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1995

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Ereignisse

  • 1995: Nobelpreis für Physik an: Martin L. Perl
  • 1995: Nobelpreis für Physik an: Frederick Reines
  • 1995: Friedensnobelpreis an: Jozef Rotblat
  • 1995: Der amerikanische Kongress erlässt mit überwältigender Mehrheit die bahnbrechende Jerusalem Embassy Act, in der es hiess, dass Jerusalem von der amerikanischen Politik offiziell als ungeteilte, ewige Hauptstadt Israels anerkannt und die amerikanische Botschaft bis spätestens Mai 1999 nach Jerusalem verlegt werden solle. Das Gesetz enthielt jedoch gleichzeitig eine Klausel, die es dem Präsidenten erlaubte, die Verordnung zu ignorieren, wenn er es im Interesse der Vereinigten Staaten für geraten hielt. Präsident Clinton entschloss sich zu letzterem.
  • 1995: Beginn systematischer Selbstmordanschläge, durchgeführt von palästinensischen Terroristen
  • 1995: Der Gründer der Gruppe „Islamischer Heiliger Krieg“ (Jihad Islami), Fathi Shkaki, der in Kairo Medizin studierte und seit 1979 in einem Jerusalemer Krankenhaus arbeitete, wird auf Malta erschossen – vermutlich von Agenten des Mossad; zuvor hatte er viele Monate in israelischen Gefängnissen verbracht und dennoch die Fäden der Organisation in der Hand behalten.
  • 1995: Binjamin Wilkomirski, eigentlich Bruno Grosjean/Dösseker, geb. 1941 in Biel, Schweizer Autor (ausgebildeter Klarinettist und autodidaktischer Instrumentenbauer), veröffentlichte 1995 im zur Suhrkamp-Gruppe gehörenden „Jüdischen Verlag“ das Büchlein „Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939-1948“; es schildert die frühe Kindheit eines Überlebenden in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten, die Rekonstruktion der eigenen Erinnerung und Suche nach Identität. Selten hatte es ein Buch gegeben, das so eindrucksvoll die Brutalität der Nationalsozialisten zur Sprache brachte. Es diente als Vorlage für drei Filme und ein Theaterstück, wurde in neun Sprachen übersetzt und mit renommierten Preisen bedacht. Im August 1998 dann der Skandal: Der Schweizer Journalist Daniel Ganzfried, selbst ein Überlebender des Holocausts, enthüllte in der „Weltwoche“, dass Wilkomirski keineswegs ein Überlebender der Shoah sei, sondern „Auschwitz und Majdanek nur als Tourist“ kennengelernt habe, seine „Autobiographie“ reine Fiktion sei; inwieweit „Wilkomirski“ kühl berechnend seine Lügengeschichte aufgebaut oder seine Lebenserinnerung, selbst daran glaubend, für sich selbst konstruiert und dann publiziert hat, ist in der daran sich anschliessenden wissenschaftlichen, teilweise polemisch geführten Diskussion nicht restlos aufgeklärt worden. – Vgl. u. a. Irene Diekmann (Hrsg.), Das Wilkomirski-Syndrom. Eingebildete Erinnerungen oder Von der Sehnsucht, ein Opfer zu sein, Zürich etc., 2002
  • 6. Januar 1995: Die Studentin Ofra Felix, 20 Jahre alt, aus Beit El, in ihrem Auto von Terroristen erschossen (nördlich von Beit El).
  • 22. Januar 1995: Zwei Bomben explodieren kurz hintereinander an der Beit Lid junction nahe Netanya: 21 Israelis getötet, zumeist junge Soldaten; der islamische Jihad bekannte sich zu dem Attentat.
  • 6. Februar 1995: Yevgeny Gromov, 32, aus Aschkelon, aus einem vorbeifahrenden Auto erschossen an der Gaza-Umfahrung zwischen Jabalya und Gaza City, als er ein Tanklastfahrzeug Richtung Tankstelle im Gazastreifen eskortierte.
  • 8. Februar 1995: Bei einem Treffen in Taba unterzeichneten führende Vertreter der ägyptischen, amerikanischen, jordanischen und palästinensischen Wirtschaft ein gemeinsames Dokument – die Taba-Erklärung -, in dem sie sich verpflichten, „sämtliche Bemühungen um ein Ende des Boykotts gegen Israel“ zu unterstützen.
  • 13. Februar 1995: Rafael Cohen, 35, aus Jerusalem, Taxifahrer, auf der Ma´aleh Adumim road in Jerusalem erstochen.
  • 19. März 1995: Zwei Israelis von Terroristen erschossen, als diese auf einen Egged-Bus am Ortseingang von Hebron das Feuer eröffneten.
  • 29. März 1995: Zwei Israelis östlich der Netzarim junction in Gaza zu Tode gebracht, als ein Palästinenser mit seinem Lastkraftwagen den Jeep der beiden absichtlich rammte.
  • April 1995: Die israelischen Verteidigungskräfte starten die Operation „Früchte des Zorns“, die der Bombardierung der Nordgrenze Israels durch die Hisbollah ein Ende machen sollte. Dabei traf die israelische Artillerie versehentlich einen Stützpunkt der Vereinten Nationen in Kafr Kana. Bei dem Angriff kamen fast 100 Zivilisten ums Leben. Dieser tragische Zwischenfall führte zur Schaffung einer Beobachtergruppe, bestehend aus amerikanischen, französischen, syrischen und libanesischen Vertretern, die unprovozierte Angriffe auf die Zivilbevölkerung verhindern und dafür Sorge tragen sollte, dass Terroristen sich nicht hinter Zivilisten verschanzen können.
  • 9. April 1995: Sprengstoffattentat des islamischen Jihad, das einen Bus in der Nähe von Kfar Darom im Gasastreifen zur Explosion brachte, acht junge Israelis sterben.
  • 7. Mai 1995: Brandanschlag auf die Synagoge in Lübeck. Ein angrenzendes Gebäude brannte aus. Die Ermittlungen wurden im August 1997 eingestellt.
  • 18. Juli 1995: Ohad Bachrach, 18, aus Beit El, und Ori Shahor, 20, aus Ra´anana, ermordet, als sie im Wadi Kelt gemeinsam wanderten.
  • 24. Juli 1995: Selbstmordattentat auf einen Bus in Ramat Gan, sechs Israelis sterben bei der Explosion.
  • 21. August 1995: Selbstmordattentat auf einen Bus in Jerusalem, vier Israelis sterben. Yona Peter Malina, 38, schwer verwundet, überlebte, vom Hals abwärts gelähmt und angeschlossen an eine Beatmungsmaschine. Er verstarb am 30. Mai 2005.
  • 5. September 1995: Daniel Frei, 28, aus Ma´aleh Michmash, nachts in seiner Wohnung von einem Terroristen erstochen.
  • 28. September 1995: Ministerpräsident Jitzhak Rabin und PLO-Vorsitzender Jassir Arafat unterzeichnen das historische „Israelisch-palästinensische Interimsabkommen über Ostjordanien (die Westbank) und den Gaza-Streifen („Oslo II“, „Oslo B“) in Washington. Das Abkommen, das von den Präsidenten der USA, Russlands, Ägyptens und Norwegens und der Europäischen Union bezeugt wurde, bezog die vorherigen Abkommen ein und ersetzte sie. Das Abkommen erweiterte die palästinensische Selbstverwaltung durch die Einrichtung einer allgemein gewählten Legislative. Es sah Wahlen und die Einrichtung dieser Körperschaft, die Übertragung von Kompetenzen, den israelischen Rückzug aus grösseren palästinensischen Siedlungsgebieten im Westjordanland, Sicherheitsvereinbarungen und Kooperationen auf verschiedenen Gebieten vor.
  • 4.10.1995: Eine Gruppe von „Mystikern“, hauptsächlich Rabbiner, veranstaltet vor Rabins Wohnung die Zeremonie der „pulsa denura“, das Ausbringen eines Fluches, der die Tötung des mit dem Verdikt Belegten verlangt. In ihr beschworen sie „Racheengel, die Rabin mit „peitschenden Feuerhieben“ (pulsa denura) töten sollten.
  • 4.11.1995: Ministerpräsident Jizchak Rabin wird nach einer Friedenskundgebung auf dem Malchei-Israel-Platz in Tel Aviv von Jigal Amir, einem jüdisch-rechtsradikalen Fanatiker, ermordet; die Tat geschah, als in Israel eine bittere nationale Diskussion über die Frage, wohin der Friedensprozess führen würde, ihren Höhepunkt erreichte; Rabins Tod erschütterte das Land im Tiefsten und führte zu einer Periode nationaler Selbstvergewisserung; im Ergebnis verstärkte er den nationalen Konsens in der Unterstützung des Friedensprozesses; Jigal Amir war Jurastudent an der namhaften Universität Bar Ilan in Tel Aviv; vor Gericht erklärte er, dass ein Jude, der „sein Volk und sein Land dem Feind überlässt, wie Rabin es getan hat, gemäss der Halacha getötet werden muss“; zwei Rabbiner, deren Identität Amir nicht preisgab, hatten Rabin zuvor als Rodef (Verfolger, der Juden in Lebensgefahr bringt) und Mosser (Spitzel, der Juden oder ihre Güter an Nichtjuden ausliefert) bezeichnet (vgl. weiter bei J. Amir)
  • 20.11.1995: Assoziationsabkommen der EU mit Israel, das das Abkommen von 1975 ersetzt
  • 1995-1996: Premierminister Israel: Shimon Peres

Bücher

  • Walter Homolka, Esther Seidel (Hrsg.), Nicht durch Geburt allein. Übertritt zum Judentum, München 1995
  • M. S. Bergmann, M. E. Jucovy (Hrsg.), Kinder der Opfer, Kinder der Täter, Psychoanalyse und Holocaust, Frankfurt a. M. 1995
  • Hans-Joachim Bechtoldt, Die jüdische Bibelkritik im 19. Jahrhundert, Stuttgart 1995
  • Nachman Ben-Yehuda, The Masada Myth: Collective Memory and Mythmaking in Israel, Madison 1995
  • Nachman Ben-Yehuda, The Masada Myth: Collective Memory and Mythmaking in Israel, Madison 1995
  • Uri Ben-Eliezer, The Emergence of Israeli Militarism, 1936-1956, Tel Aviv 1995
  • Ulla Ehrlinger, Jüdisches Leben in Westfalen und Lippe: eine Bibliographie, Warburg 1995
  • Albert Marx, Geschichte der Juden in Niedersachsen, Hannover 1995
  • Rolf Kiessling (Hrsg.), Judengemeinden in Schwaben im Kontext des Alten Reiches, Berlin 1995
  • Margret Heitmann, Julius H. Schoeps (Hrsg.), "Halte fern dem Lande jegliches Verderben". Geschichte und Kultur der Juden in Pommern, Hildesheim und New York 1995
  • Martin Ruch, Jüdische Stimmen. Interviews, autobiographische Zeugnisse, schriftliche Quellen zur Geschichte der Offenburger Juden in der Zeit von 1933-1945. Gedenkbuch, New York 1995
  • Vivette Samuel, Sauver les Enfants, Paris 1995
  • Margret Heitmann, Andreas Reinke, Bibliographie zur Geschichte der Juden in Schlesien, München 1995
  • Rudolf Wlaschek, Biographia Judaica Bohemiae, Dortmund 1995
  • Jan A. Choroszy (Hrsg.), Żydowskie gminy wyznaniowe, Breslau 1995
  • Julius Carlebach (Hrsg.), Das aschkenasische Rabbinat: Entstehung, Entwicklung, Krise und Erneuerung, Berlin 1995
  • Charles Berlin (Hrsg.), Catalog of the Hebrew Collection of the Harvard College Library, 10 Bände, München 1995
  • Sharon R. Keller, Judentum in Literatur und Kunst, Köln 1995
  • Shulamis Frieman, Who's Who in the Talmud, 1995

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