Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

1988

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender

| 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert | 21. Jahrhundert  
| 1950er | 1960er | 1970er | 1980er | 1990er | 2000er | 2010er  
◄◄ | | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | | ►►

Ereignisse

  • 1988: Nobelpreis für Physik an: Leon Max Lederman
  • 1988: Nobelpreis für Physik an: Melvin Schwartz
  • 1988: Nobelpreis für Physik an: Jack Steinberger
  • 1988: Nobelpreis für Medizin an: Gertrude B. Elion
  • 1988: Israel schliesst einige der weiterführenden Schulen und Colleges in der Westbank, von denen aus Unruhen organisiert worden waren. Nach der Ankündigung der Schliessungen bot Israel an, alle Schulen, deren Direktoren garantierten, dass ihre Einrichtung der Ausbildung der Kinder und Jugendlichen und nicht der Aufhetzung zur Gewalt diene, wieder zu öffnen. Doch die Erzieher, von denen viele eingeschüchtert worden waren, verhielten sich still. Als die Gewalt abebbte, liess Israel alle Hochschulen, Colleges und Universitäten wieder öffnen.
  • 1988: Attentat auf die Pan Am 103, bei dem über 200 Amerikaner ums Leben kommen. Verantwortlich für das Attentat ist Libyen.
  • 1988: Degel HaTorah (hebr. „Fahne/Flagge/Banner der Tora“) als Partei gegründet von Rabbi Elazar Shach (gestorben 2001) durch Abspaltung von der Agudat Jisrael. Der Name ist eine bewusste Entgegensetzung zur Flagge des Staates Israel, die „für Säkularisierung und anderes Verhalten und andere Ideen steht, mit denen Haredim nicht einverstanden sein können“. Die Degel HaTorah ist eine israelische, aschkenasisch geprägte politische Partei von Haredim, die 2-3 Sitze in der Knesset hält. In 2005 war Degel HaTorah Teil der Koalition des Ministerpräsidenten Ariel Sharon. Degel HaTorah repräsentiert den so genannten „litauischen Flügel“ der non-Hasidic Haredim (= Mitnagdim) und ist der hasidisch orientierten Agudat Israel entgegengesetzt. Obwohl sich diese Parteiungen oft bekämpfen, bündeln sie zuweilen auch ihre politischen Kräfte: United Torah Judaism UTJ, hebr. Yahadut HaTorah für die Wahl zur 17. Knesset 2006. Der Posek (Entscheider in halachischen Fragen) von Degel HaTorah im Jahre 2006 war Rabbi Yosef Shalom Eliashiv in Jerusalem.
  • 1988: Moledet (hebr. „Heimat“) gegründet durch General Rehaveam Zeevi, der die Partei bis zu seiner Ermordung durch die PFLP im Jahre 2001 führte (als Nachfolger wurde Rabbi Benny Elon gewählt). Kleine, rechtsgerichtete Partei aus dem säkularen Arbeiterlager in Israel, Befürworterin jüdischer Siedlungspolitik. Befürwortet ebenfalls den freiwilligen Transfer von Palästinensern aus Westbank und Gazastreifen. Entwickelte sich zu einer ultranationalistischen rechtsradikalen Partei. Nach dem Verbot der Kach-Partei schöpfte Moledet dieses Wählerpotential ab und beteiligte sich später an den Likud-Koalitionen von 1990-1992 sowie ab 1996.
  • 10.1.1988: im Berliner Tagesspiegel erscheint der von Julius H. Schoeps verfasste Artikel "Treitschke redivivus? Ernst Nolte und die Juden"
  • 16. Februar 1988: Manila, Philippinen. Explosion einer Bombe vor dem israelischen Botschaftsgebäude
  • März 1988: Saddam Hussein bekämpft seine eigenen kurdischen Landsleute in Halabja mit chemischen Waffen (5 000 Zivilisten sterben innerhalb weniger Minuten einen jämmerlichen Tod).
  • 16. April 1988: Nach der Tötung Abu Dschihads, Militärchef und Vizepräsident der PLO, durch Mossad-Agenten in Tunis brechen in den israelisch besetzten Gebieten die schwersten Unruhen seit 1967 aus
  • Mai 1988: Anschlagsversuch auf die israelische Botschaft in Nikosia, Zypern. Einige Hundert Meter entfernt explodiert eine Autobombe. Mehrere Polizisten getötet.
  • 23.6.1988: Papst Johannes Paul II. besucht das ehemalige KZ Mauthausen
  • 31.7.1988: König Hussein von Jordanien verzichtet auf seinen offiziellen Anspruch auf die seit 1967 israelisch besetzte Westbank und Ostjerusalem und erklärt die PLO für allein zuständig.
  • 1. September 1988: Almog Cohen geboren in Beer Scheva, israelischer Fussballspieler und Bundesligaprofi; er spielt auf der Position des Mittelfeldspielers und steht seit 2010 beim 1. FC Nürnberg unter Vertrag; er spielt auch für die A-Nationalmannschaft Israels
  • September 1988: Israel übergibt Taba – einen in der Wüste in der Nähe von Eilat angelegten Erholungsort – an Ägypten, nachdem ein internationales Schlichtungsgremium am 29.9.1988 zu Gunsten Kairos gestimmt hatte (über den Status von Taba war in den Verhandlungen von Camp David nicht entschieden worden).
  • 30.9.1988: Joachim Prinz stirbt
  • 4. November 1988: Unter Polizeischutz hat am Wiener Burgtheater das Stück "Heldenplatz" von Thomas Bernhard Premiere, in dem es um den österreichischen Antisemitismus geht
  • 8. November 1988: George Bush 41. Präsident der USA
  • 10. November 1988: Die Probleme einer historisch angemessenen Bewertung der „Mitläufer“ des NS-Regimes zeigte der damalige Bundestagspräsident Philipp Jenninger in seiner Rede zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht bei einer Gedenkstunde des Deutschen Bundestages. Er sprach – rhetorisch äusserst ungeschickt und in leidenschaftslosem Tonfall (das Hauptproblem dieser Rede war, dass man nicht erkennen konnte, dass überhaupt, und wenn, in welchem Ausmass, sich Jenninger von den vorgetragenen Statements distanzierte) – von Hitlers „Leistungen“ vor 1938, vom „Faszinosum“ des Nationalsozialismus, die grosse Bevölkerungsteile dazu gebracht hätten, Hitler zu folgen. Das löste öffentliche Empörung aus, wegen der Jenninger (am 11.11.1988) zurücktrat (Nachfolgerin wurde Rita Süssmuth). Der Zentralrat der Juden in Deutschland stellte sich allerdings offen hinter Jenninger. Ignatz Bubis demonstrierte die „Unbedenklichkeit“ seiner Rede, indem er später weite Teile daraus ohne Angabe der Quelle selbst vortrug, ohne irgend einen Anstoss zu erregen. - Während Jenninger den Skandal auslöste, fand in Ost-Berlin ein Festakt in der DDR-Volkskammer statt, bei dem Siegmund Rotstein als Vertreter der jüdischen Gemeinden der DDR eine Festrede hielt und der West-Berliner Gemeindevorsitzende Heinz Galinski prominent zwischen Erich Honecker und Egon Krenz platziert wurde.
  • 16. November 1988: Benazir Bhutto erste Frau als Regierungschefin eines moslemischen Staates (Pakistan)
  • 24. November 1988: In der Wiener Innenstadt wird das Denkmal Alfred Hrdlickas gegen Krieg und Faschismus eingeweiht; es zeigt jüdische Mitbürger, die auf den Knien einen Platz putzen müssen
  • 7. Dezember 1988: Zerstörerisches Erdbeben in der Sowjetrepublik Armenien: 25 000 Tote, 31 000 Verletzte, mehr als 113 000 werden evakuiert; grosse internationale Hilfsbereitschaft
  • 15. Dezember 1988: Die PLO proklamiert auf dem XIX. Nationalkongress den „Staat Palästina“ bei Anerkennung der Existenz Israels (in den Grenzen von Juni 1967) und unter der Ankündigung, auf Terror zu verzichten.
  • 21. Dezember 1988: Über der schottischen Ortschaft Lockerbie explodiert nach einem staatsterroristischen Attentat libyscher Geheimdienstler ein Jumbo-Jet der amerikanischen Fluggesellschaft Pan Am, alle Insassen der Maschine sowie am Boden elf Bewohner Lockerbies kamen dabei ums Leben
  • 1988-1992: Heinz Galinski Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland (2. Amtszeit)
  • 1988-1999: Pinchas Menachem Joskowicz, Grossrabbiner Warschaus 1988-1999

Bücher

  • Manfred Bierganz und Anneliese Kreutz, Juden in Aachen, Aachen 1988
  • Margit Naarmann, Die Paderborner Juden 1802-1945. Emanzipation, Integration und Vernichtung, Paderborn 1988
  • Klaus Guth (Hrsg.), Jüdische Landgemeinden in Oberfranken (1800-1942). Ein historisch-topographisches Handbuch, Bamberg 1988
  • Thomas Michel, Die Juden in Gaukönigshofen/Unterfranken (1550-1942), Wiesbaden 1988
  • Joachim Hahn, Erinnerungen und Zeugnisse jüdischer Geschichte in Baden-Württemberg, Stuttgart 1988
  • Reinhard Jakob, Die jüdische Gemeinde von Harburg (1671-1871), Nördlingen 1988
  • Dieter Aschoff, Die Juden in Münster, 1988
  • Volker Keller, Bilder vom jüdischen Leben in Mannheim, Mannheim 1988
  • Josef Werner, Hakenkreuz und Judenstern. Das Schicksal der Karlsruher Juden im Dritten Reich, Karlsruhe 1988
  • Benno Szklanowski, Haus des ewigen Lebens. Beit Hachajim. Der jüdische Friedhof in Darmstadt, Darmstadt 1988
  • Bernd Andreas Vest, Der alte jüdische Friedhof in Mainz, Mainz 1988
  • Maciej Łagiewski, Der alte jüdische Friedhof in Wroclaw/Breslau, Meckenheim 1988
  • Robert Weyl, Le Cimétière juif de Rosenwiller, Strassbourg 1988
  • Joseph Walk, Kurzbiographien zur Geschichte der Juden 1918-1945, München/New York/London/Paris 1988
  • Rudolf Hirsch, Rosemarie Schuder, „Der Gelbe Fleck“, 1988
  • Hans-Jürgen Döscher, Reichskristallnacht. Die Novemberpogrome 1938, Frankfurt am Main/Berlin 1988
  • Norbert Kampe, „Studenten und „Judenfrage“ im Deutschen Kaiserreich“, 1988
  • Adolf Gaisbauer, Davidstern und Doppeladler. Zionismus und jüdischer Nationalismus in Österreich 1882-1918, Wien/Köln/Graz 1988
  • Thomas Rahe, Frühzionismus und Judentum. Untersuchungen zu Programmatik und historischem Kontext des frühen Zionismus bis 1897, Frankfurt a. M./Bern/New York/Paris 1988
  • George E. Berkley, Vienna and Its Jews. The Tragedy of Success 1880s-1980s, Cambridge 1988
  • Neal Gabler, An Empire Of Their Own: How the Jews Invented Hollywood, New York 1988
  • Joyce Hannover, Gelebter Glaube. Die Feste des jüdischen Jahres, Gütersloh 1988
  • Eugeniusz Wirkowski, Küche der polnischen Juden, Warschau 1988
  • Zvi Gitelman, A Century of Ambivalence. The Jews of Russia and the Soviet Union, 1881 to the Present, New York 1988
  • Hellmut Andics, Die Juden in Wien, München/Luzern 1988
  • Hans Safrian und Hans Witek, Und keiner war dabei. Dokumente des alltäglichen Antisemitismus in Wien 1938, Wien 1988
  • Dan Diner, Zivilisationsbruch. Denken nach Auschwitz, Frankfurt am Main 1988
  • Bernward Deneke (Hrsg.), Siehe der Stein schreit aus der Mauer: Geschichte und Kultur der Juden in Bayern, Ausstellungskatalog, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg 1988
  • Israel Schwierz, Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern, München 1988
  • Manfred Treml, Josef Kirmeier (Hrsg.), Geschichte und Kultur der Juden in Bayern, 2 Bände, München 1988
  • Alfred H. Kuby (Hrsg.), Juden in der Provinz, Neustadt a. d. Weinstrasse 1988
  • Michael A. Meyer, Response to Modernity. A History of the Reform Movement in Judaism, New York und Oxford 1988
  • Ruth R. Wisse, A Little Love in Big Manhattan: Two Yiddisch Poets, Harvard University Press, Cambridge 1988
  • Connor Cruise O'Brien, Belagerungszustand. Die Geschichte des Staates Israel und des Zionismus, Wien 1988
  • Avi Shlaim, Collusion across the Jordan: King Abdullah, the Zionist movement, and the partition of Palestine, Oxford 1988
  • Yossi Ben-Artzi, The Development of Haifa, 1918-1948, Jerusalem 1988 (hebräisch)
  • Imre Kertész, „Fiasko“, 1988
  • Lizzie Doron, „Lama lo bat lifne ha-milchama“, 1988 (deutsche Übersetzung „Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?“ von Mirjam Pressler, 2004)
  • Konzentrationslager Dokument F 321 für den Internationalen Militärgerichtshof Nürnberg, herausgegeben vom Französischen Büro des Informationsdienstes über Kriegsverbrechen, Frankfurt am Main 1988 (Erstveröffentlichung Paris 1945 unter dem Titel "Camps de Concentration. Crimes contre la personne humaine", erste deutsche Buchausgabe 1947, hrsg. von Eugène Aroneanu)
  • Dieter Aschoff, Die Juden in Münster, 1988
  • Franz Regnery, Jüdische Gemeinde Neuwied. Geschichte in Bildern und Dokumenten. Zeichen und Zeugen von damals und heute. Verantwortung und Sühne als Auftrag für morgen. Hg. vom Deutsch-Israelitischen Freundeskreis Neuwied, Neuwied 1988

1988 in Wikipedia