Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzyklopädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

(Spendenkonto siehe Impressum). Vielen Dank für Ihr Engagement!

Ottomar Geschke

Aus Jewiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ottomar Geschke (1946).

Ottomar Georg Alexander Geschke (geb. 16. November 1882 in Fürstenwalde/Spree; gest. 17. Mai 1957 in Ost-Berlin) war ein deutscher Politiker (SPD, USPD, KPD, SED).

Leben

Ottomar Geschke wurde am 16. November 1882 als Sohn eines Schmiedes in Fürstenwalde geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Knabenmittelschule absolvierte er eine Schlosserlehre und arbeitete später als Schlosser und Monteur in Berlin. Er engagierte sich seit 1908 in der Arbeiterbewegung, schloss sich 1910 der SPD an und wechselte 1917 im Zuge der Diskussion um die Kriegskredite zur USPD über. Während der Novemberrevolution 1918 gehörte er den Revolutionären Obleuten an und war Mitglied des Berliner Arbeiter- und Soldatenrates.

Ottomar Geschke (Opfer des Faschismus-Tag, Kundgebung in der Werner-Seelenbinder-Kampfbahn, 9. September 1945).

Geschke, der zunächst Mitglied des Spartakusbundes war, trat 1919 in die KPD ein und wurde 1920 Funktionär in der parteiinternen Gewerkschaftsabteilung. 1923 wurde er als Vertreter der Parteilinken in die KPD-Zentrale berufen. Seit 1925 war er Mitglied im Zentralkomitee und im Politbüro der Partei. Darüber hinaus war er Mitglied des Vollzugsbüros der Roten Gewerkschafts-Internationalen (RGI) und seit 1924 Mitglied des Exekutivkomitees sowie des Präsidiums der Kommunistischen Internationalen (KI). Von 1921 bis 1924 war er Abgeordneter des Preußischen Landtages. Bei der Reichstagswahl im Dezember 1924 wurde er in den Deutschen Reichstag gewählt, dem er bis Juli 1932 angehörte.

Aufgrund seiner Tätigkeit im Widerstand saß Geschke während der Zeit des Nationalsozialismus wiederholt in Zuchthäusern und Konzentrationslagern. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er im Februar 1933 verhaftet und anschließend in den Konzentrationslagern Lichtenburg, Sonnenburg und Buchenwald festgehalten. 1940 wurde er aus der KZ-Haft entlassen und dann in Köslin unter Polizeiaufsicht gestellt. Im Anschluss an das Attentat vom 20. Juli 1944 wurde er erneut verhaftet und ins KZ Sachsenhausen verbracht. Im Mai 1945 wurde er dort schließlich von alliierten Truppen befreit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Geschke seine politische Arbeit fort und amtierte vom 19. Mai 1945 bis zum 8. Januar 1947 als Stadtrat für Sozialfürsorge in dem von Oberbürgermeister Arthur Werner geleiteten Magistrat von Groß-Berlin. Er schloss sich im April 1946 der SED an und war von 1946 bis 1953 Mitglied der Berliner SED-Landesleitung. Von 1947 bis 1953 fungierte er als Vorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), für die er von 1950 bis 1954 in der Volkskammer saß. 1953 wurde er Mitglied im Präsidium des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer (KdAW).

Ottomar Geschke starb am 17. Mai 1957 in Ost-Berlin. Seine Urne wurde in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde an der Ringmauer beigesetzt.

Ehrungen

Siehe auch

Literatur

Weblinks

 Commons: Ottomar Geschke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Ottomar Geschke aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.