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Marx Brothers

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Die Marx Brothers, Foto von 1931. Von oben nach unten: Chico, Harpo, Groucho und Zeppo

Die Marx Brothers waren eine US-amerikanische Komikertruppe, die durch Filme sowie Fernseh- und Theaterauftritte mit musikalischen Einlagen bekannt wurde und nachfolgende Komiker maßgeblich inspirierte.

Sie entstammten einer Familie, die in Yorkville in der Upper East Side New Yorks lebte, in einem kleinen jüdischen Viertel, das zwischen dem irisch-deutschen und dem italienischen Viertel lag. Die Familie der Mutter, Minnie Schönberg (* 1864 als Minna Schönberg; † 1929), war aus Dornum in Ostfriesland eingewandert, der Vater Simon Samuel (Sam) Marx (1859–1933) stammte aus Mertzwiller im Elsass, was ihm später seinen Spitznamen „Frenchie“ einbrachte.[1]

Als Marx Brothers traten auf:

  • Chico (Leonard Marx, 22. März 1887 – 11. Oktober 1961)
  • Harpo (Adolph Arthur Marx, 23. November 1888 – 28. September 1964)
  • Groucho (Julius Henry Marx, 2. Oktober 1890 – 19. August 1977)
  • Gummo (Milton Marx, 23. Oktober 1892 – 21. April 1977)
  • Zeppo (Herbert Marx, 25. Februar 1901 – 29. November 1979)

(Der älteste Sohn Manfred verstarb bereits im Kindesalter, vor der Geburt Chicos.)

Entwicklung und Karriere

Gummo Marx im Jahre 1916, als er zur Armee wechselte

Der Kern der Truppe bestand aus dem Zyniker (und Sänger) Groucho mit Brille, aufgemaltem Schnurrbart und Zigarre, dem Italiener (und Pianisten) Chico mit dem spitzen Hut sowie dem stummen, verschmitzt lächelnden und hellrot gelockten Harfenisten Harpo, der unter seinem Mantel allerlei skurrile Gegenstände verborgen hatte, neben seiner Hupe beispielsweise brennende Kerzen.

In den ersten fünf Filmen trat auch Zeppo auf, im Kontrast zu den anderen Dreien als Normalbürger ohne großen Wiedererkennungswert. Meist war er jedoch nur hinter den Kulissen tätig, wie Gummo, der sich schon in den 1920er Jahren von der Bühne zurückgezogen hatte.

Die Karriere der Brüder startete bereits zu Anfang des Jahrhunderts in Vaudeville-Shows, mit denen schon der Onkel mütterlicherseits, Al Shean, erfolgreich gewesen war. Auch die Mutter und deren Schwester waren zeitweise zusammen mit ihren Söhnen auf der Bühne aktiv. Von Musik und Gesang mit humorvollen Überleitungen verlagerte sich der Schwerpunkt jedoch bald zu Komik mit Musikeinlagen.

Die diversen Rollen als Musiker und Komiker kristallisierten sich relativ früh heraus. Während Chico das Stereotyp des ständig den Chicks nachstellenden Frauenhelden mit italienischem Akzent entwickelte, legte Groucho seinen Akzent als Deutscher während des ersten Weltkriegs mangels Popularität ab, ebenso wie Harpo seinen Namen Adolph durch Arthur ersetzte. Harpo wiederum blieb auf der Bühne sprachlos, da er die größten Erfolge damit hatte, als Pantomime mit roter bzw. in Filmen blonder Lockenperücke seine Scherze zu treiben bzw. auf der Harfe zu spielen.

Aus einem Klassenzimmer-Sketch, in dem Groucho als Lehrer seine Brüder zu unterrichten versuchte, entwickelten sich in den 1920er Jahren die Comedy-Shows I'll Say She Is und The Cocoanuts, die Erfolge am Broadway und in England brachten.

Unterstützt wurden die Brüder vom Autor George Simon Kaufman sowie dem Komponisten Irving Berlin. Scherzhaft wird auch die Schauspielerin Margaret Dumont als fünfter Marx Brother bezeichnet, da sie in mehreren Filmen als reiche Witwe auftrat, die von Groucho wegen ihres Geldes sowohl umgarnt als auch verhöhnt wird.

Die Marx Brothers führten die Schlüsselszenen aus den bekanntesten ihrer Filme auch im Theater auf. Bei ihren Tourneen mit dem Theaterstück schnitten sie die Szenen heraus, die beim Publikum weniger gut ankamen. So wurde das Stück erfolgreicher.

Zwischen 1932 und 1933 entstanden insgesamt 26 Folgen der Radioshow Flywheel, Shyster & Flywheel, in denen Groucho den Rechtsanwalt Waldorf T. Flywheel sprach und Chico seinen Gehilfen Emmanuel Ravelli. Die ersten drei Folgen wurden unter dem Titel Beagle, Shyster & Beagle ausgestrahlt, der Titel wurde dann aufgrund der Klageandrohung durch einen New Yorker Rechtsanwalt namens Beagle geändert. Einige Dialoge der Radiosendungen fanden später auch Verwendung in den Filmen der Marx-Brothers.

Obwohl die Marx Brothers mit den neu aufkommenden Tonfilmen populär wurden, blieb Harpo in seiner Rolle stumm. Seine Autobiographie hat er jedoch mit Harpo spricht betitelt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen sich die meisten Brüder ins Rentnerleben zurück, während Groucho weiterhin mit seinem Wortwitz im Fernsehen präsent war. Mit seiner Fernseh- und Radioshow You Bet Your Life wurde er in den USA zu einem der populärsten Showmaster der 1950er-Jahre. Die ersten Folgen dieser Sendung wurden noch, wie zu dieser Zeit üblich, live gesendet. Da aber Grouchos ungezügelter Wortwitz den für die Sendung Verantwortlichen Kopfzerbrechen bereitete, wich man bei späteren Folgen davon ab und die Sendung wurde erst aufgezeichnet und dann gesendet. Er trat bis ins hohe Alter vor Publikum auf, insgesamt über 70 Jahre lang.

Ein letztes, für 1960 geplantes Filmprojekt, bei dem die Marx Brothers unter der Regie von Billy Wilder noch einmal die Hauptrollen spielen sollten, kam wegen des schlechten Gesundheitszustandes von Chico nicht mehr zustande. Es sollte eine Anti-Kriegs-Satire im Stil von Duck Soup werden. Selbst Groucho, der damals kein großes Interesse mehr an weiteren Marx-Brothers-Filmen hatte, soll von dem Projekt begeistert gewesen sein, weil er Billy Wilder für einen der besten Regisseure hielt.

Der französische Dichter und Theatertheoretiker Antonin Artaud verweist in seinem berühmten Buch Das Theater und sein Double mehrfach auf die Marx Brothers als ein Beispiel für anarchischen Humor hin.

Die Gruppe hatte einen starken Einfluss auf Samuel Beckett, der allzu tiefsinnigen Deutungen seiner Werke mit Hinweis auf die Marx Brothers zu begegnen pflegte.

Außerdem benannte die britische Rock-Gruppe Queen ihr viertes und fünftes Studioalbum nach den (ebenfalls direkt nacheinander erschienenen) Marx-Brothers-Filmen A Night at the Opera und A Day at the Races.

Die Marx Brothers rangieren auf Rang 20 in der Liste der größten 25 Filmlegenden aller Zeiten, die vom renommierten American Film Institute zusammengestellt wurde.

Filme

englische Titel in Klammern (OmU = Original mit Untertiteln)

Andere:

  • Humor Risk, 1921 – nie veröffentlichter und mittlerweile verschollener Kurzstummfilm aus Eigenproduktion
  • The Story of Mankind, 1957 – Chico, Harpo und Groucho haben kleine Nebenrollen und treten nicht gemeinsam auf

Literatur

  • Charlotte Chandler: Groucho und seine Freunde. Rogner & Bernhard, München 1984, ISBN 3-8077-0200-8, (Originalausgabe Hello, I Must Be Going, New York 1978).
  • Michael Barson (Hrsg.): Die Marx Brothers Radio Shows. Rogner & Bernhard, München 1989, ISBN 3-8077-0241-5, (Originalausgabe Flywheel, Shyster, and Flywheel, 1988).
  • Rainer Nolden: Die Marx Brothers. Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-499-50454-5.
  • Ulrich Hoppe: Die Marx Brothers. Ihre Filme – ihr Leben. Heyne-Filmbibliothek Nr. 76. Heyne, München 1990, ISBN 3-453-86077-2.
  • Glenn Mitchell: The Marx Brothers Encyclopedia. Batsford, London 1996, ISBN 0-7134-7838-1.
  • Harpo Marx (und Rowland Barber): Harpo Speaks… About New York. With an Introduction by E.L. Doctorow. The Little Bookroom, New York, 2001 (=Reprint der Ausgabe von 1961)., ISBN 1-892145-06-5. Harpo über Kindheit und Jugend der Marx Brothers in der Upper East Side.
  • Groucho Marx: Schule des Lächelns. Übersetzung der amerikanischen Autobiographie Groucho and Me. von 1959. Fischer Taschenbuch Verlag, 1981, ISBN 3-596-23667-3.

Filmdokumentationen

  • Die unbekannten Marx Brothers (The Unknown Marx Brothers). Fernsehdokumentation von David Leaf und John Scheinfeld, USA 1993, 120 Minuten.

Weblinks

 Commons: Marx Brothers – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Marx Brothers aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.