Jewiki unterstützen. Jewiki, die größte Online-Enzy­klo­pädie zum Judentum.

Helfen Sie Jewiki mit einer kleinen oder auch größeren Spende. Einmalig oder regelmäßig, damit die Zukunft von Jewiki gesichert bleibt ...

Vielen Dank für Ihr Engagement! (→ Spendenkonten)

How to read Jewiki in your desired language · Comment lire Jewiki dans votre langue préférée · Cómo leer Jewiki en su idioma preferido · בשפה הרצויה Jewiki כיצד לקרוא · Как читать Jewiki на предпочитаемом вами языке · كيف تقرأ Jewiki باللغة التي تريدها · Como ler o Jewiki na sua língua preferida

Madeleine Damerment

Aus Jewiki
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Madeleine Zoe Damerment (geb. 11. November 1917 in Lille, gest. 13. September 1944 im KZ Dachau) war eine Agentin der britischen nachrichtendienstlichen Spezialeinheit Special Operations Executive (SOE).

Leben

Madeleine Damerment wurde als Tochter des Hauptpostmeisters von Lille, Frankreich, geboren. Nach der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg wurde ihre Familie in der französischen Widerstandsbewegung (Résistance) aktiv. Die zweiundzwanzigjährige Madeleine arbeitete als Assistentin von Michael Trotobas für die Fluchtorganisation "Pat-Line", die von Albert Guérisse aufgebaut worden war. Sie half abgeschossenen oder notgelandeten Piloten der britischen RAF, heimlich Frankreich zu verlassen. 1942 wurde die Gruppe verraten und Madeleine musste nach England fliehen.

In England wurde sie 1943 vom Special Operations Executive (SOE) angeworben und unter dem Tarnamen "Solange" als Kurierin für den Agenten-Ring "Bricklayer" ausgebildet. In der Nacht zum 28. Februar 1944 sprang sie zusammen mit den SOE-Agenten France Antelme und Lionel Lee per Fallschirm in der Nähe der Stadt Chartres in Frankreich ab und landete auf einem Feld. Ihre Ankunft war aber verraten worden und sie wurden bei der Landung sofort von der Gestapo festgenommen. Sie wurde in das Hauptquartier des Sicherheitsdienstes (SD) in der Avenue Foch 84 in Paris verbracht und lange unter Folter verhört. Anschließend wurde sie in das Pariser Gefängnis Fresnes überstellt. Am 12. Mai 1944 brachte ein Lastwagen Damerment und sieben weitere in Fresnes festgehaltene SOE-Agentinnen (Yolande Beekman, Andrée Borrel, Eliane Plewman, Vera Leigh, Sonia Olschanezky, Diana Rowden und Odette Sansom) in das Gefängnis in Karlsruhe, wo sie als sogenannte „Schutzhäftlinge“ in Einzelhaft gehalten wurden.

In der Nacht zum 12. September wurde sie und Eliane Plewman, Yolande Beekman sowie die am Tag zuvor eingelieferte Noor Inayat Khan in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Am Morgen des 13. September 1944 mussten – nach offizieller Darstellung – die vier Frauen in der Nähe des Krematoriums auf dem sandigen Boden niederknien und wurden einzeln mit Genickschüssen getötet. Ihre Leichen wurden verbrannt.

Posthum wurde Madeleine Damerment in England mit den Medaillen Legion of Honor und King's Commendation for Brave Conduct geehrt, Frankreich verlieh ihr das Croix de Guerre und die Médaille de la Résistance. Gewürdigt wird sie auch auf einer Gedenktafel des Brookwood Memorial in Surrey, auf dem SOE-Mahnmal in Valençay im Département Indre und auf einer Gedenktafel im Krematorium des KZ Dachau.

KZ Dachau Krematorium SOE Yolande Beekman Madeleine Damerment Noorunisa Inayat Khan Eliane Plewman

Literatur

  • M. R. D. Foot: SOE. The Special Operations Executive 1940-1946, London 1984
  • David Stafford: Secret Agent. The True Story of the Special Operations Executive, BBC Worldwide 2000, ISBN 0-563-53734-5
  • Monika Siedentopf: Absprung über Feindesland. Agentinnen im Zweiten Weltkrieg, Dtv 2006 ISBN 3-423-24582-4
  • Marcus Binney: The Women who lived for Danger: The Agents of the Special Operations Executive, 2003
  • Sarah Helm: A Life in Secrets: Vera Atkins and the lost Agents of SOE, 2006
Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel Madeleine Damerment aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.