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Mailand

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Mailand (Begriffsklärung) aufgeführt.
Mailand
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Mailand (Italien)
Mailand
Staat: Italien
Region: Lombardei
Provinz: Mailand (MI)
Lokale Bezeichnung: Milan
Koordinaten: 45° 28′ N, 9° 11′ O45.46259.1863888888889120Koordinaten: 45° 27′ 45″ N, 9° 11′ 11″ O
Höhe: 120 m s.l.m.
Fläche: 182 km²
Einwohner: 1.345.851 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 7395 Einw./km²
Postleitzahl: 20100
Vorwahl: 02
ISTAT-Nummer: 015146
Demonym: Milanesi, Meneghini
Schutzpatron: Ambrosius von Mailand
Website: http://www.comune.milano.it/

Mailand (italienisch Milano, lombardisch Milan [miˈlãː], aus gall./lat. Mediolanum, vermutl. ‚Ebene in der Mitte‘) ist die zweitgrößte Stadt Italiens, Hauptstadt der Provinz Mailand und der Region Lombardei in Oberitalien. Innerhalb der amtlichen Stadtgrenzen hat Mailand rund 1,3 Millionen Einwohner, in der Provinz sind es ca. 4,8 Millionen Einwohner. Die Metropolregion Grande Milano mit ca. 7,5 Millionen Einwohnern ist der mit Abstand größte Ballungsraum Italiens. (Einwohnerstände: jeweils 2006).

Mailand ist das Zentrum Italiens, was Wirtschaft, Mode, Design und Medien betrifft, und gilt als dessen „moralische Hauptstadt“ sowie als sein „Tor zur Welt“. Die Stadt ist u. a. für ihren gotischen Dom, ihr weltberühmtes Opernhaus Mailänder Scala, verschiedene Kunstschätze (darunter das Abendmahl Leonardo da Vincis), ihr exklusives Modeviertel, ihre in Italien tonangebende Kulturszene, ihre Fußballvereine AC Mailand und Inter Mailand sowie für die bedeutendste italienische Messe, „Fiera Milano“, bekannt.

Geographie

Datei:Mailand via Dante.jpg
Via Dante und das Castello Sforzesco

Mailand liegt in der Poebene. Das Stadtgebiet ist von den Flüssen Olona im Westen und Lambro im Osten umgeben. Die – heute unterirdisch – auch in großen Teilen der Innenstadt verlaufenden Schifffahrtskanäle (die unter Mitwirkung von Leonardo da Vinci entworfenen Navigli) verbinden die Stadt mit den oberitalienischen Seen und den lombardischen Flüssen und waren bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts von maßgeblicher Bedeutung für die Mailänder Wirtschaft.

Arona (60 km)
Gallarate (40 km)
Como (40 km) Bergamo (45 km)
Monza (15 km)
Novara (45 km) Compass card (de).svg Verona (140 km)
Brescia (80 km)
Turin (125 km) Genua (120 km) Piacenza (60 km)
Parma (115 km)

Stadtgliederung

Datei:Milan city zones.svg
Die neun Zonen Mailands

Die Stadt Mailand ist in neun Zonen (italienisch: Zona) aufgeteilt. Bis die Stadtverwaltung 1999 entschied die Anzahl Zonen zu verringern war die Stadt in 20 Zonen eingeteilt. Heute ist die Zona 1 der historische Stadtkern innerhalb der spanischen Stadtmauern von 1560. Die übrigen acht Zonen sind als Kreissegmente im Uhrzeigersinn um die Zone 1 angeordnet. Im Gegensatz zu anderen italienischen Städten sind die einzelnen Zonen sehr groß (bezogen auf die Einwohner). Dennoch haben die einzelnen Verwaltungen der Zonen wenige Rechte und Pflichten.

Klima

Mailand gehört zur subozeanischen Klimaprovinz Mitteleuropas. Das Klima ist subkontinental, die Sommer warm, die Winter mäßig kalt und nebelreich. Mailand verzeichnet über 60 Frost- und knapp 100 Sommertage. Regen fällt zu allen Jahreszeiten, vor allem im Frühjahr und Herbst.

Mailand
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
64
 
5
-2
 
 
63
 
8
0
 
 
82
 
13
3
 
 
82
 
18
7
 
 
97
 
22
11
 
 
65
 
26
15
 
 
68
 
29
17
 
 
93
 
28
17
 
 
69
 
24
14
 
 
100
 
19
8
 
 
101
 
10
4
 
 
60
 
5
-1
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO 1961 - 1990
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Mailand
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,6 8,2 13,2 17,5 21,9 26,1 28,9 27,7 24,3 18,8 10,2 5,4 Ø 17,2
Min. Temperatur (°C) -1,9 0,1 3,3 7,0 11,2 15,0 17,3 16,7 13,5 8,4 3,6 -0,9 Ø 7,8
Niederschlag (mm) 64,3 62,6 81,6 82,2 96,5 65,4 68,0 93,0 68,5 99,7 101 60,4 Σ 943,2
Regentage (d) 7,2 6,7 7,9 8,3 8,1 7,6 5,8 7,1 5,2 6,8 8,5 6,3 Σ 85,5
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
4,6
-1,9
8,2
0,1
13,2
3,3
17,5
7,0
21,9
11,2
26,1
15,0
28,9
17,3
27,7
16,7
24,3
13,5
18,8
8,4
10,2
3,6
5,4
-0,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
64,3
62,6
81,6
82,2
96,5
65,4
68,0
93,0
68,5
99,7
101
60,4
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: WMO 1961 - 1990

Geschichte

Von der Antike bis zur Einigung Italiens

Um 400 v. Chr. wurde die Gegend um Mailand durch die keltischen Insubrer besiedelt. 222 v. Chr. eroberten die Römer diese Siedlung und verwendeten den lateinischen Namen Mediolanum. Ob es sich um eine Neologismus eines keltischen Namens oder einen neuen Namen aufgrund der Lage handelt, ist noch nicht ermittelt. Nach mehreren Jahrhunderten römischer Herrschaft wurde Mailand 286 von Kaiser Diokletian zur Hauptstadt der Weströmischen Reichshälfte erklärt. 313 wurde hier das sog. Mailänder Toleranzedikt (Mailänder Konvention) verkündet, in dem die Kaiser Konstantin und Licinius den Christen Glaubensfreiheit zusicherten.

402 wurde die Stadt von den Westgoten belagert (worauf die Kaiserresidenz nach Ravenna verlegt wurde), 50 Jahre später (452) nahmen die Hunnen die Stadt ein. 539 eroberten und zerstörten die Ostgoten Mailand im Verlauf des sog. Gotenkrieges gegen Kaiser Justinian. 569 fiel Mailand dann an die Langobarden, bis es 774 Teil des Frankenreiches wurde. Während des Eroberungskrieges des Kaisers Friedrich I. Barbarossa gegen die lombardischen Städte wurde Mailand 1162 größtenteils zerstört.

Im 1167 gegründeten Lombardischen Städtebund übernahm Mailand die führende Rolle. Nach der Unabhängigkeit, die den lombardischen Städten im Konstanzer Frieden 1183 zugesprochen wurde, wurde Mailand zum Herzogtum. 1395 wurde Gian Galeazzo Visconti Herzog von Mailand. 1450 fiel Mailand an das Adelsgeschlecht der Sforza, die die Stadt zu einer der führenden der italienischen Renaissance ausbauten. 1492 erhob der französische König Ludwig XII. erstmals Ansprüche auf das Herzogtum. Nach seinem Sieg über die Schweizer 1515 in der Schlacht bei Marignano wurde das Herzogtum Frankreichs König Franz I. zugesprochen.

Nach dem Sieg Karls V. über Franz I. 1525 fiel mit Norditalien auch Mailand an das Haus Habsburg. 1556 dankte Karl V. zugunsten seines Sohnes Philipp II. und seines Bruders Ferdinand von Habsburg ab, so dass die italienischen Besitzungen an die hierdurch von Philipp II. begründete spanische Linie der Habsburger übergingen. 1700 starb mit dem Tode Karls II. diese spanische Linie des Hauses Habsburg jedoch aus. Danach begann 1701 der Spanische Erbfolgekrieg mit der Besetzung aller spanischen Besitzungen durch französische Truppen unter dem französischen Thronprätendenten. 1704 wurden die Franzosen in Ramillies und Turin geschlagen und mussten Norditalien zugunsten der österreichischen Habsburger räumen.

1714 wurden im Frieden von Rastatt die Lombardei mit ihrer Hauptstadt Mailand sowie das Herzogtum Mantua dann auch formell den österreichischen Habsburgern zugesprochen. Napoleon eroberte 1796 die Lombardei. Mailand wurde zur Hauptstadt der Cisalpinischen Republik erklärt. Nach dem Ende der Besatzung durch Napoleon wurden im Wiener Kongress 1815 Mailand und die Lombardei sowie Venetien wiederum Österreich zugesprochen. Im Jahr 1848 kam es zum Fünf-Tage-Aufstand der Bevölkerung gegen die österreichische Besatzung, in dessen Zuge Feldmarschall Radetzky mit seinen Truppen aus der Stadt vertrieben wurde, welche die Stadt aber drei Monate später wieder einnahmen. Nach der Niederlage Österreichs gegen die mit Frankreich verbündeten Truppen Sardinien-Piemonts und Frankreichs bei der Schlacht von Solferino fiel die ganze Lombardei 1859 an das Haus Sardinien-Piemont unter Viktor Emanuel II., der Keimzelle des damals entstehenden italienischen Königreichs (Risorgimento).

Vom Königreich Italien bis zur Gegenwart

Durch die Industrialisierung wuchs die Stadt durch Zuwanderer aus anderen Landesteilen, v.a. aus dem ländlichen Nordost- und Süditalien, stark an und entwickelte sich zu einer der frühen Hochburgen der Arbeiterbewegung. Seit 1914 stellten die Sozialisten den Bürgermeister. Nach dem Ersten Weltkrieg gründete sich 1919 der faschistische Fascio di Combattimento (Squadristi) in Mailand. 1922 begann Benito Mussolini von Mailand aus seinen Marsch auf Rom, mit dem die faschistische Diktatur in Italien ihren Anfang nahm; während des Faschismus gab es hier aber auch starke Aktivitäten der Resistenza. Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Stadt 1944 starke Zerstörungen. Seit dieser Zeit ist Mailand bekannt dafür, Erscheinungen vorwegzunehmen, die einige Jahre später auch in anderen Landesteilen auftreten. Gaetano Salvemini prägte dafür die Worte: "Quello che oggi pensa Milano, domani lo penserà l'Italia." ("Das, was heute Mailand denkt, wird morgen Italien denken.")

So war Mailand auch während der Zeit der 68er-Bewegung und der politisch unruhigen 1970er Jahre Zentrum der Auseinandersetzungen zwischen revoltierenden Studenten und der Staatsmacht bzw. zwischen den oppositi estremisti, d.h. kommunistischen und faschistischen Jugendgruppen. 1969 ereignete sich hier der nie ganz aufgeklärte, aber vermutlich rechtsterroristische Bombenanschlag auf der Piazza Fontana.

In den 1980er Jahren entwickelte die Stadt dagegen den Ruf einer ruhigen, bürgerlichen und wirtschaftlich prosperierenden Metropole. Hier begann auch der Aufstieg des Bau- und Medienunternehmers Silvio Berlusconi, der zwischen 1993 und 2011 dreimal italienischer Ministerpräsident war.

Im 20. Jahrhundert wuchs Mailand infolge der Industrialisierung sehr schnell. Vor allem in den 1950er und 1960er Jahren zogen viele Millionen Italiener, insbesondere aus Süditalien, nach Mailand und dessen Hinterland. Von 1971 bis 2001 ist die Einwohnerzahl der Stadt selbst vom bisherigen Höchstwert von offiziell ca. 1.732.000 Einwohnern bis auf 1.256.000 drastisch gesunken. Dieser Rückgang erklärt sich mit der Abwanderung der Einwohner ins direkte Umland, hauptsächlich aufgrund der hohen Immobilienpreise in der Stadt, aber auch mit den praktisch unverändert gebliebenen Stadtgrenzen trotz eines fast durchgängig fließenden Übergangs in die (etwa 50) wachsenden Vorstädte, die der Provinz, aber nicht der Stadt Mailand zugehören. Seit 2001 verzeichnet auch Mailand selbst wieder ein leichtes Einwohnerwachstum.

Kunst und Kultur

Mailand wurde zum Veranstaltungsort der Weltausstellung 2015 (Expo) erkoren. Zudem ist die Stadt Sitz einiger der größten Stiftungen zur Förderung der Kultur, wie etwa der Balzanstiftung.

Bauwerke

Kirchen

Sonstiges

  • Das Castello Sforzesco ist die 1300 gegründete Burg der Mailänder Herzöge.
  • Das um 1500 von Leonardo da Vinci mitentworfene Schifffahrtskanalsystem der Navigli.
  • Die Galleria Vittorio Emanuele II ist eine prunkvolle Einkaufspassage des 19. Jahrhunderts. Sie verbindet die Piazza del Duomo mit der Piazza della Scala.

Museen und Galerien

Stadttore

Eine Reihe von Stadttoren blieb nach dem Abriss der Stadtmauern von Mailand erhalten und wurde in die monumentale urbanistische Gestaltung des 19. und 20. Jahrhunderts einbezogen. Es sind dies unter anderem die

Musik

Die Mailänder Scala gehört zu den renommiertesten Opernhäusern der Welt.

Theater

Das Piccolo Teatro di Milano ist ein Theater mit internationaler Reputation.

Wirtschaft

Die maßgebliche Börse Italiens hat ihren Sitz in Mailand.

Industrie

Mailand ist die Industriemetropole Italiens schlechthin und zählt zu den bedeutendsten Industriestandorten Europas. Von den 200 größten Unternehmen des Landes hat rund die Hälfte ihren Sitz in Mailand. Hier finden sich die meisten Verlage, Werbeagenturen, Marktforschungsinstitute und Handelsgesellschaften des Landes. Mailand ist in den Punkten Mode (neben Paris) und Design weltweit tonangebend. Die international renommierten Mailänder Modewochen finden viermal im Jahr statt. 1910 wurde in Mailand der Automobilhersteller Alfa Romeo gegründet (heute Teil des Fiat-Konzerns). Ein weiteres weltbekanntes Unternehmen ist der Reifenhersteller Pirelli und der Kabelhersteller Prysmian, der im Juli 2005 die Kabelaktivitäten von Pirelli weltweit übernommen hat.

Mode

In Mailand findet man eine große Auswahl an Modehäusern. Die pompöseste Einkaufsstraße ist die Via Montenapoleone. Diese sind in der Camera Nazionale della Moda Italiana vereint. Einige der wichtigsten Modehäuser sind:


Datei:MilanoCentrale02.jpg
Milano Centrale, Kopfbahnhof

Verkehr

Mailand ist Italiens größter Verkehrsknotenpunkt. Hier kreuzen sich die Autobahnen A1 (nach Rom und Neapel), A4 (TurinTriest), A7 (nach Genua) sowie die A8/A9 (Verbindung zur Schweiz). Sie münden allesamt in die Mailänder Ringautobahn, die sich aus den Autobahnen A50 (Westtangente), A51 (Osttangente) und A52 (Nordosttangente) zusammensetzt.

Der Eisenbahnknotenpunkt umfasst unter anderem den 1931 eröffneten monumentalen Kopfbahnhof Milano Centrale und im Osten an der Strecke nach Venedig einen großen Rangierbahnhof (Milano Smistamento). Weitere Fernbahnhöfe Mailands sind Milano Porta Garibaldi, Milano Rogoredo und Milano Lambrate. Unter dem Namen „Linee S“ betreibt die lombardische Eisenbahngesellschaft Trenord ein S-Bahn-Netz in der Metropolregion. Der öffentliche Personennahverkehr wird unter anderem durch die städtische Nahverkehrsgesellschaft ATM Milano durchgeführt.

Mit der Straßenbahn Mailand besitzt die Stadt eines der größten Straßenbahnnetze Europas. Kurioserweise befinden sich in Mailand noch heute eine große Zahl von Vorkriegs-Straßenbahnwagen nach US-Bauart im Einsatz (das so genannte Modell "Carrelli", Bj. 1929). Auf den Straßen verkehren auch zahlreiche Oberleitungsbusse.

Der Schienenschnellverkehr wird mit M-S-R gekennzeichnet – diese Buchstaben stehen für die U-Bahn, die mit einem S-Bahn-Netz vergleichbaren Linee S bzw. Passante Ferroviario und den Regionalverkehr.

Mailand wird durch die internationalen Flughäfen Malpensa und Linate einerseits sowie auch Orio al Serio bei Bergamo bedient. Malpensa stellt dabei ein internationales Drehkreuz dar, während der nah an der Stadt gelegene Flughafen Linate überwiegend für den inländischen Flugverkehr, insbesondere die Verbindung Mailand-Rom, genutzt wird. Der Flughafen Bergamo-Orio al Serio in 45 km Entfernung von Mailand wird vor allem von Low-Cost-Airlines wie Ryanair angeflogen und von diesen meist mit Mailand-Orio al Serio bezeichnet.

Politik

Nachdem Mailand nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem von den Parteien Partito Socialista Democratico Italiano und Partito Socialista Italiano dominiert wurde, gelang es 1993 der rechtspopulistischen Lega Nord das Rathaus zu erobern. Seit 1997 stellen in der Heimatstadt von Silvio Berlusconi Kandidaten der von ihm gegründeten Partei Forza Italia (später umbenannt in Popolo della Libertà, abgekürzt PdL) den Bürgermeister. 2006 wurde Letizia Moratti für den PdL mit 52 % zur Bürgermeisterin gewählt. Sie unterlag im Mai 2011 jedoch überraschend im zweiten Wahlgang ihrem Herausforderer Giuliano Pisapia (parteilos), der 55,1 % der Stimmen gewann. Die Mitte-Links-Koalition, die Pisapia unterstützt, stellt im Stadtrat mit 29 von 48 Sitzen die Mehrheit.[2]

Städtepartnerschaften

Sport

Mailand ist die einzige Stadt, die zwei Fußballvereine beheimatet, welche die Champions League für sich entscheiden konnten: AC Mailand und Inter Mailand. Ihre Heimspiele tragen die beiden weltberühmten Clubs im Giuseppe-Meazza-Stadion im Stadtviertel San Siro aus, einem der größten Fußball-Stadien Europas.

Seit 1976 gehört die Stramilano zu den bedeutendsten Halbmarathon-Läufen weltweit. 1993 blieb hier Moses Tanui mit einer Zeit von 59:47 min als erster Mensch über diese Distanz unter der Ein-Stunden-Marke. Seit 2000 findet außerdem der Mailand-Marathon statt. Dieses Laufereignis findet, mit einer Ausnahme, stets Ende November oder Anfang Dezember statt und gilt als der schnellste Marathon Italiens.

Der Radsportklassiker Mailand-Sanremo ist eines der bekanntesten Eintagesrennen der Welt. Die Rad-Rundfahrt Giro d’Italia endet traditionell in Mailand.

In der Nähe der Stadt liegt die Formel-1-Rennstrecke von Monza.

Der Basketballverein Olimpia Milano ist italienischer Rekordmeister und konnte 1966, 1987 und 1988 den Europapokal der Landesmeister gewinnen.

Mailand ist außerdem eine Eishockey-Hochburg in Italien: Insgesamt 8 verschiedene Teams konnten 32 Meisterschaften in die norditalienische Stadt holen.

Universitäten

Persönlichkeiten der Stadt

  • Leonardo da Vinci kam um etwa 1482 an den Mailänder Hof. Sein Bewerbungsschreiben, in dem er seine Fähigkeiten und Erfindungen speziell im Bereich Wehrtechnik anpreist (Mailand war zu dieser Zeit im Krieg mit Venedig), ist im Codex Atlanticus nachzulesen[3]. Höchstwahrscheinlich war der Anlass zu seinem „Umzug“ von Florenz nach Mailand ein Ergebnis diverser Gründe, unter anderem der Konkurrenzdruck und die Verleumdungen gegen ihn in Florenz[4], eine Ausschreibung Ludovico Sforzas bezüglich der Reiterstatue des Franceso Sforza und natürlich auch die Lukrativität des Standortes an sich, denn Mailand war eine reiche Stadt und es wurde viel in Kunst und Kultur investiert[5]. Zu seinen herausragenden künstlerischen Leistungen zählt das weltberühmte Fresko-Gemälde Das Abendmahl in der Mailänder Kirche Santa Maria delle Grazie sowie u. a. der Saal Sala delle Asse im Herzogsschloss Castello Sforzesco. Zu seinen Ingenieurleistungen gehören zahlreiche Schleusen des Schifffahrtskanalsystems der Navigli. Vor allem hinterließ er in seinen Manuskripten unzählige Skizzen sowie natur- und ingenieurwissenschaftliche Notizen.
  • weitere siehe: Liste der Söhne und Töchter der Stadt Mailand

Weblinks

 Wiktionary: Mailand – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Mailand – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. Information des italienischen Innenministeriums, abgerufen am 31. Mai 2011
  3. Heinz Lüdecke: Leonardo da Vinci - Tagebücher und Aufzeichnungen, Paul List Verlag, Leipzig 1953, S. 889ff.
  4. Maike Vogt-Lüerssen: Die Sforza III: Isabella von Aragon und ihr Hofmaler Leonardo da Vinci, Verlag Books on Demand GmbH, Norderstedt 2010, S. 70f.
  5. Giorgio Vasari: Das Leben des Leonardo da Vinci, Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2006 (Erstausgabe 1550), S. 78ff. (Fußnoten 62/63)

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