südlichen Libanon. Ihre bewaffneten Milizen hielten seit Monaten mehrere Palästinenserlager belagert. Männer aus den betreffenden Lagern hatten daher kaum Bewegungsfreiheit, Frauen wurde es gestattet, die Lager zum Einkaufen zu verlassen. Zweck der Belagerung war es, Transaktionen mit Waffen zu unterbinden.
  • 19. Oktober 1987: „Schwarzer Montag“. Beginn eines dramatischen Kursverfalls an den Börsen der Welt, ausgehend von den USA – anders als beim „schwarzen Freitag“ von 1929 folgt diesmal keine Weltwirtschaftskrise
  • 7. November 1987: Tunesien. Absetzung Habib Bourguibas durch Ben Ali
  • 26. November 1987: Attentat per Hängegleiter. Ein 22jähriger Palästinenser brachte bei einer Selbstmordaktion im Norden Israels sechs israelische Soldaten um und verletzte weitere sieben. Abu Ammar Adham flog mit einem motorisierten Hängegleiter von libanesischem Territorium in die Umgebung der grenznahen israelischen Stadt Kiriat Schmoneh und drang dort in ein Quartier der israelischen Armee ein. Er hatte Handgranaten und Schusswaffen dabei, und als er die Zelte mit den schlafenden Soldaten erreichte, startete er seine Aktion.
  • 8. Dezember 1987: Beginn der Intifada (1. Intifada) (Aufstand der Palästinenser in den besetzten Gebieten, vor allem von Jugendlichen; „Intifada“ = arabisch „Aufrütteln“), zunächst in Gaza (Auslöser war ein Verkehrsunfall, bei dem vier Bewohner des Jabalya-Flüchtlingslagers in Gaza ums Leben kamen, von denen man glaubte oder glauben machte, sie seien von Israelis aus Rache für einen am 6.12.87 beim Einkaufen im Gazastreifen Erstochenen getötet worden); in den folgenden Tagen weiteten sich die Ausschreitungen aus (es wurden Steine geworfen, Strassen blockiert und Autoreifen verbrannt, ein Molotowcocktail auf das Konsulat der Vereinigten Staaten in Ostjerusalem geworfen usw., es gab Tote und Verletzte); Israel antwortet mit dem Einsatz von Militär und Polizei, konnte die Kämpfe aber nicht beenden; der Palästinenser-Aufstand dauert bis Sommer 1993. – Die Intifada war von Anfang an eindeutig gewaltbereit. In den ersten vier Jahren des Aufstands verzeichneten die israelischen Verteidigungsstreitkräfte über 3 600 Molotowcocktail- und 100 Handgranatenangriffe sowie 600 Anschläge mit Schusswaffen und Sprengstoff. Die Gewalt richtete sich gleichermassen gegen Soldaten und Zivilisten. In dem genannten Zeitraum töteten die Palästinenser in den besetzten Gebieten 16 israelische Zivilisten und 11 Soldaten; über 1 400 israelische Zivilisten und 1 700 israelische Soldaten wurden verletzt. Zwischen 1997 und der Unterzeichnung der Oslo-Abkommen kamen 90 Israelis bei Übergriffen der Intifada durch Anschläge ums Leben.
  • 19. Dezember 1987: auch im arabischen Ostteil Jerusalems stundenlange Strassenkämpfe zwischen Polizei und aufständischen Demonstranten
  • seit 1987: Seit dem Steuerjahr 1987 erhielt Israel jährlich insgesamt 1,2 Milliarden Dollar wirtschaftliche und insgesamt 1,8 Milliarden militärische Subventionen. 1998 bot Israel freiwillig an, seine Abhängigkeit von der amerikanischen Wirtschaftshilfe zu verringern. Mit der Clinton-Regierung wurde ein Abkommen geschlossen, dass die Wirtschaftshilfe jährlich um ein Zehntel abgebaut wird und nach zehn Jahren ausläuft. Israel wird weiter alte Schulden bei den USA abtragen, die ihm im Gegensatz zu Jordanien und Ägypten nicht erlassen wurden.
  • 1987-1998: Präsident der IKG Wien: Paul Grosz

Bücher

  • Amos Oz, „Black box“ (deutsch 1989)
  • Yehuda Eloni, Zionismus in Deutschland. Von den Anfängen bis 1914, Weinsberg (Gerlingen?) 1987
  • Hans Heinrich Ebeling, Die Juden in Braunschweig: Rechts-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte von den Anfängen der Jüdischen Gemeinde bis zur Emanzipation (1282-1848), Braunschweig 1987
  • Hildburg-Helene Thill, Lebensbilder jüdischer Koblenzer und ihre Schicksale, Koblenz 1987
  • Roland Flade, Die Würzburger Juden. Ihre Geschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Würzburg 1987
  • " ... dass die Juden in unseren Landen einen Rabbiner erwehlen ... ". Beiträge zum 300. Jahrestag der Errichtung des Landrabbinats Hannover am 10. März 1687, Hannover 1987
  • Wegweiser durch das jüdische Berlin, Berlin 1987
  • Michael Mitterauer (Hrsg.), "Gelobt sei, der dem Schwachen Kraft verleiht": Zehn Generationen einer jüdischen Familie im alten und neuen Österreich, Wien 1987
  • "Heilige Gemeinde Wien". Judentum in Wien. Sammlung Max Berger, Wien 1987
  • Norbert Leser (Hrsg.), Theodor Herzl und das Wien des Fin de siècle, Wien/Köln/Graz 1987
  • Pierre Genée, Wiener Synagogen 1825–1938, Wien 1987
  • Ivar Oxaal, Michael Pollack, Gerhard Botz (Hrsg.), Jews, Antisemitism and Culture in Vienna, London-New York 1987
  • Leo Jung (Hrsg.), Sages and Saints, New York 1987
  • Amnon Neustadt, Israels zweite Generation. Auschwitz als Vermächtnis, Berlin/Bonn 1987
  • Alfred Etzold u. a., Jüdische Friedhöfe in Berlin, Berlin [Ost] 1987
  • Simcha Flapan, The Birth of Israel: Myths and Realities, New York 1987
  • Michael Palumbo, The Palestinian Catastrophe: The 1948 Expulsion of a People from their Homeland, London 1987
  • Benny Morris (Hrsg.), The Birth of the Palestinian Refugee Problem, 1947-1949, Cambridge 1987 (überarbeitete Ausgabe Cambridge 2004)
  • Bernard Lewis, Die Juden in der islamischen Welt. Vom frühen Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert, München 1987

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