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1930

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Ereignisse

  • 1930: Nobelpreis für Medizin an: Karl Landsteiner
  • 5.2.1930: Stella Müller-Madej geboren, jüdische Zeitzeugin der Shoah
  • 8. März 1930: Ernst Tugendhat geboren in Brünn, deutsch-jüdischer Philosoph; in seinen ersten Arbeiten zeigte er sich vor allem durch Heidegger und Husserl beeinflusst, später wurde er zu einem der wichtigsten Vertreter der analytischen Philosophie in Deutschland; Tugendhat wurde als Sohn von Fritz und Grete Tugendhat geboren, die bedeutende und wohlhabende Textilfabrikanten in Brünn waren; seine Familie, für die Mies van der Rohe 1929/1930 die Villa Tugendhat in Brünn erbaut hatte, emigrierte 1938 in die Schweiz (St. Gallen) und 1941 nach Venezuela; in den Jahren 1946 bis 1949 studierte er Klassische Philologie an der Stanford University in den USA; daran schloss sich 1949 ein Philosophie-Studium in Freiburg an, das er 1956 mit der Promotion abschloss; Thema seiner Dissertation waren die metaphysischen Grundbegriffe des Aristoteles; es folgte 1966 die Habilitation in Tübingen mit einer Arbeit über den "Wahrheitsbegriff bei Husserl und Heidegger"; Tugendhat bewegte sich in den Fünfziger Jahren häufiger im Umfeld von Heidegger, kritisierte später aber viele von dessen Thesen; in der Zeit von 1966 bis 1975 war er ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Heidelberg; daran schloss sich eine Tätigkeit am Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt in Starnberg an; er gehörte dem Institut bis 1980 an; anschliessend folgte er einem Ruf der Freien Universität Berlin und lehrte dort bis 1992 Philosophie; es folgten Gastprofessuren in Santiago de Chile, Konstanz, Prag, Gioânia (Brasilien) und Porto Alegre; im Jahr 1999 wurde er von der Universität Tübingen zum Honorarprofessor ernannt; Ernst Tugendhat ist auch friedenspolitisch und als Menschenrechtler engagiert; so war er seit 1982 Mitglied im Vorstand des Berliner "Arbeitskreises Atomwaffenfreies Europa" und ist langjähriger Schirmherr der Gesellschaft für bedrohte Völker; 2005 wurde Tugendhat der mit 50.000 Euro dotierte Meister-Eckhart-Preis verliehen, den er umgehend einer Schule in Palästina (der Schule Talitha Kumi in Beit Jala) spendete, um einen Beitrag zur Wiedergutmachung des Unrechts zu leisten, das Juden Palästinensern angetan haben; schon bei der Entgegennahme des Preises hatte Tugendhat erklärt, dass der Zionismus "von Anfang an eine nationalistische und potentiell aggressive Deutung des Judentums" gewesen sei: "Soll es denn uns Juden nur möglich gewesen sein, der Vernichtung zu entgehen, indem wir das Schicksal der Vertreibung auf ein anderes Volk abwälzen?"

Bücher

  • Achad Ha-Am, Al Paraschat Derakhim, 4 Bände, Berlin 1930

Zeitungen und Zeitschriften

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