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Hannover

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Hannover (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Hannover
Hannover
Deutschlandkarte, Position der Stadt Hannover hervorgehoben
52.3744444444449.738611111111155
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 55 m ü. NN
Fläche: 204,14 km²
Einwohner:

518.386 (31. Dez. 2013)[1]

Bevölkerungsdichte: 2539 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 30159–30659
Vorwahl: 0511
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 001
Stadtgliederung: 13 Stadtbezirke, 51 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Trammplatz 2</br>30159 Hannover
Webpräsenz: www.hannover.de
Oberbürgermeister: Stephan Weil (SPD)
Lage der Stadt Hannover in der Region Hannover

Hannover [haˈnoːfɐ] ist die Hauptstadt des Landes Niedersachsen. Unter dem Namen „Hanovere“ 1150 erstmals urkundlich erwähnt, war die Stadt ab 1814 Hauptstadt des Königreichs Hannover und ab 1866 der preußischen Provinz Hannover. 1875 wurde sie mit über 100.000 Einwohnern zur Großstadt. Heute gehört Hannover mit 518.386 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013) zu den 15 größten Städten Deutschlands.

Die an der Leine gelegene Stadt ist durch die seit 1947 stattfindende Hannover Messe sowie die CeBIT-Messe weltweit bekannt. Hier kreuzen sich wichtige Schienen- und Straßenverkehrsverbindungen der Nord-Süd-Richtung mit solchen der Ost-West-Richtung. Über den Mittellandkanal ist Hannover zudem an das Binnenschifffahrtsnetz angebunden.

Die kreisfreie Stadt gehört zur Region Hannover, einem Kommunalverband besonderer Art, und ist Teil der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg. Hannover ist Standort mehrerer Hochschulen: der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität, der Medizinischen Hochschule, der Tierärztlichen Hochschule, der Hochschule für Musik, Theater und Medien und der Fachhochschule.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Hannover liegt im Tal der Leine am Übergang zwischen dem niedersächsischen Bergland und dem norddeutschen Tiefland. Im Südwesten der Stadt grenzen die Ausläufer des Weserberglandes mit ackerbaulich fruchtbaren Lössböden, im Norden die sandigen und moorigen Geestlandschaften der Burgdorf-Peiner und der Hannoverschen Moor-Geest an das Stadtgebiet.

Die Lage mit seinen naturräumlichen und verkehrsgeographischen Voraussetzungen bot Hannover günstige Möglichkeiten zur Entwicklung vom mittelalterlichen Dorf zur Großstadt. Im Mittelalter passierte ein bedeutender Nord-Süd-Handelsweg, der durch das Leinetal führte, die Ortsstelle an einer Flussfurt. Im 19. Jahrhundert folgte die Eisenbahn diesem Verlauf und durch den Bau des Mittellandkanals als Ost-West-Verbindung im 20. Jahrhundert lag Hannover am Kreuzungspunkt dieser wichtigen Verkehrstraßen. Gleiches gilt für den Straßenverkehr durch den Schnittpunkt von A 2 und A 7 nahe Hannover.

Siehe auch: #Verkehr

Benachbarte Großstädte sind Hildesheim, Braunschweig, Wolfsburg, Bielefeld, Göttingen, Kassel und Bremen. Nord- und Ostseeküste liegen in etwa gleich weit von Hannover entfernt.

Bremerhaven (150 km) Hamburg (135 km) Lübeck (190 km)
Bremen (100 km) Celle (37 km)
Bielefeld (90 km) Compass card (de).svg Braunschweig (55 km) Wolfsburg (75 km)
Hameln (50 km) Göttingen (105 km) Hildesheim (30 km) Goslar (70 km)
* Entfernungsangaben beziehen sich auf die Entfernung (Luftlinie) bis zum Ortszentrum.

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden der Region Hannover grenzen an die Stadt Hannover: Langenhagen, Isernhagen, Lehrte, Sehnde, Laatzen, Hemmingen, Ronnenberg, Gehrden, Seelze und Garbsen. Dabei ist die Umgebung geprägt durch städtisch geprägte Bebauung entlang der Verkehrsachsen sowie durch ländlich geprägte Bauweise in anderen Teilen.

Stadtgliederung

Datei:Hannover Stadtgliederung.png
Stadtteile und Stadtbezirke von Hannover


Hannover besteht aus 51 Stadtteilen. Jeweils zwei bis sieben dieser Stadtteile sind zu einem Stadtbezirk zusammengefasst, so dass folgende 13 Stadtbezirke bestehen: Mitte, Vahrenwald-List, Bothfeld-Vahrenheide, Buchholz-Kleefeld, Misburg-Anderten, Kirchrode-Bemerode-Wülferode, Südstadt-Bult, Döhren-Wülfel, Ricklingen, Linden-Limmer, Ahlem-Badenstedt-Davenstedt, Herrenhausen-Stöcken und Nord.

Über 11 Prozent des etwa 200 Quadratkilometer großen Stadtgebietes sind öffentliche Grünflächen, weshalb Hannover auch als Großstadt im Grünen bezeichnet wird. Der zentrumsnahe Stadtwald Eilenriede hat allein eine Größe von 650 Hektar.

Südlich des Stadtzentrums befindet sich der Maschsee, ein circa 78 Hektar großer künstlich angelegter See ohne natürlichen Zu- und Ablauf.

Von Süden her kommend fließt die Leine durch Hannover nordwestlich in Richtung Aller. In Höhe des Maschsees wird über den Schnellen Graben Leinewasser zur Ihme geleitet. Das dortige Wehr dient neben der Regulierung des Wasserstandes der Stromerzeugung. Die Ihme ist ein kleiner Bach, der aus dem Calenberger Land kommt. Durch die Zuleitung von Leinewasser wird sie zum Fluss, der sich nach wenigen Kilometern wieder mit der Leine vereinigt. Ab hier ist die Leine schiffbar. In Limmer mündet die Fösse in die Leine.

Hannover liegt durchschnittlich 55 m ü. NN. Die höchsten natürlichen Erhebungen im Stadtgebiet sind der am Südostrand gelegene Kronsberg mit 118,2 Metern und der 89,0 Meter hohe Lindener Berg, auf dem die Volkssternwarte Hannover untergebracht ist. Die höchste künstliche Erhebung ist der Müllberg (genannt Monte Müllo) mit 121,3 Metern am Nordostrand auf dem Gelände der Mülldeponie Lahe. Der tiefste Punkt befindet sich im Landschaftsschutzgebiet Klosterforst Marienwerder und liegt 44 m ü. NN.

Klima

Im langjährigen Mittel erreicht die Lufttemperatur in Hannover 8,7 °C, und es fallen 661 Millimeter Niederschlag. Zwischen Mai und August kann mit durchschnittlich 22 Sommertagen (klimatologische Bezeichnung für Tage, an denen die Maximaltemperatur 25 °C übersteigt) gerechnet werden.

Hannover
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
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23
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49
 
13
6
 
 
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8
2
 
 
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5
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: DWD
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Hannover
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,8 4,7 8,7 13,0 18,2 20,6 22,8 22,9 18,6 13,4 7,7 4,9 Ø 13,3
Min. Temperatur (°C) −1,3 −1,4 1,1 3,2 7,3 10,5 12,6 12,2 9,5 5,9 2,4 0,2 Ø 5,2
Niederschlag (mm) 52,5 36,1 51,8 43,6 52,7 71,2 58,7 60,0 54,0 48,8 49,6 62,2 Σ 641,2
Regentage (d) 10,5 8,6 10,9 9,2 8,8 11,0 9,9 9,5 9,5 9,3 10,5 11,8 Σ 119,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,8
−1,3
4,7
−1,4
8,7
1,1
13,0
3,2
18,2
7,3
20,6
10,5
22,8
12,6
22,9
12,2
18,6
9,5
13,4
5,9
7,7
2,4
4,9
0,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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c
h
l
a
g
52,5
36,1
51,8
43,6
52,7
71,2
58,7
60,0
54,0
48,8
49,6
62,2
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: DWD

Geschichte

Gründung und erste Blüte

Hannover entstand aus einer mittelalterlichen Siedlung, die an einer hochwassergeschützten Stelle am Leineufer lag. Dieser Standort gab der späteren Stadt Hannover vermutlich ihren Namen (Honovere = Hohes Ufer), was aber umstritten ist. Nach Auswertungen des Originals einer um 150 n. Chr. vom Geografen Claudius Ptolemäus gezeichneten Karte von „Germania Magna“ durch das Institut für Geodäsie der Technischen Universität Berlin gab es an der Stelle des heutigen Hannover bereits eine Siedlung namens Tulifurdum. Sprachgeschichtlich kann dies gedeutet werden aus der Zusammensetzung von lateinisch tuli (ich habe getragen) und furdum (Furt), welches auf den Leineübergang hinweist.[2] Helmut Plath, langjähriger Chef des Historischen Museums, schrieb über den bisher namenlosen Ort in seiner Stadtgeschichte: „Während des 1. bis 3. Jahrhunderts nach Christus, in der römischen Kaiserzeit, bestand auf dem Boden der späteren Alt- und Neustadt eine Besiedlung von nicht geringer Ausdehnung.“ Reste von Tongefäßen aus dieser Zeit wurden unter anderem im Untergrund der Aegidienkirche gefunden. Die Bewohner hätten dem Stamm der Cherusker angehört.[2] In einem alten Leinearm wurde ein Pfennig des römischen Kaisers Alexander Severus (222–232 ) geborgen. Für Plath, der nach dem Krieg nach Spuren der Vergangenheit gegraben hatte, der Beweis, dass die Siedlung „von dem mit den Römern in Zusammenhang stehenden Handel erreicht wurde“.[2]


In der Nähe gab es durch die nur 500 m breite Leineniederung und einen Werder eine Möglichkeit, die Leine an einer seichten Furt zu überqueren. Hier kreuzten sich zwei Fernstraßen. Auch heute heißt die Straße, die an dieser Stelle parallel zur Leine verläuft „Am Hohen Ufer“. Hinweise auf eine Marktsiedlung an dieser Stelle gibt es bereits um das Jahr 950. Der Vicus Hanovere (vicus: Marktflecken) wird erstmals um 1150 im Hildesheimer Miracula Sancti Bernwardi erwähnt. Im 12. Jahrhundert ließ Heinrich der Löwe Hannover ausbauen und belehnte die Grafen von Roden damit. Sie regierten von einer Wasserburg in der Leineniederung bei Limmer und der Burg Lauenrode außerhalb der Stadt. 1241 erhielt Hannover das Stadtprivileg; seit dieser Zeit ist auch ein Rat nachweisbar. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts standen zwei Bürgermeister an der Spitze der Stadt. Daneben gab es einen aus 12 Mitgliedern bestehenden, sogenannten sitzenden Rat mit dem regierenden Bürgermeister. Im Lüneburger Erbfolgekrieg bekam die Stadt 1371 das Große Privileg[3] verliehen, was ihre weitgehende Rechte einräumte, wie Zoll- und Mühlenrechte und die Befestigung der Stadt.

Zum Schutz der Stadt löste ab 1350 eine 8 m hohe Stadtmauer mit 34 Mauertürmen die zuvor bestehende Befestigung aus palisadenbestandenen Wällen und Gräben ab. Zur Stadtbefestigung Hannover zählte ab 1392 auch eine Landwehr, die das städtische Vorfeld sicherte. Von der früheren Hannoverschen Landwehr mit Wällen, Hecken, Warthäusern und -türmen finden sich noch Einrichtungen, wie der Turm auf dem Lindener Berg, der Döhrener Turm, der Pferdeturm, der Lister Turm und weitere. Die Stadt erlebte zu dieser Zeit eine erste wirtschaftliche Blüte und trat der Hanse bei, die Einwohnerzahl stieg auf 4.000.

In der Zeit der Reformation wuchs in der Bevölkerung die Neigung, die evangelische Lehre anzunehmen. Am 26. Juni 1533 schwor eine Versammlung auf dem Marktplatz, zu Luthers Wort zusammenzustehen. Da sich die führenden Kreise der Stadt der Reformation nicht anschlossen, wurde diese durch die Opposition der Bürger, die keine politischen Ämter innehatten, durchgesetzt. Der Rat der Stadt musste schließlich ins katholische Hildesheim flüchten.

Festungs- und Residenzstadt

Datei:Merian Hannover Ostseite.jpg
Hannover von Osten gesehen als Merian-Stich um 1654, schwer befestigt mit Wassergraben, Wall und Stadtmauer mit Mauertürmen

Während des Dreißigjährigen Krieges machte Herzog Georg von Calenberg 1636 die festungsartig ausgebaute Stadt zu seiner Residenz. Als Residenzstadt erlebte Hannover in den folgenden 80 Jahren eine erneute Blütezeit. Die Bauten dieser Epoche der Geschichte Hannovers setzten nachhaltige Akzente im Stadtbild.

1676 wurde Gottfried Wilhelm Leibniz (1646–1716) von Herzog Johann Friedrich zum Hofrat und Leiter dessen Bibliothek berufen. Der in Leipzig geborene Philosoph und Mathematiker, der unter anderem das Dualsystem erfunden hatte, lebte bis zu seinem Tod in Hannover. 2005 wurde die Landesbibliothek und 2006 die Universität nach ihm benannt.

Ab 1699 gehörten dem Rat zwei Bürgermeister, ein Syndikus, ein Sekretär, zwei Kämmerer und sechs Senatoren an. Von 1725 bis 1761 war Christian Ulrich Grupen stets einer der Bürgermeister der Stadt.

Von 1710 bis 1712 war der Komponist Georg Friedrich Händel Kapellmeister am Hof des Kurfürsten Georg Ludwig von Hannover. Während dieser Zeit schrieb Händel unter anderem eine Reihe von Vokalduetten und dirigierte Schlosskonzerte im Leineschloss.

Datei:Hannover Matthaeus Seutter 1745.jpg
Hannover 1745 als sternförmige Festungsstadt mit Schanzen, Bastionen und Wassergräben. Westlich der Leine die einbezogene Calenberger Neustadt.

Nachdem Kurfürst Georg Ludwig als Georg I. 1714 den britischen Thron bestiegen hatte, verlegte er seine Residenz von Hannover nach London. In Hannover festigte sich dadurch in der inneren Verwaltung ein Kreis von Adeligen- und Beamtenfamilien, die zur Regierung zurückgelassen wurden. Die Residenzstadt, die in den Jahren zuvor stark vom Hof abhängig war, verödete dabei immer mehr. Auch Schloss und Garten Herrenhausen wurden bald nicht mehr genutzt. Diesem Umstand ist es letztlich zu verdanken, dass der Garten nicht mehr zeitgenössisch umgebaut wurde und der ursprüngliche Barockzustand erhalten blieb.

Dies änderte sich 1837, als mit dem Tod Wilhelm IV. die 123 Jahre währende Personalunion der Königreiche Großbritannien und Hannover zu Ende ging und in Hannover König Ernst August I. den Thron bestieg. Am 22. Oktober 1843 wurde die Eisenbahnstrecke von Hannover bis Lehrte eröffnet, am 19. Mai 1844 war die Bahnstrecke Hannover–Braunschweig durchgängig befahrbar. Gegen den Anschluss seiner Residenzstadt an das entstehende Eisenbahnnetz hatte sich der konservative König zunächst gewehrt. Wegen dessen Skepsis planten die Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen die ersten abzweigenden Strecken nicht in Hannover, sondern in Lehrte.

Im Jahr 1747 war die Aegidien-Neustadt eingemeindet worden, es folgten 1824 die Calenberger Neustadt und 1847 die Ernst-August-Stadt. Mit der Eingemeindung der Vorstadt Hannover im Jahr 1859 (mit den Ortschaften Königsworth, Schloßwende, Nordfeld, Vorort, Fernrode, Bütersworth, Kirchwende, Bult, Heidorn, Tiefenriede, Emmerberg und Kleefeld) wuchs die Stadtfläche von 157 auf 2.354 Hektar und die Einwohnerzahl stieg von 38.000 auf 68.000.

Hannover war innerhalb des Königreichs Hannover eine autonome Stadt. 1823 wurde sie Sitz der Landdrostei Hannover, aus der später der Regierungsbezirk Hannover hervorging. 1824 wurde sie Sitz des Amtes Hannover, das durch Vereinigung des Gerichtsschulzenamtes Hannover und des Amtes Coldingen gegründet wurde. Ab 1825 gab es in Hannover ein Magistratskollegium, das de facto bis 1935 Bestand hatte. Während dieser Zeit trug das Stadtoberhaupt Hannovers den Titel Stadtdirektor. Ebenfalls 1825 war Hannover die erste Stadt Europas, in der die Straßen mit Gaslaternen beleuchtet wurden. Dafür wurde, auch dies erstmalig in Europa, ein Gasliefervertrag abgeschlossen. Zur Lieferung des Leuchtgases verpflichtete sich die Imperial-Continental-Gas-Association.

Preußische Provinzhauptstadt

Als Folge des Deutschen Krieges von 1866 wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert und wurde preußische Provinz: Aus der Residenzstadt Hannover wurde eine preußische Provinzhauptstadt.

Für die hannoversche Industrie bedeutete der Anschluss an Preußen eine Verbesserung der Rahmenbedingungen. Die Aufhebung des Zunftzwanges und die Einführung der Gewerbefreiheit förderten das Wirtschaftswachstum und führten auch in Hannover zum Aufschwung der Gründerzeit. In der Zeit zwischen 1871 und 1912 wuchs die Bevölkerung Hannovers von 87.600 auf 313.400. Die Grenze zur Großstadt mit 100.000 Einwohnern wurde 1873 überschritten.

1872 wurde die erste Pferdebahn eingeweiht, die ab 1893 zur elektrischen Straßenbahn weiterentwickelt wurde. 1881 entwickelte Ferdinand Sichel den ersten gebrauchsfertigen Tapetenkleister. 1887 erfand Emil Berliner die Schallplatte und das Grammophon.

Der Aufschwung in Hannover fiel in die Ära des Stadtdirektors Heinrich Tramm. Er wurde 1891 in dieses Amt gewählt und versah es 27 Jahre, während der er die dominierende Person in Politik und Verwaltung der Stadt war.

1883 wurde Hannover eine kreisfreie Stadt und Sitz des aus dem Amt Hannover entstandenen Landkreises Hannover sowie des aus der Landdrostei Hannover hervorgegangenen Regierungsbezirks Hannover.

Die Stadt wurde 1869 um die Vorstadt Ohe-Glocksee vergrößert, es folgten 1882 der Königsworther Platz und der Welfengarten, 1891 die Gemeinden Herrenhausen, Hainholz, Vahrenwald und List und 1907 die Gemeinden Stöcken, der Gutsbezirk Mecklenheide, Bothfeld, Klein-Buchholz, Groß-Buchholz, Kirchrode, Döhren und Wülfel.

1902 wurde in Hannover der erste mobile Feuerlöschzug der Welt übergeben. Im selben Jahr installierte Hermann Bahlsen die erste Leuchtreklame Deutschlands.

Der Flugpionier Karl Jatho baute 1903 das erste Motorflugzeug Deutschlands, mit dem er am 18. August 1903, und damit vier Monate vor den Gebrüdern Wright, einen Motorflug durchgeführt haben soll. Daraufhin gründete er 1912 eine Flugschule und 1913 die Hannoverschen Flugzeugwerke. Auf Grund des mangelnden Interesses des Militärs wurde beides 1914 geschlossen. Zu den gebauten Flugzeugmustern zählen der Doppeldeckergleiter Jatho 2 (1907) und die Stahltaube (1911).

Weimarer Republik und Nationalsozialismus

1920 wurde die Stadt Linden mit den Stadtteilen Alt- und Neu-Linden, Limmer, Davenstedt, Badenstedt, Bornum und Ricklingen nach Hannover eingemeindet. Die Einwohnerzahl wuchs dadurch um etwa 80.000 auf 400.000. 1928 folgten der Schloss- und Gartenbezirk Herrenhausen, der Gutsbezirk Leinhausen und Marienwerder, 1937 Teile von Bemerode und Laatzen.

Seit 1918 heißt das Oberhaupt der Stadt Oberbürgermeister und nicht mehr Stadtdirektor. Erster Oberbürgermeister war der Sozialdemokrat Robert Leinert. 1925 folgte Arthur Menge von der konservativen DHP, der bis 1937 im Amt blieb. In Menges Amtszeit fiel 1936 der mit Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen ermöglichte Bau des Maschsees und die Anlage des Hermann-Löns-Parks.

In kultureller Hinsicht war Hannover in den 1920er Jahren insbesondere wegen Kurt Schwitters ein „Vorort der Moderne“. Sein Dadaismus, seine Zeitschrift „MERZ“ und die von ihm gegründete Gruppe „die abstrakten hannover“ hatten Weltruf.

1921 wurde von der Hannoverschen Waggonfabrik (HAWA) der HAWA Vampyr gebaut. Das das erste voll-thermik Segelflugzeug der Welt wurde vom Flugtechnischen Institut der Technischen Hochschule entwickelt. Der spöttisch „Kommissbrot" genannte Kleinwagen 2/10 PS wurde ab 1924 von der Hanomag produziert und war das erste am Fließband hergestellte Auto in Europa. 1930 wurde im Ausbesserungswerk Hannover-Leinhausen der Schienenzeppelin gebaut.

1938 zerstört: Die 1870 eröffnete Neue Synagoge in der Calenberger Neustadt

Ab 1937 gehörte der Oberbürgermeister (1942–1945 „Staatskommissar") der NSDAP an. Wie überall in Deutschland sahen sich auch in Hannover viele Menschen aufgrund ihres jüdischen Glaubens und weiterer ethnischer und anderer Gründe Verfolgungen ausgesetzt. 484 hannoversche Juden polnischer Herkunft wurden im Rahmen der „Polenaktion“ Ende Oktober 1938 nach Polen ausgewiesen, darunter die Familie Grünspan. Deren zweitältester Sohn Herschel Grünspan befand sich in Paris. Als er von der Vertreibung seiner Familie erfuhr, fuhr er zur deutschen Botschaft und tötete dort den Legationsrat Ernst Eduard vom Rath. Die Nationalsozialisten nahmen diese Tat als Vorwand für die von ihnen inszenierten deutschlandweiten Novemberpogrome. Dabei wurde in Hannover am 9. November 1938 die Neue Synagoge in der Calenberger Neustadt niedergebrannt. Im September 1941 kam es durch die vom NSDAP-Gauleiter Süd-Hannover-Braunschweig initiierte „Aktion Lauterbacher“ zu einer Ghettoisierung der verbliebenen jüdischen Familien. Noch vor der Wannseekonferenz wurden am 15. Dezember 1941 die ersten Juden aus Hannover nach Riga deportiert.

Insgesamt wurden mindestens 2.400 Menschen deportiert, von denen die wenigsten überlebten. Von den etwa 4.800 Juden, die Hannover 1938 zählte, lebten dort keine 100 mehr, als am 10. April 1945 amerikanische Truppen in Hannover einrückten. Heute erinnert an die Judenverfolgung in Hannover ein Mahnmal am Opernplatz.

Neben einem Zwangslager für Sinti und Roma und sogenannten Erziehungslagern gab es in Hannover mehrere Außenlager des Konzentrationslagers Neuengamme mit mehreren Tausend Insassen, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen lebten. Vier Tage vor der Befreiung Hannovers wurden rund 150 von ihnen erschossen. Während des Krieges arbeiteten etwa 60.000 verschleppte und in rund 500 Lagern internierte Zwangsarbeiter in Hannover, vorwiegend in der Rüstungsindustrie.

Zusammen mit den zum Kriegsende aus der UdSSR, Polen, Frankreich, den Niederlanden, und Belgien hierher verbrachten Personen sind mehr als 6.000 Menschen durch diese Lager gegangen. Organisiert hatte die Deportationen und die Arisierung von Kunst- und Kulturgütern der Stadtbaurat Karl Elkart.[4] In Ahlem wurde 1987 auf dem Gelände der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule eine Mahn- und Gedenkstätte eingerichtet.

Im Zweiten Weltkrieg war Hannover als bedeutender Verkehrsknotenpunkt und Standort kriegswichtiger Betriebe ab 1940 immer wieder Ziel alliierter Bombenangriffe. Bei den insgesamt 88 Luftangriffen auf Hannover wurden neben den Industriebetrieben auch große Teile des Wohnungsbestandes vernichtet und fast 6.800 Menschen getötet. Der Zerstörungsgrad der Innenstadt lag bei 90 %.[5] 47,5 % der Wohnungen waren unbewohnbar.[6] Nach dem Krieg wurden die Aegidienkirche und die Nikolaikapelle nicht wieder aufgebaut und die Ruinen blieben als Mahnmal für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft erhalten.

Wiederaufbau und Entwicklung bis zur Gegenwart

1946 führte die Militärregierung der Britischen Besatzungszone die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen vom Volk gewählten Rat. Dieser wählte aus seiner Mitte den ehrenamtlich tätigen Oberbürgermeister als Vorsitzenden und Repräsentanten der Stadt. Langjähriger Oberbürgermeister war von 1972 bis 2006 Herbert Schmalstieg. Als hauptamtlichen Leiter der Stadtverwaltung gab es von 1946 bis 1996 einen ebenfalls vom Rat gewählten Oberstadtdirektor .

Datei:Flusswasserkunst Hannover 1910.jpg
Den Zweiten Weltkrieg überstanden, den Wiederaufbau danach nicht: Die 1898 fertiggestellte Flusswasserkunst von Hubert Stier wurde 1963 abgerissen

Unter der Leitung des Stadtbaurats Rudolf Hillebrecht erfolgte nach dem Krieg der Wiederaufbau der Stadt. Dabei wurde das Straßennetz völlig neu geordnet und den damals postulierten Anforderungen einer autogerechten Stadt angepasst. Die Innenstadt wurde mit mehrspurigen Straßen (Lavesallee, Leibnizufer, Hamburger Allee, Berliner Allee) umfahren und deren Verknüpfung durch Kreisverkehre hergestellt. Der früher durch das Zentrum fließende Fernverkehr der ehemaligen Reichsstraßen Nr. 3 und Nr. 6 wurde über Schnellstraßen an der Peripherie um die Stadt herumgeführt. Für den Messeschnellweg wurde eine Schneise mitten durch den Stadtwald Eilenriede geschlagen. Der historische Stadtgrundriss blieb nur oberflächig bestehen, da das verbleibende, grobmaschige Netz der Straßen nur in etwa die Hauptlinien der historischen Straßen nachzeichnet.[7] Kennzeichnend für den Wiederaufbau Hannovers ist die Entstehung von Stadträumen, welche völlig von der historischen Struktur abweichen. Durch diese damals als fortschrittlich geltende Stadtplanung erlangte die Stadt überregionale Bekanntheit.[8] In späterer Zeit waren die städtebaulichen Werte der Wiederaufbauzeit überholt: In der Strömung des Postmodernismus besaßen jene Straßen und Plätze Modellcharakter für Stadtquartiere, wie sie das 19. Jahrhundert geprägt hatte, und nicht jener moderne Städtebau, dessen autogerechte Planung eine Übernahme nordamerikanischer Erfahrungen war.[9] Der kriegs- und wiederaufbaubedingte Verlust an historischen Gebäuden lässt zuweilen den Wunsch nach einer Rekonstruktion prägender Gebäude aufkommen: 1983 wurde das Leibnizhaus an einem anderen Ort neu errichtet; die Rekonstruktion des Schlosses Herrenhausen im Großen Garten begann 2011.

In Hannover gründete Rudolf Augstein 1947 das Magazin Der Spiegel und im Jahr darauf Henri Nannen die Zeitschrift Stern. 1951 fand im Stadtpark Hannover die erste Bundesgartenschau statt. Das im August 1967 bundesweit eingeführte PAL-Farbfernsehsystem wurde unter der Federführung von Walter Bruch bei der Telefunken GmbH in Hannover entwickelt und dort Anfang 1963 vorgestellt.

Am 23. Juni 1965 beschloss der Rat der Stadt, eine U-Bahn zu bauen. Nach dem Baubeginn am 16. November 1965 am Waterlooplatz folgten jahrzehntelange Bauarbeiten am Tunnelnetz, die erst 1993 mit der Eröffnung der C-Nord Strecke in der Nordstadt ein vorläufiges Ende fanden. Dabei wurden nur im Innenstadtbereich Tunnel gebaut und diese an die bestehenden Straßenbahnstrecken angeschlossen, wodurch die moderne „Stadtbahn" Hannovers entstand. Nach dem Ende der Bauarbeiten wurden in der City um den Kröpcke und in der Lister Meile Fußgängerzonen eingerichtet, wodurch diese Gebiete eine erhebliche Aufwertung erfuhren.

Nachdem bereits 1967 und 1968 Teile von Wettbergen eingemeindet worden waren, folgte am 1. März 1974 die große niedersächsische Kommunalreform: Die Stadt Misburg sowie die Gemeinden Ahlem, Anderten, Bemerode, Vinnhorst, Wettbergen, Wülferode wurden ebenso eingemeindet wie Teile von Godshorn, Isernhagen Niedernhägener Bauerschaft (heute Isernhagen-Süd), Langenhagen, Laatzen und Rethen.

Im Jahr 2000 fand in Hannover mit der Expo 2000 das erste Mal eine Weltausstellung in Deutschland statt. Das Motto lautete „Mensch, Natur, Technik“. Die anfänglichen Erwartungen an die Besucherzahlen wurden zwar nicht erfüllt, mit 155 teilnehmenden Nationen und 18 Millionen Besuchern war die Veranstaltung dennoch ein Erfolg.

Bis zur Abschaffung der vier Bezirksregierungen Niedersachsens am 31. Dezember 2004 war die Stadt Sitz der Bezirksregierung Hannover.

Einwohnerentwicklung

Bis zum Ende der frühen Neuzeit wuchs die Bevölkerungszahl Hannovers nur langsam. Während des Spätmittelalters lebten 1435 in der Stadt etwa 5.000 Menschen, bis 1766 hatte sich die Zahl auf 11.874 mehr als verdoppelt. Mit dem Beginn der Industriellen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. 1811 lebten 16.816 Menschen in der Stadt. Die Eingemeindung umliegender Orte (Vorstadt Hannover) mit rund 20.000 Menschen im Jahr 1859 führte zu einem Anwachsen auf 60.120 Menschen im Jahr 1861.

Im Jahre 1875 überschritt die Einwohnerzahl die Grenze von 100.000, wodurch Hannover zur Großstadt wurde. 1901 waren es 250.000 Einwohner. Durch Eingemeindungen in den Jahren 1907 und 1909 stieg die Bevölkerung 1910 auf über 300.000. Am 1. Januar 1920 wurde die Stadt Linden mit 73.379 Einwohnern (1919) eingemeindet. Die Einwohnerzahl stieg bis Ende 1920 auf über 400.000.

Im Zweiten Weltkrieg verlor die Stadt mehr als die Hälfte ihrer Bewohner. Durch Evakuierung, Flucht, Deportationen und Luftangriffe sank die Bevölkerung von 471.000 im Mai 1939 auf 217.000 im April 1945. 1952 lebten wieder so viele Menschen in der Stadt wie vor dem Krieg, 1954 waren es eine halbe Million. 1962 erreichte die Einwohnerzahl mit 574.754 ihren historischen Höchststand. Am 1. März 1974 brachte die Eingliederung der Stadt Misburg mit 21.721 Einwohnern (1972) und weiterer umliegender Orte einen Bevölkerungszuwachs von 64.711 Personen. Im Jahre 2010 stand Hannover mit 522.686 Einwohnern auf der Liste der Großstädte in Deutschland an 13. Stelle.

Politik

Stadtratswahl 2011
in Prozent
 %
40
30
20
10
0
37,0 %
25,2 %
21,4 %
4,3 %
3,5 %
3,3 %
2,8 %
1,7 %
0,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,1 %p
-5,6 %p
+7,8 %p
-0,3 %p
+3,5 %p
+3,3 %p
-3,8 %p
+0,1 %p
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Kommunalverfassung

Am 1. November 2001 wurde aus den Städten und Gemeinden des Landkreises Hannover und der kreisfreien Stadt Hannover die Region Hannover gebildet. Formal ist Hannover seither keine kreisfreie Stadt mehr. Sie ist aber den kreisfreien Städten gleichgestellt, sofern für bestimmte Angelegenheiten nichts anderes bestimmt ist.

1996 wurde in Hannover die bisherige Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es einen hauptamtlichen Oberbürgermeister. Dieser ist Leiter der Stadtverwaltung und Repräsentant der Stadt. Er wird direkt vom Volk gewählt. Er ist jedoch nicht mehr Ratsvorsitzender. Dieser wird vom Rat aus seiner Mitte gewählt. Neben dem Oberbürgermeister gibt es drei ehrenamtliche Vertreter für repräsentative Aufgaben. Diese werden vom Rat gewählt und tragen den Titel Bürgermeisterin oder Bürgermeister.

Oberbürgermeister der Stadt ist seit dem 1. November 2006 Stephan Weil (SPD). Der Rat der Stadt setzt sich aus den 64 Ratsfrauen und Ratsherren und dem Oberbürgermeister zusammen. Diese sind wie folgt auf die Parteien verteilt: SPD (24 Sitze), CDU (16 Sitze), Bündnis 90/Die Grünen (14 Sitze), DIE LINKE. (3 Sitze), FDP (2 Sitze), Piratenpartei Deutschland (2 Sitze), Hannoveraner (2 Sitze), WfH (1 Sitz). Es besteht eine Ratskoalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen.

In der Liste der Stadtoberhäupter von Hannover sind die Stadtdirektoren, Bürgermeister und Oberbürgermeister Hannovers aufgeführt.


Wappen

Das Wappen der Stadt Hannover zeigt eine silberne Mauer mit zwei Zinnentürmen auf rotem Grund; in dem offenen Tor befindet sich unter schwarzem Fallgatter ein goldenes Schildchen mit einer grünen Marienblume oder Kleeblatt (ungeklärt); zwischen den Türmen steht ein goldener Löwe.

Das Wappen ist bereits ab 1266 als Siegel nachweisbar, mit Marienblume/Kleeblatt (vorher Münzzeichen) ab 1534, wobei der Löwe das Symbol der Welfen beziehungsweise der Herrschaft des Herzogtums Braunschweigs ist, zu dessen Herrschaftsgebiet die Stadt gehörte. Seit 1929 hat das Stadtwappen seine heutige Form. Die alten Stadtfarben Rot, Gelb und Grün wurden 1897 durch Rot-Weiß ersetzt.

Städtepartnerschaften

Hannover unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:

Zwischen 1971 und 1976 bestand eine Städtepartnerschaft mit Utrecht (Niederlande), außerdem besteht zwischen Hannover und Iwanowo (Russland) ein Freundschaftsvertrag. Im Maschpark sind Wege nach den Partnerstädten benannt, weswegen er auch als „Park der Partnerstädte“ bezeichnet wird.

Wirtschaft und Infrastruktur

Industrie

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Ehemalige Keksfabrik (heute Verwaltung) Bahlsen
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Konzernzentrale der TUI AG

In Hannover haben verschiedene weltweit bekannte Industriebetriebe ihren Sitz, die sich aus im 19. Jahrhundert entstandenen Traditionsbetrieben entwickelt haben. Bedeutende Industriebetriebe sind unter anderem der Automobilzulieferer Continental AG, die Volkswagen Nutzfahrzeuge, der Fahrzeugsystemhersteller WABCO, der Baumaschinenhersteller Komatsu Hanomag, das Varta-Batteriewerk (heute Johnson Controls) und der Schleifmittelhersteller VSM. Die Lebensmittelindustrie ist auch mit Bahlsen, Harry-Brot und den Brauereien Gilde Brauerei und Herrenhäuser Brauerei vertreten. Die Zementindustrie bei Hannover ist Schwerpunkt der niedersächsischen Produktion für den Baustoff Zement. Das Zentrum der landschaftsprägenden Zementindustrie liegt im Stadtteil Misburg-Süd und den benachbarten Orten, wo es sich bereits Ende des 19. Jahrhunderts bildete.

Früher waren in Hannover bekannte Unternehmen ansässig, wie der Montankonzern Preussag (2002 in TUI umbenannt), der Fahrzeughersteller Hanomag, der Schokoladenhersteller Sprengel (1979 von Stollwerck übernommen, 2001 geschlossen), die Schreibwarenhersteller Pelikan AG und Geha-Werke, die Erdölraffinerie Deurag-Nerag (1986 geschlossen) und die Schallplattenfabrik Deutsche Grammophon Gesellschaft (später Polygram), seit 1990 geschlossen. Die letzte Zentrale des Mineralölunternehmens und Tankstellenbetreibers Gasolin AG befand sich bis 1971 in Hannover.

Dienstleistungen

Zu den hannoverschen Dienstleistungsunternehmen gehören eine Reihe von Banken, Finanzdienstleistern und Versicherungen, zum Beispiel Norddeutsche Landesbank Girozentrale (NORD/LB), Sparkasse Hannover, Hannoversche Volksbank, ING-DiBa, Bankhaus Hallbaum, AWD, VHV, KKH-Allianz, LBS, Hannover Rück, Hannoversche Direktversicherung, Hannoversche Leben, HDI Versicherungen, Talanx. Hinzu kommt der Touristikkonzern TUI (ehemals Preussag AG), sowie die TUI-Töchter TUI Deutschland, 1-2-Fly und Robinson. Die Fluggesellschaft TUIfly ist am Flughafen Hannover-Langenhagen ansässig. Die Stadtwerke Hannover versorgen Hannover und Umgebung mit Strom, Gas, Wasser und Fernwärme. Weitere Energiedienstleistungsunternehmen sind BEB, Gasunie Deutschland, E.ON Energie AG und ExxonMobil. Die New Economy ist beispielsweise durch den Internetreifenhändler Delticom vertreten. Die Börse Hannover entstand bereits 1785.

Hannover ist ein Zentrum des Einzelhandels. Der Einzugsbereich des Oberzentrums Hannover reicht bis nach Nordrhein-Westfalen, von wo insbesondere an Fronleichnam und Allerheiligen, Feiertagen in Nordrhein-Westfalen, aber nicht in Niedersachsen, viele Käufer nach Hannover zum Einkaufen fahren. Direkt neben dem Hauptbahnhof ist seit 2008 ein dreigeschossiges Einkaufszentrum in Betrieb, die Ernst-August-Galerie. Stark frequentiert sind neben den Geschäften und Kaufhäusern der Fußgängerzone der Innenstadt auch die Läden und Einrichtungen der Niki-de-Saint-Phalle-Promenade, des Ernst-August-Carrees, der Kröpcke-Passage, des Joachimzentrums und der Galerie Luise.

Öffentliche Einrichtungen

Hannover ist Sitz der Niedersächsischen Landesregierung und des Niedersächsischen Landtages. Außerdem befinden sich hier der Sitz des THW Länderverbandes Bremen und Niedersachsen der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk sowie das Landeskriminalamt Niedersachsen. In Hannover haben zwei Bundesbehörden ihren Hauptsitz, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und das Bundessortenamt. Die Polizeidirektion Hannover ist für die Stadt und die Region Hannover zuständig.

Wirtschaftsförderung

hannoverimpuls ist die gemeinsame Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft der Landeshauptstadt Hannover und der Region Hannover. Das Unternehmen wurde im Jahr 2003 gegründet und unterstützt seitdem Gründung, Ansiedlung und Wachstum von Unternehmen am Wirtschaftsstandort Hannover. Der Schwerpunkt liegt auf sieben Branchen, die in der Region Hannover für nachhaltiges Wachstum stehen: Automobilindustrie, Energiewirtschaft, Informations- und Kommunikationstechnologie, Gesundheitswirtschaft, Optische Technologien, Kreativwirtschaft und Produktionstechnik. Verschiedene Programme unterstützen Unternehmen aus den Fokusbranchen bei der Ausweitung ihrer Geschäftsaktivitäten in Deutschland und dem Ausland. Drei Länderzentren fördern gezielt die internationalen Wirtschaftsbeziehungen zu den Ländern Russland, Indien und Türkei.

Messen und Kongresse

Hannover ist eine bedeutende Messestadt mit dem größten Messegelände der Welt. Jedes Frühjahr ist Hannover der Schauplatz der weltgrößten Computermesse CeBIT und der weltgrößten Industriemesse Hannover Messe. Im Jahr 2000 fand in Hannover die Weltausstellung Expo 2000 statt. Von den über 60 nationalen und internationalen Messen, die regelmäßig in Hannover stattfinden, veranstaltet die Deutsche Messe AG auf dem Messegelände im Süden der Stadt rund 50. Sie werden insgesamt von rund zwei Millionen Menschen besucht. Weitere Messen sind zum Beispiel die Domotex, die Agritechnica, die Ligna +, die CeMAT, die Infa, die EMO, die EuroTier, die IdeenExpo, die Altenpflege, die Cosmetica und die IAA Nutzfahrzeuge. Das Messegelände verfügt über ein großes Veranstaltungszentrum für Kongresse aller Art.

Im Hannover Congress Centrum werden jährlich über 500 Kongresse und kleinere Messen veranstaltet. Weitere Messeplätze sind der Deutsche Pavillon auf dem ehemaligen EXPO-Gelände, die Galerie und Orangerie in den Herrenhäuser Gärten, der Blumengroßmarkt, der Raschplatz-Pavillon und das Künstlerhaus.

Medien

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NDR-Landesfunkhaus Hannover, links der große Sendesaal

Der Sitz des Landesfunkhauses Niedersachsen des Norddeutschen Rundfunks befindet sich in Hannover am Maschsee. Der NDR produziert hier unter anderem das Regionalmagazin Hallo Niedersachsen, die Reisemagazine Nordtour und Nordsee-Report und seit 2011 auch die 21:45 Uhr-Ausgabe von NDR aktuell. Die Talk-Show Tietjen und Hirschhausen wird in einem Studio auf dem Messegelände aufgezeichnet. Die Phoenix-Talk-Show Tacheles wird in der Marktkirche aufgezeichnet. Die Tatort-Kommissarin des NDR Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ist laut Drehbuch beim Landeskriminalamt Niedersachsen tätig. Gleichfalls am Maschsee liegt das Landesfunkhaus des ZDF. Die TVN GROUP betreibt vier Fernsehstudios, in denen unter anderem für den NDR die Spielshow BINGO! und für Sat.1 das Regionalmagazin 17:30 live produziert werden. RTL Nord und Sat. 1 Norddeutschland betreiben im Anzeiger-Hochhaus Regionalstudios. Die TV+ Fernsehproduktion produziert Fernsehsendungen für den NDR, die AZ Media für RTL und N-TV. Filmförderung wird von der Nordmedia Niedersachsen/Bremen betrieben. Die ARD.ZDF Medienakademie betreibt in Hannover eines ihrer drei deutschen Trainingszentren. Hier ansässig sind auch der Fernseh-Shoppingsender Channel 21 (ehemals RTL Shop) und MonA TV als digitaler Fernsehsender. Außerdem gibt es das nichtkommerzielle Bürgerfernsehen h-eins. Die X-City-Medien produzieren das Fahrgastfernsehen in mehreren deutschen Städten.

Große hannoversche Radiosender sind NDR 1 Niedersachsen, Hit-Radio Antenne und Radio ffn. Daneben gibt es die nichtkommerziellen Lokalradios LeineHertz 106einhalb und Radio Flora, wobei das Letztere seit April 2009 nur noch als Internetradio sendet.

Die in Hannover erscheinenden Tageszeitungen Hannoversche Allgemeine Zeitung und Neue Presse werden von der Verlagsgesellschaft Madsack herausgegeben. Daneben gibt es die Lokal-Ausgabe der Bild-Zeitung. Die Deutsche Presse Agentur (dpa) sowie die Nachrichtenagentur ddp (Deutscher Depeschendienst) betreiben ein Landesdienstbüro in Hannover. Der Heise-Verlag, der Vincentz-Verlag und die Schlütersche Verlagsgesellschaft vertreiben Fachzeitschriften und Telefonbücher. Ebenso ist das T3N Magazin in Hannover beheimatet.

Hochschulen

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Hauptgebäude der Universität Hannover im Welfenschloss

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover in der Nordstadt (Hannover) geht zurück auf die 1831 eröffnete Höhere Gewerbeschule, aus der sich die Königlich-Technische Hochschule entwickelte, die 1899 zur Technischen Hochschule erhoben wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Hochschule für Gartenbau und Landeskultur und 1968 die Pädagogische Hochschule Hannover eingegliedert.

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) wurde 1965 gegründet. Die Organisationsstruktur der MHH weicht von der einer klassischen Universität ab und orientiert sich an der Department-Struktur amerikanischer Universitäten. Die einzelnen Abteilungen der MHH wurden Zentren zugeordnet, die wiederum in vier Sektionen (Vorklinische Fächer, Große Klinische Fächer, Kleine Klinische Fächer, Klinisch-Theoretische Fächer) zusammengefasst sind. Die MHH arbeitet mit dem von Professor Madjid Samii gegründeten neurowissenschaftlichen Forschungsinstitut International Neuroscience Institute zusammen.

Die Tierärztliche Hochschule Hannover wurde 1778 als Königliche Roß-Arzney-Schule eröffnet und 1887 zur Hochschule erhoben. Sie ist die älteste Hochschule in Hannover.

Die Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover geht zurück auf die Landesmusikschule und die private Hannoversche Schauspielschule, welche beide 1978 zusammen den Status einer Künstlerisch-Wissenschaftlichen Hochschule erhielten. Zur Hochschule gehört auch das Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung.

Die Fachhochschule Hannover entstand aus verschiedenen Institutionen, unter anderem der Werkkunstschule, der Ingenieurakademie und der Staatlichen Baugewerkschule Nienburg. 1978 kam der Fachbereich Informations- und Kommunikationswesen hinzu. Die Fachhochschule gliedert sich in fünf Fakultäten: Fakultät I (Elektro- und Informationstechnik), Fakultät II (Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik), Fakultät III (Medien, Information und Design), Fakultät IV (Wirtschaft und Informatik) und Fakultät V (Diakonie, Gesundheit und Soziales). Letztere ist aus der Evangelischen Fachhochschule hervorgegangen, welche 2007 in die Fachhochschule eingegliedert wurde.

Wirtschaftsnahe Bildungseinrichtungen sind die Fachhochschule für die Wirtschaft, die GISMA Business School sowie die Leibniz-Akademie an der Expo Plaza.

Bibliotheken und Archive

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek (kurz: GWLB) ist die Landesbibliothek Niedersachsens und zugleich eine bedeutende wissenschaftliche Bibliothek mit großem Ausstellungs- und Kulturprogramm.[10] Sie ist die ehemalige Königliche Bibliothek mit einem bedeutenden Altbestand mit alten Drucken und Handschriften, die bis in das Jahr 800 n. Chr. reichen.[11] Hier befindet sich der Nachlass von Leibniz. Seine Briefe, die seit 2007 zum Weltdokumentenerbe der UNESCO (Unesco-Programm Memory of the World) gehören, werden hier ebenso wie der Goldene Brief[12] und Teile der Monseer Fragmente[13] aufbewahrt.

Die Stadtbibliothek Hannover wurde erstmals 1440 urkundlich erwähnt. Neben der Zentralbibliothek an der Hildesheimer Straße gehören zu ihr 18 Stadtteilbüchereien sowie die Fahrbücherei.

Die Technische Informationsbibliothek/Universitätsbibliothek Hannover gehört zu den größten technisch-naturwissenschaftlichen Bibliotheken der Welt.

Fachbibliotheken befinden sich an der Medizinischen Hochschule, der Tierärztlichen Hochschule sowie beim Landeskirchenamt Hannover.

Hannover ist Sitz mehrerer Archive, darunter das Niedersächsische Landesarchiv, das Stadtarchiv Hannover, das Landeskirchliche Archiv der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannover, das Universitätsarchiv Hannover, das Leibniz-Archiv in der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Bibliothek, die Bibliothek und das Archiv der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe und das Pressearchiv der Verlagsgruppe Madsack.

Andere Forschungs- und Bildungseinrichtungen

Das Geozentrum Hannover besteht aus der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie und dem Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik. Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut), Teilinstitut Hannover, befindet sich auf dem Campus der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover.

Das Kriminologische Forschungszentrum Niedersachsen wird geleitet vom früheren Niedersächsischen Justizminister Christian Pfeiffer. Das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin befindet sich in der Nähe der Medizinischen Hochschule. Forschung, Entwicklung und Beratung im Bereich der Lasertechnik führt das Laser Zentrum Hannover durch.

Das Landesbildungszentrum für Blinde Hannover ist eine soziale Einrichtung des Landes für Sehbehinderte und Blinde. Institutionen für die Allgemeinbildung sind die Volkshochschule Hannover und der Bildungsverein Soziales Lernen und Kommunikation.

Gesundheitswesen

Außer der Medizinischen Hochschule (MHH) gibt es in Hannover weitere Krankenhäuser in unterschiedlicher Trägerschaft. Zum Verbund Klinikum Region Hannover gehören das Klinikum Nordstadt, das Klinikum Oststadt-Heidehaus und das Klinikum Siloah. Die Hautklinik Linden wurde zum 1. April 2011 in die MHH integriert. Zu kirchlichen Trägern gehören das Friederikenstift mit der Unfallklinik, das Henriettenstift sowie das Vinzenzkrankenhaus. Des Weiteren gibt es noch einige Privatkliniken, beispielsweise das International Neuroscience Institute.

Verkehr

In Hannover kreuzen sich bedeutende Verkehrsachsen der Nord-Süd-Richtung mit denen der Ost-West-Richtung. Der uralte Handelsweg Hellweg vor dem Santforde verlief südlich der Stadt, die am Übergang vom norddeutschen Flachland zum niedersächsischen Bergland genau dort liegt, wo das Leinetal aus der Mittelgebirgsschwelle heraustritt. Das ließ schon früh den Ausbau der Nord-Süd-Verkehrswege (Eisenbahn, Straße) zu. Später kamen in Ost-West-Richtung im Flachland der Bau der Eisenbahn, des Mittellandkanals und der Autobahn hinzu.

Siehe auch: Lage der Stadt

Unter den deutschen Großstädten weist Hannover somit eine außergewöhnlich gute verkehrsseitige Erreichbarkeit auf.[14][15]

Straße

Am Autobahnkreuz Hannover-Ost treffen die Bundesautobahnen A 2 (hier zugleich die Europastraße E 30) und die A 7 (hier zugleich E 45), aufeinander. Darüber hinaus verlaufen über hannoversches Stadtgebiet die A 37, A 352, die Bundesstraßen B 3, B 6, B 65, B 217, B 441, B 443 und B 522. Um das Zentrum führt ein U-förmiges Netz von Zubringerschnellwegen: Westschnellweg, Südschnellweg und der östlich gelegene Messeschnellweg. Die in den 1950er Jahren geplante Nordtangente wurde nicht verwirklicht.

Eisenbahn

Der Hauptbahnhof ist als Fernverkehrsknoten von der Deutschen Bahn in die erste von sechs Bahnhofskategorien aufgenommen worden. Er zählt mit 250.000 Reisenden und Besuchern pro Tag zu den fünf meist frequentierten Bahnhöfen in Deutschland. Der Hauptbahnhof verknüpft u. a. die Bahnstrecken Hamburg-Kassel und Dortmund-Berlin. Daneben gibt es noch zehn weitere Vorortbahnhöfe und S-Bahn-Stationen. Zum Eisenbahnknotenpunkt Hannover gehören ferner vier Güterbahnhöfe und zwei Betriebsbahnhöfe sowie der im benachbarten Seelze gelegene Rangierbahnhof.

Öffentlicher Personennahverkehr

Hannover verfügt über ein gut ausgebautes Nahverkehrsnetz. Acht Regionalbahnlinien von DB Regio, Metronom Eisenbahngesellschaft und Erixx sowie sieben S-Bahn-Linien erschließen die Region. Zusammen mit zwölf Stadtbahnlinien und über 150 Buslinien der üstra und der RegioBus gewährleisten sie den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) der Stadt und des Umlands. Für alle Busse und Bahnen des Nahverkehrs gilt der Gemeinschaftstarif des Verkehrsverbunds Großraum-Verkehr Hannover (GVH). Vom nördlich des Hauptbahnhofs gelegenen Zentralen Omnibusbusbahnhof (ZOB) steuern Linienbusse Ziele sowohl in der Region Hannover als auch in ganz Deutschland und Europa an.

Binnenschifffahrt

Der Mittellandkanal verbindet Hannover für die Binnenschifffahrt über weitere Kanäle mit dem Ruhrgebiet, Hamburg und Berlin. Die Schleuse Anderten, bei ihrer Eröffnung 1928 die größte Binnenschleuse Europas, überwindet in ihren zwei Schleusenkammern eine Fallhöhe von 14,70 Metern. Nordhafen, Brinker Hafen und Misburger Hafen liegen direkt am Mittellandkanal. Dort befindet sich auch der Jachthafen Hannover. Der in Seelze abzweigende Stichkanal Hannover-Linden endet nach elf Kilometern im Lindener Hafen. Zusammen haben die städtischen Häfen rund drei Millionen Tonnen Frachtumschlag im Jahr.

Luftverkehr

Über den Flughafen Hannover-Langenhagen bestehen Flugverbindungen zu Deutschlands internationalem Drehkreuz Frankfurt/Main sowie zu rund 100 weiteren nationalen und internationalen Zielen im Linien- und Tourismusverkehr. Der Heliport Hannover am Messegelände wird hauptsächlich während der großen Messen benutzt.

Fahrrad

Der Anteil des Fahrradverkehrs am Modal Split beträgt im innerstädtischen Bereich 18 %.[16] Das Radwegnetz ist gut ausgebaut und beschildert, sowohl an den Straßen wie auch in den Grünanlagen. Wohnviertel sind häufig mit Tempo-30-Zonen ausgestattet. An einigen Stellen wurden Fahrradstraßen eingerichtet. Im Innenstadtbereich verkehren Fahrradtaxis.

Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Im Zentrum der Altstadt befindet sich die im 14. Jahrhundert erbaute Marktkirche mit dem Marktplatz nebst Marktbrunnen. Zusammen mit dem Alten Rathaus ist sie Zeugnis der norddeutschen Backsteingotik. Die Kreuzkirche im Kreuzkirchenviertel besitzt ein wertvolles Altargemälde von Lucas Cranach d. Ä. In der Nähe steht in der Burgstraße 12 das älteste erhaltene Fachwerkhaus Hannovers von 1564/1566. Der in den Jahren 1649–1664 errichtete Ballhof war lange Zeit der größte Veranstaltungssaal der Stadt und ist heute Spielstätte des Schauspielhauses. Am Holzmarkt mit dem Oskar-Winter-Brunnen steht neben dem kurz vor 1900 errichteten Nolte-Haus das im Jahre 1499 an anderer Stelle im Stil der Renaissance erbaute, im Krieg zerstörte und 1983 rekonstruierte Leibnizhaus. Nicht weit entfernt befindet sich das Marstalltor von Louis Remy de la Fosse.

Von den mittelalterlichen Stadtverteidigungstürmen ist lediglich der Beginenturm am Historischen Museum vollständig erhalten, außerdem in Rudimenten der Borgentrickturm im Foyer der Volkshochschule Hannover. Von den Türmen der Hannoverschen Landwehr stehen noch der Döhrener Turm, der Pferdeturm und der Turm auf dem Lindener Berg. Der Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissene Lister Turm war 1895 durch eine romantisierende Nachbildung ersetzt worden.

In der Calenberger Neustadt befinden sich die barocke Neustädter Kirche und die Basilika St. Clemens, der erste Neubau einer katholischen Kirche in Hannover nach der Reformation. Die Glocken der benachbarten Evangelisch-Reformierten Kirche wurden von Königin Victoria von Großbritannien gestiftet. In der Nähe liegt das Niedersächsische Hauptstaatsarchiv. Davor auf dem Mittelstreifen des Leibnizufers befindet sich der Duve-Brunnen.

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts prägte der Architekt und Stadtplaner Georg Ludwig Friedrich Laves Hannover im Stil des Klassizismus. Bedeutende Bauwerke von ihm sind das Opernhaus, die Waterloosäule, das Wangenheimpalais und das Laveshaus gegenüber dem Neuen Rathaus. Das Leineschloss (heute Sitz des Niedersächsischen Landtages) baute er um und erweiterte es unter anderem mit dem Portikus in der Leinstraße.

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts wurde der hannoversche Rundbogenstil geschaffen, u. a. durch den Gründer und wichtigsten Vertreter der Hannoverschen Architekturschule Conrad Wilhelm Hase. Beispiel für diese Richtung ist das 1855 fertiggestellte Künstlerhaus in der Sophienstraße.

Neogotische Kirchen sind die Gartenkirche St. Marien mit dem Gartenfriedhof in der Marienstraße, die Christuskirche am Klagesmarkt, die Lutherkirche in der Nordstadt und die Erlöserkirche in Linden-Süd.

Die älteste Kirche Hannovers, das Kloster Marienwerder, entstand dreischiffig um 1200 im Stil der Romanik.

Das im Stil des Eklektizismus erbaute und 1913 eröffnete Neue Rathaus liegt zwischen Altstadt und Maschpark. Die in der Kuppel in einer Höhe von fast 100 Metern befindliche Aussichtsplattform kann (außer im Winter) in dem einzigartigen Kuppelaufzug mit einem bogenförmigen Fahrverlauf von Besuchern erreicht werden. In der Empfangshalle des Rathauses befinden sich vier Stadtmodelle, die die Stadt in den Jahren 1689, 1939, 1945 und der Gegenwart zeigen.

Zur gleichen Zeit (1911 bis 1914) wurde die von den Architekten Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer in neoklassizistischem Baustil entworfene Stadthalle mit dem Kuppelsaal errichtet.

Im Gebäude des 1905 erbauten und 1982 stillgelegten Goseriede-Bades befinden sich heute die Kestnergesellschaft und das Studio Hannover des Hörfunksenders Radio ffn. Der im Zweiten Weltkrieg zerstörte Mitteltrakt wurde durch einen Neubau ersetzt. Gegenüber an der Goseriede liegt der Tiedthof, ein Beispiel für die Revitalisierung alter Bausubstanz.

Der Backsteinexpressionismus der 1920er und 1930er Jahre wird vor allem repräsentiert durch das Anzeiger-Hochhaus am Steintor von Fritz Höger, das Gebäude der Stadtbibliothek Hannover in der Hildesheimer Straße und das Capitol-Hochhaus am Schwarzen Bären in Linden. Zahlreiche im gleichen Baustil erbaute Wohnhäuser befinden sich auch in der Südstadt, der List, Kleefeld und Ricklingen.

Die Architektur der Nachkriegszeit bestimmte auch Dieter Oesterlen mit Bauten wie dem Historischen Museum und dem Funkhaus des NDR am Maschsee. Er entwarf auch den Neubau der Kirche St. Martin in Linden-Mitte, von der nur der Kirchturm den Zweiten Weltkrieg überstanden hatte. An ihrer Außenwand befindet sich ein modernes Relief des Heiligen Martin von dem Bildhauer Kurt Lehmann.

In den 1970er Jahren prägte der Brutalismus mit Bauwerken wie dem Kröpcke-Center, dem Bredero-Hochhaus und dem Ihme-Zentrum die Stadt.

Beispiele für die Architektur der Gegenwart sind der 83,52 Meter hohe gläserne Verwaltungsbau der Nord/LB am Aegidientorplatz und das gläserne Torhaus am Aegi sowie der dekonstruktivistische Gehry-Tower des Architekten Frank Gehry.

36 Sehenswürdigkeiten der Innenstadt sind durch den Roten Faden miteinander verbunden. Diese 4,2 Kilometer lange, auf das Pflaster gemalte rote Linie führt in Form eines Rundganges von der Tourist-Information durch die Innenstadt und zurück zum Hauptbahnhof.

Am Stadtrand am Rande des Kronsbergs liegt der Gewerbepark Expo Park Hannover. In ihm sind aus Zeiten der Expo 2000 unter anderem der Planet M, der Deutsche Pavillon, der Expowal und die weitläufige EXPO-Plaza erhalten geblieben. Über die monumentale Fußgängerbrücke Exponale erreicht man das Messegelände Hannover. Schon von weitem erkennt man im Zentrum des Geländes das größte freitragende Holzdach der Welt (EXPO-Dach), den Mannesmannturm und den 88,8 Meter hohen Hermesturm, der auf einer Höhe von 65 Metern eine Aussichtsplattform trägt.

Im Stadtteil Groß-Buchholz steht mit dem Telemax der höchste Funkturm Niedersachsens, der gleichzeitig das höchste Bauwerk des Bundeslandes darstellt. Der alte Fernsehturm am Hauptbahnhof wird heute als VW-Tower bezeichnet und dient nur noch Werbezwecken.



Denkmäler und Straßenkunst

Datei:Hannover beleuchtete Sitzbänke.jpg
Farbig beleuchtete Sitzbänke an der Georgstraße

In den 1970er-Jahren startete die Stadt auf Initiative des damaligen Oberstadtdirektors Martin Neuffer ein ambitioniertes Straßenkunstprogramm als Kunst im öffentlichen Raum. Bekanntestes und damals äußerst umstrittenes Objekt sind die 1974 aufgestellten Nanas von Niki de Saint Phalle am Leibnizufer. Im Lauf der Zeit wurde zwischen dem Leineufer und dem Königsworther Platz mit sieben weiteren Objekten auf 1,2 Kilometer Länge die Skulpturenmeile geschaffen.

In den 1990er Jahren entstanden mit dem Projekt BUSSTOPS neun von internationalen Designern entworfene Bus- und Stadtbahnhaltestellen. Diese befinden sich beispielsweise am Steintor (Designer Alessandro Mendini), am Königsworther Platz (Ettore Sottsass), am Maschsee/Sprengel-Museum (Heike Mühlhaus) und am Braunschweiger Platz (Frank O. Gehry).

Nahe dem Niedersächsischen Landtag befindet sich die Skulpturengruppe der Göttinger Sieben, die an den Protest von sieben Göttinger Professoren gegen die Aufhebung der hannoverschen Landesverfassung durch König Ernst August I. im Jahre 1837 erinnert, zu dessen Ehren im Jahr 1861 das Ernst-August-Denkmal vor dem Hauptbahnhof errichtet wurde.


Grünflächen und Naherholung

Zoo, Tiergarten

Der Zoo Hannover hat sich seit seiner Mitte der 1990er Jahre begonnenen grundlegenden Umgestaltung zu einem modernen Erlebnis-Zoo gewandelt. Mehrere landschaftlich unterschiedlich gestaltete Themenbereiche mit Namen wie Sambesi, Dschungelpalast, Gorillaberg und Yukon Bay sollen den Besuchern die Tiere der Welt in möglichst authentischer und zugleich artgerechter Umgebung näherbringen. Über 220 Tierarten mit über 1.800 Tieren leben auf einer Fläche von etwa 22 Hektar und werden von jährlich 1,2 Millionen Besuchern betrachtet.

Der Tiergarten im Stadtteil Kirchrode, ehemals ein fürstliches Jagdrevier, beherbergt heimische Tier- und Pflanzenarten.

Herrenhäuser Gärten

Eine der bekanntesten hannoverschen Sehenswürdigkeiten sind die Herrenhäuser Gärten. Der Große Garten ist ein bedeutender europäischer Barockgarten. Die dortige große Fontäne erreicht eine Scheitelhöhe von bis zu 80 Metern. Hier befinden sich die Grotte von Niki de Saint-Phalle, zwei Eckpavillons von Louis Remy de la Fosse sowie das Galeriegebäude und die Orangerie. Das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Schloss Herrenhausen wird seit 2011 rekonstruiert. Im Berggarten befinden sich Schauhäuser mit exotischen Pflanzen, das Welfenmausoleum sowie im früheren Regenwaldhaus das 2007 eröffnete Sea Life Centre mit über 5.000 tropischen Süß- und Salzwasserfischen. Der Georgengarten ist in der Art eines englischen Landschaftsparks angelegt. In ihm liegen die knapp zwei Kilometer lange Herrenhäuser Allee, der Leibniztempel und das Georgenpalais. Im Welfengarten befindet sich das Welfenschloss – heute das Hauptgebäude der Universität – und davor als Skulptur das Niedersachsenross, das niedersächsische Wappentier.

Stadtwälder und Stadtparks

Die Eilenriede ist der 650 Hektar große Stadtwald Hannovers und wird als die „Grüne Lunge“ der Stadt bezeichnet. Das Waldgebiet gehört zu den größten zusammenhängenden Stadtwäldern Europas. Es ist fast doppelt so groß wie der Central Park in New York (340 Hektar).

Weitere Stadtwälder sind die Seelhorst im Süden der Eilenriede, die Große Heide in Bothfeld, der Misburger Wald, die Gaim und das Bockmerholz in Wülferode, das Wettberger Holz, das Bornumer Holz in Badenstedt, der Klosterforst in Marienwerder, die Mecklenheide im Stadtteil Nordhafen, das Gemeindeholz in Stöcken und die Spannriede in Ledeburg.

Zu den städtischen Parks zählen der neben der Stadthalle gelegene Stadtpark mit dem Rosarium und dem Japanischen Teegarten, der zwischen Eilenriede und Tiergarten gelegene Hermann-Löns-Park in Kleefeld, der Maschpark am Neuen Rathaus, der Botanische Schulgarten im Stadtteil Burg, der Hinübersche Garten beim Kloster Marienwerder und der Willy-Spahn-Park in Ahlem. Im Von-Alten-Garten in Linden-Mitte sind Relikte (Torhäuser, Gartenterrasse) des 1945 kriegszerstörten Schlosses der Adelsfamilie von Alten zu finden. Der Vahrenwalder Park mit der Königlichen Reithalle entstand 1986 als Stadtteilpark auf dem früheren Militärgelände der Königlichen Reitschule.

Die Expo-Gärten wurden im Rahmen der Weltausstellung Expo 2000 als Gärten im Wandel von dem Landschaftsarchitekten Kamel Louafi entworfen. Mit dem Expo-Park-Süd und dem Parc Agricole verbinden sie sich mit dem Landschaftsraum des zur Weltausstellung neu geschaffenen Stadtviertels Kronsberg.

Weitere stadtnahe Erholungsgebiete sind die Uferpromenaden entlang der Leine, Ihme und des Mittellandkanals. Hier wird auch Fahrgastschifffahrt betrieben.

Seen und Schwimmbäder

Der künstlich angelegte 78 Hektar große Maschsee liegt südlich des Stadtzentrums in Sichtweite des Neuen Rathauses. Der See wurde nach zweijähriger Bauzeit im Mai 1936 eröffnet und ist das größte Gewässer der Stadt. Er hat keinen natürlichen Zu- und Ablauf und wird aus den nahe gelegenen Ricklinger Kiesteichen über ein Pumpwerk mit Wasser versorgt. Zwei Segelschulen und mehrere Vereine ermöglichen das Rudern und Segeln auf dem See. Die üstra betreibt in den Sommermonaten mit vier Schiffen Fahrgastschifffahrt auf einem Rundkurs. Baden im See ist am Südufer im Strandbad möglich. Weitere Seen mit Freibademöglichkeiten sind der Altwarmbüchener See und der Sonnensee in Misburg sowie die Ricklinger Kiesteiche.

Im Stadtgebiet gibt es fünf Hallenbäder: Stadionbad, Vahrenwalder Bad, Nord-Ost-Bad, Stöckener Bad und Anderter Bad. Hinzu kommen das Fössebad in Limmer und das Misburger Bad als kombinierte Hallen-Freibäder.

Von Mai bis September sind sechs Freibäder geöffnet: Lister Bad, Hainhölzer Naturbad, Ricklinger Bad, RSV-Bad Leinhausen, Volksbad Limmer und Kleefelder Bad (Annabad) im Hermann-Löns-Park.

Friedhöfe

Zu Hannovers großen Friedhöfen zählen der Stadtfriedhof Engesohde als ältester Friedhof mit vielen Mausoleen und plastisch gestalteten Grabdenkmälern, der Stadtfriedhof Ricklingen, der Stadtfriedhof Seelhorst (mit 63 Hektar als größter), der Stadtfriedhof Stöcken und der 1968 angelegte und damit jüngste Stadtfriedhof Lahe. Der Gartenfriedhof, der St.-Nikolai-Friedhof (hier befindet sich mit der Ruine der Nikolaikapelle eines der ältesten Gebäude der Stadt), der Neustädter Friedhof, der Alte Jüdische Friedhof an der Oberstraße und der Jüdische Friedhof an der Strangriede sind stillgelegt und dienen als Park. Dies gilt ebenfalls für den Lindener Bergfriedhof, der im Frühjahr eine botanische Besonderheit bietet. Hier blüht flächendeckend die leuchtend-blaue Scilla-Blüte als das blaue Wunder von Linden.

Grüner Ring

Auf dem Grünen Ring, einem seit 1995 eingerichteten Rundwander- und Fahrradweg, kann man entlang der Stadtgrenze die Stadt Hannover umrunden. Der Grüne Ring besteht aus einem Basisring von 80 Kilometer Länge sowie drei Umlandschleifen und zwei Innenschleifen. Die Basisschleife führt, im Norden Hannovers angefangen, durch die Stadtteile (sowie eigenständigen Gemeinden oder Städte) Langenhagen, Isernhagen-Süd, Lahe, Misburg, Anderten, Bemerode, Laatzen, Hemmingen, Arnum, Devese, Wettbergen, Empelde, Velber, Ahlem, Letter, Marienwerder, Garbsen, Vinnhorst und Godshorn.

<div style="float:left; width:15px; height:11px;" />Panoramablick von der Aussichtsplattform im Neuen Rathaus

Kultur

Museen und Galerien

Das Niedersächsische Landesmuseum hat vier Abteilungen. Die Landesgalerie präsentiert die europäische Kunst vom 11. bis zum 20. Jahrhundert. Die Naturkunde-Abteilung zeigt Zoologie, Botanik, Geologie und ein Vivarium mit Fischen, Insekten, Amphibien und Reptilien. Die Urgeschichte-Abteilung stellt die Ur- und Frühgeschichte Niedersachsens dar. Die Völkerkunde-Abteilung zeigt Kulturen aus aller Welt. Hier ist u. a. ein japanisches Teehaus aufgebaut.

Das Historische Museum erzählt die Geschichte Hannovers, von der mittelalterlichen Siedlung honovere über die Residenzstadt bis zum heutigen Messestandort. Einen Schwerpunkt bildet die Zeit zwischen 1714 und 1837, als das Kurfürstentum Hannover in Personalunion mit dem britischen Königshaus verbunden war.

Das Museum August Kestner neben dem Neuen Rathaus ist seit 1889 eines der städtischen Museen. Es zeigt 6000 Jahre angewandte Kunst in vier Sammlungsbereichen: Antike Kulturen, Ägyptische Kulturen, eine wertvolle Münzsammlung und Angewandte Kunst.

Das Sprengel Museum präsentiert die Kunst des 20. Jahrhunderts. Schwerpunkt sind die klassische Moderne mit der Sammlung von Kurt Schwitters, Werken des Deutschen Expressionismus und des Französischen Kubismus, dem Kabinett der Abstrakten, der Grafik und der Abteilung Fotografie und Medien. Das Museum zeigt ferner besondere Beispiele der Abstrakten, der Konzept-Kunst und der Minimal Art, des Informel und des Nouveau Réalisme mit der Schenkung von Niki de Saint-Phalle.

Das Wilhelm-Busch-Museum in Herrenhausen bezeichnet sich auch als Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik. Dauerausstellungen sind die Sammlung zu Wilhelm Busch und die Sammlung zur Karikatur und kritischen Grafik. Darüber hinaus gibt es ständig wechselnde Ausstellungen (Cartoons, Comics und Karikaturen) zeitgenössischer Künstler aus dem In- und Ausland.

Das Theatermuseum Hannover zeigt eine ständige Ausstellung zur Geschichte des hannoverschen Theaters vom 17. Jahrhundert bis heute. Mehrere Wechselausstellungen im Jahr runden das Angebot ab. Der Besucher bekommt einen Einblick in die Arbeit der Theaterwerkstätten sowie in Oper, Schauspiel, Ballett und Konzert.

Das Niedersächsische Münzkabinett befindet sich im Niedersächsischen Landesmuseum und zeigt das ehemalige Münzkabinett der Könige von Großbritannien und Kurfürsten von Hannover. Weitere Münzen zeigt das Münzkabinett der TUI AG. Das Exposeeum ist das Museum der Weltausstellung Expo 2000 und befindet sich auf dem früheren Ausstellungsgelände. Das Blindenmuseum Hannover ist eine Rarität in Deutschland, ein zweites gibt es nur noch in Berlin. Das Feuerwehr-Museum zeigt die Geschichte der hannoverschen Feuerwehr und des Brandschutzwesens. Das Veterinärmedizinhistorische Museum befindet sich in der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Textiles aus aller Welt gibt es im Museum für textile Kunst zu sehen. Im Museum für Energiegeschichte(n) in der Humboldtstraße wird die 150-jährige Energieanwendungsgeschichte thematisiert. Das Buchdruck-Museum ist eingerichtet wie eine Lindener Hinterhofdruckerei der 1950er Jahre und das Heimatmuseum Ahlem befasst sich mit der Stadtteilgeschichte von Ahlem. Die Gedenkstätte Ahlem in der ehemaligen Israelitischen Gartenbauschule Ahlem dokumentiert seit 1987 im Wesentlichen die Geschichte der Einwohner jüdischen Glaubens der Stadt Hannover und des ehemaligen Landkreises. Weitere Museen sind die Welt der Luftfahrt im Flughafen Hannover, das Hammermuseum und das Friedhofsmuseum.

In Hannover befinden sich ferner rund 30 Kunstgalerien. Darunter sind unter anderem die Hannover Gallery mit einer Dauerausstellung des Künstlers Bruno Bruni, die Kunsthalle Faust, die BBK-Galerie, das Foro Artistico in der Eisfabrik und die NORD/LB Art Gallery.

Die Kestnergesellschaft gehört mit ihren über 4000 Mitgliedern zu den größten Kunstvereinen in Deutschland. Sie zeigt Ausstellungen der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Schwerpunkte sind Film, Video, zeitgenössische Musik und Architektur, zudem werden raumgreifende Installationen und umfassende Präsentationen zeitgenössischer Malerei, Skulpturen und Videokunst ausgestellt.

Der KUBUS ist ein Forum zeitgenössischer Kunst. Es fühlt sich hauptsächlich der hannoverschen Kunstszene verpflichtet; es werden Einzel- oder Gruppenausstellungen und Projekte junger und bedeutender Künstler und Künstlerinnen hauptsächlich aus Hannover präsentiert.

Der Kunstverein Hannover wurde 1832 als einer der ersten Kunstvereine in Deutschland gegründet und hat sein Domizil im Künstlerhaus Hannover. Pro Jahr werden sechs bis acht international orientierte monografische und thematische Ausstellungen gezeigt. Die Ausstellungen richten sich nach jährlich wechselnden Schwerpunkten.

Die Stiftung Ahlers Pro Arte / Kestner Pro Arte in dem früheren Gebäude der Kestnergesellschaft widmet sich der modernen Kunst.

Jedes Jahr finden im Juni die Lange Nacht der Museen und im September der Zinnober Kunstvolkslauf statt.

Theater, Tanz und Kleinkunst

Die Schauspielsparte des Niedersächsischen Staatstheaters (genannt schauspielhannover) bespielt das Schauspielhaus Hannover, die beiden Bühnen im und neben dem Ballhof und die Cumberlandsche Bühne.

Das Gartentheater im Großen Garten ist unter anderem Spielort der Sommermusicals von Heinz-Rudolf Kunze und Heiner Lürig: Ein Sommernachtstraum (2003–2006, seit 2010), Kleider machen Liebe oder: Was Ihr wollt (2007–2008, 2012) und Der Sturm (2011).

Das Neue Theater gegenüber vom Opernhaus ist Hannovers Boulevardtheater. Das Theater am Aegi hat kein eigenes Ensemble. Es ist die hannoversche Spielstätte des Theaters für Niedersachsen sowie Aufführungsort von Tourneekünstlern.

Neben den klassischen Theatern gibt es eine vielfältige freie Theaterszene. Hierzu gehören unter anderem die Theaterwerkstatt im Pavillon, das Theater an der Glocksee, Commedia Futura in der Eisfabrik, die Hinterbühne, das Theater Fenster zur Stadt in der Nordstadt und das Mittwochtheater auf dem Lindener Berg. Ein Freilichttheater ist das moa theater (mobiles open-air-theater), das in den Sommermonaten vor der historische Fassade des Welfenschloss oder des Neuen Rathauses spielt. Angebote für Kinder und Jugendliche bieten unter anderem das Filou Fox Figuren Theater, das Kleckstheater und das Rambaff-Theater.

Tanz- und Ballettaufführungen werden durch die Ballettsparte des niedersächsischen Staatstheaters im Opernhaus gezeigt. Im freien Bereich gibt es die Compagnie Fredeweß im Ahrbergviertel. Mit dem Tanzfestival Tanztheater International, dem internationalen Wettbewerb für Choreografen und dem internationalen Tangofestival gibt es jährlich drei Veranstaltungen im Bereich Tanz.

Kleinkunst wird unter anderem im GOP Varieté Theater Hannover, in der Marlene, im Uhu-Theater, im Rampenlicht Variete und im Crazy People Cabaret geboten. Das Kleine Fest im Großen Garten ist ein internationales Kleinkunstfestival und findet jedes Jahr im Juli statt.

Politisches Kabarett wird auf Hannovers Kabarettbühne im Theater am Küchengarten gezeigt. Seit 1985 finden die Calenberger Kabarett-Wochen in der Werkstatt-Galerie Calenberg statt.

Mit der Langen Nacht der Theater und dem Festival Theaterformen gibt es zwei Veranstaltungen, die mehrere Aufführungsorte und Ensembles verbinden.

Kino und andere Freizeitangebote

In Hannover gibt es sieben Kinos, darunter zwei Cinemaxx-Multiplex-Kinos mit je zehn Sälen am Raschplatz und in der Nikolaistraße. Letzteres war 1991 das erste von Hans-Joachim Flebbe eröffnete Cinemaxx Kino. Die Hochhaus-Lichtspiele befinden sich im zehnten Stock des Anzeiger-Hochhauses und sind damit das höchste Kino Deutschlands (33,88 Meter über Straßenniveau). Das Kino am Raschplatz sowie das 1908 eröffnete Apollo-Kino in Linden sind Programmkinos, das Kommunale Kino im Künstlerhaus und das Kino im Sprengel sind nichtkommerzielle Kinos.

Seit 1991 findet das internationale Nachwuchs-Filmfestival up-and-coming in Hannover statt, auf dem seit 2005 alle zwei Jahre der „Deutsche Nachwuchsfilmpreis“ vergeben wird. Weitere Filmfestivals in Hannover sind das internationale Kinderfilmfestival Seepferdchen (seit 2000) und das schwul-lesbische Filmfestival Perlen (seit 1997). Ein neues Festival ist das Seh-Fest auf der Gilde Parkbühne, bei dem von Juli bis August Filme aller Genres im Freien gezeigt werden.

Die Stadt unterhält in mehreren Stadtteilen Freizeitheime, die ein vielfältiges kulturelles Angebot anbieten. Vereine und andere Gruppen können hier für Veranstaltungen Räume anmieten. Freizeitheime gibt es in Döhren, Ricklingen, Stöcken, Vahrenwald, am Lister Turm und in Linden. Letzteres ist das erste Freizeitheim Deutschlands. Das Haus der Jugend in Hannovers Südstadt mit seiner Gründung 1951 erhebt gleichfalls den Anspruch, die erste Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung dieser Art in Deutschland zu sein.

Für Weltrauminteressierte gibt es die Volkssternwarte Geschwister Herschel Hannover auf dem Lindener Berg und das Planetarium in der Bismarckschule in der Nähe des Maschsees.

Musik

Klassik

Das niedersächsische Staatstheater nutzt das Opernhaus für seine Sparten Oper und Ballett. Im Opernhaus spielt das Niedersächsische Staatsorchester. Das 1950 gegründete Rundfunkorchester des NDR spielt im Großen Sendesaal des NDR als NDR Radiophilharmonie Hannover klassische Musik und als NDR Pops Orchestra moderne Arrangements. Weitere Vertreter der klassischen Musik sind das Junge Sinfonieorchester Hannover, die Hannoversche Hofkapelle und das Kammerorchester Musica Alta Ripa. Des Weiteren hat Hannover eine vielfältige Chorszene, unter anderem mit den international renommierten Chören Knabenchor Hannover, Mädchenchor Hannover und Norddeutscher Figuralchor. Der Kuppelsaal im HCC ist mit über 3.600 Sitzplätzen der größte Konzertsaal Deutschlands. Für Gastorchester stehen mit dem Beethovensaal und dem Galeriegebäude in den Herrenhäuser Gärten zwei weitere Konzertsäle zur Verfügung. Regelmäßige Veranstaltungen sind unter anderem der Internationale Violinwettbewerb und die Internationale A-Cappella-Woche. Weitere Veranstaltungen sind der Musiksommer Herrenhausen in den Herrenhäuser Gärten, Klassik in der Altstadt, das Orgelfestival Hannover in der Markuskirche und die Niedersächsischen Musiktage. Der Hannoversche Opernball findet jedes Jahr unter einem anderen Motto im Opernhaus statt.

Jazz

Durch das Engagement des Jazz-Club-Gründers Michael Gehrke ist Hannover eine deutsche Jazz-Metropole geworden. Außer im Jazz Club Hannover auf dem Lindener Berg wird noch in mehreren anderen Clubs und Musikkneipen Jazz gespielt. 1978 erhielten der Jazz Club Hannover sowie Michael Gehrke die Ehrenbürgerschaft von New Orleans. Beim Jazzfestival Swinging Hannover treten an Himmelfahrt Jazzkünstler aus aller Welt auf. Das Festival findet im Kuppelsaal des HCC und auf dem Trammplatz vor dem Neuen Rathaus statt. Ihm geht die knapp zweiwöchige Veranstaltungsreihe enercity Jazz-Zeit voraus, in der junge Künstler jede Richtung des Jazz beleuchten. Weitere Jazz-Veranstaltungen wie zum Beispiel Jazz in June oder das Döhrener Jazzfestival gibt es über das ganze Jahr verteilt. Mit Winning Jazz findet im Dezember ein Nachwuchsfestival statt. Mit der seit 1987 bestehenden Hannover Big Band um den Bandleader Lothar Krist und mit Walt Kracht and his Orchestra sind zwei überregional bekannte Big Bands ansässig. Die Band After Hours wurde durch die Zusammenarbeit mit Roger Cicero bekannt. Von 1975 bis zu seinem Tod im Jahre 1992 lebte der Musiker Champion Jack Dupree in Hannover. Der Vibrafonist Lionel Hampton komponierte in Hannover den Eisbein-Boogie, dessen ersten Takt er im Goldenen Buch der Stadt verewigte. Einige Jazzbands haben Hannover Stücke gewidmet, zum Beispiel der Hannover Boogie von den Trevor Richards British New Orleans Allstars und das Stück Swinging Hannover von den Bohemian Killer Dillers.

Rock, Pop

Die 1965 gegründete Hard-Rock-/Heavy-Metal-Band Scorpions erlangte mit Songs wie „Wind of Change“ weltweite Bekanntheit. In den 1980er Jahren entwickelte sich eine Szene, die international bekannte Gruppen wie Fury in the Slaughterhouse und Terry Hoax sowie Bands der Neuen Deutschen Welle wie die Combo Colossale, Hans-A-Plast und Steinwolke, sowie Solisten wie Heinz Rudolf Kunze hervorbrachte. Mitte der 1990er Jahre entstand die Technoband Scooter. Die Sängerin Lena Meyer-Landrut vertrat Deutschland beim Eurovision Song Contest 2010 und gewann ihn mit 246 Punkten.

Mousse T. hat sich als Vertreter House- und Discjockey-Szene einen Namen gemacht. Im Bereich der Lounge-Musik haben die Mo’ Horizons ihre Stadt mit dem Titel Bosshannover gewürdigt. Weitere Musikgruppen waren oder sind Abstürzende Brieftauben, Spice, The Jinxs, Marquess, sowie die Krautrock-Gruppen Jane und Eloy.

Das größte Pop-Festival in Hannover ist das NDR 2 Plazafestival, welches zusammen mit der N-Joy Starshow und der NDR 1 Schlagerparty zum Jahrestag der EXPO 2000 stattfindet. Das Fährmannsfest ist ein jährlich Anfang August stattfindendes Open-Air-Festival in Linden. Ein Sixties-, Psychedelic-, Garage-, Paisleypunk- und Underground-Festival ist das jährliche Swamp Room Happening mit über 30 Bands. Seit 2008 findet auch in Hannover die Fête de la Musique statt.

Eine engagierte Indie-Szene befindet sich im Kulturzentrum FAUST, der Glocksee, im Bei-Chéz-Heinz, dem UJZ Kornstraße, dem Musikzentrum und der Sturmglocke in der Nordstadt. Teile der Alternative- und Schwarzen Szene treffen sich beim Secret Garden Festival.

Mit dem National Battle of the Year findet in Hannover die Deutsche Breakdance-Meisterschaft statt.

Aus einer Wochenendveranstaltung im Pavillon im Jahr 1995 ist das Masala Welt-Beat-Festival mittlerweile zu einer zweiwöchigen Weltmusik-Veranstaltungsreihe mit Aufführungsorten in der ganzen Region Hannover geworden.

Die älteste Musikveranstaltung in Hannover ist mehrmals im Jahr der Schorsenbummel auf der Georgstraße.

Konzerte finden auf Hannovers großen und kleinen Bühnen statt: EXPO-Plazabühne, Gilde Parkbühne, AWD Hall, Capitol, Pavillon, FAUST, Musikbühne Bad und Musikzentrum Hannover. Die TUI Arena und die AWD-Arena werden für Groß-Konzerte genutzt.

Volks- und Marschmusik

Zum Bereich der Volksmusik zählen Volkslieder wie Die Lustigen Hannoveraner, In Hannover an der Leine oder Wir sind noch echte Niedersachsen und Instrumentalstücke wie Hannoversche Gardejäger, Hannover-Messe, Im Leinetal oder der Hannoversche Königsgruß. Märsche mit Hannover-Bezug sind der Niedersachsen-Marsch, der Marsch des Hannoverschen Cambridge Dragoner Regiments oder der Marsch der Hannoverschen Garde du Corps. 34 Jahre lang gab es das internationale Marschmusik-Festival Musikparade der Nationen. Im Jahre 2009 fand die Musikparade zum letzten Mal statt.

Sprache und Literatur

Einer verbreiteten Auffassung zufolge wird eine der schriftdeutschen Standardsprache nahe kommende Umgangssprache („das beste Hochdeutsch”) in Hannover und Umgebung gesprochen. Niederdeutsche Mundarten werden hier kaum noch gesprochen, seine Varianten prägen aber die Dialekte Hannovers und Niedersachsens. Die Sprachsituation änderte sich seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, nachdem die Oberschicht der Großstädte Ostfalens wie Hannover und Braunschweig die Schriftsprache zu einer Umgangssprache ausbaute und das Niedersächsische aufgab. Die Grammatik wurde dabei ostfälisch beeinflusst, während die Aussprache auf einer Mischung des Obersächsischen und dem Ostfälischen der Region entsprach.[17]

Als sogenannter hannöverscher Dialekt wird ein Unterschichten-Jargon und typischer Arbeiter-Soziolekt des Stadtteils Linden vom Comedy-Duo Siggi und Raner parodiert.

Zur Erinnerung an hannoversche Literaten verlieh die Stadt bis 2005 den Gerrit-Engelke-Preis, welcher 2008 durch den Hölty-Preis ersetzt wurde.

Der Literarische Salon der Leibniz Universität bietet wöchentliche Lesungen unterschiedlicher Autoren im Conti-Hochhaus der Uni und an anderen Orten.

Im Künstlerhaus findet jährlich die BuchLust statt, eine Messe von unabhängigen Verlagen aus Niedersachsen und einem wechselnden Gastbundesland.

Kulinarisches

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Biermarke Hanöversch des Brauhaus Ernst August

Hannover hat eine lange Brauereitradition. 1526 erfand hier Cord Broyhan ein helles obergäriges Bier, das zu einem Exportschlager der Stadt wurde. Zusammen mit anderen Brauern gründete er 1546 die Brauergilde, aus der sich die heutige Gilde Brauerei in der Südstadt entwickelte. Daneben gibt es nur noch die 1868 gegründete Herrenhäuser Brauerei. Andere Brauereien wie die Kaiser-Brauerei, die Lindener Aktien-Brauerei oder die Wülfeler Brauerei wurden inzwischen geschlossen. Dafür gibt es mittlerweile drei Gastronomie-Brauereien, das Brauhaus Ernst August in der Altstadt, die HBX-Stadtbrauerei am Aegidientorplatz und Döbbecke in Bothfeld. Aus der Sitte, das Broyhan-Bier zusammen mit Branntwein zu trinken, entstand die Lüttje Lage. Diese typisch hannoversche Spezialität aus Bier und Korn wird in einer speziellen Trinkweise aus zwei Gläsern getrunken.

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Leibniz-Keks von Bahlsen mit 52 Zähnen

1892 wurde die Markthalle Hannover als größter Stahl- und Glasbau des Kaiserreichs eingeweiht. 243 Händler versorgten die stark wachsende Stadtbevölkerung mit Lebensmitteln. 1943. während des Zweiten Weltkriegs. wurde sie bei einem der Luftangriffe auf Hannover zerstört. Der 1954 entstandene Neubau steht inzwischen unter Denkmalschutz und wird im Volksmund als der Bauch von Hannover bezeichnet.

Mit Tee-Seeger (gegründet 1743) ist in Hannover das älteste Teegeschäft Deutschlands ansässig. Seit 1919 gibt es eine Filiale des 1883 in Danzig gegründeten Machwitz Kaffees, deren Kaffeerösterei seit 1950 seinen Sitz am Marstall hat. 1956 wurde die Privatrösterei von Erhard Ulbrich gegründet, die heute noch in Limmer und der Südstadt existiert.

Zu den deftigen Gerichten der Hannoverschen Küche gehören der Calenberger Pfannenschlag, Grünkohl mit Bregenwurst und das Hannoversche Zungenragout. Deftige Suppen sind die Hannoversche Erbsensuppe, die Hannoversche Kartoffelsuppe (traditionell mit Pfifferlingen), die Hannoversche Hochzeitssuppe und die Mockturtlesuppe. Die Cumberlandsauce ist eine pikante Tafelsoße. Eine Spezialität zu den Weihnachtsfesttagen ist der Maschsee-Karpfen. Zu einer traditionellen hannoverschen Schlachteplatte gehören das Hannoversche Sauerfleisch, die Calenberger Rotwurst, die Hannoversche Weißgekochte, die Hannoversche Leberwurst und die Hannoversche Sülzwurst. Dazu gibt es meist das Gersterbrot. Im Fast-Food-Bereich gibt es die Hannoversche Rossbratwurst, die Feuerwehrmarmelade (Mettbrötchen), den Hannover-Burger und die Currywurst mit Pommes (in Anlehnung an Gerhard Schröder scherzhaft Kanzlerplatte genannt). Zu den süßen Spezialitäten gehören der Hannoversche Butterkuchen, der weltweit bekannte Leibniz-Keks von Bahlsen, der Kalte Hund, die Hitjepuppen (Zuckerbilder), der Hannoversche Apfelkuchen, der Puttappel, die Hannoversche Rote Grütze und die Welfenspeise (Vanillepudding mit Eischnee, darauf eine Weinschaumsauce).

Regelmäßige Veranstaltungen

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Internationaler Feuerwerkswettbewerb in den Herrenhäuser Gärten

Der Karneval Hannover gehört mit zu den Faschingshochburgen in Norddeutschland. Am Samstag vor Rosenmontag zieht ein Karnevalsumzug durch die Innenstadt. An dem über zwei Kilometer langen Zug sind rund 1.200 Karnevalisten mit Festwagen und Musikkapellen beteiligt, rund 50.000 Zuschauer stehen am Straßenrand.

Das Schützenfest Hannover im Juli findet auf dem zehn Hektar großen Schützenplatz am Rande der Innenstadt statt. Es ist mit rund 250 Schaustellern, fünf großen Festzelten, einem großen Rahmenprogramm und mit rund 1,5 Millionen Besuchern das größte Schützenfest der Welt. Seine Ursprünge gehen bis auf das Jahr 1529 zurück. Der große Schützenausmarsch ist mit einer Länge von zwölf Kilometern sowie mit rund 10.000 Teilnehmern (darunter Schützen, Karnevalisten, über 100 Musikkapellen aus dem In- und Ausland und über 60 Festwagen und Kutschen) der größte Schützenausmarsch der Welt.

Ebenfalls auf dem Schützenplatz finden das Frühlingsfest Hannover (April) mit 160 Schaustellern und das Oktoberfest Hannover (September/Oktober) mit 140 Schaustellern statt. Auf beiden Festen befinden sich zwei große Festzelte. Beide Feste werden jeweils von rund 1 Million Menschen besucht. Damit hat Hannover das größte Frühlingsfest in Niedersachsen und das drittgrößte Oktoberfest der Welt.

Am Maschsee findet zum Sommerende das Maschseefest statt. Mehrere Bühnen mit Live-Musik, Kleinkunst und Comedy, Fun-Boot-Rennen, Fackelschwimmen und ein vielfältiges gastronomisches Angebot ziehen jedes Jahr etwa zwei Millionen Menschen an. Im Spätsommer findet vor dem Opernhaus auf dem Opernplatz jährlich das Weinfest statt.

Der Große Garten in den Herrenhäuser Gärten ist alljährlich Schauplatz des Internationalen Feuerwerkswettbewerbes. Zwischen Mai und September treten an fünf verschiedenen Terminen Pyrotechniker aus aller Welt gegeneinander an. Jede teilnehmende Nation absolviert zunächst ein Pflichtprogramm zu einer festgelegten musikalischen Begleitung, anschließend können sich die Nationen in einer individuellen Kür präsentieren. Dazu gibt es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit einer Mischung aus Kleinkunst und Musik. Der Große Garten ist auch Schauplatz der Kunstfestspiele Herrenhausen mit viel Kleinkunst und Musik.

Der Flohmarkt Hannover am Hohen Ufer der Leine ist der älteste Flohmarkt in Deutschland, der im Juli stattfindende Markt für Kunst und Handwerk ist überregional bekannt, und der Pöttemarkt in der Altstadt kann auf eine lange Tradition zurückblicken. In der gesamten Vorweihnachtszeit finden dauerhaft drei größere Weihnachtsmärkte statt. Der traditionsreiche Weihnachtsmarkt Hannover mit rund 120 Ständen, dem ein mittelalterlicher Weihnachtsmarkt und das Finnische Weihnachtsdorf angeschlossen sind, befindet sich in der Altstadt. Weitere Weihnachtsmärkte gibt es auf dem Ernst-August-Platz vor dem Hauptbahnhof und auf der Lister Meile.

Im Stadtpark Hannover findet mit mehreren tausend Gästen jährlich das Sommerbiwak der 1. Panzerdivision und der Stadt statt. Das Sommerfest gehört neben dem hannoverschen Opernball und dem niedersächsischen Landespresseball zu den gesellschaftlichen Höhepunkten Hannovers.

Sport

Vereine

Der bekannteste Fußball-Verein Hannovers ist der in der Bundesliga spielende Hannoversche Sportverein von 1896 e. V., kurz „Hannover 96“ oder die Roten, der sein Domizil in der AWD-Arena hat. Die in der Regionalliga Nord spielenden Amateure sind im Eilenriedestadion zu Hause. Weitere bekannte Vereine sind die ehemaligen Zweitligisten SV Arminia Hannover und OSV Hannover. Der Verein SV Arminia Hannover wird die Blauen genannt, spielt derzeit in der Oberliga Niedersachsen und ist im Rudolf-Kalweit-Stadion beheimatet. Von 1990 bis 1997 war der TSV Fortuna Sachsenross Hannover Mitglied der Fußball-Bundesliga der Damen.

Square Dance mit Rollstuhl tanzt man bei den Dancing Wheels Hannover[19]

Veranstaltungen

Beim Hannover-Marathon gehen jedes Jahr im Mai circa 11.000 Teilnehmer über 10, 21,1 oder 42,195 Kilometer an den Start. Jedes Jahr im Spätsommer findet der Lindener Volkslauf u. a. entlang der Leine und Ihme statt.

Mit der Nacht von Hannover findet immer im Juli rund um das Opernhaus ein Radrennen mit prominenter Besetzung statt.

Auf dem Maschsee finden jährlich mehrere Sportereignisse statt. Teams aus aller Welt treten bei der Internationalen Drachenboot-Regatta in den Wettstreit. Das im Frühjahr stattfindende Kanu-Polo-Turnier ist international besetzt. Der Head of the River Leine wird im September auf der Leine ausgetragen.

Im Juli 2008 und 2009 fanden die „Hanover 7’ens“ statt, ein Rugby-Turnier, bei dem die Deutsche- und Europameisterschaft im 7-er Rugby ausgetragen wurde. Portugal wurde Europameister.

Weitere Sportveranstaltungen sind das Niedersächsische Beach-Volleyball-Turnier auf dem Steintorplatz, der Triathlon Hannover und das internationale Reitturnier German Classics.

Im November 2010 war Hannover Gastgeber für die siebten Weltmeisterschaften im Rollstuhltanz mit 150 Teilnehmern.[20]

Religion

Die Stadt Hannover gehörte nach der Christianisierung zum Gebiet des Bistums Minden und zum Archidiakonat Pattensen.

In der Altstadt Hannovers wurde 1533/34 und in der Neustadt 1544 die Reformation nach lutherischem Bekenntnis eingeführt. Danach war Hannover über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Katholiken und reformierte Gemeindeglieder konnten bis 1800 in der Altstadt Hannovers kein Bürgerrecht erwerben. Darum errichteten sie ihre Kirchen in der Neustadt.

Die Bevölkerung Hannovers ist zu 36,6 % evangelisch und zu 14,3 % katholisch (Stand 01/2007). Im Stadtteil Mühlenberg existiert ein ökumenisches Kirchenzentrum, das die Stadtteilgemeinden beider Konfessionen unter einem Dach vereint.

Im nordwestlichen Stadtteil Marienwerder befindet sich das Kloster Marienwerder.


Evangelische Kirche

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hannover Sitz des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie des Kirchenamtes der Vereinigten Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD). Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend hat hier ihren Sitz.

Die Kirchenverwaltung der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers befindet sich ebenfalls in Hannover. Alle landeskirchlichen evangelischen Kirchengemeinden Hannovers gehören zum Stadtkirchenverband Hannover innerhalb des gleichnamigen Sprengels der Evangelisch-lutherischen Landeskirche.

1697 entstand eine französisch-reformierte und 1702 eine deutsch-reformierte Gemeinde, die sich 1819 zu einer vereinigten. Diese gehört heute zur Evangelisch-reformierten Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland. Der Reformierte Bund ist eine Föderation (Vereinigung) reformierter Kirchen, Gemeinden, Verbände und Einzelpersonen. Er gilt als „Dachverband“ für etwa zwei Millionen reformierte Gemeindeglieder in der Bundesrepublik Deutschland und hat seinen Sitz in Hannover.

In den Jahren 1949, 1957, 1983 und 2005 war Hannover Gastgeber des Evangelischen Kirchentags.

Römisch-Katholische Kirche

Die 1665 entstandene römisch-katholische Gemeinde gehörte anfangs zum Apostolischen Vikariat des Nordens, ab 1824 zum Bistum Hildesheim und mit diesem seit 1995 zur neu gegründeten Kirchenprovinz Hamburg.

Von der Urgemeinde, die die gesamte Region Hannover umfasste, wurden im Zuge von Bevölkerungswachstum, Industrialisierung und Vertriebenenstrom immer neue Gemeinden gelöst. Zuletzt gab es in der Region 43 katholische Pfarreien. Deren Zahl wird durch Zusammenlegungen in nächster Zeit um mehr als die Hälfte zurückgehen.

Die kirchliche Region Hannover wurde am 1. Mai 2007 zum Regionaldekanat Hannover zusammengefasst. Sie deckt sich etwa mit dem Gebiet der politischen Region Hannover und zählt etwa 157.000 Katholiken. Katholische Hauptkirche Hannovers und Sitz des Regionaldechanten ist die Propsteikirche Basilika St. Clemens.

Andere Kirchen und christliche Gemeinschaften

Die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche hat ihren Bischofssitz und die Kirchenleitung in Hannover und ist in der Südstadt mit zwei Kirchengemeinden vertreten. Weitere Freikirchen sind die Apostolische Gemeinschaft, die Koinonia Calvary Chapel Hannover, das Christliche Zentrum Hannover, Evangelisch-Freikirchliche Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden), die Freie evangelische Gemeinde, die Evangelisch-methodistische Kirche, die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die Christus-Gemeinde Wettbergen und die Ichthys Freie Jesus-Gemeinde e. V., die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), Mennoniten (Täufer), die Neuapostolische Kirche, die Christengemeinschaft, die Zeugen Jehovas und die Christliche Wissenschaft.

Die 1955 gegründete Katholische Pfarrgemeinde der Alt-Katholiken Hannover-Niedersachsen hat im Stadtteil Kirchrode ein Gemeindezentrum mit einer Pfarrkirche. Zur Zeit hat die Alt-Katholische Kirche in Hannover rund 320 Mitglieder.[21] Im April 2010 wurde eine neu gebaute Kirche eingeweiht.

Neben der russisch-orthodoxen Kirche und einer serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde ist eine griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde vertreten.

Andere Religionen

Für die in Hannover lebenden circa 23.600 Muslime gibt es mehrere Moscheen und weitere Gebetshäuser. Der Stadtfriedhof Stöcken hat ein für Muslime eingerichtetes Gräberfeld. Als erster Moscheeneubau in Hannover besteht im Siedlungsgebiet Schwarze Heide des Stadtteils Stöcken seit 2008 die Sami-Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Shoah entstand durch Zuzug langsam neues jüdisches Leben in der Stadt. Heute gibt es vier jüdische Gemeinden mit rund 6.000 Mitgliedern sowie drei jüdische Friedhöfe. 1963 entstand die neue Synagoge in der Haeckelstraße. Die Liberale Jüdische Gemeinde besitzt seit 2009 eine Synagoge in der ehemaligen Gustav-Adolf-Kirche in Leinhausen.

Die vietnamesischen Buddhisten in Deutschland haben 1993 mit der Viên Giác Pagode in der Karlsruher Straße in Mittelfeld das größte Bauwerk dieser Art in Europa geschaffen. Außerdem gibt es Zentren der tibetischen Richtungen, des Theravada und des Zen-Buddhismus. Hinduistische Gläubige weihten 2009 einen Tempel in einem Industriegebiet im Stadtteil Badenstedt ein. Die Gläubigen sind überwiegend Tamilen aus Sri Lanka.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Personen, die sich um Hannover verdient machen, werden mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet. Ursprünglich gewährt man ihnen unentgeltliche Bürgerrechte. Ehrenbürger sind unter anderem Georg Friedrich Grotefend (Entzifferer der Keilschrift), der nationalliberale Politiker Rudolf von Bennigsen und Reichspräsident Paul von Hindenburg, der von 1911 bis 1914 und von 1919 bis 1925 seinen Wohnsitz in Hannover hatte.

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Herbert Schmalstieg: Langjähriger Oberbürgermeister, Ehrenbürger und gebürtiger Hannoveraner

Seit dem Zweiten Weltkrieg erhielten insgesamt zehn Persönlichkeiten die Ehrenbürgerwürde, darunter der ehemalige Bundeskanzler und Ministerpräsident Gerhard Schröder und die Künstlerin Niki de Saint Phalle. Als bislang letzter Ehrenbürger ist seit dem 2. Februar 2007 der langjährige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg ausgezeichnet.

Gebürtige Hannoveraner

Der Brauereimeister Cord Broyhan war der Erfinder eines neuen hellen Bieres. Die Geschwister Friedrich Wilhelm Herschel und Caroline Herschel waren Forscher und Astronomen. Der Bruder des Erfinders der Schallplatte und des Grammophons Emil Berliner, Joseph Berliner, gründete in Hannover die erste Grammophon-Fabrik der Welt. Theodor Lessing und seine hier geborene Frau Ada Lessing gründeten in Linden die Volkshochschule. Der Künstler Kurt Schwitters entwickelte in Hannover seine Form des Dadaismus. Der Serienmörder Fritz Haarmann beging in Hannover 27 Morde. An den Dichter Gerrit Engelke erinnerte der bis 2007 von der Stadt Hannover vergebene Gerrit-Engelke-Preis. Rudolf Augstein gründete 1947 in Hannover die Zeitschrift Der Spiegel.

Weitere gebürtige Hannoveraner sind der Dramatiker Frank Wedekind, die Luftfahrtpioniere Elly Beinhorn und Karl Jatho, die erste deutsche Diplom-Ingenieurin Ilse ter Meer, die Tanz-Avantgardistin Mary Wigman, sowie die Schauspieler August Wilhelm Iffland (nach ihm ist der Iffland-Ring benannt) und Theo Lingen.

Zu den bekannten gebürtigen Hannoveranern der Gegenwart zählen Ernst August Prinz von Hannover, der Cartoonist Uli Stein, die Regisseurin Doris Dörrie, die Autoren Friedhelm Kändler und Alexa Hennig von Lange, die Schauspieler Kai Wiesinger und Maria Schrader, der Maler Heimar Fischer-Gaaden, die Fußballspieler Fabian Ernst und Per Mertesacker, der Radrennfahrer Grischa Niermann, die Sänger Klaus Meine und Mark Morrison, der Comedian Oliver Pocher und die Sängerin Lena Meyer-Landrut.

Weitere Hannoveraner

Mit Gottfried Wilhelm Leibniz lebte einer der bekanntesten Philosophen und Universalgelehrten seiner Zeit in Hannover. Der Architekt Georg Ludwig Friedrich Laves prägte Hannover im Stil des Klassizismus. Der Gründer der Hannoverschen Architekturschule Conrad Wilhelm Hase zog im 19. Jahrhundert Architekten wie Paul Rowald und Edwin Oppler nach Hannover. Die Nachkriegsarchitektur der Stadt prägte Dieter Oesterlen. Weitere zugezogene Hannoveraner waren unter anderem der Zentrumspolitiker und Minister Ludwig Windthorst, der Zeichner, Maler und Dichter Wilhelm Busch, der Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer Kurt Sohns, der Kulturpolitiker Adolf Grimme (Grimme-Preis) und der Erfinder des PAL-Systems Walter Bruch.

Zurzeit in Hannover wohnhaft sind der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder, die ehemalige Bundesministerin Edelgard Bulmahn, der Soziologe und Politikwissenschaftler Oskar Negt, der ungarische Musiker und Leiter des Europäischen Zentrums für jüdische Musik Andor Izsák, der Kabarettist Matthias Brodowy sowie der Musikproduzent Mousse T.

Literatur

  • Helmut Plath, Klaus Mlynek (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover. Band 1, Schlüter, Hannover 1992, ISBN 3-87706-351-9.
  • Dieter Brosius, Klaus Mlynek (Hrsg.): Geschichte der Stadt Hannover. Band 2, Schlüter, Hannover 1994, ISBN 3-87706-364-0.
  • Michael Schwibbe, Hans Starosta, Andreas Stephainski: Zeitreise – 850 Jahre Leben in Hannover. Verlagsgruppe Madsack, Hannover 2005, ISBN 3-7860-0522-2.
  • Georg Ludewig: Stadthannoversches Wörterbuch. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1987, ISBN 3-529-04614-0.
  • Hans J. Toll: Hannoversches Wörterbuch. Heinrich Feesche Verlag, Hannover 1980, ISBN 3-87223-028-X.
  • Martin Wörner, Ulrich Hägele, Sabine Kirchhof: Architekturführer Hannover. Mit allen Expo-Bauten. Reimer, Berlin 2000, ISBN 3-496-01210-2.
  • Ehrengard Burkhardt: Hannover – „Sonntags-Spaziergänge“: Führer zur Architektur und Kunst im öffentlichen Raum. Imhof, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-62-8.
  • Henning Sietz: Hannover. Die Stadt an der Leine. Ein illustriertes Reisehandbuch. 3. vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage. Edition Temmen, Bremen 2004, ISBN 3-86108-440-6.
  • Imre Grimm, Dirk Meußling: Das neue Hannover. Schlüter, Hannover 2002, ISBN 3-87706-671-2.
  • Karl Johaentges, Udo Iwannek: Hannover – Schönste Stadt der Welt. KaJo-Verlag, Hannover 2005, ISBN 3-925544-29-1.
  • Oliver Falkenberg, Linda Sundmaeker: Hannover – Ein Porträt. Edition Temmen, Bremen 2008, ISBN 978-3-86108-469-3.

Weblinks

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Einzelnachweise

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 102 Bevölkerung - Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2013 (Tabelle K1020014) (Hilfe dazu)
  2. 2,0 2,1 2,2 Michael Krische: Hannover viel älter als gedacht. In: Neue Presse. 30. September 2010, abgerufen am 8. Oktober 2010.
  3. Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783899936629 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
  4. Joachim Perels: Ein Machtträger der NS-Diktatur als Namensgeber in der Nachkriegsdemokratie – Probleme einer Umbenennung der Elkartallee in Hannover. In: Kritische Justiz. Jg. 41, 2008, S. 95, S. 97.
  5. Ausstellung des Volksbund Niedersachsen: „Niedersachsen im Krieg“ – Der Bombenkrieg (PDF; 533 kB)
  6. landtag-niedersachsen.de: Geschichte Niedersachsens. S. 29. (PDF; 557 kB)
  7. Hartwig Beseler, Niels Gutschow: Kriegsschicksale deutscher Architektur – Verluste, Schäden, Wiederaufbau. Band 1, Panorama, Wiesbaden 2000, ISBN 3-926642-22-X.
  8. Das Wunder von Hannover, Der Spiegel 23/1959 vom 3. Juni 1959, S. 56 f.
  9. Paulhans Peters: Lernen von Hannover. In: Friedrich Lindau: Hannover Wiederaufbau und Zerstörung – die Stadt im Umgang mit ihrer bauhistorischen Identität. 2. überarbeitete Auflage. Schlüter, Hannover 2001, ISBN 3-87706-659-3, S. 9–12.
  10. s. Georg Ruppelt und Thomas Fuchs: Kostbarkeiten, Informationen, Begegnungen. Die Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek - Niedersächsische Landesbibliothek stellt sich vor. Hannover 2007.
  11. s. Werner Ohnsorge: Zweihundert Jahre Geschichte der Königlichen Bibliothek zu Hannover (1665-1866). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1962.
  12. s. Georg Ruppelt (Hrsg.): Der Goldene Brief des birmanischen Königs Alaungphaya an König Georg II. Hannover 2011.
  13. s. Fuchs, Thomas: Ex Bibliotheca Hannoverana - Kostbarkeiten aus zwölf Jahrhunderten, Teil1: Handschriften, S. 8-9.
  14. Erreichbarkeit von Großstädten als Maß der Zentralität. In: Statistische Monatshefte Niedersachsen. Dezember 1998.
  15. Erreichbarkeit von Großstädten. In: Verband deutscher Städtestatistiker (Hrsg.): Stadtforschung und Statistik. Nr. 1, 2009, ISSN 0934-5868.
  16. Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 12. Juni 2008
  17. Werner König: dtv-Atlas Deutsche Sprache. Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH, München 2005, S. 76–77.
  18. VfL Hannover Abteilung Rollstuhltanz, abgerufen am 5.Dezember 2011
  19. dancingwheels
  20. 150 Teilnehmer bei Rollstuhltanz-WM in Hannover in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung abgerufen am 25. November 2011
  21. Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 6. April 2010
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