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Arthur Rosenberg

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Arthur Rosenberg (geb. 19. Dezember 1889 in Berlin; gest. 7. Februar 1943 in New York) war ein deutscher marxistischer Althistoriker und Politiker.

Leben

Arthur Rosenberg wurde in Berlin geboren; er stammte aus einer jüdischen Familie, war aber evangelisch getauft. Lange Jahre aktiv in der jüdischen Jugendbewegung, besuchte er das Askanische Gymnasium und studierte an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin Alte Geschichte und Archäologie. 1911 promovierte er mit der Dissertation zum Thema Untersuchungen zur römischen Zenturienverfassung. Zwei Jahre später erfolgte seine Habilitation als Althistoriker bei Eduard Meyer über Der Staat der alten Italiker. 1930 wurde Rosenberg zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor ernannt. Seinen Lebensunterhalt verdiente er in dieser Zeit hauptsächlich als Studienassessor und Hilfslehrer an Berliner Schulen. Bis 1933 hatte er einen Lehrauftrag an der Berliner Universität, der ihm aufgrund seiner jüdischen Herkunft von den Nationalsozialisten entzogen wurde.

Rosenberg war auch als Politiker aktiv. Er gehörte seit 1918 zunächst der USPD an, engagierte sich dann seit 1920 für die KPD. In der Legislaturperiode 1924–28 war er Mitglied des Reichstages, zunächst für die KPD, seit 1927, nachdem er sich von ihr abgewandt hatte, als fraktionsloser Abgeordneter.[1] Dabei war er Mitglied des Ausschusses, der sich mit den Ursachen der Niederlage des Deutschen Reiches im Ersten Weltkrieg befasste.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung ging Arthur Rosenberg 1933 ins schweizerische Exil und fand 1934 Aufnahme in England, wo er an der Universität Liverpool Alte Geschichte lehrte. Ab 1937 lehrte er am Brooklyn College in New York, wo er 1943 starb.

Neben seinen althistorischen Arbeiten und seiner "Geschichte des Bolschewismus" (1932), die in zahlreiche Sprachen übersetzt wurde, hat Rosenberg vor allem durch seine Bücher zur Geschichte der Weimarer Republik großen Einfluss als Historiker ausgeübt.

Zitat

Das Reich der Bolschewiki gleicht dem Lande des Kaisers in dem unsterblichen Märchen von Andersen. Der Kaiser kann nackt spazieren gehen, weil jeder moralisch verfemt ist, der die angeblichen Kleider des Kaisers nicht sieht. So schreitet der Kaiser durch das bolschewistische Reich, und rechts und links von ihm gehen die Parteibeamten und schließen jeden aus, der den Ruf wagt: "Der Kaiser ist ja nackt!"[2]

Werke

  • Demokratie und Klassenkampf im Altertum. Bielefeld 1921
  • Die Entstehung der deutschen Republik 1871–1918. Berlin 1928
  • Entstehung und Geschichte der Weimarer Republik. 1928–1935[3]
  • Geschichte des Bolschewismus: Von Marx bis zur Gegenwart. Berlin 1932 (auch englisch, italienisch, norwegisch, hebräisch und französisch)
  • Der Faschismus als Massenbewegung: sein Aufstieg und seine Zersetzung. Karlsbad 1934
  • Geschichte der deutschen Republik. Karlsbad 1935
  • Demokratie und Sozialismus. Amsterdam 1938
  • Demokratie und Klassenkampf. 1938 (auch englisch)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Bericht über das Leben Rosenbergs (englisch)
  2. Geschichte des Bolschewismus, 1932, zitiert nach Broder: Jüdischer Kalender 2009/2010. 7. Februar/23. Schewat, Giselher Schmidt: Bolschewismus, frei nach Andersen. In: Die Zeit 20/1967
  3. Ausgaben: Kurt Kersten (Hrsg): Entstehung und Geschichte der Weimarer Republik. zuerst EVA, 1955; häufige Neuauflagen, sowohl zusammen als auch in den zwei Teilausgaben: Die Entstehung… oder: Die Geschichte… z. B. 20. Auflage, Frankfurt 1980, ISBN 3-434-00003-8; zuletzt 1991; auch in Englisch erschienen


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