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2005

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Ereignisse

  • 2005: Nobelpreis für Physik an: Roy J. Glauber
  • 2005: Nobelpreis für Literatur an: Harold Pinter
  • 2005: Wirtschafts-Nobelpreis an: Robert Aumann
  • 2005: Abelpreis an: Peter Lax
  • 2005: Der Dramatiker Rolf Hochhuth erklärte in einem Interview mit der rechtsgerichteten Zeitschrift „Junge Freiheit“ 2005: Der britische Holocaustleugner David Irving sei „sehr viel seriöser als viele deutsche Historiker. Dass Irving seit 1993 nicht mehr in die Bundesrepublik einreisen darf, führte Hochhuth auf „Verleumdung“ zurück. Irving sei ein „fabelhafter Pionier der Zeitgeschichte“, der Vorwurf, er sei ein Holocaustleugner, „einfach idiotisch“. Auf die Aussage Irvings angesprochen, in Auschwitz habe es keine Gaskammern gegeben, dort seien „weniger Menschen umgekommen als 1969 auf dem Rücksitz Edward Kennedys“, sagte Hochhuth: „Da hat er seiner nicht ganz unbritischen Neigung zum schwarzen Humor auf zynische Weise freien Lauf gelassen. Wahrscheinlich ist er wahnsinnig provoziert worden, ehe er das gesagt hat. Als Historiker ist er ein absolut seriöser Mann.“ Bei diesen unterschiedlichen Debatten ging es immer um den heutigen Umgang mit den Verbrechen der NS-Zeit und um Folgerungen daraus. Die Verantwortung, die die Deutschen als „Volk der Täter“ (Lea Rosh) bis heute und in Zukunft dafür zu tragen haben, wird zunehmend als Belastung, nicht als Chance empfunden. Dabei erschienen neue Vorwürfe gegen Juden: Sie wollten die Schuldgefühle der Deutschen verlängern (Goldhagen-Debatte), um sich am Holocaust zu bereichern (Finkelstein-Debatte) und ihre eigenen „Verbrechen an den Palästinensern“ zu tabuisieren (Möllemann-Debatte). Dabei lässt sich eine Akzentverschiebung beobachten: Wurde früher gefordert, eine Debatte über deutsche Schuld müsse beendet werden, so wurde nun verlangt, eine Debatte über Israel müsse „wieder möglich“ sein. Bei diesen Debatten wurde stets die Situation der in Deutschland lebenden jüdischen Minderheit übersehen. Deutsche Juden mussten in jedem öffentlichen Streit vermehrte Anfeindung und Bedrohung erleben. Politiker wie Möllemann und Hohmann bedienten dabei gewollt oder ungewollt latente oder offene Wünsche nach einer „Entlastung“ von früherer Schuld und heutiger Verantwortung, um rechtes Wählerpotential zu erreichen. In vielen Reaktionen aus der Bevölkerung zeigte sich ein antisemitischer „Bodensatz“ sowie der „sekundäre“ Antisemitismus, der Juden nicht trotz, sondern wegen des Holocaust und seiner Folgen ablehnt und abwertet. – Der "Historiker" und Auschwitz-Leugner Irving war im April 2000 vom britischen High Court der Fälschung historischer Quellen überführt worden (vgl. Eva Menasse, "Der Holocaust vor Gericht. Der Prozess um David Irving", Berlin 2000)
  • 2005: Von Iran ausgehender Judenhass und Antisemitismus. Der Iran übernimmt eine Führungsrolle in der arabischen Welt in Bezug auf Verbreitung von antiisraelischer Propaganda mit antisemitischen Elementen. So präsentierte er auf der Frankfurter Buchmesse 2005 eine persische Übersetzung der „Protokolle der Weisen von Zion“ mit einer Einleitung des Aussenministeriums und der erklärten Absicht, „das wirkliche Antlitz des satanischen Feindes offen zu legen“, weil der Zionismus „ein tödlicher Krebstumor“ sei. Trotz der offenkundigen Mittäterschaft der Regierung Irans erstatteten deutsche Justizbehörden erst mit einiger Verzögerung Anzeige „gegen Unbekannt“. Die Aktualität der Holocaustleugnung im Verbund mit antizionistischen und antiwestlichen Interessen zeigen die Äusserungen des iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad. Er sieht die deutschen Massenmorde an den Juden Europas als blosse Erfindung zum Schutz des Staates Israel an, „das Netzwerk des Zionismus“ sei „weltweit sehr aktiv“, die deutsche Jugend solle „Zionisten gegenüber“ keine „Schuldgefühle haben“, auch solle das „deutsche Volk“ heute nicht mehr „erniedrigt“ werden. Seine Regierung plant eine Konferenz zu diesem Thema, zu der vor allem international bekannte Holocaustleugner wie David Irving, Horst Mahler, Ernst Zündel u. a. eingeladen werden sollen.
  • 2005: Ermordung des ehemaligen Libanon-Politikers Rafik Hariri durch die Hisbollah (nicht durch den syrischen Geheimdienst, wie man damals annahm); auf Druck der USA erfolgt der Abzug der syrischen Armee aus dem Libanon.
  • 2005: zwei Mossad-Agenten in Neuseeland wegen des Versuchs, sich illegal neuseeländische Pässe zu verschaffen, zu Haftstrafen verurteilt
  • 2005: Die Studie „The Chosen. The Hidden History of Admission and Exclusion at Harvard, Yale, and Princeton“ des Soziologie-Professors Jerome Karabel erscheint, die gründlich aufräumt mit dem Mythos der Chancengleichheit an den amerikanischen Elite-Universitäten; nachdem der Anteil jüdischer Studenten an der Ostküste ab 1910 kontinuierlich gestiegen war, trafen sich im Mai 1918 die Dekane der „Ivy League“, um „the Hebrew problem“ zu diskutieren – die Bedrohung des guten Rufs ihrer Institutionen als Kaderschmiede der weissen protestantischen Oberschicht; da die Einführung einer „Judenquote“ in Höhe von 15 Prozent nicht durchsetzbar war und die Limitierung der Stipendien für diese Studentengruppe keine Früchte trug, wurde 1925 ein neues Zulassungsverfahren eingeführt: Von nun an entschied nicht mehr das Abschneiden in standardisierten Eignungsprüfungen, sondern der „Charakter“ des Bewerbers (hatten Juden einen „schlechten“ oder „falschen“ Charakter?), der durch Empfehlungsschreiben, einen persönlich verfassten Aufsatz, eine Handschriftenprobe und einen Fragebogen festgestellt wurde; anhand verschiedener Parameter wurden die Anwärter in die Kategorien J 1 („eindeutig jüdisch“), J 2 („sehr viele Indizien sprechen dafür“) oder J 3 („eventuell jüdisch“) eingeteilt und gegebenenfalls aussortiert; die antisemitische Quote wurde erst in den 50er Jahren wieder abgeschafft, als jene Professoren an Einfluss gewannen, denen die Befähigung eines Studenten wichtiger war als sein Stammbaum
  • 5.1.2005: Ein Terrorist dringt am Checkpoint Erez im Gazastreifen in das Wachgebäude ein, zündet eine Bombe, schleudert Granaten und eröffnet das Feuer, wird dann von einem israelischen Soldaten erschossen. Der islamische Jihad und die Al-Aqsa Märtyrer-Brigaden übernahmen die Verantwortung für die Attacke.
  • 12.1.2005: Ein israelischer Zivilist getötet und drei IDF-Soldaten verletzt bei einer Bombenexplosion in der Nähe von Morag im südlichen Gazastreifen. Zwei Terroristen von IDF-Soldaten getötet. Das ganze Areal war neben der zur Explosion gebrachten Bombe mit Sprengfallen präpariert worden. Der islamische Jihad übernahm die Verantwortung für das Attentat.
  • 13.1.2005: Donnerstag Nacht, kurz vor Schliessung der Karni-Kreuzung, zündeten Terroristen eine Bombe auf der palästinensischen Seite, die es den Terroristen ermöglichte, auf die israelische Seite vorzudringen und auf israelische Zivilisten das Feuer zu eröffnen. Sechs israelische Zivilisten getötet, fünf verletzt. Drei palästinensische Terroristen wurden erschossen. Hamas und al-Aqsa Märtyrer-Brigaden übernahmen gemeinsam die Verantwortung für die Attacke.
  • 18.1.2005: Eine Person getötet, fünf verletzt bei einem Selbstmordattentat an der Gush Katif junction im Gazastreifen. Die Hamas übernahm die Verantwortung.
  • 25. Februar 2005: Fünf Personen getötet und 50 verletzt bei einem Selbstmordattentat um 23:20 Uhr vor dem „Stage Club“ an Tel Avivs Promenade, Ecke Herbert Samuel-/Yonah Hanavi-Street. Der islamische Jihad übernahm die Verantwortung für den Anschlag.
  • 14. März 2005: Lugano. Brandanschlag auf die Synagoge sowie auf ein in der Nähe gelegenes jüdisches Bekleidungsgeschäft durch einen psychisch kranken 58-jährigen Italiener. Der Mann wurde zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.
  • Mai 2005: In La Tour-de-Peilz VD wird der jüdische Friedhof von Vevey/Montreux geschändet. Über ein Dutzend Grabsteine wurden umgestossen und zerstört.
  • 7. Juli 2005: London, auch bekannt als 7/7. Vier muslimische Selbstmordattentäter sprengen ihre Rucksackbomben in kurzer Abfolge in drei Londoner U-Bahnen und einem Doppeldeckerbus in die Luft. 56 Tote, 750 Verletzte.
  • 11. Juli 2005: Bundesaussenminister Joschka Fischer beruft eine unabhängige Historikerkommission, die die Geschichte des Auswärtigen Amts und des Auswärtigen Dienstes in der Zeit des Nationalsozialismus und in der Bundesrepublik Deutschland untersuchen soll. Im Jahr 2010 konnte die Kommission ihre Arbeit abschliessen. Die Untersuchung ist als Buch erschienen: Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes, Moshe Zimmermann, Das Amt und die Vergangenheit. Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik, München 2010. Den Stein ins Rollen gebracht hatte die ehemalige Dolmetscherin Marga Henseler (geb. 1920), als sie sich im Jahr 2003 schriftlich über Nachrufe auf ehemalige Staatsangestellte beschwerte, die nachweislich an der Ermordung von Juden beteiligt waren und deren Rolle in der NS-Zeit schlichtweg verschwiegen wurde (vgl. Franz Nüßlein).
  • 12. Juli 2005: Fünf Personen getötet und etwa 90 verletzt bei einem Selbstmordattentat vor der Hasharon Mall in Netanya. Der Terrorist wurde als Ahmed Abu Khalil identifiziert, 18 Jahre alt, aus dem West-Bank-Dorf Atil. Der islamische Jihad übernahm die Verantwortung für das Attentat.
  • 4. August 2005: Der 19-jährige Eden Natan Zada, Mitglied der Kach-Bewegung, erschiesst in einem Bus in Schfaram 5 Araber und verletzt 12 weitere. Daraufhin wurde er von der aufgebrachten muslimischen Menge gelyncht.
  • August 2005: Israel räumt, teilweise mit Gewalt gegen die eigenen Leute, alle jüdischen Siedlungen im Gazastreifen und überträgt die Regierung den Palästinensern.
  • 17. August 2005: der israelische Busfahrer Asher Weisgan erschiesst vier palästinensische Arbeiter in unmittelbarer Nähe der West Bank-Siedlung Shilo; am 22. Dezember 2006 erhängte er sich in seiner Gefängniszelle
  • 19.8.2005: Papst Benedikt XVI. besucht die Synagoge in Köln und wird dort von Rabbiner Netanel Teitelbaum empfangen; Netanel Teitelbaum (auch: Natanel Teitelbaum oder Netaniel Teitelbaum) ist der Sohn von Nechama und Mordechai Teitelbaum aus Kirjat Motzkin (bei Haifa); er war in den Jahren 2001 bis 2008 Rabbiner der Synagogen-Gemeinde Köln, daneben zeitweilig Vorsitzender der Deutschen Rabbinerkonferenz und Initiator und Gründungsmitglied der Orthodoxen Rabbinerkonferenz; in der Öffentlichkeit wurde er bekannt, als Papst Benedikt XVI. am 19. August 2005 die Kölner Synagoge auf der Roonstrasse besuchte; im März 2008, nach knapp achtjährigem Wirken als Gemeinde-Rabbiner in Köln, kehrte er überraschend nach Israel zurück, weil er die jüdische Erziehung seiner Kinder im Gymnasialalter nicht ausreichend gewährleistet sah; seit Anfang des Jahres 2010 ist Netanel Teitelbaum für die Jüdische Gemeinde Bremen als Rabbiner tätig
  • 28. August 2005: Ein Selbstmordattentäter sprengt sich vor dem zentralen Busbahnhof in Beersheba in die Luft. Zwei Sicherheitsleute, die Schlimmeres verhüten konnten, werden dabei schwer verletzt, fünfzig Personen leicht verletzt bzw. mussten wegen Schocks behandelt werden. Die Hamas übernahm die Verantwortung für das Attentat.
  • 20.9.2005: Simon Wiesenthal stirbt in Wien (begraben in Israel)
  • Oktober 2005: Der iranische Staatspräsident Mahmoud Ahmadinejad verkündet erstmals, das "zionistische Regime müsse von der Landkarte ausradiert werden", u. a. sagte Ahmadinejad auf der Konferenz "Welt ohne Zionismus" am 26.10.2005 in Teheran: "Unser lieber Imam [Khomeini] hat angeordnet, dass dieses Jerusalem-Besatzungsregime vom Blatt der Zeit ausradiert werden muss. Dies war eine sehr weise Äusserung"
  • 23. Oktober 2005: Birmingham: Pakistaner erstechen einen 24-jährigen Christen.
  • 26.10.2005: Sechs Personen getötet und 55 verletzt bei einem Selbstmordanschlag auf dem Markt in Hadera. Der islamische Jihad übernahm die Verantwortung für das Attentat.
  • 7. November 2005: Paris. Der 61-jährige Rentner Jean-Jacques Le Chenadec wird von moslemischen Jugendlichen zu Tode geprügelt, da er versuchte ein Feuer zu löschen, das sie entfacht hatten.
  • 22.11.2005: Angela Merkel (CDU) Bundeskanzlerin der BRD
  • 5.12.2005: Fünf Personen getötet und über 50 verletzt bei einem Selbstmordattentat am Eingang zur Sharon Shopping Mall in Netanya. Der Terrorist zündete die Bombe, als er von Sicherheitskräften gestoppt wurde, von denen eine ihr Leben dabei lassen musste. Der islamische Jihad übernahm die Verantwortung für das Attentat.
  • 29.12.2005: Lt. Ori Binamo, 21, aus Nesher, getötet, als ein Selbstmordbomber, unterwegs zu seiner Tat, die er in Israel begehen wollte, an einer Strassensperre nahe Tulkarem gestoppt wurde. Ein zweiter mutmasslicher Mörder, ebenso wie der Taxifahrer und ein dritter Wageninsasse, bei der Explosion getötet. Drei israelische Soldaten und sieben Palästinenser verletzt.

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