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Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiß

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Filmdaten
Deutscher TitelHolocaust – Die Geschichte der Familie Weiss
OriginaltitelHolocaust
ProduktionslandUSA,
Deutschland
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1978
Länge419 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieMarvin J. Chomsky
DrehbuchGerald Green
ProduktionRobert Berger
Herbert Brodkin
MusikMorton Gould
KameraBrian West
SchnittAlan Heim
Craig McKay
Robert M. Reitano
Stephen A. Rotter
Brian Smedley-Aston
Besetzung

Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss ist ein vierteiliger amerikanischer Fernsehfilm aus dem Jahr 1978 von Marvin J. Chomsky. Er erzählt die fiktive Geschichte der jüdischen Arztfamilie Weiss, die in Berlin zur Zeit des Nationalsozialismus lebt. Die Mini-Serie wurde auch in Deutschland gesehen und führte zu vielen Diskussionen über die nationalsozialistische Vergangenheit.

Gliederung

Die vier Teile tragen folgende Titel und behandeln folgende Jahre:

Nr. Titel Jahre Länge deutsche Erstausstrahlung
1. Die hereinbrechende Dunkelheit 1935–1940 135 Minuten 22. Januar 1979
2. Die Straße nach Babi Yar 1941–1942 94 Minuten 23. Januar 1979
3. Die Endlösung 1942–1944 89 Minuten 25. Januar 1979
4. Die Überlebenden 1944–1945 101 Minuten 26. Januar 1979

Josef Weiß und Berta Palitz-Weiß

Neue Synagoge Berlin November 1943.
in Berlin

Josef Weiß ist Pole, hat aber in Deutschland Medizin studiert und praktiziert Allgemeinmedizin mit einer kleinen Privatpraxis in Berlin. Josef ist verheiratet mit Berta geb. Palitz. 1938 sucht Erik Dorf Dr. Josef Weiß in seiner Praxis auf und fragt ihn, warum er nicht Deutschland verlassen habe. Er sei doch kein armer Mann. Josef Weiß meint, dass dies eine gute Frage sei. Erik Dorf besteht darauf und beschwört ihn, dass er gehen soll solange er es noch kann. Der Arzt entgegnet darauf, dass auch Juden krank werden und ärztliche Hilfe bräuchten. Wenn alle Ärzte gingen wer würde sich dann um die kranken Juden kümmern, wo doch gerade die Alten und Armen in Deutschland geblieben seien. Erik Dorf insistiert und meint dass es nicht leichter für sie werden würde. Josef fragt ihn, wie es denn für Juden noch schlimmer werden könnte. Sie seien bereits keine Staatsbürger mehr; hätte keine Rechte mehr; ihr Besitz könnte jederzeit konfisziert werden; er dürfe nicht in einem Krankenhaus arbeiten; bekäme keine Medikamente. Er fragt „was um alles in der Welt, was können sie uns denn noch antun?“ Erik rät nur zu gehen.

Josef erörtert darauf mit seiner Frau die Frage der Flucht. Berta entgegnet ihm, dass sie ihm bereits gesagt habe, dass dies genauso ihr Land sei, wie das ihre und sie würde „diese Barbaren“ nicht fürchten. Berta beruhigt ihren Mann, dass sie es überleben würden, denn dies sei „das Land von Beethoven, Schiller und Mozart“. Darauf entgegnet Josef lapidar, dass „unglücklicherweise … keiner von denen Mitglied der Regierung“ sei. Als Josef erfährt, dass Karl in das KZ Buchenwald deportiert wurde, sucht er hilfesuchend Erik Dorf auf. Er soll als SS-Führer helfen Karl zu retten. Dorf lehnt es ab ihm zu helfen. Am nächsten Tag erhält Josef Besuch von der Fremdenpolizei. Josef fragt, ob Erik Dorf sie geschickt habe und erhält von ihnen den Bescheid ausgehändigt, dass er unverzüglich nach Polen abgeschoben wird. Beim Abschied am Anhalter Bahnhof in Berlin sagt er zu seiner Frau:„Niemand kann uns besiegen, solange wir uns lieben. Amor vincit omnia. Über alles siegt die Liebe.“ Nachdem die Praxis und die Wohnung der Familie Weiß aufgelöst wird, nehmen sich Bertas Eltern mit Gift das Leben. Nachdem Rudi die Familie verlassen hat und Anna bei der NS-Tötungsanstalt Hadamar in der Gaskammer Opfer der „Euthanasie“ wurde, geht Berta nach Warschau, wo sie auf ihren Mann Dr. Josef Weiß trifft.

im jüdischen Ghetto in Warschau
Opfer des Warschauer Ghettos sind vor allem Kinder.
Die Figur des Zionisten Mordechaj Anielewicz (hier eine Abbildung der realen Person) spielt in diesem Film eine wichtige Rolle.

Josef Weiß arbeitet in einem jüdischen Krankenhaus und behandelt dort kranke Kinder. Wegen der fehlenden Lebensmittelversorgung der Kranken muss er über Leben und Tod entscheiden. So meint die Krankenschwester Sara Olnich, dass die kranken Kinder ohne ausreichende Nahrung die Krankheit nicht überstehen würden. Josef fragt ob die heutigen Rationen nicht gekommen seien. Als sie dies verneint, sagt der Arzt, dass er mit dem Judenrat sprechen werde und erteilt ihr die Anweisung: „Geben sie nur denen zu essen die eine Überlebenschance haben.“

Er trifft Berta am Warschauer Bahnhof und sagt zu seiner Frau, dass es zwar unvorstellbar sei, aber man habe im Warschauer Ghetto trotz aller Armut sogar ein jüdisches Café. Dieses sei zwar nicht das Café Kranzler in Berlin, aber Juden müssten immer ein Platz zum Reden haben. Dort könnten sie sitzen und wie zu Josefs Studentenzeit in Berlin „Händchen halten“. Als sie das Café betreten, stellen sie sich beide vor wir sie seien Unter den Linden in Berlin.

Im Café verschweigt Berta die Wahrheit über Annas Tod. Sie schwindelt ihm vor, dass sie an Pneumonie gestorben sei, dabei hätte sie hat aber nicht viel gelitten. So sei sie in der Wohnung plötzlich erkrankt und da sie keine Medizin für sie bekommen hätten, sei sie im Schlaf gestorben. Sie sei nun tot. Vielleicht sei „es besser so“. Josef möchte mit dem Judenrat sprechen, damit seine Frau in der Schule unterrichten kann. Er freut sich inbesondere über die jüdischen Kinder in der Schule. Obwohl die Kinder „fast nichts im Magen“ hätten, würden sie Konzerte geben und Theater spielen. Berta unterrichtet darauf in der Schule Musik und spielt dazu Klavier. Zuerst spielt sie noch das französische Kinderlied Sur le pont d'Avignon und die Kinder singen auf französisch, später dann die israelische Nationalhymne Hatikva und die Kinder singen auf ivrith. Josef Weiß arbeitet als Leiter eines jüdischen Krankenhauses und ist im Judenrat tätig.

Später wird die jüdische Krankenschwester der Kinderstation Sara Olnich von der jüdischen Ghettopolizei verhaftet. Als sich Josef Weiß nach dem Grund der Verhaftung erkundigt, wird ihm mitgeteilt, dass sie geschmuggelt hat. Josef erläutert, dass sie jenseits der Ghettomauer Nahrung für kranke Kinder beschafft hat. Josef setzt sich für deren Freilassung ein. Sie sei eine der besten Schwestern der Kinderstation. Der jüdische Polizist erklärt, dass mit ihr andere Schmugglerinnen verhaftet wurden. Eine 16-jährige wurde inhaftiert, weil sie Essen für ihr Baby geschmuggelt hatte. Trotz eines Gnadengesuchs des Judenrats, werden alle acht Frauen erschossen. Die Juden beten dazu das Kaddisch.

Am nächsten Tag ist die erste Ausgabe der jüdischen Widerstandszeitung zu lesen, die auch an dem jüdischen Café angeschlagen wurde:

Als Josef und Berta das Flugblatt lesen, bewundern sie Tapferkeit der Täter und müssen dabei immer an ihren Sohn Rudi denken, der ebenso mutig wie verwegen ist. Josef meint:„Sie sind tapferer als ich es bin, wer immer das da angeschlagen hat. Es ist merkwürdig, ich muss dabei immer an Rudi denken … Wenn Rudi hier wäre, dann würde er mit wahrem Eifer Flugblätter verteilen. Sich weigern, Widerstand leisten. Ich hab Vertrauen zu Rudi.“ Berta stimmt ihm zu.

Berta hat über ihrem Bett die Fotographien ihrer Kinder befestigt. Sie ist krank und läßt sich von ihrem Mann ärztlich behandeln. Sie möchte am nächsten Tag wieder Unterricht geben. Wenn sie nicht komme, dann würden ihr die Kinder weglaufen. Sie blickt dabei zu den Fotographien ihrer eigenen Kindern über dem Bett. Josef meint, dass sie vielleicht die Fotographien hier weg tun sollten. Sie antwortet ihm, dass die Fotographien ihr Hoffnung geben würden:„Wenn ich die Kinder in den Straßen nach Brot betteln sehe, frierend, zerlumpt, die halb verhungerten Alten, dann sehe ich mir die Fotos an und denke: Meine beiden Söhne sind vielleicht noch am Leben.“ Ihr Mann versucht ihr Hoffnung zu geben, dass Karl noch leben könnte, denn er hätte schließlich einen Beruf:„Jeder, der etwas leistet, wird überleben. Es ist grausam aber wahr.“ Am Ende gelangt Berta jedoch zur Erkenntnis, dass nur wer Widerstand leistet eine Chance zum Überleben hat und gibt dem Zionisten Mordechaj Anielewicz, der sie an ihren Sohn Rudi erinnert, ihr letztes Geld. So hat Berta in ihrem Mantel Geld einnähen lassen, weiß aber zuerst nicht, was sie noch damit tun soll. Sie erinnert sich an die desolate Situation im jüdischen Kinderkrankenhaus, wo bei Lebensmittelknappheit nur denen zu essen gegeben wird, die eine rale Überlebenschance haben:„Du weißt Josef, ich habe mir Geld in den Mantel einnähen lassen. Nimm es. Es nützt uns nichts mehr. Für die Kinder im Krankenhaus.“ Dann jedoch hört Berta von einem Appell des jüdischen Widerstand des Ghettos zu Wilna.

Andere zweifeln wie man mit „bloßen Händen gegen Waffen und Artillerie“ kämpfen könne. Es fehle an Waffen, wird gesagt. Mordechaj Anielewicz antwortet darauf, dass sie – die Zionisten – noch nicht kämpfen könnten. Sie als jungen Zionisten müssten erst lernen, Befehle zu befolgen und Soldaten zu werden. Die Bewaffnung wäre das Nächste. Ein anderer meint: „Echt jüdisch. Keine Waffen, aber eine Armee aufstellen.“ Als Berta davon hört, schreitet sie ein und gibt Mordechaj Anielewicz das Geld, das sie im Mantel hat einnähen lassen, um damit Waffen zu kaufen.

Mordechaj Anielewicz hatte zuvor in einer Rede vor dem Judenrat versucht diese zu überzeugen, dass die Endlösung an den Juden Europas vollzogen werde. Sie würden alle getötet. Das Töten habe bereits in Russland begonnen, wo es keine Ghettos mehr gäbe. Es würde ein Massenmord an den Juden stattfinden. Erschießungskommandos würden alle erschießen. Die Deutschen würden beabsichtigen alle Juden in Europa umzubringen. Er sei nicht nur dafür Nahrungsmittel in das Warschauer Ghetto hineinzuschmuggeln, sondern auch Waffen und Munition. Schließlich beschimpft er den Judenrat des Warschauer Ghettos. Wenn der Judenrat „zu feige“ sei um zu kämpfen, die Zionisten seien bereit zu kämpfen. Die Zionisten wollten nicht ohne Kampf sterben. Er wirft dem Judenrat Opportunismus vor. So würden die Leute des Judenrats alle sterben „vor Höfigkeit und Mütze-Ziehen“; sie würden niemanden vertreten und sie hätten keinerlei Autorität.

Als sie erfahren, dass die Warschauer Juden nach Treblinka deportiert werden, eröffnet Josef zum Schein eine Krankenstation in den leeren Häusern am Warschauer Bahnhof. Damit will er wenigstens ein paar wenige vor der Deportation retten. So geht Josef durch die wartende Menschenmenge am Warschauer Umschlagplatz vor dem Bahnhof und versucht Menschen zu retten. Als er die Eheleute Levy trifft, sagt er zu ihnen, dass sie zu krank seien, um reisen zu können und beide in die Krankenstation sollten. Als Levi antwortet dass er nicht krank sei, verrät Josef ihnen, dass sie Leute vorm Abtransport retten wollten. Sie sollten keine Fragen und sie sich krank stellen. Vor allem Mütter mit Kindern versucht er zu retten. Bei einer Frau mit Kindern meint er, dass das Kind zu typhusverdächtig erscheine und sagt ihnen ein, dass sie zu krank seien um zu reisen. Josefs Verhalten wird von der jüdischen Ghettopolizei bemerkt. Nachdem der Polizist den Arzt in der Krankenstation aufsucht und Fragen stellt, gibt Josef vor, dass die Krankenstation am Vortag genehmigt worden sei. Der Arzt schreit den Mann an, dass sie Befehl hätten keine Person in die Waggons zu lassen, die typhus- oder choleraverdächtig seien. Der Beamte solle sofort die Krankenstation verlassen und seine Patienten in Ruhe lassen, ansonsten würde er Meldung machen. Bei einem anderen Mal ist auch ein deutscher Hauptsturmführer anwesend. Sie betreten die Krankenstation des Hospitals. Sie bezweifeln die Krankheit der Menschen und fragen, warum sie nicht über die Krankenstation informiert worden seien. Josef Weiß gibt vor, dass die jüdische Ghettopolizei unterrichtet wurde. Er könne nichts dafür, dass das Büro der Polizei nicht funktioniere. Der Polizist befragt eine Patientin, dass dies doch irgendein Schwindel sei, den Dr. Weiss hier vollziehe. Im Büro suchen der Polizist und der Hauptsturmführer vergeblich nach der Genehmigung für die Krankenstation. Schließlich befiehlt der Hauptsturmführer, die Krankenstation niederzubrennen und alle, die damit in Verbindung stehen am nächsten Tag abzutransportieren. Die Krankenstation wird am nächsten Tag in Brand gesteckt und brennt vollständig aus.

Im Lager Auschwitz (Polen)
Das Torgebäude vom KZ Auschwitz-Birkenau heute

Josef und Berta Weiß werden zusammen mit den Eheleuten Levy in des KZ Auschwitz deportiert. Im KZ sucht Josef seine Frau auf. Berta hat Angst um ihn, Männern ist das Betreten der Frauenbaracke verboten. Aber Levy hat ihm einen Passierschein gefälscht und Josef erklärt Berta, dass er inzwischen das Lügen gelernt habe. Manche Frauen dort haben die Hoffnung, dass sie möglicherweise Arbeit von der IG Farben erhalten und damit überleben könnten. Josef meint zu seiner Frau, dass sie „in die Hölle geschickt“ wurden, aber sie „müssen widerstehen … müssen versuchen zu leben“. Der Wunsch zu Überleben gilt demnach für Josef Weiß als Widerstand gegen den Wunsch zu Sterben, weil sie sich in der Hölle befänden.

Josef erwägt die Möglichkeit, dass nur einer der Eheleute Weiß überleben könnte und erwähnt dabei seine Söhne. Er denkt dass sie nocht leben könnten: „Irgendetwas sagt mir, dass sie noch leben. Wenn einer von uns sterben sollte, dann sollte der andere versuchen sie zu finden und ihnen alle Liebe geben. Du verstehst mich? Nicht nur weil wir eine Familie sind, sondern weil wir Juden sind. Wenn man uns derart verfolgt um uns zu vernichten, dann muss es etwas auf sich haben mit unserem Volk. Vielleicht ist es eine Lehre für künftige Generationen.“ Josef wird herausgeworfen. Sofia Alladri ein junges Mädchen aus Mailand wird hereingebracht. Sie wird für verückt gehalten, weil sie kein Wort spricht; sie hat mit ansehen müssen, wie ihre Elten in den Duschen umkamen. Berta erinnert das jüdische Mädchen aus Italien an ihre Tochter Anna, die nach einer Vergewaltigung auch nicht mehr sprach: „Armes Kind. Du bist wie meine Anna … Mit mir kannst du sprechen. Ich bin deine Freundin … Du bist ein hübsches Mädchen, genauso hübsch wie meine Anna.“ Frau Levy gibt zu dass sie genausoviel Angst wie die Italienerin habe, aber sich schämen würde es zu zeigen. Berta nimmt das Mädchen in die Arme, wiegt es und summt ihr das Lied der Loreley von Heinrich Heine vor. Die Aufseherin mit zwei Wachen kommen und führen alle Frauen und Mädchen in die Duschen zur Desinfektion. Berta umarmt das Mädchen und begleitet es mit zur Dusche und hilft ihr beim Entkleiden. Berta meint vor der Dusche zur Aufseherin, dass sie nicht zu lügen brauche und bittet sie ihrem Mann „einen letzten Gruß“ auszurichten. Berta spendet dem italienischen Mädchen bis zuletzt Trost: „sei tapfer, es wird nicht lange dauern, dann sind wir wieder draußen. Ich halte dich. Ich beschützte Dich.“ Im Duschraum nimmt Berta Abschied von ihrem geliebten Mann: „Leb wohl, Josef. Ich liebe Dich.“ Dann sind die Brocken von Zyklon B zu hören, die in die Duschrohre hineingeschüttet werden. Berta verstirbt in die Gaskammern des KZ. Währenddessen arbeiten Josef Weiß und Franz Levy bei der Straßenbaukolonne. Als die Männer von der Arbeit zurückkehren, finden sie nur die leere Frauenbaracke vor. Josef öffnet den Koffer seiner Frau und findet Noten zu Beethoven, er legt seinen Kopf auf die Noten und weint, im Hintergrund ist eine Klaviersonate zu hören. Berta war Konzertpianistin. Nachdem Obersturmbannführer Höß die jüdischen Arbeiter der Kolonne durch polnische ersetzen lässt, bringt man sie zur Entlausung in die Gaskammern. Auch hier spenden sie sich gegenseitig Trost und Beistand im wortwörlichen Sinne. Herr Levy bittet den Doktor ihn für den letzten Weg zu halten und beizustehen: „Geben sie mir ihre Hand Herr Doktor. Ich fühle mich wie ein kleiner Junge der zum 1. Mal zur Schule muss.“ Am Ende hält der Doktor sogar mit beiden Händen Levys Hand. In den Gaskammern verstirbt schließlich auch Josef.

Karl Weiß und Inga Helms-Weiß

Häftlinge KZ Buchenwald

Der älteste Sohn ist der Kunstmaler Karl Weiß, der 1935 die „Arierin“ Inga Helms heiratet. Karl kommt in das KZ Buchenwald. Bei einem Verhör im KZ wird der Begriff des Geburtsnamen der Mutter mit dem „Mädchenname[n] der Hure“ umschrieben. Als er antwortet, dass seine Mutter „keine Hure“ sei, sagt man: „Alle Judenweiber sind Huren“. Danach wird er nach dem Namen seines Vaters gefragt. Der Begriff des Vaters wird in der deutschen Version mit „Der Name des Beschälers“ umschrieben. Im Gegensatz dazu wird in der englischen Originalversion (mit französichem Untertitel) sein Vater als Päderast bezeichnet, der seine Mutter vergewaltigt haben soll: [1]


Beamte: „Nom de la pute qui t'a mis au monde“ (Der Name der Hure, die dich auf die Welt gebracht hat)
Karl: „Ma mère n'est pas une pute!“ (Meine Mutter ist keine Hure)
Beamte: „Le pédé qui l'a violé“ (Der Päderast, der sie vergewaltigt hat)

Man wirft ihm vor „ein jüdischer Schmierant [zu sein], der für die bolschewistische Propaganda Karikaturen zeichnet“. Ein Parteimitglied habe ihn als jüdischen Kommunisten entlarvt. Zuerst arbeitet er in der Stoffabteilung später im Steinbruch. Heinrich Müller bietet an Karl in die Künstlerwerkstatt verlegen zu lassen und macht für die Verlegung Prostitution zur Voraussetzung. Müller deutet dies gegenüber Karl an: „Frauen finden schon Wege … Das hier ist ein Geschäft, Weiss … warum kommt [Inga] wohl persönlich her … eine Hand wäscht die andere … du verstehst schon, was ich meine willst du lieber einer von Engelmanns kleinen Lustknaben sein? Er hat so seinen Privatharem von jungen Männern … Ich kann dich in die Künstlerwerkstätte überstellen lassen!“ Er gibt den Befehl:„Geht mit meinem Freund Weiss behutsam um. Die Künstlerwerkstätte hat ihn angefordert. Er ist ein so zartes Pflänzchen! “ Nachdem Müller ihn in die Künstlerwerkstätte verlegt hat meint Karl:„was die für Huren aus uns machen … auf diese Art überleben wir! “

Nachdem Amerika in den Weltkrieg eintritt, wird Karl nach Theresienstadt verlegt. Er gilt als Konzentrationslager-Genie. KZ Theresienstadt ist ein Vorzeigelager für das Rote Kreuz und die neutralen Länder, wie die Schweiz und Schweden.

Inga läßt sich in das KZ Theresienstadt verlegen um mit ihrem Mann zusammen zu sein. Sie zitiert Josef: Amor vincit omnia. Nachdem jedoch kritische Werke des Künstlers entdeckt werden, wird Karl gefoltert und seine Hände gebrochen. Er soll danach in das KZ Auschwitz deportiert werden. Inga hat in Theresienstadt von Karl ein Kind empfangen, und möchte dass er sein ungeborenes Kind segnet, bevor er nach Auschwitz deportiert wird, wo er dann verstirbt.

Rudi Weiß und Helena Slomova-Weiß

Schytomyr in der Ukraine

Josefs zweiter Sohn ist Rudi, der nach Prag flieht. Dort schließt er sich der Widerstandskämpferin Helena Slomová an, in die er sich verliebt. Sie passieren die Grenze, gelangen nach Russland. Danach kommen sie nach Kiev, wo sie auf Hans Helms, Ingas Bruder treffen. Nachdem Rudi ihm das Leben rettet, verrät er Rudi und Helena an seine Kameraden, die darauf mit den anderen Juden Kievs in die Schlucht von Babi Yar gebracht werden. Sie können unterwegs flüchten und erleben die Erschießung der Juden in der Schlucht von Babi Yar. [2]

Rudi und Helena gelangen zu den jüdischen Partisanen in der Ukraine. Die Partisanen bestehen aus Frauen, Kindern, alten und jungen Menschen, Bauern und Intellektuellen. Zu letzteren gehört auch Sascha ein Arzt. Rudi sieht ihn, wie Sascha unter einem Baum sitzt und mit sich selbst redet, während die anderen am Lagerfeuer sitzen. In dem Lager befindet sich auch ein Rabbiner, der aus Schytomyr zu den Leuten gestoßen ist. Helena sieht ein anderes Lagerfeuer , einen Vorbeter mit anderen Männern und wunderts sich über einen Rabbi bei den Partisanen. Dem Rudi gefällt der Rabbi und meint, dass so ein Rabbi es schaffen könnte ihn zurück in die Synagoge zu bringen. Rabbi Samuel betet mir vier anderen Männern an einem Feuer, zuschauenden Kindern sagt er, dass es zwar nicht danach aussehe, aber sie seien hier in der Synagoge. Damit wird auch die Bedeutung der Stadt Schytomir angedeutet. So war Schytomyr neben Vilnius der einzige Ort, an dem die russische Regierung ein Rabbinerseminar errichten ließ, zur Ausbildung von Rabbinern im Staatsdienst. Als der betende Rabbiner spielende Kinder vom Lagerfeuer verscheucht, erinnert er sich an Berlin, wo er immer gerügt wurde, weil er am samstag Fußball gespielt hatte. So wurden später die Kibbuzim in Israel von den sekulären Juden erbaut.

Rudi und Helena erfahren von Juri und Nadja, dass Onkel Sascha aus Koritz stammte, wo die Deutschen Saschas Frau und Tochter und über 2000 Juden an einem Nachmittag erschossen hatten. Sacha überlebte, weil einer seiner Patienten, „ein Ukrainer ein guter Mensch“ 20 Personen aus Koritz herausgebracht hatte. Nadja berichtet, wie andere auf sie aus Shitomir (Schytomyr), aus Berditschew (Berdytschiw), auf die Überlebenden von Koritz stießen, von überall wo Juden ermordet wurden. Rudi erfährt, dabei von Juri, dass das schon das 4. Lager sei. So würden die Deutschen sie verfolgen, und wenn nicht diese, so die ukrainische Miliz. Rudi fragt sie ob sie gegen die deutschen Soldaten und ukrainische Miliz kämpfen würden. Juri antwortet, dabei dass sie kämpfen werden wenn sie Gewehre hätten. Rudi ist schon ganz ungeduldig und fragt worauf sie warten würden. Nadja meint, dass es nicht so leicht sei, weil Frauen, viele alte Menschen, Kinder im Lager seien und Onkel Sascha sie nicht gefährden wolle. Rudi wundert sich, warum Onkel Sascha nicht mit den anderen mitbetet. Nadja erklärt, dass er seinen Gebetsschal zerrissen habe, als seine Frau getötet wurde. Sascha würde zu jedem der hierher kommt sagen: „ein Schaf weniger für die Schlächter.“ Rudi bezweifelt jedoch den Sinn angesichts der Menge an Toten: „Aber ihr seid nur eine Handvoll, tausende von uns marschieren täglich in den Tod.“ Juri erklärt die Menge an Toten: „Unter falschen Vorspiegelungen. Niemand glaubt, dass er umgebracht wird.“[3]


In dem Lager heiraten Rudi und Helena. Rudi steht mit Tallit und Kippa unter der Chuppa, während Sascha Helena als Braut zu Rudi führt. Der Rabbi spricht zu Rudi: „Kehre ein in Frieden, Krone des Mannes. Kehre ein. Lerne Freude und Frohlocken bei des auserwählten Volkes Treuen.“ Und zu Helena: „Kehre ein, Braut, kehre ein. Aus der Enge rief ich zum Ewigen. Er führte mich in die Weite.“Der Rabbi reicht den beiden den Kiddusch (Kelch mit Wein) und beide trinken davon: „Harei aht mekudeshet li b'Taba'at zo k'Dat Moshe v'Yisrael.“ (siehe mit diesem Ring bist du mir angetraut als meine Frau gemäß den Gesetzes Moses und Israels) Der Bräutigam steckt nun seiner Braut einen Ring an den Ringer, während der Rabbi die Hände erhebt und sagt: „Mögt ihr beide glücklich werden und einst mit Kindern gesegnet sein. Seid gut zueinander und liebt euch. Nach dem jüdischen Gesetz seid ihr nun Mann und Frau.“ Man legt ein Glas bedeckt von einem Tuch auf den Boden und Rudi tritt darauf und zerbricht dabei das Glas. Man wünscht ihm:„Masal tov.“Auf die Aufforderung seine Braut zu küssen, antwortet Rudi, dass er irgendwie Angst habe, jetzt wo sie verheiratet seien. Nadja hat Helena den Ring ihrer Schwester geliehen. Sascha sagt zu Rudi, dass er jetzt große Verantwortung für Familie und Haus trage, und dass er sein Geld zusammenhalten solle. Rudi meint, dass er wie sein Vater sprechen würde, der ihn immer ausgeschimpft habe, weil er soviel für Fußballkarten ausgab. Zur Musik von Hava Nagila tanzen alle im Kreis. Sie hören aber auf als eine sich nähernde Patrouille von Deutschen angekündigt wird. Das Brautpaar muss nun wieder flüchten.[4]

Überfall auf die ukrainische SS auf der Straße nach Shitomir (Reichskommissariat Ukraine)

Rudi und Sascha liegen versteckt am Boden und beobachten mit Gewehren bewaffnet die ukrainische SS auf der Straße nach Shitomir. Von 1941 bis 1944 war Shitomir als Generalgebiet Bestandteil des deutschen Reichskommissariats Ukraine und rückwärtiges Heeresgebiet. Rudi fragt Sascha, ob es sich um Deutsche handele. Sascha antwortet, dass dies ukrainische Miliz sei, die mehr von ihnen umgebracht hätten als die Deutschen. Die Partisanen überfallen die Ukrainer. Einer kann jedoch entkommen und rennt weg. Sascha befiehlt Rudi ihn zu verfolgen und zu erschiessen. Auf einem Getreidefeld fasst Rudi den jungen, ukrainischen Mann, ist aber noch unschlüssig ob er ihn erschiessen soll. Sascha kommt hinzu und befiehlt Rudi zu schießen, weil er es ansonsten selbst tun würde. Der Ukrainer könnten ansonsten ihnen die Deutschen „auf den Hals [hetzen]“. Rudi erschießt den jungen Mann, ist aber vollkommen entsetzt. Rudi erzählt Helena von dem jungen Ukrainer, der „noch ein halbes Kind“ war. Rudi erzählt, dass der Ukrainer „zu denen [zählt], die Juden gegen Geld ermorden“. Er gibt zu, dass er zuvor noch nie jemanden umgebracht hätte. Helena meint, dass er das tun musste. Rudi hinterfragt den Sinn des Tötens: „Und ich hielt mich für stark. Blutüberströmt lag er da. Ich begreif das alles nicht. Meine Eltern haben es auch nicht begriffen. Vielleicht, dass Sascha es begreift.“ Seine Frau versucht nun das Töten rechtzufertigen: „Wir wollen leben, Rudi. Das ist alles, was du zu begreifen hast.“ Rudi bezweifelt, dass der Wunsch zu leben ein Rechtfertigungsgrund sei um zu morden: „Das genügt nicht. Wenn einmal Schluss ist mit dem Morden und wir dann noch leben, was dann?“ Helena sieht Palästina als mögliches neues Lebenszentrum: „Dann sind wir ein ganz normales Ehepaar und dann gehen wir nach Palästina .“ Rudi ist sich immer noch unschlüssig wo er leben und wo er zukünftig arbeiten soll: „Du meinst, ich arbeite dann auf einer Melonenfarm?“ Helena ist jedoch der festen Überzeugung, dass Palästina der Grund sei um zu überleben und schwärmt von Palästina: „Ja. Wir werden alles überstehen um dorthin zu gehen. Orangenhaine, Zedern kleine Bauerndörfer und das blaue Meer.“ Rudi meint, dass Palästina als Land der Verheißung lediglich ein Urlaubsort oder eine Reise wert sei: „Ich glaube, ich schulde dir eine Reise ins Land der Verheißung.“ Helena besteht jedoch darauf, dass Palästina mehr als nur ein Urlaubsort sei: „Nicht nur eine Reise, Rudi. Wir werden dort leben, wo keiner uns schlägt oder einsperrt oder uns umbringt.“ Rudi und Helena hatten sich in Prag unsterblich ineinander verliebt. Sie sind beide überzeugt, dass ihr Leben von einer größeren Macht beschützt, damit sie sich auch weiterhin lieben könnten. Ihre Liebe und damit ihr Leben sei unsterblich:[5]


Rudi: Weißt du noch, als wir uns in Prag zum ersten mal liebten?“
Helena:„Du machst mich ganz verlegen.“
Rudi: „Es war wunderschön. Das schönste, was ich je in meinem Leben erlebt habe.“
Helena: „Für mich auch.“
Rudi: „Das ist es jedes mal für mich. Es ist wie ein Wunder, dass zwei Menschen sich so nah sein können, nicht nur mit ihrem Körper, ihren Lippen… als habe Gott oder das Schicksal bestimmt, das wir uns lieben sollen.“
Helena: „In dir steckt ja ein Poet.“
Rudi: „Nein. Nur sehr viel Liebe. Ich kann es gar nicht beschreiben.“
Helena: „Ich weiß. Und darum weiß ich auch, dass wir nicht sterben werden. Wir werden nicht sterben.“

Angriff auf das deutsche SS-Hauptquartier (Reichskommissariat Ukraine)

Der Rabbi spricht das Schma Israel an einem Schabbat zusammen mit mehreren anderen bewaffneten jüdischen Partisanen. Rudi und Sascha beten nicht mit, weil Rudi es nie gelernt hat und Sacha seit dem Tod seiner Familie säkular geworden ist. Sascha und Rudi lassen sich jedoch vom Rabbi eine Stelle aus dem 1. Buch Samuel als Ermutigung für ihren Kampf vorlesen. Dort gebietet David seinen Soldaten sich mit ihren Schwertern zu gürten. Als deutscher Soldat verkleidet nimmt er bei dem Überfall auf das deutsche SS-Hauptquartier im Reichskommissariat Ukraine teil, wo sie das Munitionsdepot plündern. Bei der Flucht wird Rudi am Bein angeschossen. Sascha operiert ihn. Die Operation muss jedoch ohne Betäubungsmittel erfolgen. Helena wirft Sascha vor, Rudi umzubringen und hält die Überfälle für sinnlos. Jury erinnert an die erbeuteten MGs, Handgranaten und Arzeimittel. Helena ist die Beute jedoch egal, sie will ihren Mann behalten. Als seine Kameraden später die Kugel als Trophäe verherrlichen, veliert Helena die Beherrschung: „Hört auf damit. Ich hasse euch ich hasse euch alle. Ihr tut, als wäre das alles nur ein Spiel. Mein Mann kämpft mit dem Tod, und ihr macht eure Witze. Ich hasse diesen Kampf, diesen sinnlosen Widerstand. Hier wird ein Deutscher umgebracht und da ein Ukrainer. Und für was? Noch ein Winter und wir sind alle tot.“ Helena möchte die Partisanen verlassen und bezweifelt den Sinn ihrer Aktionen: „Rudi, du hättest tot sein können und wofür?.“ Rudi sieht den Kampf als Protest, aktiver Widerstand gegen die Ermordungen der Juden: „ Um ihnen zu zeigen, dass wir keine Feiglinge sind. Sie können uns nicht einfach umbringen.“ Helena besteht darauf, dass der Kampf der Partisanen sinnlos ist: „ Aber sie bringen uns um. Sie töten Millionen und niemand wehrt sich und kämpft und keinen schert es.“ Rudi kämpft mit seinen Schmerzen und fordert von seiner Frau: „ Sag mir, dass du micht liebst.“ Helena befürchtet jedoch, dass Rudi sterben wird: „ Ich liebe dich. Ich liebe dich! Aber der Tag wird kommen, an dem du…“ Rudi erinnert sie an ihre Worte, dass ihre Liebe unsterblich sei und damit ihr Leben, dass ihre Liebe der Grund dafür sei, dass ihr Leben beschützt wird: „ du hast mal gesagt, wir sterben nie.“ Helena hat jegliche Hoffnung verloren, den Krieg zu überleben: „ Ich glaube nicht mehr daran.“ Rudi versucht seiner Frau Mut, Hoffnung auf ein künftiges gemeinsames Leben zu geben. Dies soll Sinn machen zu überleben. Die Liebe zwischen den beiden, die der Grund dafür ist dass sie weiter- und überleben, würde multipliziert werden durch seine Familie:„ Wir werden leben. Du wirst in meine Familie aufgenommen und sie werden dich lieben.“ Helena besteht jedoch darauf, beim Kampf dabei zu sein. Sie möchte im Moment seines Todes gemeinsam mit ihm sterben oder ihn wenigstens nicht allein sterben zu lassen:„ das nächste mal, wenn du wieder losziehst mit Sascha und den Männern, dann will ich dabei sein …ich will auch ein Gewehr tragen, Rudi. Ich will mit dabei sein.“

Überfall auf einen deutschen Mannschaftstransport

Beim dem Überfall auf einen deutschen Mannschaftstransport ist Helana dabei bewaffnet mit einem Gewehr. Rudi vergräbt Dynamit in der Straße, auf der ein Wagen mit Soldaten fährt. Vor dem vergrabenem Dynamit hält jedoch der Wagen. Sascha meint, dass sie gewarnt sein mussten. Obwohl Rudi den Transport überfallen möchte, gibt Sascha den Befehl zu verschwinden und sich beim Lager wiederzutreffen. Die Soldaten schießen auf das Dynamit, springen von ihrem Wagen herab und verfolgen die flüchtenden Partisanen. Rudi rennt und zieht Helena an seiner Hand nach. Sie wird jedoch von einem Schuß getroffen und fällt zu Boden. Rudi kniet nieder, weint und hält seine tote Frau in seinen Armen. Die Soldaten haben nun die beiden erreicht und schlagen Rudi nieder.

Im Lager in Sobibor (Ostpolen)

Er wacht auf in einem Lager in Sobibor in Ostpolen, in dem inhaftierte russische Rotarmisten der 51. Division den Ausbruch planen. Sie halten Rudi für einen Spion. Rudi erklärt ihnen, dass er 2 Jahre lang Partisan war. Auf die Frage, bei welcher Einheit er war, antwortet er ihnen, dass er bei Onkel Sascha, dem Arzt von Koritz war und dass er bei dem Überfall auf die ukrainische SS auf der Straße nach Shitomir und auf das SS-Hauptquartier in Kremitzk beteiligt war. Bei dem letzten Überfall auf den Mannschaftstransport sei er jedoch nicht erfolgreich gewesen und gefangen genommen worde. Von den Rotarmisten erfährt Rudi, dass täglich 2000 Juden vergast werden und verbrannt werden. Sie planen nun den Ausbruch. Als Rudi als Schuhmacher für einen Kapo arbeitet, erschlägt er diesen mit Hammer und Axt. Sie nehmen die Waffen der Erschlagenen und brechen aus dem Lager aus.

im „liberated camp“ bei der „jewish agency of Palestine“

Sieben Jahre nachdem Rudi Berlin verlassen hat, trifft er Inga in einem „liberated camp“ wieder. Sie stellt ihm ihren Sohn, einen kleinen Jungen, den sie Josef nach seinem Großvater nennt. Rudi gibt dem Jungen den Spitznamen Churchill, weil das Kind eher dem Politiker ähnlich sehe, so Rudi. Er sagt zu seinem Neffen, dass er ihm zulächeln soll, denn er sei sein Onkel Rudi. Rudi erzählt seiner Schwägerin, dass er in Auschwitz gewesen war und dort erfahren hat, dass Carl schwer gefoltert worden sei, weil er einige Zeichnungen angefertigt hatte. Rudi meint, das es millionen dieser Mörder gebe. Inga entgegnet ihm, dass er sie dafür hassen kann, weil sie eine der Mörder sei. Rudi meint, dass er keine Gefühle mehr hätte nach all dem Erlebten. Schließlich meint er zu Inga, dass sie ihrem Sohn lehren solle keinerlei Wut, Furcht zu haben.

Rudi: „ Murder of people like that millions of them are .“ .
Inga: „You con hate me if you wish for being one of them“.
Rudi:„ Inga, I don't hate you. I'm kind of blank, no hate, no love, like the walking death I saw in the camps“.

Er wird angesprochen von Levin, einem Mitarbeiter des "liberated camp" agency of palestine. Rudi soll ein "shapered" werden und überlebende jüdische Kinder aus Tessaloniki nach Palästina schmuggeln. Er sagt zu und spielt mit den Kindern Fußball.

In der deutschen Fassung fehlt die Schluss-Sequenz von sieben Minuten Länge. Im Original endet der Film mit Rudi Weiß als Helfer bei der Staatsgründung Israels und schließt damit mit einem hoffnungsvoller Schluss ab.[6]

Anna Weiß

Moses Weiß und Aaron Feldmann

Moses Weiß ist Josefs Bruder und führt in Warschau eine kleine Apotheke. Aaron Feldman, genannt die Kanalratte ist der König der Schmuggler im Warschauer Ghetto. Er ist 13 Jahre alt, Schüler in der Klasse bei Berta und erscheint immer zu spät zum Unterricht, weil er „auf der Christenseite“ war um Lebensmittel hineinzuschmuggeln. Seine Lehrerin hat ihm verboten hinüberzuschleichen und erinnert an seine Mutter, die keinen Schmuggler oder Dieb als Sohn haben wolle. Auch Josef sagt ihm, dass er wegen Schmuggelei verhaftet werden könnte. Aaron meint, dass die jüdischen Ghettopolizisten bestechbar seien, bekennt sich zu seiner Furcht aber möchte trotzdem weitermachen.

Im Judenrat wird die Lebensmittelversorgung der Bevölkerung im Warschauer Ghetto heftig diskuttiert. Der Judenrat vertritt die Ansicht, dass nur die Produktiven und Gesunden Lebensmittel erhalten sollten. Josef Weiß ist jedoch der Überzeugung, dass dank der Schmuggler eine Lebensmittelversorgung aller Ghettobewohner möglich sei. Die Schmuggler werden von der deutschen Besatzung erschossen. Künftig sollen 20 Juden für einen gefassten Schmuggler erschossen werden. Josef meint dass die Kanalratten „mutige Jungs“ seien und einmal die Rettung des Warschauer Ghettos bedeuten könnten. Die Schmuggler sollten nicht nur Nahrungsmittel sondern auch Waffen und Munition hineinschmuggeln.

Moses und Aaron wollen nun gemeinsam Waffen und Munition schmuggeln. Josef meint, dass Moses zu alt dafür sei und dass jüngere an seiner Stelle schmuggeln sollten. Moses antwortet, dass die jüngeren die besseren Soldaten seien. Wenn er als Apotheker umkäme, wäre das „nur ein Verlust für die moderne Pharmazie“. Ausserdem hätte er einen Beschützer: „Gibt es eine besseres Paar als Moses und Aaron.“

Der Junge führt den alten Mann in der Nacht zu einem Loch in der Mauer und sie zwängen sich durch. Auf der anderen Seite erwartet sie ein polnischer Partisan und ist überrascht, dass sie es auf die andere Seite geschafft haben. Moses ist stolz auf Aaron: „Mein Freund ist Spezialist“. Obwohl Moses die vereinbarte Summe übergibt, erhält er statt der vereinbarten 12 Revolver, nur einen Revolver. Trotzdem akzeptiert Moses den Handel, weil ihm die Zusammenarbeit mit den polnischen Widerstandskämpfern wichtiger als das Geschäft ist. So hätten sie denselben Feind und man können sich gegenseitig helfen gegen die deutschen Besatzer zu kämpfen.

Tagsüber gehen Moses und Aaron mit einem Möbelwagen durch die Straßen des Warschauer Ghettos und geben sich als Möbelhändler aus. An der Mauer angelangt, steigt der Junge auf den Möbelwagen, gelangt an die Spitze der Mauer und läßt sich von den polnischen Widerstandskämpfern einen Koffer mit Waffen geben, der sofort in dem Möbelwagen versteckt wird.

Zuhause meint Moses, dass er irgendwie von sich selbst nicht überzeugt sei als Cowboy. Juden und Waffen, so Moses Weiß, das ginge irgendwie nicht zusammen. Nachdem sie einige von der SS erschossen haben kann Moses wieder an Gott glauben: „es gibt also doch einen Gott. Juden sezten sich zur Wehr.“ Aaron möchte auch eine Waffe. Alle meinen dass er zu jung ist für eine Waffe, aber Moses gibt ihm ein Maschinengewehr. Der Junge ist vor Tatendrang nicht zu halten. Sie betrachten die erschossenen Soldaten und stellen fest, dass sie sterblich sind wie jeder andere auch. Als sie sich Tellerminen beschaffen, weiss keiner wie man sie legt. Glücklicherweise findet Moses eine Instruktion, ansonsten hätten sie „am Ende noch den Talmud befragen müssen“ meint er und blickt zu Aaron. Der lächelt.

Aufstand des Warschauer Ghettos

Die deutsche Besatzung lädt zu Pessach am 19. April 1943 die Juden über die Lautsprecher zum Seder ein. Sie wünschen den Juden, ihren Freunden ein fröhliches Pessahfest. Sie sollten herauskommen, dann würden sie ihnen ein Sedermahl bereiten. Der Widerstand sei sinnlos, sie sollten aufgeben und die Waffen niederlegen. Diejenigen, die sie in den Kampf führten würden sie verraten. Niemand nimmt jedoch die Einladung an. Zalman bemerkt, dass selbst Elias der Prophet nicht an dem Seder der SS teilgenommen hat. Zalman denkt an Josef, der Arzt ist und die Verwundeten versorgen könnte. Moses ist dafür, sie zu erschießen. Es sind etwas 400 Bewaffnete, 100 Sympathisanten. Die restlichen 50000 Juden im Warschauer Ghetto nehmen nicht am bewaffenten Widerstand teil. Die Erstürmung des Ghettos hat Himmler als Geburtstagsgeschenk für Hitler versprochen: Warschau wird bis dahin von Juden gesäubert sein. Zalman bemerkt, dass die Juden „die Kerzen auf der Torte“ seien. Deutsche Soldaten betreten das Ghetto, voran gehen die jüdische Ghettopolizei und die litauische SS. Die jüdischen Widerständler schiessen nur auf die deutschen Soldaten. Nachdem Moses auf die Soldaten geschossen hat, meint er, dass er zum ersten Mal im Leben fühle, dass er das Blut König Davids in sich trage. Das Ghetto wird beschossen. Nach erfolgreichem Widerstand, zieht sich die SS aus dem Ghetto zurück und Eva hisst die israelische Fahne. Moses vergleicht dies mit dem Kampf des jungen David gegen den übermächtigen Philister Goliath: „wir haben die Philister geschlagen, aufs Haupt“. Die letzte Ausgabe der jüdischen Widerstandszeitung am 8. Mai 1943 ruft zum Kampf auf:

„ Tausende von Frauen und Kindern verbrennen lebendigen Leibes in den Häusern. Menschen springen wie lebende Fackeln aus den Fenstern. Aber der Kampf geht weiter. Es ist ein Kampf für eure und unsere Freiheit. Wir rächen uns für Auschwitz, Treblinka, Belsen und Majdanek. Es lebe die Freiheit, Tod unseren Mördern und Henkern. Wir kämpfen bis zum letzten Atemzug gegen die Nazibarbaren.“

Die SS dringt wieder in das Ghetto und Gas strömt in die Keller. Die in den Kellern befindlichen Widerständler müssen nun entweder flüchten oder sich selbst das Leben nehmen. Moses möchte nun die Juden aus den Kellern auf die andere Seite in die Freiheit führen: „Ich heiße zwar Moses, aber ich fürchte ich kann euch nicht ins Gelobte Land führen. Folgt mir“. Er nimmt Aaron bei der Hand. Sie schreiten durch die Keller und singen die Hatikwa. Beim Ausgang wartet die SS bereits auf sie, nimmt sie alle in Empfang und läßt sie an der Wand aufstellen um sie dort zu erschiessen. Moses ruft den anderen zu: „Aaron, nimm mich an die Hand. Fasst euch alle an die Hände“. Alle werden erschossen, während die Juden das Schma Jisrael singen.

Erik Dorf

Herr und Frau Helms

Ingas Eltern sind Herr und Frau Helms. Ingas Vater bewundert noch zu Anfang, die Familie seines jüdischen Schwiegersohnes. So bezeichnet er die Familie Weiß bei der Heirat seiner Tochter noch als gute Juden weil der Vater Arzt und Großvater Weltkriegsteilnehmer war. Als später Josef Weiß seine Praxis verliert und nach Polen abgeschoben wird, und die restliche Familie Unterschlupf bei der Familie Helms sucht, beschimpft er Inga weil sie ihre Schwiegermutter, Rudi und Anna bei sich aufnimmt.

Herr und Frau Palitz

Heinrich Palitz, Bertas Vater, war Hauptmann des 2. Brandenburgischen Infanterieregiments im Ersten Weltkrieg und ist Träger des Eisernen Kreuzes 1. Klasse. Er ist Militarist. Er hält Hindenburg für einen Offizier „von echtem Schrot und Korn“, der „couragiert, ehrlich“ sei. Hindenburg sei einer der besten, ein solcher Mann solle Deutschland regieren. Ein General, der auch mit dem „Sauhaufen“ (den Kommunisten) aufräumen könne. Bertas Vater deutet auf das Abzeichen der NSDAP, das Heinrich Müller trägt und meint:„ein paar entschlossene Männer und die Armee fegt sie hinweg!“ In der Reichskristallnacht wird die Buchhandlung von Bertas Vater demoliert. Heinrich Palitz wird auf der Straße verprügelt. Die Polizei reagiert nicht. Heinrich Palitz wird ein Schild mit dem Wort Jude und eine Trommel umgehängt, auf die er trommeln soll. Rudi und Anna laufen zu ihren Großeltern und erleben den Trommelzug mit der Parole: Juden raus! Heinrich Müller ergreift Heinrich Palitz und brüllt ihn an:„ Ein Haufen Dreck bist Du, nichts weiter!“ Rudi kann seinen Großvater retten. Nach der Reichskristallnacht ziehen Bertas Eltern zu ihrer Tochter, weil sie alles verloren haben. Nachdem die Praxis und die Wohnung der Familie Weiß aufgelöst wird, nehmen sich Bertas Eltern mit Gift das Leben.


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  1. Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Karls Ankunft im KZ Buchenwald mit Verhör: Englische Originalversion mit Untertiteln auf französisch: „Le nom de la pute…“ „Ma mère n'est pas une pute“ „Le pédé qui l'a violé“
  2. <br\>Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Rudi verlässt seine Familie in Berlin <br\>Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Rudi trifft in Prag Helena, in die er sich unsterblich verliebt <br\>Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Rudi und Helena passieren die Grenze <br\>Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Rudi und Helena sind in Russland <br\>Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Rudi und Helena sind in Kiev <br\>Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Rudi und Helena erleben die Erschießung von Juden in der Schlucht von Babi Yar
  3. Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Rudi und Helena treffen auf jüdische Partisanen in der Ukraine und schließen sich ihnen an
  4. Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Rudi und Helena heiraten bei jüdischen Partisanen in der Ukraine
  5. Holocaust – The Story of the Family Weiss Abgerufen am 5. August 2010: Rudi und Helena treffen auf jüdische Partisanen in der Ukraine und schließen sich ihnen an
  6. Susanne Brandt: Wenig Anschauung? Die Ausstrahlung des Film „Holocaust“ im westdeutschen Fernsehen (1978/79). Seite 258. In: Christoph Cornelißen u.a. (Hrsg.): Erinnerungskulturen. Deutschland, Italien und Japan seit 1945. Fischer Taschenbuchverlag, Frankfurt/M. 2003, ISBN 3-596-15219-4.