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Lia Frank

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Lia Frank (geb. 18. November 1921 als Lia Gerstein in Kaunas, Litauen; gest. 6. April 2012 in Berlin) war eine jüdische Schriftstellerin, Lyrikerin, Professorin, Essayistin, Juristin, Dolmetscherin und Übersetzerin.

Leben

Frank stammt aus einer jüdischen Gelehrtenfamilie. Ihr Vater, David Gerstein, war Grundschullehrer und unterrichtete u. A. an der Jewish Primary School in Riga. Sie wuchs in Berlin, Deutschland auf; später emigrierte die Familie nach Ludza , einer kleinen Stadt in Lettland, wo sie das jüdische Gymnasium besuchte. Sie absolvierte ihr Abitur im letzten Vorkriegsjahr, 1940. Anschließend studierte sie an der Rigaer Universität Jura. Sie legte ihre Prüfungen bereits im Luftschutzbunker ab. Nach dem Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion im Jahre 1941 floh Frank in den unbesetzten Teil der Sowjetunion und setzte ihr Studium in Swerdlowsk fort. 1945 kehrte sie nach Lettland zurück. Im Jahre 1960 übersiedelte sie mit ihrer Familie nach Duschanbe, der Hauptstadt der Tadschikischen Sowjetrepublik. Dort unterrichtete sie Deutsch und Latein; daneben absolvierte sie ein Studium der Psychologie, das sie mit der Promotion abschloss. 1990 verließ Lia Frank mit ihrem Sohn Tadschikistan und ging nach Deutschland. Ab 1993 lebte sie in Sigmaringen; später zog sie nach Berlin.

Bereits in den 1970er Jahren veröffentlichte Lia Frank in der Sowjetunion deutschsprachig verfasste Gedichte. Seit den Achtzigerjahren beschäftigt sie sich intensiv mit der Gedichtform des Haikus; neben theoretischen Texten veröffentlichte sie eigene Haikus und übersetzte mit Hilfe eines japanischen Germanisten Haikus aus dem Japanischen ins Deutsche. – Lia Frank war Mitglied des Sowjetischen Schriftstellerverbandes; zuletzt gehörte sie dem Exil-PEN und der Deutschen Haiku-Gesellschaft an.

Lia Frank verstarb am 6. April 2012 in Berlin. Ihre Grabstelle befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof Berlin-Weißensee.

Werke

  • Improvisationen, Moskau 1973
  • Zaubersprüche (Gedichte und Gedichtübersetzungen), Alma-Ata 1976
  • Schönes Wetter heute, Alma-Ata 1985
  • Welt ohne Grenzen, Walchum 1987
  • Im raschelnden Laub, Göttingen 1990
  • Licht in die Stunden gestreut, Alma-Ata 1990
  • Auf Flügeln der Zeit in Weite und Welt. Gedichte deutsch – russisch, Walchum/Emsland 1991 (zusammen mit Peter Coryllis)
  • Ein Exodus. Von Duschanbe nach Zittau, Göttingen 1991
  • Verkannt und verbannt, Tecklenburg 1992
  • Das deutsche Haiku und seine Problematik: die Transzendenz, Sassenberg 1993
  • Das deutsche Haiku und seine Problematik: Silben und Moren, Sassenberg 1995
  • Buntes Fest des Abschieds, Sassenberg 1997
  • Die Kraniche ziehen, Lage-Hörste 2003

Herausgeberschaft

  • Im rauhen Winde, Göttingen 1991

Übersetzungen

Literatur

Weblinks

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Lia Frank aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.