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Karlsruhe

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Karlsruhe (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Karlsruhe
Karlsruhe
Deutschlandkarte, Position der Stadt Karlsruhe hervorgehoben
49.0148.4043115
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Stadtkreis
Höhe: 115 m ü. NN
Fläche: 173,46 km²
Einwohner:

296.033 (31. Dez. 2012)[1]

Bevölkerungsdichte: 1707 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 76131–76229
Vorwahl: 0721
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 12 000
Stadtgliederung: 27 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathaus am Marktplatz
76124 Karlsruhe
Webpräsenz: www.karlsruhe.de
Oberbürgermeister: Heinz Fenrich (CDU)
Lage der Stadt Karlsruhe
in Baden-Württemberg
Datei:Karlsruhe Luftbild.jpg
Luftbild von Karlsruhe (von Osten aus gesehen)

Karlsruhe [ˈkaʁlsˌʁuːə] ist die drittgrößte Stadt des Landes Baden-Württemberg.

Karlsruhe ist ein Stadtkreis, Sitz des Regierungsbezirks Karlsruhe, der Region Mittlerer Oberrhein und des Landkreises Karlsruhe, der im Norden, Osten und Süden angrenzt. Im Westen wird die Stadt vom Rhein begrenzt, der hier die Grenze Baden-Württembergs mit Rheinland-Pfalz bildet. Karlsruhe liegt in der Trinationalen Metropolregion Oberrhein.

Das 1715 als barocke Planstadt mit sonnen- bzw. strahlenförmig vom Schloss ausgehenden Straßen gegründete Karlsruhe entwickelte sich zunächst nur in südlicher Richtung. Aufgrund des so entstandenen fächerförmigen Grundrisses trägt Karlsruhe den Beinamen Fächerstadt. Historisch war Karlsruhe Haupt- und Residenzstadt des ehemaligen Landes Baden. Seit 1950 ist Karlsruhe Sitz des Bundesgerichtshofs und seit 1951 des Bundesverfassungsgerichts, weshalb die Stadt auch Residenz des Rechts genannt wird.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Datei:Karlsruhe-Schloss-meph666-2005-Apr-22.jpg
Zentrum des Fächers ist das Schloss.
Datei:Alb in Karlsruhe.JPG
Die Alb, Naherholung im Stadtgebiet

Karlsruhe liegt in der oberrheinischen Tiefebene an den kleinen Flüssen Alb und Pfinz sowie am Rhein und grenzt im Osten an die letzten Ausläufer des Schwarzwaldes und des Kraichgaus.

Die Stadt liegt im Verdichtungsraum Karlsruhe/Pforzheim, zu dem die Stadt Karlsruhe, einige Gemeinden des Landkreises Karlsruhe (vor allem die Großen Kreisstädte Bruchsal, Ettlingen, Stutensee und Rheinstetten) sowie die Stadt Pforzheim, der nordwestliche Teil des Enzkreises, die Stadt Mühlacker und die Gemeinde Niefern-Öschelbronn im nordöstlichen Enzkreis gehören.

Innerhalb der Region Mittlerer Oberrhein bildet Karlsruhe ein Oberzentrum, von denen für ganz Baden-Württemberg nach dem Landesentwicklungsplan 2002 insgesamt 14 ausgewiesen sind. Darüber hinaus gibt es auch Verflechtungen mit Gemeinden in der Südpfalz und im Unterelsass in der Region Pamina (Palatinat, Mittlerer Oberrhein und Nord-Alsace).

Der höchste Punkt innerhalb der Stadt liegt in Grünwettersbach bei 322,7 m ü. NN.

Klima

Karlsruhe ist mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,7 °C eine der wärmsten Städte Deutschlands und mit einer Sonnenscheindauer von jährlich 1935 Stunden (2005) auch eine der sonnigsten. Die geschützte Lage im Oberrheingraben hat zur Folge, dass in Karlsruhe im Sommer oft eine drückende Schwüle herrscht. Die Winter in Karlsruhe sind meist mild und oft durch den für das Rheintal typischen Hochnebel geprägt. Im langjährigen Mittel hat Karlsruhe 17,1 Eistage pro Jahr.[2]


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Karlsruhe
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3,8 6,1 10,9 15,4 19,9 23,0 25,5 25,1 21,5 15,3 8,5 4,8 Ø 15
Min. Temperatur (°C) -1,4 -0,7 1,9 4,9 8,9 12,2 14,0 13,8 10,6 6,7 2,4 -0,4 Ø 6,1
Niederschlag (mm) 57 54 53 61 79 87 70 66 53 58 65 67 Σ 770
Sonnenstunden (h/d) 1,5 2,7 3,9 5,4 6,8 7,3 7,9 7,1 5,7 3,6 2,0 1,5 Ø 4,6
Regentage (d) 11 10 11 10 12 11 10 10 8 9 11 11 Σ 124
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
3,8
-1,4
6,1
-0,7
10,9
1,9
15,4
4,9
19,9
8,9
23,0
12,2
25,5
14,0
25,1
13,8
21,5
10,6
15,3
6,7
8,5
2,4
4,8
-0,4
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
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l
a
g
57
54
53
61
79
87
70
66
53
58
65
67
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: Temperatur, Sonnenstunden und Regentage: Der Internationale Klimaindex[3], Niederschlag: klimadiagramme.de[4]

Nachbargemeinden

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Stadt Karlsruhe. Sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

Eggenstein-Leopoldshafen, Stutensee, Weingarten (Baden), Pfinztal, Karlsbad, Waldbronn, Ettlingen und Rheinstetten (alle Landkreis Karlsruhe) sowie Hagenbach und Wörth am Rhein (beide Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz)

Stadtgliederung

Das Stadtgebiet von Karlsruhe ist in 27 Stadtteile unterteilt, die sich weiter in Stadtviertel gliedern:

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Früher wurden die Stadtviertel zum Teil auch als Stadtbezirke bezeichnet.

Die Gesamtfläche der Stadt beträgt etwa 173 Quadratkilometer. Somit steht sie flächenmäßig auf Platz 30 der deutschen Großstädte (siehe hierzu: Liste der Großstädte in Deutschland).

Geschichte

Datei:Huber Carl III.Wilhelm.jpeg
Markgraf Karl-Wilhelm, Gründer der Stadt Karlsruhe, Gemälde von Johann Rudolf Huber, 1710
Datei:Karlsruher Stadtansicht.jpg
Karlsruher Stadtansicht, Kupferstich von Heinrich Schwarz 1721


Vor der Stadtgründung

In der näheren Umgebung der erst 1715 im Hardtwald gegründeten Planstadt Karlsruhe lagen mehrere Dörfer sowie die Städte Durlach und Mühlburg. Diese inzwischen nach Karlsruhe eingemeindeten Stadtteile haben eine längere Geschichte als die heutige Kernstadt.

In Knielingen, Rüppurr und Durlach sind Funde von Beilen und Bronzebarren aus der Bronzezeit belegt. 1911 fand man ein Gräberfeld mit zehn Bestattungen aus der jüngeren Eisenzeit.[5] Am Rand einer römischen Siedlung im Stadtteil Grünwinkel wurden 1922–1927 drei Ziegelöfen und ein Töpferofen freigelegt, die wohl vom Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. bis zum Ende des 2. Jahrhunderts betrieben wurden.[6] Ein Gräberfeld mit 44 Bestattungen und viele weitere Spuren wie einzelne Gräber, Ziegelbrennereien oder Münzen weisen auf eine römische Besiedlung hin.

Die Grafen von Hohenberg erbauten im 11. Jahrhundert die Burganlage auf dem Turmberg bei Durlach. Im 12. Jahrhundert stifteten sie das Benediktinerkloster Gottesaue. Auf dem Gelände des Klosters befindet sich das heutige Schloss Gottesaue. Das Kloster Gottesaue begünstigte das Wachstum nahegelegener Siedlungen wie Mühlburg, Knielingen oder Neureut.

1480 wurde der Grundstein für die gotische Kirche von Knielingen gelegt.[7] 1525 schlossen sich Mühlburg, Durlach und Neureut dem Bauernaufstand an. Baden-Durlach wurde 1556 protestantisch und in der Folge kauften sich die Neureuter 1563 von der Leibeigenschaft frei. Als 1565 Markgraf Karl II. seine Residenz von Pforzheim nach Durlach verlegte, erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung.

Im Dreißigjährigen Krieg wurden Rintheim, Durlach, Hagsfeld und Mühlburg zerstört. Während des Pfälzischen Erbfolgekriegs zerstörten Französische Truppen Schloss Gottesaue, Rintheim, Durlach, Mühlburg, Kielingen und Daxlanden, nicht zerstört wurde dagegen Rüppurr.

1699 siedelten sich geflohene Hugenotten in Neureut an. Es entwickelte sich ein neuer Ortsteil, der Welschneureut genannt wurde. Der alte Ortsteil hieß im Gegensatz dazu Teutschneureut.[8]

18. Jahrhundert

Der Legende nach soll Karl-Wilhelm, Markgraf von Baden-Durlach, einst bei einem Jagdausritt im Hardtwald bei Durlach eingeschlafen sein. Er träumte von einem prachtvollen Schloss, das sonnengleich im Zentrum seiner neuen Residenz liege, die Straßen der Stadt gleichsam die Sonnenstrahlen. Karl Wilhelm ließ sich seine Traumstadt am Reißbrett entwerfen (siehe auch: Planstadt) und gründete die nach ihm ("Carols Ruhe") benannte Stadt Karlsruhe am 17. Juni 1715 mit der Grundsteinlegung des Karlsruher Schlosses.

Die Sonnenstrahlen kann man noch heute gut auf den Straßenkarten erkennen: Das Schloss liegt im Zentrum eines Kreises, von dem aus strahlenförmig Straßen in die Stadt nach Süden und Alleen durch den Hardtwald nach Norden verlaufen. Vom Schlossturm im Zentrum hat man so Einblick in alle Strahlen. Es sind insgesamt 32 Straßen und Alleen. Diese Anzahl entspricht exakt der Einteilung der Kompassrose. Das südliche Viertel des Vollkreises bildete anfangs das bebaute Stadtgebiet. Dieser Grundriss erinnert auch an einen Fächer, weswegen Karlsruhe den Beinamen „Fächerstadt“ führt.

Karlsruhe ist eine der letzten großen europäischen Stadtgründungen auf dem Reißbrett und zugleich Ergebnis einer weitreichenden Idee: 1715 entschloss sich Markgraf Karl-Wilhelm, die mittelalterliche Enge seiner damaligen Residenz Durlach gegen den Bau einer neuen, in Anlage und Geist offenen Stadt einzutauschen. Seine Vorstellung einer Modellstadt der Zukunft fasst er in einem historischen Dokument von weitreichender Bedeutung zusammen, dem „Privilegienbrief“.

Der Brief trägt bereits viele Zeichen eines hochmodernen Staats- und Menschenbildes. In den „Privilegien“ scheint vieles auf, was sich die europäischen Völker in den Revolutionen der Folgezeit, bis ins 20. Jahrhundert hinein, als gutes Recht eines jeden Menschen erkämpfen werden: persönliche Freiheit, wirtschaftliche Freiheiten, Gleichheit vor dem Recht, politische Mitsprache.

An der Gründung Karlsruhes beteiligten sich Menschen aus Frankreich, Polen, Italien, der Schweiz und den vielen Ländern des damals noch zersplitterten Deutschlands. Der erste Bürgermeister der Stadt, Johann Sembach, stammte aus Straßburg.

Ab 1717 war Karlsruhe zunächst Residenz der Markgrafen und der Markgrafschaft Baden-Durlach und ab 1771 – nach der Wiedervereinigung mit der Markgrafschaft Baden-Baden – der gesamten Markgrafschaft Baden.

19. Jahrhundert

Datei:Karlsruhe um 1900.jpg
Karlsruhe um 1900 (Blick vom Schlossturm Richtung Süden)

Von 1806 an war die Stadt die Residenz der badischen Großherzöge. 1818 erließ Großherzog Carl in Karlsruhe die badische Verfassung, die für die damalige Zeit sehr liberal war. 1822 entstand in Karlsruhe das erste eigens zu diesem Zweck erbaute Parlamentsgebäude auf deutschem Boden. Zu den Abgeordneten der Badischen Ständeversammlung gehörte Friedrich Hecker, einer der Anführer der Badischen Revolution 1848/49.

1825 gründete Großherzog Ludwig I. das Polytechnikum als Keimzelle der Universität Karlsruhe, heute KIT, 1846 entstand im Ortsteil Durlach neben der Heidelberger eine der ersten Freiwilligen Feuerwehren.

Im Zuge der Badischen Revolution floh Großherzog Leopold im Mai 1849 nach Koblenz. Bis zur Niederschlagung der Aufständischen in Rastatt durch preußische Truppen im Juli war Baden de facto eine Republik. Mit dem ersten deutschen Verwaltungsgericht und damit der in Deutschland erstmaligen Möglichkeit, verbriefte Bürgerrechte gegenüber Rechtsverstößen des Staates einzuklagen, markiert Karlsruhe 1863/64 einen Meilenstein auf dem Weg, aus Untertanen Bürger zu machen.

Vom 3. bis zum 5. September 1860 fand in Karlsruhe der Karlsruher Kongress statt, der erste internationale Fachkongress einer naturwissenschaftlichen Disziplin.

1862 – früher als anderswo − fand die sprichwörtliche badische Liberalität ihren Ausdruck in der bürgerlichen Gleichstellung der Juden.

Am 4. November 1876 wurde in Karlsruhe die erste Sinfonie in c-Moll, Opus 68 von Johannes Brahms durch die Großherzoglich Badische Hofkapelle uraufgeführt.

Am 21. Januar 1877 fuhr in Karlsruhe die erste von Pferden gezogene Straßenbahn.

Am 16. September 1893 wurde das erste deutsche Mädchengymnasium in Karlsruhe eröffnet.

20. Jahrhundert

Datei:Karlsruher Pyramide.JPG
Die Pyramide auf dem Marktplatz, das Grabmal des Stadtgründers Karl Wilhelm
Datei:Stadtkirche Karsruhe.JPG
Die Stadtkirche Karlsruhe wurde von Friedrich Weinbrenner in Anlehnung an griechische Tempel gebaut.

Die zunehmende Einwohnerzahl überschritt 1901 die Grenze von 100.000, wodurch Karlsruhe zur Großstadt wurde. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Nachbargemeinden eingemeindet oder eingegliedert.

Die Gemeinde Neureut konnte als letzte 1975 trotz heftigen Widerstandes der dortigen Bewohner eingemeindet werden. Der Staatsgerichtshof musste in dieser Sache entscheiden. Umgangssprachlich wird heute noch von einer „zwangsweisen“ Eingliederung oder auch „Zwangseingemeindung“ gesprochen.

Nach der Novemberrevolution 1918 wurde Karlsruhe Hauptstadt des Freistaates Baden. Karlsruhe war außerdem, wie schon zu Zeiten der Monarchie, Sitz des Landeskommissärbezirkes Karlsruhe. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das dem Großdeutschen Reich angegliederte Elsaß mit Baden zum Gau Baden-Elsaß, dem geplanten Reichsgau Oberrhein, vereinigt, dessen Hauptstadt Karlsruhe wurde. In der Wagner-Bürckel-Aktion verschleppte man die noch im Gebiet dieses Reichsgaus lebenden Juden in das Lager Camp de Gurs. Ebenso wurden die vor allem im „Dörfle“ ansässigen Familien der Sinti und Roma im Mai 1940 vom Polizeipräsidium am Marktplatz über den Hohenasperg nach Auschwitz deportiert.[9]

Nach dem Krieg wurde Karlsruhe dem Bundesland Württemberg-Baden zugeschlagen, seit der Schaffung des Bundeslandes Baden-Württemberg 1952 gehört Karlsruhe diesem an.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde Karlsruhe zur Residenz des Rechts: 1950 nahm der Bundesgerichtshof hier seine Arbeit auf. Am 28. September 1951 folgte das Bundesverfassungsgericht. Erster Präsident wurde der FDP-Politiker Hermann Höpker-Aschoff. Von 1952 bis 1972 war Karlsruhe Sitz des Regierungsbezirkes Nordbaden, seit dem 1. Januar 1973 ist es Sitz des Regierungsbezirks Karlsruhe.

1967 fand die Bundesgartenschau in Karlsruhe statt. Zu diesem Anlass wurden Stadtgarten, Zoo und Schlosspark zum Teil erheblich umgestaltet und den Freizeitbedürfnissen der Bürger angepasst.

1969 wurde die Stadt Karlsruhe mit dem Europapreis für ihre hervorragenden Bemühungen um den europäischen Integrationsgedanken ausgezeichnet.

1972 begann die Stadt auf der Kaiserstraße Fußgängerzonen einzurichten. Der heutige Zustand einer durchgehenden Fußgängerzone von Kronen- bis Europaplatz wurde 1984 erreicht.

Am 7. April 1977 wurde Generalbundesanwalt Siegfried Buback auf dem Arbeitsweg gemeinsam mit seinem Fahrer und einem Justizbeamten von Terroristen der Rote-Armee-Fraktion ermordet.

Am 12. und 13. Januar 1980 wurde im Kongresszentrum die Bundespartei Die Grünen gegründet.

1983 wird in einer alten Nähmaschinenfabrik in der Oststadt das Gründerzentrum Technologiefabrik eingerichtet, das seitdem über 250 Unternehmen den Start und damit die Entstehung von über 5000 Arbeitsplätzen erleichtert hat.

Deutschlands erste echten E-Mails wurden am 2. August 1984 im Rechenzentrum der Karlsruher Universität empfangen und gesendet: Der Karlsruher Internetpionier Werner Zorn beantwortete den offiziellen Willkommensgruß des US-amerikanischen CSNet, einer herstellerübergreifenden Plattform zur elektronischen Kommunikation von Wissenschaftlern.

Vom 20. bis zum 30. Juli 1989 fanden in Karlsruhe die dritten alternativen World Games statt, das ist ein internationaler Wettkampf für Sportler und Athleten, deren Sportarten nicht im olympischen Programm vertreten sind. Es nahmen 1965 Sportler in 19 Disziplinen teil.

Am 13. Juni 1995 wurde die Baden-Airport GmbH gegründet. Diese baute im 40 km südwestlich gelegenen Söllingen einen ehemaligen kanadischen Fliegerhorst zu einem überregionalen Flughafen aus und schloss Karlsruhe so an das internationale Flugverkehrsnetz an.

21. Jahrhundert

2003 wurde im benachbarten Rheinstettener Stadtteil Forchheim die Messe Karlsruhe zur Ausrichtung nationaler und internationaler Fach- und Publikumsmessen eröffnet. Die Messe hat vier jeweils 12.500 m² große Hallen. In der als Mehrzweckhalle genutzten dm-arena finden 14.000 Besucher Platz.

Am 7. September 2005 eröffnete mit dem ECE-Einkaufscenter Ettlinger Tor nach rund zweijähriger Bauzeit das größte innerstädtische Einkaufszentrum Süddeutschlands seine Pforten.[10] Etwa vier Jahre zuvor wurde am 27. September 2001 in der ehemaligen Hauptpost am Europaplatz mit der Post Galerie das erste innerstädtische Einkaufszentrum in Karlsruhe eröffnet. Verkaufsfläche: rund 26.000 Quadratmeter in 51 Geschäften.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.[11]

Am 21. Januar 2010 setzten Ministerpräsident Günther Oettinger, Staatssekretär Rainer Bomba und der Karlsruher Oberbürgermeister Heinz Fenrich am Europaplatz den ersten Spatenstich zum Stadtbahntunnel, der die Haupteinkaufsstraße vom Schienenverkehr entlasten soll.[12]

Bevölkerung

Karlsruhe ist mit etwa 295.000 Einwohnern nach Stuttgart und Mannheim die drittgrößte Stadt in Baden-Württemberg.

Einwohnerentwicklung

Datei:Karlsruhe population.svg
Bevölkerungsentwicklung seit 1800


Von der Gründung bis ungefähr 1810 hatte die Residenzstadt Karlsruhe weniger als 10.000 Einwohner. Um 1850 waren in der damaligen Hauptstadt des Großhergzogtums Baden etwa 25.000 Einwohner erreicht. Mit der Industrialisierung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts setzte ein schnelleres Bevölkerungswachstum ein. Im Jahre 1901 wurde Karlsruhe mit dem Überschreiten der Grenze von 100.000 Einwohnern zur Großstadt. Bis 1939 erhöhte sich die Einwohnerzahl auf rund 190.000, wozu mehrere Eingemeindungen zwischen 1907 und 1938 beitrugen. Einen starken Einschnitt brachte der Zweite Weltkrieg. Durch Evakuierung, Flucht, Deportationen und Luftangriffe sank die Bevölkerungszahl bis auf rund 60.000 im April 1945. Bereits 1950 hatte sich die Zahl auf rund 200.000 erholt und gesteigert. Bis 1975 wuchs sie, auch durch weitere Eingemeindungen Anfang der 1970er Jahre, auf ein Zwischenhoch von 280.000. Bis in die späten 1980er-Jahre sank sie leicht und wurde im Zuge der Volkszählung von 1987 um weitere rund 8.000 Personen auf 260.000 korrigiert. Bis 2005 stieg die Einwohnerzahl erneut um 25.000 Personen. Am 30. September 2011 erreichte die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Karlsruhe nach Fortschreibung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg mit 296.108 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern) einen historischen Höchststand. Der Ausländeranteil betrug zum 31. Dezember 2010 14,5%.[13]

Die Einwohnerentwicklung ist seit längerer Zeit durch Geburtendefizite der deutschen Bewohner geprägt. Obwohl Karlsruhe anhaltende Wanderungsverluste in die umliegenden Städte und Gemeinden zu verzeichnen hatte, wurden in den letzten Jahren auch Wanderungsgewinne durch ausländische und deutsche Bürger erzielt. Die wichtigsten Herkunftsländer sind die Türkei (6087), Italien (4214), Kroatien (2262), Polen (1971), Serbien-Montenegro (1930), Russland (1633), Frankreich (1611), China (1268), Ukraine (1160), Bosnien-Herzegowina (1012) sowie Spanien (1008) und Griechenland (832). 15.571 Ausländer (37,8 %) sind Angehörige eines der 27 EU-Mitgliedstaaten.[14]

18.885 und damit 45,9 % der 41.152 Ausländer in Karlsruhe leben seit mindestens acht Jahren in Karlsruhe; 3.372 sind in Karlsruhe geboren.[14]

Arbeitslosenstatistik

Zeitpunkt Arbeitslosenquote
im Stadt- und Landkreis
Karlsruhe
in Baden-Württemberg
Dezember 2011 3,9 % (14.710)[15]  ?
November 2011 3,8 % (14.490)[16] 3,6 %
Oktober 2011 4,0 % (15.000)[17] 3,7 %
September 2011 4,1 % (15.466)[18] 3,9 %
August 2011 4,4 % (16.457)[19] 4,1 %
Juli 2011 4,2 % (15.861)[20] 3,9 %
Juni 2011 4,1 % (15.484)[21] 3,9 %
Mai 2011 4,2 % (15.826)[22] 4,0 % 224.758[23]
April 2011 4,4 % (16.390)[24] 4,2 %
März 2011 4,5 % (16.830)[25] 4,4 %

Die rechts stehende Tabelle gibt die Arbeitslosenquote im Stadtkreis Karlsruhe und in Baden-Württemberg in verschiedenen Monaten an. In Klammern steht die absolute Anzahl der Arbeitslosen.

Der Beschäftigungsstand in Karlsruhe war 2010, verglichen mit anderen Städten in Deutschland, sehr gut. Karlsruhe hat eine geringe Jugend- und Altersarbeitslosigkeit.[26]

Religionen

Christentum

1556 wurde in der Markgrafschaft Baden-Durlach die lutherische Reformation eingeführt. Da Karlsruhe den Markgrafen von Baden-Durlach gehörte, war die Stadt bei ihrer Gründung eine protestantische Stadt. Um Einwohner in die neue Stadt zu locken, schuf Karl Wilhelm von Baden-Durlach eine Liste von Anreizen. Neben finanziellen Vorteilen wurde den Neubürgern auch Religionsfreiheit gewährt, so dass schon bald die ersten Katholiken zuzogen. Karl Friedrich von Baden-Durlach erbte 1771 die Besitzungen der erloschenen Linie Baden-Baden, die katholisch geblieben war, und förderte weitsichtig dieselbe religiöse Toleranz wie der Stadtgründer Karl Wilhelm. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielten die römisch-katholischen Christen in der Stadt eine eigene Kirche, die Kirche St. Stephan, geweiht 1814. Heute ist der Anteil der Katholiken (32,7 %) und der Protestanten (30,6 %) an der Gesamtbevölkerung etwa gleich.[27]

Katholische Kirche

Die römisch-katholischen Gemeindeglieder gehören zum Stadtdekanat Karlsruhe innerhalb der Region Mittlerer Oberrhein-Pforzheim der Erzdiözese Freiburg. Der Katholikentag 1992 fand in Karlsruhe unter dem Motto „Eine neue Stadt ersteht“ statt. Messen nach traditioneller und Taizé-Liturgie werden gefeiert. Außerdem befindet sich in Knielingen die Kirche Herz Jesu der Priesterbruderschaft St. Pius X..[28]

Evangelische Landeskirche

Die evangelischen Gemeindeglieder gehören, sofern sie nicht Mitglied einer evangelischen Freikirche sind, zum Kirchenbezirk Karlsruhe und Durlach innerhalb des Kirchenkreises Nordbaden der Evangelischen Landeskirche in Baden, die ihren Sitz in Karlsruhe hat, so dass auch der Landesbischof hier residiert. Eine Ausnahme ist der Stadtteil Neureut, der zum Kirchenbezirk Karlsruhe-Land gehört, der seinen Sitz in Bruchsal hat.

Weitere Kirchen, Freikirchen und Gemeinschaften
Datei:Karlsruhe ChristusKathedrale.jpg
Die Christus-Kathedrale des Missionswerkes Weg zur Freude

In Karlsruhe gibt es auch die Alt-Katholische Gemeinde „Christi Auferstehung“ und zahlreiche freikirchliche Gemeinden, darunter den Christlichen Verein Junger Menschen, die Apostolische Gemeinschaft, die Heilsarmee, eine Adventgemeinde, eine Evangelische Täufergemeinde in Durlach, zwei Brüdergemeinden, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde, 11 Gemeinden der Neuapostolischen Kirche, sechs Evangelisch-methodistische Kirchen, eine Evangelisch-Lutherische Gemeinde und eine Mennonitengemeinde. Von den zahlreichen charismatischen und Pfingstgemeinden sind im Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden: Gospelhouse Karlsruhe, Treffpunkt Leben, Freie Christengemeinde und AGAPE-Gemeinde inkl. brasilianischer und türkischer (Köprü) Tochtergemeinde; im Mülheimer Verband Freikirchlich-Evangelischer Gemeinden: Johannes-Gemeinde und Hauskirchen-Netzwerk; im Netzwerk Forum Leben: Christliches Zentrum Karlsruhe, Nehemia-Initiative und Fabrik88; weiterhin gibt es das freie pfingstkirchliche Missionswerk Karlsruhe, die CITY-Gemeinde, icf karlsruhe und eine Gemeinde Gottes. Darüber hinaus finden sich unterschiedlichste fremdsprachige Gruppen, wie beispielsweise eine lateinamerikanische evangelikale Gruppe, eine Anglikanisch-Episkopalische und zwei orthodoxe Gemeinden: eine griechisch-orthodoxe und eine rumänisch-orthodoxe.

Sonstige Glaubensgemeinschaften

An spezielleren Gruppierungen mit christlichem Bezug gibt es u. a. die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen), die Christian Science, die Christengemeinschaft, die Zeugen Jehovas und eine „Urchristliche Gemeinde“.

Judentum

Karlsruhe ist Sitz der Israelitischen Religionsgemeinschaft Badens, einer Synagoge, eines Chabad-Rabbiners und mehrerer jüdischer Friedhöfe.

Vor der Shoa gab es eine große jüdische Gemeinde. Persönlichkeiten wie der Talmud-Gelehrte Nathanael Weil, der Politiker Moritz Ellstätter und die Ärztin Rahel Straus stammten aus Karlsruhe. Die Synagoge Karlsruhe wurde von führenden Karlsruher Baumeistern errichtet, 1806 von Friedrich Weinbrenner und der Nachfolgebau 1871 von Josef Durm. Daneben gab es eine orthodoxe Synagoge von Gustav Ziegler und ein Gemeindehaus von Curjel & Moser. 1933 lebten laut der Volkszählung vom 16. Juni in Karlsruhe und den heutigen Ortsteilen 3.358 Bürger jüdischen Glaubens.

Die Synagogen wurden in den Novemberpogromen 1938 zerstört, bei der Wagner-Bürckel-Aktion im Sommer 1940 893 Juden aus der Stadt ins Camp de Gurs in Südfrankreich deportiert. Das Stadtarchiv erstellte 1988 eine Gedenkliste für die über 1000 Ermordeten. Mit Hilfe freiwilliger Paten wird sie durch Biografien zum Gedenkbuch für die Karlsruher Juden ergänzt.

1971 wurde eine neue Synagoge in der Knielinger Allee eingeweiht, 2006 hatte die Jüdische Kultusgemeinde wieder 830 Mitglieder.

Islam

Für die in Karlsruhe lebenden Muslime gibt es in der Stadt zehn Moscheen und einen deutschsprachigen Muslimkreis.

Buddhismus und andere

Daneben existieren eine Bahai-Gemeinde, Zentren für Kadampa-, für Diamantweg-, für Vipassana-, und für Zen-Buddhismus, eine Städtegruppe von Eckankarn und ein Sathya Sai-Zentrum.

Stadtbild und Sehenswürdigkeiten

<div style="float:left; width:15px; height:11px;" />Der Karlsruher Fächer vom Schlossturm aus

Als relativ junger Stadt fehlen der Karlsruher Kernstadt die mittelalterlichen Gässchen vieler anderer deutscher Großstädte. Die Innenstadt wurde bei der Stadtgründung 1715 geplant angelegt. Im Zentrum steht der Turm des Karlsruher Schlosses mit Schlossgarten und Schlossplatz. Die Straße namens Zirkel umrundet zusammen mit Ahaweg etc. kreisförmig das Schloss mit Schlossplatz und -garten. Historisch durften weitere bürgerliche Gebäude erst südlich des Zirkels errichtet werden. Für die Bebauung waren strenge Richtlinien vorgegeben, insbesondere, was die Bauhöhe anging, um den Gesamteindruck der Stadt einheitlicher zu machen. Die Gebäude nahe am Schloss sind aus neuerer Zeit und gehören auf der östlichen Seite zum Karlsruher Institut für Technologie, auf der westlichen Seite zum Bundesverfassungsgericht. Das Schwedenpalais wurde für den markgräflichen Geheimen Hofrat Georg Ernst Ludwig Preuschen 1768/70 von Johann Friedrich Weyhing (1716–1781) erbaut.

Datei:Karlsruhe town centre air.jpg
Der Karlsruher Fächer aus der Luft.

Außerhalb des Zirkels laufen 32 Straßen bzw. Alleen geradewegs vom Schlossturm weg wie die Strahlen der durch das Schloss verkörperten Sonne. Diese Anzahl entspricht exakt der Kompassrose. Schon die Erstbebauung konzentrierte sich auf die Südseite des Schlosses, so dass die Innenstadt weniger der Sonne denn einem nach Süden geöffneten Fächer ähnelt. Im Schloss ist heute das Badische Landesmuseum untergebracht.

Der klassizistische Architekt Friedrich Weinbrenner prägte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Stadtbild. Noch heute kann man viele seiner Werke in der Innenstadt Karlsruhes wiederfinden. Der Marktplatz mit evangelischer Stadtkirche (1807–15) und Rathaus (1821–25) an der zur Via Triumphalis ausgebauten Nord-Süd-Mittelachse zählt zu den markantesten klassizistischen Platzanlagen in Europa (nach Kriegszerstörungen ab 1950 weitgehend rekonstruiert). Bemerkenswert ist auch die Pfarrkirche St. Stephan, die zwischen 1808 und 1814 erbaut wurde und nicht nur zu den Hauptwerken Weinbrenners zählt, sondern einen der bedeutendsten klassizistischen Kuppelbauten Süddeutschlands darstellt.

1928 wurde von der Stadt Karlsruhe ein Wettbewerb zur Bebauung des stadteigenen südlichen Teils des Dammerstock-Geländes bei Rüppurr ausgeschrieben, mit der Vorgabe, das Baugelände bis Mitte des Jahres 1929 zu bebauen. Den ersten Preis erhielt der Entwurf von Walter Gropius, der kurz zuvor die Leitung des Bauhauses aufgegeben hatte. Der Plan sah eine Bebauung in Zeilenbauweise vor, um das Tageslicht für alle Bewohner gleich gut nutzen zu können. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1929 wurde allerdings nur der erste Bauabschnitt mit 228 Wohnungen fertiggestellt. Dennoch ist die Siedlung eines der wichtigsten Zeugnisse für die Kunst des Neuen Bauens in Deutschland.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zunächst viele Baulücken mit Betonzweckbauten aufgefüllt. Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich das Stadtbild Karlsruhes schon vor, aber vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg stark gewandelt hat. Dem Zeitgeist entsprechend wurden in den 1970er Jahren die meisten der kleinen Häuschen des Dörfle, des 1812 eingemeindeten Klein-Karlsruhes, eingerissen und durch großflächige Betonbauten ersetzt. Die Kriegsstraße wurde zu einer mehrspurigen Schnellstraße durch das Stadtzentrum ausgebaut, die Kaiserstraße dagegen in den 1980er Jahren Stück für Stück zur Fußgängerzone erklärt. Nach dem Abzug amerikanischer und französischer Truppenteile in den 1990er Jahren war die Stadtgestaltung durch die Nutzung von Brach- und Konversionsflächen geprägt. Innenstadtnahe neue Wohngebiete konnten geschaffen werden, wie die Südoststadt auf der Fläche des ehemaligen Güterbahnhofs und die Nordstadt auf dem Gelände der ehemaligen Amerikanersiedlung.

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Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie

In der Südweststadt sind auf dem Gelände der ehemaligen Waffenfabrik unter anderem ein Großkinokomplex, der Neubau der Agentur für Arbeit, die Bundesanwaltschaft und in der Waffenfabrik selbst das ZKM (Zentrum für Kunst und Medientechnologie) und die HfG (Hochschule für Gestaltung) untergebracht worden. Mit Eröffnung eines großen, überdachten Einkaufszentrums am Ettlinger Tor im Herbst 2005 wurde der bis dahin fast ausschließlich auf die Kaiserstraße konzentrierte Einkaufsbereich nach Süden erweitert.



Politik

Bürgermeister und Oberbürgermeister

Nach Gründung des Schlosses 1715 entstand nahe dabei auch eine Siedlung, in welcher ab 1718 ein Bürgermeister eingesetzt wurde. Ab 1812 erhielten die Bürgermeister den Titel Oberbürgermeister. Amtierender Oberbürgermeister ist seit 1998 Heinz Fenrich (CDU). Am 2. Juli 2006 wurde Fenrich für weitere knapp sieben Jahre gewählt. Insgesamt sieben Kandidaten standen zur Wahl.

Darüber hinaus gibt es fünf weitere Bürgermeister:[29]

Aufgabenbereich Derzeitiger Bürgermeister Partei Bemerkung
Personal, Wahlen und Statistik, Bürgerservice und Sicherheit, Kultur Wolfram Jäger CDU
Jugend und Soziales, Schulen, Sport, Bäder Martin Lenz SPD
Finanzen, Wirtschaft und Arbeit, Stadtmarketing, Kongresse, Ausstellungen und Veranstaltungen, Tourismus, Versorgung und Häfen, Liegenschaften und Forst Margret Mergen CDU zugleich ständige Vertreterin des OB
Umwelt und Klimaschutz, Gesundheit, Friedhofsamt, Marktamt und Abfallwirtschaft, Brand- und Katastrophenschutz Klaus Stapf GRÜNE
Planen, Bauen, Immobilienmanagement, Volkswohnung und Zoo Michael Obert FDP

Siehe auch: Liste der früheren (Ober-)Bürgermeister.

Gemeinderat

Datei:Rathaus West Karlsruhe.JPG
Rathaus West Karlsruhe.
Rechts das Leibdragonerdenkmal

Der Gemeinderat von Karlsruhe setzt sich nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 wie folgt zusammen:

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze 400px
CDU 28,2 14
Grüne 20,1 10
SPD 19,6 10
FDP 12,6 6
Karlsruher Liste (KAL) 5,9 3
Freie Wähler 5,7 2
Die Linke 4,2 2
Gemeinsam für Karlsruhe 2,4 1
Gesamt 48

Die Wahlbeteiligung betrug bei 212.255 Wahlberechtigten 42,7 %.[30]

Wappen

Das Wappen der Stadt Karlsruhe zeigt auf rotem Grund einen beiderseits silbern eingefassten goldenen Schrägbalken, auf dem das Wort FIDELITAS in schwarzen lateinischen Großbuchstaben steht. Die Stadtflagge ist Rot-Gelb-Rot.

Das Wappen ist farblich eine Umkehrung des Badischen Staatswappens, das einen goldenen Schild mit einem roten Schrägbalken zeigt. Der Stadtgründer Karl Wilhelm von Baden hatte das Wappen so vorgeschlagen und empfohlen, den Wahlspruch des am Tag der Stadtgründung gestifteten Hausordens Fidelitas (Treue) aufzunehmen. Doch wurde dieser Wahlspruch erst ab 1733 im Siegel der Stadt verwendet. Die vom Markgraf vorgeschlagene Farbgebung ist erst seit 1887 im Gebrauch, zuvor verwendete man die Farbgebung des Staatswappens.

Städtepartnerschaften

Datei:Karlsruhe Nancybrunnen.jpg
Der Nancybrunnen am Zoologischen Garten

Karlsruhe unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:[31]

Die Karlsruher Städtepartnerschaften
Stadtwappen von Nancy Nancy FrankreichFrankreich Frankreich 1955
  Nottingham Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 1969
Stadtwappen von Halle (Saale) Halle (Saale) DeutschlandDeutschland Deutschland 1987
Stadtwappen von Timișoara Timișoara RumänienRumänien Rumänien 1992
Stadtwappen von Krasnodar Krasnodar RusslandRussland Russland 1998


Stadtfinanzen

2009 hatte Karlsruhe 893,86 Mio. Euro Einnahmen und 902,75 Mio. Euro Ausgaben. Eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stadt ist die Gewerbesteuer. 2009 wurden durch sie 228,9 Mio. Euro eingenommen.[32]

Am Ende des Jahres 2008 hatte Karlsruhe 159.884.000 Euro Schulden und musste 22.264.000 Euro Zinsen tilgen.[33] Es wurden keine neuen Schulden aufgenommen.

Im Jahr 2010 wurde der Hebesatz für Grundsteuer A und Grundsteuer B von 370 % auf 420 % erhöht.[34][35] Seit 1998 beträgt der Hebesatz für die Gewerbesteuer 410%.[36] Es wird eine Hundesteuer in Höhe von 120,00 Euro pro Hund und Jahr erhoben[37] Des Weiteren wird eine Vergnügungssteuer in Höhe von 50 - 400 Euro pro Gerät und Monat erhoben.[38]

Wirtschaft und Infrastruktur

2009 erreichte Karlsruhe beim INSM-Ranking der erfolgreichsten Großstädte Deutschlands den sechsten Platz.[39]

In Karlsruhe befindet sich die Staatliche Münze Karlsruhe, eine der fünf staatlichen Münzprägestätten, in denen die deutschen Euromünzen geprägt werden. Münzen, die in Karlsruhe geprägt sind, tragen den Herkunftsbuchstaben „G“. Die Karlsruher Münze wurde bereits 1827 gegründet. Seit 1998 arbeiten die beiden baden-württembergischen Münzprägestätten Stuttgart und Karlsruhe zusammen und tragen gemeinsam den Namen Staatliche Münzen Baden-Württemberg. In ihnen werden rund 40 % der Umlauf- und Sammlermünzen der Bundesrepublik Deutschland hergestellt.[40]

Bei einer Auswertung des inter-regionalen Kooperationsnetzwerkes des fünften EU-Rahmenforschungsprogramms war Karlsruhe als einzige Region ohne nennenswerte Beteiligung von Größtunternehmen in der Spitzengruppe der aktivsten Industrieforschungs-Regionen vertreten.[41]

Verkehr

Fernstraßen

Karlsruhe ist mit drei Autobahnen und mehreren Bundesstraßen erschlossen. Die Europastraßen E 35 (AmsterdamRom) und E 52 (StraßburgSalzburg) verlaufen hier über das Autobahnnetz.

Durch das östliche Stadtgebiet führt als europäische Nord-Süd-Achse die A 5 (Frankfurt am MainBasel). Sie hat bei Karlsruhe die fünf Anschlussstellen Karlsruhe-Nord, Karlsruhe-Durlach, Karlsruhe-Mitte, Ettlingen und Karlsruhe-Süd. Am Autobahndreieck Karlsruhe zweigt die A 8 nach Osten in Richtung Stuttgart ab; ihre Anschlussstelle Karlsbad liegt bei den Karlsruher Stadtteilen Palmbach und Stupferich. Auf der rheinland-pfälzischen Seite des Rheins verläuft die A 65 gen Norden nach Ludwigshafen. Bei Lauterbourg im Nordelsass beginnt die französische A 35 Richtung Südwesten nach Straßburg mit Abzweig nach Paris und Mulhouse.

A 5 Frankfurt am Main – Darmstadt – Heidelberg – Karlsruhe – Freiburg im Breisgau – Basel
A 8 Karlsruhe – Pforzheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg – München – Salzburg

Drei Bundesstraßen durchqueren Karlsruhe. In Nord-Süd-Richtung entlang der Rheinebene verlaufen die B 3 von Heidelberg nach Freiburg und die B 36 von Mannheim nach Lahr. Die B 10 von Wörth nach Stuttgart durchquert das Stadtgebiet in Ost-West-Richtung. Nach Westen ist ab Wörth über die A 65 und weitere Teilstücke der B 10 und der A 8 die Verbindung ins Saarland gegeben.

B 3 Hannover – Kassel – Frankfurt am Main – Darmstadt – Heidelberg – Karlsruhe – Freiburg im Breisgau
B 10 Wörth – Karlsruhe – Pforzheim – Stuttgart – Ulm – Augsburg
B 36 Mannheim – Karlsruhe – Kehl – Lahr

Wichtige Funktionen als Ost-West-Verbindung von der A 5/A 8 zur A 65 und gleichzeitig als Zubringerstraße hat die Südtangente. Sie beginnt beim östlichen Karlsruher Stadtteil Wolfartsweier zunächst als B 3, führt dann als autobahnähnlich ausgebaute Kreisstraße westwärts, hat an der Anschlussstelle Karlsruhe-Mitte Verbindung zur A 5 und überquert als B 10 den Rhein, bevor sie bei Wörth in die A 65 übergeht.

Die einzige Karlsruher Straßenverbindung über den Rhein bildet die Rheinbrücke Maxau. In der Diskussion befinden sich Planungen für die Nordtangente als weitere Ost-West-Verbindung und eine zweite Rheinbrücke für den Straßenverkehr.

Eisenbahn

Karlsruhe ist ein wichtiger Bahnknotenpunkt. Es liegt zum einen an der Rheintalbahn von Mannheim nach Basel, einer der verkehrsreichsten Eisenbahnstrecken Deutschlands. Zum anderen führen Strecken nach Stuttgart und Neustadt. Die Fernzüge halten in Karlsruhe am Hauptbahnhof. 2008 wurde dem Karlsruher Hauptbahnhof die Auszeichnung Bahnhof des Jahres verliehen.

Seit dem Sommer 2007 verkehrt der TGV vom Stuttgarter Hauptbahnhof kommend über Karlsruhe und Straßburg nach Paris.[42] Diese Strecke nennt sich LGV Est européenne. Bis zum 9. Dezember 2007 war Karlsruhe neben Stuttgart der einzige TGV-Halt in Deutschland. Seit dem Fahrplanwechsel gibt es täglich eine TGV-Zugverbindung, die von München abfährt.

Die regionalen Eisenbahnstrecken werden überwiegend von der Stadtbahn bedient (siehe Abschnitt Öffentlicher Personennahverkehr).

Entscheidend für die weitere Zukunft von Karlsruhe als Eisenbahnknoten ist die Entwicklung verschiedener internationaler Bahnprojekte. So wird die Rheintalstrecke bis Basel als nördlicher Hauptzubringer des künftigen Gotthard-Basistunnels viergleisig ausgebaut. Des Weiteren liegt Karlsruhe am Südast der Magistrale für Europa von Paris nach Bratislava, die bis 2015 zu einer Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke ausgebaut werden soll.

Karlsruhe ist Standort einer von sieben Betriebszentralen der Deutschen Bahn und eines Bahnstromumformerwerks.

Öffentlicher Personennahverkehr

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Zweisystem-Stadtbahn im Karlsruher Hauptbahnhof …
Datei:Karlsruhe Zweisystemstraßenbahn.jpg
… und in der Fußgängerzone Kaiserstraße, der Haupt-Einkaufsstraße von Karlsruhe

Der öffentliche Personennahverkehr in Karlsruhe ist sehr gut ausgebaut. Die Innenstadt lässt sich aus den meisten Stadtteilen mit einer der sieben Straßenbahnlinien oder einer der Stadtbahnlinien erreichen, in den Randbezirken wird das Angebot mit Bussen abgerundet. Weit ins Umland führen neben drei Einsystem-Stadtbahnlinien auch acht weitere Zweisystem-Stadtbahnlinien. An Systemwechselstellen schalten die Zweisystem-Stadtbahnen zwischen 750 V Gleichstrom des Straßenbahnnetzes und 15 kV Wechselstrom des Schienennetzes der Deutschen Bahn AG (DB) um (→ Stadtbahn Karlsruhe). Durch diese hier erfundenen „Tram-Trains“ stiegen in den letzten Jahren die Fahrgastzahlen im Schienennahverkehr in der Region Karlsruhe deutlich an, was zum einen das Interesse anderer Verkehrsbetriebe am „Karlsruher Modell“ weckte, zum anderen jedoch zu Kapazitätsengpässen in der Innenstadt führte. So stiegen beispielsweise die Fahrgastzahlen an der Strecke Karlsruhe-Bretten nach Inbetriebnahme der Stadtbahn um 560 %.

Sechs Straßen- und Stadtbahnlinien fahren auf nur einem Gleis pro Richtung durch die Fußgängerzone Kaiserstraße. Durch ein umfangreiches städtebauliches Projekt soll innerhalb eines Jahrzehnts die Situation in der Innenstadt entspannt werden. Die Kombilösung verlegt die Schienen der Kaiserstraße vom Gottesauer Platz im Osten bis zum Mühlburger Tor im Westen, sowie den Südabzweig vom Marktplatz bis zur Augartenstraße in den neu zu bauenden Stadtbahntunnel unter die Erde. Außerdem wird die Hauptverkehrsader Kriegsstraße, die bereits jetzt zum Teil tiefer gelegt ist, zu einem Autotunnel umgebaut. Im letzten Bauabschnitt wird auf dem Kriegsstraßentunnel eine neue Bahntrasse verlegt.

Die Kombilösung ist nicht unumstritten. Die Stadt konnte 2002 im zweiten Anlauf mit 56 % die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen.[43] Das Projekt wird in der Stadt aber immer noch diskutiert, ein neues Bürgerbegehren scheiterte aber. Der Bau des Stadtbahntunnels begann daher im Frühjahr 2010.

Die innerstädtischen Straßenbahn- und Buslinien sowie die Stadtbahnlinie S2 werden von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) betrieben. Die meisten Stadtbahnlinien ins Umland fahren für die Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG). Die S3 nach Germersheim über Heidelberg und Mannheim wird von der DB Regio betrieben.

Alle öffentlichen Verkehrsmittel können zu einheitlichen Tarifen des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) benutzt werden.

Aus touristischer Sicht erwähnenswert sind außerdem die Schlossgartenbahn Karlsruhe, die im Sommerhalbjahr an Sonn- und Feiertagen einen Rundkurs im Schlosspark befährt, und die Turmbergbahn am Durlacher Turmberg, einem Aussichtspunkt.

Fahrrad

Die Bedingungen zum Radfahren sind im flachen Karlsruher Umland mit seinen geraden Straßen optimal. So verwundert es nicht, dass es mit Karl Drais ein Karlsruher war, der mit seiner Laufmaschine den Vorläufer des heutigen Fahrrads erfunden hat. In der Fußgängerzone Kaiserstraße ist es während der Ladenöffungszeiten jedoch untersagt, mit Fahrrädern zu fahren.

Im Oktober 2005 hat der Gemeinderat ein 20-Punkte-Programm zur Förderung des Radverkehrs verabschiedet, um Karlsruhe deutlich fahrradfreundlicher zu machen.[44] Ziel ist es, den Fahrradverkehr im Modal Split-Anteil bis 2012 auf 21 % und bis 2015 auf 23 % zu steigern. Heute hat der Radverkehr einen Anteil von 16 % im Gesamtverkehr und 18 % im Binnenverkehr.[45]

Schifffahrt

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Der Rheinhafen vom Weltraum aus gesehen

Mit den Rheinhäfen Karlsruhe hat die Stadt – nach Mannheim – den wichtigsten Binnenhafen in Baden-Württemberg. Der Hafen war 2005 mit einem Güterumschlag von ca. 6,5 Mio. Tonnen auf Platz 6 der deutschen Binnenhäfen.[46] Er ist der südlichste schleusenfreie Zugang zur Nordsee über den Rhein und wurde 1901 eröffnet. Ihm folgten später großflächige Industrieansiedlungen (Zellstoffwerk und Ölraffinerie) in der hochwasserfreien Altaue und nach mehreren Hafenausbauten auch ein eigener Ölhafen im Nordwesten der Stadt. Der Umschlag im Rheinhafen betrug 2006 7,1 Millionen Tonnen. Von hier aus startet das Ausflugsschiff MS Karlsruhe zu Touren nach Straßburg, Speyer und anderen Rundfahrten. Die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) hat ihren Hauptsitz in Karlsruhe.

Flugverkehr

Karlsruhe liegt zwischen drei internationalen Flughäfen: Dem Flughafen Frankfurt am Main in circa 135 Kilometern Entfernung, dem Flughafen Stuttgart (etwa 80 km) und dem Flughafen Straßburg (etwa 85 km). Seit Ende 1996 hat Karlsruhe mit dem auch als Baden-Airport bezeichneten Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden in Rheinmünster-Söllingen/Hügelsheim (etwa 40 km) jedoch auch einen „eigenen“ Regionalflughafen. Insbesondere seit Ryanair im Jahr 2003 die ersten Linienflüge einrichtete, stiegen dessen Bekanntheitsgrad und die Passagierzahlen rapide. Bereits 2004 war der Baden-Airport mit 623.000 Passagieren[47] der zweitgrößte Flughafen in Baden-Württemberg. 2011 wurden über 1 Millionen Fluggäste abgefertigt.[48]

Der „Karlsruher“ Verkehrslandeplatz im benachbarten Rheinstettener Ortsteil Forchheim (ca. 8 km südlich von Karlsruhe) wurde im Rahmen der Umwidmung der ehemaligen kanadischen Airbase in Söllingen aufgegeben. Auf seinem Gelände wurde dann die Messe Karlsruhe errichtet. Anfang 2003 wurde allerdings ein Segelfluggelände wenige 100 Meter östlich der Messe errichtet. Der Geschäfts- und Tourismus-Flugverkehr wurde zum Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden verlagert. Um einer weiteren Expansion der Messe bzw. der Nutzung der Flächen des ehemaligen Verkehrslandeplatzes als Gewerbegebiet nicht im Wege zu stehen, wurde das Flugsportgelände verlegt: Am 25. September 2004 wurde das neue „Segelfluggelände Rheinstetten“ eröffnet, etwa 500 Meter östlich des bisherigen Flugplatzes.

Karlsruhe ist Sitz einer VOR-Station sowie eines Kontrollzentrums der Deutschen Flugsicherung (DFS).

Ortsansässige Unternehmen

Mit dem dm Drogeriemarkt hat ein in der Fläche in Deutschland stark vertretenes Unternehmen seine Zentrale in Karlsruhe. Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, ein international agierender Energiekonzern, hat in Karlsruhe ihren Hauptsitz und betreibt hier das Rheinhafen-Dampfkraftwerk. Die MiRO Mineraloelraffinerie in Knielingen ist die größte Ölraffinerie in Deutschland. Die Stadtwerke Karlsruhe sind ein großer Anbieter bei der örtlichen Strom- Wasser- und Fernwärmeversorgung und betreiben das Heizkraftwerk West in Mühlburg. Die Siemens AG unterhält in Karlsruhe einen ihrer größten und ältesten Standorte in Deutschland. Weitere bedeutende Arbeitgeber stammen aus der IT-Branche, dem Banken- und Versicherungswesen und der Pharmaindustrie.

Gewerbezentren

Hervorgegangen aus dem Standort der Siemens AG wurde 1997 der Siemens Industriepark Karlsruhe gegründet. Das Flächenangebot richtet sich insbesondere an Unternehmen der Hightech- und Dienstleistungsbranche. In der Oststadt bestehen das Gründerzentrum Technologiefabrik in einer ehemaligen Nähmaschinenfabrik sowie der neu errichtete Technologiepark. Hier wird zahlreichen Unternehmensneugründungen (häufig Spin-offs der Universität) eine erste Heimat geboten.

Veranstaltungszentren

Datei:NeueMesse KA.jpg
Messe Karlsruhe

Südlich von Karlsruhe, in Rheinstetten, direkt an der B 36, eröffnete im November 2003 die Karlsruher Messe- und Kongress- GmbH ihr neues Messegelände – die Messe Karlsruhe. In den vier jeweils 12.500 m² großen Hallen können Ausstellungen, Messen und sonstige Veranstaltungen durchgeführt werden. In der dm-arena können Veranstaltungen mit bis zu 14.000 Besuchern stattfinden. Die Bruttoausstellungsfläche beträgt ca. 52.000 m². Die Messe löste das innerstädtische Kongresszentrum Karlsruhe als größtes Messe- und Veranstaltungszentrum der Karlsruher Region ab. Zu dem Kongresszentrum gehören die Stadthalle, die Schwarzwaldhalle, das Konzerthaus, die Gartenhalle und die Nancyhalle.

Die Europahalle ist eine Großsporthalle, die auch für Konzerte und Veranstaltungen mit bis zu 9.000 Besuchern genutzt wird. Eine kleinere Mehrzweckhalle ist die 1977 erbaute Badnerlandhalle Neureut.

Auf dem Messplatz an der Durlacher Allee finden die großen Jahrmärkte Frühjahrsmess’ und Herbstmess’ sowie Großflohmärkte und Zirkusaufführungen statt.

Medien

Radio

In der Kriegsstraße befindet sich das Studio Karlsruhe des Südwestrundfunks (SWR). Von hier wird das Regionalprogramm Badenradio bei SWR4 Baden-Württemberg ausgestrahlt. Zudem befindet sich in der Kriegsstraße 130 das Studio Karlsruhe des Radiosenders Radio RPR (Rheinland-Pfälzischer Rundfunk), das redaktionell für den nordbadischen und südpfälzer Raum zuständig ist. Als privater lokaler Anbieter sendet Die neue Welle (bis 31. Dezember 2006 Hit1 – das Reporterradio), das von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg noch als Hitradio RTL die Lizenz bekommen hatte. Mitte 2003 zog sich RTL jedoch zurück. Ursprünglich war der Sender Welle Fidelitas Lizenzinhaber. Abgesehen von den kommerziellen und öffentlich-rechtlichen Stationen gibt es noch ein Freies Radio, den Querfunk, der nachmittags, in den Abendstunden und am Wochenende sein Programm sendet. Vormittags und in den frühen Abendstunden wechseln sich auf der Frequenz UKW 104,8 MHz das LernRadio der Hochschule für Musik Karlsruhe, das Campusradio des Karlsruher Instituts für Technologie, montags der Sender Radio Fri und der Querfunk ab. Außerdem betreibt der Privatsender Radio Regenbogen ein Studio in Karlsruhe.

Fernsehen

Ebenfalls in der Kriegsstraße befindet sich ein Fernsehstudio des SWR, z. B. für Schaltungen in der Tagesschau über Entscheidungen der hiesigen obersten Gerichte. In Karlsruhe gibt es auch noch die privaten Fernsehsender BW Family.tv (seit Februar 2006) und R.TV – das Regionale (seit September 2003), welches jedoch ab 1. Mai 2011 von Baden TV abgelöst wurde und zwischenzeitlich auch nicht mehr digital oder per Internet sendet. Davor existierte einige Jahre bis zur Insolvenz der regionale Privatsender B.TV Baden. Der SWR dreht in Karlsruhe regelmäßig Szenen für Filmproduktionen wie die Konstanzer, Ludwigshafener und Stuttgarter Tatort-Folgen.

Zeitung

Als Tageszeitung erscheinen in Karlsruhe die Badische Neueste Nachrichten (BNN), eine Zeitung mit mehreren Lokalausgaben im mittelbadischen Raum. Des Weiteren gibt es einige kostenlose Wochenzeitungen: Die BNN geben auch die Sonntagszeitung Der Sonntag heraus und sind am Karlsruher Kurier beteiligt, dem die Stadtzeitung Karlsruhe beiliegt, das Amtsblatt der Stadt Karlsruhe, das online auch über die Startseite der Stadt erreichbar ist. Mittwochs wird das „Wochenblatt“ in der Stadt und Region in insgesamt vier verschiedenen Ausgaben verteilt, sonntags erscheint außerdem Boulevard Baden.

Stadtmagazin

Neben den Zeitungen gibt es verschiedene kostenlose Stadtmagazine wie Klappe auf, INKA Stadtmagazin oder FRIZZ Das Magazin. Diese sind monatlich in vielen Auslageorten der Stadt Karlsruhe zu finden und beinhalten Veranstaltungshinweise sowie lokale Themen aller Art.

Verschiedenes

Das vom gemeinnützigen Verein Stadtjugendausschuss e. V. betriebene „Internet-Café“ für Kinder und Jugendliche Info-Line am Kronenplatz 1 dient Kindern und Jugendlichen als Recherche- und Kommunikationsraum mit der Hilfe einer pädagogischen Kraft. Weitere Medien-Einrichtungen des Stadtjugendausschuss e. V. befinden sich in der Jubez-Medienwerkstatt sowie in vielen Kinder- und Jugendhäusern des Vereins. Karlsruhe ist auch einer der beiden Standorte des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, das dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg untersteht. Der andere Standort ist Stuttgart.

Internet

Da die BNN lange Zeit über kein Online-Angebot verfügte, konnte sich unabhängig von diesen die nur online erscheinende „Tageszeitung“ ka-news.de etablieren. Diese erscheint seit dem Jahr 2000 und ist damit eine der ersten, regionalen Online-Tageszeitungen in Deutschland überhaupt. Neben lokalen Nachrichten gibt es dort auch das Kinoprogramm, einen Veranstaltungskalender sowie mehrere Webcams. Das Stadtwiki Karlsruhe ist das größte Stadtwiki der Welt.

Gerichte

Mit dem Bundesverfassungsgericht und dem Bundesgerichtshof ist Karlsruhe Sitz eines Verfassungsorgans und des obersten Gerichtshofs der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Erwähnenswert ist auch der Sitz des Generalbundesanwalts in Karlsruhe, früher auf dem Gelände des Bundesgerichtshofs, seit 1999 in einem eigenen Gebäude in der Brauerstraße. Außerdem gibt es in der ordentlichen Gerichtsbarkeit noch ein Oberlandesgericht (mit Generalstaatsanwaltschaft) sowie ein Land- und zwei Amtsgerichte (Karlsruhe und Karlsruhe-Durlach). Ferner sitzen ein Verwaltungsgericht, ein Arbeitsgericht und ein Sozialgericht in Karlsruhe. Die Bundeswehr unterhält in Karlsruhe zwei Kammern des Truppendienstgerichtes Süd, das seinen Hauptsitz in München hat.

Die Konzentration der Judikative wird in Werbeslogans wie Residenz des Rechts oder Kulturhauptstadt 2010 – mit Recht aufgegriffen.

Behörden

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Generallandesarchiv Karlsruhe

Karlsruhe ist Sitz der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder und verschiedener Landesbehörden, wie der Oberfinanzdirektion Karlsruhe mit den beiden Finanzämtern im Stadtgebiet Karlsruhe-Stadt und Karlsruhe-Durlach und des Rechnungshofes Baden-Württemberg. Auch der Badische Gemeindeversicherungsverband, die Gemeindeprüfungsanstalt, der Landeswohlfahrtsverband Baden und der Kommunale Versorgungsverband Baden-Württemberg, Dienststellen des Innenministeriums, haben hier ihren Sitz. Weiterhin besteht eine Forstdirektion in der Stadt. Auch die Deutsche Rentenversicherung, die frühere Landesversicherungsanstalt, Baden-Württemberg und die dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg unterstehende Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg haben ihren Sitz in Karlsruhe. Ferner gibt es eine Agentur für Arbeit, sowie ein Hauptzollamt.

Außerdem besteht in Karlsruhe eine Bundespolizeiinspektion zum Schutz des Bundesverfassungsgerichtes. Ebenfalls unterhält das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben hier eine Zivildienstschule.

Als Sitz des Regierungsbezirkes Karlsruhe, des Regionalverbandes Mittlerer Oberrhein und des Landkreises Karlsruhe, dem die Stadt selbst nicht angehört, beherbergt die Stadt auch deren Verwaltungen. Das Generallandesarchiv, das für das Gebiet des Regierungsbezirkes zuständig ist und die Bestände des alten Landes Baden beherbergt, sitzt ebenfalls in Karlsruhe.

Karlsruhe ist Sitz des Regionalbüros Mittlerer Oberrhein-Pforzheim des Erzbistums Freiburg, zu dem die Dekanate Baden-Baden, Bruchsal, Karlsruhe, Pforzheim und Rastatt gehören. Auf dem evangelischen Bereich ist Karlsruhe Sitz der Evangelischen Landeskirche in Baden, welche in der Stadt auch ein Dekanat für den Kirchenbezirk „Karlsruhe und Durlach“ unterhält. Das Dekanat für den Kirchenbezirk Karlsruhe-Land befindet sich jedoch in Bruchsal.

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Ortsschild im August 2009 anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der ersten E-Mail Deutschlands

Internet

Karlsruhe spielt in der Entwicklung des Internets in Deutschland eine wichtige Rolle. So wurden an der Universität Karlsruhe 1984 Deutschlands erste E-Mails empfangen und von 1994 bis 1998 sämtliche deutschen Domänen verwaltet. Ebenso wurde von Karlsruhe aus die erste Internet-Verbindung in die Volksrepublik China hergestellt.

Die United Internet AG, bekannt unter den Marken 1&1, WEB.DE und GMX, betreibt Europas größtes Rechenzentrum in Karlsruhe.[49] Etwa 40 % aller deutschen Websites werden in Karlsruhe verwaltet. Im Umfeld der Universität sind ungefähr 2.500 Internet- und Telekommunikations-Firmen entstanden, weswegen Karlsruhe im Jahre 2003 zur „Internethauptstadt Deutschlands“ gewählt wurde.

Bildung und Forschung

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Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie, Blick vom Physikhochhaus
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Schloss Gottesaue, Sitz der Hochschule für Musik
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Staatliche Akademie der Bildenden Künste

Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Das Karlsruher Institut für Technologie ist eine Universität des Landes Baden-Württemberg und nationales Forschungszentrum in der Helmholtz-Gemeinschaft. Es wurde am 1. Oktober 2009 als Zusammenschluss der Universität Karlsruhe und des Forschungszentrums Karlsruhe gebildet. Aus der früheren Kooperation der beiden Einrichtungen ist somit eine Einheit, eine einzige Rechtsperson, geworden. Das KIT genießt ein hohes Ansehen in Fächern wie Physik, Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen, Informatik sowie Informationswirtschaft. Die Karlsruher Universität war eine der drei bundesweit ersten Universitäten, die im Zuge der Exzellenzinitiative den Titel Elite-Universität verliehen bekam.

Weitere Hochschulen

Andere Schulen

In Karlsruhe gibt es 20 Grundschulen,[50] 13 Sonderschulen[51] und 13 Realschulen.[52]

Des Weiteren hat Karlsruhe 11 Allgemeinbildende Gymnasien, 3 Berufliche Gymnasien und 5 Gymnasien in freier Trägerschaft.[53]

  • Volkshochschule Karlsruhe, gegründet 1947, mit jährlich 3700 Veranstaltungen (Stand 2006) und über 36.000 Kunden eine der größten Volkshochschulen Badens. Die VHS Karlsruhe ist auch Trägerin der Abendschulen in Karlsruhe zum Nachholen von Schulabschlüssen und der Jugendkunstschule Karlsruhe.
  • Führungsakademie des Landes Baden-Württemberg im Schwedenpalais
  • Pädagogisches Fachseminar Karlsruhe
  • Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Berufliche Schulen) Karlsruhe
  • Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) Karlsruhe
  • Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Realschulen) Karlsruhe
  • Das heutige Lessing-Gymnasium wurde 1893 als das erste Mädchengymnasium auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands gegründet.

Forschungszentren und Institute

Mit dem Thema Herausforderung Demokratie gehörte Karlsruhe zu den zehn deutschen Städten zum Treffpunkt der Wissenschaft im Wissenschaftsjahr 2009.

Archive

Das Generallandesarchiv Karlsruhe hat in Baden-Württemberg die Aufgabe, für den Regierungsbezirk Karlsruhe die dortigen Amtsarchive vergangener Epochen zu sichern. Dies sind Gerichtsakten, Schriftgut der Landesbehörden, Urkunden, Archive von Klöstern und Ritterorden, Kirchenakten und ähnliches. Hinzu kommen viele Adels- und Privatarchive, die in dem Generallandesarchiv verwahrt werden.

Weitere Archive sind:

Bibliotheken

In den wissenschaftlichen und öffentlichen Bibliotheken Karlsruhes sind über sechs Millionen Bücher und andere Medien vorhanden.[54]

Die Badische Landesbibliothek ist eine wissenschaftliche Universalbibliothek mit einem Bestand von über 2,4 Millionen Medien.[55] Sie ist als Regionalbibliothek für die Regierungsbezirke Freiburg und Karlsruhe zuständig und hat Pflichtexemplarrecht. Sie hat ihren Ursprung in der um 1500 als Pforzheimer Schlossbibliothek gegründeten Markgräfisch-Badischen Hofbibliothek. Seit 1987 ist sie in einem von Oswald Mathias Ungers geplanten Neubau in der Erbprinzenstraße untergebracht. Zu den Sammlungen gehören zahlreiche historische Handschriften aus Beständen des Adels und der Klöster des Landes, darunter seit 2001 die Donaueschinger Nibelungenhandschrift C.

Die KIT-Bibliothek (Bibliothek des Karlsruher Instituts für Technologie) ist die größte der Karlsruher Hochschulbibliotheken. Sie ist Ende 2009 aus der Universitätsbibliothek Karlsruhe, die 1840 als Bibliothek des damaligen Polytechnikums gegründet wurde, und der Bibliothek des Forschungszentrums Karlsruhe hervorgegangen. Die Bibliothek verfügt über einen Gesamtbestand von über zwei Millionen Büchern und 28.000 Zeitschriften sowie multimediale Dokumente und Mikroformen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Naturwissenschaft, Technik und Wirtschaftswissenschaften. Registrierte Benutzer können die KIT-Bibliothek Süd rund um die Uhr nutzen und über ein Selbstverbuchungssystem Bücher entleihen und zurückgeben. Die KIT-Bibliothek betreibt den Karlsruher Virtuellen Katalog, eine Metasuchmaschine für deutsche und internationale Online-Bibliothekskataloge.

Seit 2009 versorgt die KIT-Bibliothek auch die Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft mit der Fachbibliothek Hochschule Karlsruhe (FBH) in der Moltkestraße. Die bis dahin gemeinsam von PH und Hochschule Karlsruhe genutzte Hochschulbibliothek Karlsruhe wird seitdem auf den Bedarf der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ausgerichtet.[56] Die gemeinsame Bibliothek des ZKM und der Staatlichen Hochschule für Gestaltung besitzt etwa 40.000 Bücher mit dem Schwerpunkt bei der Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Bibliotheken der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, der Hochschule für Musik und der Dualen Hochschule stehen in erster Linie den Studierenden zur Verfügung.[57]

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Das Neue Ständehaus, Sitz der Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek Karlsruhe ist die öffentliche Bibliothek der Stadt Karlsruhe mit einem Bestand von über 300.000 Medien. Sie wurde 1921 gegründet und ist seit 1993 im wiederaufgebauten neuen Ständehaus beheimatet. Zur Stadtbibliothek gehören Stadtteilbibliotheken in Durlach, Grötzingen, Mühlburg, Neureut und der Waldstadt. Eine ihrer Zweigstellen ist auch die Amerikanische Bibliothek, die 1996 durch eine Schenkung der abgezogenen US-Garnison entstand und über etwa 35.000 englischsprachige Bücher verfügt.[58] Die Stadtbibliothek betreibt darüber hinaus eine Kinder- und Jugendbibliothek im Prinz-Max-Palais und einen Medienbus, der die Randbezirke der Stadt befährt.

Die Kunstbibliothek der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe ist mit über 150.000 Bänden eine der großen öffentlich zugänglichen Museumsbibliotheken in Deutschland.[59]

Die Bibliothek des Bundesverfassungsgerichts mit (2010) über 370.000 Bänden ist eine gerichtsinterne, nicht allgemein zugängliche wissenschaftliche Fachbibliothek.[60] Die Bibliothek des Bundesgerichtshofs ist begrenzt auch für externe Benutzer zugänglich.[61]

Kultur

Kulturpreise

Mundart

Die Karlsruher Mundart ist eine in den letzten drei Jahrhunderten entstandene Mischung aus den Dialekten der umliegenden Regionen. Vom Norden und Osten sind fränkische Einflüsse spürbar, vom Nordwesten pfälzische, vom Südosten schwäbische und vom Süden alemannische Einflüsse. Die letztgenannten haben jedoch die geringsten Spuren im „Karlsruherischen“ hinterlassen.

Sprachwissenschaftlich gehört der Dialekt von Karlsruhe zu den süd-rheinfränkischen Dialekten, umgangssprachlich wird die Mundart als Badisch oder „Brigandedeutsch“ bezeichnet.

Theater

  • Badisches Staatstheater Karlsruhe mit Oper, Schauspiel und Ballett
  • Insel-Theater, seit 1997 Spielstätte des Staatstheaters, zuvor eigenständiges Privattheater
  • Sandkorn-Theater, gegründet 1956
  • Jakobus-Theater, gegründet 1972
  • Kammertheater, gegründet 1956
  • Theater „Die Käuze“, Kellertheater gegründet 1967
  • Theater in der Orgelfabrik e. V., gegründet 1987
  • Theater „Die Spur“, gegründet 1961
  • Figurentheater „marotte“, gegründet 1987
  • Bluemix Kinder- und Jugendtheater e. V., gegründet 1994, 2004 nach Umschichtung des städtischen Zuschusses geschlossen
  • „d'Badisch Bühn“, Mundarttheater mit Gastwirtschaft, gegründet 1982
  • UniTheater Karlsruhe e. V., gegründet 1990
  • soziales Theater WERKRAUM: Karlsruhe e.V., gegründet 2006

Kino

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Der Filmpalast am ZKM

Das größte Karlsruher Kino ist der Filmpalast am ZKM. Es verfügt über zehn Kinosäle mit insgesamt fast 3000 Plätzen. Karlsruhes ältestes Kino, das Filmtheater Schauburg, zeigt neben aktuellen Blockbustern auch alternative Filme und Originalfassungen. In beiden Kinos ist auch eine wöchentliche Sneak Preview im Angebot. Weiter gibt es das Kino Universum-City und die Kinemathek im studio 3. Auch gibt es regelmäßige, von der studentischen Kulturgruppe AFK an der Universität Karlsruhe organisierte Vorführungen. Daneben gibt es noch das Kino Die Kurbel, das am 29. Juli 2010 nach mehr als 50 Jahren schließen musste und am 21. Oktober 2010 neu eröffnet wurde.[62][63]

Kulturzentren

Das JuBeZ (für Jugend- und Begegnungszentrum) am Kronenplatz wird vom Stadtjugendausschuss e. V betrieben. In ihm werden Konzerte und andere Bühnenevents sowie ein breites Spektrum an Workshops und Kursen angeboten. Das Kulturzentrum Tollhaus bietet ein fast täglich wechselndes Kulturprogramm aus den Bereichen Musik, Tanz, Kabarett, Zirkus, Comedie und Figurentheater an. Weitere Kulturzentren sind das Kulturzentrum Tempel in Mühlburg, das Kulturhaus Gotec, der Musikclub Substage und die Orgelfabrik Durlach.

Im studentischen Kulturleben engagieren sich der Arbeitskreis Kultur und Kommunikation (AKK) mit Veranstaltungsort im Alten Stadion der Universität und das studentisch organisierte Kultur- und Kommunikationszentrum Z10.

Kleinkunst

Neben vielfältigen Kleinkunst-Veranstaltungen z. B. im Kulturzentrum Tollhaus oder im Sandkorn-Theater besitzt Karlsruhe auch eine sehr aktive Kleinkunst-Szene. Bekannte Künstler dieser Szene sind unter anderem die Chanteuse Annette Postel, der Comedian Boris Meinzer, der Sänger und Comedian Gunzi Heil, das KomedyKabarett rastetter & wacker, der Clown Schorsch, die Kabarettgruppe Die Spiegelfechter, der Magier und Pantomime Peter Herrmann sowie der Mundartdichter Harald Hurst. Mitglieder des pyramidalen KleinKunst-Vereins PKV organisieren seit den 1990er Jahren jährliche Akrobatiktreffen und Jonglierconventions, darunter die europäische Jonglierconvention EJC 2000 und 2008, das weltgrößte Jongliertreffen.

Musik

Chöre

Der Bachchor Karlsruhe ist der älteste und größte Oratorienchor der Stadt Karlsruhe. Bis 1996 fast ausschließlich auf Oratorienwerke spezialisiert, ist der Chor mittlerweile auch in der modernen Chorliteratur zuhause. Er gehört mit dem CoroPiccolo zur evangelischen Stadtkirche.

Die Die Schrillmänner – schwuler Chor Karlsruhe ist ein deutscher Männerchor von Homosexuellen. Er wurde 1988 gegründet mit dem Ziel schwuler Emanzipation.

Fetz Domino ist ein Gospelchor mit Band aus Karlsruhe. Sein Stil ist eine Mischung aus Gospel, Soul, Pop und Lobpreis.

Der Oratorienchor Karlsruhe an der Christuskirche gehört zu den traditionsreichsten Chören Karlsruhes. Er widmet sich der ganzen Bandbreite klassischer und moderner Chormusik. Neben der oratorischen Literatur studiert der Chor anspruchsvolle a-cappella-Werke ein und wirkt bei der Gestaltung festlicher Kantatengottesdienste an der Christuskirche mit.

Weitere Chöre sind:

  • Cantus Solis
  • Cantus Juvenum Karlsruhe
  • Chor der Evangelischen Studierendengemeinde
  • Chor der katholischen Hochschulgemeinde
  • Chor St. Stephan
  • Durlacher Kantorei
  • Kammerchor Studio Vocale
  • Kantorei an der Lutherkirche (Oststadt)
  • Karlsruher Kammerchor des Helmholtz-Gymnasiums, 1985 erster Preisträger des Deutschen Chorwettbewerbs.
  • Unibigband Karlsruhe, die (Bigband der Universität Karlsruhe)
  • Universitätschor und Kammerchor der Universität
  • vocal resources – Chor der Hochschule Karlsruhe
  • Vokalensemble milagro
  • wirkstatt-Chor

Orchester

Die Badische Staatskapelle Karlsruhe ist das Konzert- und Opernorchester des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe. Ihre Ursprünge gehen auf eine 1662 erwähnte Hofkapelle der Markgrafen von Baden-Durlach zurück.

Das Kammerorchester Ensemble 13 wurde 1973 von Manfred Reichert gegründet. Es wirkte unter anderem bei Uraufführungen von Werken von Wolfgang Rihm, Luigi Nono und Iannis Xenakis mit.

Das Polizeimusikkorps Karlsruhe ist ein Blasorchester und wurde 1981 gegründet. 2008 gehörten über 60 Musiker, darunter 14 Frauen, zum Orchester. Damit war das Polizeimusikkorps Karlsruhe das Polizeiorchester mit den meisten Musikern Deutschlands.

Weitere Orchester in Karlsruhe sind:

  • Akademisches Kammerorchester Karlsruhe
  • BA-Orchester, Orchester der Berufsakademie Karlsruhe.
  • Bartholdy-Orchester
  • Collegium Bismarckianum (Orchester ehemaliger Mitglieder des Kammerorchesters des Bismarckgymnasiums)
  • Collegium Musicum (Universitätsorchester)
  • Hochschul- und Kammerorchester der Hochschule für Musik
  • Jugendorchester Stadt Karlsruhe e. V.
  • Luftwaffenmusikkorps 2
  • Kammerorchester Weiherfeld
  • Kammerphilharmonie Karlsruhe
  • Seniorenorchester Karlsruhe e. V.
  • Sinfonie- und Kammerorchester an der Universität
  • Waldstadt Kammerorchester

Rock- und Popszene

Karlsruhe verfügt über eine lebendige Live-Clubszene mit zahlreichen Auftrittsmöglichkeiten. Im Jahr 2002 wurde eine übergreifende Initiative zur Popmusikförderung in Karlsruhe und der Region ins Leben gerufen. Die Stadt und die Initiative sind Partner im Regionet-Projekt der Popakademie Baden-Württemberg in Mannheim. Der Nachwuchsbandwettbewerb new.bands.festival wird unter verschiedenen Namen seit mehr als 25 Jahren in Kooperation mit den Veranstaltern von Das Fest durchgeführt.

Museen

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Staatliche Kunsthalle

Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (kurz ZKM) wurde 1997 in Karlsruhe eröffnet und gilt als größte Einrichtung für Medienkunst weltweit. Es versteht sich als Plattform der Begegnung von Kunst, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. Es beinhaltet das Museum für Neue Kunst (kurz MNK) und die Städtische Galerie. Das ZKM wurde 2010 von 233.264 Personen besucht.[64]

Das Badische Landesmuseum im Schloss Karlsruhe ist das große kultur-, kunst- und landeshistorische Museum des badischen Landesteils Baden-Württembergs. Es wurde 2010 von 180.332 Personen besucht.[64]

Das Staatliche Museum für Naturkunde Karlsruhe (kurz SMNK) ist ein naturwissenschaftliches Forschungsmuseum. Seine Ursprünge liegen bei der Mitte des 18. Jahrhunderts angelegten markgräflich-badischen Sammlungen von Kuriositäten und Naturalien. Die Dauerausstellungen zeigen neben Fossilien, Mineralien, Präparaten von einheimischen und exotischen Tieren auch lebende Tiere im Vivarium. Es wurde 2010 von 162.545 Personen besucht.[64]

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe ist ein Museum der Bildenden Kunst und beherbergt Gemälde von vornehmlich deutschen, französischen und niederländischen Meistern aus insgesamt acht Jahrhunderten. Den Grundstock der Sammlung bilden 205 meist französische und niederländische Gemälde des 17. und 18. Jahrhundert, die Markgräfin Karoline Luise zwischen 1759 und 1776 erwarb. 2010 hatte die Staatliche Kunsthalle 96.216 Besucher.[64]

Die Majolika-Manufaktur ist die einzige Keramikmanufaktur Deutschlands und wurde 1901 gegründet. Das Museum in der Majolika Manufaktur bietet einen Überblick über die Produktion der großherzoglichen, später staatlichen Manufaktur.

Im Ständehaus erinnert heute eine „Erinnerungsstätte Ständehaus“ an die frühere Nutzung als Parlament.


Regelmäßige Veranstaltungen

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Die Günther-Klotz-Anlage ist ein Ort der Erholung
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Das Fest zieht jedes Jahr zehntausende Besucher in die Günther-Klotz-Anlage
  • Ende Januar: UStA Uni-Winterfest
  • Februar: Internationales Salsafestival
  • Februar/März: Internationale Händel-Festspiele, seit 1985
  • März: Karlsruher Lebensmittelsymposium (KALS)
  • April: Independent Days|Filmfest, unabhängiges Low- und No-Budget-Filmfestival
  • April: Schrill im April, der lesbisch-schwule Kulturmonat
  • Mai/Juni: Frühjahrsjahrmarkt auf dem Messplatz
  • Mai/Juni (An Pfingsten): Hoepfner-Burgfest
  • Ende Juni: UStA Uni-Sommerfest, zweitgrößte Freiluftveranstaltung Karlsruhes
  • Mitte/Ende Juli: Das Fest, eines der größten (vormals kostenlosen) deutschen Freiluftfeste
  • Ende Juni–Anfang August: Zeltival im Kulturzentrum Tollhaus
  • Juli/August: Freiluftkino am Schloss Gottesaue
  • Juli: African Summer Festival auf dem Gelände des NCO-Club
  • erster Samstag im August: KAMUNA (Karlsruher Museumsnacht), seit 1999
  • August/September: Lichterfest im Stadtgarten (alle zwei Jahre, zuletzt war das 43. Lichterfest am 20. August 2011[65])
  • Anfang September: Bierbörse auf dem Schlossplatz, seit 2002
  • September/Oktober: Internationales Gorodki-Turnier Goldener Herbst
  • September/Oktober: Kulturmarkt auf dem Kronenplatz
  • Oktober: Lesbisch-schwule Filmtage im Prinz-Max-Palais
  • Oktober/November: Herbstjahrmarkt auf dem Messplatz
  • November/Dezember: Christkindlesmarkt auf dem Marktplatz

Persönlichkeiten

Heinrich Hertz, der Entdecker der elektromagnetischen Wellen

Ehrenbürger

Die Stadt Karlsruhe hat seit 1821 genau 48 Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen, es wurde fünf Personen jedoch wieder aberkannt. Unter den Ehrenbürgern der Stadt Karlsruhe sind der Reichskanzler Otto von Bismarck, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg und Bundespräsident Heinrich Lübke.

Söhne und Töchter der Stadt

Bedeutende Persönlichkeiten, die in der Stadt Karlsruhe geboren wurden, werden als Söhne und Töchter der Stadt bezeichnet. Karl Drais ist ein im Jahr 1785 geborener Erfinder. Zu seinen Erfindungen zählen die erste Tastenschreibmaschine, ein Holzsparherd mit frühester Kochkiste und die Draisine, die als Urform des heutigen Fahrrads gilt. Carl Benz, ein Ingenieur und Auto-Pionier, entwickelte den Benz Patent-Motorwagen Nummer 1. Dieser gilt als erstes Automobil. Wolfgang Rihm, einer der bedeutendsten und vielseitigsten zeitgenössischen Komponisten, wurde 1952 in Karlsruhe geboren und lebt nach wie vor dort. Peter Sloterdijk, ein Philosoph, Fernsehmoderator, Kulturwissenschaftler und Essayist, hatte von 1992 bis 1993 und wieder seit 2001 den Lehrstuhl für Philosophie und Ästhetik an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe inne, deren Rektor er auch ist. Er ist für sein Werk Kritik der zynischen Vernunft bekannt.

Persönlichkeiten, die in Karlsruhe gewirkt haben

Mehrere Nobelpreisträger wirkten an der Technischen Hochschule Karlsruhe. Der Physiker Heinrich Hertz hatte dort von 1885 bis 1889 eine Professur und entdeckte die Existenz der elektromagnetischen Wellen. Ferdinand Braun, Erfinder der Kathodenstrahlröhre, hatte von 1883 bis 1887 eine Professur für Physik in Karlsruhe. Der Chemiker Fritz Haber habilitierte an der Technischen Hochschule und war dort später Professor für Technische Chemie, während er die Ammoniaksynthese entwickelte.

Garnisonsstadt

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Ehemalige amerikanische Schule

Schon vor dem Beitritt zum Rheinbund 1806 wurden in Karlsruhe die ersten Kasernen erbaut bzw. eingerichtet und die Einquartierung für Friedenszeiten aufgehoben. 1803 wurde an der östlichen Kaiserstraße die Dragoner-Kaserne errichtet, 1804 entstand östlich des Mühlburger Tores (heutiger Europaplatz) die Infanterie-Kaserne, die 1827 fertiggestellt wurde und bereits 1899 abgerissen wurde. Ab 1818 wurde das Gottesauer Schloss zur Artilleriekaserne.[66] Bereits 1845 wurde ein Militärhospital eingerichtet. Mit der Fertigstellung des vorderen Gebäudes in der Kaiserallee 1843 wurde die neue Grenadier-Kaserne begonnen und 1898 fertiggestellt. In der verlängerten Moltkestraße wurde 1892 die Königlich-Preußische Kadettenanstalt Karlsruhe errichtet[67], die 1919 an das Land übergeben wurde und heute Sitz der Oberfinanzdirektion Baden-Württembergs ist. Westlich der Kadettenanstalt wurde 1895 die Infanterie-Kaserne erbaut. In der Hertzstraße wurde 1908 die Telegraphen-Kaserne erbaut, die nach 1945 Sitz der Technischen Universität wurde, bis die alten Gebäude an der Kaiserstraße wieder aufgebaut waren. Bis 1936 gehörte Karlsruhe zur entmilitarisierten Zone, wurde danach sofort wieder Garnisonsstadt. Bereits 1937 wurden Rhein-Kaserne und die Mackensen-Kaserne neu gebaut.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges war Karlsruhe bis zum Jahre 1995 ein Truppenstandort für die amerikanischen Streitkräfte. Die Stationierung fand im Rahmen der Besatzung und später des NATO-Auftrags der United States Army statt. Die Kasernengebäude werden heute ausschließlich zivil genutzt. So wurden die Wohnblocks in Neureut renoviert, um ein Stockwerk erweitert und in Miets- bzw. Eigentumswohnungen umgewandelt. In ihr waren die 516. Sig Gp, die 29. Sig Bn, die 17. Sig Bn, und die 532. FA Obsr Bn stationiert. Die Neureuter Kaserne war die einzige Kaserne in Karlsruhe, die von den Amerikanern nach Ende des zweiten Weltkrieges gebaut wurde. Seit dem Ende des zweiten Weltkrieges und bis zum Jahre 1991 war das 135eme Régiment du Train in Karlsruhe stationiert und war unter anderem in der Infanterie-Kaserne untergebracht, welche in dieser Zeit durch die französische Armee in General-Pagezy-Kaserne umbenannt wurde. Ein zweiter Standort war die Grenadier-Kaserne in der Kaiserallee.

Nach Gründung der Bundeswehr bezogen am 27. Februar 1957 erste Einheiten die Karlsruher Dragoner-Kaserne. Im Rahmen der NATO übernahmen Einheiten der Bundeswehr Aufgaben der anderen NATO-Streitkräfte. So wurde am 1. April 1958 im Rheinhafen die Einheit K der US Navy Rhine River Patrol offiziell von der Flusspionierkompanie 791 der Bundeswehr abgelöst. Dies war die erste Übertragene Aufgabe der US-Armee an die Bundeswehr seit der Besatzungszeit. Von der Bundeswehr wurden weitere Kasernen neu gebaut. So in der Rintheimer Querallee und in der Kirchfeldsiedlung.

Sport

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Heimspiel des Karlsruher SC im Wildparkstadion
Datei:EuhallKA.jpg
Die Europahalle

Die wichtigsten Sportstätten der Stadt sind das Fußballstadion Wildparkstadion und die Großsporthalle Europahalle. Aus Karlsruhe stammt die langjährige Boxweltmeisterin Regina Halmich. Dazu ist die Stadt Heimat zahlreicher bekannter Sportvereine:

  • Erfolgreichster Fußballverein der Stadt ist der Karlsruher SC, der bereits 1963 in der Fußball-Bundesliga spielte. Nach einigen Ab- und Aufstiegen tritt der Verein seit der Saison 2009/10 wieder in der zweiten Fußball-Bundesliga an. Größte Erfolge waren der Deutsche Meistertitel des Vorgängervereins Phönix Karlsruhe im Jahre 1909, zwei DFB-Pokalsiege in den Jahren 1955 und 1956 sowie die dreifache Teilnahme am UEFA-Pokal unter Trainer Winfried Schäfer mit dem Erreichen des Halbfinales 1993/1994. Beim KSC begannen Nationalspieler wie Oliver Kahn, Mehmet Scholl und Jens Nowotny ihre Profikarriere. Der Verein trägt seine Heimspiele im Wildparkstadion aus.
  • Mit dem Karlsruher FV, Deutscher Meister 1910, gab es in der Frühzeit des Fußballsports einen zweiten, ähnlich bedeutenden Verein.
  • Die Frauenfußballmannschaft des ASV Karlsruhe-Hagsfeld spielte von der Saison 2007/08 bis zur Saison 2009/10 in der 2. Fußball-Bundesliga.
  • Der Basketballverein BG Karlsruhe spielte von der Saison 2003/04 bis zur Saison 2006/07 in der 1. Basketball-Bundesliga. Ab Saison 2007/08 spielen sie in der 2. Bundesliga, der Pro A-Liga. Spielstätte ist die 4600 Zuschauer fassende Europahalle.
  • Der Tennisverein TC Rüppurr im Süden der Stadt hatte eine lange Tradition der Zugehörigkeit zur Tennis-Bundesliga der Herren, bis das Damenteam im Jahre 2005 in die Bundesliga aufstieg und man sich auf dessen Förderung verlegte. In den darauffolgenden Jahren 2006 und 2007 konnten die Damen jeweils den deutschen Meistertitel erringen, 2008 folgte die deutsche Vizemeisterschaft.
  • Der Karlsruher Rock ’n’ Roll-Club RRC Golden-Fifties Karlsruhe e. V. ist einer der größten deutschen Rock ’n’ Roll-Clubs. Aushängeschild des Vereins sind die Boogie-Formation „Boogie@Motion“ (Weltmeister 2007, Vizeweltmeister 2005, deutscher Vizemeister 2005 und 2006) sowie die Rock ’n’ Roll-Formation „Gofi-Team“ (deutscher Vizemeister 2004 und Vizeweltmeister 2003 und 2004). In der Vergangenheit richtete der Verein in Zusammenarbeit mit der KMK wiederholt bedeutende internationale Turniere in der Europahalle aus.
  • Die Kanurennsportler des Vereins Rheinbrüder Karlsruhe erreichten zahlreiche deutsche Meistertitel und mehrere Medaillengewinne bei Weltmeisterschaften.
  • Der TSV Grünwinkel 1862 e. V. ist erfolgreich vor allem im Bereich Indiaca und kann einige Meistertitel sowie das einmal im Jahr stattfindende Beachindiaca-Turnier verzeichnen, welches zu den größten deutschlandweit zählt.
  • Die 1. AFC Badener Greifs wurden 1982 in Eggenstein gegründet. 1986 bis 1993 spielte die Mannschaft in der 1. Bundesliga für American Football. 1987 konnte die deutsche Vizemeisterschaft errungen werden.
  • Mit dem Karlsruher SV hat Karlsruhe einen Verein, der in der Rugby-Verbandsliga Baden-Württemberg spielt.
  • Karlsruhe ist Sitz des Reitinstituts von Neindorff, gegründet von Egon von Neindorff, einer der wichtigsten Stätten der Bewahrung und Ausbildung in klassischer Reitkunst.
  • Der SC147 Karlsruhe wurde im Jahr 2004 gegründet und spielt seit der Saison 2006/07 in der zweiten Snooker-Bundesliga.
  • Der TanzSportClub TSC Astoria Karlsruhe e.V. hat eine Rollstuhl-Tanzgruppe, die von der Deutschen Vizemeisterin im Rollstuhltanz Standard und Latein Andrea Naumann trainiert wird.[68]

Bedeutende, jährlich stattfindende sportliche Ereignisse sind:

  • ein internationales Hallenleichtathletikmeeting, das zuletzt unter dem Namen LBBW-Meeting firmierte und in der Europahalle stattfindet,
  • der Baden-Marathon.

Andere bedeutende Sportveranstaltungen in Karlsruhe waren und sind:

  • 1989 fanden die World Games, also die Weltspiele der nicht-olympischen Sportarten, mit 1965 Teilnehmern in 19 Sportarten in Karlsruhe statt.
  • 1987 und 2005 war Karlsruhe Etappenort der Tour de France.
  • 2004 und 2006 war Karlsruhe Gastgeber der Deutschland Tour, 2004 als erste Etappe, 2006 als Ziel der Schlussetappe.
  • Karlsruhe ist der Geburtsort der modernen Variante des slawischen Spiels Gorodki mit leichten Wurfstöcken aus robustem Plastik. Hier gibt es zwei der modernsten Spielplätze der Welt. 2006 fand in Karlsruhe die Gorodki-Weltmeisterschaft statt. Teilnehmerländer waren Deutschland, Finnland, Russland, Schweden, Ukraine und Weißrussland.
  • 2008 fanden die Special Olympics, Deutschlands größtes Sportereignis für Menschen mit geistiger Behinderung, in Karlsruhe statt.

In Karlsruhe gibt es eine große Sportkletterszene. Dies ist vor allem den nahegelegenen Sportklettergebieten wie Battert, Murgtal, Südpfalz oder Schriesheim zu verdanken. Zwei Kletterhallen ermöglichen das Training auch im Winter. Neben The Rock, einer privat betriebenen Halle beim Westbahnhof, hat der DAV Sektion Karlsruhe sein Kletter- und Sektionszentrum im Traugott-Bender-Sportpark in der Waldstadt.

Siehe auch

Literatur

  • Georg Patzer: Kleine Geschichte der Stadt Karlsruhe. G. Braun, Karlsruhe 2004, ISBN 978-3-7650-8322-8
  • Hubert Doerrschuck, Herbert Meininger: Karlsruhe. Stadtgeschichte und Bilddokumentation. G. Braun, Karlsruhe 1984, ISBN 3-7650-8041-1
  • Stadt Karlsruhe Stadtarchiv (Hrsg.): Karlsruhe. Die Stadtgeschichte. Badenia, Karlsruhe 1998, ISBN 3-7617-0353-8
  • Erich Keyser: Badisches Städtebuch. Kohlhammer, Stuttgart 1959 (Deutsches Städtebuch. Handbuch städtischer Geschichte., Band IV 2)
  • Claudia Pohl: Kunst im Stadtraum. Skulpturenführer für Karlsruhe. Info Verlag, Karlsruhe 2006, ISBN 3-88190-399-2.
  • Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Regierungsbezirk Karlsruhe. Kohlhammer, Stuttgart 1976 (Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden., Band V), ISBN 3-17-002542-2
  • Jens M. Möller: Mythos einer Sonnenstadt Gmelin, 1995, ISBN 3-926253-91-6
  • Rolf-Heiner Behrends (Hrsg.): Faustkeil – Urne – Schwert. Archäologie in der Region Karlsruhe. Badenia Verlag Karlsruhe 1996. ISBN 978-3-89735-305-3.
  • LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (Hrsg.): Naturführer Karlsruhe. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2006. ISBN 978-3-89735-424-1.
  • Horst F. Pampel: Karlsruhe – Zwischen den Zeilen der Chronik. Karlsruhe o. J. (1988).
  • Horst F. Pampel: Karlsruhe – 275 Jahre Perspektiven, Perioden und Persönlichkeiten. Karlsruhe o. J. (1990).
  • Peter Pretsch / Meinrad Welker: Carl Benz und Carlsruhe, Stadtarchiv Karlsruhe; Förderverein Karlsruher Stadtgeschichte, Karlsruhe: INFO Verlag 2011 ISBN 978-3-88190-640-1
  • Jürgern Stude: Geschichte der Juden im Landkreis Karlsruhe. Hrsg. vom Landkreis Karlsruhe. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 1997. ISBN 978-3-929366-67-9.
  • Heinz Schmitt (Hrsg.): Juden in Karlsruhe. Beiträge zu ihrer Geschichte bis zur nationalsozialistischen Machtergreifung. Badenia-Verlag, Karlsruhe 1988. ISBN 978-3-89735-339-8.
  • Klaus Lehmann: Karlsruhe in der Welt, 2006, ISBN 3-8334-3674-3
  • David Depenau, Ernot Drücke: Karlsruhe einst und heute – Vergleichende Stadtansichten, verlag regionalkultur, ISBN 3-89735-461-6.
  • Alltag in Karlsruhe. Vom Lebenswandel einer Stadt durch drei Jahrhunderte, ISBN 978-3-7617-0262-8.
  • Literatur von Karlsruhe im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Weblinks

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 Commons: Karlsruhe – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Karlsruhe – Quellen und Volltexte
 Wiktionary: Karlsruhe – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Klima in Karlsruhe. Abgerufen am 7. Juni 2011.
  3. DER INTERNATIONALE KLIMAINDEX - Klimatabelle Deutschland. Abgerufen am 29. August 2011.
  4. Niederschlagsverteilung in Südwestdeutschland. Abgerufen am 29. August 2011.
  5. Bürgerverein Grünwinkel: Grünwinkel. Info Verlag, 2009, ISBN 9783881905398.
  6. Ulrich Brandl, Emmi Federhofer: Ton+Technik - Römische Ziegel. In: Schriften des Limesmuseums Aalen. Nr. 61, Theiss, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-8062-2403-0.
  7. http://www.karlsruhe.de/b4/stadtteile/norden/knielingen/chronik Stadtteilchronik Knielingen
  8. http://www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/chronik/stadtteilchroniken
  9. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. I, Bonn 1995, S. 51, ISBN 3-89331-208-0
  10. ICSC European Shopping Centre Awards 2007. S. 5, abgerufen am 5. September 2011 (englisch).
  11. Orte der Vielfalt - Karlsruhe. Mai 2009, abgerufen am 16. Juni 2011.
  12. Spatenstich zur Kombilösung ist erfolgt. ka-news, 21. Januar 2010, abgerufen am 16. Juni 2011.
  13. Daten und Fakten 2011. Karlsruher Amt für Stadtentwicklung, S. 31, abgerufen am 5. September 2011.
  14. 14,0 14,1 Daten und Fakten 2011. Karlsruher Amt für Stadtentwicklung, S. 11, abgerufen am 5. September 2011.
  15. Arbeitsmarktreport Dezember 2011. Abgerufen am 5. Januar 2012.
  16. Arbeitsmarktreport November 2011. Abgerufen am 8. Dezember 2011.
  17. Arbeitsmarktreport Oktober 2011. Abgerufen am 8. Dezember 2011.
  18. Arbeitsmarktreport September 2011. Abgerufen am 8. Dezember 2011.
  19. Arbeitsmarktreport August 2011. Abgerufen am 7. Juli 2011.
  20. Arbeitsmarktreport Juli 2011. Abgerufen am 7. Juli 2011.
  21. Arbeitsmarktreport Juni 2011. Abgerufen am 7. Juli 2011.
  22. Arbeitsmarktreport Mai 2011. Abgerufen am 22. Juni 2011.
  23. Arbeitslosenzahl im Südwesten sinkt auch im Mai. Abgerufen am 22. Juni 2011.
  24. Arbeitsmarktreport April 2011. Abgerufen am 22. Juni 2011.
  25. Arbeitsmarktreport März 2011. Abgerufen am 22. Juni 2011.
  26. Städtetest der Wirtschaftswoche: Karlsruhe schneidet gut ab. ka-news, 27. Januar 2011, abgerufen am 22. Juni 2011 (Städteranking 2010 der Wirtschaftswoche, Abschnitt Karlsruhe).
  27. Bevölkerung in Karlsruhe nach der Religionszugehörigkeit. In: Statistisches Jahrbuch der Stadt Karlsruhe. Stadt Karlsruhe, S. 47, abgerufen am 16. Juni 2011 (PDF; 407,1 kB, Stand: 31. Dezember 2009).
  28. www.fsspx.info/zentren/show.php?id=26 (Link nicht mehr abrufbar)
  29. Internetseite der Stadt Karlsruhe
  30. Wahl zum Europäischen Parlament und Kommunalwahlen am 7. Juni 2009. Gemeinderat Karlsruhe - Amtliches Endergebnis - Sitzverteilung. Abgerufen am 7. Juni 2011.
  31. Städtepartnerschaften aktuell. Abgerufen am 7. Juni 2011.
  32. Teil 4 Rechenschaftsbericht zum Jahresabschluss 2009. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  33. Schulden der Stadt Karlsruhe seit 1983 in 1.000 Euro. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  34. Steuer: Grundsteuer. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  35. "Grundsteuer wird erhöht" - Was ist eigentlich der Hebesatz? Abgerufen am 23. Juni 2011.
  36. Gewerbesteuer. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  37. [http://www1.karlsruhe.de/Stadt/Stadtrecht/s-9-3.php Satzung der Stadt Karlsruhe über die Erhebung einer Hundesteuer (Hundesteuersatzung)]. Abgerufen am 23. Juni 2011.
  38. Satzung der Stadt Karlsruhe über die Erhebung einer Vergnügungssteuer (Vergnügungssteuersatzung). Abgerufen am 23. Juni 2011.
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