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1926

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Ereignisse

  • 1926: World Union for Progressive Judaism, Tottenham Court Road, London WC 1, gegründet 1926 von Rabbiner- und Laien-Organisationen aus Deutschland, Amerika, Frankreich und England unter dem Vorsitz von Claude Goldsmid Montefiore, Vereinigung jüdischer fortschrittlich-religiöser Verbände zur Förderung des religiösen Liberalismus
  • 1926: Gründung des Fiba-Verlags, Wien (Wien VI, Gumpendorfer Str. 10), verlegte hauptsächlich Palästina-Literatur. Der etwas kuriose Name dieses Verlags setzt sich aus den jeweils ersten zwei Buchstaben der Nachnamen der beiden Gründerinnen, Ida Fischer und Olga Bauer, zusammen.
  • 1926: Bildung des Sächsischen Israelitischen Gemeindeverbandes (Dresden), Körperschaft des öffentlichen Rechts, umfasste 8 Bezirksgemeinden mit 7 Rabbinaten; Hauptgemeinden: Leipzig, Dresden, Chemnitz
  • 1926: „GESOLEI“ in Düsseldorf, Messe für Gesundheit, Sozialfürsorge und Leibesübungen, die 1926 über sechs Monate täglich zwischen 25 000 und 75 000 Gäste anzieht; einen grossen Teil des Kultur-Werbefilm-Materials lieferte Gertrud David
  • 1926: Reichsausschuss der jüdischen Jugendverbände, als gemeinsame Interessenvertretung jüdischer Jugend in Deutschland 1926 von Ludwig Tietz gegründet (dessen Vorsitzender bis zu seinem Tod); praktische Sozialarbeit durch Landerholungsheim Seesen (dort auch jährliche Zusammenkunft des "Seesener Kreises" junger Sozialarbeiter); 1933 nach Erklärung der "Reichsjugendführung" vom 2. November als die "alleinige verantwortliche Zentralorganisation der jüdischen Jugend" anerkannt, umfasste beinahe alle jüdischen Jugendorganisationen mit etwa 55 000 Jugendlichen; Plenum, in dem alle Bünde vertreten waren, wählte den "Führerrat", der aus dem Vorsitzenden, dem Geschäftsführer und fünf Spartenführern (Sport, religiös-liberal, religiös-orthodox, bündische und Jugendpflege) bestand; Landes- und Ortsausschüsse; Aufgaben: Vertretung bei der "Reichsjugendführung" und allen Behörden und jüdischen Zentralorganisationen, Anregung und Heranziehung zu tätiger Mitwirkung in der Sozialarbeit, Jugendselbsthilfe, Durchführung einheitlicher Versicherung aller Jugendlichen, Förderung der körperlichen Ertüchtigung durch Reichssportlehrer für Kleingemeinden und Sportfeste, Dezernate für Berufsumschichtung und Kleingemeindearbeit; überbündische Schulungsarbeit durch Vorträge und "Führertage"; seit 1934 Ausbau eines Jugendherbergswerkes
  • 1926: Walter Beck Deutscher Meister im Jiu-Jitsu (Federgewicht)
  • 1926: Der Libanon wird von Syrien abgetrennt.
  • 1926: Anzahl der jüdischen Einwanderer nach Palästina: 13 855
  • 6.3.1926: Alan Greenspan geboren in New York, US-amerikanisch-jüdischer Wirtschaftswissenschaftler, war vom 11.8.1987 bis 31.1.2006 Vorsitzender der US-Notenbank „Fed“ (Federal Reserve Board) und zugleich mächtigster Notenbanker der Welt, wenn nicht der grösste Notenbanker aller Zeiten; er wollte zunächst Musiker werden; in New York-Bronx besuchte der Sohn eines Börsenmaklers, der auch Kantor an einer Synagoge war, die Musikhochschule Juilliard School; seine Instrumente waren das Saxophon und die Klarinette, mit der er seinem Vorbild Benny Goodman nachstrebte; von 1944 an absolvierte er ein volkswirtschaftliches Studium, das er 1950 an der New York University mit dem Master-Grad abschloss, 1977 promovierte er an der Columbia University summa cum laude zum Dr. phil; erst mit 71 Jahren heiratete Greenspan die damalige NBC-Korrespondentin im Weissen Haus, Andrea Mitchell; die Ehe wurde bereits nach 12 Monaten geschieden; ab 1953 Beratungsfirma „Townsend-Greenspan & Co“; 1967 unterstützte er Richard Nixon im Wahlkampf, der ihn 1974 als Präsident zum Chef des Council of Economic Advisers berief; als Vorsitzender des United States Federal Reserve Board 1987-2006 erwarb er international ein grosses Ansehen, er arbeitete unter insgesamt vier US-Präsidenten und wandte sich stets gegen eine feste Regelbindung der Geldpolitik, unter anderem mit seinem bekannten Ausspruch: „Geldpolitik ist keine angewandte Wissenschaft, sondern Kunst!“ Seine Berufung an die Spitze der US-Zentralbank erfolgte durch den republikanischen Präsidenten Ronald Reagan; auch von Reagans Nachfolgern im Amt George Bush sen., Bill Clinton und George Bush jun. wurde Greenspan hoch angesehen; wenn Greenspan vor die Mikrophone trat, hielt die gesamte Finanzwelt den Atem an; er selbst formulierte seine Aussagen immer bewusst nebulös und vieldeutig (manche nannten ihn deshalb „Mr. Greenspeak“; Zitate Greenspan: "Sollten Ihnen meine Aussagen zu klar gewesen sein, dann müssen Sie mich missverstanden haben" - - - "Ich weiss, dass Sie glauben, Sie wüssten, was ich Ihrer Ansicht nach gesagt habe. Aber ich bin nicht sicher, ob Ihnen klar ist, dass das, was Sie gehört haben, nicht das ist, was ich meinte ... "), was die Legendenbildung um ihn weiter anheizte (z. B. der „Aktentaschen-Index“, womit man angeblich glaubte, schon aus dem Füllungsgrad seiner Aktentasche Schlüsse auf diverse Problemlagen ziehen zu können)
  • 11.12.1926: Adolf Hitler, Mein Kampf, zweiter Band erscheint
  • 19.12.1926: Herb Stempel (eigentlich: Herbert Stempel) in der Bronx, New York, geboren, high school teacher, langjähriger prominenter (betrügerischer) Wettkampf-Champion der amerikanischen Fernseh-Quiz-Sendung "Twenty One", der dazu beitrug, die Machenschaften im Zusammenhang mit amerikanischen TV game shows der 1950er Jahre aufzudecken, nachdem er selbst jahrelang als Champion der Show fungiert hatte und endlich durch Charles Van Doren, einen Nichtjuden, abgelöst wurde (was auch auf Schiebung beruhte); Stempel war getestet worden und besass tatsächlich einen sehr hohen IQ, war sehr belesen und kenntnisreich; dennoch war sein dauerhafter Erfolg garantiert dadurch, dass er die Fragen und Antworten darauf im Voraus kannte, die ihm der Produzent Dan Enright (1917-1992, geboren als Daniel Ehrenreich, aufgewachsen in Palästina, einer der erfolgreichsten TV-Produzenten in der Geschichte des amerikanischen Fernsehens) zur Verfügung gestellt hatte; auch Stempels äusseres Erscheinungsbild im Fernsehen als eigenbrötlerischer schrulliger Spiessbürger-Typ – mit altem, schlecht sitzenden Anzug und Matrosenhaarschnitt – war genau festgelegt; die Instruktionen, die er bekam, verliehen ihm die Aura des unbesiegbaren, mittlerweile ein wenig arrogant gewordenen Alleswissers und erhöhten natürlich den thrill der Show dahingehend, dass das Publikum nach immer gewiefteren Herausforderern verlangte, um Stempel endlich zu entthronen; mit Charles Van Doren bekam Enright, was er wollte: einen attraktiv aussehenden Mann, der der populärste game show-Gewinner der frühen TV-Geschichte Amerikas wurde; Stempel versuchte alles, um nicht zu verlieren, aber Enright wollte ihn endlich ablösen, versprach ihm, wenn er mitspiele, besorge er ihm einen anderen einträglichen Fernsehjob (dieses Versprechen wurde nicht eingelöst); Stempels Ablösung war beschlossene Sache und "erforderlich für den weiteren Erfolg der Quiz-Show" (Enright); der brave Alleswisser Stempel war dann nach seiner Niederlage innerhalb kürzester Zeit vergessen, wollte auch nicht mehr den hinter der Bühne zu seiner Niederlage abgegebenen Kommentar hören: "now we have a clean-cut intellectual as champion instead of a freak with a sponge memory"; als Enright und weil Enright sein Versprechen gegenüber Stempel nicht einhielt, ging Stempel im Februar 1957 an die Öffentlichkeit und liess gegenüber den Behörden den jahrelangen Fernseh-Schwindel auffliegen, erklärte haarklein, wie alles in betrügerischer Absicht im Vorhinein abgesprochen war; buchstäblich alles war festgelegt, das Erscheinungsbild der Typen, die angebliche Dramaturgie der Fragen, die korrekten und auch die falschen Antworten, zu denen man die Kandidaten zwang; - sogar der amerikanische Kongress befasste sich mit der Angelegenheit, der Skandal war da, die Show wurde gecancelt; anfangs hatte man Stempel nicht ernst nehmen wollen und ihm keinen Glauben geschenkt, Enright hatte die Anschuldigungen als Neid und Verbitterung über Van Dorens Sieg erklären wollen, aber alles war Betrug und sorgte für ein grosses Nachbeben, veränderte die Fernsehlandschaft, Kinofilme wurden über den Skandal gedreht usw.

Bücher

  • P. Schlesinger, Die Tosefta des Traktat Qiddusin, Würzburg 1926
  • Die Fabeln des Kuhbuches in Übertragung, mit Vorwort von A. Freimann, 2 Bde., Berlin 1926
  • H. Pflaum, Die Idee der Liebe. Leone Ebreo, Heidelberg 1926
  • C. Gebhardt (Hrsg.), Baruch Spinoza, Opera, 4 Bände, Heidelberg 1926 (deutsch in drei Bänden, Leipzig 1914-1922)
  • H. Rosin, Die Juden in der Medizin, 1926
  • Max Grunwald, Geschichte der Wiener Juden bis 1914, Wien 1926
  • Hans Rotter und Adolf Schmieger, Das Ghetto in der Wiener Leopoldstadt, Wien 1926
  • Fritz Bloch, Die Juden in Militsch. Ein Kapitel aus der Geschichte der Niederlassung von Juden in Schlesien, Breslau 1926
  • Eisenstein, Ozar Massaot [Sammlung hebräischer Reiseberichte]
  • Erna Meyer, Der neue Haushalt (vgl. 1929)
  • Paul P. Lindenberg, Das Postwesen Palästinas vor der britischen Besetzung [hier einige Anmerkungen zur weit verbreiteten jüdischen Philatelie/Briefmarkenkunde: Sie befasst sich mit der Geschichte der türkischen, deutschen, französischen, italienischen, österreichischen, russischen und englischen Postanstalten in Palästina, deren Marken, Stempel usw., mit der Darstellung jüdischer Motive (Juden aus Biro-Bidschan, Russland 1933; Rahels Grab, Palästina 1927; Magen David, Trinidad 1896), jüdischer Persönlichkeiten (Zamenhof 1927, Ussischkin 1934 Russland; Karl Marx 1919 Ungarn; Fürstin von Liechtenstein 1929) und nicht zuletzt der hebräischen Schrift (Palästina seit 1920, Stadtpost von Luboml), mit Privat-Briefmarken (über 1000) jüdischer Verbände, Stempel zionistischer und anderer Kongresse auf Briefmarken sowie mit den von jüdischen Künstlern entworfenen Marken (engl. Jubiläumsmarken 1935) etc.]

Zeitungen und Zeitschriften

  • seit Januar 1926: Central Verein-Zeitung. Monatsausgabe. Blätter für Deutschtum und Judentum. Organ des Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e.V. Allgemeine Zeitung des Judentums; Herausgeber: Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens e.V.; die Monatsausgabe der "CV-Zeitung" erschien seit Januar 1926; die Sondernummer wurde im Februar 1933, das wöchentliche Hauptblatt Ende 1938 eingestellt bzw. verboten; die Monatsausgabe der liberal-konservativen "C.-V. Zeitung" bot ihren Lesern eine Zusammenfassung der wichtigen politischen und kulturellen Ereignisse der jeweils zurückliegenden Wochen; wie das wöchentlich erscheinende Stammblatt zielte auch die Supplementausgabe vorrangig darauf ab, die jüdische Bevölkerung "in der tatkräftigen Wahrung ihrer staatsbürgerlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung sowie in der unbeirrbaren Pflege deutscher Gesinnung zu bestärken"; von besonderer Bedeutung ist, dass der Central-Verein angesichts des wachsenden Antisemitismus in der Endphase der Weimarer Republik mit der Monatsausgabe gezielt das nichtjüdische Publikum ansprechen wollte und daher vorzugsweise Themen aufgriff, die diesen Leserkreis interessieren mussten; die nichtjüdischen Leser sollten von der Unumkehrbarkeit der staatsbürgerlichen Emanzipation der Juden sowie von deren gleichberechtigter Teilhabe an der deutschen Kultur überzeugt werden; der aktive Widerstand gegen judenfeindliche Schmähungen und Übergriffe, die das öffentliche Leben der späten zwanziger Jahre prägten, bildete in diesem Zusammenhang einen wichtigen Schwerpunkt der Monatsausgabe

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