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Friedrich-Wilhelm Marquardt

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Friedrich-Wilhelm Marquardt (* 2. Dezember 1928 in Eberswalde; † 25. Mai 2002 in Berlin) war ein evangelischer Theologe.

Leben

Nach seinem Kriegsdienst in Polen und Norddeutschland begann Marquardt ein Studium der Evangelischen Theologie zuerst in Marburg, dann Berlin (1947-1951). Nach dem ersten theologischen Examen erfolgten weitere Studien bei Karl Barth in Basel; dann ein Vikariat in Lindau (Bodensee). Ein Promotionsstudium bei Helmut Gollwitzer in Bonn schloss er nicht ab, stattdessen übernahm er Pfarrerstellen in Euskirchen und Langenfeld-Immigrath und war dann ab Mai 1957 Studentenpfarrer in Berlin. Seit 1961 arbeitete er in der Christlichen Friedenskonferenz (CFK) mit. 1963 wurde er Assistent bei Gollwitzer in Berlin. Zu dieser Zeit nahm er ein erneutes Promotionsstudium auf, jetzt mit dem Thema: Israel bei Karl Barth. Seine Promotion erfolgte 1967 mit der Dissertation Die Entdeckung des Judentums für die christliche Theologie: Israel im Denken Karl Barths, für die er 1968 die Buber-Rosenzweig-Medaille der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit erhielt.

Marquardts Habilitation, ursprünglich an der Kirchlichen Hochschule Berlin, wurde zu einem politischen und wissenschaftlichen Skandal: seine Habilitationsschrift über Karl Barth als Sozialist wurde dort mit knapper Mehrheit abgelehnt, woraufhin Gollwitzer seinen Lehrauftrag an der Kirchlichen Hochschule aus Protest niederlegte. Marquardt habilitierte sich dann an der Freien Universität Berlin und wurde dort Professor für Systematische Theologie am Institut für Evangelische Theologie, wobei er Nachfolger von Gollwitzer war.[1] Seine Habilitationsschrift erschien 1973 unter dem Titel Theologie und Sozialismus: Das Beispiel Karl Barth.

Seit den 1970er Jahren wurde Marquardt zunehmend als pointierte Stimme im jüdisch-christlichen Dialog bekannt. Seine 1974 erschienene kurze und provokante Studie Die Juden im Römerbrief wurde ein Meilenstein der Diskussion.

Werke (Auswahl)

  • Die Bedeutung der biblischen Landverheißungen für die Christen. (= Theologische Existenz heute. Neue Folge Nr. 116.) Chr. Kaiser Verlag, München 1964.
  • Die Entdeckung des Judentums für die christliche Theologie. Israel im Denken Karl Barths. Kaiser, München 1967, 369 S. (Dissertation Kirchliche Hochschule Berlin 1966).
  • Theologie und Sozialismus. Das Beispiel Karl Barths. (1972), 3., um ein Nachwort erweiterte Auflage, Kaiser, München 1985, 422 S., ISBN 3-459-01626-4.
  • Die Juden und ihr Land. (1975) 3. Aufl., Gütersloher Verlagshaus Mohn, Gütersloh 1986, 159 S., ISBN 3-579-05189-X.
  • Verwegenheiten: Theologische Stücke aus Berlin. Kaiser, München 1981, 523 S., ISBN 3-459-01339-7.
  • Die Gegenwart des Auferstandenen bei seinem Volk Israel. Ein dogmatisches Experiment. Kaiser, München 1983, 224 S., ISBN 3-459-01484-9.

Dogmatik:

  • Von Elend und Heimsuchung der Theologie. Prolegomena zur Dogmatik, 2. Auflage, München: Kaiser 1992, 477 S., ISBN 3-459-01740-6
  • Das christliche Bekenntnis zu Jesus, dem Juden. Eine Christologie, Gütersloh: Kaiser, Gütersloher Verlagshaus Mohn
Band 1 (1990), 2. Auflage 1993, 308 S., ISBN 3-579-01922-8
Band 2 (1991), 2., durchges. Auflage 1998, 460 S., ISBN 3-579-01923-6
  • Was dürfen wir hoffen, wenn wir hoffen dürften? Eine Eschatologie, Gütersloh: Kaiser, Gütersloher Verlagshaus Mohn
Band 1 (1993), 482 S., ISBN 3-579-01925-2
Band 2 (1994), 415 S., ISBN 3-579-01945-7
Band 3 (1996), 564 S., ISBN 3-579-01946-5
  • Eia, wärn wir da. Eine theologische Utopie, Gütersloh: Kaiser, Gütersloher Verl.-Haus 1997, 605 S., ISBN 3-579-01947-3

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. F.-W. Marquardt: Was ist Wahrheit? : Permanente Aufklärung durch Theologie als Wissenschaft, in: FU:N (FU-Nachrichten), 12/1995, Seite 12ff., Beitext


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