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Günter Pappenheim

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Günter Pappenheim (* 3. August 1925 in Schmalkalden) ist ein deutscher Politiker und Funktionär. Er war Vorsitzender des Rats des Bezirks Potsdam und ist heute Vorsitzender der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora sowie Erster Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora.

Leben

Pappenheim wuchs in einer sozialdemokratischen Familie auf. Sein Vater Ludwig Pappenheim war ein bekannter sozialdemokratischer Parteifunktionär in Schmalkalden. Auch seine Mutter Frieda Pappenheim war seit 1925 Mitglied der SPD. Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 wurde Ludwig Pappenheim – unter Missachtung seiner Immunität als Landtagsabgeordneter des Landtages Hessen-Nassau – verhaftet. Nachdem er im Gefängnis gefoltert worden war, wurde er ins Lager Breitenau und später in das KZ Börgermoor verschleppt. Hier wurde er im Januar 1934 ermordet. Bereits als Schüler verweigerte Günter Pappenheim den Hitlergruß, den Dienst in der Hitlerjugend. Auch Schulaufsätze zur Lobpreisung Hitlers und des Nationalsozialismus wurden von ihm nicht geschrieben

Nach der Schulzeit begann er eine Lehre zum Schlosser in der Schmalkaldener Werkzeugfabrik „Gebrüder Heller“. Hier hatte er Kontakt zu ausländischen Zwangsarbeitern, die im Betrieb arbeiteten. Er steckte ihnen regelmäßig Brot oder andere kleine Lebensmittelrationen zu. Anlässlich des französischen Nationalfeiertag am 14. Juni 1943 spielte er für die französischen Zwangsarbeiter auf seiner Ziehharmonika die Marseillaise. Sie wurden denunziert und Pappenheim wurde von der Gestapo verhört. Das Spielen der französischen Nationalhymne sei – so der Verhörende – „kein Beitrag zum Deutschtum“ und zeige die staatsfeindliche Tendenz Pappenheims. Zudem wurde Pappenheim beschuldigt, illegale Gruppen aufgebaut zu haben. Nach fünf Tagen des Verhörs und der Inhaftierung im Suhler Gefängnis wurde Pappenheim in das Arbeitslager Gleichberg bei Römhild verschleppt, anschließend wurde er am 15. Oktober 1943 in das KZ Buchenwald deportiert. Hier arbeitete er zunächst in einem Straßenbautrupp, später schickte man den ausgebildeten Schlosser in das Gustloff-Werk, das sich im KZ Buchenwald befand. Mit anderen Häftlingen manipulierte er dabei Teile von Gewehren, um diese untauglich zu machen. Als bei zu vielen Gewehren Mängel auftraten und der Verdacht aufkam, dass Pappenheim einer der Verursacher gewesen sei, veranlassten Mithäftlinge, dass er als „Kranker“ in den Häftlingskrankenbau eingeliefert wurde. Anschließend arbeitete Pappenheim in der Strohsackstickerei und der Gerätekammer. Pappenheim erlebte am 11. April 1945 die Befreiung des KZ Buchenwald an seinem Arbeitsplatz. Er nahm am 19. April an der Trauerkundgebung teil und war dabei, als auf dem Appellplatz der Schwur von Buchenwald geschworen wurde.

Bereits am 22. April 1945 begab sich Pappenheim auf den Weg nach Hause, erlitt jedoch in Arnstadt einen Kollaps und musste in das dortige Krankenhaus gebracht werden. Nachdem er wieder einigermaßen bei Kräften war, setzte er seinen Weg nach Schmalkalden fort. In seiner Heimatstadt suchte er Kontakt zu Sozialdemokraten, unter ihnen Genossen seines ermordeten Vaters. In ehrenamtlicher Funktion war er der Jugendvertreter der SPD. Er arbeitete zunächst im Landratsamt als Pförtner, Hausmeister, Heizer und Telefonist. In Schmalkalden setzte er sich aktiv für die Vereinigung von SPD und KPD ein und wurde 1946 Mitglied der SED. Pappenheim gehörte unterschiedlichen Leitungen in der Partei an und war auch in der FDJ, dem FDGB und der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes aktiv. Er qualifizierte sich an der Landesverwaltungsschule und war ab 1951 war Leiter für Kader und Schulung der Sozialversicherungsanstalt Bad Salzungen, 1952/1953 Instrukteur für Kultur und Volksbildung bei der SED-Kreisleitung Bad Salzungen. Nach einem Besuch der Bezirksparteischule in Meiningen war er 1954/1955 Leiter der Organisationsabteilung der SED-Kreisleitung Bad Salzungen und dann von 1955 bis 1957 Instrukteur bzw. stellvertretender Leiter der Abteilung Parteien und Massenorganisationen der SED-Bezirksleitung Suhl. 1957 wurde Pappenheim zum Studium an die Parteihochschule der KPdSU nach Moskau delegiert. Sein Studium schloss er 1960 als Diplom-Gesellschaftswissenschaftler ab. Von 1960 bis 1964 wirkte er als Erster Sekretär der SED-Kreisleitung Schmalkalden und war Kandidat bzw. Mitglied der SED-Bezirksleitung Suhl.

Von 1964 bis 1966 studierte an der Hochschule für Ökonomie Berlin mit dem Abschluss als Diplomökonom. Von 1966 bis 1971 war er Erster Sekretär der SED-Kreisleitung Luckenwalde. Von 1971 bis Januar 1974 war Pappenheim Vorsitzender des Rates des Bezirks Potsdam und Mitglied des Bezirkstages. Von 1974 bis 1989 war er Mitglied der Zentralen Parteikontrollkommission.

Pappenheim ist seit April 2001 Erster Vizepräsident des Internationalen Komitees Buchenwald-Dora und Kommandos und seit 2005 Vorsitzender der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e. V. Er gehört zudem dem Bundesausschuss der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten an.

Pappenheim ist Mitglied der Partei Die Linke.

Auszeichnungen

Literatur

  • Günther Buch: Namen und Daten wichtiger Personen der DDR. 2. Auflage. Dietz, Berlin (West)/Bonn 1979, ISBN 3-8012-0034-5, S. 237.
  • Dieter Hebig: Pappenheim, Günther [sic!]. In: Gabriele Baumgartner, Dieter Hebig (Hrsg.): Biographisches Handbuch der SBZ/DDR. 1945–1990. Band 2. K. G. Saur, München 1997, ISBN 3-598-11177-0, S. 626.
  • Erhard Pachaly, Gerhard Hoffmann: Günter Pappenheim. In: Peter Hochmuth, Gerhard Hoffmann (Hrsg.): Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen. Lebensbilder (= Rosa-Luxemburg-Stiftung, Texte 35; PDF-Datei). Karl Dietz Verlag, Berlin 2007, ISBN 978-3-320-02100-9, S. 200–213
  • Andreas Herbst: Pappenheim, Günter. In: Wer war wer in der DDR? 5. Ausgabe. Ch. Links Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86153-561-4, Band 2.

Weblinks

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