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1983

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Ereignisse

  • 1983: Margarete Mitscherlich knüpft mit dem Aufsatz „Antisemitismus – eine Männerkrankheit?“ an die Psychoanalyse Freuds an, betonte aber stärker die geschlechtsspezifischen Unterschiede: „Projektion des Vaterhasses, Verschiebung der Inzestwünsche auf den Juden („Rassenschande“), Rivalitätsaggressionen etc. – diese unbewussten psychischen Motive für die Entwicklung des Antisemitismus sind vor allem für die männliche Psyche relevant“. Frauen würden dagegen nur selten vatermörderische Wünsche hegen. Diese Thesen liessen sich empirisch bisher nicht verifizieren: Autoritäre Charaktere und sadistische Tendenzen sind unter Männern wie Frauen auch im Verbund mit anderen antidemokratischen Ideologien und in anderen totalitären Systemen anzutreffen. Überhaupt konnte die psychologische Antisemitismusforschung bisher den Widerspruch nicht auflösen, dass mit dem Methodenrepertoire der Individualpsychologie ein Kollektivphänomen wie Antisemitismus erklärt werden soll. Dieses methodische Grundsatzproblem hat dazu geführt, dass individual- und sozialpsychologische Deutungen (in ihren vielfältigen Erscheinungsformen von Freud bis zur Kritischen Theorie) nur selten in der soziologisch und historisch orientierten Antisemitismusforschung rezipiert werden. Nur wenige Vertreter wie Moishe Postone versuchten, die Kritische Theorie zu aktualisieren und zu erweitern.
  • 1983: Der deutsche Maler und Aktionskünstler Konrad Kujau (1938 Löbau/Sachsen - 2000 Stuttgart) wird durch die Fälschung angeblicher "Hitler-Tagebücher", die er für 9,3 Millionen Deutsche Mark an das Magazin "Stern" verkaufen konnte, weltberühmt.
  • 1983: Gründung der Tsomet-Partei (hebr. „Wegkreuzung“) durch General Rafael Eitan nach seiner Pensionierung. Säkulare rechtsgerichte politische Partei in Israel, Befürworterin jüdischer Siedlungspolitik. Durch die starke Betonung des Nationalismus, der militärischen Stärke und des Zionismus fand die Tsomet-Partei Zustimmung bei Teilen der Kibbuz- und Moshav-Bewegung sowie im Militär. Eitan war von 1978 bis 1983 der israelische Generalstabschef und hatte als Stellvertreter des Verteidigungsministers in den besetzten Gebieten die Umsetzung der Siedlungspolitik weitgehend mitbestimmt. Er gilt als Verkörperung des kämpfenden Pionierzionisten der Vorstaatszeit, denn sein Mythos als Kriegsheld beruht auf seiner Einfachheit und seiner rüden Art und nicht auf seinen Strategiekünsten. Von 1990 bis 1992 forcierte er dann als Landwirtschaftsminister die Besiedlung in den besetzten Gebieten unter Ausschöpfung aller Möglichkeiten. Die Tsomet-Partei ist eindeutig säkular ausgerichtet und lehnt die religiöse Politik der Tehyia oder von Gush Emunim vehement ab. Nach einer kurzen Phase der Zusammenarbeit mit Tehyia entwickelte sich Tsomet zu einer festen Grösse des israelischen Parteienspektrums, in dem sie eng mit der Likud-Partei zusammenarbeitete.
  • 1983: Gründung der Siedlung Adora im Westjordanland, Region Hebron (um 200 Einwohner)
  • 1983: Gründung der Siedlung Dolew im Westjordanland (Region Binjamin, ca. 960 Einwohner im Jahr 2004)
  • 1983: Gründung der Siedlung Ma'ale Lewona im Westjordanland (Region Binjamin, ca. 500 Einwohner im Jahr 2004)
  • 1983: Gründung der Siedlung Tene (auch: Ma'ale Omarim) im Westjordanland (Region Hebron, ca. 540 Einwohner im Jahr 2004)
  • 1983: Gründung der Siedlung Otni'el im Westjordanland (Region Hebron, ca. 700 Einwohner im Jahr 2004)
  • 1983: Gründung der Siedlung Newe Dekalim im Siedlungsblock Gusch Katif im südlichen Gazastreifen in unmittelbarer Nachbarschaft zur palästinensischen Stadt Chan Yunis; bei der Räumung im August 2005 lebten dort noch 500 Familien, ca. 2700 Menschen (beinahe ausschliesslich orthodoxe Juden); die Häuser wurden zerstört
  • 1983: Gründung der Siedlung Gewa Binjamin im Westjordanland (Region Binjamin, ca. 2000 Einwohner im Jahr 2004)
  • 1983: Gründung der Siedlung Giw'at Charsina im Westjordanland (Region Hebron, ca. 1200 Einwohner im Jahr 2009)
  • 1983: Gründung der Siedlung Kadim im nördlichen Westjordanland (Region Samaria, ca. 140 Einwohner im Jahr 2004); wurde im August 2005 friedlich geräumt
  • 1983: Gründung der Siedlung Ganim im nördlichen Westjordanland/Region Samaria (ca. 150 Einwohner im Jahr 2004); im August 2005 friedlich geräumt
  • 1983: Gründung der Siedlung Alfei Menasche im Westjordanland, Region Samaria (um 5400 Einwohner)
  • 1983: so genannte Arjenyattah-Epidemie im Westjordanland
  • 1983 „Globes“ in Israel gegründet, Wirtschaftsblatt, die jüngste israelische Zeitung
  • Anfang 1983: Die Regierung Nigerias verfügt die Ausweisung von über 2 Mio. illegal dort lebenden Gastarbeitern (vor allem aus Ghana, dem Tschad und den verelendeten Nachbarstaaten der Sahel-Zone) innerhalb von 14 Tagen
  • 4. Februar 1983: Der ehemalige Gestapo-Chef von Lyon, Klaus Barbie, wird von Bolivien an Frankreich ausgeliefert und dort zu lebenslanger Haft verurteilt
  • 10. Februar 1983: Jerusalem. Der strengreligiöse Jude Yona Avrushmi wirft eine Handgranate in eine Gruppe von Friedensdemonstranten, tötet dabei den Friedensaktivisten Emil Grünzweig und verletzt neun weitere Menschen teilweise schwer; die Strafe: 27 Jahre Gefängnis
  • 18. April 1983: Hisbollah-Terroristen, die von syrisch kontrolliertem Gebiet aus operierten, bombardieren die US-amerikanische Botschaft in Beirut, dabei kamen 49 Menschen ums Leben, und 120 wurden verletzt.
  • Mai 1983: Unter der Vermittlung der USA kommt es zu einem Abkommen zwischen Israel und dem Libanon, das die Voraussetzungen für einen israelischen Abzug festlegte. Die Ratifizierungsunterlagen wurden allerdings niemals ausgetauscht, und im März 1984 annullierte der Libanon, unter starkem syrischem Druck, das Abkommen. Syrien hatte den libanesischen Präsidenten Amin Gemayel gezwungen, das Abkommen zu brechen.
  • 14.9.1983: Amy Winehouse (Amy Jade Winehouse) geboren in Enfield, London, britisch-jüdische Soulsängerin und Songwriterin; stilistisch mischt sie in ihren Liedern Elemente aus Jazz, Pop, Soul, Ska und Reggae; Amy Winehouse wuchs als Tochter eines Taxifahrers und einer Apothekerin in Southgate, einem Stadtteil von London, auf; ihre Eltern trennten sich, als sie 9 Jahre alt war; mit 12 Jahren besuchte sie die Sylvia Young's Stage School, eine Schule für britische Nachwuchskünstler, die sie ein Jahr später verliess, um im Alter von 16 Jahren Geschichte zu studieren; später besuchte sie die BRIT School for the Performing Arts in Selhurst; seit dem 18. Mai 2007 war Amy Winehouse mit Blake Fielder-Civil verheiratet; mit 18 unterschrieb sie ihren ersten Vertrag bei Island Records; für ihr 2003 erschienenes Debütalbum Frank erhielt sie jeweils eine Nominierung für die Brit Awards; 2006 veröffentlichte sie ihr zweites Album, Back to Black.; am 7.12.07 wurde bekannt, dass Winehouse insgesamt 6 Mal für den Grammy 2008 nominiert ist (fünf der begehrten Auszeichnungen erhielt sie dann auch und war der Star des Abends); Amy Winehouse geriet durch exzessiven Drogen- und Alkoholkonsum wiederholt in die Schlagzeilen; so musste sie im Juli 2007 auf ärztlichen Rat wegen eines „völligen Erschöpfungszustandes“ kurzfristig mehrere Festival-Termine absagen; am 9. August erlitt Winehouse einen Zusammenbruch und musste ambulant behandelt werden; das Management sprach erneut von „schwerer Erschöpfung“ als Ursache, die britische Boulevardzeitung The Sun hingegen nannte konkret eine Überdosis Drogen als Ursache für die erneute Auszeit; bekannt sind auch wiederholt alkoholisierte Bühnenauftritte, die ihr von Boulevardblättern bereits den Ruf „weiblicher Pete Doherty“ einbrachten; darüber hinaus kämpfte sie mit Magersucht und Bulimie; im Oktober 2007 wurde Amy Winehouse zusammen mit ihrem Ehemann in Bergen (Norwegen) wegen Besitzes von 7 Gramm Marihuana verhaftet; sie kam gegen eine Geldbusse von € 500 frei; Ende November 2007 sagte Winehouse aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme alle Konzerte und Promotionauftritte bis zum Ende des Jahres ab; sie starb völlig unerwartet im Juli 2011
  • 15.9.1983: Rücktritt Begins
  • September 1983: Israel zieht sich aus grossen Gebieten des Libanons auf Stellungen südlich des Awali-Flusses zurück.
  • 23. Oktober 1983: Hisbollah-Terroristen steuern zwei mit Sprengstoff beladene Lastwagen in amerikanische und französische Militärbaracken in der Nähe von Beirut; dabei wurden 241 Amerikaner und 56 französische Soldaten getötet
  • 25. Oktober 1983: Erstmals legen 550 österreichische Rekruten ihr Gelöbnis auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen ab
  • Am 24. November 1983 tauschten die israelische Regierung und die Palästinensische Befreiungsfront Kriegsgefangene aus. Die Aktion löste vor allem durch das zahlenmässige Missverhältnis Erstaunen aus. Yassir Arafats PLO liess sechs Soldaten frei, die mehr als 14 Monate in Kriegsgefangenschaft zugebracht hatten. Israel hingegen übergab den Vermittlern 4500 Mann, die in einem Lager im Südlibanon untergebracht gewesen waren. Die französische Regierung hat bei der Vorbereitung und Durchführung dieser sorgfältig geplanten Tat mitgewirkt. In einer ersten Phase wurden die israelischen Soldaten dem Internationalen Roten Kreuz anvertraut, das sie auf ein französisches Schiff brachte. Gleichzeitig wurden tausend Palästinenser freigelassen. Einen Tag später folgten die 3500 weiteren PLO-Kämpfer. Sie verliessen ihr Lager an Bord israelischer Flugzeuge und wurden anschliessend in Bussen auf den Flughafen Lod überführt, wo sie an Bord französischer Flugzeuge nach Algerien geflogen wurden.
  • 6. Dezember 1983: Jerusalem. PLO-Bombenattentat auf einen Bus: 4 Tote und 46 Verletzte.
  • 8. Dezember 1983: Der libyische UN-Delegierte Ali Treiki in seiner Rede vor den Vereinten Nationen: „Und sind es denn nicht die Juden, die das amerikanische Volk ausbeuten und versuchen, es zu erniedrigen?“
  • 20. Dezember 1983: Jassir Arafat und 4000 seiner Anhänger, die seit Mitte November von Rebellen der eigenen Organisation in der libanesischen Stadt Tripoli eingeschlossen sind, werden auf weltweiten Druck hin mit Hilfe von fünf griechischen Schiffen evakuiert
  • seit 1983: Rabbiner der IKG Wien: Paul Chaim Eisenberg, Oberrabbiner
  • 1983-1984: Premierminister Israel: Yitzhak Shamir
  • 1983-1993: Chaim Herzog Präsident Israels

Bücher

  • Manès Sperber, Autobiographie „All das Vergangene“, 1983 (3 Bände: „Die Wasserträger Gottes“, „Die vergebliche Warnung“, „Bis man mir Scherben auf die Augen legt“); im selben Jahr wird er mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.
  • Paul Arnsberg, Die Geschichte der Frankfurter Juden seit der Französischen Revolution, 3 Bände, Darmstadt 1983
  • Dorothea Elisabeth Deeters, Sie lebten mit uns. Zur Geschichte der Wied-Neuwiedischen Landjuden für die Zeit von 1817-1942, dargestellt an Dorf und Synagogenbezirk Oberbieber, Neuwied-Oberbieber 1983
  • Ursula Schnorbus, Quellen zur Geschichte der Juden in Westfalen: Spezialinventar zu den Akten des Nordrhein-Westfälischen Staatsarchivs Münster, Münster 1983
  • Synagogen in Berlin. Zur Geschichte einer zerstörten Architektur, 2 Bände, Berlin 1983
  • Jacob Toury, Die Jüdische Presse im Österreichischen Kaiserreich, Tübingen 1983
  • Lenni Brenner, „Zionism in the Age of the Dictators“ (deutsch 2007 unter dem Titel: „Zionismus und Faschismus: Über die unheimliche Zusammenarbeit von Faschisten und Zionisten“)
  • Hans Bach (Hrsg.), The German Jew: A Synthesis of Judaism and Western Civilization 1730-1930, Rutherford, N.Y. 1983
  • Emanuel Rosenstein und Neil Rosenstein, Latter Day Leaders, Sages and Scholars, Born between Late 18th and Early 20th Century, hrsg. Computer Center for Jewish Genealogy, Elizabeth, N. J. 1983
  • Peter Schäfer, Geschichte der Juden in der Antike, Stuttgart etc. 1983
  • Michael Brocke (Hrsg.), Beter und Rebellen. Aus 1000 Jahren Judentum in Polen, Frankfurt/Main 1983
  • Vladimir Lipscher, Zwischen Kaiser, Fiskus, Adel, Zünften: Die Juden im Habsburgerreich des 17. und 18. Jahrhunderts am Beispiel Böhmens und Mährens, Zürich 1983
  • Paul R. Magocsi, Galicia: A Historical Survey and Bibliographic Guide, Toronto 1983
  • Marsha L. Rozenblit, The Jews of Vienna, 1867-1914: Assimilation and Identity, Albany, NY, 1983
  • Murray Friedman (Hrsg.), Jewish Life in Philadelphia 1830-1940, Philadelphia 1983
  • Michael Stanislawski, Tsar Nicholas I and the Jews, Philadelphia 1983
  • Michael Curtis (Hrsg.), Antisemitism in the Contemporary World, London 1983
  • Baruch Kimmerling, Zionism and Territory: The Socio-Territorial Dimensions of Zionist Politics, Berkeley 1983
  • Noam Chomsky, Fateful Triangle. The United States, Israel and the Palestinians, 1983
  • J. Neusner, A History of the Mishnaic Law of Damages, 5 Bände, Leiden 1983-1985
  • Wegweiser zu den ehemaligen Stätten jüdischen Lebens oder Leidens in Hamburg, 3 Bände, Hamburg 1983-1989
  • Theodor Herzl, Briefe und Tagebücher, 7 Bände, herausgegeben von Alex Bein, Hermann Greive, Moshe Schaerf, Julius H. Schoeps und Johannes Wachten, Berlin/Frankfurt a. M./Wien 1983-1996

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