Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

1998

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Portal Geschichte | Portal Biografien | Aktuelle Ereignisse | Jahreskalender

| 19. Jahrhundert | 20. Jahrhundert | 21. Jahrhundert  
| 1960er | 1970er | 1980er | 1990er | 2000er | 2010er    
◄◄ | | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | | ►►

Ereignisse

  • 1998: Nobelpreis für Chemie an: Walter Kohn
  • 1998: Nobelpreis für Medizin an: Robert F. Furchgott
  • 1998: UN-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnet die Resolution 3379 als einen „Tiefpunkt“ in der Geschichte der Vereinten Nationen.
  • 1998: Die Waffeninspekteure der Vereinten Nationen werden aus dem Irak ausgewiesen.
  • 1998: Martin Walser erklärte in seiner Dankesrede zum Erhalt des Friedenspreises des deutschen Buchhandels 1998, Auschwitz werde als „Moralkeule“ und zur „Dauerrepräsentation unserer Schande“ benutzt. Das Erinnern werde zum Ritual und zur Pflichtübung. Es müsse jedem überlassen werden, wann und wie er sich erinnern wolle, und Vergessen müsse erlaubt sein. Dafür fand Walser viel Zustimmung, aber auch Kritik. Ignatz Bubis als damaliger Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland warf Walser nach seiner Rede „geistige Brandstiftung“ und eine „Schlussstrichmentalität“ vor und setzte sich öffentlich mit Walser – aus seiner Sicht allerdings erfolglos – auseinander. Im Rückblick sah Bubis sein Lebenswerk – die Versöhnung mit den Deutschen auf der Basis gemeinsamen Erinnerns an den Holocaust – als gescheitert an. Auch Walsers späterer Roman „Tod eines Kritikers“ (2001), der unübersehbar und in geschmackloser, fieser Weise auf den jüdischen Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der Walsers Werk in der Vergangenheit hart kritisiert hatte, anspielte (in der Figur des „Ehrl-König“: „das grinsende Männlein mit einem zu breiten Mund“ … „seine Tragödie: Er blieb ewig hängen im Giftigsein“ …), fand viel Kritik. Ein Teil der Feuilletonisten (z. B. Frank Schirrmacher) warf ihm vor, er arbeite mit antisemitischen Klischees.
  • 1998: Nazi-Gold-Skandal in der Schweiz. 1998; es stellte sich heraus, dass Schweizer Banken noch immer im Besitz von geraubtem Gold und anderem Vermögen von im Holocaust umgekommenen Juden waren („nachrichtenlose Vermögen“, „namenlose Konten“); erst unter grossem internationalen Druck zeigte sich die Schweiz bereit, den Angehörigen ermordeter Juden Entschädigungen zu zahlen (vgl. noch unter dem 12. April 1968).
  • 1998: Ariel Muzicant wird langjähriger Präsident der IKG Wien
  • 1998: Lewinsky-Affäre
  • 1998: Israel gewinnt zum dritten Mal den Eurovision Song Contest. Und zwar in Birmingham: Dana International mit dem Lied „Viva la Diva“. Dana International ist eine israelische Pop“sängerin“, transsexuell, geboren am 2.2.1972 in Tel Aviv als Yaron Cohen (später Sharon Cohen). Unnötig, darauf hinzuweisen, dass es im Vorfeld und danach in religiösen Kreisen (und nicht nur dort) heftige Widerstände dagegen gab, dass sie ihr Land vertritt. Die Freude über ihren aussergewöhnlichen Erfolg war dennoch sehr gross.
  • 1998: Jerusalems Bevölkerung: 433 600 Juden, 182 000 Muslime, 14 000 Christen
  • 6. Januar 1998: Yael Meivar, 25, erliegt ihren Verletzungen, die sie sich am 31. Dezember 1997 in der Nähe der Siedlung Alei Zahav in Samaria zugezogen hatte, als Terroristen auf sie schossen.
  • 11. Februar 1998: David Ktorza, 40, aus Jerusalem, vor seinem Haus erstochen.
  • 6. Mai 1998: Haim Kerman, 28, in der Altstadt Jerusalems erstochen.
  • 25. Juli 1998: Riyadh Al-Za’anoon, Gesundheitsminister der palästinensischen Autonomiebehörde in „Al-Ayam“: „Israelische Ärzte missbrauchen palästinensische Patienten … für medizinische Experimente und für die Ausbildung der jungen Ärzte“
  • 5. August 1998: Harel Bin-Nun, 18, und Shlomo Liebman, 24, von Terroristen aus dem Hinterhalt erschossen, als sie ihren Wachgang machten (Yizhar-Siedlung in Samaria).
  • 20. August 1998: Rabbi Shlomo Ra´anan, 63, in seinem Caravan in Hebron im Schlaf erstochen.
  • 22. August 1998: Abd Al-Hamid Al-Qudsi, Ernährungsminister der palästinensischen Autonomiebehörde, in der offiziellen Zeitung „Al-Hayat Al-Jadida“: „Israel führt ganz eindeutig einen Vernichtungsfeldzug gegen unser Volk und unsere Wirtschaft, indem es verdorbene Nahrungsmittel … die nicht zum Verzehr geeignet sind … in das palästinensische Autonomiegebiet einschmuggelt … Israel hat seine Strategie, die darauf abzielt, unser Volk zu töten und zu vernichten, nicht geändert. Es setzt inzwischen lediglich auf andere Mittel als auf Bomben, Raketen und Flugzeuge. Diese Mittel bestehen im Einschmuggeln und Verteilen verdorbener Nahrungsmittel … in das palästinensische Autonomiegebiet.“
  • Oktober 1998 Arafat, Netanyahu und Clinton schliessen in Wye unter Anwesenheit des jordanischen Königs Hussein das gleichnamige Abkommen zwischen Israel und Palästina (Wye-River-Memorandum vom 23. Oktober 1998: weiterer Rückzug Israels aus der Westbank nach dem Prinzip „Land für Frieden“); in der Folge verzögert Netanyahu die Ausführung durch das Aufstellen immer neuer Bedingungen.
  • 1. Oktober 1998: Vor der israelischen Botschaft in Brüssel wird eine Granate entdeckt. Sie kann erfolgreich entschärft werden.
  • 4. Oktober 1998: Feuerüberfall auf Synagoge in Bagdad - Vier Tote.
  • 9. Oktober 1998: IDF-Soldat Michal Adato, 19, im Moshav Tomer im Jordantal erstochen.
  • 14. Oktober 1998: Itamar Doron, 24, in der Nähe des Moshavs Ora ausserhalb Jerusalems erschossen.
  • 23. Oktober 1998: Wye-Abkommen
  • 26. Oktober 1998: Danny Vargas, 29, aus Kirjat Arba, in Hebron erschossen.
  • 27. Oktober 1998: Gerhard Schröder (SPD) Bundeskanzler der BRD
  • 29. Oktober 1998: Sergeant Alexey Neykov, 19, getötet als ein Terrorist ein mit Sprengstoff versehenes Auto in den Militär-Jeep steuerte, der einen Bus mit 40 Primarschülern der Siedlung Kfar Darom im Gazastreifen eskortierte.
  • 24. November 1998: Die Vereinten Nationen haben praktisch jede erkennbare Form von Rassismus verurteilt. Sie haben Programme zur Bekämpfung des Rassismus und seiner vielfältigen Erscheinungsformen – darunter auch Fremdenfeindlichkeit – verabschiedet. Doch sie haben sich immer wieder geweigert, den Antisemitismus in ihre Bemühungen miteinzubeziehen. Am 24. November 1998, über 50 Jahre nach Gründung der Vereinten Nationen, wurde das Wort „Antisemitismus“ erstmals überhaupt in einer UN-Resolution erwähnt, und zwar gegen Ende von GA Res. A/53/623 zur „Ausrottung von Rassismus und rassistischer Diskriminierung“.
  • 1998-2006: Avraham David Nizni, aschkenasischer Grossrabbiner Montreals 1998-2006

Bücher

  • Christopher Browning, The Path to Genocide: Essays on launching the Final Solution, 1998
  • Mordecai Naor, Eretz Israel. Das 20. Jahrhundert, Köln 1998
  • Manfred Jehle (Hrsg.), Die Juden und die jüdischen Gemeinden Preussens in amtlichen Enquêten des Vormärz, 1842-1845, 4 Bände, München 1998
  • Hans-David Blum, Juden in Breisach. Von den Anfängen bis zur Schoáh, 12.-19. Jahrhundert, Konstanz 1998
  • Michael Zimmermann (Hrsg.), Geschichte der Juden im Rheinland und in Westfalen, Köln 1998
  • Kirsten Menneken, Andrea Zupancic (Hrsg.), Jüdisches Leben in Westfalen, Essen 1998
  • Jutta Dick / Marina Sassenberg (Hrsg.), Wegweiser durch das jüdische Sachsen-Anhalt, Potsdam 1998
  • Irene Diekmann (Hrsg.), Wegweiser durch das jüdische Mecklenburg-Vorpommern, Potsdam 1998
  • Ronny Kabus, Juden in Ostpreussen, Husum 1998
  • Michael Brocke / Dan Bondy, Der alte jüdische Friedhof in Bonn-Schwarzrheindorf, Köln 1998
  • Nathanja Hüttenmeister, Der Jüdische Friedhof Laupheim. Eine Dokumentation, Laupheim 1998
  • Peter Schulze, Beiträge zur Geschichte der Juden in Hannover, Hannover 1998
  • Aram Mattioli (Hrsg.), Antisemitismus in der Schweiz 1848-1960, Zürich 1998
  • Maria Theresia Wittemann, Draussen vor dem Ghetto: Leopold Kompert und die "Schilderung jüdischen Volkslebens" in Böhmen und Mähren, Tübingen 1998
  • Hadassa Ben-Itto, Die Protokolle der Weisen von Zion. Anatomie einer Fälschung, Berlin 1998
  • Hilmar Schmuck, Jüdischer biographischer Index, 4 Bde., München 1998
  • Israel M. Lau, Wie Juden leben, 1998
  • Jakob J. Petuchowski, Wie Juden beten, 1998
  • Elaine McCreery, Religionen kennernlernen: Judentum, Mülheim an der Ruhr 1998
  • Thomas Cahill, The Gifts of the Jews: How a Tribe of Desert Nomads Changed the Way Everyone Thinks and Feels, New York 1998
  • Jacob Katz, Divine Law in Human Hands: Case Studies in Halakhic Flexibility, Jerusalem 1998
  • Jacob Katz, A House Divided: Orthodoxy and Schism in Nineteenth Century Central European Jewry, Hanover, Mass 1998
  • Lawrence H. Schiffman, Texts and Traditions: A Source Reader for the Study of Second Temple and Rabbinic Judaism, Ktav, Hoboken, N.J., 1998
  • Daniel C. Matt, God of the Big Bang, 1998
  • Dan Kurzmann, Soldier of Peace, London 1998
  • Zeev Sternhell, The Founding Myths of Israel: Nationalism, Socialism, and the Making of the Jewish State, Princeton 1998
  • Uri Ben-Eliezer, The Making of Israeli Militarism, Bloomington 1998
  • Patricia Reimann (Hrsg.), Israel. Ein Lesebuch, München 1998

1998 in Wikipedia