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David Motadel

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David Motadel (geboren 1981 in Detmold, Deutschland) ist ein deutscher Historiker und Publizist. Er ist Assistenzprofessor für internationale Geschichte an der London School of Economics and Political Science (LSE).

Leben

Motadel hat an den Universitäten Freiburg, Basel und Cambridge Geschichte studiert.[1] Während seines Studiums war er Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. Er promovierte 2010 bei Richard J. Evans an der Universität Cambridge, wo er ein Gates-Stipendiat war.[2] Anschließend wurde er Research Fellow für Geschichtswissenschaft am Gonville and Caius College der Universität Cambridge (2010-15) und Chancellor's Fellow für Geschichte an der Universität Edinburgh (2015-16). Als Gastwissenschaftler hatte er Positionen in Harvard (2007-8), Yale (2009-10) und Oxford (2012-13) inne.

Motadel publiziert regelmäßig in The New York Times, The Guardian, The Times Literary Supplement, The London Review of Books, Der Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Neue Zürcher Zeitung und Zeit Online.[3]

Werk

Motadel forscht vor allem zur Geschichte Europas und dessen Beziehungen zur außereuropäischen Welt.[4] Sein Buch zur Geschichte von Muslimen unter deutscher Herrschaft im Zweiten Weltkrieg und zur Islampolitik des NS-Regimes ist international hoch gelobt worden.[5] Der Perlentaucher subsumiert Tanjev Schultz von der Süddeutschen Zeitung:

„Bereits vor drei Jahren im Verlag der Harvard-University erschienen, ist Rezensent Tanjev Schultz dankbar, dass David Motadels Studie über die Islampolitik im Dritten Reich nun auch auf Deutsch vorliegt. Für den Kritiker ist das Buch schon jetzt ein Standardwerk, in dem er nachliest, wie die Nazis in Nordafrika, im Nahen Osten, im Kaukasus, auf der Krim und dem Balkan versuchten, Muslime zu instrumentalisieren, indem etwa Zuckerwürfel in Papier verschenkt wurden oder Hitler anhand von Koranpassagen als religiöse Figur, etwa als wiedergekehrter Isa, dargestellt werden sollte. Dank der enormen Rechercheleistung Motadels, der dreißig Archive aus vierzehn Ländern auswertete, erfährt der Rezensent hier nicht nur, wie das nationalsozialistische Orientreferat versuchte Großmuftis anzuwerben, sondern auch, wie "improvisiert" und wenig glaubwürdig die Islampolitik des NS-Regimes ausfiel: Dass die Nazis nicht zwischen Sunniten und Schiiten unterscheiden konnten oder Soldaten und SS-Einheiten beschnittene Muslime für Juden hielten und ermordeten, liest der Kritiker in dieser, wie er findet, "bahnbrechenden" Studie ebenfalls“[6]

Armin Fuhrer zufolge hätte Motadel etwas gemacht „was bislang noch kein Historiker vor ihm getan hat: Motadel hat ein Buch geschrieben, das das Verhältnis des Nationalsozialismus und des Islams umfassend beleuchtet“.[7]

Auszeichnungen

  • Philip Leverhulme Prize, 2017
  • Fraenkel Prize, 2014
  • Walter Laqueur Prize, 2014
  • Prince Consort Prize and Seeley Medal of the University of Cambridge, 2011
  • Doctoral Dissertation Prize of the British International History Group, 2011
  • Doctoral Dissertation Prize of the German Historical Institute London, 2011
  • Essay Prize of the German History Society and the Royal Historical Society, 2007[8]

Mitgliedschaften

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Islam and the European Empires, Oxford University Press, 2014.
  • Islam and Nazi Germany's War, Harvard University Press, 2014.
  • Adler auf der "Hitlerhöhe": Die Entstehung der Adlerwarte Berlebeck zur Zeit des Nationalsozialismus, Panorama, Detmold, 2008.

Weblinks

Einzelnachweise

Dieser Artikel basiert ursprünglich auf dem Artikel David Motadel aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Doppellizenz GNU-Lizenz für freie Dokumentation und Creative Commons CC-BY-SA 3.0 Unported. In der Wikipedia ist eine Liste der ursprünglichen Wikipedia-Autoren verfügbar.