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1916

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Ereignisse

  • Seit 1916: "Wilnaer Truppe", literarisch nicht unbedeutendes jiddisches Theater in der Nachfolge Goldfadens und Jakob Gordins, spaltete sich 1921 in das "Jüdische Künstlertheater" (später in Amerika) und das "Wilnaer Theater" (vor allem Polen und Rumänien; 1934 gab es in Polen 15 jiddische Theater)
  • Um 1916: unter Lettow-Vorbeck im Weltkrieg in Deutsch-Ostafrika 16 Juden bei den kämpfenden Truppen (7 gefallen, 6 verwundet)
  • 1916: Edmund de Rothschild (aus der britischen Linie der Familie) geboren, 1970-1976 Bankchef und Teilhaber, Mitgründer British newfundland Corp.; sein Schwiegersohn Marcus Agius ist Vice-Boss der Investmentbank Lazards
  • 1916: deutscher Spielfilm „Glaubensketten“, Regie Rudolf Meinert, Drehbuch Erna Meinert
  • 1916: Umzug Martin Bubers nach Heppenheim an der Bergstrasse
  • Februar 1916: Palästina: erneut Einfall von Heuschreckenschwärmen
  • 21.2.1916: die "Hölle von Verdun" bricht los; in den nächsten Monaten finden hier 320 000 zum "Menschenmaterial" herabgesunkene Soldaten den Tod
  • Mai 1916: Hassan Bek, der Kommandeur von Jaffa, ein notorischer Judenhasser, wird seines Amtes enthoben; Nachfolger: Ahmad Schukri, der ehemalige Kommandeur von Haifa
  • 16. Mai 1916: Sykes-Picot-Abkommen. Seit etwa 1900 entstand, parallel zu anderen antikolonial motivierten Nationalismen, der Panarabismus, der alle Araber als Angehörige derselben Völkerfamilie zu vereinen sucht; der erste Weltkrieg gab dieser Tendenz enormen Auftrieb; in seinem Gefolge zerfiel das Osmanische Reich, das sich mehr als 500 Jahre hatte halten können; Grossbritannien und Frankreich nutzten das entstandene Machtvakuum, um arabische Gebiete zu besetzen: die Franzosen Syrien, die Briten den Irak; beide hatten sich im Oktober 1916 im geheimen (später aber nicht verwirklichten) Sykes-Picot-Abkommen (die beiden Unterzeichner des Abkommens waren der Brite Mark Sykes und der Franzose George Picot) über die Aufteilung geeinigt (nach welchem Palästina den Briten zufiel); zudem versprach die Britische Balfour-Erklärung von 1917 den Juden eine eigene Heimat in Palästina, während Lawrence von Arabien (Thomas Edward Lawrence, 15.8.1888 - 19.5.1935) im Namen der britischen Regierung den Arabern ein Grossarabien versprochen hatte
  • Juni 1916: Auflösung der Maultierbrigade, viele Mitglieder gehen nach London, wo sie später den Kern des 38. Königlichen Scharfschützenbataillons bilden
  • Juni 1916: Beginn des von Grossbritannien angestifteten "arabischen Aufstands" gegen die Türken; immer mehr türkische Soldaten desertieren und versuchen unterzutauchen; Fahnenflüchtige werden mit aller Härte bestraft; Ende Mai werden in Jerusalem auf dem Vorplatz des Jaffatores fünf Deserteure, darunter zwei Juden, gehängt
  • 14.7.1916 – 7.10.1991: Natalia Ginzburg, geborene Levi, 14.7.1916 Palermo – 7.10.1991 Rom, Schriftstellerin; ihr Werk ist durch den antifaschistischen Widerstand und den Protest gegen die italienische Gesellschaft geprägt, ihr lakonischer Sprachstil kennzeichnend für den italienischen Neorealismus; Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Übersetzungen ins Italienische (u. a. M. Proust)
  • September 1916: Arthur Ruppin wird aus Palästina ausgewiesen, er geht nach Istanbul
  • Oktober 1916: Galiläa: Gründung von Kfar Giladi (noch unter dem Namen Kfar Bar Giora) durch Schomer-Leute
  • 8.11.1916-10.5.1982: Peter Weiss (Peter Ulrich Weiss, Pseudonym: Sinclair), deutscher Schriftsteller (Maler, Graphiker und Regisseur) geb. in Nowawes (heute Neubabelsberg) bei Berlin als ältester Sohn (zwei Stiefbrüder aus der 1. Ehe der Mutter, drei weitere Geschwister) von Frieda Weiss, geb. Hummel (nichtjüdisch), und Eugen „Jenö“ Weiss (jüdisch-ungarischer, zum Christentum konvertierter Textilkaufmann), gest. in Stockholm, Schweden; emigrierte 1934 nach England, dann nach Prag, studierte dort auf Anraten seines väterlichen Freundes Hermann Hesse an der Kunstakademie; 1939 Emigration nach Schweden (schwedische Staatsbürgerschaft 1946); 1943 heiratete er die italienische Malerin und Bildhauerin Helga Henschen (gemeinsame Töchter Randi Maria und Rebecca), 1949 Carlota Dethorey und 1964 Gunilla Palmstierna (gemeinsame Tochter Nadja); er begann mit Prosawerken, die mikroskopisch genaue, ins Surrealistische gehende Beschreibungen oft alltäglicher Vorgänge geben („Der Schatten des Körpers des Kutschers“, 1960; „Fluchtpunkt“, 1962; „Das Gespräch der drei Gehenden“, 1963); schrieb sozialkritische Theaterstücke meist dokumentarischen Charakters: „Die Verfolgung und Ermordung Jean Paul Marats dargestellt durch die Schauspielgruppe des Hospizes zu Charenton unter Anleitung des Herrn de Sade“, 1964; „Die Ermittlung“ (Auschwitz-Prozess), 1965; „Gesang vom Lusitanischen Popanz“ (Kritik der portugiesischen Kolonialherrschaft), 1967; „Viet Nam Diskurs“, 1968; „Trotzki im Exil“, 1970; „Hölderlin“, 1971; Roman: „Die Ästhetik des Widerstands“ (Problematisierung der Debatten und Konflikte innerhalb der kommunistischen und antifaschistischen Bewegung zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft), 3 Bände, 1975-1981
  • 9.12.1916: Kirk Douglas (eigentlich Issur Danielowitsch Demskij), US-amerikanischer Schauspieler russisch-jüdischer Herkunft (Sohn jüdisch-weissrussischer Einwanderer), geboren in Amsterdam, N. Y.; Vater von Michael Douglas; in ärmlichen Verhältnissen gross geworden, zunächst Theaterschauspieler; seit 1946 beim Film; erfolgreich besonders in Western-, Krimi- und Abenteuerrollen; Filme (nur eine kleine Auswahl): „Die Glasmenagerie“, 1950; „Reporter des Satans“; 1951; „Vincent van Gogh“; 1956; „Wege zum Ruhm“; 1957; „Spartacus“; 1959; „Brennt Paris?“ 1966; „Duell in Mexiko“, 1971; „Archie und Harry“, 1987; „Es bleibt in der Familie“, 2003
  • 21.12.1916: die britische Armee nimmt Al-Arisch auf der Sinai-Halbinsel ein

Bücher

  • G. Friedlander, Pirke de Rabbi Eliezer, London 1916 (Nachdruck New York 1965)
  • I. A. Husik, A History of Mediaeval Jewish Philosophy, 1916 (Nachdruck New York 1966)
  • Friment Brawer, Die Geschichte der Juden in Galizien nach der ersten Teilung Polens, Wien 1916
  • P. Hirschbein, Gesammelte Dramen, 5 Bände, New York 1916
  • Simon Dubnow, History of the Jews in Russia and Poland, Philadelphia 1916-1920

Zeitungen und Zeitschriften

  • 1916: Rachamim, in Kukana, Buchara, in Bucharisch erscheinende apologetische Tageszeitung
  • seit 1916: Israel, in Firenze, Italien, wöchentlich in italienischer Sprache herausgegebene zionistische Zeitschrift
  • seit 1916: Jewish Bulletin, Omaha, Nebr., wöchentlich, in englischer Sprache
  • seit 1916: The Detroit Jewish Chronicle, in Detroit, Mich., wöchentlich in englischer Sprache erscheinend (parteilos)
  • seit 1916: The Jewish Deaf, in New York monatlich in englischer Sprache erscheinend (parteilos)
  • seit 1916: Der Wächter, in Newark, N. Y., vierteljährlich in Jiddisch erscheinend
  • seit 1916: Los Angeles Jewish Times, in Los Angeles, Cal., wöchentlich in jiddischer Sprache erscheinend
  • 1916-1917: Nowij Put, in Moskau wöchentlich in russischer Sprache erscheinende nationaljüdische Zeitschrift
  • 1916-1917: Wjestnik Trudowoj Pomoschtschi sredi Jewrejew, in Petersburg monatlich in russischer Sprache erscheinendes nationaljüdisches Blatt
  • 1916-1918: The American Jewish Chronicle, in New York erscheinende zionistische Wochenschrift
  • 1916-1919: Lebensfragen, in Warschau in jiddischer Sprache herausgegebene bundistische Tageszeitung
  • 1916-1920: Neue Jüdische Monatshefte. Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West
  • 1916-1922: Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz. - Annuaire Israélite pour la Suisse
  • 1916-1923: Die Tribüne, in Kopenhagen, später in London, monatlich erscheinendes zionistisches Blatt in jiddischer Sprache
  • 1916-1923: Volkshilf, in Stockholm/Schweden halbmonatlich in jiddischer Sprache erscheinendes nationaljüdisches Blatt
  • 1916-1928: Der Jude. Eine Monatsschrift. Hg. von Martin Buber; Redaktion: Max Mayer, M. Präger, Gustav Krojanker, Ernst Simon, Siegmund Kaznelson

1916 in Wikipedia