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Kurt Hirschfeld

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Kurt Hirschfeld

Kurt Hirschfeld (geb. 10. März 1902 in Lehrte; gest. 8. November 1964 in Tegernsee) war ein deutscher Theaterregisseur und Dramaturg in Zürich.

Leben

Kurt Hirschfeld wurde am 10. März 1902 als Sohn des jüdischen Kaufmannes Hermann Hirschfeld (1871–1941) und seiner Frau Selma Zierl (1877–1926), der Tochter eines Rabbiners, in Lehrte geboren.

Er wuchs in einer religiösen Familie auf, die jedoch trotz des jüdischen Glaubens in der Stadt angesehen war, beispielsweise war es üblich, Konfirmationsanzüge im Geschäft seines Vaters zu kaufen.

Nach dem Besuch der Mittelschule in Lehrte wechselte Hirschfeld 1914 auf das Realgymnasium am Aegidientorplatz in Hannover. Schon in der Schulzeit verfasste und veröffentlichte er Gedichte und Essays. Anstatt im Unterricht mitzuarbeiten, las er nach eigenen Angaben unter der Bank Literaturen, zu denen ich sicher noch keinen Zugang hatte.

Er studierte Philosophie, Soziologie, Germanistik und Kunstgeschichte in Heidelberg, Frankfurt am Main und Göttingen. Ab 1930 arbeitete er als Dramaturg am Hessischen Landestheater Darmstadt. Sein Regiedebüt gab er mit Erich Kästners Leben in dieser Zeit.

Nach der Machtübernahme der NSDAP 1933 wurde Hirschfeld entlassen. Zunächst lebte er, ohne registriert zu sein, bei Freunden in Berlin, dann bekam er ein Angebot des Direktors der Pfauenbühne in Zürich, Ferdinand Rieser, und emigrierte in die Schweiz. Er lebte sich nach Anfangsschwierigkeiten schnell ein, und durch sein Wirken wurde aus dem Provinztheater eines der bedeutendsten deutschsprachigen Theater im Ausland.

1934 wurde Hirschfeld entlassen, es war zu Differenzen mit Rieser gekommen. Ab 1935 arbeitete er als Lektor in einem Verlag, danach ging er als Korrespondent nach Moskau. Hier fand er auch eine Stelle als Regieassistent, die er jedoch aufgab, als sein Kollege von den Nationalsozialisten verhaftet und erschossen wurde. Er ging zurück in die Schweiz, wo er an der Rettung des Schauspielhauses Zürich beteiligt war und dort unter Oskar Wälterlin als Dramaturg (und ab 1946 als Vizedirektor) tätig war. Er inszenierte unter anderem Brechts Herr Puntila und sein Knecht Matti (Uraufführung 1948), dessen Im Dickicht der Städte (1960), O’Neills Der Eismann kommt (1950), SophoklesKönig Ödipus (1954), Lessings Emilia Galotti (1959), dessen Nathan der Weise (1964), T. S. Eliots Ein verdienter Staatsmann (1960), Max Frischs Andorra (Uraufführung 1961) und Frank Wedekinds Lulu (1962).

1961 wurde Hirschfeld nach Wälterlins Tod Direktor des Zürcher Schauspielhauses. 1962 wurde er in Hannover mit dem Großen Niedersächsischen Kulturpreis geehrt und inszenierte Dürrenmatts Die Physiker am dortigen Ballhof.

Hirschfeld heiratete 1952 Tetta Scharff, Tochter des Bildhauers Edwin Scharff, ein Jahr später kam seine Tochter Ruth zur Welt. Er starb 1964 im Alter von 62 Jahren an Lungenkrebs in einem Sanatorium am Tegernsee.

Literatur

Weblinks

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Kurt Hirschfeld aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.