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Abraham Malamat

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Abraham Malamat (auch: Avraham Malamat, מלמט אברהם, früherer Vorname: Alfons; geb. 26. Januar 1922 in Wien, gest. 21. Januar 2010 in Jerusalem) war ein österreichisch-israelischer Historiker.

Leben

Abraham Malamat wurde als Sohn des Textilhändlers Nathan Malamut und seiner Frau Leah, einer Journalistin, geboren. Er besuchte die Volksschule und das Gymnasium in Wien. Aufgrund des aufflammenden Antisemitismus emigrierte er 1935 mit seinen Eltern im Alter von 13 Jahren nach Erez Israel. Nach einem Aufenthalt in Haifa lebte die Familie in Tel Aviv, wo er das Balfour Gymnasium besuchte. 1940 begann er ein Studium an der Hebrew University of Jerusalem (Hebräische Universität Jerusalem) an den Fakultäten Hebräisch, Bibel, Biblische Geschichte und Psychologie und an der École biblique et archéologique française de Jérusalem. Mit der Gründung der IDF (Israelische Verteidigungsstreitkräfte) wurde er während des Unabhängigkeitskrieges eingezogen. Im Jahr 1950 schloss er seine Doktorarbeit unter dem Titel „Ardennen-Region von Mesopotamien und die Entstehung ihrer Länder“ unter Professor Benjamin Mazar, dem „Vater“ der biblischen Archäologie, ab. Im Jahre 1951 heiratete er Na'ama, geborene Schneiderman, aus deren Ehe die Tochter Talia hervorging. Im Jahr 1952 zog die Familie nach Chicago, USA, wo er zwei Jahre im Rahmen einer Habilitation am Institut für Altertumswissenschaften (University of Chicago Oriental Institute) gearbeitet hat.[1] 1954 kehrte er nach Israel zurück und lehrte von 1955 bis 1975 an der Universität Haifa.

Wirken

Neben seiner Lehrtätigkeit verfasste Malamat über 300 Schriften und acht Bücher in verschiedenen Sprachen. Der Schwerpunkt seiner wissenschaftlichen Arbeiten war die frühe Geschichte der Juden. Im Jahr 1961 ging er an die Nahost-Abteilung der University of Philadelphia. Im Jahr 1964 wurde er außerordentlicher Professor und im Jahr 1970 ordentlicher Professor an der Hebräischen Universität Jerusalem, wo er Leiter der Abteilung für Geschichte des Volkes Israel wurde. Von 1976 bis 1977 ging er an die University of Oxford, lehrte von 1985 bis 1986 an der Yale University und 1991 an der New York University. Durch die Forschungen von Malamat und Haim Hillel Ben-Sasson (1914–1977) sind die Zweifel an der historischen Wahrheit des Exodus (2. Buch Mose), die von Historikern geäußert worden sind, deutlich geringer geworden.[2]

Mitgliedschaften

Ehrungen

Schriften (Auswahl)

  • Mari And The Early Israelite Experience, (Schweich Lectures on Biblical Archaeology), Oxford University Press, 1990, ISBN 0-19-726072-1
  • History Of Biblical Israel: Major Problems And Minor Issues, Culture and History of the Ancient Near East #7 ISBN 90-04-12009-2
  • Mari and the Bible (Studies in the History and Culture of the Ancient Near East, V. 12) (Studies in the History and Culture of the Ancient Near East, V. 12), Brill Academic Publishers 1998, ISBN 90-04-10863-7
  • Ancient Israel in Egypt and the Exodus, Susan Laden, 2012
  • Nili S. Fox, Abraham Malamat: History of Biblical Israel: Major Problems and Minor Issues. In: Bulletin of the American Schools of Oriental Research. The American Schools of Oriental Research, 2002, S. 90, doi:10.2307/1357868.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Shmuel Ahituv, Professor Abraham Malamat 1922- 2010, Society of Biblical Literature. Abgerufen am 27. Februar 2017.
  2. Abraham Malamat, Haim Hillel Ben-Sasson: A History of the Jewish People. Harvard University Press, 1976, ISBN 978-0-674-39731-6, S. 3– (http://books.google.com/books?id=2kSovzudhFUC&pg=PA3).
  3. Abraham Malamat, Universität Wien. Abgerufen am 27. Februar 2017.


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Abraham Malamat aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.